LERNMODUL 1 - Datenaufbereitung

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1 Lernmodul 1- Datenaufbereitung LERNMODUL 1 - Datenaufbereitung Aufgaben Informieren Sie sich über die Datenformate, die von ATLAS.ti unterstützt werden, und lernen Sie die best praxis rules der Datenaufbereitung, damit Sie Ihre Daten effizient in ATLAS.ti nutzen zu können. Übung 1: Speichern Sie Ihre Dokumente oder das Beispielmaterial ggf. im RTF Format ab. Bearbeiten Sie die Kontrollfragen. Zum Durcharbeiten dieses Teilmoduls sollten Sie ca. 1/2 h benötigen, nicht eingeschlossen in diese Zeitschätzung sind die Transkription Ihres Datenmaterials oder eine evt. Änderung der Datenformats oder der Formatierung. Unterstütze Datenformate Textdokumente Folgende Textdokumente können in ATLAS.ti eingelesen werden: Reine Textdokumente (nur Text: *.txt) RTF Dateien (rich text: *.rtf) Word Dateien (*.doc) Multimediaformate Des Weiteren können auch Bild, Audio- und Videodaten mit Unterstützung von ATLAS.ti analysiert werden. Die Analyse dieser Datenformate ist nicht Bestandteil dieses Einführungskurses - gleichwohl sich die meisten, der in diesem Kurs besprochenen Funktionen auf das Arbeiten mit

2 Multimediaformaten übertragen lassen. Daher im Folgenden einen Übersicht der Multimediaformate, die von ATLAS.ti unterstützt werden: Folgende Bildformate werden von ATLAS.ti unterstützt: Windows and OS/2 Bitmap (BMP, JPEG) PC Paintbrush (PCX), TIFF, Targa (TGA) Kodak Photo CD (PCD) MacPaint (MAC) FBM, Sun Raster (RAS), CMU WM Raster Portable Bit Map (PBM, PGM, PPM) Faces Project, Utah RLE, X Window Dump, McIDAS areafile, G3 FAX, GEM Bit, X Pixmap, and X Bitmap Folgende Audioformate werden unterstützt: Audio WAV Files (*.WAV) NEXT/SUN Audio Format (*.AU and *.SND) MP3 files (*.mp3) Folgende Videoformate werden unterstützt: Video for Windows (*.AVI, *.WMV) QuickTime for Windows: (*.MOV, *.QT) MPEG Video (*.MPG1) Wenn Sie mit Multimediadaten arbeiten möchten, beachten Sie bitte die nötigen Systemvorrausetzungen! Auch sollten Sie über ein Grundwissen im Umgang mit Videodaten verfügen, wenn Sie mit Videodaten arbeiten möchten. Z.B. sind nicht alle AVI Dateien gleich, es kommt immer auf den verwendeten Codec an, der zur Erstellung der Videodatei verwendet wurde. Dieser Codec muss auf dem Rechner, auf dem Sie mit ATLAS.ti arbeiten wollen vorhanden sein, damit die Videodatei auch abgespielt werden kann. Erstellen Sie zunächst eine kleine Probedatei und probieren Sie aus, ob diese in ATLAS.ti abgespielt werden kann, bevor Sie den Rest des Datenmaterials aufbereiten. Copyright , Dr. Susanne Friese, QuaRC 2

3 Für welches Textformat sollte ich mich entscheiden? Alle Texte werden im HU Editor von ATLAS.ti als Rich Text angezeigt. Liegen die Texte nicht schon als Rich Text vor, werden Sie von ATLAS.ti konvertiert. ATLAS.ti verwendet dazu Konvertierer, die in der Regel zusammen mit dem von Ihnen verwendeten Textverarbeitungsprogramm installiert wurden. Wenn Sie die Möglichkeit nutzen wollen, Ihre Dokumente innerhalb von ATLAS.ti zu editieren (siehe Modul 3, Teil 5), dann müssen die Dokumente als RTF Dateien vorliegen, d.h. von Ihnen selbst konvertiert werden. Unten wird beschrieben, wie Sie einer Konvertierung innerhalb von MS Word durchführen. Wenn Sie Dokumente sowieso nicht editieren wollen oder verhindern wollen, dass Dokumente versehentlich editiert werden, dann bietet es sich an direkt mit Word Dateien zu arbeiten. Sollten Sie allerdings nicht MS Word als Ihr Standardtextverarbeitungsprogramm verwenden, ist zu empfehlen Dokumente als Rich Text abzuspeichern bevor sie einem ATLAS.ti Projekt zugeordnet werden. Wenn Sie mit Dokumenten aus Archiven arbeiten, kann es u.a. vorkommen, dass Dokumente als nur Text Dateien vorliegen, oder wenn Sie noch Texte haben, die für die Version 4 von ATLAS.ti aufbereitet wurden diese können selbstverständlich immer noch von ATLAS.ti gelesen und mit ATLAS.ti bearbeitet werden. HTML Dokumente können gegebenenfalls auch direkt eingelesen werden. Ob dies möglich ist, hängt von den Konvertieren ab, die auf Ihrem Rechnern installiert sind. Notwendig hierzu ist ein HTML- RTF Konvertierungsprogramm, da alle Textdokumente in ATLAS.ti, wie oben erwähnt, als Rich Text angezeigt werden. Bilder aus HTML Dokumenten werden nicht angezeigt, weil diese in der Regel im HTML Dokument nur über einen Link verbunden sind. Bilder können jedoch nachträglich in ein Dokument eingebettet werden. Hierzu lesen Sie bitte die entsprechenden Kapitel im ATLAS.ti Handbuch. Tipps zur Datenaufbereitung von Textdokumenten Verzichten Sie auf Tabellen Im Abschnitt Welche Textformate können mit ATLAS.ti analysiert werden? haben Sie gelernt, dass Textdokumente innerhalb von ATLAS.ti als Rich Text angezeigt werden, unabhängig davon, ob Sie oder ATLAS.ti die Konvertierung vorgenommen haben. Da Tabelle im RTF Format oftmals nicht korrekt angezeigt werden und zwar immer dann, wenn Text innerhalb einer Zelle umgebrochen wird, ist zu empfehlen, dass Sie bei der Verschriftung Ihrer Daten weitestgehend auf Tabellen verzichten. Wenn Sie einen Teil Ihrer Daten automatisch kodieren wollen Bietet es sich an, einen Teil Ihrer Daten automatisch zu kodieren, weil z.b. ein Gruppeninterview durchgeführt wurde und Sprecher und deren Merkmale kodiert werden sollen oder es andere Merkmale Copyright , Dr. Susanne Friese, QuaRC 3

4 gibt, die effizient mit Hilfe der Textsuchfunktion kodiert werden können, dann sollten Sie folgende Regeln bei der Verschriftung Ihrer Daten beachten: Markieren Sie Sprecher oder anderen Textattribute eindeutig, so dass sie mit Hilfe der Textsuchfunktion gefunden werden können und zwar nur dort, wo sie auch gefunden werden sollen (siehe Ausführungen unten). Wechselt der Sprecher oder beginnt eine neue Texteinheit, kennzeichnen Sie dies durch eine Leerzeile. Sofern Ihre Daten aus Interviewmaterial bestehen, wird der Text in der Regel durch Sprecherwechsel strukturiert. Bei anderen Datentypen sind auch andere Unterteilungen vorstellbar, wie zum Beispiel Jahreszahlen in historischen Dokumenten oder das Datum von Briefen, s usw.. Der Grund warum Sprecher, bzw. Textattribute eindeutig sein sollen, wird deutlich, wenn man sich die Arbeitsweise des automatischen Kodierens vor Augen führt. Schauen Sie sich bitte den Beispieltext im Kasten unten an. Die Sprecher sind eindeutig mit I: für Interviewer und E: für Emma (= interviewte Person) gekennzeichnet. I: Mhm. Und wie ging's denn dann weiter? Was waren so wichtige Orte in deinem Leben, die dich geprägt haben? E: Jo, dann die die Ausbildung, ich wurde nich zum Abitur zugelassen, obwohl ich schon auf der Oberschule war, aus politischen Gründen damals in der DDR eben, äh, weil mein Vater Pastor war. Ich hab die Krankenschwesternausbildung gemacht in einem konfessionellen Haus, einem evangelischen, das war sehr das hinterlässt Spuren, / (Hm) / wie man dort äh, erzogen wird, wie man, wie man den Beruf lernt, ähm, das merk ich eigentlich erst jetzt, wo ich älter werde, wie prägend das war. Und dann hab ich// (RÄUSPERT SICH) danach bin ich von mir// also auf- mm - grund meiner Initiative nach Leipzig gegangen, so, das war für mich sozusagen ein Sprung in die Großstadt, / I:... Um alle Sprechereinheiten von Emma automatisch zu kodieren, gibt man im Auto-Coding Tool den Suchbegriff E: ein. Die ATLAS.ti Textsuchfunktion findet dann alle Passagen in denen Emma spricht. Es ist unwahrscheinlich, dass die Zeichenfolge E: irgendwo anders im Text vorkommt. Hätte man hingegen den Namen Emma als Markierung verwendet, wäre diese Kennzeichnung nicht ausreichend gewesen, da das Wort Emma auch an anderen Stelle im Text vorkommen kann. Zusätzlich zum Suchbegriff benötigt das Auto-Coding Tool Informationen darüber, was kodiert werden soll. Folgenden Optionen stehen zur Verfügung: nur die gefundene Zeichenkette (also E:) zu Copyright , Dr. Susanne Friese, QuaRC 4

5 kodieren, die Zeile, den Satz, den Absatz, den Text bis zur nächsten Leerzeile oder das gesamte Dokument. In dem Beispiel hier würde man die Option Text bis zur nächsten Leerzeile wählen. Im ATLAS.ti Auto-Coding Tool entspricht dies der Option: multiple hard returns. Zur Verdeutlichung wurden die Absatzwechsel (hard returns) oben sichtbar gemacht. Die Option multiple hard returns erlaubt es längere Textpassage in Sinnabschnitte zu unterteilen. Ein Beispiel hierfür finden Sie im obigen Beispieltext beginnend mit: E: Jo, dann die die Ausbildung,... Ein neuer Gedanke beginnt auf einer neuen Zeile: (Hm) / wie man dort äh,... Dies wird durch das Einfügen eines Absatzzeichens erreicht. Der Sprecherwechsel hingegen ist durch eine Leerzeile (=zwei Absatzzeichen) markiert. So können die Aussagen einzelner Sprecher auch beim automatischen Kodieren sauber getrennt werden. Gewöhnen Sie sich möglichst frühzeitig an, die hier vorgestellten Formatierungsregeln anzuwenden. Auch wenn eine Nichtbeachtung dieser best praxis Regeln in der Anfangsphase noch keine Konsequenzen hat, werden Sie später sicherlich bereuen, diese Systematik nicht gleich zu Beginn angewandt zu haben. Übung 1 - Umwandlung von MS Word zu RTF Dateien Wenn Sie es für Ihre Analyse als notwendig erachten, Dokument zu editieren, bzw. wenn Sie sich diese Option offen halten möchten, dann müssen Sie Ihre Dokumente vor der Zuordnung zu einem ATLAS.ti Projekt als Rich Text abspeichern. Bitte bearbeiten Sie dann auch unbedingt Teil 6 dieses Moduls (Editieren von Primärdokumenten)! Gehen Sie wie folgt vor: Öffnen Sie die Datei in Word. Wählen Sie die Option: DATEI/SPEICHERN UNTER... Wählen Sie als Dateityp Rich Text Format (*.rft) und klicken Sie auf Speichern. Copyright , Dr. Susanne Friese, QuaRC 5

6 Bitte beachten Sie, dass Tabellen bei der Konvertierung von Word zu Rich Text zu allermeist ihre Form verlieren, d.h. unbrauchbar werden. Rich Text ist leider oft nicht so reichhaltig, wie der Name es vermuten lässt. Vermeiden Sie daher bei der Verschriftung Ihrer Daten das Anlegen von Tabellen. Die wichtigsten Best Praxis Regeln im Überblick Aufbereitung von Textdokumenten Kennzeichnen Sie Sprecher oder andere Textattribute eindeutig. Trennen Sie Sprecherwechsel oder andere Unterteilungen mit einer Leerzeile voneinander. Vermeiden Sie das Anlegen von Tabellen, da diese in den meisten Fällen nach der Konvertierung zu Rich Text nicht korrekt angezeigt werden. Speichern von Dokumenten Sofern Sie sich die Möglichkeit offen halten wollen Dokumente innerhalb von ATLAS.ti zu editieren, speichern Sie Dateien im RTF Format ab. Wollen Sie Primärdaten nicht editieren oder wollen Sie verhindern, dass sie editiert werden können, speichern Sie Ihre Daten als MS Word-Datei und überlassen Sie ATLAS.ti das Konvertieren. Copyright , Dr. Susanne Friese, QuaRC 6

7 Zusammenfassung Zur Überprüfung, ob Sie alle für dieses Modul angegebenen Aufgaben erledigt haben, hier eine Übersicht: Sie haben die Texte dieses Moduls vollständig bearbeitet. Wenn Sie mit eigenen Daten arbeiten: Sie haben Ihr Datenmaterial formatiert und entweder als Rich Text oder als Worddatei gespeichert. Sie haben die Kontrollfragen bearbeitet. Kontrollfragen 1. Welche Textformate können mit ATLAS.ti analysiert werden? 2. Wann sollte, bzw. muss mit welchen Textformaten gearbeitet werden? 3. Was sollte bei der Formatierung von Dokumenten, die mit ATLAS.ti analysiert werden sollen, beachtet werden? Copyright , Dr. Susanne Friese, QuaRC 7

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