Monatliches Freizeitmagazin für die Wetterau

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1 5. Jahrgang Juli 2012 Monatliches Freizeitmagazin für die Wetterau Mit er und Friedberger Veranstaltungskalender Reportage Spürnase: Privatdetektiv Jürgen Scharfe verrät seine Tricks Seite 4 Interview Schnüffler: Wie Polizeihund Luuk ermittelt, erklärt sein Herrchen Seite 8 Z für eine neue Generation deutscher Uhrmacherkunst 50 Belisar Chronograph Made in Germany

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3 EDITORIAL/INHALT Editorial Mit Sherlock Holmes fing es an. Dann kam der nicht eben distinguierte Philip Marlowe. Im Fernsehen folgten Rockford und Magnum. Streng genommen war auch Columbo mehr Ermittler als Polizist. Was einen Detektiv heutzutage ausmacht, wie er arbeitet und welche Fälle er verfolgt, klärt unsere Reportage ab Seite 4. Im Interview ab Seite 8 stellen wir einen Schnüffler auf vier Beinen vor: Luuk hat nicht nur das richtige Näschen Eine neue Art der Observation ist mir in Friedberg auf der Kaiserstraße aufgefallen. Ein Mann im lässigen Outfit beobachtete aus einem der Schafsställe heraus den Autoverkehr. Hin und wieder sprach er in seinen Hemdkragen.»Fahrerin im roten Kleinwagen am Handy.«Oder:»Person im schwarzen Jaguar nicht angeschnallt.«im Hemdkragen des Mannes war ein Mikrofon versteckt. Ich konnte es sehen, weil ich am Nachbartisch saß. Ich fragte den Mann, was er da mache. Er sei der Vorwarnposten, sagte er. Ein Polizist in zivil. Weiter hinten auf der Straße standen die Kollegen in Uniform und winkten die Delinquenten rechts ran. Unangeschnalltes Fahren: 30 Euro. Mit dem Handy am Steuer: 40 Euro. Ich plauderte mit dem Mann. Er war nett und informativ. Auf die Frage, ob häufiger Frauen oder Männer unangeschnallt fahren, zuckte er mit den Achseln. Und Telefonieren am Steuer mit dem Handy?»Das sind die Frauen«, lächelte er. Macht 70 Euro in die Chauvi-Kasse. Manfred Merz Anzeige im streifzug Unsere kompetenten Gesprächspartner freuen sich auf Ihren Anruf. Frau Esch, Telefon 06032/94224 Herr Junker, Telefon 06032/94225 Herr Drews, Telefon 06032/94226 Herr Panhans, Telefon 06032/94227 Herr Waechter, Telefon 06101/ / % 40% Wir haben reduziert! 20% 30% 30% 40% 40% 20% 20% 30% 30% 40% 20% 40% 20% Der führende Herrenausstatter in HINZEN HERRENMODEN Stresemannstr Tel /2795 Inhalt Die Nr. 1 für preiswerten Silberschmuck Goldschmuck Neu und aus zweiter Hand zu unglaublichen Preisen vergleichen Sie, dann sparen Sie Gold Ankauf Ankauf: Gold- & Silbermünzen der ganzen Welt Schmuck-Shop Bahnhofsallee 4 Telefon 06032/86662 SEITE REPORTAGE 4 6 Die Spürnase: Jürgen Scharfe bringt Licht ins Dunkel INTERVIEW 8 9 Der Schnüffler: Luuk ist ein kaltschnäuziger Ermittler VERANSTALTUNGEN IN DER REGION Termine in der Wetterau und Umgebung AM MAIN Termine in Frankfurt IN MITTELHESSEN 22 Termine im nahen Norden GASTRONOMIE AUS DER REGION 24 In der Uhrnstubb steht die Zeit auf Bio-Küche VINOTHEK 25 Der Sunnyboy aus Kalifornien KINOVORSCHAU Filmhighlights im Juni MEDIATHEK 28 Buch-, CD-, DVD- und Spiele-Tipp des Monats KULTUR UND FREIZEIT VON A BIS Z 29 Daten und weitere Infos auf einen Blick ROSENFEST 30 Rosenkönigin Henrike Duda stellt sich vor streifzug Monatliches Freizeitmagazin für die Wetterau IMPRESSUM Herausgeber: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft mbh Druck: Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Kassel Redaktion: Manfred Merz (verantwortlich), Wetterauer Zeitung, Parkstraße 16, Postfach 1723, Verlag: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft mbh Marburger Straße 20, Gießen (zugleich auch ladungsfähige Anschrift für alle im Impressum aufgeführten Verantwortlichen) Erscheinungsweise: Der Streifzug erscheint monatlich in der Wetterauer Zeitung sowie in über 200 ausgewählten, stark frequentierten Auslagenstellen. Auflage: Exemplare Anzeigenleitung: Wilfried Kämpf und Ulrich Brandt Anzeigenverkaufsleitung: Robert Borchert, Telefon 06032/942-21, Gültig ist der Anzeigentarif Nr. 3 vom 1. Januar 2012 Wetterauer Magazin Streifzug Titelbild: Foto: Nic Sofern Sie Artikel dieser Publikation in Ihren internen elektronischen Pressespiegel übernehmen wollen, erhalten Sie die erforderlichen Rechte unter oder unter Telefon , Presse-Monitor Deutschland GmbH & Co. KG. Streifzug, Mitteilung gemäß 5, Absatz 2 des Hessischen Pressegesetzes: An der Finanzierung des Verlages sind beteiligt: D. Obermann-Weller, Dr. Ch. Rempel, Dr. J. E. Rempel, Dr. M. Rempel, B. Sälzer. Ihr fairer Partner seit 1978 Trachten mit sportlichem Chic Blusen Röcke Jacken von Größe 36 bis 54 M. Steinnökel Kaiserstr. 108, Tel /2031 Friedberg 7/2012 streifzug 3

4 REPORTAGE Ohne Hut und Zigarette: Privatdetektiv Jürgen Scharfe am Schreibtisch. Fotos: hed Besser als der Ruf Ein dunkler Raum in einem heruntergekommenen Hinterhof. Durch die Jalousie dringt diffuses Licht. In den Regalen türmen sich Papiere, der Aschenbecher quillt über: So würde man sich das Büro von Privatdetektiv Jürgen Scharfe vorstellen. Stattdessen werden die Kunden in seinem Unternehmenssitz in Friedberg von der Empfangsdame auf die Couch vor das Aquarium gebeten, wo der Blick auf sauber aneinandergereihte Aktenordner fällt. Dann darf man eintreten. Jürgen Scharfe sitzt mit frisch gebügeltem Hemd in einem aufgeräumten, hellen Büro am Computer. Er raucht nicht, trinkt lieber Tee als Kaffee und hat auch keinen Hut auf, den er tief ins Gesicht ziehen könnte. Auch Trenchcoat und Pfeife wären in seinem Job eher kontraproduktiv. Es geht darum, nicht aufzufallen. Nicht alle Klischees sind falsch: Stundenlanges Observieren mit großen Ferngläsern gehört zum Berufsalltag. Gute Schnüffler schauen genau hin, merken sich Details, stellen die richtigen Fragen und haben einen»riecher«. Filmreif ist auch die Technik, die Privatdetektive nutzen. Neben teuren Fotoapparaten mit langen Teleobjektiven und Videokameras gibt es allerhand Mittel zur Spurensicherung. Geldscheine oder andere Dinge können mit fluoreszierenden Markierungen von Spezialstiften unterm Schwarzlicht leicht identifiziert werden. Es gibt GPS-Peilsender, die man unters Auto heften kann. Die Kameras sind mittlerweile klein genug, um sie im vermeintlichen Autoschlüssel zu verstecken, in USB-Sticks, in Aktentaschen. Auch eine Krawattenkamera befindet sich im Repertoire der Detektive.»Die haben wir aber lange nicht mehr eingesetzt«, lacht Scharfe. Es könnte an dem gewöhnungsbedürftigen Muster liegen. Die verführerische Blondine, die die Dienste des Privatdetektivs in Anspruch nehmen möchte, um ihren mutmaßlich untreuen Gatten observieren zu lassen, könnte es 4 streifzug 7/2012

5 REPORTAGE tatsächlich geben. In diesem Fall würde sich einer von Scharfes 40 Angestellten an die Fersen des Mannes heften, vor dessen Wohnung warten und versuchen, Beweisfotos mit ihm und seiner Affäre zu schießen.»die Frauen wissen es eigentlich, wollen aber den Beweis von uns haben. Sie wollen das Foto oder Video sehen, auf dem er mit einer Neuen Händchen hält«, sagt Scharfe. In solchen Fällen ist der Detektiv eher Trennungshelfer. Aber er könne auch Beziehungskitter sein, meint Scharfe.»Es gibt nicht wenige Frauen, die ihren Partner, bevor sie mit ihm zusammenziehen oder ihn heiraten, überprüfen wollen. Vor allem, wenn sie vermögend sind.«ob die Überwachung des Partners wirklich ein guter Start in die feste Beziehung ist, will der Friedberger nicht beurteilen.»es ist eine Dienstleistung«, meint er achselzuckend. Hat der Vater, der seiner Ex-Frau keinen Kindesunterhalt zahlt, möglicherweise doch einen Job, von dem das Amt nichts weiß? Oder lebt die geschiedene Frau Wie wird man Privatdetektiv? Da die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, darf sich jede Person Privatdetektiv nennen. Man muss lediglich ein Gewerbe anmelden. Seriöse Detekteien werden von Werkschutzmeistern (Meister für Schutz und Sicherheit) oder von Personen mit einer juristischen Ausbildung geführt und haben Fachkräfte für Schutz und Sicherheit (dreijährige Ausbildung mit IHK-Abschluss) als Führungskräfte eingesetzt. Auch sind sie in der Regel Mitglied in Berufsverbänden und der Industrie- und Handelskammer. Die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD), die TÜV-Akademie, die IHK und private Ausbildungsinstitute bieten Ausbildungen an, die in der Regel drei Jahre dauern. Die Azubis lernen dort kaufmännische Grundlagen, werden juristisch und psychologisch geschult. Auch bekommen sie Observationstechniken und den Umgang mit Kamera und Fotoapparat vermittelt. Die Detektei Scharfe ist befähigt, selbst Personen als Fachkraft für Schutz und Sicherheit mit dem Schwerpunkt Observation/Ermittlungsdienst auszubilden und stellt pro Lehrjahr fünf Auszubildende ein. Auch die Ausbildung zum Meister für Schutz und Sicherheit wird qualifizierten Mitarbeitern angeboten und durch die Firma finanziert. schon wieder in einer»eheähnlichen«beziehung, sodass sie keinen Anspruch mehr auf Unterhalt hat? Solche Fragen beantwortet Scharfe. Private Aufträge machen bei der Detektei aber nur knapp zehn Prozent der Fälle aus. Die meisten Anfragen kommen aus der Wirtschaft. Ist der Mitarbeiter, der sich krankgemeldet hat, wirklich ans Bett gefesselt? Wie verhält sich ein Angestellter im Außendienst? Wie ist die Adresse eines säumigen Schuldners? Die meisten Fälle könne man aufklären, meint Scharfe, nicht ohne Stolz. Man habe sich einen Ruf erarbeitet. Aus ganz Deutschland kamen schon Anfragen von großen Unternehmen an das Detektivbüro in der Wetterau. Wie die des Konzerns, dessen Mitarbeiter Informationen an die chinesische Konkurrenz verkauft hat.»das ging in die Millionen. Wir sollten das dokumentieren. Es war ein Fall wie aus dem Fernsehen«, erinnert sich der Firmenchef. Der observierte Mann habe sogar ein Double gehabt, um seine vermeintlichen Verfolger in die Irre zu führen. 15 Ermittler aber konnten dennoch fotografieren, wie sich der Mitarbeiter heimlich mit einer Delegation aus Fernost traf. Die Geschäftsführung kannte so den Namen der Konkurrenz und konnte sie mit Unterlassungsklagen überhäufen. Spezialisiert hat sich die Friedberger Detektei auf Diebstähle und Unterschlagungen. Wenn Mitarbeiter regelmäßig zugreifen, geht die Schadenssumme schnell in die Höhe.»Die Firmen wissen, dass es passiert, wo es passiert, aber nicht, wie es passiert. Da kommen wir ins Spiel.«Ein Detektiv wird dann ins Unternehmen eingeschleust, und als neuer Kollege, als BWL-Student, Praktikant oder Aushilfe vorgestellt.»legendenbildung«nennt das die Branche. Seine fiktive Vita muss sich der Detektiv vorher gut einprägen, damit er sich später nicht durch Ungereimtheiten verrät. In der Firma wird er dann versuchen, die Situation zu analysieren und das Vertrauen der Mitarbeiter zu erlagen, um die Diebe überführen zu können.»dann kommt es auch mal vor, dass man sechs Wochen lang in Nachtschichten die Regale auffüllen muss, bis man das Vertrauen der Kollegen genießt und nachvollziehen kann, wie die Täter arbeiten.«einfach mal ein paar Kameras aufhängen, ist nicht drin.»das dürfen wir gar nicht«, erklärt Scharfe. Es ist verboten, das Arbeitsverhalten der Angestellten, Toiletten, Dusch- und Umkleideräume sowie andere Bereiche, in denen in die persönliche Privatsphäre eingegriffen oder das Schamgefühl verletzt wird, zu überwachen. Daher muss der Detektiv genau wissen, wie der Die Krawattenkamera mit dem gewöhnungsbedürftigen Muster ist lange nicht mehr im Einsatz gewesen. Diebstahl vonstatten geht, bevor er dann eine Kamera an geeigneter Stelle anbringt.»uns geht es nur um die Straftat an sich. Ist die nicht zu sehen, wird das Band gelöscht«, betont Scharfe. Alle Beweise müssen gerichtsfest sein, erklärt er. Der beste Beweis sei dabei die Zeugenaussage.»Unsere Mitarbeiter geben dann eidesstattliche Versicherungen ab und würden auch als Zeugen vor Gericht erscheinen.«so weit kommt es in der Regel aber nicht:»die Firmen wollen keine Polizei, keinen Prozess vor dem Arbeitsgericht, sondern die Langfinger eigentlich nur loswerden.«hat man dokumentiert, dass Mitarbeiter teure Ware in ihrer Kleidung verstecken und damit das Lager oder das Geschäft verlassen, kann man sie damit konfrontieren. Liefern die Überführten gegenüber der Geschäftsführung ein schriftliches Geständnis ab, werde nicht selten auf den Strafantrag verzichtet.»wichtig ist aber, dass neutrale Zeugen bei dem Gespräch dabei sind, etwa ein Vertreter des Betriebsrats. Dann kann später keiner behaupten, wir hätten die Person unter Druck gesetzt.«manchmal liefern die Beschuldigten das Beweisfoto gleich selbst: wie der angeblich kranke Handwerker, der auf Facebook ein Foto postet, das ihn mit einer Bierflasche in der Hand beim Feiern zeigt. 7/2012 streifzug 5

6 REPORTAGE Mit der richtigen Ausrüstung lassen sich unsichtbare Markierungen auf Gegenstände auftragen, die nur unter Schwarzlicht erkennbar werden. Rechtlich abgesichert sein, ist mit das Wichtigste im Ermittlerdasein. Scharfe selbst hat Jura studiert und kennt sich als Werkschutzmeister aus im Paragrafendschungel. Hausfriedensbruch, Persönlichkeitsrechte, Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes: Die richtige juristische Einordnung von Situationen gehört zum Handwerkszeug eines Detektivs. Handys orten oder einfach in eine Wohnung eindringen, um dort eine Kamera anzubringen, ist nicht Leider konnten wir Scharfes Team bei der Arbeit nicht begleiten. Das wäre vielleicht auch ein bisschen zu auffällig gewesen, schließlich arbeiten die Detektive inkognito. Wir vom streifzug haben uns daher selber auf, nun ja, Verbrecherjagd begeben. Im Gegensatz zu Scharfe war uns jedoch kein Klischee zu platt. chh Unauffällig wie ein Schatten in der Nacht beobachtet der streifzug-detektiv die Machenschaften des Meisterdiebs. erlaubt. Aber Scharfes Mitarbeiter dürfen (wie übrigens alle Bürger) nach dem»jedermannsrecht«straftäter festnehmen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Bei Gegenwehr ist selbst der Einsatz körperlicher Gewalt und das Anlegen von Handschellen erlaubt.»die Verhältnismäßigkeit muss jedoch immer gegeben sein«, schränkt Scharfe ein. Ist er sich vor einem Einsatz nicht ganz sicher, ruft er einen Juristen an, um eine zweite Meinung einzuho- Der Gauner ist enttarnt. Ob ihm die Flucht gelingt? Nein, auf der Treppe stellt der Meisterdetektiv den Dieb. Die Moral von der Geschicht? Verbrechen lohnt sich nicht! Fotos: nic len.»auch unter Volljuristen sind manche Maßnahmen strittig. Bisher wurden aber alle Vorgehensweisen unserer Detektei als rechtlich korrekt eingestuft«, betont der Friedberger.»Das größte Problem meiner Branche ist der schlechte Ruf«, sagt Scharfe. Es gebe zu viele unseriöse Privatschnüffler. Detektiv nennen darf sich jeder. Unprofessionelle Ein-Mann-Betriebe, schlecht oder gar nicht ausgebildete Angestellte, überteuerte Preise für mäßige Arbeit sind das Ergebnis.»Bei vielen ist das Abzocke. Da wird dann jemand 24 Stunden am Tag über zwei Wochen observiert. Entsprechend hoch ist die Rechnung«, berichtet Scharfe. Seine Detektei verfolge die Maxime: Mit dem geringsten Aufwand den größten Erfolg herausholen. Um den eigenen Ruf nicht zu gefährden, lehnt er auch viele Aufträge ab.»es gibt viele Firmen, die auf Teufel komm raus jemanden loswerden wollen und uns bitten, doch mal belastendes Material zu besorgen.«kameras, die herausfinden sollen, welcher Mitarbeiter zu welcher Zeit aufs Klo geht, wie effizient er arbeitet, ob Angestellter X mit Angestellter Y ein Verhältnis hat, würde er nie installieren. Doch nicht nur unseriöse Ermittler würden dem Berufsstand schaden. Serien wie»lenßen und Partner«oder die»trovatos«bezeichnet Scharfe als»schande für meine Zunft«. In den (fiktiven) Fällen werden mal eben illegalerweise Wohnungen geöffnet, durchsucht und innerhalb von Sekunden Kameras an die Decke geklebt.»und die Leute kommen dann zu mir und wollen das auch.«hed Die Detektei Scharfe Die 1997 gegründete Detektei bei Bauernheim hat mittlerweile 40 Angestellte. Seit dem Jahr 2002 ist Jürgen Scharfe Meister und bildet jährlich fünf Auszubildende im dreijährigen Lehrberuf»Fachkraft für Schutz und Sicherheit«mit Schwerpunkt»Ermittlung und Observation«aus. Auch Sicherheitsanalysen und -beratungen, die Kaufhausüberwachung und Objektschutz gehören in die Ausbildung bei der Detektei Scharfe. Die Familie ist eingespannt: Jürgen Scharfes Frau hilft mit, sein Vater, Polizeihauptkommissar im Ruhestand, kann seinem Sohn noch hilfreiche Tipps geben, und sein Bruder macht gerade selber seinen Meister. Neben seinem Detektivbüro ist Scharfe auch kommunalpolitisch aktiv. Er ist Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Bauernheim und Stadtverordneter in Friedberg. 6 streifzug 7/2012

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8 INTERVIEW Der kaltschnäuzige Schnüffler Detektive mögen wahre Schnüffler sein, an den Spürsinn von Luuk kommen sie aber nicht heran. Der siebenjährige Holländische Herder ist einer von neun Polizeihunden, die die Wetterauer Ermittler bei ihrer Arbeit unterstützen. Wenn Luuk nicht gerade auf Verbrecherjagd ist, wohnt er bei seinem Herrchen, Polizeioberkommissar Krieger. Der streifzug hat die beiden in der Friedberger Polizeistation besucht. Luuk der Freund und Helfer. Herr Krieger, was kann Luuk, was andere Hunde nicht können? Polizeioberkommissar Krieger: Luuk ist vor allem in der Lage, flüchtige Täter zu stellen. Dafür benötigt er aber auch eine besondere Ausbildung. Wie sieht so eine Ausbildung aus? Dem Hund wird vor allem der Grundgehorsam beigebracht. Dazu gehören bei Fuß laufen und die Befehle Sitz, Platz und Steh. Außerdem lernt er das Kommando»Voraus«. Damit kann der Hund in verschiedene Richtungen geschickt werden. Er bekommt auch beigebracht, sich auf den Schultern tragen zu lassen. Am Ende müssen die Hunde zudem revieren können, also ein Versteck ablaufen und Scheintäter finden. Hat der Hund die Person gefunden, muss er sie anbellen. Flüchtet der Täter, muss der Hund ihn einholen und bannen, also mit den Augen in Schach halten. Außerdem lernt der Hund noch, durch Tunnel zu laufen und durch Fenster zu springen. Das klingt nach viel Arbeit. Wie lange dauert die Ausbildung? Zwölf Wochen. Aber damit ist die Ausbildung noch nicht beendet. Das heißt? Das ist wie bei einer Lehre beim Menschen. Hat man den Gesellenbrief, fängt das Sammeln von Erfahrungen ja erst an. Beim Hund ist das genauso. Er bekommt in der Ausbildung die theoretischen Kenntnisse vermittelt. In der Praxis wird das Erlernte dann erweitert, verfeinert und verbessert. Dafür gehen wir mit den Hunden auch alle 14 Tage auf den Hundeausbildungsplatz. Kann jeder Hund Polizeihund werden? Nein, es gibt einen Ankaufstest. Polizeihunde müssen schussgleichgültig sein, sie 8 streifzug 7/2012

9 INTERVIEW dürfen also keine Angst haben, wenn eine Waffe abgefeuert wird. Unsere Hunde müssen zudem auf allen möglichen Untergründen laufen können, zum Beispiel auf Parkett, Fliesen oder Gitterrosten. Außerdem wird getestet, ob der Hund beißt, sich nicht verjagen lässt und ob er stockgleichgültig ist, also nicht gleich wegrennt, wenn er einen Stock sieht. Wo werden die Hunde nach ihrer Ausbildung eingesetzt? Zum Beispiel bei Durchsuchungen und Schlägereien. Aber auch bei großen Festveranstaltungen. Gibt es einen besonders spektakulären Fall, den Luuk gelöst hat? Luuk hat mal einen Mann nach einer Fahrerflucht gefasst. Nach einem Unfall ist der Verursacher in ein Feld geflüchtet und hat sich dort unter zwei Meter großen Brennnesseln und Schilf versteckt. Luuk hat seine Spur verfolgt und ihn gefunden. Der Täter hatte sich komplett mit Schilf zugedeckt, sodass nur noch sein Gesicht zu sehen war. Es ist allein Luuk zu verdanken, dass wir den Täter gefunden haben. Wie hat Luuk das gemacht? Haben Sie ihm eine Socke des Flüchtigen gegeben, damit er ihn aufspüren kann? Nein, so läuft das nur bei Personenspürhunden ab, solch eine Ausbildung hat er nicht. Luuk ist neben Schutz- und Rauschgiftspürhund aber auch ausgebildeter Fährtenhund. Daher konnte er den Flüchtigen aufspüren. Wie funktioniert das? Bei der Fährtenarbeit ist die Bodenvernetzung ausschlaggebend. Der Rasen hat einen eigenen Geruch. Wenn jemand darüberläuft, werden zum Beispiel die Halme umgeknickt. Dadurch verändert sich der Geruch. Das sind Anhaltspunkte, denen der Hund nachgeht. Haben Sie Angst um Ihren Hund, wenn er im Einsatz ist? Selbstverständlich macht man sich Sorgen. Man will ja immer, dass es dem Hund gut geht, dass er gesund nach Hause kommt. Er ist jedoch speziell dafür ausgebildet, mich zu schützen. Also fühlen Sie sich sicherer, wenn Luuk an Ihrer Seite ist? Auf jeden Fall. Nehmen Sie zum Beispiel die Durchsuchung einer Lagerhalle. Wenn es da irgendwo in der Ecke raschelt, reagiert der Hund direkt. Ich weiß dann, da könnte was sein. Der Mensch könnte so etwas leicht überhören. Die Sinnesorgane des Hundes sind einfach besser. Wie schnell ist Luuk? In Kilometern pro Stunde kann ich das nicht sagen. Nur so viel: Einen Flüchtigen holt er auf jeden Fall ein. Sie haben gesagt, Luuk sei auch ein Rauschgiftspürhund. Wie lernt der Hund, Drogen zu entdecken? Durch eine weitere zwölfwöchige Ausbildung. Der Hund lernt dabei die Gerüche der Stoffe kennen, die er später suchen Luuk ist einer von neun Polizeihunden in der Wetterau. Neben Holländischen Herdern wie Luuk gibt es auch noch Malinois und Deutsche Schäferhunde. Sie werden zu Schutz- und Fährtenhunden sowie zu Leichen-, Rauschgiftund Sprengstoffspürhunden ausgebildet. Letztere wurden zum Beispiel gerade beim Hessentag eingesetzt. Die Polizei lässt sich ihre Vierbeiner einiges kosten: Bis zu 2000 Euro bezahlen sie für die Tiere. Nach rund zehn Jahren Dienst gehen sie in den wohlverdienten Ruhestand. soll. Das läuft spielerisch ab. Der Hund bekommt ein»spieli«, in dem sich die Geruchsstoffe befinden. Dadurch prägt er sich die Gerüche ein. Der Hund wird aber nicht süchtig gemacht. Vielmehr wird sein Spieltrieb ausgenutzt. Das Tier will einfach sein Spielzeug haben. Wo geht Luuk nach Feierabend hin? Luuk lebt bei mir zu Hause. Er ist voll in die Familie integriert. Da ist Luuk kein Polizeihund mehr, sondern ein ganz normaler Familienhund. chh Ein Tanz unter Kollegen: Polizeioberkommissar Krieger und Luuk. Fotos: chh 7/2012 streifzug 9

10 Veranstaltungen der Region SONNTAG 1 AUSSTELLUNGEN Rosensilber aufgetischt (bis 14. Oktober). Täglich außer Montag 10 bis 17 Uhr. Eintritt 4/erm. 3 Euro Rosenmuseum Steinfurth, Alte Schulstraße 1 Ruth Leibnitz zum Gedächtnis (bis 8. Juli). Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken aus verschiedenen Schaffensperioden. Täglich außer Montag 15 bis 18 Uhr Galerie Remise, Mittelstraße 23 Burgfestspiele seit 1987 (bis 4. September). Geschichte der Burgfestspiele. Mo. Sa bis 20 Uhr, So bis 18 Uhr Alte Mühle, Theatersaal»Hans Albers«Hans Schwab ist Hans Albers ein Tausendsassa mit Ecken und Kanten. Schwab kommt dem Original sehr nahe, kopiert Albers aber nicht nur, sondern erfüllt seine Rolle mit neuem Leben. Jazzpianist Dirk Raufeisen und seine Uferlos-Combo finden im Sound der Originalaufnahmen immer wieder Raum für jazzige Improvisationen. Und dazwischen fächert Ronka Nickel als suggestive Erzählerin ein reiches Leben auf Wasserburg Rosenwanderung Reizvollen Rosenduft erleben, Wanderung nach Steinfurth (ca. 10 km). Kosten 6/erm. 5 Euro zuzüglich Eintritt Rosenmuseum und Busfahrt Stadtmarketing, In den Kolonnaden 1 Besichtigung der Russischen Kirche Reinhardskirche, Reinhardstraße 14 Der Kurpark ein Streifzug zwischen Wollust und Wohlbefinden. Kosten 5/erm. 4 Euro Stadtmarketing, In den Kolonnaden 1 Kurschätze von Weltruhm. Kosten 7/erm. 6 Euro Friedberg»Die Friedberger Kaiserstraße«Führung durch die Sonderausstellung Wetterau-Museum, Haagstraße 16 Stadtführung durch die historischen Sehenswürdigkeiten einschließlich Stadtkirche, Judenbad und Adolfsturm. Kosten 5,50/erm 2,75 Euro inklusive aller Eintritte. Kinder bis 6 Jahre sind frei vor dem Wetterau-Museum, Haagstraße 16»Bald kommt der Zar, Hurrah, Hurrah!«Führung durch die Freilichtfotoausstellung, Teil 3. Eintritt frei Haupteingang des Burggartens gegenüber Adolfsturm Kurkonzert Eintritt 3 Euro/erm. Eintritt frei und Trinkkuranlage, bei Regenrisiko Nidda Sommerkonzert Mit dem Musikverein Ober-Mockstadt Unterer Kurpark, Außenbühne, Trinkkurhalle, Bad Salzhausen 1. Juli Der ironische Umgang mit dem Material Der Verein»kunstvoll«zeigt noch bis 8. Juli Werke von Andrew Greif und Thomas Kahl. Sehenswert ist Kahls Installation aus Brotschneidemaschinen sozusagen die dreidimensionale Antwort auf seine Brotbilder. Di. Fr. 14 bis 18 Uhr, Sa., So. und Feiertag 11 bis 18 Uhr Galerie Trinkkur, Ernst-Ludwig-Ring 1 Ausstellungen MÄRKTE/FESTE Nidda Bauernmarkt Kurallee, Bad Salzhausen 1. Bad Salzhäuser Künstlerfest Mehr als 40 Aussteller bieten zahlreiche Produkte von Schmuck über künstlerisches Kleinod, Malereien, Schnitzarbeiten und vieles mehr an Unterer Kurpark, Bad Salzhausen Büchermarkt Die Leseorgel Vom gesunden Leben (Gesundheit, Ernährung, Medizin) Kurstraße 7, Bad Salzhausen Oldtimer-Treffen Das mobile Freilichtmuseum Automobilgeschichte im exklusiven Ambiente mit passender Sonderausstellung zu den Fahrzeugen Kurhaus-Terrasse und Gelände Hotel Dolce, Elvis-Presley-Platz 1 Museumszugfahrt bis Münzenberg und zurück (jeden Sonntag im Monat). Kosten 12 Euro/erm. 7 Euro, vergünstigte Familienkarten. Infos unter Telefon 06032/ , und Bahnhof Nord MONTAG 2»Arsen und Spitzenhäubchen«Komödie von Joseph Kesselring. Zwei ältere Damen befördern frohgemut ein Dutzend Männer ins Jenseits, um diese von dem Leiden an der Einsamkeit zu befreien. Als Neffe Mortimer hinter ihr Geheimnis kommt und versucht, weiteres Unheil zu verhindern, wird die Verwirrung komplett Wassergymnastik Jeden Montag. Eintritt frei 9.00, und Therme am Park, Ludwigstraße 40 Tai-Chi Summer in the City Kostenlose Tai-Chi- und Qigong-Probestunden mit Gisa Anders. Täglich von Montag bis Freitag. Anmeldung unter Telefon 06032/ Südpark, Gradierbau 3, großes Wasserrad 10 streifzug 7/2012

11 VERANSTALTUNGEN IM JULI Tai-Chi Summer in the City Kostenlose Tai-Chi- und Qigong-Probestunden mit Gisa Anders. Anmeldung unter Telefon 06032/ Therme am Park, Ludwigstraße 40 3DIENSTAG»The Tiger Lillies«Führung durch die Russische Kirche in deutscher Sprache Reinhardskirche, Reinhardstraße 14 Nachtwächterrundgang Kosten 6/erm. 5 Euro Stadtmarketing, In den Kolonnaden 1 Nidda Botanische Führung Informations- und Entdeckungstour durch den Kurpark unter fachkundiger Leitung des Gärtners Martin Nagorr. Kosten 3 Euro Kur- und Touristik-Info, Bad Salzhausen Ein Walzertraum Sprudelhof, Badehaus 5 Wassergymnastik Jeden Dienstag. Eintritt frei 9.00 und Therme am Park, Ludwigstraße 40 Reichelsheim»Clubabend«Oldies-Club Wetterau e.v. mit der Band fortyfifty. Eintritt frei Zum Raabennest in Beienheim, Berliner Straße 59 4MITTWOCH»Hänsel und Gretel«Oper von Engelbert Humperdinck. Mit der Geschichte um Hänsel und Gretel aus der Märchensammlung der Gebrüder Grimm, setzen die Burgfestspiele die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Gesangsabteilung der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst fort. Ab 6 Jahren Wasserburg»Arsen und Spitzenhäubchen«(siehe auch 2. Juli) Berühmte Ouvertüren Altenstadt Ideencafé Möglichkeit zu geselligen Plausch. Bürgerstiftung Altenstadt Projekt Oase, Hanauer Straße 14 Wassergymnastik Jeden Mittwoch. Eintritt frei 9.00, 10.00, und Therme am Park, Ludwigstraße 40 5DONNERSTAG»Pappsatt«Musikalische-Kabarett-Naschereien mit Sabine Fischmann und Ali Neander. Vorverkauf 16/erm. 12 Euro, Abendkasse 19/erm. 16 Euro Sprudelhof, Badehaus 2 Sprudelhof Underground Kosten 15 Euro. Anmeldung erforderlich, ab 16 Jahre. Informationen unter Telefon 06032/ KINDER/FAMILIE»Monty Meerschwein mag nicht mehr allein sein«vorlesestunde für 3- bis 6-Jährige. Eintritt frei Stadtbücherei, Zanderstraße 3 Musik aus aller Welt Wassergymnastik Jeden Donnerstag. Eintritt frei 9.00 und Therme am Park, Ludwigstraße 40 6 FREITAG»Des Teufels General«Öffentliche Generalprobe. Hochdramatisch: General Harras erfolgreicher Flieger, Lebemann und Frauenheld im Räderwerk der Geschichte. Die Paraderolle für Curd Jürgens in der Verfilmung von Carl Zuckmayers brisantem Theaterstück. ABELER & SOHNE SEIT 1898 Edelstahlgehäuse, Lederband 5 bar wasserdicht, Saphirglas 389,- Made in Germany GOLDSCHMIEDE PURPER JUWELIER TRAURING-ATELIER STRESEMANNSTRASSE BAD NAUHEIM TEL Yoga im Kurpark Wiese am kleinen Teich 6. Juli bis 10. August; freitags Uhr Spenden zugunsten KIKS UP-familie.net erbeten Haus am Park Ludwigstraße 21 Fon 06032/ Stadtführung in Friedberg von aus startend. Hin- und Rückfahrt mit öffentlichem Busverkehr. Kosten 5,50/erm. 2,75 Euro zuzüglich Busfahrt Stadtmarketing, In den Kolonnaden Stadtmarketing in den Kolonnaden 1 Friedberg Kostümführung:»Wehe es fehlt der Badehut «2000 Jahre Badekultur. Die Geschichte der Hygiene und Badekultur mit dem Besuch von drei, jeweils für ihre Zeit typischen, Bädern. Kosten 5/erm 3 Euro inkl. aller Eintritte Eingang zur Burg (von der Kaiserstraße aus) Aus Film und Musical 7/2012 streifzug 11

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