Beratungsstelle für Technologiefolgen und Qualifizierung im Bildungswerk der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft im Lande Hessen e.v. Nr.

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1 BTQInfo Beratungsstelle für Technologiefolgen und Qualifizierung im Bildungswerk der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft im Lande Hessen e.v. Nr. 2/02 Rasterfahndung an der Supermarktkasse Kassiererinnen werden wie Terroristen behandelt / Datenschützer sind alarmiert Bis zu acht Milliarden Mark Verlust, so nahezu lückenlosen Überblick über das eine Studie aus dem Jahr 2000, macht Verhalten des Personals. der Handel jährlich wegen Diebstahls. Bis zu einem Viertel davon, sagen Experten, geht auf das Konto des Perso- Retail DataMining und kann (fast) alles: Es LORD Loss Prevention steht für Logware nals. Eine neue Software, auf der CeBIT deckt schnell Unregelmäßigkeiten an den dieses Jahr erstmals vorgestellt, verspricht jetzt Abhilfe, noch dazu für we- Gegenmaßnahmen zu treffen. Das vermin- Kassen auf und ermöglicht es, geeignete nig Geld. Doch Datenschützer warnen: dert Verluste und steigert Erträge nachhaltig, wirbt der Hersteller für sein Produkt. Die lückenlose Überwachung an der Kasse verstößt massiv gegen den Datenschutz, so Matthias Wilke von der Software mögliche Verlustquellen, indem Tatsächlich analysiert und lokalisiert die BTQ Kassel. sie sämtliche Transaktionen an der Kasse auf verdächtiges Verhalten hin überprüft. Das Zauberwort zur Verhinderung von Eine Methode, wie sie auch bei der Rasterfahndung nach Terroristen und Schlä- Inventurdifferenzen - also unerklärbaren Minderungen des Warenbestands im Einzelhandel - heißt Loss Prevention. Gar fern eingesetzt wird. göttliche Hilfe verspricht die auf der CeBIT Wer klaut am meisten? 2002 erstmals vorgestellte neue Software Wie es zu den hohen Verlusten im Einzelhandel kommt, ist nicht genau klar. Das LORD Loss Prevention. Das Programm verspricht den Nutzern nämlich einen Eurohandelsinstitut (EHI) (www.ehi.org) Liebe Leserin lieber Leser, was für potentielle Terroristen recht ist, sollte für die Beschäftigten an der Supermarktkasse billig sein. Doch weil sie weniger im Scheinwerferlicht stehen, kann man mehr mit ihnen machen, oder in diesem Falle: gegen sie. Auf der letzten CeBIT nämlich tauchten sogenannte Loss Prevention-Programme auf, die heimlich, still und leise eine Art Rasterfahndung im Supermarkt beginnen, wenn sie denn tatsächlich installiert werden. Im Visier der Fahnder ist das eigene Personal, das für milliardenhohe Verlust im Einzelhandel durch Betrug, Diebstahl oder Unterschlagung verantwortlich gemacht wird. Warum wir darin einen massiven Verstoß gegen den Datenschutz sehen, erfahren Sie in diesem Heft. Auch das zweite große Thema des Heftes befasst sich dem Datenschutz. quid, das Siegel für Qualität im Datenschutz, gibt es seit Anfang des Jahres. Es prüft Produkte, Dienstleistungen und ganze Arbeitsabläufe auf ihre datenschutzrechtliche Güte. Mehr dazu auf den letzten Seiten. Ihnen wünscht wie immer viel Spaß beim Lesen Ihre BTQ-INFO 2/02 - SEITE 1 jedenfalls macht vier Verursachergruppen dafür verantwortlich: Kunden verursachen demnach angeblich knapp die Hälfte der Schäden, das Personal fast ein Viertel. Der Rest geht auf das Konto von Lieferanten und Servicekräften sowie auf organisatorische Mängel. Um diese Verluste zu minimieren, hat der Einzelhandel in der Vergangenheit alle erdenklichen modernen Technologien entwickelt und eingesetzt - angefangen von der Einführung computergestützter Kassensystemen über Video- und Kameraüberwachung bis hin zu hochintelligenten Cashmanagementsystemen und Verkaufsrevision, elektronischen Sicherungsetiketten und In-Store-Sicherungssystemen. Bis zu einem gewissen Grad waren all diese Systeme erfolgreich, wenn es darum ging, Kunden vom Stehlen abzuhalten, auch wenn sie aufwendig und mit hohen Kosten verbunden sind. Unterschlagungen durch Mitarbeiter an den Kassen haben sie Inhalt 2/02 Fortsetzung auf Seite 2 2 Ausgeschlossen Was das Datenschutzgesetz zur Leistungs- und Verhaltenskontrolle sagt 3 Kassiererinnen sind keine Terroristen Interview mit dem Datenschützer Matthias Wllke, BTQ Kassel 4 Schläfer bei Aldi? Die Geschichte der Rasterfahndung Auf Schatzsuche im PC-Bergwerk Wie Loss Prevention mit Data Mining funktioniert 5 Jetzt sind wir quid! Mit dem neuen Gütesiegel kommt Licht in den betrieblichen Datenschutz 6 Mehr Wachheit und mehr Akzeptanz Interview mit Heinz Rösser, Datenschutzbeauftragter CCAG Datenschutz in der Praxis Platin, Gold oder Blech 7 Die nächsten Seminare 8 Datenschutz konkret Immer Ärger mit Netscape 6.2 sehen hören sprechen - Nach vorne denken Fachkongress für BR/PR aus Direktbanken Bier und Windeln quid! 2 beginnt am 1. Juli

2 Rasterfahndung... Fortsetzung von Seite 1 jedoch nicht ausreichend aufdecken können. Dazu mussten Unternehmen bis dato eigene Detektive oder Security Firmen einschalten. Der Nachteil: Das ist teuer, kostet viel Zeit und bringt oft nicht den gewünschten Erfolg. Suchraster an der Supermarktkasse Das könnte sich nun ändern. LORD Loss- Prevention erstellt für die Kassiererinnen und Kassierer sogenannte Kassier-Profile, die ungewöhnliches Verhalten aufdecken. Wird jemand nach diesem Raster auffällig, könnte er oder sie ein potentieller Betrüger oder Dieb sein - und verdient besondere Beobachtung. Genau so aber funktioniert Rasterfahndung (siehe Schläfer bei Aldi?, Seite 4). Konnten auch vorher schon alle Aktivitäten an den Arbeitsplätzen lückenlos erfasst, übermittelt und zentral gespeichert werden, so ist die Loss Prevention ein qualitativ großer Schritt nach vorn : Denn jetzt haben Unternehmen erstmals ein intelligentes Werkzeug zur Hand, das diese Datenmenge auch analysieren kann. Storniert eine Kassiererin zum Beispiel auffallend oft oder gibt sie, nachdem eine Kreditkarte automatisch gelesen wurde, anschließend deren Nummer mehrfach manuell ein, so ist dies nach LORD Loss Prevention bereits verdächtig. Auch das Öffnen der Kassenschublade ohne Verkauf nach einem Storno oder Leergutauszahlungen bzw. Leergutbuchungen, manuelle Preisüberschreibungen, Personaleinkäufe mit Rabattgewährungen, Retouren, Warenrücknahmen ohne Kassenbon, Nullbons, Bonstornos, Bonabbrüche und der gleichen mehr sind dubios. Kurz: Auf einen Blick wird nun deutlich, in welcher Filiale, welcher Kassierer oder welche Kassiererin auffällig vom normalen Verhalten abweicht. Das Ergebnis Analyse risikoreicher Vorgänge Aus der Werbung für LORD Loss Prevention Mit LORD Loss Prevention analysieren Sie unternehmensweit risikoreiche Vorgänge.... (Es) untersucht detailliert alle Transaktionen, bei denen Manipulationen möglich sind, z.b. Öffnung der Kassenschublade ohne Verkaufsvorgang. Auch Mitarbeiterkäufe, manuelle Eingaben und die Bezahlung mit elektronischen Zahlungsmitteln werden kontrolliert. Ebenso werden alle Handlungen der Kassenaufsicht, bei denen Differenzen in der Waren- und Geldwirtschaft entstehen können, auf fehlerhaftes Verhalten analysiert... Auf einen Blick wird deutlich, in welcher Filiale, welcher Kassierer oder welche Kassiererin auffällig vom normalen Verhalten abweicht. bedeutet zwar nicht zwangsläufig, dass notwendigerweise hinter jeder dieser Aktionen ein Betrug steht. Doch auf die Person an der Kasse, die deutlich mehr (oder weniger) als die durchschnittliche Anzahl dieser Aktivitäten ausführt, legt sich der Schatten des Verdachts... Ausgeschlossen! Was das Datenschutzgesetz zur Leistungs- und Verhaltenskontrolle sagt Der Gesetzgeber geht davon aus, dass die freie Entfaltung der Persönlichkeit unter anderem durch Technisierung, Rationalisierung und zunehmende Verarbeitung personenbezogener Daten in einem besonderen Maß gefährdet ist. Kontrolle von Menschen soll demnach nur durch Menschen, nicht aber durch Maschinen erfolgen. Dieses Prinzip dient der grundgesetzlich garantierten freien Entfaltung der Persönlichkeit. Gleichzeitig konkretisiert es den Grundsatz, die freie Entfaltung der Persönlichkeit der Beschäftigten im Betrieb zu schützen und zu fördern. Seit einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts von 1985 ist klar, dass alle computergestützten Systeme mitbe stimmungspflichtige technische Kontrolleinrichtungen im Sinne des 87 Abs.1 Nr. 6 BetrVG sind. Dabei ist es nicht entscheidend, ob eine Überwachung auch tatsächlich stattfindet, es genügt, dass sie möglich ist. Bislang haben Arbeitgeber immer wieder versucht, die Mitbestimmung der Betriebsräte mit dem Argument zu bestreiten, eine Leistungs- und Verhaltenskontrolle ist gar nicht beabsichtigt, sondern lediglich eine unerwünschte Nebenwirkung. Unerwünscht? Es ist also das Ziel des Mitbestimmungsverfahrens, eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber zu treffen, die die Möglichkeit zur Überwachung Einzelner technisch und organisatorisch ausschließt; denn Betriebsräte befürchten, wohl oft nicht ganz zu Unrecht, dass sich die Arbeitgeber diese unerwünschte Nebenwirkung gelegentlich zunutze machen und doch Kontrollauswertungen vornehmen. Mit anderen Worten: Computertechnologie darf nur dann betrieblich genutzt werden, wenn der Arbeitnehmerdatenschutz sicher gestellt und die Entfaltung der Persönlichkeit gewährleistet ist sowie Eingriffe in die Persönlichkeitssphäre der Beschäftigten nicht möglich sind. Eine Leistungs- und Verhaltenskontrolle, auch nur gelegentliche, wird in Betriebsvereinbarungen eigentlich immer ausgeschlossen. Bei Loss- Prevention ist die Leistungs- und Verhaltenskontrolle aber nicht mehr unerwünschte Nebenwirkung, sondern der eigentliche Sinn und Zweck! BTQ-INFO 2/02 - SEITE 2

3 Kassiererinnen sind keine Terroristen Interview mit dem Datenschützer Matthias Wilke von der BTQ Kassel Sie lehnen die neuen Programme zur Verlustminderung im Einzelhandel ab. Wollen Sie nichts gegen den Diebstahl an der Kasse tun? Damit keine Missverständnisse aufkommen: Selbstverständlich dürfen sich die Unternehmen gegen Diebstahl durch das Personal absichern. Aber dafür muss man nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen und die Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten missachten. Für Betriebsräte gibt es bei Loss Prevention keinen Verhandlungsspielraum. Ein unzulässiger Eingriff in die Persönlichkeitsrechte kann auch nicht durch eine Betriebsverein barung geheiligt werden. Was können die Handelsketten denn tun, um sich zu schützen? Schon jetzt können sich die Unternehmen wehren: Das Selbsthilferecht z.b. gibt dem Filialleiter oder dem Sicherheitsdienst das Recht, bei Straftaten des Personals die Eigentumsinteressen des Unternehmens zu wahren. Das geht so weit, dass sie auch das Recht zur vorläufigen Festnahme haben, wenn Beschäftigte auf frischer Tat beim Diebstahl ertappt werden und flüchten wollen. Außerdem sind Personen- und Taschenkontrollen am Personaleingang von Einzelhandelsgeschäften zur Aufdeckung und Abschreckung an der Tagesordnung. Ich bin nur gegen das völlig Überzogene an diesem Programm, gegen die Rasterfahndung an der Supermarktkasse. Die hat im Arbeitsleben nichts zu suchen. Sie sagen, Loss Prevention-Programme hebeln den Datenschutz aus. Wie? Das Bundesarbeitsgericht stellte bereits 1987 fest, dass es das Persönlichkeitsrecht eines Arbeitnehmers verletzt, wenn er einer lückenlosen Überwachung unterworfen ist. So ist beispielsweise eine akustische Überwachung der Arbeitnehmer durch Abhörgräte oder Tonbandaufnahmen immer unzulässig. Das gleiche gilt für das Abhören oder heimliche Mithören von Telefongesprächen oder für die Überwachung mit Videokameras. Mit anderen Worten, das dauerhafte screening des Kassierverhaltens mit Loss Prevention ist nach der herrschenden Rechtsprechung nicht möglich und stellt eine gravierende Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten dar. Nach dem Motto der gläserne Kassierer? Genau. Keine Aktion bleibt im Dunkeln, alles wird minutiös aufgelistet, ausgewertet und abgebildet. Das mag der Abschreckung dienen und Betrug aufdecken. Aber ganz nebenbei führen solche Programme auch zur einer verschärften Konkurrenz untereinander. Denn durch die Verhaltens- und Leistungskontrolle, die diese Programme möglich machen, kann der Filialleiter vergleichen: Wer hat die schnellste Arbeitsleistung an der Kasse, wer ist besonders langsam beim Kassieren, wer hat auffällig viele Stornierungen, etc. Auch die Konkurrenz der Filialleiter untereinander wird gefördert nach dem Motto: Wer hat die geringsten Kassendifferenzen, wer die flottesten Kassiererinnen/Kassierer in seinem Markt? Was ist daran schlecht? Die permanente, ununterbrochene Leistungs- und Verhaltenskontrolle, die diese Programme als zentrale Eigenschaft mit sich bringen, ist ein unzulässiger Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten. Das ist eine wirklich neue Dimension der Datenverarbeitung in der Arbeitswelt. Und genau das disqualifiziert Loss- Prevention für den betrieblichen Einsatz; denn Arbeitnehmern muss auch das Recht zugestanden werden, mal einen Fehler machen zu können, ohne dass dies gleich Konsequenzen nach sich zieht. Gibt es schon Handelsketten, die mit Loss Prevention arbeiten? Ich weiß dass vier Handelsketten bereits mit Loss Prevention arbeiten und einige Weitere den Einsatz vorbereiten. Die technische Infrastruktur dafür ist in den meisten Einzelhandelsketten bereits vorhanden, d.h. die Investitionen sind relativ niedrig. So betragen beispielsweise die Lizenzgebühren bei einem Einzelhandelsunternehmen mit ca. 400 Märkten etwa pro Monat. Unternehmen, die diese Systeme anwenden wollen, sprechen davon, dass sich die Investitionskosten bereits nach ein bis zwei Monaten amortisiert haben. Was stört Sie an Loss Prevention besonders? Mich stört, dass Kassiererinnen und Kassierer durch diese Loss Prevention Programme wie Terroristen behandelt werden. Schlimmer noch, denn einzelne Oberlandesgerichte haben forsche Strafermittlungsbehörden wie die in Hessen, Berlin oder Nordrhein-Westfalen mit ihren Urteilen zur Rasterfahndung ja gerade erst zurückgepfiffen. Sollten die Programme eingesetzt werden, verstößt dies aber in genau demselben Umfang gegen die Persönlichkeitsrechte der Menschen. Aus Sicht der Unternehmen mag es nur konsequent sein, bei Loss Prevention einzusteigen. Dennoch müssen auch im Supermarkt die gleichen Schutz-Kriterien gelten wie bei der Fahndung nach Terroristen. BTQ-Tipp Sie wollen ins Intranet? Wie BR/PR ihre eigene Homepage gestalten können ist das Thema des nächsten BTQ- Infos im Spätsommer. Zu einem verwandten Thema, nämlich der Kommunikation von BR/PR im eigenen Hause, der Darstellung ihrer Arbeit und vieles mehr, bietet die btq im Herbst auch ein Seminar an: 9. und 10. Oktober in Kassel. Details finden Sie auf der Seminarseite 7 in diesem Heft. BTQ-INFO 2/02 - SEITE 3

4 Schläfer bei Aldi? Die Geschichte der Rasterfahndung Seit dem 11. September 2001 hat der Begriff Rasterfahndung wieder Konjunktur. Darunter versteht man das computergestützte Durchsuchen von Datenbeständen nach bestimmten Merkmalen. Verglichen werden beispielsweise Daten aus den Einwohnermeldeämtern und dem Kraftfahrbundesamt sowie polizeiliche Daten, etwa Täterprofile und Tatverdächtige. Dazu können noch gezielte Eigenschaften von Verdächtigen kommen, Wohnen im Hochhaus, fehlende Anmeldung bei Energieunternehmen etc. Die Fahndungsmethode, Mitte der 60iger Jahre vom Bundeskriminalamt (BKA) entwickelt, dient bis heute vor allem der Terrorismusbekämpfung. So setzten die kriminalistischen Ermittler bei der Rasterfahndung in den 70er Jahren voraus, dass Terroristen nicht polizeilich gemeldet sind und ihre Stromrechnungen bar bezahlen. Besonders erfolgreich war diese Fahndungsmethode bei der Suche nach den Terroristen, die die Lufthansamaschine Landshut im Oktober 1977 gekapert und nach Mogadischu entführt hatten. Das BKA speicherte die Daten von Hotelmeldezetteln im Abflugsort Palma de Mallorca und verglich die Daten mit der PIOS- Terroristendatei. Drei der vier Täter konnten auf diese Weise identifiziert werden. Wegen datenschutzrechtlicher Bedenken wurde die Rasterfahndung beschränkt für den Fall, dass eine Straftat von erheblicher Bedeutung vorliegen muss. Der 11. September 2001 und die Schläfer Drei der mutmaßlichen Selbstmordattentäter auf die beiden Türme des World Trade Centers in New York lebten und studierten vor der Tat in Hamburg. Mit dem Abgleichsverfahren der Rasterfahndung werden seither bundesweit weitere un- auffällige und unverdächtige Menschen gesucht, die als potentielle Al-Qaeda- Kämpfer in Frage kämen. Diese Fahndungsmethode ist bei Datenschützern und Juristen umstritten. Mit drei Urteilen sind die monatelangen Rasterfahndungen nach sogenannten Schläfern in Berlin, Hessen und in Nordrhein-Westfalen für rechtswidrig erklärt worden. (Quelle: FR 12. April 2002) Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz (BfD), Joachim Jacob, hat deshalb die Sicherheitsbehörden gemahnt, mit personenbezogenen Daten noch sorgfältiger umzugehen. Die Fahndung müsse so präzise wie möglich beschrieben werden. Denn auch unter dem Eindruck eines so schrecklichen Ereignisses wie des Terrorangriffs auf die USA könne es keine Massensammlungen von Daten nach dem Motto der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen geben. Auf Schatzsuche im PC-Bergwerk Wie Loss Prevention mit Data Mining funktioniert Die auf der CeBIT vorgestellte Software zur Loss Prevention arbeitet im wesentlichen mittels Data Mining: Das heißt: So wie ein Mitarbeiter im Bergwerk nach verborgenen Schätzen sucht, so wühlt sich Data Mining durch den Informationsberg hindurch auf der Suche nach wertvollen Informationen. Zahlreiche Unternehmen haben große Datenbanken mit detaillierten Informationen über ihre Kunden und Interessenten. Neben der Adresse liegen soziodemo graphische Daten, Kaufinformationen, Potentialdaten sowie Kommunikationsdaten vor. Diese Informationen werden in der Regel genutzt, um direkt mit dem einzelnen Kunden zu kommunizieren. Mit Hilfe von Data Minig können aber auch Fragen untersucht werden, die für Loss Prevention wichtig sind, zum Beispiel: - Welchen Filialen verhalten sich auffällig? - Bei welchem Kassierprofil lohnt sich ein gezielte Überwachung (z. B. durch eine Detektei)? - Gibt es bestimmte kritische Tageszeiten (Mittagspause, Tagesende)? - Wo sind riskante Kassen (z.b. im Getränkemarkt oder bei der Leergutannahme) - Wann sind besonders kritische Jahreszeiten (Urlaub, Weihnachtsgeschäft)? - Gibt es riskantes Personal (Teilzeitbeschäftigte, Aushilfen, Alleinerziehende)? - Gibt es auffällige Altersgruppen bei den Beschäftigten? - Wie lassen sich Transaktionen, die einen bestimmten Betrag übersteigen, erklären? Das Resultat kann im dreidimensionalen Schaubild betrachtet werden, so dass BTQ-INFO 2/02 - SEITE 4 Unregelmäßigkeiten an der Kasse schnell zu erkennen und bis zum einzelnen Kassenarbeitsplatz zurückverfolgt werden können. Die europäische Datenschutzrichtlinie spricht grundsätzlich jeder Person das Recht zu, keine belastenden automatisierten Einzelentscheidung unterworfen zu sein (Art. 15). Nach Meinung der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder ist Data Mining jedoch ein Instrument, das für solche Entscheidungen herangezogen werden kann. Die Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder hebt ausdrücklich hervor, dass Data Mining-Verfahren nicht zum Einsatz kommen dürfen, wenn personenbezogenen Daten gespeichert und verarbeitet werden. Dies ist aber bei Loss-Prevention der Fall.

5 Jetzt sind wir quid! Mit dem neuen Gütesiegel kommt Licht in den betrieblichen Datenschutz Wer sich im betrieblichen Datenschutz schlau machen will, braucht Geduld und gute Freunde mit einem juristischen Staatsexamen. Denn der Paragraphendschungel ist undurchdringlich: Auf Bundes- und Europaebene gelten -zig Gesetze, Verordnungen und Richtlinien. Doch was genau in ihnen steht, bleibt selbst den meisten Experten verborgen. Zeit für quid! - das Gütesiegel für den Datenschutz, das jetzt auf den Markt gekommen ist. Der Datenschutz leidet vor allem auch darunter, dass seine technischen Details und gesetzlichen Regelungen selbst für Fachleute oft nur schwer zu verstehen sind. Doch diese Einschätzung Peter Weddes, des wissenschaftlichen Leiters von quid! aus dem Jahr 2000, ist nicht mehr ganz korrekt. Denn mit quid! können Unternehmen - so sie es denn wollen - in Zukunft beweisen, dass ihr Produkt oder ihre Dienstleistung den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte von Kunden und Beschäftigten ernst nimmt. Mit dem Gütesiegel wird transparent und vergleichbar, wie es Unternehmen mit dem Datenschutz halten, wie gut Dienstleistungen und Produkte, Arbeitsabläufe oder - bereiche den Erfordernissen des Datenschutzes angepasst sind. Zwei Jahre lang haben über 80 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft, aus staatlichen und privaten Organisationen, öffentlicher Verwaltung, Beratungsorganisationen sowie Verbänden und Gewerkschaften daran gearbeitet, die Qualitätsmaßstäbe für den betrieblichen Datenschutz festzulegen. Neun Unternehmen, darunter auch Coca Cola Erfrischungsgetränke in Berlin (siehe Interview mit Heinz Rösser, Seite 6) ließen sich in punkto Datenschutz durchchecken und lieferten so das Futter für das Forschungsprojekt quid. Aus diesen Praxistests haben sich fünf Gütemerkmale herauskristallisiert, die besonders ins Gewicht fallen, wenn es um die Bewertung des Datenschutzes geht: Kundenfreundlichkeit, Mitarbeiterfreundlichkeit, Transparenz, Rechtskonformität und Datenschutz-Qualitätsmanagement. Das Audit der quid- Experten Man kann sich als ganzes Unternehmen oder aber als Unternehmensbereich zertifizieren lassen. Gültig ist das Siegel zwei Jahre. Je nach Arbeitsauftrag und - umfang kommen vier bis sechs Auditoren für ca. eine Woche in den Betrieb, um Arbeitsplätze, -prozesse und -abläufe durchzuchecken. Das Ergebnis des Audits ist eine Ampel: Ob Rot, gelb oder grün - an der Farbe wird klar, wie es um den Datenschutz im Betrieb steht. Nach einem Jahr gibt es ein Überwachungsaudit, nach dem zweiten geht alles wieder von vorne los. Denn wer weiß? Das geprüfte Unternehmen könnte ja auf den Gedanken kommen, den Datenschutz wieder rückgängig zu machen quid! ahmt TCO nach - das Gütesiegel für strahlungsarme Monitore quid! ist den Schweden abgeluxt: Auf Initiative der Gewerkschaften des Landes ist vor Jahren das TCO-Siegel entwickelt worden - der Nachweis für strahlungsarme Bildschirme. In Europa werden Monitore ohne diesen Güteausweis praktisch nicht mehr verkauft. BTQ-INFO 2/02 - SEITE 5 - und hätte dann aber trotzdem für immer das Zeichen auf dem Briefkopf... Zu Risiken und Nebenwirkungen... quid! ist der Versuch, ähnlich wie bei den Arzneimitteln auf Risiken und Nebenwirkungen hinzuweisen, die mit dem Gebrauch bestimmter Software in bezug auf spezielle oder generelle Aspekte des Datenschutzes verbunden sind. Was bringt quid! den BR/PR? Ihnen bringt das Siegel vor allem die Sicherheit, dass Experten mit dem nötigen Fachwissen den betrieblichen Datenschutz analysiert und auf Fehler und Lücken beim Schutz der Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten hingewiesen haben. Und dass der Wust von Vorschriften, der sich zum Datenschutz inzwischen angesammelt hat, durchforstet und gelichtet wird. Von Fachleuten, die wissen, wovon sie reden, und die neutral sind, weder arbeitgeberlastig noch sonst wie vorbelastet....den Kunden? Der Kunde oder Verbraucher erfährt, ob die Firma den Datenschutz ernst nimmt - und kann seine Entscheidung, hier zu kaufen oder auch nicht, entsprechend fällen....den Geschäftsführungen von Unternehmen? Mehr und mehr Kunden wünschen zu wissen, was mit ihren Daten geschieht. Dies offen legen zu können, die Prozesse durchsichtig zu machen, kann ein wichtiges Plus in der Beziehung zum Kunden werden. Außerdem liefert ein quid!-check Anhaltspunkte dafür, wie es um die Datensicherheit im Unternehmen bestellt ist. Fortsetzung auf Seite 6

6 Mehr Wachheit und mehr Akzeptanz Interview mit Heinz Rösser, dem Datenschutzbeauftragten der CCE AG Heinz Rösser, 59, ist Datenschutzbeauftragter bei der Coca Cola Erfrischungsgetränke AG (CCE AG) in Berlin. Vorher jahrelang als Leiter IT bei dem Unternehmen beschäftigt, hat er seit 1999 die Verantwortung für den Datenschutz übernommen. Er war einer der über 80 Experten, die daran mitgewirkt haben, im Rahmen von quid! Maßstäbe für einen effektiven Datenschutz zu erarbeiten. btqinfo sprach mit ihm über die ersten Erfahrungen mit quid! Warum ist der Datenschutz Ihr Thema geworden? Jedenfalls nicht nach dem Motto: Einer muss es ja machen. Für mich war entscheidend, dass der Datenschutz sowohl für die Mitarbeiter und Kunden und damit auch fürs Unternehmen immer wichtiger werden wird. Es ist etwas anderes, über Datenschutz zu reden oder in entsprechende Schulungen zu gehen, als sich in der Praxis über die Schulter schauen zu lassen. Warum haben Sie sich für das quid!- Projekt interessiert? Dafür gab es verschiedene Gründe. Zum einen war klar, dass das neue Bundesdatenschutzgesetz eine Auditierung empfehlen würde - inzwischen ein Fakt - auch wenn die genauen Ausführungsbestimmungen noch fehlen. Zum anderen war es für mich ein guter Einstieg ins Thema, da ich damals gerade die Aufgabe des Datenschutzbeauftragten übernommen hatte - und zugleich ein persönlicher Ansporn herauszufinden, wo die CCE AG in Sachen Datenschutz steht. Mir war wichtig, dass im Unternehmen die Rahmenbedingungen für einen guten Datenschutz existieren. Was hat Ihre Teilnahme an quid! für das Unternehmen bedeutet? Die Mitarbeiter sind seit quid! stärker für den Datenschutz sensibilisiert. Es ist nämlich etwas anderes, über Datenschutz zu reden oder in entsprechende Schulungen zu gehen, als sich in der Praxis über die Schulter schauen zu lassen. Das quid! Team war vor Ort; dadurch erleben die Mitarbeiter den Datenschutz hautnah. Aus Arbeitnehmersicht ist ein guter Datenschutz sofort einleuchtend, aber was hat die Geschäftsführung bewogen, sich an der Probe-Zertifizierung zu beteiligen? Für den Vorstand stand neben der Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen zum Datenschutz besonders die Datensicherheit im Vordergrund. Wir kommunizieren ja mehr und mehr auf elektronischem Wege miteinander, sind intern von der Verfügbarkeit unserer Systeme abhängig. Daher wird vor allem die Sicherheit der Daten immer wichtiger. Außerdem wissen wir, was unsere Kunden wünschen; auch, dass wir mit ihren Daten sorgfältig umgehen. Bringt der CCE AG das Gütesiegel tatsächlich wirtschaftlich etwas ein? Werden mehr Kunden Coca- Cola kaufen, wenn das quid!-siegel darauf steht? Unsere direkten Kunden sind ja nicht die Endverbraucher, sondern die Gaststätten, Betriebe, Großhandelsketten um nur einige Beispiele zu nennen. Die Kunden sind daran interessiert zu erfahren, was mit ihren Daten geschieht. So haben wir ihnen z.b. offengelegt, wie wir unsere Kundendaten intern weitergeben und darüber informiert, dass wir extern fakturieren lassen. In der Rückschau betrachtet: Was hat quid! gebracht? Ich gebe zu: Der Datenschutz ist immer noch kein Thema, um das man sich reißt. Ich muss bei den Mitarbeitern dafür immer wieder Begeisterung wecken. Aber das Bewusstsein für die Bedeutung des Datenschutzes ist gewachsen, es gibt jetzt mehr Wachheit und mehr Akzeptanz dafür. Der Datenschutz verkauft kurzfristig gesehen keine Kiste Coca-Cola mehr, bringt aber für unser Unternehmen mehr Sicherheit im Umgang mit Daten und Systemen, was am Ende für unser Geschäft mit entscheidend ist. Dabei kann quid! helfen und deshalb steht auch der Vorstand dahinter. Datenschutz in der Praxis Platin, Gold oder Blech Der Datenschutz ist trotz der gigantischen Informationsautobahnen im Internet und Intranet nach wie vor kaum ein öffentliches Thema, beklagt Peter Wedde, der wissenschaftliche Leiter von quid!. Dabei sollte es das sein, wie folgendes Beispiel nahelegt. Quasi alltäglich ist es, wie Call Center mit den Daten von Kunden umgehen. Je nachdem, wie nervend oder attraktiv Kunden sind, werden sie in bestimmte Kategorien eingeteilt - etwa Platin, Gold oder Blech - und bekommen dann den entsprechenden Service: Entweder vom feinsten oder aber eher schnoddrig. Und t-online, unser aller Freund, macht es auch hier vor: So wird bei der Servicenummer schon nach wenigen Malen gefragt, ob man denn schon wieder ein Problem habe... *Quelle: (Arbeitnehmer)-Datenschutz zertifiziert!?, computer fachwissen 8/ Jetzt sind wir quid!... Fortsetzung von Seite 5 Das Auditierungs-Verfahren Auditierung, Beratung und Vorbereitung für das Audit werden strikt getrennt. Denn nur so ist die Unabhängigkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. Das heißt: Ein quid!-auditor muss nachweisen, dass er zuvor drei Jahre lang nicht in dem Unternehmen gearbeitet hat, das er auditieren soll. Damit quid Auditoren immer auf dem letzten Stand sind, müssen sie sich regelmäßig weiterbilden. Auditoren werden beim TÜV IT zugelassen. Innerhalb von drei Jahren mindestens zwei Audits nachweisen, um die Erlaubnis zu behalten. Mit dem Kooperationspartner der quid! GmbH, der TÜV Informationstechnik (TÜViT) GmbH, garantiert eine neutrale Zertifizierungsstelle die gleichbleibende Qualität des neuen Datenschutzaudits. BTQ-INFO 2/02 - SEITE 6

7 Die nächsten Seminare... Das Bundesdatenschutzgesetz und der Arbeitnehmerdaten schutz August 2002 Zum Steinernen Schweinchen,Kassel Unterkunft/Verpflegung: 145 Betriebliche Mitarbeiterbefragung professionell gestalten 27. August 2002 ver.di-haus Frankfurt a.m. Zielvereinbarungen als Basis einer variablen Entgeltgestaltung September 2002 Zum Steinernen Schweinchen, Kassel Seminargebühr: 495 Unterkunft/Verpflegung: 250 Internet und Arbeitsrecht 3. September 2002 Darf der Arbeitgeber alles kontrollieren? 4. September 2002 Die Videokamera am Arbeitsplatz September 2002 Ramada - Treff Plaza, Kassel Unterkunft/Verpflegung: 174,50 Grenzüberschreitender Datenverkehr und Datenschutz 11. September 2002 Betriebs- / Dienstvereinbarung zu Internet- -Firewall 17. September 2002 Professionelle Arbeitsplanung für den Betriebsrat/Personalrat September 2002 City Hotel Kassel Seminargebühr: 365 Unterkunft/Verpflegung: 145 Arbeitszeitmodelle und Arbeitszeitgestaltung im Einzelhandel September 2002 ver.di - Bildungszentrum Galdenbach Unterkunft/Verpflegung: 112 Telearbeit - wie aus Frauen Männer wurden September 2002 Zum Steinernen Schweinchen, Kassel Unterkunft/Verpflegung: 145 Der EDV-Abteilung über die Schulter geschaut September 2002 Zum Steinernen Schweinchen, Kassel Seminargebühr: 435 Unterkunft/Verpflegung: 250 Was dürfen Betriebs- und Personalräte kontrollieren? 30.September - 1. Oktober 2002 Ramada - Treff Plaza, Kassel Unterkunft/Verpflegung: 174,50 Dem Datenmissbrauch auf der Spur - Intrusion Detection (IDS) 08. Oktober 2002 Öffentlichkeitsarbeit für Betriebs- und Personalräte Oktober 2002 Ramada - Treff Plaza, Kassel Seminargebühr: 365 Unterkunft/Verpflegung: 179,50 Computersysteme im Einzelhandel - Loss Prevention November 2002 Ramada - Treff Plaza, Kassel Unterkunft/Verpflegung: 174,50 Leistungs- und erfolgsorientierte Vergütung November 2002 City Hotel, Kassel Seminargebühr: 435 Unterkunft/Verpflegung: 245 Ganz im Vertrauen - Chancen und Risiken der Vertrauensarbeitszeit 10. September 2002 ver.di-haus Frankfurt a.m. Die detaillierten Seminarausschreibungen können Sie auf unserer Homepage einsehen. Dort haben Sie auch die Möglichkeit, sich online anzumelden. Anfordern können Sie die Ausschreibungen auch direkt bei der BTQ Kassel: Tel , Fax Wichtiger Hinweis: Unsere Seminare sind Schulungsveranstaltungen im Sinne des 37 Abs. 6 BetrVG bzw. der entsprechenden Paragraphen in den Personalvertretungsgesetzen. Der Arbeitgeber muß Sie daher grundsätzlich nach Beschlußfassung im Betriebs- und Personalrat von Ihrer beruflichen Tätigkeit unter Fortzahlung der Bezüge freistellen und, da erforderliche Kenntnisse im Sinne dieser Paragraphen vermittelt werden, die Kosten der Maßnahme tragen. Bitte beachten Sie die Besonderheiten des BPersVG. Bei weiteren Fragen rufen Sie uns bitte an. Übrigens: die Teilnahme ist auch unabhängig von einer Gewerkschaftszugehörigkeit möglich. Anmeldungen bitte direkt an die BTQ Kassel, Akazienweg 22, Kassel, Tel ,Fax BTQ-INFO 2/02 - SEITE 7

8 Nach vorne denken Fachkongress für Betriebs- und Personalräte aus Direktbanken, Direktversicherungen und Servicegesellschaften Hören Sehen Sprechen - Nach vorne denken - unter diesem Motto veranstaltet fidi.direct in ver.di vom November 2002 den zweiten Kongress für Direktvertriebe der Finanzdienste. Thema ist die Beschäftigungssicherung - bei guter Geschäftslage wie in Krisenzeiten. Die TeilnehmerInnen werden intensiv über Entwicklungen bei Technik und Arbeit, über Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen und über Qualifizierung diskutieren und einen Blick in die Zukunft der Arbeit riskieren. Weitere Information und Anmeldung bei der BTQ Kassel, Akazienweg 22, Kassel, Tel , Fax quid! 2 beginnt am 1. Juli... und ist eine Anwendungsstudie, bei der 96 Unternehmen sich auf ihren Datenschutz durchleuchten lassen können. Wer mitmacht, erhält dafür einen beträchtlichen Kostenzuschuss. Projektbeginn ist der 1. Juli Nähere Informationen: quid! GmbH, Karl- Heinz Brandl (Tel. 069/ , oder TÜViT GmbH, Antonius Sommer (Tel. 0201/ , Zu spät geliefert: tschuldigung Das letzte BTQ-Info kam für einige unserer Leserinnen und Leser zu spät: Für ein Fachgespräch, das zum Zeitpunkt unserer späten Auslieferung bereits stattgefunden hatte; und zu spät für einige Seminare, die nach dem normalen Prozedere für BRs/PRs bereits nicht mehr buchbar waren. Das tut uns leid. Wir geloben Besserung. Bier und Windeln Data Mining wird seit langem im Marketing eingesetzt. Dabei hat man, einer populären Anekdote zufolge, in den USA herausgefunden, dass Bier und Windeln auffällig oft zusammen gekauft werden. Eine mögliche Erklärung ist, dass die von ihren Ehefrauen beauftragten Ehemänner beim Gang in den Supermarkt noch eben schnell für flüssige Vorräte sorgen... Datenschutz konkret Immer Ärger mit Netscape 6.2 Nach einem Bericht des Internetmagazins Newsbytes (das zur Washington Post gehört) soll der Internetbrowser Netscape 6.2 Daten an einen AOL-Server übertragen, ohne dass die Betreffenden davon wissen. Benutzt man die integrierte Suchfunktion, übermittelt Netscape 6.2 u.a. die aktuelle IP-Adresse des Users zusammen mit einem eingegebenen Suchbegriff, der Identifikationsnummer und dem Installationsdatum. Will ein User das verhindern, muss er entweder die Adresse sofort in das URL-Feld eingeben, oder aber auf die Suchfunktion bei Netscape verzichten und eine andere Suchmaschine benutzen. Die Erklärung von Netscape: Man wolle feststellen, wie oft die eigene Suchmaschine genutzt werde. Dann wird automatisch eine IP-Adresse (die einen PC genau identifizieren lässt) an die USA weitervermittelt, damit ist man dann jederzeit identifizierbar. Menschen, die lieber keine Spuren im Netz hinterlassen wollen, mögen so etwas gar nicht... Beratungsstelle für Technologiefolgen und Qualifizierung im Bildungswerk der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft im Lande Hessen e.v. BTQ Kassel HESSEN BW BTQ Akazienweg 22, Kassel Tel: 0561/776004, Fax: 0561/ Web: V.i.S.d.P.: Regine Franz, Kassel Gefördert vom Europäischen Sozialfonds und dem Land Hessen BTQ-INFO 2/02 - SEITE 8

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