Betriebliches Gesundheitsmanagement und Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

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1 FB Frauen- und Gleichstellungspolitik Tagung Gute Arbeit aus der Gleichstellungs- und Geschlechterperspektive Betriebliches Gesundheitsmanagement und Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

2 Fragestellungen 1. Warum muss ein betriebliches Gesundheitsmanagement, stärker als bisher, auf die psychischen Belastungen ausgerichtet werden. 2. Warum muss in ein modernes betriebliches Gesundheitsmanagement die Vereinbarkeit von Beruf und Familie integriert werden? 3. Wie können diese Änderungen erreicht werden? 2

3 Betriebliches Gesundheitsmanagement Ausrichtung des Gesundheitsmanagement auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit Vorsorge statt Nachsorge bei der Verhältnis- und Verhaltensprävention notwendig Luxemburger Deklaration: : Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Dies kann durch eine Verknüpfung folgender Ansätze erreicht werden: Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung Stärkung persönlicher Kompetenzen. 3

4 Ausrichtung auf psychische Belastungen die Diagnose für 25 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage lautet psychische Störungen 70 Prozent der Aktivitäten dienen der Reduzierung der körperlichen Belastungen Stressmanagement zu dem neben Konflikt- und Zeitmanagement auch der Umgang mit psychosozialen Belastungen gehört, lag mit 30 Prozent erst an 4. Stelle nur in 12 Prozent der Fälle waren die Maßnahmen auf Frauen ausgerichtet Quelle: Präventionsbericht 2007 der GKV (Berichtsjahr 2006) 4

5 Gesundheitsmanagement und Vereinbarkeit Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung kaum beachtet Entgrenzung von Arbeit und Privatleben nimmt zu Frauen tragen noch immer Hauptlast der Familienarbeit Gesundheit wird von den Bedingungen im Berufs- und Privatleben beeinflusst Betriebliche Gesundheitsförderung darf den Blick nicht nur auf den Betrieb richten 5

6 6

7 Vorteile der Projektarbeit Gemeinsam mit externen Fachleuten, Betriebsräten und den Betroffenen werden Lösungen konkreter Probleme angegangen. Möglichkeit der Einbeziehung lokaler Gegebenheiten wie auch tatsächlicher familiärer und betrieblicher Situationen. Erarbeitung passgenauer individueller Lösungsansätze, die den Bedürfnissen der Beschäftigten und der Unternehmen entsprechen und damit eine win-win-situation für alle schaffen. Eine starke Beteiligungsorientierung durch die Einbeziehung der betroffenen Beschäftigten. Neben einer starken Mitgliederorientierung kann sich die IG Metall mit einem erweiterten Profil positiv darstellen. 7

8 Projekt Vereinbarkeit von Beruf und Familie als ein integraler Bestandteil eines modernen, betrieblichen Gesundheitsmanagement Projektträger: IG Metall Vorstand, Funktionsbereich Frauen- und Gleichstellungspolitik Projektbearbeitung: Wert.Arbeit GmbH gefördert durch die BGAG-Stiftung Walter Hesselbach 8

9 Projektangebot richtete sich Betriebe der Metall- und Elektroindustrie, der Textilwirtschaft sowie der Holz- und Kunststoffindustrie und umfasste: das bestehende betriebliche Gesundheitsmanagement oder Planungen zur Entwicklung von Maßnahmen für ein betriebliches Gesundheitsmanagement, erweitert um die Work-Life-Balance-Dimension zum anderen an MultiplikatorInnen im betrieblichen Umfeld» mit Handreichung für betriebliche PraktikerInnen, die aus den Ergebnissen und Erfahrungen der Arbeit in den Beispielbetrieben sowie weiteren Recherchen erstellt worden ist 9

10 Projektbearbeitung Im einzelnen fanden Beratungen in 5 Unternehmen statt: Einem mittelständischen Unternehmen der Textil- und Bekleidungsbranche im Münsterland Einem Hersteller elastischer Textilien in Rheinland-Pfalz Einem mittelständischem Unternehmen der Informationstechnologien und Bei einem großen mittelständischen Mobilfunkanbieter. 10

11 Instrumente zu Gesundheitsförderung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie 1. Akteure/Beteiligte: Wer diskutiert und plant das mögliche Vorgehen? Ist die Situation von Beschäftigten mit Betreuungspflichten bei diesen Akteuren Thema? Sind Eltern und Pflegende in den Gesundheitszirkeln o.ä. vertreten? 2. Analysen: Wie sieht es bei den Beschäftigten aus? Was sagen sie selbst? Ist in der Erhebung die Abfrage der Situation von Beschäftigten mit Betreuungspflichten enthalten? 3. Umsetzung: Welche Maßnahmen werden vereinbart? Sind in die vereinbarten Maßnahmen auch diejenigen Bedürfnisse eingeflossen, die die Analysen zum Vorschein gebracht haben? Werden in den Maßnahmen die Zeitbudgets der Eltern und der Mitarbeiter/innen mit pflegebed. Angehörigen berücksichtigt? 4. Ergebnissicherung: Wie wird die Umsetzung kontrolliert? Gibt es eine Auswertung nach dem Merkmal Betreuungspflichten? 11

12 Und wie weiter.. Thematisierung in weiteren Projekten. Beispielsweise wird in laufende Projekt des IG Metall Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie das Thema Gesundheitsförderung integriert. Veröffentlichung von Erfahrungen und Ergebnissen in einer digitalen Toolbox für Betriebsräte 12

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