NEWSLETTER 2. Quartal 2010

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1 Das 2. Quartal neigt sich dem Ende und während in Südafrika die Fußball WM ihrem Höhepunkt entgegenfiebert, berichten viele unserer Mitglieder von einem positiven Geschäftsverlauf. Der DVTI konnte auf europäischer Ebene weiter die Interessen des DVTI vertreten und wir sind auch auf dieser Ebene weiter nach vorne gekommen. Am waren die Mitglieder der EFTCO zahlreich zu einem weiteren Arbeitstreffen in Hamburg vertreten. Hier konnten die Themen Reinigung von Lebensmittel, Änderung des SQAS Fragenkatalog, ein verbesserter Schutz gegen Fälschung, sowie eine vereinfachte Überprüfung des ECD und die Thematik der Sonderanforderungen für Siloreinigungen weiter erarbeitet werden. Die Kooperation mit der BG-Verkehr hat messbare Ergebnisse gebracht und der DVTI konnte die BG-Verkehr für einen Gastbeitrag gewinnen. Dieser Gastbeitrag begleitet in diesem Newsletter den veröffentlichten Flyer einer Checkliste zum Einstieg in Silo- Tankauflieger und Container im Rahmen von Reinigungs- und Wartungsarbeiten. Dieser Flyer wurde durch die BG-Verkehr mit der fachlichen Unterstützung vom DVTI durch K.J. Schürmann erarbeitet. Diese Inhalte werden auch Thema unserer geplanten Seminare nach der Sommerpause sein. Der DVTI hat eine Kooperationsvereinbarung mit dem Verlag Heinrich Vogel (Springer Fachmedien) geschlossen, welcher vielen durch die Veröffentlichung der Zeitschrift Gefahr/gut bekannt sein dürfte. Wir erwarten aus dieser Kooperation eine Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung bei den Layouts zukünftiger Veröffentlichungen. Wir wünschen allen eine schöne Ferienzeit und würden uns über ein Feedback unserer Arbeit sehr freuen. Lutz Harder im Juni 2010 Seite 1

2 Bericht vom EFTCO-Board Meeting in Hamburg am 10. Juni 2010 Am haben sich die Mitglieder der EFTCO in Hamburg getroffen und neben der formellen Beschlüssen nachfolgende Themen weiter erarbeitet. a) Reinigungsdokument ECD Es wurde ein Vorschlag erarbeitet, das ECD mit besseren Sicherungsmerkmalen auszurüsten um eine Fälschung dieses Dokuments zu erschweren. Bei den Sicherungsfunktionen handelt es sich um: eingebauten Mikrotext Kennzeichnung durch UV-Licht kopierbare Wasserzeichen. Desweiteren sollen die unterschiedlichen Layouts in Europa zu einem Dokument angeglichen werden. Zeitgleich wird der Druck in Europa zentralisiert und der Auftrag europaweit ausgeschrieben. In 2011 sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein und ein neues Dokument vorgestellt werden. b) Checkliste und gesonderte Anforderungen für die Reinigung von Silos. Eine Arbeitsgruppe unter Führung der EFTCO bestehend aus Verladern, Spediteuren, und Reinigungsanlagen erarbeitet die Integration der besonderen Anforderungen in das System der ECD-Codes. Ziel ist es, sämtliche Anforderungen durch Darstellung neuer ECD-Codes abbilden zu können, um das ECD als einziges Reinigungsdokument zu etablieren und keine weiteren zusätzlichen individuellen Checklisten zu benötigen. Diese Arbeitsgruppe hat einen 1. Vorschlag neuer Codes für das ECD gemacht, welche nach erfolgter Diskussion jetzt teilweise überarbeitet werden müssen. Hier wurde darauf verwiesen, das hierzu kurzfristig eine Weisung der EFTCO an die Mitglieder erfolgen muss. Seite 2

3 c) Reinigung von Lebensmittel Zur Integration der Reinigung von Lebensmittel in die Audit-Systeme zur Erstellung von ECDs, wurde ein 1. Vorschlag der Fragen für dieses Audit vorgestellt. Es handelt sich hierbei nicht um eine Integration des SQAS-Audits, aber um eine Ergänzung. Die Ergebnisse dieser Audits sollen von der EFTCO verwaltet werden und Basis für die Erstellung von ECDs für die Reinigung von Lebensmittel sein. Seite 3

4 ecd - elektronische Auftragsabwicklung - ein weiterer Statusbericht Erfreulicherweise sind erste Bewegungen bei der Nutzung der elektronischen Auftragsabwicklung festzustellen und der DVTI erhält regelmäßig Anfragen von potentiellen Nutzern. Auch auf europäischer Ebene findet das ecd größte Beachtung. Der Link zur Eingabe der Reinigungsaufträge ist jetzt auch auf der Webseite des DVTI verfügbar. Nach wie vor benötigen wir die Unterstützung aller, um das ecd weiter zu bringen. Das DVTI-Team steht hierfür immer für weitere Diskussionen und Präsentationen zur Verfügung. Seite 4

5 BG - Verkehr Wie bereits im letzten Newsletter bekannt gegeben, hat die BG-Verkehr mit Unterstützung durch den DVTI ein Merkblatt zur Sicherheit beim Einstieg in Silo-, Tankauflieger und Container im Rahmen von Reinigungs- und Wartungsarbeiten erstellt. Diese Information möchten wir in Verbindung mit einem Gastbeitrag der BG-Verkehr hier gerne vorstellen. Einsteigen in Tanks Immer wieder kommt es beim Einstieg in Tank- und Silocontainer zu schweren, nicht selten tödlichen Unfällen. Gefahren gehen beim Einstieg in diese Transportbehälter sowohl von möglichen Restprodukten als auch von Sauerstoffmangel, aber auch von Stickstoff - etwa zur Verhinderung von Staubexplosionen in Silos - aus. Eine weitere Gefahr stellen Schwallwände mit nur kleinen Mannlöchern dar, die eventuelle Rettungsmaßnahmen verzögern, beziehungsweise erschweren können. Im Tagesgeschäft der Tankreinigung kommt es vor, dass ein Mitarbeiter zur manuellen Nachreinigung in Tanks einsteigen muss. Dies ist häufig nach der Nutzung des Tanks für Harze enthaltende - oder andere wasserunlösliche Produkte - der Fall. Auch Latex oder Acrylat enthaltende Produkte ziehen oft eine manuelle Nachreinigung nach sich. Die Schwierigkeiten treten insbesondere auf, wenn Kammern durch Schwallwände unterteilt sind. Tanks mit Schwallwänden sind für die Nutzung mit solchen Produkten grundsätzlich nicht geeignet. Dennoch kommt es vor, dass solche Reinigungen nachgefragt werden. Gefährdungen Das Einsteigen (auch Befahren genannt) in die Tanks ist immer mit Gefährdungen für Personen verbunden. durch enthaltene Gefahrstoffe durch Sauerstoffmangel durch Brand- und Explosionsgefahren Da der Tank noch nicht abschließend gereinigt ist, sind die Gefährdungen durch Gefahrstoffe in Abhängigkeit von dem zu reinigenden Produkt gegeben. Den Sauerstoff in der Atemluft benötigt der Mensch unabdingbar. Die Atmosphäre besteht ungefähr aus 20,8 % Sauerstoff. Sinkt dieser Anteil ab, so entsteht zunächst Atemnot. Dann werden die Organe nicht mehr ausreichend versorgt. Ganz besonders empfindlich ist das menschliche Gehirn. Sehr schnell setzt Bewusstlosigkeit ein und nach ungefähr vier Minuten entstehen bleibende gesundheitliche Schäden. Bis zum Tod durch Ersticken ist es dann nicht mehr weit. Das bedeutet beim Einsteigen in Tanks, dass für eine Person, die im Tank bewusstlos wird, die Hilfe und Bergung äußerst schnell ausgeführt werden müssen. Dabei ist es schon schwierig genug, eine bewusstlose Person aus einem Tank zu bergen. Wenn der Bewusstlose dann noch innerhalb des Tanks durch die Öffnungen von Schwallwänden gehoben werden muss, wird die Bergung noch sehr viel schwieriger. Seite 5

6 Möglichkeiten zur Vermeidung Aufgrund der genannten Gefährdungen sollte das Einsteigen in Tanks generell vermieden werden. Hierzu wäre eine Weiterentwicklung der Reinigungsmaschinen, die ein Einsteigen auch bei schwierig zu reinigenden Produkten unnötig macht, mehr als wünschenswert. Das würde auch die Arbeitsbedingungen unter dem Gesichtspunkt der Ergonomie verbessern. Sicherlich käme es auch zu einer Verbesserung der Effizienz, denn das Einsteigen mit allen einhergehenden Sicherheitsmaßnahmen ist zeitaufwändig. Sicherheitsmaßnahmen Soweit sich ein Einsteigen nicht vermeiden lässt, sind spezielle auf die Gefährdungen eingehende Vorbereitungsmaßnahmen erforderlich. Aufgrund unterschiedlicher Bauweisen von Tanks sind keine generellen Hinweise möglich, so dass immer der Einzelfall betrachtet werden muss. Außerdem spielt das zu reinigende Produkt in Verbindung mit dem Reinigungsmittel eine entscheidende Rolle. Die Grundlage für die Erarbeitung ist die Gefährdungsbeurteilung. Mit ihrem Ergebnis sind die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen festzulegen. Unabdingbar sind folgende Aspekte [1]. Es befinden sich durch das zu reinigende Produkt und das erforderliche Reinigungsmittel Gefahrstoffe im Tank. Es ist zu klären, ob die Exposition gegen Gefahrstoffe durch eine Belüftung reduziert werden kann. Anschließend ist festzulegen, welche persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) erforderlich sind, um diese Gefährdungen zu vermeiden. Hinsichtlich des Atemschutzes ist daran zu denken, dass die betreffenden Beschäftigten die erforderliche arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung erhalten haben. Der ausreichende Sauerstoffgehalt ist vor dem Einsteigen zu prüfen. Sollte er nicht gewährleistet sein, ist umgebungsluftunabhängiger Atemschutz erforderlich. Es ist zu prüfen, von welchen Einbauten welche Gefahren ausgehen können und wie sie vermieden werden. Das können über die Schwallwände hinausgehend auch andere Einbauten sein. Es ist ein Sicherheitsposten, der im Notfall sofort Hilfe herbeiholen kann, erforderlich. Dabei muss an die Rettungsmöglichkeiten gedacht werden. Zu den Rettungsmöglichkeiten gehören nicht nur erforderliche Ausrüstungen, sondern auch personelle Ressourcen, zu denen mindestens ein Ersthelfer gehört. In einer schriftlichen Befahrerlaubnis sind die Verantwortlichkeiten festzulegen. Damit wird erreicht, dass sich jeder unmissverständlich über die erforderlichen Maßnahmen zur Vermeidung von Gefährdungen bewusst wird. Das ist keine unnötige Bürokratie, sondern ein seit den 1980er Jahren bewährtes Verfahren. Wichtig ist die Information aller Beschäftigten und Beteiligten. In den Unterweisungen sind alle Sicherheitsaspekte so zu vermitteln, dass sie auch verstanden werden. Zu wiederholen sind sie nach spätestens einem Jahr, um die Kenntnisse aufzufrischen und erforderlichenfalls an Neuerungen anzupassen. Wichtig ist eine Dokumentation der Teilnahme, mit Unterschrift der Teilnehmer, damit die ordnungsgemäße Durchführung belegt werden kann. [1] Dieser Katalog ist allgemein und muss um die betrieblichen Aspekte ergänzt werden. Seite 6

7 Vertiefung der Kenntnisse in der Praxis Theorie und Praxis liegen oft weit auseinander. Deshalb sollten die in den Unterweisungen vermittelten Kenntnisse in einer praktischen Übung vertieft werden. Dazu ist es sinnvoll, in jedem Betrieb einmal eine Bergungsübung durchzuführen. Dabei wird den Beteiligten klar, wie schwierig es ist, eine bewusstlose Person in angemessener Zeit aus einem Tank zu bergen. Wenn es möglich ist, sollten solche Übungen in Kooperation mit der regional zuständigen Feuerwehr und/oder dem Rettungsdienst durchgeführt werden. Der Lerneffekt ist in der Regel groß, weil bei den meisten Übungen Überraschungen auftreten, die in einem Ernstfall zum Problem werden können. Damit wird vermieden, dass die Gefährdungen unterschätzt werden. Weitere Informationen Eine Checkliste, mit dem Titel " Einstieg in Silo-, Tankauflieger und -container bei Reinigungsund Wartungsarbeiten" in der kurz und knapp die wichtigsten Punkte, die beim Einstieg in einen Tank zu beachten sind, zusammengefasst werden, steht demnächst bei der BG - Verkehr zur Verfügung. Darüber hinaus ist eine ausführliche Darlegung aller Anforderungen zum Einsteigen in Tanks zu finden in der Berufsgenossenschaftlichen Regel Behälter, Silos und enge Räume (BGR 117-1). In elektronischer Form steht die BGR im Kompendium Arbeitsschutz unter kostenlos zur Verfügung, bzw. kann über die Mediathek der BG Verkehr (http://www.bg-verkehr.de/medien) bestellt werden. Gleiches gilt für die oben genannte Checkliste. Rechtsgrundlagen In Deutschland ist durch Rechtsvorschriften geregelt, dass ein Tank für die Beförderung gefährlicher Güter nur dann verwendet werden darf, wenn er geeignet und zugelassen ist. Dies ergibt sich aus dem Pflichtenkatalog für den Absender, die genaue Fundstelle ist der 18 Abs. 5 GGVSEB. Da es sich um eine nationale Vorschrift handelt, muss damit gerechnet werden, dass im Ausland ungeeignete Tanks befüllt werden können. Autoren: Thomas Sye, Michael Fülleborn; beide BG Verkehr Seite 7

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