Energie- und Klimakonzept für Ilmenau Zwischenstand

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1 Energie- und Klimakonzept für Ilmenau Zwischenstand Ist-Analyse und Trendszenario bis 225 Einleitung Im Auftrag der Stadt Ilmenau erstellt die Leipziger Institut für Energie GmbH derzeit ein kommunales Energie- und Klimakonzept für Ilmenau. Im ersten Schritt wurden hierfür Daten für die Sektoren Industrie/ Gewerbe, Handel und Dienstleistung; private Haushalte und Liegenschaften sowie Verkehr gesammelt und ausgewertet. Als Basisjahr wurde das Jahr 199 gewählt. Zusätzlich wurde die Eigenenergieerzeugung (Strom und Wärme) der Stadt ausgewertet. Energieerzeugung der Stadt Ilmenau Seit Inbetriebnahme der Gasturbine im Jahr 1995 wird in Ilmenau Strom erzeugt, in Spitzenzeiten wurden hiermit ca. 31,6 GWh Strom produziert (Abbildung 1), was im Jahr 2 knapp 29 % des gesamten Stromverbrauchs entsprach. Im Jahr 1996 ging in Ilmenau auch eine Wasserkraftanlage an der Sparkasse ans Netz und produziert seitdem etwa 43. kwh Strom im Jahr, dies entspricht einem Stromverbrauch von rund 15 Zwei-Personen Haushalten. Mit Inbetriebnahme des Biomasseheizkraftwerkes (BHI) 25 kam es zu einem Wechsel der Energieträger der Eigenstromerzeugung hin zu ausschließlich erneuerbaren Energien. Im BHI wird Altholz verbrannt und zu Strom und Wärme umgewandelt. Heute werden rund 32 GWh Strom und 62 GWh Wärme (knapp 2/3 der gesamten Fernwärme) aus dem BHI gewonnen. Der Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist und durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet. Seit der Einführung des EEG in Jahr 2 wird in Ilmenau auch Strom mittels Photovoltaik erzeugt, bis zum Jahr 21 stieg die Erzeugung konstant auf,5 GWh an. Insgesamt wurden 21 in Ilmenau 32,6 GWh Strom erzeugt, dies

2 Strommenge Eigenerzeugung [GWh] entspricht einem Anteil von etwa 27 % am gesamten Stromverbrauch der Stadt ,6 27,,2 9 32,6 33,4 34,1 34,9,5 1,2 2, 2,7 Photovoltaik Wasserkraft Biomasse 1 9,6 17 Gasturbine Abbildung 1: Eigenenergieerzeugung in Ilmenau; Darstellung: IE Leipzig Im Trendszenario bis 225 wird davon ausgegangen, dass die Stromerzeugung im BHI und der Wasserkraft konstant bleibt, ein nennenswerter Anstieg der Energieerzeugung wird lediglich bei der Photovoltaik erwartet, dieser Anteil wird relativ gleichmäßig auf etwa 2,7 GWh steigen. Endenergieverbrauch sinkt Der Endenergieverbrauch der Stadt Ilmenau ist seit 199 deutlich gesunken, der größte Sprung ist von 199 auf 1995 zu erkennen (Abbildung 2). Grund hierfür ist der massive Einbruch beim Energieverbrauch im Sektor Industrie durch die Schließungen des Porzellanwerks sowie die Teilschließung des Glaswerks Am Vogelherd. Nach 1995 zeigen sich in den einzelnen Sektoren differenzierte Entwicklungen, während der Energieverbrauch im Sektor Verkehr leicht gestiegen ist, sind die Verbräuche in den Sektoren Haushalte und

3 GWh Industrie gesunken. Im Bereich der Haushalte sind vor allem Sanierungsmaßnahmen zu nennen, welche zu einem deutlich geringeren Raumwärmebedarf im Vergleich zu 199 führen. In der Industrie sind es vor allem effizienzsteigernde Maßnahmen in den Prozessen, welche sinkende Verbräuche zur Folge haben Öffentliche Liegenschaften GHD & Industrie Private Haushalte Verkehr Abbildung 2: Endenergieverbrauch in Ilmenau; Darstellung: IE Leipzig Im Trendszenario wird der Energieverbrauch im Sektor Verkehr etwa konstant bleiben, während sinkende Energieverbräuche in den Haushalten sowie der Industrie und beim Gewerbe/ Handel und Dienstleistungen zu erwarten sind. Drei Meilensteine zur Senkung des CO 2 -Ausstoßes Der CO 2 -Ausstoß in Ilmenau ist seit 199 deutlich zurückgegangen, hierfür sind drei Gründe maßgeblich. Im Sektor Industrie kam es Anfang der 9er Jahre zu einem massiven Einbruch durch die Schließung des Porzellanwerkes und die Teilschließung des Glaswerkes Am Vogelherd, über 5 Menschen waren hier beschäftigt. Durch die (Teil-)Schließung des größten Ilmenauer Industriebetriebes ging der Ausstoß an Kohlenstoffdioxid deutlich zurück (Abbildung 3).

4 [1t CO 2 ] Zweiter Grund ist der Energieträgerwechsel, welcher sich in den 9er Jahren vollzog, weg von der Braunkohle (private Haushalte und Industrie) hin zu Erdgas und mittels diesem erzeugte Raum- und Fernwärme. Ein weiterer deutlicher Rückgang der Emissionen ist ab dem Jahr 25 zu verzeichnen, da hier wiederum ein Energieträgerwechsel hin zu erneuerbaren Energien (Biomasseheizkraftwerk) erfolgte. Durch das BHI wird emissionsfreier Strom und emissionsfreie Wärme erzeugt, da die Biomasse bei der Verbrennung nur so viel CO 2 freisetzt, wie sie während Ihres Wachstums gespeichert hat Öffentliche Liegenschaften Private Haushalte 1 Verkehr GHD & Industrie Abbildung 3: CO2-Ausstoß der Stadt Ilmenau; Darstellung: IE Leipzig Durch die natürlichen Prozesse wie weitere Sanierungsmaßnahmen, Effizienzsteigerungen in der Industrie, sparsamere Autos und effizientere Elektrogeräte wird der CO 2 -Ausstoß Ilmenaus auch im Trendszenario weiter leicht sinken.

5 Ausblick und Ziel des Energiekonzepts In den nächsten Wochen und Monaten wird sich das Projektteam um Mitglieder der Stadt, Stadtwerke, Ilmenauer Wärmeversorgung und der Wohnungsbaugesellschaften unter Leitung der Leipziger Institut für Energie GmbH mindestens 3 weitere Male treffen. Ziel ist es, Maßnahmen zu identifizieren, welche zu deutlicheren Energie- und CO 2 Einsparungen, verglichen mit dem Trendszenario, führen. Hierfür werden 2 weitere Szenarien unter verschiedenen Gesichtspunkten wie Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit entwickelt und berechnet. Mögliche Maßnahmen sind beispielsweise der Ausbau der erneuerbaren Energien (Photovoltaik, Windenergie, Wasserkraft, Geothermie, Solarthermie, Biomasse), die Erhöhung der aktuellen Sanierungsrate uvm. Gezeichnet: Christoph Voigtländer Projektleiter IE Leipzig

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