GESUNDHEIT UND MEHR... Lebensretter: UKL-Mediziner bewahren Frau vor Kältetod 05/12 DAS PATIENTENMAGAZIN DES UNIVERSITÄTSKLINIKUMS LEIPZIG

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1 GESUNDHEIT UND MEHR... 05/12 DAS PATIENTENMAGAZIN DES UNIVERSITÄTSKLINIKUMS LEIPZIG Lebensretter: UKL-Mediziner bewahren Frau vor Kältetod Seite 3 Ehrenamt: Bereicherung des Klinikalltags 4/5 Kinderzahnheilkunde: Neue Poliklinik wird eingerichtet 7 IHR PERSÖNLICHES GRATIS-EXEMPLAR Foto: Stefan Straube

2 2 MELDUNGEN KOPF DER WOCHE INHALT KOPF DER WOCHE Beate Klarsfeld: die Alternativ-Kandidatin Klinikum Intern Neues aus dem Klinikum.. 3 Report Das Psychosoziale Palliativteam des UKL vorgestellt.4/5 Klinikum 2012 Interview: Impfen oder nicht impfen? Klinikum 2012 Tag der offenen Tür an der Berufsfachsschule Wissenschaft & Forschung Dank Roboter arbeiten Leipzig Meine Stadt Stadtname: Indogermanischer Wortstamm Universitäts-Leben Einschreibung fürs Seniorenstudium startet Politik I Wirtschaft Ende der Solarförderung. 11 Kultur Nana Mouskouri auf Tour.. 12 Unterhaltung Lawinenunglück: Prinz Frisos trauriges Schicksal 13 Reise Kanada Jugend Schüchternheit kann krankhaft sein Prävention Taschentuch schlägt Hochziehen Wellness & Beauty Mit Ananas fruchtig kombiniert Ihr Geld, ihr Recht Rechtzeitig Vollmacht ausstellen Soziales Unicef-Bericht zu weltweiter Kinderarmut Sport Gefragt: Deutsche Fussballer- Exporte Rätselseite und Gewinner der letzten Ausgabe VA-Hinweise TV-Tipps 23 Steckbrief Impressum Beate Klarsfeld hatte gerade ihre beiden Hunde ausgeführt, als der Anruf in ihrer Pariser Wohnung eintraf. Mir wurde gerade berichtet, dass die Nominierung einstimmig war; das ist wunderbar, das war mir sehr wichtig, sagte die 73-Jährige zu ihrer Ernennung als Kandidatin der Linken fürs Bundespräsidentenamt. Eine Parteisprecherin teilte es ihr mit: Die traf gerade in Paris ein. Künftig wird Klarsfeld Hilfe brauchen. Sie habe nicht mal ein Handy, sagt die Kandidatin. Klarsfeld machte sich gemeinsam mit ihrem französischen Ehemann Serge das Aufdecken von ungeahndeten Nazi-Verbrechen zur Lebensaufgabe ohrfeigte sie Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger wegen seiner NS-Vergangenheit dadurch wurde sie weltberühmt. Die mit Ehrungen überhäufte Antifaschistin versteht sich als wichtige Brückenbauerin. Ihre bisherige Arbeit sieht die Deutsch- Französin nun anerkannt. Mit Hinweis auf ihre bei der Linken umstrittene Israel-Solidarität meint sie: Die respektieren auch meine Arbeit, die ich schon seit Jahren geleistet habe: eine Brücke zwischen dem deutschen und jüdischen Volk zu bauen. MELDUNGEN Ulrich Schneider: Zahl der Kinder in Hartz-IV ist erschreckend Ulrich Schneider kritisierte scharf die hohe Anzahl der Kinder unter den Hartz-IV-Empfängern. Jedes siebte Kind in Deutschland muss von Hartz-IV leben, jedes vierte Kind in Ost-Deutschland. Dies ist erschreckend hoch, sagte der Hauptgeschäftsführer Paritätischer Gesamtverband vor der Vorstellung der Studie Arme Kinder arme Eltern gegenüber dem Nachrichtensender Phoenix. Trotz positiver Arbeitsmarktdaten ließe sich kein Trend nach unten erkennen. Der Arbeitsmarkt erholt sich, die Wirtschaft brummt. Und trotzdem wollen es nicht wesentlich weniger Kinder in Hartz-IV werden. Schneider bemängelte weiterhin das System der Gutscheinvergabe für Bildung und Teilhabe. Diese Zehn-Euro-Gutscheine für Musikunterricht, für Sportveranstaltungen und anderes, die reichen nicht. Das weiß jeder. Deswegen wird dieses Teilhabepaket auch kaum in Anspruch genommen. Es ist gefloppt, sagte Schneider im TV-Interview. dpa Über Pflegebedarf darf nicht allein die Stoppuhr entscheiden Über die Einstufung in die Pflegestufe III darf einem Urteil zufolge nicht allein die Stoppuhr entscheiden. Das Sozialgericht Münster korrigierte in einem Ende Februar veröffentlichten Urteil eine Entscheidung der Pflegekasse. Die Kasse muss einem halbseitig gelähmten und blinden Mann Leistungen der Pflegestufe III bewilligen, obwohl er die für die höchste Stufe notwendige Pflegezeit von täglich 240 Minuten nicht erreicht hatte. Ein Sachverständiger hatte für den Mann aus dem Kreis Warendorf einen täglichen Pflegeaufwand von 232 Minuten ermittelt. Eine solche geringfügige Unterschreitung um acht Minuten dürfe nicht allein zum Scheitern der Pflegestufe führen, entschied das Gericht. Es verwies auf die Kritik von Pflegewissenschaft und Pflegepraxis, nach der die gesetzlich vorgesehene zeitliche Bemessung des Pflegeaufwands eine scheinrationale Größe sei. In 240 Minuten soll die Grundpflege eines Schwerpflegebedürftigen möglich sein. Dazu gehören 15 Tätigkeiten vom Waschen und Zähneputzen über den WC-Besuch bis zur Hilfe beim Treppensteigen. Hätte der Gutachter bei jeder Tätigkeit ungefähr eine halbe Minute mehr angesetzt, wäre er zu einem anderen Ergebnis gekommen, sagte ein Gerichtssprecher. Der Aufwand hängt auch von der Tagesform ab. dpa Die Linke habe sie trotz ihrer offenen Solidarität mit Israel und der Unterstützung ihres Sohnes für den konservativen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy akzeptiert. Ich muss nicht unbedingt für alle Themen der Linken dastehen. Wir haben uns darauf allgemein abgestimmt, dass es ein Programm gibt, wo wir Einstimmigkeiten haben. Wenn mir Sarkozy gratulieren würde, wäre ich sehr dankbar dafür, sagt die gebürtige Berlinerin. Ich hoffe, dass ich jetzt auch bei der CDU und der CSU einige Stimmen bekommen kann. Was sie vom Konsens-Kandidaten Joachim Gauck unterscheidet? Wir sind wahrscheinlich zwei Kandidaten, die herausragen. Er ist eine moralische Person, wie ich auch. Anders als Gauck sei ihr Engagement jedoch nicht auf die DDR beschränkt geblieben. Ihr wild bewegtes Leben fasst sie mit wenigen Worten zusammen: Ich habe mich eingesetzt für die Menschenrechte überall und bin in vielen Gefängnissen gelandet. Ich habe mein Leben riskiert, ich hab ne Bombe ins Haus bekommen, unser Auto ist in die Luft gesprengt worden, ich bin in vielen Ländern von der Polizei festgenommen worden. Die seit einem halben Jahrhundert in Paris lebende Deutsche, die als Au-Pair-Mädchen an die Seine kam, wurde von ihrer Heimatstadt Berlin sehr geprägt. Sie habe sich stets als gesamtdeutsch empfunden, nicht als Westdeutsche und verstehe sich auch als Brückenbauerin zwischen Frankreich und Deutschland. Wieviel Ehrungen sie erhalten hat? Sie kann sie kaum zählen; aber der französische Verdienstorden aus den Händen von Präsident Sarkozy habe sie sehr gefreut. Und der Vorschlag der Knesset für den Friedens-Nobelpreis. Das sei einmalig, als Deutsche von der politischen Gesellschaft Israels für den Friedens-Nobelpreis vorgeschlagen zu werden. Die Frage, wie ihre erste Handlung bei einer Wahl zur Bundespräsidentin aussehen würde, wehrt sie ab, setzt dann aber zögernd nach: Wahrscheinlich wären meine Hunde und Katzen im Garten von Schloss Bellevue. Das gehört ja auch zu unserem Leben. Ralf E. Krüger Spenden Sie bei der Blutbank Leipzig und helfen Sie uns, Leben zu retten! Wann und wo? Foto: AFP Institut f. Transfusionsmedizin, Nord Delitzscher Str. 135, Leipzig Institut f. Transfusionsmedizin, Mitte Philipp-Rosenthal-Str. 27c, Leipzig Eingang Johannisallee Leipzig Gesundheitsamt Grünau Miltitzer Allee 36, Leipzig ehem. Mittelschule Paunsdorf Hainbuchenstr. 13, Leipzig Apotheke im Petersbogen Petersstraße 36, Leipzig, Verkaufsraum Universität Leipzig Neues Seminargebäude Universitätsstraße 1, Leipzig Räume 2. Etage: HTWK Leipzig Karl-Liebknecht-Straße 132, Leipzig 3. Etage, Räume G jeden Mo. und Fr. 7:00 bis 12:00 Uhr Di. bis Do. 10:00 bis 19:00 Uhr jeden Mo. und Fr. 7:00 bis 19:00 Uhr Di. bis Do. 8:00 bis 20:00 Uhr jeden Mo. und Do. 13:30 bis 18:30 Uhr jeden Freitag Di., Do., Di., Weitere Informationen rund ums Blutspenden finden Sie im Internet unter: 14:00 bis 18:00 Uhr 15:00 bis 19:00 Uhr 12:00 bis 18:00 Uhr 13:00 bis 17:00 Uhr Für alle Blutspendewilligen, die mit einer guten Tat in ihr Wochenende starten möchten: Jeden letzten Samstag im Monat lädt die Blutspendeeinrichtung auf dem Klinikgelände ein. Institutsteil Mitte, Leipzig Sa., :00 bis 13:00 Uhr Philipp-Rosenthal-Str. 27c (Eingang Johannisallee)

3 KLINIKUM INTERN 3 LEBENSRETTER UKL-Mediziner retten Frau vor dem Erfrieren Am Universitätsklinikum Leipzig kämpften die Ärzte erfolgreich um die Rettung einer Frau vor dem Erfrieren. Trotz Kreislaufversagens und einer Körperkerntemperatur von nur 23 Grad gelingt im engen Zusammenspiel der Experten die Wiederbelebung. Nach sieben Tagen im künstlichen Koma ist die Patientin jetzt wach, stabil und ansprechbar. Noch muss die 56-jährige Leipzigerin weiter auf der Intensivstation des Universitätsklinikums versorgt werden. Doch die behandelnden Ärzte sind sehr zufrieden mit ihren Fortschritten. Wir freuen uns sehr zu sehen, dass die Patientin nun vollständig wach ist und wieder selbstständig atmen kann, so Professor Udo X. Kaisers, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am UKL. Wenn sich ihr Zustand weiterhin so gut bessert, rechnen wir mit einer völligen Wiederherstellung ohne schwerwiegende gesundheitliche Folgen. Das ist ein extrem seltener Fall und ein großes Glück für die Patientin. Vor allem, da die Chancen auf ein Überleben bei der Einlieferung der Patientin im UKL alles andere als gut waren. Mit einer Körperkerntemperatur 14 Grad niedriger als normal und Herz- Kreislaufstillstand wird die Frau in die Notaufnahme des UKL eingeliefert. Zu diesem Zeitpunkt kann nur durch kontinuierliche Herz-Lungen-Wiederbelebung Foto: Ines Christ Prof. André Gries ist Chef der Zentralen Notaufnahme am UKL. ein minimaler Kreislauf aufrechterhalten werden. Bei Körperkerntemperaturen wie in diesem Fall sind sonst übliche Wiederbelebungsmaßnahmen unwirksam, erklärt Prof. André Gries, Leiter der Zentralen Notfallaufnahme am UKL. Rettung vor dem Kältetod: Eine 56-jährige Leipzigerin wurde mit schweren Erfrierungen in die UKL-Notaufnahme eingeliefert. Noch in der Notaufnahme erhält die Patientin unter laufender kardiopulmonaler Reanimation daher eine ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung), mit der die Kreislauf- und Lungenfunktion ersetzt wird und mit der eine Wiedererwärmung der Patientin möglich wird. Mit diesem Verfahren beginnen die Ärzte eine langsame Aufwärmung. In dieser Zeit und an den folgenden Tagen bleibt die Patientin im künstlichen Koma. Nach sechs Tagen zeigt sich, dass der Kampf erfolgreich war. Vermutlich werden selbst die mäßigen Erfrierungen der Patientin weitgehend folgenlos ausheilen. Zu verdanken ist dies vor allem dem engen und schnellen Zusammenspiel der Fachexperten. Die Rettungskette zwischen Rettungsdienst, Notfallaufnahme und Intensivmedizin hat hervorragend funktioniert, so Prof. Kaisers. Durch rechtzeitige Voranmeldung der Patientin in der Zentralen Notaufnahme standen wir alle bereits bei Ankunft der Patientin bereit. Die Patientin hatte Glück im Unglück vermutlich trat der Kreislaufstillstand erst ein, als sie vom Rettungsdienst gefunden wurde und bewegt werden musste. Deren beherzte Entscheidung, die Wiederbelebung sofort zu beginnen, rettete ihr das Leben. Das ist nicht selbstverständlich, denn oft erscheinen stark unterkühlte Patienten völlig leblos. Die Patientin hatte mehrere Stunden im Freien verbracht, bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich, erklärt Prof. Fotos: ukl Prof. Udo X. Kaisers ist Chef der Klinik für Intensivmedizin. Gries. Dieser Fall zeigt, dass gerade auch in Fällen extremer Unterkühlung professionelle Hilfe durch den Rettungsdienst notwendig ist und die Patienten in ein Zentrum mit den Möglichkeiten des Universitätsklinikums gebracht werden müssen, so Gries. Die sofortige extrakorporale Kreislaufunterstützung von extrem unterkühlten Patienten mit Herz-Kreislaufstillstand ist die einzige erfolgversprechende therapeutische Option zur Rettung, betont Prof. Kaisers. Diese steht aber nur an wenigen Zentren wie dem UKL zur Verfügung. Helena Reinhardt EXPERTENTREFFEN Kleines Jubiläum 10. Leipziger Stimmsymposium Angeregt durch Castingshows im Fernsehen zieht es viele Kinder und Jugendliche mit dem starken Wunsch in Musikschulen, mehr Pop- und Rocklieder zu singen. Aber ausgerechnet das Genre stellt andere Anforderungen an die jungen Stimmen als eine klassische Gesangsausbildung. Die Lehrer wurden vor ein paar Jahren von dem Trend überrumpelt, berichtete Sascha Wienhausen, Professor für Populären Gesang an der Hochschule Osnabrück und Künstlerischer Leiter der German Musical Academy. Es gab niemanden, der speziell für diesen Bereich ausgebildet war. Das im klassischen Gesang angestrebt Klangideal wird im Pop geradezu auf den Kopf gestellt oder bewusst zerstört, um besondere Effekte zu erzeugen. Beispielsweise knarzende oder gehauchte Töne. Dadurch verursachte Überlastungen können vor dem Stimmwechsel zu Schäden an den Stimmlippen führen. Das Thema Popgesang stand zwar im besonderen Interesse, war aber nur ein Schwerpunkt des diesjährigen Stimmsymposiums zur Kinder- und Jugendstimme, organisiert vom Leipziger Phoniater Prof. Michael Fuchs und seinem Team. Unter dem Titel Forschung Wissen Praxis widmeten sich die rund 500 Teilnehmer aus acht europäischen Ländern dem Wissenstransfer zwischen Forschung und der gesangspädagogischen und therapeutischen Praxis. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist entscheidend, so Fuchs. Mit dem schwedischen Professor Johan Sundberg konnte das Symposium dann auch die Kapazität auf dem Gebiet der Stimmforschung als Redner gewinnen. Der Physiker und Musikwissenschaftler aus Stockholm gilt als Koryphäe bei der akustischen Modellierung und analysiert die Stimmklangunterschiede zwischen Mädchen und Junge sowie Frau und Mann. Der Stimmapparat unterliegt in der Wachstumsphase dynamischen Veränderungen und ist dabei anfälliger als später. Dem muss folglich auch gesangspädagogisch und -technisch Rechnung getragen werden. An der HNO-Abteilung für Phoniatrie und Audiologie wird nicht umsonst eine in Deutschland einmalige Spezialsprechstunde für die kindliche Singstimme betreiben. Michael Fuchs und sein Team betreuen in diesem Rahmen auch die Thomaner. Anhand von mehreren Parametern wie der Messung des Testosteronspiegels können sie das Prof. Michael Fuchs bei der Stimmuntersuchung eines Thomaners. Foto: Stefan Straube Einsetzen des Stimmwechsels bei Chorknaben sechs Monate im Voraus bestimmen, was für die Chorplanung äußerst wichtig ist. Das 11. Symposium wird 2013 vom 22. bis 24. Februar zum Thema Integration musizieren mit Behinderung oder Migrationshintergrund stattfinden. Diana Smikalla NAMEN Neue Vorschläge eingetroffen Es sind wieder neue Namen für die neue Glocke des denkmalgeschützten Roten Hauses eingereicht worden. Beispielhaft seien hier wieder zwei genannt: So möchte ein Leser bewusst den historischen Bezug zum ursprünglichen Krankenhaus herstellen und nannte die Glocke St. Jacob wurde das Rote Haus am Windmühlenweg (heute Philipp-Rosenthal-Straße) als Klinikneubau des 1871 gegründeten Städtischen Krankenhauses zu St. Jacob eingeweiht. Mit Mediclock stellt ein weiterer Leser die direkte Verbindung zwischen der in der Glockenstube unterzubringenden Glocke und der Medizin her. Noch können bis Ende April weitere Vorschläge eingereicht werden, um der ersten und einzigen Glocke am Universitätsklinikum einen Namen zu geben. Ihre Ideen können Sie weiterhin an die Pressestelle richten:

4 4 REPORT Es wird ja Zeit, dass Sie kommen Es ist früher Nachmittag auf Station F 4.1. Auf dem langen Gang der Station für Hämatologie und Onkologie ist es ruhig, Sonnenstrahlen fallen durch ein Fenster. Da öffnet sich langsam die Tür zu einem der Patientenzimmer. Eine Frau schaut lächelnd hinein, dann betritt sie den Raum. Mein Name ist Renate Kress, ich komme vom Besuchsdienst der Uniklinik, stellt sie sich den beiden Männern im Patientenzimmer vor. Wir kennen uns doch, wir haben uns schon einmal unterhalten, antwortet einer von beiden spontan. Jürgen Junker tritt von seinem Schrank zurück und geht die wenigen Schritte zu seinem Bett. Ich habe eine Stammzelltransplantation bekommen und hoffe, dass ich nun alles gut überstanden habe, fügt er hinzu. Ja, ich erinnere mich, sagt Renate Kress. Erzählen Sie doch mal, wie es Ihnen jetzt geht. Ich setze mich ein bisschen zu Ihnen. Sie nimmt einen Stuhl und rückt ihn zu ihm ans Bett. Jürgen Junker fängt an zu erzählen, von der Suche nach einem geeigneten Spender und der für ihn schwierigen Zeit nach der Transplantation. Renate Kress ist eine von 18 Ehrenamtlichen im Psychosozialen Palliativteam des Universitätsklinikums Leipzig. Hinter dieser wohl etwas schwierig anmutenden Bezeichnung verbergen sich Frauen und Männer des Besuchsdienstes am Universitätsklinikum Leipzig: Einfühlsame Menschen, die oft aus eigener schmerzlicher Verlusterfahrung wissen, wie Schwerstkranke fühlen und welche Bedürfnisse sie in ihrer derzeitigen Situation haben. Diese Verbindung von Wissen, Intuition und Erfahrung ist auch notwendig, denn sie arbeiten als freiwillige Helfer in der Patientenbegleitung. Das ist ein Segen für eine Vielzahl von Patienten. Doch zum Glück brauchen nicht alle zur Genesung zusätzlichen Beistand und Zuspruch, sagt die Leiterin der Gruppe, Diplom- Medizinpädagogin Edith Zimmermann. Sie hat die Gruppe, die auch in den zurückliegenden Jahren zwischen 15 und 20 ehrenamtliche Mitarbeiter umfasste, 2003 ins Leben gerufen (siehe Kasten). Vielen inzwischen Genesenen seien sie als hilfreiche Engel in guter Erinnerung geblieben, sagt Edith Zimmermann. Die Patienten sind dankbar für die vielen Besuche, wenn die Zeit im Krankenbett scheinbar nicht enden wollte oder wenn es der eigenen Familie nur selten möglich war, regelmäßig von weit her anzureisen, oder Renate Kress vom Besuchsdienst des UKL am Bett von Jürgen Juncker. es vielleicht gar keine Familie mehr gab. Zurzeit gibt es 18 ehrenamtliche Mitarbeiter im Team von Edith Zimmermann: Rentner, Studenten und noch Berufstätige. Zwei Drittel ihrer ehrenamtlichen Kollegen sind seit Jahren als feste Bezugsperson für Patienten, Angehörige sowie das Pflegeund Ärztepersonal jeweils einer bestimmten Station zugeordnet, zum Beispiel den hämatologisch-onkologischen, der gastroenterologischen und neurologischen Station, Intensivstationen und der Palliativstation des Universitätsklinikums. Warum die Ehrenamtlichen bereit sind, den Patienten Zeit und auch ihr Herz zu schenken, hat ganz unterschiedliche Gründe. Es ist die zum Tragen kommende Reife der Menschen, dankbar und auch demütig sein zu können für ihr Glück, gesund zu sein, einen Großteil ihres Lebens auf der Sonnenseite verbracht haben zu dürfen, so die Dipl.-Medizinpädagogin. Für die Ehrenamtlichen, die ihre Berufs- und Lebenserfahrung in den Dienst Kranker oder Sterbender stellen, sei gelebte Nächstenliebe ganz selbstverständlich. An die Mitarbeiter ihres Teams stellt Edith Zimmermann hohe Anforderungen. Die Ehrenamtlichen dürfen keinerlei Pflegearbeiten ausführen. Die Ehrenamtliche Renate Kress unterhält sich mit Evelyne Zabienski. Foto: Ines Christ Foto: Ines Christ Stattdessen liegen ihre Aufgaben in der zusätzlichen psychischen Begleitung Kranker und auch solcher Menschen, die sich auf ihren letzten Lebensweg begeben müssen. Charakterliche Reife, Herzensbildung und Taktgefühl sind grundsätzliche Bedingungen, um ehrenamtlich im Team mitarbeiten zu können, sagt die 60-Jährige. Zudem setze sie Verantwortungsbewusstsein, Wahrnehmungsgabe und absolute Verlässlichkeit voraus. Jedem Patienten gebühren größte Achtsamkeit und Respekt. Besonders wichtig ist auch die Kommunikationsfähigkeit ihrer Mitarbeiter, und die fängt beim Zuhören- Können an. Zu den Aufgaben der ehrenamtlichen Mitarbeiter gehören regelmäßige Besuche am Krankenbett bedürftiger Patienten. Entlastende Gespräche können sich heilsam auf den Genesungsprozess auswirken. Da die tägliche Aufgabendichte des Pflegepersonals die Zeit für solche Gespräche stark einschränkt, wissen Schwestern, Pfleger und Ärzte das Engagement der Ehrenamtlichen ganz besonders zu schätzen, sagt Edith Zimmermann. Wenn die Patienten nach langer Krankheit nicht mehr im Bett liegen müssen, aber die Beine noch zu schwach zum Gehen sind, fahren sie die Ehrenamtlichen im klinikeigenen Park im Rollstuhl spazieren. Dabei erleben die ehrenamtlichen Mitarbeiter insbesondere mit den Patienten bewegende Momente, die nach einer Organtransplantation zum zweiten Mal ihr Leben geschenkt bekamen. Berührend ist für sie die Ergriffenheit der Patienten über das zarte Frühlingsgrün, die ersten wärmenden Sonnenstrahlen im Gesicht, das fröhliche Lärmen der Krippenkinder. Gerade aus solchen Momenten erwachse Demut und auch die Motivation der Ehrenamtlichen, ihr freiwilliges Engagement am Klinikum fortzusetzen, so Edith Zimmermann. Besondere Stärken müssen die ehrenamtlichen Mitarbeiter mitbringen, die zu einer Sitzwache ans Bett unruhiger oder sterbender Menschen gebeten werden. Diese können sich über Stunden, aber auch Tage und Nächte hinziehen und erfordern ein ausgeprägtes Gespür für rasch wechselnde Bedürfnisse der Patienten. Durch die oft stundenlange Anwesenheit im Zimmer können die ehrenamtlichen Mitarbeiter den Ärzten beispielsweise Beobachtungen über vermutlich wieder auftretende Schmerzen des Erkrankten mitteilen und somit Leiden lindern helfen. Die Schwestern und Pfleger wiederum sind dankbar, weil sie den Patienten in guter Obhut wissen und sich somit auch wieder den anderen Patienten der Station in Ruhe und konzentriert widmen können. Auch als Mittler können die regelmäßig von Schwester Edith geschulten Ehrenamtlichen den Patienten helfen, zum Beispiel wenn es um den Wunsch nach einem versöhnenden Gespräch mit dem Sohn nach einer vor Jahren zerbrochenen Beziehung geht, um die Bitte nach einer Patientenverfügung oder der Verlegung in ein Hospiz. Für die Angehörigen bildet der ehrenamtliche Mitarbeiter einen ruhenden Pol in der Zeit von Ungewissheit und Angst. Er entwickelt sich zu einem festen Ansprechpartner, oft zu einer Vertrauensperson, die zu Zärtlichkeiten oder zum Aussprechen ungesagter Dinge ermuntert, die Wache am Bett hält, wenn der Ehepartner des Patienten vor Erschöpfung ein paar Stunden Schlaf braucht oder wenn Gespräche plötzlich mit spirituellem Inhalt wichtig werden, erzählt Edith Zimmermann. Bitte lesen Sie auf Seite 5 weiter!

5 5 Die freiwilligen Helfer begleiten die Patienten auch zu diagnostischen Maßnahmen. So wird die Wartezeit wenigstens gefühlt ein wenig kürzer. Dabei leisten sie auch Beistand bei womöglich quälenden Fragen, zum Beispiel ob die Chemotherapie den Tumor hat beseitigen können oder ob eine Mutter ihr Kind wird aufwachsen sehen können, sagt die Krankenschwester. Zu den weiteren Aufgaben des Teams gehört es, für bettlägerige Patienten auch einmal notwendig werdende kleine Einkäufe in klinikeigenen Versorgungseinrichtungen zu erledigen. Dabei kann es sich bei einer Akuteinweisung ins Krankenhaus um den zu Hause vergessenen Handspiegel oder ein Buch zum Lesen handeln. Einmal im Monat finden Arbeitsberatungen des Psychosozialen Palliativteams statt. Dabei geht es nicht nur um mögliche Veränderungen am Klinikum, die die Ehrenamtlichen kennen müssen, um ihre Arbeit effizient gestalten zu können. Auch Fortbildungsthemen stehen im Mittelpunkt, etwa zur Kommunikation und nonverbalen Gesprächsführung. In ausgewählten Fallbesprechungen lernen sie unter Führung von Edith Zimmermann, wie bei künftigen Begleitungen Situationen mit Patienten, Angehörigen und dem Stationspersonal optimiert werden können. Nach psychisch besonders belastenden Einsätzen der freiwilligen Mitarbeiter bietet die Trauerbegleiterin auch Einzelgespräche zur Aufarbeitung des Erlebten an. Ehrenamtliche bereichern den Alltag am UKL Edith Zimmermann (l.) und Heide Goepel bei der Aktualisierung eines Sitzplanes. Fotos: Ines Christ Evelyne Zabienski kann mit Renate Kress offen über viele Themen sprechen. Foto: Ines Christ Dass die Wahrnahme dieses Angebots gute Früchte trägt, zeigt der langjährige Zusammenhalt des Kerns der Gruppe. Außerordentlich stolz ist Edith Zimmermann als Leiterin auf deren Fähigkeit, sich selbst zu organisieren. Dies geschehe unter der Leitung von Heide Goepel, die Edith Zimmermann vertritt, wenn sie einmal nicht im Haus ist und als ihre Stellvertreterin aufgrund ihrer menschlichen Reife und Vorbildwirkung sowohl von allen Teammitgliedern als auch vom Stationspersonal akzeptiert werde. Heide Goepel gehört seit vier Jahren zum Team und kommt fast jeden Mittwoch auf zwei Intensivstationen des Universitätsklinikums. Dort ist sie in einer ungewöhnlichen Situation: Patienten, die sich umgeben von Apparaten in einer hochgerüsteten medizinisch-technischen Umgebung befinden, will sie ein menschliches Gegenüber bieten, welches viel Zeit mitbringt. Die Intensivstation hat Heide Goepel dabei bewusst für sich ausgewählt. Viele Patienten treffe ich hier nur einmal, denn die meisten werden dann auf andere Stationen verlegt und da weiß ich, dass es für sie bergauf geht. Das ist auch für mich ein schönes Gefühl, erzählt die 69-Jährige. Eine pauschale Herangehensweise an die Patienten gebe es nicht. Jeder ist in seiner Persönlichkeit anders und muss außerdem in der Ausnahmesituation seiner Krankheit gesehen werden. Deshalb sei ein sehr feinsinniges Gespür notwendig, was bei welchem Patienten in der jeweiligen Situation gerade angesagt und angemessen ist. Einige besondere Momente hinterlassen bei den Teammitgliedern einen bleibenden Eindruck. Zum Beispiel, wenn die Ehrenamtlichen schon ungeduldig auf den Stationen erwartet werden, wo sie manche Patienten über Monate begleiten. Zu mir hat neulich jemand gesagt: Es wird ja Zeit, dass Sie kommen, und dabei über das ganze Gesicht gestrahlt und das, nachdem es ihm lange Zeit sehr schlecht ging, erzählt Heide Goepel. Das verbreitet so viel Freude und macht auch meinen Tag ganz einfach schön. Ines Christ Das Psychosoziale Palliativteam am Universitätsklinikum Leipzig Das Psychosoziale Palliativteam gibt es seit 2003 am Universitätsklinikum. Die gelernte Krankenschwester und Diplom-Medizinpädagogin Edith Zimmermann hat das Projekt ins Leben gerufen. Es ist eines von mehreren Freiwilligen-Projekten am UKL. Edith Zimmermann arbeitete zum damaligen Zeitpunkt in einem Bereich, in dem unter andrem Patienten behandelt werden, die an Leukämie erkrankt sind. Entsprechend ihres Credos der ganzheitlichen Betreuung der Menschen war es ihr wichtig, über ihre Tätigkeit als Krankenschwester hinaus, den Patienten bei der Lösung der vielschichtigen, zusätzlich belastenden psychosozialen Probleme behilflich zu sein. Zusatzausbildungen zur Trauer- und Hospizbegleiterin sowie Palliative-Care-Schwester ermöglichten es ihr, den Patienten in ihren schwersten Stunden beizustehen und auch für die Angehörigen in dieser Zeit und darüber hinaus da zu sein. Ihre Arbeit stieß innerhalb kürzester Zeit auf überwältigende Resonanz in der Uniklinik. Mit Unterstützung des Vorstandes wurde ihre Stelle als Vollzeitkrankenschwester im José-Carreras-Haus in eine halbe Stelle umgewandelt, die andere halbe Stelle stand ihr von da an für die Trauerbegleitung zur Verfügung. Diese dehnte sie auch auf andere Stationen aus. Zur gleichen Zeit baute sie mit Unterstützung der Freiwilligenagentur Leipzig eine Gruppe von ehrenamtlichen Mitarbeitern auf. Professor Niederwieser, der die Abteilung für Hämatologie, Internistische Onkologie und Hämostaseologie leitet sowie der Leiter des Pflegemanagements Klaus Tischler haben uns konsequent Unterstützung vor allem in materiell-organisatorischer Hinsicht zukommen lassen. Auch Stationsleiterin Bärbel Hof sowie der ehemaligen Pflegedienstleiterin Christine Naß gebührt mein Dank, sagt Edith Zimmermann. Derzeit gehören 18 Ehrenamtliche zum Psychosozialen Palliativteam. Sie kommen auf die Stationen und besuchen dort die Patienten. Manchmal händige ich meine Visitenkarte aus, aber neue Kontakte entstehen auch durch Mundpropaganda, wenn zum Beispiel der Bettnachbar Besuch von einem unserer Freiwilligen bekommt, sagt Edith Zimmermann. Es ist zudem möglich, sich mit seinem Besuchswunsch einfach an das Pflegepersonal oder einen Arzt auf den Stationen zu wenden, um das Angebot des Besuchsdienstes von Schwester Edith Zimmermann in Anspruch nehmen zu können. Ines Christ

6 6 KLINIKUM 2012 INTERVIEW Impfen oder nicht impfen? Bei vielen Impfungen überlegen die meisten Leute, lasse ich mich impfen, oder nicht? Schützt die Impfung mich wirklich vor einer Erkrankung, und mit welchen Nebenwirkungen muss ich rechnen? Gesundheit und mehr... hat Dr. Melanie Weiss MBA, Betriebsärztin am Universitätsklinikum Leipzig, zu den wichtigsten Impfungen befragt. Frage: Welche Impfungen gehören zu den wichtigsten? Dr. Melanie Weiss: Schutzimpfungen unterstützen den Menschen aktiv bei der Gesunderhaltung und leisten somit einen Beitrag zur Sicherung der Lebensqualität bis ins hohe Alter. Mit dem Älterwerden verändert sich auch das körpereigene Abwehrsystem. Deswegen wird im Alter die Gefahr größer, an einer Infektion zu erkranken. Auch durch das immer weiter zunehmende Reiseverhalten verstärkt sich die Infektionsgefahr. Die Impfungen im Kindesalter reichen oftmals nicht aus, da viele Impfungen in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden müssen. Die Sächsische Impfkommission empfiehlt daher für Erwachsene und Senioren folgenden Impfschutz: Diphtherie, Wundstarrkrampf (Tetanus), Kinderlähmung (Polio), Keuchhusten (Pertussis), Pneumokokken und Grippe (Influenza). Der Hausarzt sollte aus diesem Grund regelmäßig überprüfen, ob ein ausreichender Impfschutz vorliegt. Warum sind gerade diese Impfungen so wichtig? Ein Stich, der unter die Haut geht: Impfungen sind lebenswichtig. Diphtherie ist eine ansteckende Erkrankung, deren Erreger durch Husten, Niesen und Hände schütteln übertragen wird. Etwa fünf bis zehn Prozent der Erkrankten sterben an dieser Infektion. Die Tetanusbakterien des Wundstarrkrampfes kommen hingegen nahezu überall vor, beispielsweise in der Gartenerde oder im Straßenstaub. Eine Infektion erfolgt durch das Eindringen der Sporen in eine offene Wunde. Etwa 20 Prozent der Betroffenen versterben, unter ihnen meist ältere Menschen, bei denen keine Auffrischimpfung durchgeführt wurde. Keuchhusten ist keine Kinderkrankheit, wie oftmals irrtümlich geglaubt wird, sondern eine von Geburt an bis ins hohe Alter auftretende Infektion der Atemwege mit langer Hustendauer. Durch Aufklärungsmaßnahmen und Auffrischungsimpfungen ist es gelungen in Europa die Kinderlähmung auszurotten. Die Erkrankung tritt heute insbesondere in Zentralafrika und auf dem indischen Subkontinent auf, kann jedoch von dort zu uns importiert werden. Daher wird von der Sächsischen Impfkommission eine routinemäßige Auffrischimpfung aller zehn Jahre bis zur weltweiten vollständigen Beseitigung der Erkrankung empfohlen. Generell bietet es sich an die Auffrischung mit einem Kombinationsimpfstoff (bestehend aus Diphtherie, Tetanus, Polio und Pertussis) durchzuführen. Was für eine Bedeutung haben die Impfungen gegen Pneumokokken und Grippe? Pneumokokken sind grampositive Bakterien, die bei vielen Menschen zur normalen Bakterienflora des Mund-Rachenraumes gehören. Eine Pneumokokkeninfektion tritt bei einer Schwächung des Immunsystems auf und kann beispielsweise zu einer Gehirnhautentzündung, Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung führen. Für Menschen, die an chronischen Erkrankungen leiden, eine geschwächte Abwehrfunktion haben und über 60 Jahre sind, wird die Impfung gegen Pneumokokken empfohlen. Sie bietet einen längeren Schutz als die Influenzaimpfung und kann, wenn erforderlich, nach fünf bis sechs Jahren aufgefrischt werden. Allgemein wird eine Kombination mit der Grippeschutz-Impfung empfohlen. Die Erkrankung Dr. Melanie Weiss ist Leiterin des Betriebsärztlichen Dienstes an der Uniklinik Leipzig. Foto: Stefan Straube an der Grippe ist hingegen gekennzeichnet durch plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber, trockenem Reizhusten, Muskelund/oder Kopfschmerzen und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl. Die Virusgrippe ist eine sehr ansteckende Tröpfcheninfektion, die durch Husten, Niesen, Hände schütteln, kontaminierte (verunreinigte) Hände bzw. Oberflächen übertragen wird und mit schweren Komplikationen verbunden sein kann, wie Lungenentzündung, Entzündung des Herzmuskels, Gehirnhautentzündung, Gehirnentzündung. Die Grippeerkrankung kann tödlich verlaufen. Eine Grippeimpfung kann dies verhindern, sie muss jedoch jährlich im Herbst erneuert werden. Warum muss die Grippeimpfung jährlich aufgefrischt werden und andere Impfungen reichen über Jahre hinweg? Eine Grippeimpfung aus dem vergangenen Jahr oder eine überstandene Grippeerkrankung schützt nicht vor einer Neuinfektion mit dem Grippevirus. Das liegt daran, dass sich die Oberfläche der Viren ständig verändert und somit das Virus in jedem Jahr anders aussieht. Die vorhandenen Antikörper des Abwehrsystems können die so veränderten Viren nicht mehr erkennen. Daher muss jedes Jahr ein neuer auf die veränderten Grippeviren zugeschnittener Impfstoff hergestellt werden und eine erneute Impfung erfolgen. Andere Viren verändern sich hingegen nicht ständig, wodurch der Impfschutz über Jahre gewährleistet werden kann. Liegt nach einer Grippeimpfung ein 100-prozentiger Schutz gegen eine Erkrankung vor? Eine Grippeimpfung schützt vor allem gegen einen schweren Verlauf dieser Erkrankung mit den möglichen Komplikationen. Auch geimpfte Personen können sich mit Grippeviren infizieren, der Verlauf der Erkrankung ist aber leicht. Da der Impfschutz erst nach 10 bis 14 Tagen vorliegt, kann es in diesem Zeitraum auch bei Geimpften zu einer Erkrankung kommen. Vorzugsweise sollte man sich im Oktober oder November impfen lassen, aber auch jetzt ist eine Impfung noch sinnvoll, insbesondere wenn die Grippewelle noch nicht eingesetzt hat oder erst begonnen hat. Warum kommt es teilweise zu Nebenwirkungen beim Impfen und was sind typische Krankheitsbilder nach einer Impfung? Häufige Nebenwirkungen sind Schwellung, Rötung, Überwärmung und ein Ziehen im Arm, an der Impfstelle. Aber auch Müdigkeit, Kopfschmerzen und allergische Reaktionen können nach einer Impfung auftreten. Ursachen für diese Nebenwirkungen sind allergische Reaktionen, auf die im Impfstoff vorhandenen Wirkstoffe und Bestandteile oder einer Impfung, in das unter der Haut liegende Fettgewebe statt in den Muskel. Vor jeder Impfung sollte deswegen eine Risiko- Nutzen-Abwägung, die mit Hilfe einer ausführlichen Beratung durch den impfenden Arzt erfolgt, durchgeführt werden. Was ist der Unterschied zwischen einem Lebend- und Totimpfstoff? Ein Impfstoff muss dem Erreger der jeweiligen Infektionskrankheit möglichst ähnlich sein, damit der Körper anhand dieses Vorbildes Abwehrstoffe also Antikörper bilden kann, um bei eventueller tatsächlicher Infektion die echten Erreger erkennen und unwirksam machen zu können. Der Impfstoff darf dabei den menschlichen Organismus nicht schädigen. Totimpfstoffe enthalten inaktivierte oder abgetötete Viren oder Bakterien sowie Bestandteile von ihnen. Daher können sie sich nicht vermehren und auch nicht die Krankheit auslösen. Der durch die Totimpfstoffe erreichte Impfschutz lässt mit der Zeit nach und muss regelmäßig aufgefrischt werden. Lebendimpfstoffe bestehen hingegen aus sehr geringen Mengen funktionsfähiger Keime, die so verändert sind, dass sie sich zwar noch vermehren können, aber die Krankheit nicht mehr auslösen können. Der Vorteil ist, dass bei manchen Lebendimpfungen der Schutz nach einer Grundimmunisierung lebenslang anhält. Der Nachteil ist, dass sehr selten nach diesen Impfungen ähnliche Beschwerden auftreten können, wie durch die Erkrankung selbst. Interview: Franziska Henkel

7 KLINIKUM SPEZIALISIERUNG Poliklinik für Kinderzahnheilkunde und Primärprophylaxe am UKL Am Universitätsklinikum Leipzig wurde die Poliklinik für Kinderzahnheilkunde und Primärprophylaxe eingerichtet. Diese geht aus der Abteilung für Kinderzahnheilkunde hervor und setzt eine lange Tradition der Kinderzahnheilkunde in Leipzig als strukturell eigenständiger Teil innerhalb der Zahnmedizin und des Departments für Kopf- und Zahnmedizin fort. Die Einrichtung der Poliklinik ist Beleg dafür, erläutert Prof. Christian Hirsch, Direktor der Poliklinik, dass wir in Leipzig auf die Anforderungen, die sich aus der kommenden Approbationsordnung für Zahnärzte (AOZ) ergeben, angemessen reagiert haben. Diese neue AOZ wird bei dem Thema Primärprophylaxe einen Schwerpunkt in der Ausbildung zukünftiger Zahnmediziner setzen. Zudem wird die Beteiligung der Poliklinik an nationalen Weiterbildungsprogrammen für Kinderzahnheilkunde (vergleichbar mit einer Fachzahnarztausbildung) die Professionalität der zahnärztlichen Betreuung von Kindern in Deutschland wesentlich verbessern helfen. In der Poliklinik wird die komplette zahnärztliche Behandlung und kariesprophylaktische Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Alter von der Geburt bis zu 18 Jahren durchgeführt. Für sehr kleine, ängstliche, behandlungsunwillige oder BERUFSFACHSCHULE Die neu eingerichtetet Poliklinik am UKL ist auf die Bedürfnisse und Anforderungen junger Patienten spezialisiert. Fotos: dpa, ukl behinderte Kinder stehen verschiedene verhaltenssteuernde und therapieunterstützende Maßnahmen wie Desensibilisierung, Verhaltensführung, Prämedikation und Sanierungen in Intubationsnarkose zur Verfügung. Zahnbehandlungen in Narkose werden erst nach strenger Indikationsstellung durchgeführt. Dabei können wir auf die hohe kinderanästhesiologische Kompetenz des Klinikums zurückgreifen, ein Umstand, der das immer vorhandene Risiko bei Vollnarkosen gerade bei sehr kleinen Kindern unter den Bedingungen einer normalen zahnärztlichen Praxis ohne diese Rückgriffsmöglichkeit doch deutlich senkt, betont Prof. Dr. Christian Hirsch. Im Ausbau begriffen ist die gemeinsame Betreuung jugendlicher Patienten in kieferorthopädischer Behandlung, wo Prophylaxe und Steuerung der Gebissentwicklung sinnvoll miteinander verknüpft werden räumlich und terminlich, was für die Patienten ein wesentlicher praktischer Vorteil ist. Ein weiterer Schwerpunkt der Direktor der neuen Poliklinik: Prof. Christian Hirsch. Poliklinik ist das umfangreiche Prophylaxeprogramm, das die Beratung und Empfehlungen zur gesunden Ernährung, Übungen zur Mundhygiene ab dem ersten Zahn, professionelle Zahnreinigung, lokale und systemische Fluoridierung, Fissurenversiegelung sowie die gruppenprophylaktische Betreuung in Kindertagesstätten und Schulen beinhaltet. Reine Kinderzahnarztpraxen stellen bundesweit eine recht neue Entwicklung dar so auch in Leipzig. Grundsätzlich bieten diese Einrichtungen das gesamte Spektrum kinderzahnärztlicher Behandlung an. Viele Zahnarztpraxen aus der Region Leipzig überweisen jedoch Kinder und Jugendliche z.b. mit Unfallverletzungen oder Mineralisationsstörungen der Zähne gezielt an die Poliklinik. Die Poliklinik wird in der zweiten Jahreshälfte das neue Gebäude des Zentrums für Zahn-, Mundund Kieferheilkunde beziehen. Mit den neuen Räumlichkeiten beschreiten wir einen neuen Weg von dem bisherigen Saalcharakter der bestehenden über 100 Jahre alten Zahnklinik hin zu einer heute als Standard anzusehenden räumlichen Abtrennung der zahnärztlichen Behandlungseinheiten, so der Spezialist für Kinderzahnheilkunde Prof. Hirsch. Dies und das angenehme Ambiente im Neubau werden für ein gutes Gefühl gerade auch bei den kleinen Patienten und ihren Eltern sorgen. Zudem kann im Interesse der Patienten das gesamte Spektrum der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten sowie die Expertise der im Department für Kopf- und Zahnmedizin tätigen Kolleginnen und Kollegen genutzt werden. Dazu zählen die Kieferorthopädie, die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie mit ihren speziell eingerichteten Eingriffsräumen, die Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde sowie die dreidimensionale Radiologie des Kopfes. Michael Lindner Tag der offenen Tür am10. März: Gesundheitsfachberufe werden vorgestellt Zum diesjährigen Tag der offenen Tür lädt die Medizinische Berufsfachschule Leipzig am 10. März von 10 bis 14 Uhr in die Richterstraße 9-11 ein. Traditionell stellen sich an diesem Tag die acht Fachbereiche, in denen die Auszubildenden ihren neuen Beruf erlernen können, vor. Dabei übernehmen Schülerinnen und Schüler, die derzeit an der Schule ausgebildet werden, zusammen mit den Fachbereichsleitern und Dozenten die Vorstellung der Berufe Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Hebammen, Medizinisch-technische Laboratoriumsassistenz und Radiologieassistenz, Physiotherapie, Orthoptik und Diätassistenz. Die Veranstaltung soll den künftigen Schulabgängern, die einen Beruf im Gesundheitsbereich ergreifen möchten, als Orientierung dienen, so Schulleiterin Axinia Hartmann. Aber auch Jugendliche, die noch keine klare Vorstellung von einem künftigen Berufsweg haben, sind herzlich willkommen. Vielleicht können wir ihnen mit unserem Tag der offenen Tür einige Anregungen geben. Für die künftigen Auszubildenden sei es aus ihrer Sicht auch sehr wichtig, dass eine Ausbildung an der staatlich anerkannten Ersatzschule schulgeldfrei sei und sie in drei Berufsgruppen eine Ausbildungsvergütung durch den Vertrag mit dem Universitätsklinikum erhalten. Neben der Vorstellung der Schule und den Bewerbungsverfahren wird ein buntes Rahmenprogramm geboten, dass die Vielfalt der über 60-jährigen Ausbildungsstätte darstellen wird. So gibt es neben dem Austauschprogramm mit der US-amerikanischen Bildungseinrichtung in Duluth auch einen dualen Studiengang in Zusammenarbeit mit der Universität Halle-Wittenberg. Begleitend zur Ausbildung kann hier ein Bachelor-Studium in der Fachrichtung Gesundheits- und Pflegewissenschaften absolviert werden und zum international anerkannten akademischen Grad Bachelor of Science führen. Zum Rahmenprogramm gehören Am 10. März offen für alle Interessenten: Die Medizinische Berufsfachschule des UKL in der Gohliser Richterstraße. auch die Demonstration von Erste-Hilfe-Maßnahmen an einer Reanimationspuppe mit der Möglichkeit zur praktischen Übung sowie eine Führung durch das Wohnheim. Musik und zwei Büfetts werden diesen Informationstag abrunden und sollen zugleich den Eindruck einer modernen und junggebliebenen Bildungsstätte unterstreichen. Das Gebäude der Medizinischen Berufsfachschule, die eine der größten Ausbildungseinrichtungen der Region ist, wurde im letzten Jahr für rund 3,5 Millionen Euro im Rahmen des Konjunkturpaketes II saniert. Davon wurde durch das Universitätsklinikum Leipzig als Träger der Schule rund ein Drittel selbst getragen. Nach dieser Investition präsentiert sich die Medizinische Berufsfachschule als eine moderne Bildungsstätten im Bereich der Gesundheitsfachberufe. Michael Lindner

8 8 WISSENSCHAFT & FORSCHUNG AM RANDE Urzeit-Flöhe mit gezacktem Rüssel Zur Zeit der Dinosaurier machten noch andere Riesen die Erde unsicher: Mega-Flöhe, die sich an ihren Opfern festkrallten und ihnen mit einem gezackten Rüssel das Blut aussaugten. Chinesische und französische Paläontologen untersuchten jetzt neun Fossilien aus der Inneren Mongolei und der chinesischen Provinz Liaoning. Nach ihren in der britischen Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Erkenntnissen waren die prähistorischen Flöhe zwischen 1,5 und zwei Zentimeter lang heutige Flöhe messen etwa fünf Millimeter. Die Urzeit-Flöhe hatten keine Flügel und konnten auch nicht springen. Stattdessen hatten sie jedoch Klauen, um sich an haarigen oder gefederten Reptilien festzuklammern. Die Haut ihrer Opfer durchbohrten sie mit einem gepanzerten Saugrüssel, um sich an ihrem Blut zu laben. Die Flöhe waren derart erfolgreich, dass sie das Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren überlebten. Nach Reptilien wandten sie sich Säugetieren und Vögeln als Opfern zu und wurden in der Folgezeit zunehmend kleiner. AFP Laser erkennen Sprengstoffe Sprengstoffe sind gefährlich, besonders bei direktem Kontakt. Um sie zu identifizieren, müssen Experten aber oft sehr nah an sie heran. An der TU Wien entwickelten Forscher nun eine Methode, Chemikalien auch durch undurchsichtige Behälter auf eine Entfernung von über hundert Metern genau zu untersuchen. Der Inhalt von Taschen oder Plastikflaschen lasse sich chemisch analysieren, ohne sie zu öffnen, sagte Professor Bernhard Lendl vom Institut für Chemische Technologien und Analytik. Die Forschergruppe nutzt die Raman-Spektroskopie. Dabei wird ein Laserstrahl beim Auftreffen von verschiedenen Substanzen auf charakteristische Weise gestreut. Die Wellenlänge des Lichts und seine Farbe ändern sich. Aus der genauen Farbzusammensetzung des Lichts lässt sich ablesen, an welcher chemischen Substanz es gestreut wurde. Bisher habe man den Laser und den Licht-Detektor direkt neben den Proben aufstellen müssen, so Lendl. Denn nur ein winziger Bruchteil der gestreuten Lichtteilchen gelangt von der Probe zum Licht- Detektor. Die neue Methode mit einem leistungsfähigen Teleskop, hochempfindlichen Licht- Sensoren und neu entwickelten Analysetechniken ermöglicht nun auch Messungen über große Entfernungen und wenn die Probe in einem undurchsichtigen Behälter aus Kunststoff versteckt ist. dpa BEHINDERUNG Projekt Friend: Mit dem Roboter wieder arbeiten Lena Kredel sitzt seit mehr als 20 Jahren im Rollstuhl. Anfangs konnte sie noch ihre Arme bewegen, doch inzwischen sind auch diese gelähmt. Kredel ist ständig auf Hilfe angewiesen. Ein Glas Wasser trinken, sich kratzen oder die Tür öffnen all das kann sie alleine nicht mehr. Trotzdem arbeitet sie seit einiger Zeit wieder. Möglich macht das ein Assistenzroboter. Friend haben die Forscher der Universität Bremen ihren Prototypen getauft: ein wuchtiger Elektro-Rollstuhl ausgerüstet mit Computer, Roboterarm und Kameraauge. Mit seiner Hilfe wird Kredel bald Bücher in der Universitätsbibliothek katalogisieren können und zwar ohne, dass andere Menschen sie dabei unterstützen. Das ist schon eine wahnsinnige Selbstständigkeit für mich, sagt die zierliche Frau. Zum Steuern braucht Kredel nur ihren Kopf. Mit ihrem Kinn bedient sie einen Joystick, um auf dem Computerbildschirm die gewünschten Funktionen auszuwählen. Mit ihrer Stirn löst sie an einer Halterung den Mausklick aus. Das System macht alles alleine, aber die Nutzerin behält die Kontrolle, erläutert Projektleiter Torsten Heyer vom Institut für Automatisierungstechnik. Zurzeit arbeiten Heyer und seine Kollegen noch daran, die Software zu verbessern. Außerdem entwickeln sie gerade ein Lesegerät, das mit Unterdruck die Seiten von Büchern ansaugt und dann mit einem Hebel umblättert. Kredel sitzt in ihrem Rollstuhl in einer Ecke des Labors und beobachtet die Wissenschaftler bei der Arbeit. Im Sommer wird das System wahrscheinlich soweit sein, dass sie damit in der Bibliothek starten kann. PROMOTIONS-BETREUUNG Bis dahin muss sie noch viel üben: Viermal die Woche kommt sie für mehrere Stunden in die Uni, um neben dem Katalogisieren auch den Umgang mit ihrem Friend zu lernen. Obwohl es oft sehr anstrengend ist, bin ich glücklich, wieder zu arbeiten, sagt Kredel. Für das vom Bremer Integrationsamt mit rund Euro geförderte Modellprojekt ist die Literaturwissenschaftlerin extra von Berlin in die Hansestadt gezogen. Es ist ihr erster Job seit elf Jahren. DFG: Lehren aus Guttenberg-Affäre gezogen Experimentell: Mathematiker Torsten Heyer demonstriert, was Friend, eine Roboterarm-Rollstuhl-Kombination für schwer körperlich behinderte Menschen, bewirken kann. Die Plagiatsaffäre um Karl- Theodor zu Guttenberg (CSU) hat aus Sicht der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Änderungsbedarf im Promotionswesen deutlich gemacht. Erforderlich sei eine bessere Überprüfung von Doktorarbeiten auf Plagiate und eine intensivere Betreuung der Doktoranden. Das Betreuungsverhältnis bei einer Promotion muss sich verbessern, sagte Annette Schmidtmann, verantwortlich für den Bereich Graduiertenkollegs, Graduiertenschulen und Nachwuchsförderung der Nachrichtenagentur dpa. Gute Betreuung bedeutet, dass man regelmäßig über Probleme redet, dass man den wissenschaftlichen Diskurs pflegt, dass man in einer kollegialen Atmosphäre arbeitet. Guttenberg war am 1. März 2011 als Verteidigungsminister zurückgetreten. Ihm war nachgewiesen worden, dass er große Teile seiner in Bayreuth eingereichten Dissertation im Fach Jura abgeschrieben hatte. Auf alle Fälle kann man viel daraus lernen. Die Hochschulen müssen systematisch oder zumindest stichprobenartig auf Plagiate testen, sagte Schmidtmann. Eine spezielle Software zum Aufspüren von abgekupferten Passagen sei sicher sinnvoll. Man darf sich allerdings nicht täuschen lassen. Durch diese technischen Hilfsmittel findet man zwar teilweise Plagiate, sagte Schmidtmann. Aber man kann beispielsweise auch geschickt umformulieren. Und wenn bei naturwissenschaftlichen Arbeiten Daten gefälscht 7,1 Millionen schwerbehinderte Menschen leben dem Statistischen Bundesamt zufolge in Deutschland (Stand: Ende 2009). Davon sind fast querschnittsgelähmt. Auf dem freien Arbeitsmarkt haben sie nur wenig Chancen. Es ist zunächst mal eine Barriere in den Köpfen meist aus Unwissenheit, erläutert Peter Reichert vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter. Viele Arbeitgeber könnten sich nicht vorstellen, dass Schwerbehinderte mit entsprechender Unterstützung genauso viel leisten können wie die anderen Kollegen. Mit diesem Vorurteil wollen die Bremer Wissenschaftler in erster Linie aufräumen: Wir wollen beweisen, dass behinderte Menschen mit Hilfe eines Roboters an einem Arbeitsplatz genauso eingesetzt werden können wie Nichtbehinderte, sagt Heyer. In Serienproduktion wird das System so schnell allerdings nicht gehen, weil die Kosten noch zu hoch sind. Denkbar wäre aber, es künftig auch in anderen Bibliotheken einzusetzen. Das ist schon sehr weit in die Zukunft gedacht, meint die Expertin vom Verband der Elektrotechnik, Birgid Eberhardt. Dennoch sieht die Medizininformatikerin in dem Modellprojekt großes Potenzial. Da werden ganz viele Erfahrungen gesammelt, die sich auf andere Bereiche übertragen lassen. Bisher gebe es wenige praktische Beispiele, wo Menschen in direktem Kontakt mit Robotern zusammenarbeiten. Angesichts des demografischen Wandels werden die intelligenten Maschinen aber immer wichtiger. Roboter können zum Beispiel dazu beitragen, dass alte Menschen länger arbeiten oder alleine zu Hause leben können. Es gibt genügend Menschen, die schwer aus dem Sessel aufstehen können, erläutert Eberhardt. Denen könnte der Roboter dann ein Glas Wasser holen oder die Lesebrille reichen. In einer Vorgänger-Studie an der Uni Bremen hat Friend bereits bewiesen, das er das kann. Irena Güttel werden, ist das so auch nicht auffindbar. Zudem sind nicht alle Originalquellen im Internet zugänglich. Man darf hier keine Wunder erwarten. Aber man kann ein Bewusstsein schaffen, dass kontrolliert wird. Die DFG werbe bewusst für strukturierte Programme zur Promotion, wie beispielsweise Graduiertenkollegs, betonte Schmidtmann. Wir wollen den Promovierenden aus der Isolation holen, er soll regelmäßig mit anderen Promovierenden sprechen. Kathrin Zeilmann

9 LEIPZIG MEINE STADT 9 INTERVIEW Leipzig hat wohl indogermanische Namenswurzel Leipzig strebt seinem großen Jubiläum zu, 2015 jährt sich die urkundliche Ersterwähnung der Stadt zum Mal. In der Serie Leipzig im Wandel der Zeiten werden in der Leipziger Volkszeitung Projekte vorgestellt, die sich mit der Aufarbeitung der wechselvollen Stadtgeschichte befassen, Schlaglichter auf bedeutsame historische Ereignisse geworfen und spannende Geschichten erzählt, die sich im Zeitenlauf zutrugen. Mit der Frage, wie Leipzig zu seinem Namen kam, hat sich Hans Walther, der bis zur Emeritierung 1986 die Professur für Namenforschung und Siedlungsgeschichte an Leipzigs Uni inne hatte, intensiv befasst. Seine Spurensuche reicht bis zur indogermanischen Namenswurzel leib zurück. Frage: Seit wann wird der Name Leipzig erforscht? Hans Walther: Die Arbeiten reichen bis in die 1930er Jahre zurück, in den letzten 50 Jahren wurde die Ortsnamenforschung dann sehr intensiv betrieben. Neue Aspekte ergaben sich durch die so genannte Sprachkontaktforschung ab den 1980er Jahren, bei der das Aufeinandertreffen von zwei oder mehreren Einzelsprachen oder sprachlichen Varietäten beleuchtet wird. Auf welche schriftlichen Frühbelege für Leipzig kann zurückgegriffen werden? Während beispielsweise für Zwenkau, Püchau oder Altenburg ältere Überlieferungen vorliegen, wurde Leipzig bekanntlich in der Chronik des Thietmar von Merseburg erstmals im Jahre 1015 genannt. Von urbe und aeclesia Libzi ist dort die Rede. In den Annalen von Pegau taucht dann um 1150 Libiz auf und in Quellen zum Ende des 12. Jahrhunderts kommen erstmals die Namen Lipz und Lipzka vor. Für das 13. Jahrhundert sind beispielsweise auch Lipczk, Lipzenses, Lipzc, Lipzic oder Lypz aktenkundig. Im 14. Jahrhundert setzt sich das unter anderem mit Leipczk fort und im 15. Jahrhundert sind etwa Leipczke und Leipczigk verzeichnet. Das heute gängige Leipzig findet sich erstmals im Jahre Was sagt uns das? Zunächst einmal, dass es im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts, also nach der Stadtgründung um 1165, einen Namenswandel von Libiz zu den Lipsk-Formen gegeben hat. Lipsk ist zweifellos zu Linde Historische Stadtansicht Leipzigs, die um 1750 angefertigt wurde. gebildet. Das lässt sich variabel übersetzen als Lindenort oder Lindengegend. Darüber braucht man nicht zu streiten, da hat der altsorbische Name die deutsche Mundartentwicklung mitgemacht. Ob die Slawen damals erst das deutsche Linde gehört haben und daraus ihr Lipc machten oder umgedreht, das lässt sich nicht sagen. Realer Hintergrund waren wohl die vielen Linden im Auenwaldgebiet. Deren Holz war wichtig für den Haus- und Kirchenbau der frühen deutschen Bevölkerung. Bei den Slawen ist die Wortwurzel mit Lib zwar auch verwendet worden, aber mehr für Gegenden und nicht für Orte. Die Slawisten haben versucht, das bezüglich Leipzigs mit einem Flussnamen in Verbindung zu bringen. Aber ich habe da arge Zweifel, weil die Bezeichnungen der Flüsse hier bereits alteuropäisch erklärbar sind. Sie vertreten aber eine These, die durchaus mit Wasser zu tun hat... Es geht um die indogermanische Namenswurzel leib, die mit trägem Wasser oder Wasserstau zu tun hat. Während im Gebirge die Flüsse rasant waren, flossen sie hier im Tiefland behäbig und verästelten sich Interessiert sich für Worte und Stämme: Namensforscher Prof. Hans Walther. Foto: wz in viele Arme. Ich gehe davon aus, dass die Altvorderen, die hier siedelten, das in die Ortsbezeichnung einfließen ließen. Denn leib bedeutete so viel wie wässrig, schlüpfrig, schmierig und steckt noch im heutigen Wortgut drin, wobei das ursprüngliche b wegfiel. Leim, Lehm, Schleim oder Schleie zeugen davon. Und im mundartlichen libbern steckt die Bedeutung gerinnen. Das slawische Lib steht auch für schmal oder eng. Ließe sich das nicht als Ortsbezeichnung mit Leipzig in Verbindung bringen, etwa dahingehend, dass es hier einen Straßenengpass gab? Ich habe das erwogen, aber nach gründlicher Prüfung verworfen. Natürlich existierten hier schon vor der Stadtgründung die Königsstraße via regia und die Reichsstraße via imperii, die sich unterhalb der Burg kreuzten. Doch da gab es landschaftlich nichts enges, kein Nadelöhr. Aber wenn wir schon beim Ortskern zu jenen Zeiten sind, als die Deutschen sich hier an der Burg auf dem Matthäi-Kirchhügel niederließen, dann war an der Stelle, wo der heutige Markt ist, nachweislich eine große Lehmgrube. Und da bin ich wieder bei der Namenswurzel, die mit schmierig zu tun haben muss. Eine andere alteuropäische Wortwurzel ist lib mit der Bedeutung schwankend, bewegend und die kann sich auf den unsicheren Boden oder den Flusswasserstand an der Alte-Burg-Altsiedlung bezogen haben. Sind eigentlich Ansätze, die auf einen keltischen Namensbezug abheben, ernst zu nehmen? Abbildung: Stadtgeschichtliches Museum Das ist grober Unfug. Wissenschaftlich gesichert ist, dass die Kelten nur vom Westen her bis zum Thüringer Wald vorgestoßen sind, wohl über Arnstadt bis ins Orla-Gebiet bei Unterwellenborn. Da wurden Reste von Eisenöfen gefunden, die auf die Kelten als Bringer der Eisenzeit-Kultur hinweisen. Gibt es noch Chancen, die Namensgebung Leipzigs weiter zu spezifizieren? Ich habe die Lib-Belege akribisch zusammengesucht und nach meiner Meinung schlüssig gezeigt, dass das b nicht wie früher angenommen eine Erweichung des p aus Lipa sein kann. Das war ein Fehlschluss. Chronist Thietmar von Merseburg war ja ein sehr guter Kenner der slawischen Sprache. Wenn er Libzi schreibt, dann meint er auch Libzi. Natürlich gibt es noch eine Reihe von Fragen, die zu klären sind. Die Hoffnung, weitere schriftliche Frühbelege zu finden, die dabei weiterhelfen könnten, geht aber gegen Null. Leipzig war als Siedlungsort offenbar nicht so prominent, als dass es vor Thietmars Erwähnung über den Tod des Bischofs Eid in urbe Libzi, nennenswert gewesen wäre. Interview: Mario Beck

10 10 UNIVERSITÄTS-LEBEN WISSEN Einschreibung fürs Seniorenstudium beginnt Das Seniorenstudium an der Universität Leipzig ist seit mehr als einem Jahrzehnt für ältere Wissensdurstige da. Die Seminare des Sommerssemesters 2012 beginnen am 10. April. Seit fast 20 Jahren nehmen Senioren unter dem Motto Alt und Jung studieren gemeinsam zusammen mit den jungen Studierenden an ausgewählten Lehrveranstaltungen der Universität Leipzig teil. Im Wintersemester 1993/94 startete das Seniorenstudium mit 37 Teilnehmern. Heute nutzen etwa 500 Senioren pro Semester dieses Angebot. Im semesterweise erscheinenden Studienführer können sie je nach Interesse aus über 200 Lehrveranstaltungen auswählen. Zu den Favoriten zählen Vorlesungen über Geschichte, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Theologie und Psychologie. Weiterhin ist auch die Teilnahme an speziellen Sprach- und Computerkursen sowie verschiedenen Arbeitsgruppen möglich. Außerdem werden verschiedene Exkursionen und Führungen angeboten. Die Gebühr für das Seniorenstudium beträgt 40 Euro pro Semester zuzüglich 10 Euro pro belegtem Sprach- und Computerkurs. Ab 1. März dieses Jahres ist auch der Studienführer für das Sommersemester 2012 in der Wächterstraße 30 zu den Sprechzeiten (Dienstag von 9 bis 12 und 13 bis 18 Uhr, Donnerstag von 13 bis Uhr und Freitag von 9 bis 12 Uhr) erhältlich oder im Internet auf der Seite studium/weiterbildung/bildung-fuer-aeltere/ seniorenstudium/anmeldung.html unter Download einsehbar. Die Lehrveranstaltungen beginnen ab 10. April Susann Huster FORSCHUNG Erfolgreiche Zwischenbilanz bei LIFE Das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE) wurde nach zweieinhalb Jahren Laufzeit einer regulären, wissenschaftlichen Begutachtung im Auftrag und Beisein des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst unterzogen. Die Einschätzung ist durchweg positiv ausgefallen: ein innovatives Projekt, das Leipzig als Wissenschaftsstandort festigt. Im Einzelnen sind die wissenschaftlichen Gutachter zu folgenden Einschätzungen gelangt: Das LIFE-Forschungszentrum der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig ist seit 2009 gut angelaufen. Es handelt sich um ein hochinnovatives Projekt zur Erforschung von Zivilisationserkrankungen, das bereits jetzt teils international sichtbar ist und in erheblicher Weise zur Standortsicherung von Leipzig als Wissenschaftszentrum im Bereich der Life Science beitragen wird. Das Projekt wird als vorbildlich organisiert und als im Verbund mit der Universitätsmedizin und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ausgezeichnet vernetzt eingeschätzt. Abschließend empfehlen die Gutachter dem Land Sachsen deshalb, das Projekt in adäquater Weise weiter über 2013 hinaus zu fördern. Wenn, wie geplant, tatsächlich eine deutschlandweite Untersuchungsgruppe (Nationale Kohorte) zu Zivilisationserkrankungen mit geplanten Teilnehmern eingerichtet wird (beantragtes Vorhaben von BMBF und Helmholtz-Gemeinschaft), dann sehen die Gutachter die Einbindung der LIFE- Struktur und Leipzig darin als Rekrutierungsort gesetzt, was wiederum mehrere Millionen Euro Fördergelder mit sich bringen würde. Das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen ist ein Großforschungsprojekt sowie Wissenschaftsnetzwerk der Universität Leipzig und ist den Ursachen wichtiger Volkskrankheiten auf der Spur. Im Zentrum des Interesses stehen Gefäßerkrankungen und Herzinfarkt, Diabetes mellitus und Adipositas, Depression, Demenz, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Kopf- und Im Bodyscanner werden Kinder und auch Erwachsene abgetastet. Foto: Waltraud Grubitzsch Halstumore sowie Allergien und Stoffwechselstörungen. Eingebunden sind Ärzte und Wissenschaftler der Universität Leipzig, der Medizinischen Fakultät, des Universitätsklinikums und Herzzentrums, des Leipziger Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung. Im LI- FE-Forschungszentrum waren zum 31. Januar 2012 insgesamt 135 Mitarbeiter beschäftigt, davon rund 35 Wissenschaftler und 32 wissenschaftliche Mitarbeiter in Qualifikationsstellen. Seit Herbst 2009 wurden bei LIFE etwa fünf Millionen Euro in Analysentechnik wie 3D-Bodyscanner, hochsensitive Massenspektrometer, Durchflusszytometer für Zellanalysen sowie Systeme für die Genomanalytik investiert. Die ebenfalls neu geschaffene Biobank garantiert optimale Lagerbedingungen für das Probenmaterial. Bislang konnten rund 1200 Erwachsene und 800 Kinder in die Studie eingeschlossen werden. Seit dem Start des Zentrums im Herbst 2009 konnten bis heute 65 Publikationen aus dem LIFE- Programm in guten bis sehr guten Journalen veröffentlicht werden. Es sind erste erfolgreiche Drittmitteleinwerbungen mit Unterstützung der LIFE-Infrastruktur erfolgt (DFG, BMBF, EU), weitere Projekte sollen noch in diesem Jahr beantragt werden. Finanziert wird LIFE bis 2014 mit insgesamt 40 Millionen Euro aus Mitteln der Europäischen Union und des Freistaates Sachsen. Es ist der größte von insgesamt fünf Forschungskomplexen der sächsischen Landesexzellenzinitiative und der einzige in Leipzig. Das Universitätsklinikum Leipzig saniert aktuelle das sogenannte Rote Haus mit mehreren Millionen Euro, damit das LIFE- Forschungszentrum ab Mai 2012 für die Studienambulanzen und für die Wissenschaftler ideale Bedingungen vorfinden wird. Aus Mitteln des Konjunkturprogramms konnten mit Hilfe der Medizinischen Fakultät und des Freistaats Sachsen bereits spezielle Räume für Laboratorien, IT und die Biobank geschaffen werden. Das LIFE-Programm hat in der Leipziger Bevölkerung eine positive Resonanz gefunden, was sich in einer erfreulich hohen Teilnahmebereitschaft zeigt. Diana Smikalla

11 POLITIK I WIRTSCHAFT 11 FRANKREICH Super-Steuer für Super-Reiche Flüchten die französischen Super-Reichen schon bald in Scharen ins Ausland? Das jedenfalls prophezeien die politischen Gegner von François Hollande, der gute Chancen hat, im Mai zum neuen Präsidenten von Frankreich gewählt zu werden. Denn der Sozialist will die oberen Zehntausend des Landes kräftig schröpfen: Ein Steuersatz von 75 Prozent auf Einkommen ab einer Million Euro jährlich schwebt ihm vor in Europa ein Rekord- Steuersatz. Selbst Hollandes politische Rivalen waren Ende Februar verblüfft über den drastischen Vorstoß. Präsident Nicolas Sarkozy, der in den Wahlumfragen seit Monaten hinter Hollande liegt und selbst immer wieder mit überraschenden Vorschlägen aufwartet, nannte das Vorgehen improvisiert. Einen erschreckenden Dilettantismus attestierte der Staatschef seinem Herausforderer. Der Zentrumspolitiker und Präsidentschaftskandidat François Bayrou rechnete vor, wenn zu Hollandes Steuersatz von 75 Prozent noch die Sozialabgaben hinzugezählt würden, dann läge die Belastung sogar bei hundert Prozent. Einig waren sich die Kritiker darin, dass sich die französischen Millionäre ins Ausland absetzen werden. Der konservative Parlamentspräsident Bernard Accoyer warf dem Sozialisten vor, er wolle die letzten Reichen aus dem Land treiben. Bayrou Koffer packen oder Steuern zahlen: Auf Frankreichs Reiche kommen laut neuesten Plänen der oppositionellen Sozialisten drastische Sondersteuern zu. wartete mit dem Drohszenario auf, dass Persönlichkeiten wie der frisch gekürte Oscar-Preisträger Jean Dujardin dem Land den Rücken kehren könnten. Und auf der Internet-Seite der konservativen Zeitung Le Figaro kündigten tatsächlich schon einige Super-Reiche ihre Steuerflucht an. Hollande hat im Januar bei der Vorstellung seines Wahlprogramms deutlich gemacht, wofür er Geld braucht: Er strebt nicht nur einen ausgeglichenen Haushalt für den hoch verschuldeten Staat an, er will auch zehntausende neue Stellen im Bildungswesen schaffen. Bisher hatten ihm Kritiker vorgehalten, dass er offen lasse, wie er dies alles finanzieren wolle. Nun kündigte er klipp und klar an: Das ist Patriotismus, wenn man akzeptiert, eine Zusatzsteuer zu zahlen, um das Land wieder aufzurichten. Der Sozialist hat dabei vor allem die französischen Spitzenmanager im Visier. Schon im Januar hatte er die Welt der Finanzen zu seinem Hauptgegner erklärt. Hollande grenzt sich damit auch klar von Präsident Nicolas Sarkozy ab, der zu seinem Amtsantritt 2007 die Gesamt-Steuerbelastung bei maximal 50 Prozent gedeckelt hatte und dem nicht zuletzt deshalb der Ruf als Präsident der Reichen anhaftet. Nach Angaben der Sozialisten wären zwischen 7000 und Menschen von der neuen Reichensteuer betroffen. Der sozialistische Bürgermeister von Paris, Bertrand Delanoë, stellte vorsorglich klar, dass nur das zusätzliche Einkommen über eine Million Euro hinaus mit 75 Prozent besteuert werden solle und nicht der gesamte Betrag. Laut europäischer Statistikbehörde Eurostat lag der höchste Spitzensteuersätze 2011 in Europa bei 56,4 Prozent in Schweden. In Deutschland, wo Hollande schon mit seinen Vorschlägen zur Euro-Krise und zum Fiskalpakt auf Unverständnis gestoßen war, dürfte die Reichensteuer auch bei sozialdemokratischen Parteifreunden eher Kopfschütteln auslösen. SPD-Chef Sigmar Gabriel lehnte erst vor wenigen Wochen eine Reichensteuer klar ab: Mit einem Überbietungswettbewerb von Steuererhöhungen kann man natürlich keine Wahl gewinnen, sagte er vor dem SPD-Bundesparteitag im Dezember. Die Sozialdemokraten beschlossen am Ende einen Spitzensteuersatz von 49 Prozent, einen moderaten - Reichensteuer-Zuschlag lehnte die SPD ab. Anerkennung bekam Hollande hingegen von Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon, der ein Linksbündnis zusammen mit den Kommunisten anführt. Den französischen Linken geht Hollandes Reichensteuer noch nicht weit genug: In ihrem Wahlprogramm wird ein Steuersatz von hundert Prozent auf alle Einkünfte gefordert, die über Euro pro Jahr liegen. Christine Pöhlmann SOLARFÖRDERUNG Letztes Wort noch nicht gesprochen Für Sonnenstrom vom Hausdach gibt es künftig deutlich weniger Geld. Das Bundeskabinett beschloss Ende Februar eine Kürzung der milliardenschweren Solarförderung um 20 bis knapp 30 Prozent, um ein Ausufern der Kosten für die Verbraucher zu vermeiden. Sie zahlen die Förderung über den Strompreis. Die Neuregelung soll bereits ab 9. März greifen hier ist aber das letzte Wort noch nicht gesprochen: Die Fraktionen von Union und FDP peilen für Dachanlagen eine Übergangsfrist bis April an, damit bereits geplante Anlagen noch die alte Förderung bekommen. Diese wird auf 20 Jahre garantiert. Es gehe um Vertrauensschutz für Investitionen, hieß es aus der FDP-Fraktion mit Blick auf die längere Übergangsfrist. Proteste gegen die Hau-Ruck-Aktion: Wirtschaftsminister Rösler, Kanzlerin Merkel und Umweltminister Röttgen werden aufs Korn genommen. Auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer betonte: Da muss eine Lösung her. Die Kürzungen an sich werden aber akzeptiert. Für Dachanlagen soll es statt 24,43 Cent je Kilowattstunde künftig nur noch 19,50 Cent geben. Die Förderung schlägt pro Haushalt mit etwa 70 Euro jährlich zu Buche. Solarstrom trägt bisher nur drei Prozent zum Strommix bei. Bisherige Förderregelungen sind von der Reform nicht betroffen, sie erhalten die zum Zeitpunkt der Installation gültige Vergütung. Da diese auf 20 Jahre garantiert wird, summieren sich die gezahlten und noch zu zahlenden Vergütungen bereits auf rund 100 Milliarden Euro. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) wies im Bundestag die massive Kritik der Opposition zurück. Schon bei Kürzungen in den Vorjahren hätten SPD und Grüne den Tod der Solarindustrie in Deutschland vorhergesagt und 2011 seien aber Megawatt an Solaranlagen installiert worden, das entspreche der Leistung von 15 Großkraftwerken. Es sei ein großer Fortschritt, dass es heute schon oft günstiger sei, Strom aus Photovoltaikanlagen selbst zu verbrauchen, statt den Strom vom Versorger zu beziehen. Es gebe erhebliche Fortschritte bei der Senkung der Photovoltaikkosten. Deutschlandweit gibt es bereits rund eine Million Solaranlagen. Deutsche Firmen konnten zuletzt aber nur bedingt profitieren, sie leiden unter dem Preisdruck durch eine Flutung des Marktes mit billigen Modulen aus China. Nutznießer ist vor allem das Handwerk. Abgeordnete von Union und FDP berichteten, dass es gerade von Handwerkern heftige Proteste gebe, die ohne Übergangsfristen auf vielen bereits gekauften Solarmodulen sitzen bleiben würden. dpa

12 12 KULTUR AM RANDE Otto der Große im Fokus Die Domschätze Halberstadt und Quedlinburg wollen in diesem Jahr mit Sonderausstellungen rund um Otto den Großen ( ) bei den Besuchern punkten. Sie beteiligen sich damit an der Landesausstellung Sachsen- Anhalts Otto der Große und das Römische Reich, die ab dem 27. August im Kulturhistorischen Museum in Magdeburg zu sehen ist. Der Geburtstag Ottos jährt sich zum Mal, seine Krönung zum Kaiser ist 1050 Jahre her. Im Halberstädter Domschatz soll die Geschichte des Streits zwischen dem Kaiser und dem Halberstädter Bischof Bernhard I. erzählt werden, der sogar zu Ottos Exkommunizierung führte. Otto wollte das Erzbistum Magdeburg gründen, Halberstadt wehrte sich dagegen. Wie sich Otto schließlich durchsetzte, können Besucher in der Ausstellung In der Hoffnung auf ewigen Lohn. Otto der Große und das Bistum Halberstadt (14. Juli 9. Dezember) erfahren. In Quedlinburg steht die mittelalterliche Hochzeitspolitik im Mittelpunkt einer Schau. Otto, der häufiger in der Harzstadt weilte, soll hier seine Frau Editha geheiratet haben. Der König kommt! Hochzeit in Quedlinburg (24. August 2. Februar 2013) zeigt die engen Verbindungen Ottos mit Quedlinburg und seinem hochadeligen Damenstift. dpa Liefers soll wählen gehen Der Schauspieler Jan Josef Liefers soll für Sachsens SPD den neuen Bundespräsidenten wählen. Das teilte die Landtagsfraktion in Dresden mit. Liefers stammt aus Dresden. Die Fraktion begründete ihren Vorschlag unter anderem mit dessen gesellschaftlichen und sozialen Engagement, das herausragend sei. Sachsens Landtag wird am 5. März die 33 Frauen und Männer bestimmen, die neben den heimischen Bundestagsabgeordneten das Land bei der Bundesversammlung zur Wahl des neuen Staatsoberhauptes vertreten. Bei der Wahl von Christian Wulff 2010 hatte Sachsen 34 Wahlfrauen und -männer in die Bundesversammlung entsandt. Das Vorschlagsrecht für die Vertreter aus den 16 Ländern, die nicht zwingend Politiker sein müssen, haben die Landtagsfraktionen. Häufig werden dafür auch Prominente aus Kultur, Unterhaltung und Sport auserkoren. Der Nachfolger von Wulff wird am 18. März in Berlin gewählt. dpa TOUR Nana Mouskouri auf Jubiläumstour Die Weißen Rosen schickte sie in ihrem größten Hit aus Athen, doch ihre Karriere kam damit erst in Berlin in Gang. Wenn Sängerin Nana Mouskouri demnächst zu ihrer Jubiläumstour 50 Jahre Weiße Rosen aufbricht, dann liegt der Griechin Deutschland besonders am Herzen. Für mich war Deutschland der Anfang meiner großen, unglaublich internationalen Karriere, sagt die 77-Jährige in Hamburg, wo sie das Programm ihrer am 11. April in Bremen beginnenden Konzertreise vorstellte. Wenn Mouskouri über ihr besonderes Verhältnis zu Deutschland redet, während in Berlin der Bundestag über das Griechenland-Hilfspaket abstimmt, dann scheut sie deutliche Worte nicht: Griechenland ist ein sehr stolzes Land, sagt sie und nimmt die Menschen in ihrer Heimat in Schutz. Die haben keine Angst zu arbeiten und sind sehr ehrlich. Das Land habe 30 Jahre lang mit einer Lüge gelebt, die Politiker hätten viele Fehler gemacht, erklärte die Sängerin, die seit langem ihren Hauptwohnsitz in der Schweiz hat. Sie hoffe sehr auf die Lösung der Probleme, sagt die Chanson-Ikone. Die Menschen verdienen wirklich diese Lösung. PREIS Oscar-Gewinner: Viel, viel und lange arbeiten Müde klingt Thilo Kuther, Gründer und Chef des Firmennetzwerks Pixomondo am 27. Februar, am Morgen nach der Oscar-Nacht. Er habe zwar ein bisschen geschlafen, aber nicht allzu Gemeinsam auf Tour: Die griechische Sängerin Nana Mouskouri (L) und Tochter Hélène Lenou Mouskouri. Klare Worte scheut Mouskouri, die 1961 in Berlin das Lied Weiße Rosen aus Athen aufnahm, auch nicht, wenn es um lang, erzählt der gebürtige Hesse. In der Nacht zum 27. Februar bekam seine Firma einen Oscar für die Effekte in dem 3D-Film Hugo Cabret. Der 48-Jährige lebt seit 2008 in Los Angeles. ihre Rückkehr geht. Eigentlich hatte sich die dunkelhaarige Sängerin, deren Brille zum Markenzeichen geworden ist, von Frage: Wie fühlen Sie sich, nachdem Ihre Firma einen Oscar bekommen hat? Kuther: Müde. Sehr, sehr glücklich. Es war großartig. Unglaublich. Ich bin noch nicht ganz wach befürchte ich. Sekt für den Oscar: Pixomondo wurde in der Nacht zum 27. Februar für die besten visuellen Effekte in Martin Scorseses Hugo Cabret ausgezeichnet. der Bühne verabschiedet begann ihre Abschiedsreise durch die ganze Welt, mit einem Konzert im Athener Amphitheater Herodion endete diese Für mehr als 200 Millionen verkaufte Tonträger hatte sie 300 goldene, platine und diamantene Schallplatten erhalten nun wollte sie gehen. Warum habe ich Auf Wiedersehen gesagt?, fragt sie nun selbst und erklärt. Das sei keine Lüge gewesen. Damals habe sie sich gut gefühlt, habe aber auch nicht wissen können, wie das einige Jahre später aussieht und wie lange sie das alles noch machen könne. Aber vier Jahre später ich bin immer noch gut, sagt die Künstlerin. 16 Konzerte im deutschsprachigen Raum will die Sängerin bis Anfang Mai geben, begleitet von ihrer Tochter Hélène, die selbst unter dem Künstlernamen Lénou eine Laufbahn als Sängerin eingeschlagen hat und nun gemeinsam mit der berühmten Mutter auftreten wird. Spätestens mit dem ersten Konzert muss Mouskouri sich dann auch nicht mehr die Frage stellen, die sie seit ihrem Abschied von der Bühne beschäftigt hat: Was machst du alle Abende um acht Uhr, wenn du normalerweise irgendwo in einem Theater dich vorbereitest, auf die Bühne zu gehen? Dorit Koch Als Sie Pixomondo 2001 gegründet haben hätten Sie gedacht, dass diese Firma einmal einen Oscar bekommen würde? Nein, damit kann man natürlich nicht rechnen. Ich habe ja in einem Keller angefangen... Obwohl: Keller wäre schon geprahlt, eigentlich war es eher eine Garage. Wenn Kunden kamen, habe ich immer das Bett hochgeklappt. Die Rechner standen in der Dusche. Als die Firma 25 Mitarbeiter hatte wurde es langsam eng. Wie hat Pixomondo es geschafft, so groß und so erfolgreich zu werden? Der Weg dahin? Viel, viel und lange arbeiten, viele Nachtschichten. Ein Vorteil ist unser großes Netzwerk: Die Kunden schätzen es, wenn jemand vor Ort ist. Und je mehr Standorte es wurden, desto besser hat das Ganze funktioniert. Inzwischen können wir 24 Stunden arbeiten. Interview: Sandra Trauner

13 UNTERHALTUNG 13 UNFALL Herzspezialist verteidigt Prinz Frisos Ärzte Rund 50 Minuten lang wurde Prinz Friso nach seinem Lawinenunfall wiederbelebt. War das zu lange? Ein Münchner Herzspezialist nimmt Stellung zu der Debatte um die medizinischen Möglichkeiten. Der Münchner Herzspezialist Professor Dr. Rüdiger Lange hat die lange Reanimation des niederländischen Prinzen Johan Friso (43) nach seinem Lawinenunfall verteidigt. Ich habe in den Medien verfolgt, dass diskutiert wird, ob es falsch war, den Prinzen wiederzubeleben, sagte der Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Deutschen Herzzentrum Münchens. Presseberichten zufolge hatte es 50 Minuten gedauert, bis das Herz des Prinzen wieder schlug. Lange hält diese Diskussion für unsinnig. Besonders bei einem so jungen Menschen wird man immer alles probieren, gerade weil die Ausgänge so variabel sind. Man würde natürlich immer versuchen, ihn wiederzubeleben, betonte der Professor. KAUFPLÄNE Traum vom Haus am Starnberger See geplatzt Aus und vorbei Veronica Ferres und ihr Lebensgefährte Carsten Maschmeyer geben Pläne auf, sich am Starnberger See häuslich niederzulassen. Ein Sprecher der Gemeinde Münsing bestätigte einen Bericht des Münchner Merkurs, wonach das Paar eine denkmalgeschützte Villa mit Seezugang wieder verkaufen will. Es ist ein entsprechendes Fax eingegangen, sagte der Sprecher. Die Villa werde von einem Makler bereits zum Kauf angeboten. Das Münchner Büro der Schauspielerin bestätigte lediglich, dass Ferres und Maschmeyer die Pläne für eine Bleibe am Starnberger See aufgegeben haben. Maschmeyers Sprecher Ulrich von Rotenhan teilte auf Anfrage mit, Maschmeyer sei sowohl in Hannover als auch in Bayern unternehmerisch tätig und besitze dort Immobilien. Die 46-jährige Schauspielerin Prinz Constantijn, Königin Beatrix, ihre Schwester Margriet Van Vollenhoven, Johan Friso s Ehefrau Mabel und Kronprinz Margriet Van Vollenhoven vor dem Universitäts-Hospital Innsbruck. Foto: AFP Prinz Friso lag etwa 20 Minuten lang unter einer 40 Zentimeter dicken Schneeschicht. Wenn ein Mensch von einer Lawine verschüttet wird, übt der Schnee Druck auf seinen Brustkorb aus oder es kommt zu einer Verengung der Atemwege. Das führt zu Atemnot und Sauerstoffmangel. Aber da gibt es tausende Varianten bei Lawinenopfern. Manche haben Schneelöcher zum Atmen, die haben dann natürlich wesentlich bessere Chancen, sagte Lange. Schon in der Phase der Atemnot sinke der Sauerstoffgehalt im Blut akut ab und das Gehirn könne Schaden nehmen. Das Herz schlage dann noch weiter, bleibe nach drei bis fünf Minuten aber stehen. Dann kommt zum Sauerstoffmangel auch noch der Kreislaufstillstand, sagte Professor Lange. und ihr Lebensgefährte hatten die Villa nach Angaben der Gemeinde 2011 gekauft und wollten das Anwesen sanieren. Auch der Uferbereich samt Bootshütte hätte nach den Wünschen des prominenten Paares umgestaltet werden sollen. Es gab Pläne, das Grundstück so zu gestalten, dass die Privatsphäre der Eigentümer geschützt wird und das Ortsbild dennoch gewahrt bleibt, so der Rathaussprecher. Doch dann fanden die Pläne der Schauspielerin und des Finanzunternehmers im Münsinger Ortsteil Ambach den Weg in die Medien. Bekannt wurde auch, dass auf dem Grundstück Bäume weichen mussten eine genehmigte Aktion, wie es im Rathaus heißt. Doch das Paar verlor die Lust auf den Wohnsitz am sonnigen Südostufer des Starnberger Sees. In dem Schreiben an die Gemeinde begründen Ferres und Die Unterkühlung des Körpers im Schnee sei für Lawinenopfer sogar vorteilhaft. Die kalten Temperaturen verlängern die Zeit, in der Organe ohne Durchblutung und ohne Sauerstoff überleben können. Dieses Phänomen macht sich die Medizin auch im Krankenhausalltag zunutze. Wir nutzen die Kühlung jeden Tag, zum Beispiel bei Operationen, erklärte Lange. Es gibt die Möglichkeit, den Patient noch weiter in einem gekühlten Zustand zu halten, um den Stoffwechsel noch nicht Kein Haus in Toplage: Veronica Ferres und Carsten Maschmeyer. sofort wieder anzukurbeln und dem Gehirn noch Erholung zu gewähren, sagte der Herzspezialist. So sei es auch im Fall des niederländischen Prinzen gemacht worden. Wenn das Gehirn des Patienten geschädigt worden ist, könne die Medizin oft hinterher viel leisten, wenn Funktionen wie Laufen und Sprechen neu erlernt werden müssen. Aber dafür muss der Patient ein gewisses Reha- Potenzial haben, erklärt Lange. Viele Patienten erleben die Rehabilitation ja auch gar nicht. Maschmeyer ihren Rückzieher laut dem Zeitungsbericht damit, dass nach den Veröffentlichungen über den Kauf der Villa ihre Privatsphäre nicht mehr zu schützen sei. Die Gemeinde, in der auch der 2011 gestorbene Autor und Zeichner Vicco von Bülow alias Loriot lebte, hätte die Ferres gerne bei sich aufgenommen. Es war das Bemühen spürbar, dass die Eigentümer das Anwesen mit Leidenschaft sanieren, sagte der Rathaussprecher. Der 52-jährige Maschmeyer er gründete einst den Finanzdienstleister AWD zählt zu einem einflussreichen Kreis in Hannover aus Unternehmern, Politikern und anderen Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Sport. Er gilt als Freund von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) und Ex-Bundespräsident Christian Wulff. dpa LEUTE Angelina Jolie, Hollywoodstar, hat mit ihrem Oscar- Auftritt im hochgeschlitzten Kleid für so viel Furore gesorgt, dass sich ihr nacktes Bein inzwischen zum Star im Internet entwickelt. Nicht einmal eine Stunde, nachdem Jolie als Laudatorin ihr nacktes Bein durch den Schlitz ihrer Versace- Robe präsentiert hatte, verfügte The Leg bereits über einen eigenen Twitter-Account. Und nur wenige Stunden später über Anhänger. Ein Kommentar auf dem Kurzbotschaftendienst lautete: Ihr müsst zugeben, ich bin schon ein Mordsbein. Jolis prominentes Körperteil entwickelt zunehmend ein Eigenleben: Im Internet kursieren mehr und mehr Fotos von der Oscar-Nacht oder aktuellen Ereignissen, auf denen aus dem Nichts The Leg auftaucht. Dominique Strauss-Kahn, ehemaliger IWF-Chef, und seine Ehefrau Anne Sinclair müssen noch mehr als Dollar ( Euro) an Grundsteuer für ihr Haus in Washington nachzahlen. Das geht aus den Online-Steuereinträgen der Stadt hervor. Mit Säumniszuschlägen und Zinsen liegt der zu Betrag laut Finanzamt sogar bei mehr als Dollar. Unklar war, warum die Steuern bislang nicht gezahlt wurden. Das Haus mit Swimming Pool im exklusiven Stadtteil Georgetown steht derzeit für 4,7 Millionen Dollar zum Verkauf, nachdem es erstmals im Oktober für 5,2 Millionen Dollar angeboten worden war. Strauss-Kahn war vergangenes Jahr von seinem Amt als IWF- Chef zurückgetreten, nachdem ihm sexuelle Belästigung eines Zimmermädchens in einem New Yorker Hotel vorgeworfen worden war. Pippa Middleton, zum Medienstar aufgestiegene Schwägerin von Prince William, nimmt am berühmten Wasalauf in Schweden teil. Die sportliche 28-Jährige und ihr jüngerer Bruder James haben sich an dem 90 Kilometer langen Skilanglauf-Rennen beteiligt, um Geld für eine Kinder-Stiftung zu sammeln, so die Organisatoren. Für den diesjährigen Wasalauf, auf Schwedisch Vasaloppet, haben sich demnach knapp Teilnehmer angemeldet. Er erinnert an die historische Flucht von Gustav I. Wasa, der 1521 auf Skiern den dänischen Invasoren entkommen war. Vor 90 Jahren wurde der Lauf zum ersten Mal veranstaltet nahm auch Schwedens König Carl XVI. Gustaf am Vasa loppet teil er schaffte die 90 Kilometer in 8 Stunden, 12 Minuten und 41 Sekunden.

14 14 REISE KANADA Titanic-Katastrophe: Wracktauchen und 14-Gänge-Menü Der Atlantik bricht sich schäumend an den Felsen unterhalb des Signal Hills, des Hausbergs von St. John s. Auf dieser Erhebung empfing der Italiener Guglielmo Marconi 1901 ein Morsesignal, das es von Cornwall in Südengland über den Ozean bis nach Neufundland geschafft hatte. Das Experiment war ein Meilenstein in der drahtlosen Kommunikation. Gut zehn Jahre nach der Pioniertat wurde die Technologie bereits zur Kommunikation unter Schiffen angewendet. An Land entstanden vielerorts Marconi-Funkstationen. So auch am äußersten Zipfel der Halbinsel Avalon im Osten Neufundlands, am Cape Race, wo am frühen Morgen des 15. April 1912 eine Morsebotschaft einging: CQD MYG. Es war das erste Notsignal der Titanic, das an Land empfangen und beantwortet wurde. Zu der Zeit trieb der damals als unsinkbar geltende Ozeanriese bereits mit Schieflage knapp 600 Kilometer vor der Küste Neufundlands im eisigen Atlantik. Kurz zuvor, am Vortag um Uhr, hatte er einen Eisberg gerammt. Von Cape Race aus verbreitete sich die Botschaft in alle Welt, sagt David Myrick. Der kleine Mann mit den funkelnden Augen, 73 Jahre alt, erzählt von damals. Er kennt die Ereignisse der Schicksalsnacht genauer als viele. Sein Großonkel James war vor 100 Jahren in der Marconi-Station am Kap vor Ort. Ein Kollege war der diensthabende Funker in dieser Nacht. Für einen Moment, er brauchte eine Pause oder musste auf Toilette, verließ dieser das Gebäude. So saß James allein vor dem Empfänger. Dann kam der Notruf. James stürzte raus, und die Dinge nahmen ihren Lauf. In einem Moment der Geschichtsvergessenheit wurde die Marconi-Station auf Cape Race in den 1960er Jahren mit Bulldozern dem Erdboden gleich gemacht. David Myrick schüttelt den Kopf: Das Einzige, was uns geblieben ist, ist dieser alte Marconi-Schriftzug. Heute ist das Chrom-Emblem Teil einer Ausstellung in der wieder aufgebauten Station. Wenn sich der Untergang am 15. April zum 100. Mal jährt, plant Myrick eine große Gedenkfeier. Leihweise herangeschafft werden soll die Titanic -Ausstellung des Johnson Geo Center am Signal Hill in St. John s. In dem Haus ist zu seichter Musik aus James Camerons Spielfilm Titanic die Geschichte des einst größten Schiffs der Welt mit Fotografien, Dokumenten, Kopien von Zeitungsausschnitten und Film-Requisiten minutiös nachgezeichnet. Überbleibsel der Tragödie: Im Maritime Museum of the Atlantic ist unter anderem ein Liegestuhl zu sehen, der früher auf dem Deck der Titanic stand. Fotos: dpa Die Organisatoren haben bereits sämtliche Hotelzimmer der Gegend reserviert und rechnen mit einem Massenauflauf an der sonst so einsamen Steilküste und mit Eisbergen, die jedes Jahr ab April die berühmte Iceberg Alley im Labradorstrom an Neufundland hinabtreiben. Bei der Gedenkfeier wollen wir für alle hörbar den Funkverkehr zwischen der Titanic und Cape Race nachstellen, sagt David Myrick, der dabei die Hauptrolle spielen wird. Der ehemalige Funker will mit einem Schiff bis zu dem Punkt rausfahren, wo die Titanic unterging und von dort aus die Morsetaste bedienen. Aber es wird auch andere Gelegenheiten geben, der Titanic nahe zu sein in dieser Nacht. Zum Beispiel an Bord des Kreuzfahrtschiffes Balmoral. Während einer längst ausverkauften Charterfahrt entlang der Unglücksroute, genannt Titanic Memorial Cruise, steuert das Schiff der Fred. Olsen Line die gleiche Position wie Funker Myrick an und wird sich dann knapp vier Kilometer über dem Wrack befinden. Gebucht haben 1309 Passagiere, exakt so viele, wie an Bord des einstigen Vorzeigeschiffs der White Star Line waren. Teils haben sie sich zeitgenössische Kleidung nachschneidern lassen. Nach zwölf Nächten auf See will man New York erreichen, den eigentlichen Titanic -Zielhafen. Später im Jahr dürfen weitaus zahlungskräftigere Kunden sogar das Wrack der Titanic besuchen bei Tauchexpeditionen zum Preis von mehr als Euro pro Person. Das ist eine überwältigende Erfahrung. Nichts und niemand kann einen darauf vorbereiten, wie riesig das Schiff ist - es ist unermesslich, begeistert sich Expeditionsleiter Rob McCallum, der schon einmal die Überreste des einst 269 Meter langen Dampfers in 3750 Meter Tiefe aufgesucht hat. Ein Wegweiser in St. John s: 584 Kilometer bis zur Titanic. Zum vorerst letzten Mal plant der Veranstalter Deep Ocean Expeditions den Trip in die ewige Dunkelheit an vier Terminen im Juli und August. Zwölf Tage dauert der ungewöhnliche Ausflug mit einem Expeditionsschiff. Höhepunkt ist der Tauchgang in einer kleinen Kapsel. Zwei Stunden dauert das Abtauchen, fünf bis sieben Stunden bleiben wir unten, erläutert McCallum die nüchternen Eckdaten. Am Meeresboden angekommen erleuchten die Scheinwerfer der Tauchkapsel den Bug der Titanic. Das Unterwassergefährt surrt weiter bis zur Brücke, wo einst Captain Smith die Befehle gab, taucht dann das einstige Promenadendeck in einen Lichtkegel und arbeitet sich durch das Trümmerfeld bis zum Heck vor. Besucher, die das Expeditionsschiff im großen Naturhafen von St. John s nicht entern, gehen in der Stadt auf Titanic -Spurensuche. St. John s gilt als älteste Stadt Nordamerikas und ist an sich schon reizvoll. Die hölzernen Fischerhäuser des Battery-Viertels säumen an steilen Hängen den Eingang der großen Bucht. Titanic -Freunde aber zieht es zur Ryan Mansion, einer noblen Herberge. Von der Eingangshalle führt eine opulente Holztreppe in die oberen Gemächer sie ist der Stolz der Betreiber Robert Hall and Kevin Nolan. Die Treppe sei von denselben Kunsthandwerkern gefertigt worden wie einst der große Hauptaufgang in der Titanic. Der reiche Fischhändler James Ryan hatte sich die Villa zwischen 1909 und 1911 errichten lassen. Auf einem seiner Schiffe soll die Treppe nach Neufundland transportiert worden sein. Die letzte Nacht auf der Titanic spielen die Betreiber der Ryan Mansion regelmäßig nach in kulinarischer Hinsicht. Für größere Gruppen bereitet Chefkoch Stephan O Brien eine Auswahl aus dem 14-Gänge-Menü zu, das Passagiere der ersten Klasse am Abend des 14. April 1912 an Bord der Titanic serviert bekamen, bevor auch Teller und Tassen mit dem Ozeanriesen in die Tiefe gerissen wurden. Auch ein paar hundert Kilometer Luftlinie von St. John s entfernt, in Halifax, dreht sich alles um die Titanic. Touristenführer Glenn Taylor erzählt dramatische Geschichten von den letzten Stunden der Menschen, die mit der Titanic im Meer versunken sind. Hier auf den Friedhöfen in Halifax sind wir näher dran an der Titanic -Katastrophe als irgendwo anderes, sagt Taylor zwischen den 121 Grabsteinen der Opfer auf dem Fairview Lawn Cemetery in Halifax. Besuchern aus aller Welt kommen die Tränen, wenn Taylor die tragische Vergangenheit der rund 1500 Toten wieder zum Leben erweckt. Halifax an der Ostküste Kanadas in der Provinz Nova Scotia war zur Unglücksstelle der nächstgelegene größere Hafen mit guter Ausrüstung. Von hier sind die Schiffe ausgelaufen, um die Leichen auf hoher See zu bergen. 150 Passagiere und Besatzungsmitglieder der Titanic sind in Halifax auf drei Friedhöfen begraben. Nun begeht Halifax das 100. Jahr nach dem weltberühmten Untergang unter anderem mit einem Filmfestival, speziellen Führungen in der Stadt, Konzerten und einer Expertentagung. Der Titanic -Rummel treibt bisweilen allerdings auch seltsame Blüten und das tragische Ende des Ozeanriesen scheint bis heute eine unglaubliche Faszination auf viele Menschen auszuüben. Eine Theaterproduktion wirbt damit, zu den Vorstellungen ihres Titanic -Stückes ein Abendessen zu servieren, das dem letzten Menü an Bord des Luxusliners nachempfunden ist getrennt nach 1., 2. und 3. Klasse. Wobei die Speisung für Gäste dritter Klasse mit Gemüsesuppe, Irish Stew und Milchreis verglichen mit der Verpflegung für die anderen Passagiere entsprechend einfach ausfällt. Für Besucher aus aller Welt ist außerdem schon jetzt die Titanic - Ausstellung im Maritime Museum of the Atlantic eine gute Anlaufstelle. Dort ist unter anderem ein Liegestuhl zu sehen, der früher auf dem Deck des Schiffs stand. Ein Film zeigt Aufnahmen von Tauchexpeditionen zum Wrack. Museumsmanager John Hennigar Shun erhofft sich durch den 100. Jahrestag des Schiffsunglücks einen ähnlichen Boom wie nach dem Titanic -Film mit Leonardo DiCaprio. Damals hatte sich die Besucherzahl auf pro Jahr mehr als verdoppelt. Shun erklärt sich die Titanic -Faszination nach fast einem Jahrhundert auf seine Art: Die Titanic -Katastrophe erinnert die Leute an ihre eigene Sterblichkeit und die menschliche Arroganz. Stefan Weißenborn, Christoph Strotmann

15 FRESH DIE JUNGE SEITE 15 SOZIALE PHOBIE Wenn Schüchternsein zur Krankheit wird Fünf bis zehn Prozent aller Jugendlichen leiden Studien zufolge unter extremen sozialen Ängsten. Soziale Phobie ist damit eine der häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Im Forschungsverband Sopho-net versuchen Forscher verschiedener Fachrichtungen, mehr über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten herauszufinden. Lena Krebs, Sprecherin des Netzwerks, gibt dazu Auskünfte und wertvolle Tipps. Frage: Wie entsteht Soziale Phobie? Lena Krebs: Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren. Einer davon ist eine angeborene Verhaltenshemmung. Diese Jugendlichen sind im Kindesalter sehr schüchtern, bei allem Neuen neigen sie dazu, sich zurückzuziehen, in Angstsituationen reagieren sie mit Erstarrung. Ein zweiter Auslöser kann eine traumatisierende soziale Erfahrung sein, zum Beispiel, wenn man gehänselt, gedemütigt oder ausgeschlossen wird. Wir sprechen von einem biopsychosozialen Modell, das heißt, Veranlagung, Psyche und persönliche Erfahrungen spielen zusammen. Ab wann wird die Scheu vor Menschen krankhaft? MUSIC / VIDEO / GAMES / BOOKS Zu unsicher: Schüchternheit hat bei einigen Betroffenen ein krankhaftes Ausmaß. Nicht jeder, der scheu ist, hat gleich eine soziale Phobie. Entscheidend sind Dauer und Schwere. Eine Störung liegt vor, wenn die Angst so stark ist, dass sie einen Leidensdruck hervorruft und die Lebensqualität beeinträchtigt und zwar mindestens sechs Monate lang. Eine soziale Phobie wird manchmal nicht als krankhaft wahrgenommen, weil schüchterne Kinder und Jugendliche von der Gesellschaft eher als angenehm empfunden werden. Im Gegensatz zu Kindern mit ADHS stören sie zum Beispiel nicht im Unterricht. Welche Folgen hat das für das die Betroffenen? Die Folgen können gravierend sein. Wegen des sozialen Rückzugs werden wichtige soziale Kompetenzen nicht erlernt. Dass die Schule abgebrochen wird, dass keine Berufsausbildung gemacht wird, dass keine intimen Beziehungen eingegangen werden... Es besteht ein hohes Risiko für zusätzliche Störungen wie Depressionen oder andere Angststörungen. Manche Jugendlichen versuchen ihre Angst durch Alkohol oder Drogen zu bekämpfen. Je länger man eine soziale Phobie hat, desto wahrscheinlicher ist, dass sie chronifiziert und desto beeinträchtigender ist sie für das Leben. Was hilft den Patienten? Es gibt zwei Therapieformen, die von unterschiedlichen Grundannahmen ausgehen. In der kognitiven Verhaltenstherapie geht man davon aus, dass eine fehlerhafte Informationsverarbeitung die Ängste aufrechterhält. Wenn zum Beispiel eine Wortmeldung in der Schule nicht gehört wird, schließt der Jugendliche daraus, dass die anderen ihn uninteressant finden und meldet sich noch seltener. Die Therapie hilft ihm, seine Annahmen zu überprüfen und korrigierende Erfahrungen zu machen. Und die andere? Die andere ist die psychodynamische Kurzzeittherapie. Sie geht davon aus, dass die Angst Folge ungelöster Konflikte im Umgang mit Anderen ist. Das hat einen unbewussten inneren Konflikt zwischen Wunsch und Realität ausgelöst. In der Therapie versucht man, das aufzulösen. Eines der Ziele unseres Forschungsprojekts ist herauszufinden, für welche Patientengruppe welche Therapieform besser geeignet ist. dpa AM RANDE Sean Paul Es war einmal ein junger Dancehall-Künstler aus Jamaika, der im Jahr 2002 mit seinen schnellen, präzisen Chants und ausgefeilten Sound ultraschnell an die Spitze der Dancecharts katapultierte: Sein Name: Sean Paul. Zehn Jahre und vier Alben später, im Jahr 2012, ist Paul mit Tomahawk Technique mitten im Mainstream angekommen. Überproduzierte Tracks, Beats, Sounds und Texte, die man anderswo schon x-mal gehört hat. Zwei Singles zum Auskoppeln für die Charts und zum Geld verdienen leider eben nix Neues mehr: Vom einstigen Innovationsführer des Dancehall zur Dutzendware in den Hitlisten. Paul Graeme Willy (Simon Pegg) und Clive Collings (Nick Frost) sind beste Freunde, hartgesottene Nerds und unverbesserliche Comic-Junkies. Nach dem Besuch der Comic- Con in San Diego pilgern sie ins UFO-Mekka von Nevada zur Area 51. Doch nicht mal in ihren kühnsten Träumen hätten die beiden Sci-Fi-Gläubigen mit einer echten Alien-Entführung gerechnet oder besser gesagt mit einem Alien, das sich ihr Wohnmobil schnappt und sie auf den Trip ihres Lebens mitnimmt. Paul so nennt sich der kleine grüne Besserwisser hat 60 Jahre in der geheimsten aller Geheimbasen herumgelungert und hat jetzt etwas Wichtigeres vor. Alan Wake Dieser intensive und extrem atmosphärische Psycho-Action-Thriller besticht unter anderem durch seine tiefgreifende Story, und die detaillierten Charakterdarstellungen. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Alan Wake, einem an Schreibblockade leidenden Bestseller-Autor. Um sich zu erholen fährt Alan mit seiner Frau Alice in die scheinbar idyllische Kleinstadt Bright Falls, im Bundesstaat Washington. Kurz darauf verschwindet Alice unter mysteriösen Umständen... Alan Wake zieht den Spieler in eine filmische Welt, in der die hyperrealistische und interaktive Umgebung erkundet werden kann. Der Anschlag Jake Epping lebt ein normales Leben, bis sein Freund Al ihm ein großes Geheimnis enthüllt: Er kennt ein Portal, das ins Jahr 1958 führt. Und Al gewinnt ihn für eine wahnsinnige Mission. Jake soll in die Vergangenheit zurückkehren und das Attentat auf John F. Kennedy vereiteln, um den Gang der Geschichte positiv zu korrigieren. Und je näher Jake seinem Ziel kommt, den Mord an Kennedy rückgängig zu machen, desto bizarrer wehrt sich die Vergangenheit dagegen... Stephen Kings neuer Roman ist einer seiner besten. Er beschreibt die Vereinigten Staaten, wie sie leider nie waren. Kooperation für Geschichtsstunde Sachsens Schulen erhalten bei der Vermittlung der DDR-Geschichte mehr Unterstützung. Das Kultusministerium und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterzeichneten in Dresden eine Kooperationsvereinbarung. Hilfe gibt es seitens der Stiftung bei Schulprojekten, Geschichtswettbewerben und bei der Fortbildung von Lehrern. Außerdem wollen sich beide Partner regelmäßig über die neuesten Unterrichtsmaterialien austauschen. Der jüngeren Generation müsse der Unterschied zwischen einer Diktatur und der Demokratie deutlich gemacht werden, erklärte die Geschäftsführerin der Stiftung, Anna Kaminsky. Zudem wurde im Lichthof des Kultusministeriums die Ausstellung Jugendopposition in der DDR eröffnet. Sie wurde von der Robert-Havemann-Gesellschaft und der Bundesstiftung konzipiert. Schautafeln porträtieren 18 Jugendliche, die sich dem Regime widersetzten. epd

16 16 PRÄVENTION AM RANDE Impfdoppel gegen Hepatitis Patienten müssen sich nicht sorgen, dass eine Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B weniger wirksam ist als einzelne Impfungen. Das hat eine Studie ergeben, auf die die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hinweist. Wissenschaftler hatten vor 15 Jahren 306 gesunden Menschen im jungen Erwachsenenalter die Doppelimpfung verabreicht und sie vor kurzem untersucht. Alle hätten auch heute noch Antikörper gegen beide Viren im Blut. Wer in diesem Sommer einen Aufenthalt in einem Land plant, in dem Ansteckungsgefahr mit Hepatitis A und B besteht, sollte sich jetzt impfen lassen, rät Peter Galle vom DGVS. Erwachsene, die sich mit dem Doppelimpfstoff immunisieren lassen, müssten drei Dosierungen bekommen: Nach der Erstimpfung seien zwei Auffrischungen nach einem und nach sechs Monaten erforderlich. Die Untersuchung der Studienprobanden ergab, dass die Antikörperkonzentration über die Jahre kaum zurückgegangen ist. Daher gehe man davon aus, dass der Impfschutz ein Leben lang halte. dpa Kontaktlinsen nicht tauschen Freunde tauschen untereinander vieles. Auf den Tausch von Kontaktlinsen sollte man allerdings verzichten, warnt das Kuratorium Gutes Sehen in Berlin. Die Augen jedes Menschen seien unterschiedlich, die Linsen speziell auf eine Person angepasst. Eine für Person A angepasste Linse sitzt womöglich völlig anders auf dem Auge von Person B, sagte eine Sprecherin. Dabei spielten unter anderem der Tränenfilm auf dem Auge, der Radius der Hornhaut sowie Augenlinse und -lid eine Rolle. Ein Tausch könne daher Schäden hervorrufen. Werden die Linsen vor dem Wechsel ins fremde Auge noch nicht einmal desinfiziert, könnten sich die Augen entzünden. Während des Tragens lagern sich Schmutzpartikel, Bakterien, aber auch körpereigene Proteine auf der Linse ab, so die Expertin. Ohne Desinfektion landeten die Teilchen im Auge des Gegenübers. dpa Zuchtpilze gut durchgaren Pilze können dem Magen sehr zu schaffen machen. Das hängt mit der großen Menge Ballaststoffe und dem Chitin, das ist Zellgerüst der Pilze, zusammen. Menschen, die sonst kaum Pilze oder sonstige ballaststoffreiche Nahrung essen, sollten Pilze daher nicht roh verzehren, wie Ernährungsexperten erläutern. Für sie kommen nur gut gebratene, gekochte oder geschmorte Exemplare infrage. Etwa 15 Minuten sollten die Pilze garen. dpa SCHNUPFEN Taschentuch schlägt Hochziehen Vor dem Tropfen kommt das Schniefen. Mal kurz und leise, ein anderes Mal ruckartig, laut und inbrünstig. Hin und wieder landet dann noch ein kleiner Flatschen auf dem Gehweg. Wer es unappetitlich findet, wenn Mitmenschen die Nase hochziehen, ist in guter Gesellschaft. Die meisten Deutschen ekeln sich, sagt die Leiterin des Deutschen Knigge- Rates, Agnes Jarosch. Gerade ist Saison. Der Winter bringt Schnupfen und verstopfte Nasen. Entsprechende Geräusche sind in Geschäften, Bahnen, Büros und auf der Straße zu hören. Wem die Nase wegen Krankheit tropft, kann oft gar nicht anders als zwischendurch mal hochzuziehen. Dass ein Taschentuch verschmäht wird, kann aber auch einem Tick geschuldet oder schlicht Provokation sein. Auch wenn es empfindlichen Zeitgenossen anders vorkommt einen Trend zum Nasehochziehen gebe es nicht, erklärt Jarosch. Mit Blick auf die Globalisierung kommt es aber durchaus öfter vor. Denn ob sich jemand schnäuzt oder den Schleim anderweitig beseitigt, ist eine Frage der Sozialisation. Beispiel Ostasien: Da ist das Hochziehen Standard, höflich und kulturell akzeptiert, sagt Jarosch, die selbst vier Jahre in Südkorea gelebt hat. Ein Taschentuch zum Beispiel in einer Restaurantgesellschaft zu benutzen, sei ein Tabu. In ein Taschentuch zu schnäuzen, wird dort genauso unangenehm empfunden wie bei PRAXIS Vor dem Tropfen kommt das Schniefen. Mal kurz und leise, ein anderes Mal ruckartig, laut und inbrünstig. Die Deutschen benutzen bei Schnupfen gerne Papier-Taschentücher. uns das Nasehochziehen, sagt Jarosch. Wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenträfen, seien die Gepflogenheiten des Gastlandes zu beachten die sich durchaus als Small-Talk-Thema eigneten. Zu lautes Schnäuzen gilt Jarosch zufolge übrigens auch in Deutschland als störend und taktlos. Immer wieder ist zu hören, dass das Nasehochziehen gesund sein soll. Ich halte nicht viel davon, sagt die Hals-Nasen- Ohren-Ärztin Constanze Naas. Weil es Verbindungen zu den Nasennebenhöhlen gebe, könnten Schleim und Keime dorthin gelangen und eine Entzündung hervorrufen. Auch andere Folgekrankheiten seien denkbar. Kindern bringe sie in ihrer Praxis in Frankfurt (Oder) hin und wieder das Schnäuzen bei. Manche fangen mit eineinhalb Jahren an, manche können es mit fünf noch nicht, erzählt Naas. Das ist eine Erziehungsfrage. Ich denke, dahinter kann Faulheit stecken. Zwei bis drei Jahre ihres Lebens verbrächten die Menschen mit laufender Nase, teilt Tiina Decker mit. Sie kümmert sich um die Pressearbeit für Tempo, Inbegriff des Taschentuches. Jeder Deutsche verbrauche pro Jahr 55 Päckchen Taschentücher. Die Papiervariante liegt deutlich vorn. Stofftücher sind aber bei Gentlemen anzutreffen, sagt Benimm-Expertin Jarosch. Aus Gründen der Hygiene seien Papiertücher vorzuziehen sofern man sie gleich nach dem Gebrauch wegwirft. Wenn man im Zug oder an einer Bushaltestelle dann doch mal in Bedrängnis gerät, empfiehlt Jarosch, Nachbarn anzusprechen. Mit einem Taschentuch hilft jeder sicher gerne aus. Leticia Witte Hygiene-Vorschriften für Tagesmütter gelockert Die von der EU verordneten strengen Hygiene-Vorgaben für Tagesmütter müssen nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums nicht eins zu eins umgesetzt werden. Das Recht könne so angewendet werden, dass verhältnismäßige und unbürokratische Lösungen mit Augenmaß, im Sinne der Tagesmütter, der Kinder und deren Eltern gefunden würden, sagte eine Sprecherin von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) der Berliner Morgenpost. Die Umsetzung der EU- Richtlinie liege bei den Ländern und könne flexibel angewandt werden. Nach der EU-Richtlinie müssten Tagesmütter dieselben Hygienevorschriften erfüllen wie Lebensmittelunternehmen. Unter anderem dürften sie keine Zimmerpflanzen mehr auf den Tisch stellen, müssten die Kühlschranktemperatur regelmäßig überprüfen und Lebensmittel kennzeichnen. Das Verbraucherschutzministerium relativierte nun diese Anforderungen: Die Standards für Tagesmütter entsprechen dem Hygieneniveau, das in jedem gut geführten Haushalt ohnehin eingehalten wird, sagte die Sprecherin. Die Berliner Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD), die sich schriftlich bei Aigner über die Anwendung der Richtlinie auf Tagesmütter beschwert hatte, reagierte erleichtert: Wenn diese Klarstellung des Bundesministeriums so zu verstehen ist, dass wir es allein regeln können und Tagesmütter nun doch nicht wie Lebensmittelunternehmen behandelt werden müssen, dann wäre das eine sehr gute Nachricht, sagte sie. dpa Tagesmütter können sich nun wieder mehr um das Wesentliche kümmern: um ihre Schützlinge.

17 FITNESS, BEAUTY & WELLNESS 17 ERNÄHRUNG Mit Ananas fruchtig kombiniert Rohkost, fettarm, halbe Portionen Diäten gibt es wie Sand am Meer. Spätestens mit Schauspielerin Uschi Glas wurde vor einigen Jahren noch eine andere Abnehmmethode bekannt: die Ananas-Diät. Tatsächlich ist die tropische Frucht gesund und eignet sich für zahlreiche leichte Speisen, wie Experten bestätigen. Von einer Diät mit Ananas halten sie aber oft eher nichts. Ananas ist für die gesunde Ernährung geeignet, da sie pro 100 Gramm nur etwa 56 Kilokalorien beziehungsweise 232 Kilojoule enthält, erklärt Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik in Aachen. Sie ist also kalorienarm und enthält trotzdem relativ viele Vitamine und Mineralstoffe. Das seien zum Beispiel Natrium, Kalium und Eisen, aber auch die Vitamine A, E, B1, B2, Niacin, B6 und Vitamin C. Sie ist aber nur so gesund wie alle anderen Obstsorten auch, betont die Expertin. Ein Wundermittel ist die Ananas also nicht. So hilft sie zum Beispiel nicht beim Fettabbau, wie viele Menschen annehmen. Es gibt keine Lebensmittel, die zu einem Fettabbau führen, sagt Morlo. Ob sich Ananas dann als Teil einer Diät eignet? Da sind die Experten eher skeptisch. Von einer Ernährung, wo man über mehrere Tage hinweg nur Ananas isst, halte ich nicht viel, sagt Küchenmeister und Ernährungsberater Klaus Wilfried Beim Kauf drauf achten: Eine frische Ananas hat außen eine glänzende, frische Farbe und Blätter, die nicht verholzt sind. Meyer vom Verband der Köche Deutschlands in Frankfurt am Main. Alles, wo dem Körper nur ein Lebensmittel zugeführt wird, kann nicht gut sein. Außerdem enthalte Ananas einen hohen Anteil von Fruchtzucker. Dieser geht schnell in die Blutbahn und man bekommt Hunger, was für eine Diät eher nicht geeignet ist. Diätetik-Expertin Morlo hebt einen weiteren Aspekt hervor. Wenn man an mehreren Tagen nur Ananas isst, verliert der Körper in erster Linie Wasser. Und wer über einen zu langen Zeitraum nur Ananas esse, dem fehlten bei dieser Einseitigkeit andere wichtige Nährstoffe: Fett, fettlösliche Vitamine, Eiweiße und Ballaststoffe. Wer sinnvoll abnehmen möchte, sollte sein Essverhalten überprüfen und gegebenenfalls ändern. Beim Einkauf sollten Kunden zudem darauf achten, dass die Ananas frisch ist. Ananas, die aus Lateinamerika kommen, sind oft grün, sagt Andreas Brügger, Geschäftsführer des Deutschen Fruchthandelsverbands in Bonn. Das liege daran, dass es nahe des Äquators keine großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht gebe. Dadurch baut die Pflanze weniger Chlorophyll ab und bleibt eher grün. In diesem Fall könne sie aber trotzdem reif sein. Ansonsten gilt die Regel: Wenn die Ananas von außen eine glänzende, frische Farbe hat und die Blätter nicht verholzt sind, kann man bei der Frucht eine angenehme Frische erwarten. Ananas kann man zum Beispiel schon gut zum Frühstück essen. Man kann sie schälen und würfeln und zum Müsli dazugeben, rät Meyer. Und wer an einem Tag nicht eine ganze Ananas isst, könne den Rest mehrere Tage lang in einer Vorratsdose lagern und sich jeden Tag etwas davon nehmen. Oder man verwendet die Ananaswürfel für einen Obstsalat. Außerdem passt Ananas gut zu Fleisch, wie Meyer erklärt. Ihr Fruchtfleisch enthält ein Eiweiß-spaltendes Enzym, das Bromelin. Wenn man den Saft einer Ananas über Fleisch gießt und kurz stehen lässt, macht der das Fleisch etwas zarter. Geschmacklich passe das zum Beispiel bei Putenbrust. So kann man die Geflügelbrust mit Ananassaft übergießen, marinieren und über Nacht in den Kühlschrank stellen, sagt der Küchenmeister. Dann brät man das Fleisch mit Pfirsich und Banane in einer Pfanne an und serviert es mit Reis und einer Currysoße. Das schmeckt lecker und leicht. Eine andere Variante ist Geflügelsalat. Dafür eine Hähnchenkeule für 20 bis 30 Minuten im Ofen braten, damit auch der Saft drinbleibt, sagt Meyer. Nachdem die Keule etwas abgekühlt ist, würfelt man das Fleisch. Anschließend die Ananas und je nach Geschmack Champignons, Orangenfilets und Apfel dazugeben. Allerdings sollte nicht einfach alles irgendwie geschnitten werden. Gerade bei einem Salat ist es zum Essen immer schöner, wenn alles in ähnlich große Stücke gewürfelt wird. Aliki Nassoufis GEWICHTSREDUKTION Korrektes Training hilft beim Abnehmen Wer abnehmen will, sollte sich nicht nur um seine Ernährung kümmern. Auch Bewegung sei entscheidend für die Gewichtsreduktion, sagt Thomas Haab von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie in Saarbrücken. Dabei kommt es vor allem auf Dauer und Intensität an, betont er. Zum einen verbrauche Training zusätzlich Kalorien. Zum anderen beeinflusse ein erhöhter Energiestoffwechsel nach Trainingsende die Gewichtsreduktion. Denn es werden mehr Kalorien verbraucht, und damit wird weniger überschüssige Energie im Fettgewebe abgespeichert. Dieser Nachbrenneffekt stellt sich nach Krafttraining beziehungsweise Ausdauertraining ein, wenn intensiv genug trainiert wird. In beiden Fällen bleibe der Energieumsatz in Ruhe um bis zu 24 Stunden erhöht, erläutert der Sportwissenschaftler. Beim Krafttraining ist dieser Effekt stärker ausgeprägt. Bezüglich der Trainingsintensität gilt: Beim Krafttraining wird mehr Energie verbraucht, wenn statt Zirkeltraining also Übungen mit einem Satz ein Krafttraining mit mehreren Sätzen stattfindet. Dabei ist es für den Freizeit- oder Breitensportler nicht relevant, ob ein begleitendes Ausdauertraining vor oder nach dem Krafttraining erfolgt. In Kombination mit einer angepassten Ernährung ist Haab zufolge empfehlenswert, beim Krafttraining an Geräten eine Übung acht- bis zwölfmal zu machen und sie danach zweimal zu wiederholen. Alternativ bietet sich ein 60-minütiges Ausdauertraining wie Radfahren, Crosstrainer oder Joggen an. dpa Ideal sind Trainingsangebote, in denen es nicht nur um Bewegung, sondern auch um Ernährungstipps geht. AM RANDE Im Büro öfter kurz lüften Arbeitnehmer sollten darauf achten, im Büro gerade in den kalten Monaten regelmäßig zu lüften. Denn der Verstand könne nur dann auf Hochtouren laufen, wenn er genügend Sauerstoff habe, so die Unfallkasse Nord in Hamburg. Sie rät, in einem Zwei-Mann-Büro pro Stunde mindestens fünf Minuten zu lüften, in größeren Büroeinheiten entsprechend länger. Ist es den Kollegen am Fenster in dieser Zeit zu kalt, sollten sie während des Lüftens kleine Erledigungen außerhalb des Zimmers machen. Am besten sei es, während der fünf Minuten das Fenster weit aufzumachen, anstatt es nur zu kippen. Nur dann könne die Luft vollständig ausgetauscht werden. dpa

18 18 IHR GELD, IHR RECHT VOLLMACHT Geld und Demenz: Regelungen bei klarem Verstand treffen Peter Müller versteht die Welt nicht mehr. Da ist er seit ewigen Zeiten Stammkunde seiner Bank und plötzlich zahlt ihm der Mensch am Schalter kein Geld mehr aus. Dass er schon zum dritten Mal an diesem Tag 5000 Euro vom Konto abheben will, hat der demente Mann längst vergessen. Fiktive Fälle wie dieser können in der Realität durchaus passieren. Damit Demenzkranke weiter über eigenes Geld verfügen können, sollten sie Vertrauten Vollmachten ausstellen. In der Praxis geht es darum, die Menschen am Geldverkehr teilnehmen zu lassen und gleichzeitig die Verschwendung ihres Vermögens zu verhindern, sagt Thorsten Becker, Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Berufsbetreuer in Hamburg. Trotz Erkrankung müssten die Geldgeschäfte in vollem Umfang fortgeführt werden: Miete, Heizung, Versicherungen, Friseur sind zu bezahlen, eventuelle Kredite zu bedienen. Bares für Freizeitaktivitäten oder Taschengeld für die Enkel soll ebenfalls drin sein. Experten raten deshalb zur Konto- und Depotvollmacht. Sie wird vorsorglich bei klarem Verstand erteilt. Nicht nur unter der Matratze wird das Ersparte schnell vergessen: Demenzpatienten sollten für ihre Bankgeschäfte Regelungen treffen und rechtzeitig eine Vollmacht ausstellen. Der einfachste Weg zur Bankvollmacht führt den Kontoinhaber und seinen Vertrauten ins betreffende Geldinstitut. Dort gibt es entsprechende Formulare, die beide unterschreiben. Es gibt eine zwischen dem Bundesjustizministerium und den Geldhäusern abgestimmte Mustervorlage, auf die die Institute zurückgreifen können. Das Ministerium hat das Formular im Internet veröffentlicht. Die unbefristete Vollmacht gilt sofort, der Bevollmächtigte kann sie direkt nutzen. Der Kontoinhaber könne sie aber jederzeit widerrufen, solange er geschäftsfähig sei, betont Thomas Lorenz, Jurist beim Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Aufschiebende Hinweise wie für den Fall, dass ich vergesslich werde sehen Banken ungern. Um auf Nummer sicher zu gehen, erkennen viele Institute ausschließlich eigene Vollmacht- Vorlagen an und weisen darauf in den Geschäftsbedingungen hin. Die Vollmachten sind dann im Computer der Bank oder Sparkasse hinterlegt. Das ist ein klarer, nachvollziehbarer Vorgang und bringt Sicherheit für beide Seiten, argumentiert Lorenz. Steht dem Demenzkranken ein Betreuer zur Seite, kümmert dieser sich meist auch um die Finanzen. Er sollte das Geldinstitut darüber informieren. Heike Nordmann, Demenz-Expertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt, zusammen mit der Bank eine Lösung zu finden, die sowohl dem dementen Menschen als auch den Schaltermitarbeitern Peinlichkeiten erspart. Etwa die Ausrede es ist gerade kein Geld da oder die Auszahlung von Minimalbeträgen. Generell gilt: Auch ein unter Betreuung stehender Mensch darf weiterhin Geldgeschäfte machen. Es sei denn, ein Gericht erlaubt dies nur mit Zustimmung des Betreuers. Der sogenannte Einwilligungsvorbehalt bindet zwar das Geldinstitut. Aber Peter Müller geht ja weiter an den Schalter, schildert Nordmann das Dilemma. Einen Ausweg bietet ein Taschengeldkonto, gekoppelt an Absprachen: Bank und Betreuer vereinbaren zum Beispiel, dass Müller jeweils fünf Euro bekommt. Vorsicht ist bei Abbuchungen geboten. Dort können vor allem Abofallen zuschnappen. Mit Hilfe des gerichtlich angeordneten Einwilligungsvorbehalts lassen sich solche Geschäfte rückgängig machen. Eine andere Möglichkeit ist ein Attest mit der Krankheitsdiagnose. Damit sind Kündigungen möglich, erläutert Nordmann. Wer bei der Erteilung seiner Bankvollmacht auf Nummer sicher gehen will, setzt auf das Vier-Augen-Prinzip und dem Bevollmächtigten einen Kontrollbevollmächtigten vor die Nase. Eine Garantie vor Missbrauch gibt es nicht. Monika Hillemacher AKTUELLE URTEILE Kein Versicherungsschutz bei Unfall nach Trunkenheitsfahrt Arbeitnehmer sind nicht versichert, wenn sie betrunken von der Arbeit nach Hause fahren und einen Unfall haben. Die gesetzliche Unfallversicherung, die Arbeitnehmer auf dem Arbeitsweg schützt, greift in diesem Fall nicht. Dabei macht es keinen Unterschied, ob der Arbeitgeber vom Alkoholkonsum im Betrieb wusste und ihn nicht unterbunden hat. Das hat das Hessische Landessozialgericht entschieden. In dem Fall war ein 30-Jähriger auf dem Heimweg tödlich verunglückt. Seine Witwe forderte eine Hinterbliebenenrente. Die Berufsgenossenschaft lehnte jedoch ab. Sie wies darauf hin, dass der Mann 2,2 Promille im Blut hatte und absolut fahruntüchtig war. Die Witwe argumentierte, dass Alkoholkonsum in der Firma des Mannes üblich sei und vom Arbeitgeber toleriert werde. Das Gericht gab jedoch der Berufsgenossenschaft Recht. Für den Unfall sei allein die Fahruntüchtigkeit des Mannes verantwortlich gewesen. Der Unfallversicherungsschutz sei auch nicht aufgrund einer etwaigen Verletzung der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers erhalten geblieben. Vielmehr habe der Arbeitgeber ein Alkoholverbot erteilt und alkoholfreie Getränke zur Verfügung gestellt. (Az.: L 9 U 154/09) Beweise für Verdachtskündigung nötig Für eine Verdachtskündigung braucht ein Arbeitgeber Beweise. Nicht ausreichend ist es, wenn er einfach nur Behauptungen aufstellt. Das hat das Landesarbeitsgerichts Düsseldorf entschieden. Eine Verdachtskündigung kann der Arbeitgeber etwa aussprechen, wenn er vermutet, dass der Arbeitnehmer eine Straftat begangen hat. In dem Fall verdächtigte der Arbeitgeber einen Angestellten, 14,99 Euro unterschlagen zu haben. Der Mann war seit 14 Jahren in dem Abfallunternehmen beschäftigt. Seine Aufgabe war es, Müll zu wiegen und dann einen sogenannten Wiegebeleg zu erstellen. In einem Fall verdächtigte der Arbeitgeber den Mann, 14,99 Euro von einem Privatkunden kassiert zu haben, ohne die 14,99 Euro zu verbuchen. In der Folge entließ er den Arbeitnehmer. Die Kündigungsschutzklage des Mannes hatte Erfolg. Der Arbeitgeber habe nicht in ausreichendem Maße Tatsachen vorlegen können, die eine Kündigung wegen Unterschlagung rechtfertigten. (Az.: 17 Sa 252/11) TEILZEITARBEIT Antrag rechtzeitig einreichen Nachdem Arbeitnehmer A Nachwuchs bekommen hatte, wollte er im Betrieb etwas kürzertreten und für eine Zeit nur noch Teilzeit arbeiten. So einen Wunsch sollten Beschäftigte rechtzeitig äußern: Den Antrag auf Teilzeit müssen sie mindestens drei Monate vor dem gewünschten Beginn stellen. Der Arbeitgeber muss ihnen dann spätestens einen Monat vor Beginn mitteilen, ob die Teilzeitarbeit möglich ist, erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Köln. Der Wunsch nach Teilzeit wird bei vielen Arbeitnehmern unter anderem dann aktuell, wenn sie Nachwuchs bekommen. Bei einem Antrag auf Teilzeitarbeit sei es wichtig, konkret zu sagen, auf wie viele Stunden der Berufstätige reduzieren wolle, so Oberthür. Denn der Arbeitgeber müsse auf den Antrag mit Ja oder Nein antworten können. Gut sei es daher, etwa zu schreiben, man wolle auf 20 Stunden reduzieren. Rechtlich nicht zulässig sei es dagegen, eine Zeitspanne anzugeben und etwa zu schreiben: Ich möchte auf 20 bis 25 Stunden reduzieren. Wichtig sei auch, den Antrag schriftlich einzureichen, rät Oberthür. Zwar sei es laut Gesetz ausreichend, den Antrag mündlich zu formulieren. Aus Beweisgründen sollte man den Antrag jedoch immer schriftlich formulieren. Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Wechsel auf Teilzeit haben Arbeitnehmer, die seit mindestens sechs Monaten in einem Betrieb tätig sind, der mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt. Arbeitnehmer sollten sich aber klarmachen, dass sie hinterher keinen Anspruch darauf haben, in eine Vollzeitstelle zurückzukehren. Man sollte es sich deshalb vorher gut überlegen, ob man Teilzeit beantragt, so Oberthür. Denn weniger Arbeit bedeute automatisch auch weniger Gehalt. Soll die Arbeitszeit nur für einen befristeten Zeitraum verringert werden, sei es besser, mit dem Arbeitgeber eine einvernehmliche Lösung zu finden.

19 SOZIALES 19 FACEBOOK 42 Prozent der Deutschen haben Bedenken Das soziale Netzwerk Facebook wird von vielen Deutschen skeptisch gesehen. 42,6 Prozent der Deutschen haben Angst vor Facebook, wie aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Welt am Sonntag hervorgeht. Besonders groß sei die Skepsis unter Menschen mit Hauptschulabschluss, unter diesen stimmte sogar mehr als die Hälfte der Aussage zu: Gegen Facebook habe ich Bedenken. Facebook macht mir eher Angst. Bei Menschen mit einem niedrigeren Schulabschluss ist aber auch das Unwissen über Facebook groß: Rund ein Fünftel dieser Gruppe haben noch nie von dem Netzwerk gehört. Bei den Über-70-Jährigen kennen der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK zufolge immerhin 60 Prozent Facebook. Mehr als zwei Drittel dieser Gruppe haben aber auch Angst vor dem Netzwerk mit weltweit 800 Millionen Nutzern, das gerade seinen Börsengang in den USA vorbereitet. Vor allem die Debatte um den Datenschutz trage dazu bei, dass sich die Leute Gedanken machen, sagte der GfK- Experte Alexander Kolb. Bei den Jüngeren interessiert sich indes nur eine Minderheit für die Fragen der Wahrung ihrer Privatsphäre: 59,5 Prozent der 14- bis 19-Jährigen verbinden der Umfrage zufolge mit dem Netzwerk vor allem Spaß. Erst mit zunehmendem Alter scheint die Sorglosigkeit zu verschwinden. Von den befragten 20- bis 29-Jährigen gaben 40,9 Prozent an, Facebook mache ihnen gleichzeitig Spaß und Angst. AFP Bereitet vielen Deutschen eher Unbehagen: Die Nutzung des sozialen Netzwerkes Facebook sehen viele skeptisch. AM RANDE Kinderbetreuung: Kaum Zuschüsse Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist für viele eine enorme Gratwanderung. Ob es sich nun um die Betreuung von Kindern oder um die häusliche Pflege von Familienangehörigen handelt oftmals stehen die Betroffenen vor großen Problemen. Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Apotheken Umschau appelliert deshalb die große Mehrheit der berufstätigen Bürger (82,5 %) an die Arbeitgeber, künftig flexiblere Arbeitszeitgestaltungen anzubieten, die nach den individuellen familiären Bedürfnissen des Arbeitnehmers ausgerichtet sind. Die Umfrage ergab zudem, dass die Berufstätigen beim Thema Kinderbetreuung kaum Unterstützung von ihren Arbeitgebern erwarten können: Nur bei jedem 13. gibt es die Möglichkeit, Nachwuchs in einer betriebseigenen Kita unterzubringen oder dazu Arbeitgeber- Zuschüsse zu erhalten. dpa GEFANGENE Hafthaus in Waldheim eröffnet Deutschlands ältestes Gefängnis in Waldheim hat Ende Februar ein neues Gebäude erhalten. In zweijähriger Bauzeit entstand ein Haus mit Hafträumen für 96 Gefangene samt Sozialbereich. Architekturstudenten der Technischen Universität Dresden entwarfen die Inneneinrichtung, die Tischlerei der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bautzen lieferte Ideen für die Möblierung. Auf dem Dach wurde eine Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung installiert. Sachsen ließ sich das neue Hafthaus 7,5 Millionen Euro kosten. Insgesamt wurden seit 1991 rund 57 Millionen Euro in die Justizvollzugsanstalt Waldheim gesteckt. Die Investitionen in den gesamten sächsischen Justizvollzug summieren sich in dieser Zeit auf knapp 500 Millionen Euro. Justizminister Jürgen Martens (FDP) ging auch auf inhaltliche Besonderheiten ein. In der JVA Waldheim wurden erstmals in ganz Deutschland spezielle Angebote für Erstinhaftierte im Strafvollzug entwickelt. Die Strafgefangenen leben dabei in Wohngruppen, erklärte der Minister. Das Justizministerium geht nicht davon aus, dass die Zahl der Gefangenen parallel zum Bevölkerungsschwund sinkt. Mehr als von demografischen Entwicklungen würden Gefangenenzahlen von Änderungen in der Rechtsprechung und Gesetzgebung sowie anderen Faktoren beeinflusst, teilte das Ministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Im Durchschnitt lag die Zahl der Gefangenen 2009 bei 3493; 2010 (3438) und 2011 (3471) gab es kaum Änderungen. Am 1. Februar 2012 waren es 3504 Gefangene. Das Gefängnis in Waldheim wurde 1716 vom sächsischen Kurfürsten August dem Starken als Zucht-, Armen- und Waisenhaus gegründet. Es diente zahlreichen Anstalten in ganz Deutschland als Vorbild und nimmt nach Darstellung des Freistaates heute wieder eine Vorreiterrolle ein. So ist Waldheim für den sogenannten Ersttätervollzug zuständig: Straftäter, die zum ersten Mal ins Gefängnis müssen, werden dort von Wiederholungstätern getrennt. dpa UNICEF-BERICHT Mehr Chancen für arme Kinder in den Städten Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes begrüßt, dass der diesjährige UN-Bericht zur Situation der Kinder in der Welt die Lage von Kindern in den Städten in den Blick nimmt. Aus der Erfahrung unserer Programmarbeit für benachteiligte Kinder in Metropolen wie Manila, Delhi, Johannesburg und Bogotá können wir die skandalösen Lebensrisiken armer Kinder bestätigen, erklärt Danuta Sacher, Geschäftsführerin von terre des hommes. Ausreichende Ernährung und Basisgesundheitsdienste sind deshalb genauso wie in ärmsten ländlichen Gebieten unverzichtbare Bestandteile unserer Förderung von Kindern, die ganz oder teilweise auf der Straße leben. Ebenso wichtig ist es, sie und ihre Familien in die Lage zu versetzen, gegenüber staatlichen Stellen ihre grundlegende Rechte auf Bildung, Zugang zu Wasser und sichere Unterkunft einzufordern. Das Selbstwertgefühl von so geförderten Kindern befähigt sie zum Handeln und verändert ihre Lebenswelt. In Slums des südindischen Mysore konnten so Schulqualität und Schulabschlüsse erheblich verbessert werden, in machen Stadtvierteln Johannesburgs konnte durch die Selbstorganisation von Kindern und Jugendlichen die Gewalt auf den Straßen deutlich reduziert werden. Deshalb ist die Aufdeckung der Missstände in den Armutsvierteln der wachsenden Städte ebenso wichtig wie die aktive Einbeziehung der betroffenen Kinder. Eine besondere Belastung armer Kinder in Städten ist die Umweltverschmutzung. Kinder Mit dem weltweiten rasanten Wachstum der Städte nimmt die Zahl der Kinder zu, die im Elend der Slums aufwachsen. der Slums müssen durch Industrien oder Autoabgase verpestete Luft einatmen und geraten als Straßenkinder beim Betteln und Müllsammeln in Kontakt mit giftigen Chemikalien oder Abfällen jeglicher Art. Kinder sind besonders gefährdet, denn ihre Immun- und Entgiftungssysteme seien weniger entwickelt und damit anfälliger als die von Erwachsenen. Die Aufnahme großer Mengen an Schadstoffen könne bei ihnen bleibende Entwicklungsschäden verursachen. Deshalb setzt sich terre des hommes mit einer Kampagne für Ökologische Kinderrechte dafür ein, dass das Recht auf eine intakte Umwelt im Rahmen der UN-Kinderrechtskonvention anerkannt wird. dpa

20 20 SPORT NATIONALTEAM Da gehts lang: Lukas Podolski wird es wohl nicht mehr lang in Köln halten. Er ist nicht der einzige deutsche Spieler mit internationalem Format. Jogis Jungs als Exportschlager: Deutscher Fußball hoch im Kurs Noch kann Joachim Löw die große Mehrheit seiner Spieler vor der eigenen Haustür beobachten, wenn sie in Freiburg oder Stuttgart vorspielen. In Zukunft wird der Bundestrainer wohl häufiger ins Ausland reisen müssen, um alle Nationalmannschaftskandidaten im Blick zu behalten. Die Top-Clubs aus ganz Europa haben längst wieder ihr Faible für den Fußball Made in Germany entdeckt. Das Interesse des FC Arsenal an Lukas Podolski ist der nächste Beweis für den Trend. Ein EM-Triumph würde Schwarz-Rot-Gold noch mehr zum Exportschlager machen. Es spricht für die Qualität des deutschen Fußballs, wenn unsere Spieler von großen Vereinen im Ausland wieder gefragt sind, sagte Löw zu der Entwicklung. Noch im WM- Kader 2010 standen nach dem Ausfall von Michael Ballack ausschließlich Bundesliga-Profis. Angekurbelt durch den imponierenden Sturmlauf in Südafrika wechselten bereits Mesut Özil und Sami Khedira zu Real Madrid. Miroslav Klose blüht bei Lazio Rom noch einmal auf, und Per Mertesacker erfüllte sich mit dem Wechsel zum FC Arsenal einen Kindheitstraum. Sami Khedira, Mesut Özil, Per Mertesacker und Miroslav Klose profitieren von diesen Wechseln, sie können ein größeres Selbstwertgefühl daraus ziehen. Das Ausland bringt sie in ihrer Persönlichkeit und sportlichen Entwicklung weiter, sagte Löw. Regelmäßig trifft sich der Bundestrainer bereits in Madrid zum Gedankenaustausch mit Real-Trainer José Mourinho, einem bekennenden Fan des deutschen Jugendstils. Auch Frankreichs Trainer Laurent Blanc schwärmte vor dem Länderspiel in Bremen: Deutschland verfügt über ein Reservoir an jungen Spielern, das ganz anders geartet ist als noch vor 20 oder 30 Jahren. Ihr Spiel ist viel schneller geworden. Gelingt bei der EM im Sommer der ersehnte Titelcoup, dürfte das Interesse auf dem ganzen Kontinent weiter steigen. Schon jetzt gibt es nur wenige Akteure im Löw-Ensemble, die nicht mit Bundestrainer Joachim Löw. Spitzenvereinen aus der Premier League oder der Primera Division in Verbindung gebracht wurden. Kapitän Philipp Lahm stand schon vor Jahren beim FC Barcelona auf dem Zettel. Torhüter Manuel Neuer hätte statt zum FC Bayern auch zu Manchester United wechseln können. Besonders die jungen Dortmunder haben Begehrlichkeiten geweckt. Mario Götze wurde angeblich mit einer astronomischen Millionen-Offerte heftig vom FC Arsenal umworben. Eine hohe Auslandsquote war oft eng mit Erfolgen des DFB-Teams verbunden. Beim letzten WM-Triumph 1990 hatte Deutschland in Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann, Andreas Brehme (alle Inter Mailand), Rudi Völler und Thomas Berthold (beide AS Rom) ein Legionärs-Quintett. Angekurbelt durch den WM-Triumph stieg die Quote bei der EM zwei Jahre später auf die Rekordmarke von acht DFB-Akteuren mit ausländischen Arbeitgebern. Nach dem letzten EM-Sieg 1996 verdoppelte sich die Anzahl bis zur WM 1998 immerhin von zwei auf vier. Den richtigen Zeitpunkt für den Sprung ins Ausland zu finden, ist nicht leicht, weiß auch Löw. Jerôme Boateng wurde bei Manchester City nicht glücklich. Viele bitten Löw vorab um Rat. Für Mesut Özil war es klar, der hat nicht gefragt. Aber andere sind gekommen und sagten: Trainer, Sie kennen doch die Vereine gut, was spielen sie für ein System, passe ich da rein?, erzählte Löw. Podolski riet der Bundestrainer einst von einem internationalen Wechsel ab. Mittlerweile traut er dem Ur-Kölner diesen zu. Auch der bodenständige Profi, der in München nicht heimisch wurde, will es offenbar wieder wagen, den Dunstkreis um den Dom zu verlassen. Ich spreche Deutsch, Polnisch, Englisch und Kölsch, damit kommt man überall zurecht. Außerdem spielt man Fußball nicht wegen der Sprache, sondern weil es einen Ball gibt, sagte Podolski bereits vor Wochen. Auch beim Wechsel von Klose nach Rom gab es Zweifler, ob sich der sensible Pfälzer jenseits der Alpen zurechtfinden würde. Doch in Italien hat sich der gebürtige Pole offenbar gut eingerichtet. Der Miro hat für sich selbst den richtigen Schritt gewählt, sagte Löw. Er wird unglaublich geliebt. Teammanager Oliver Bierhoff, der einst selbst erst in Italien sein Profi-Glück gefunden hatte, bestätigte: Er fühlt sich glücklich mit der Familie. dpa

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