Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Das Amt des Bundespräsidenten - wichtiger Vermittler oder überflüssiges Amt?

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2 SCHOOL-SCOUT Ganz einfach erklärt: Der Bundespräsident Seite 3 von 8 Referate-Tipp: Grundsätzlich sollte ein Referat frei gehalten werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass du alle Daten und Thesen auswendig lernen musst. Vielmehr solltest du dir vorher einen genaues Ablaufgerüst überlegen und Stichworte auf Karteikärtchen notieren. Verwende sowohl Substantive als auch Adjektive und Verben bei deiner übersichtlichen Stichwortsammlung. Sie helfen dir, schönere Sätze zu formulieren. Gönne dir immer mal wieder kurze Pausen, um die Gedanken zu ordnen und Sätze im Kopf vorzuformulieren. Das entlastet nicht nur dich, sondern macht den Vortrag auch verständlich und gibt den Zuhörern die Möglichkeit, über das Referierte nachzudenken. Wahl des Bundespräsidenten Der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Seine Macht ist durch das Grundgesetz eingeschränkt und seine Aufgaben sind lediglich von repräsentativer Natur. Der Bundespräsident hat in Deutschland zwar nicht sehr viel Macht, aber als Staatsoberhaupt genießt er großes Ansehen, hält wichtige Reden und vertritt unser Land auf vielen Auslandsreisen. Damit handelt es sich um ein Amt, das für den Einen oder Anderen vor allem für Ältere und Erfahrene sehr reizvoll ist: Ihnen bietet sich in gewisser Weise die Möglichkeit, ihre Karriere als Spitzenpolitiker oder in gesellschaftlich hoher Stellung zum Abschluss zu bringen und abzurunden. Symbolische Bedeutung Wichtig zu wissen ist, dass das Amt des Bundespräsidenten nicht nur repräsentativ ist, sondern dass es auch für die Wahlen zum Deutschen Bundestag eine besondere Bedeutung besitzt. So wurde etwa 1969 mit Gustav Heinemann ein SPD-Mitglied zum Präsidenten gewählt. Dies galt vielen als Vorbereitung für einen Wechsel hin zu einer SPDgeführten Regierung. Voraussetzung für die Kandidatur Um sich für das Amt des deutschen Bundespräsidenten zu bewerben, muss man nicht nur deutscher Staatsbürger sein, sondern sollte auch über eine gewisse Lebenserfahrung verfügen. Aus diesem Grund beträgt das Mindestalter 40 Jahre. Charisma und Ausstrahlung sind generell für eine Karriere als Politiker wichtig. Für einen Bundespräsidenten sind diese Eigenschaften allerdings umso wichtiger, damit er seine Rolle als Landesvater bzw. Landesmutter ausfüllen kann. Referate-Tipp: Anschaulichkeit und Lebendigkeit sind das A&O eines Referates. An dieser Stelle des Referats wäre es beispielsweise interessant, einmal mögliche Charaktermerkmale von Bundespräsidenten zusammenzufassen. Du findest solche Beschreibungen in Kurzbiografien früherer Bundespräsidenten. Hiermit könntest du die These, dass eine gewisse Ausstrahlung und besondere Fähigkeiten nötig sind, um das Amt auszuführen, unterhaltsam, lebendig und informativ belegen.

3 SCHOOL-SCOUT Ganz einfach erklärt: Der Bundespräsident Seite 4 von 8 Wahl durch die Bundesversammlung Bundesversammlung das ist eine ganz besondere Einrichtung unserer Verfassung. Die Versammlung kommt einzig und allein zu diesem einen Zweck zusammen. Im Normalfall geschieht dies alle 5 Jahre und zwar jeweils am 23. Mai, dem so genannten Verfassungstag, weil an diesem Tag im Jahr 1949 das Grundgesetz in Kraft getreten ist. Nötig ist übrigens eine absolute Mehrheit der Mitglieder der Bundesversammlung (623 Stimmen) Wird diese zweimal nicht erreicht, dann reicht im dritten Wahlgang aber auch eine relative Mehrheit. Dies bedeutet ganz einfach, dass derjenige als gewählt gilt, der die meisten Stimmen hat, auch wenn es weniger als 623 sind. Die Bundesversammlung Die Bundesversammlung hat lediglich die Aufgabe, den Bundespräsidenten zu wählen. Sie setzt sich zusammen aus allen Abgeordneten des Bundestages (momentan 622) und der gleichen Anzahl von Mitgliedern, die von den Landesparlamenten bestimmt werden. Insgesamt hat die Bundesversammlung damit momentan 1244 Mitglieder. Dies können durchaus auch berühmte Personen aus Sport oder Film sein. Die Anzahl der Mitglieder, welche jedes Bundesland bestimmen darf, hängt von der Bevölkerungszahl ab. Landesparlamente werden von der wahlberechtigten Bevölkerung in der Landtagswahl gewählt. 1 Referate-Tipp: Denke daran, dein Referat zu visualisieren. Besonders, wenn du viele Daten verwendest, bietet es sich an, diese beispielsweise mit Hilfe einer Power Point-Präsentation an die Wand zu werfen. Die Zuhörer können so leichter folgen. Überlege vor deinem Referat, welcher Medieneinsatz sinnvoll ist. Bedenke die technischen Voraussetzungen im Vortragsraum, kümmere dich rechtzeitig um das notwendige Equipment und die technischen Vorbereitungen. Es können immer wieder Probleme auftauchen, mit denen man nicht rechnet. Auch die Zusammensetzung der Bundesversammlung lässt sich sehr gut mit einer grafischen Darstellung visualisieren. Als Beispiel könnte die Zusammensetzung der Bundesversammlung 2010 dienen. Anhand dieser Darstellung könntest du auch die Mehrheitsverhältnisse und den Unterschied zwischen absoluter und relativer Mehrheit erklären. 1 Eine Übersucht über die aktuelle Zusammensetzung bietet:

4 SCHOOL-SCOUT Ganz einfach erklärt: Der Bundespräsident Seite 5 von 8 Aufgaben des Bundespräsidenten Die Vertretung des deutschen Volkes Der Bundespräsident vertritt zunächst einmal Deutschland völkerrechtlich, etwa bei Auslandsreisen, aber natürlich auch im Inland, wenn die Botschafter anderer Staaten bei ihm vorsprechen. Er empfängt und besucht ausländische Politiker, Staats- und Regierungschefs und führt politische Gespräche. Manche Verträge, die zwischen Deutschland und anderen Staaten geschlossen werden, muss der Bundespräsident unterschreiben. Dann muss der Bundespräsident die vom Parlament beschlossenen Gesetze ausfertigen, d.h. gewissermaßen endgültig fertig stellen damit ist auch eine gewisse Prüfung verbunden. Spannend wird es, wenn der Bundespräsident ausnahmsweise einmal die Unterschrift verweigert, weil er glaubt, dass ein Gesetz nicht mit dem Grundgesetz übereinstimmt oder verfassungsgemäß zustande gekommen ist. Dann bleibt dem Gesetzgeber nur noch die Möglichkeit, das Bundesverfassungsgericht anzurufen. Ein bisschen Mitbestimmung bei der Kanzlerwahl Auch wenn man bei Bundestagswahlen glaubt, direkt den Bundeskanzler zu wählen, ist das sowohl praktisch als auch rechtlich keineswegs so: Man wählt Abgeordnete und Parteien. Der Bundeskanzler wird vom Bundestag gewählt und dabei vom Bundespräsidenten vorgeschlagen. Das kann eine Rolle spielen, wenn die Wahl nicht eindeutig ausgefallen ist. Ernennungen und Entlassungen Von Bundeskanzler und Bundesministern Auch ist der Bundespräsident zuständig für die Ernennung und Entlassung des Bundeskanzlers und der Bundesminister allerdings muss er sich im ersten Falle an die Entscheidung des Bundestages halten und im zweiten Fall an die Entscheidung des Bundeskanzlers. Dieser bestimmt also praktisch, ob ein Minister gehen muss oder nicht. Der Bundespräsident entlässt den Minister dann auf die Entscheidung des Bundeskanzlers hin. Besuch Richard von Weizsäckers in der UdSSR am 6. Juli 1987 Von Bundesrichtern, Bundesbeamten, Offizieren und Unteroffizieren Dass der Bundespräsident auch die Bundesrichter, die Bundesbeamten sowie Offiziere und Unteroffiziere ernennt und entlässt, hat eher symbolische Bedeutung er verlässt sich dabei auf die zuständigen Leute.

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