Soziologie und Verschwörung

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1 Nikola Tietze Plädoyer für die konflikttheoretische Erweiterung der Soziologie der Konventionen, der Rechtfertigung und der Kritik In John Le Carrés Roman Marionetten stellt der deutsche Nachrichtendienstler Günther Bachmann für sich und seine Kollegen aus der Spezialeinheit»Hintergrund«fest:»Wir sind keine Polizisten, wir sind Spione. Wir nehmen unsere Zielperson nicht fest.«und mit Blick auf eine solche Zielperson erklärt er dann:»wenn Abdullah nicht zu einem bekannten Netzwerk gehört, sorge ich persönlich dafür, daß er sich einem anschließt. Und wenn es sein muß, erfinde ich ein Netzwerk ganz für ihn alleine.«1 Das Zitat spielt auf die Verschwörung an, von der in Le Carrés Marionetten die Rede sein wird und die sich nach den Terroranschlägen von 9/11 in Hamburg angesiedelt findet. Wie man an diesem Spionageroman zeigen kann, besteht eine Verschwörung in aller Regel darin, dass ein Kollektiv bei Le Carré die Berufsgruppe der staatlichen Geheimdienstler in verdeckter Weise eine Wirklichkeit konstruiert, um dadurch Einfluss auf die Ordnung der gesellschaftlichen Beziehungen auszuüben. Verschwörungen und die ihr korrespondierenden Wirklichkeitskonstruktionen zu thematisieren, ist wie Luc Boltanski in seinem jüngsten Buch Énigmes et complots. Une enquête à propos d enquêtes darlegt konstitutiv für das Genre des Spionageromans. 2 Es führt vor, dass eine offizielle und sichtbare, wiewohl ungesicherte Wirklichkeit mit einer verdeckten, aber tatsächlich erfahrenen Wirklichkeit konkurriert. 3 Laut Boltanski stellt der Spionageroman im Hinblick auf diese Konkurrenz mit literarischen Mitteln vergleichbare Fragen wie die Soziologie mit sozialwissenschaftlichen Mitteln: Wo wird Wirklichkeit tatsächlich konstruiert? Wer handelt wie, um Wirklichkeit aufrechtzuerhalten? Bei wem liegt die Macht, die dafür sorgt, dass die Wirklichkeit so ist, wie sie ist? Der Spionageroman bearbeitet diesen Fragekatalog mithilfe des Topos der Verschwörung: Indem er konkurrierende Wirklichkeiten ent - hüllt und die Protagonisten derartiger Wirklichkeitskonstruktionen 1 John Le Carré, Marionetten, Berlin 2009, S Luc Boltanski, Énigmes et complots. Une enquête à propos d enquêtes, Paris 2012; siehe auch Désirée Waibel,»Wir sind doch alle Detektive. Luc Boltanski ermittelt über die Politik der Ermittlung«, in: Süddeutsche Zeitung, , S Boltanski, Énigmes et complots, S

2 benennt, identifiziert er wirklichkeitskonstruierende Mächte. 4 Inwieweit arbeitet auch die Soziologie mit dem Topos der Verschwörung, wenn sie Wirklichkeitskonstruktionen als mögliche oder unmögliche Ordnungen gesellschaftlicher Beziehungen untersucht und die Macht oder Ohnmacht solcher Wirklichkeitskonstruktionen wie ihrer Pro - tagonisten enthüllt? Aber gerät die Soziologie hierbei nicht in ein verschwörungstheoretisches Dilemma? Ein Dilemma, das darin besteht, entweder eine Verschwörungstheorie wissenschaftlich zu bestätigen und zu entlarven, wie bestimmte Gruppen eine herrschende Ordnung unterlaufen, oder aber die sichtbare, offizielle Wirklichkeitskonstruktion zu reproduzieren und damit die herrschende Ordnung zu stabilisieren. 5 Diesen Fragen möchte ich im Folgenden nachgehen, indem ich die französische Soziologie der Konventionen, der Rechtfertigung und der Kritik die sozialtheoretischen Ansätze, in deren Horizont Boltans kis Arbeiten seit den 1980er Jahren stehen in den Blick nehme. Meine Betrachtung wird zu dem Schluss kommen, dass sich das verschwörungstheoretische Dilemma, in das soziologische Untersuchungen geraten können, nur auflösen lässt, wenn ein Konflikt den analytischen und methodologischen Ausgangspunkt einer soziologischen Untersuchung bildet und nicht das Problem der Möglichkeit oder Unmöglichkeit von Ordnung, dem die Soziologie der Konventionen, der Rechtfertigung und der Kritik ihre Aufmerksamkeit schenkt. Seit den 1980er Jahren haben die Soziologie der Konventionen, die Soziologie der Rechtfertigung und die Soziologie der Kritik eine pragmatischewende in der französischen Gesellschaftswissenschaft ein - geleitet, die bis dato maßgeblich sowohl durch einen mit Raymond Boudon wie auch Michel Crozier verbundenen methodologischen Individualismus als auch durch den mit Pierre Bourdieu assoziierten genetischen Strukturalismus geprägt wurde. Die pragmatischen Soziologen gehen davon aus, dass es weder Strukturen noch Kapitalverteilungen oder individuelle Rationalitäten sind,die Handlung deter - minieren, sondern Situationen in ihrer Unbestimmtheit. Darüber hinaus weisen diese pragmatischen Ansätze die Bourdieu sche Unterscheidung zwischen praktischem Wissen (savoir pratique) und soziologischem Wissen (savoir savant) zurück. Sie setzen vielmehr voraus, dass jede Person über die Kompetenz verfügt, die Angemessenheit (justesse) einer Handlung bezüglich einer Situation selbst einzuschätzen, die 4 Vgl. das Interview»Théorie du complot, romans policiers, livres d espionnage, paranoïa: comment notre époque en est-elle venue à douter de la réalité? Le sociologue Luc Boltanski a creusé la question«, in: Les Inrockuptibles, 5. Dezember Siehe zum Verhältnis zwischen Verschwörungstheorie und Soziologie Boltanski, Énigmes et complots, S

3 Gerechtigkeit beziehungsweise Legitimität (justice) einer Handlung zu beurteilen und eine Interaktion zu kritisieren. 6 Ihre Vorannahmen teilt die Soziologie der Konventionen, der Rechtfertigung und der Kritik weitgehend mit der Akteur-Netzwerk-Theorie, für die Autoren wie Bruno Latour und Michel Callon stehen. Gleichwohl folgt die pragmatisch gewendete Soziologie weder der Hybridisierung der Akteur- Netzwerk-Theorie von Natur und Gesellschaft, noch schließt sie sich deren eindimensionaler Konzeptualisierung von Interaktion an. 7»Auf der Basis einer strikt netzförmigen Beschreibung«, merkt Boltanski kritisch an,»wird es schwierig, zwischen einem Arbeitslager und ei nem Ferienlager zu unterscheiden«. 8 Inwieweit die Soziologie der Konventionen, der Rechtfertigung und der Kritik in ihren Untersuchungen auf den Topos der Verschwörung verwiesen ist und deshalb Gefahr läuft, in ein verschwörungstheoretisches Dilemma zu geraten, soll in drei Schritten überprüft werden: Der erste Schritt besteht darin, sich der Grundannahmen dieser pragmatischen Ansätze zu vergewissern und ihr Verständnis von Wirklichkeitskonstruktion nachzuzeichnen. Es geht hier darum, die zentrale Problemstellung der Konventions- und Rechtfertigungssoziologie wie auch der Soziologie der Kritik nämlich die Frage nach möglicher beziehungsweise unmöglicher Ordnung herauszuarbeiten. Im zweiten Schritt werden drei Konzepte dieser Ansätze namentlich die interpretative Rationalität, die Konvention beziehungsweise Rechtfer - tigungsordnung und die Prüfung (épreuve) eingehender betrachtet, um den Mehrwert und die Grenzen dieser Ansätze auszuloten. Im dritten und abschließenden Schritt ist der Frage nachzugehen, ob eine konflikttheoretische Erweiterung der pragmatischen Ansätze dem Verschwörungsproblem soziologischer Untersuchungen Herr zu werden vermag. I. Verschwörungstheorie und Wirklichkeitskonstruktion Schon Karl Popper hatte in seiner Kritik am Historismus eine Verbindung zwischen Verschwörung und Soziologie hergestellt. Diese Verbindung, mit der sich Boltanski in Énigmes et complots unter anderem kritisch auseinandersetzt, 9 geht nach Poppers Urteil aus zwei Eigenheiten der Soziologie hervor: Erstens würde die Soziologie ihre 6 Vgl.Marc Breviglieri/Claudette Lafaye/Danny Trom (Hrsg.), Compétences critiques et sens de la justice. Colloque de Cerisy, Paris Vgl. Frédéric Vandenberghe,»Structures, grandeurs et platitudes dans la nouvelle sociologie française«, in: Breviglieri/Lafaye/Trom (Hrsg.), Compétences, S Boltanski, Énigmes et complots, S. 345 (Übersetzung NT). 9 Ebd., S

4 Untersuchungsobjekte totalisieren; sie postuliere Gruppen, Kollektive und andere abstrakte Entitäten, ohne die Einzelhandlungen der Indivi - duen und ihre Beziehungen untereinander zu berücksichtigen.dadurch verlöre die Soziologie die nicht intendierten, gleichwohl aber Gesellschaft formierenden Folgen des Handelns aus dem Blick. Zweitens bestünde in der Soziologie die Tendenz, gesellschaftliche Phänomene wie Ungleichheit, Arbeitslosigkeit oder Krieg aus den Intentionen mächtiger Individuen oder Gruppen zu erklären. Folglich beruhe die soziologische Untersuchung auf der nach Popper falschen Vorannahme, dass Individuen über die nötigen Ressourcen verfügten, um Kollektive zu bilden und ihre Interessen und Bedürfnisse aufeinander abzustimmen. Exakt diese Vorannahme bezeichnet Popper als die»verschwörungstheorie der Gesellschaft«. 10 Es sind nun im Wesentlichen zwei Punkte, die Boltanski gegen Poppers Kritik der soziologischen Methode ins Feld führt: Die Fixierung des Blicks auf das individuelle Handeln verschließe der Soziologie erstens die Möglichkeit, gesellschaftlichen Wandel zu verstehen und zu erklären. Zweitens verkürze eine solche Fixierung die Einigung zwischen Akteuren auf eine Form der Koor - dination, die ausschließlich den Prinzipien von Angebot und Nachfrage gehorcht. Demgegenüber beruhen Handlungs koordinationen, so Boltanski, tatsächlich auf einer Vielfalt von Ordnungsvorstellungen und nicht nur auf Marktlogiken und einer strategischen Anti zi pa - tion wechselseitiger Interessen. 11 In Boltanskis Einspruch gegen die von Popper der Soziologie zugeschriebenen»verschwörungstheorie der Gesellschaft«spiegeln sich mehrere Prämissen der Soziologie der Konventionen, der Rechtfertigung und Kritik wider. Worin bestehen diese Prämissen? Nach den hier betrachteten pragmatischen Ansätzen vollzieht sich gesellschaftliches Handeln stets in Situationen und im Kontext einer radika len Unsicherheit. Es kommt aus der Koordination zwischen Akteuren zu stande, die ihrerseits über verschiedene Handlungsregime man könnte auch sagen Handlungsmuster sowie über vielfältige Ordnungsvorstellungen verfügen. Je nachdem, wie die Akteure eine Situa tion definieren,wählen sie ein Handlungsregime.Boltanski unterscheidet zwischen dem Handlungsregime der Gewalt, dem der Agape, dem der technischen Passung und dem der Rechtfertigung. Laurent Thévenot hingegen 110 Karl R. Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Bd. 2, München 1975, S Popper definiert die Verschwörungstheorie wie folgt:»diese Theorie behauptet, daß die Erklärung eines sozialen Phänomens in dem Aufweis der Menschen und Gruppen besteht, die am Eintreten dieses Phänomens ein Interesse haben (dieses Interesse ist manchmal verborgen und muß erst enthüllt werden) und die zum Zwecke seiner Herbeiführung Pläne gemacht und konspiriert haben«(ebd.). 11 Vgl. Boltanski, Énigmes et complots, S. 330; Luc Boltanski/Laurent Thévenot, Über die Rechtfertigung. Eine Soziologie der kritischen Urteilskraft, Hamburg

5 differenziert zwischen verschiedenen Regimes des Engagements, mit denen sich die Akteure in eine Situation einbringen: im Engagement des Vertrauten, der Planerfüllung oder der Rechtfertigung. 12 Jedes Handlungsregime beziehungsweise jedes Engagementregime impliziert für den Akteur bestimmte, gleichwohl viel fältige ko gnitive und normative Maßstäbe. Die Soziologien der Konventionen, Rechtfertigung und Kritik gehen folglich davon aus, dass jeder Koordination eine Pluralität ideeller Bezüge, Interessen und Bedürfnisse zugrunde liegt. 13 Individuen verfügen anders als Popper meint also durchaus über Ressourcen, dank derer sie sich jenseits von Marktlogiken und strategischem Interessenkalkül einigen und Einzelhandlungen in kollektive Handlungen übersetzen. Über solche Ressourcen für die Handlungskoordination zu verfügen, heißt zugleich auch, dass Individuen über Urteilskraft verfügen. 14 Sie besitzen die Kompetenz, Ideen zu bewerten und zu hierarchisieren, sie können zwischen gegebenen Ideen auswählen oder sie miteinander auf neue Weise kombinieren. Es ist dieses Vermögen, das gesellschaftlichen Wandel ermöglicht und begründet. 15 In der deutschen Rezeption der Soziologie der Konventionen, der Rechtfertigung und der Kritik wurde wiederholt angemerkt, dass die pragmatischen Ansätze der französischen Soziologie die symbolische, im Habitus der Akteure eingeprägte Gewalt gesellschaftlicher Machtstrukturen und institutionalisierter Ordnungen nicht berücksichtigten. Folglich verlören die französischen Soziologen den Zwang und die Disziplinierung aus den Augen, die Machtstrukturen und Institutionen auf die Urteilskraft und die Handlungen der Akteure aus üben. 16 Nach meinem Dafürhalten missachtet dieser Einwand allerdings das Verständnis von Wirklichkeitskonstruktion, auf dem der soziologische Pragmatismus in Frankreich aufbaut. 12 Vgl. Luc Boltanski, L amour et la justice comme compétences. Trois essais de sociologie de l action, Paris 1990; Laurent Thévenot, L action au pluriel. Sociologie des régimes d engagement, Paris 2006; Laurent Thévenot,»Die Person in ihrem vielfachen Engagiertsein«, in: Rainer Diaz-Bone (Hrsg.), Soziologie der Konventionen. Grundlagen einer pragmatischen Anthro - pologie, Frankfurt am Main 2011, S ; Laurent Thévenot,»Organized Complexity. Conventions of Coordination and the Composition of Economic Arrangements«, in: European Journal of Social Theory 4/4 (2001), S Luc Boltanski/Laurent Thévenot,»Die Soziologie der kritischen Kompetenzen«, in: Rainer Diaz-Bone (Hrsg.), Konventionen, S Boltanski/Thévenot, Über die Rechtfertigung; François Eymard-Duvernay/Olivier Favereau/ André Orléan/Robert Salais/ Laurent Thévenot,»Werte, Koordination und Ratio nalität: Die Verbindung dreier Themen durch die Economie des conventions «, in: Rainer Diaz-Bone (Hrsg.), Konventionen, S Boltanski/Thévenot, Über die Rechtfertigung. 15 Luc Boltanski/Ève Chiapello, Der neue Geist des Kapitalismus, Konstanz Vgl. Axel Honneth,»Verflüssigungen des Sozialen. Zur Gesellschaftstheorie von Luc Boltanski und Laurent Thévenot«, in: WestEnd 5/2 (2008), S , hier S.94, ; Lothar Peter,»Soziologische Kapitalismuskritik back in «, in: Soziologische Revue 34/2 (2011), S , hier S

6 Die Frage, wie Wirklichkeit konstruiert wird, hat Boltanski vor allem in seinen Büchern Soziologie und Sozialkritik und Énigmes et complots bearbeitet. 17 Hier bezieht er die skizzierten Grundannahmen der pragmatischen Ansätze auf das Problem der Macht und der Ordnung in der Gesellschaft sowie auf die Rolle des Staates und die der Institutionen insgesamt. Seine Argumentation ist folgende: Die Wirklichkeit muss der von sich aus unstrukturierten Welt ebenso abgerungen werden wie die Handlungskoordinationen radikal unsicheren Situationen. Es gilt also, die Wirklichkeit entgegen den Unwägbarkeiten und Unberechenbarkeiten der Welt zu definieren und zu konstruieren. Dies geschieht, indem Ordnungen in der Gestalt von Konventionen (Regeln, Institutionen, Recht und Kodierungen) festgelegt und abgesichert werden. Die Wirklichkeitskonstruktion kommt Boltanski zufolge einer übergeordneten und grundsätzlichen Handlungskoordination gleich, in der die Zuständigkeitsbereiche von Handlungsregimes wie auch der Bedeutungshorizont möglicher kognitiver und normativer Maßstäbe abgesteckt werden. Die daraus folgende Ordnung etabliert eine Semantik, die festlegt, dass das, was ist, so ist, wie es ist. 18 Diese seman - tische Funktion übt bei Boltanski, wie Tanja Bogusz gezeigt hat, die Bourdieu sche symbolische Gewalt aus, die zudem, wie geschlussfolgert werden kann, einer Foucault schen Disziplinarmacht entspricht. 19 Zugleich erlaubt diese Semantik, einem Sachverhalt, einem Ereignis, einer Gruppe, einem Kollektiv oder einer abstrakten Entität Sinn zuzuschreiben. Insofern stellt die Wirklichkeit konstruierende Ordnung für die Akteure kognitive und normative Formate bereit, die ihnen erlauben, Situationen zu definieren und Handlungen zu koordinieren. In mancher Hinsicht erinnert Boltanskis Konzeptualisierung der Wirklichkeit an Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit von Peter Berger und Thomas Luckmann. 20 Wie die beiden Klassiker des Sozialkonstruktivismus begreift auch Boltanski die Herstellung von Wirklichkeit als einen permanenten Prozess, in dem Wissensordnungen objektiviert und stabilisiert werden. Allerdings versteht Boltanski die Wirklichkeitskonstruktion insofern als einen im engeren Sinne gesellschaftlichen Vorgang, als er den andauernden Objektivierungsund Stabilisierungsprozess von Wissensordnungen sowohl auf den 17 Vgl. Luc Boltanski, Soziologie und Sozialkritik. Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2008, Berlin 2010; Boltanski, Énigmes; Klaus Dörre/Tine Haubner,»Luc Boltanski, Soziologie und Sozialkritik. Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2008«, in: Soziologische Revue 34/3 (2011), S Vgl. Boltanski, Soziologie und Sozialkritik; Luc Boltanski,»Individualismus ohne Freiheit. Ein pragmatischer Zugang zur Herrschaft«, in: WestEnd 5/2 (2008), S Vgl.Tanja Bogusz, Zur Aktualität von Luc Boltanski. Einleitung in sein Werk, Wiesbaden 2010, S Peter L.Berger/Thomas Luckmann, Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit [1966], Frankfurt am Main

7 Nationalstaat als auch auf die Mächte bezieht, die den Nationalstaat infrage stellen. 21 Auf der einen Seite etablieren und kontrollieren nationalstaatliche Institutionen, also etwa die Verwaltung und die Rechtsetzung, die gesellschaftsrelevantenwissensordnungen. Dadurch legen sie letztendlich einen Rahmen für die möglichen (legitimen) kognitiven und normativen Formate fest, mit denen die Akteure Situationsdefinitionen vornehmen und ihre Interaktionen koordinieren können. Von daher steht der Nationalstaat nach Boltanski für die offizielle und sichtbare Wirklichkeit. Auf der anderen Seite vergegenständlichen und verfestigen aber auch nationalstaatlich nicht eingehegte Mächte, wie etwa der globalisierte Kapitalismus, finanzkapitalistische Netzwerke, Menschenrechtsbewegungen, religiöse Vereinigungen oder in - ter nationale Politikinteressen, mögliche Wissensordnungen in ihrem ko gnitiven und normativen Potential. Diese Mächte konstruieren, so Boltanski, eine verdeckte, dennoch aber erfahrbare Wirklichkeit. Aus zwei Gründen bleibt die Wirklichkeitskonstruktion, für die der Natio - nalstaat einsteht, Boltanski zufolge prinzipiell ungesichert: erstens, weil die Wirklichkeitskonstruktion die Welt in ihren Unwägbarkeiten und Unberechenbarkeiten keineswegs vollständig aus sich verbannen kann, und zweitens, weil sie von staatlich nicht einzuhegenden, aus innerstaatlicher Perspektive betrachtet also verdeckten Wirklichkeits - konstruktionen herausgefordert wird. Dass nationalstaatlich nicht kodifizierte Wirklichkeitskonstruktionen gleichermaßen ungesichert sind, interessiert Boltanski weder in Soziologie und Sozialkritik noch in Énigmes et complots. Doch gilt na tür lich auch für die verdeckte Wirklichkeit, dass sie den Ungewiss - heiten der Welt abgerungen werden muss und durch die offizielle Wirklichkeit bedroht wird. Das Bedrohungsszenario, das sich aus der beidseitigen Unsicherheit ergibt, verweist auf Konflikte, die zwischen konkurrierenden Wirklichkeitskonstruktionen entstehen können, und damit auf das mögliche Legitimationsproblem jeder Wirklichkeitskonstruktion. Die Spannungen zwischen staatlicher Wirklichkeit, verdeckter Wirklichkeit und Welt lassen sich an Le Carrés Marionetten veranschaulichen: Das Projekt des eingangs zitierten Nachrichtendienstlers Bachmann, einen gewissen Abdullah als Informanten in ein Netzwerk einzuschleusen, konkurriert mit den Anstrengungen des britischen und US-amerikanischen Geheimdienstes, eigene Wirklichkeitskonstruktionen durchzusetzen. Bei der Absicherung der nationalstaatlich gesetzten Wirklichkeiten sind Bachmann wie seine Kollegen mit nationalstaatlich nicht eingehegten Wirklichkeiten konfrontiert etwa 21 Vgl. Boltanski, Éngimes et complots. 44

8 mit dem globalisierten Finanzkapitalismus in der Figur des Privatbankiers Tommy Brue oder auch mit der überstaatlichen Geltung der Menschenrechte, wie sie sich in der Figur der Anwältin Annabel Richter verkörpert. Darüber hinaus gefährdet die unberechenbare Welt die Absicherung der staatlichen (deutschen, britischen und amerikanischen) Wirklichkeitskonstruktionen zum Beispiel in Gestalt der Gesundheit des Flüchtlings Issa, den Bachmann als Köder für den potentiellen Informanten Abdullah einsetzt, oder in Gestalt der Emotionen, die sich in der Dreiecksbeziehung zwischen Privatbankier, Anwältin und Flüchtling entwickeln. 22 So kann Le Carré anhand des Plots, den er aus seinen Romanfiguren komponiert, die Frage aufwerfen, wie sich eine Semantik zur Beschreibung der Welt (in Wittgensteins Worten, der Gesamtheit aller bestehender Sachverhalte) durchsetzt oder nicht durchsetzt. Die am Ende etablierte Semantik entscheidet dar über, ob ein Sachverhalt überhaupt existiert oder nicht existiert, also zum Beispiel auch darüber, ob Le Carrés Romanfigur Issa ein tsche tsche nischer Flüchtling, ein Muslim, ein islamistischer Terrorist oder der Anspruchsberechtigte auf ein dubioses Vermögen ist, das eine britische Privatbank in Hamburg verwaltet und gegenüber der staatlichen Ban kenaufsicht verheimlicht. Dort, wo sich eine bestimmte Semantik durchsetzt und Wirklichkeit konstruiert, entsteht eine kollektiv verbindliche Ordnung. Und in dieser Hinsicht thematisiert Le Carré in Marionetten das Problem der Möglichkeit respektive Unmöglichkeit, Ordnung her zu stellen und durchzusetzen. II. Die Soziologie der Konventionen, der Rechtfertigung und der Kritik Die Möglichkeitsbedingungen sozialer Ordnung sind ebenfalls zentraler Gegenstand der Soziologie der Konventionen, der Rechtfertigung und der Kritik. Doch um welche Art von Ordnungen geht es diesen Handlungssoziologien? Um die Ordnungen der offiziellen und sichtbaren Wirklichkeit oder um diejenigen einer verdeckten, wenngleich durchaus erfahrbaren Wirklichkeit? Enthüllen sie die Gründe für die vorläufige und prekäre Natur von Ordnungen? Nehmen sie implizit und ungewollt auf den Topos der Verschwörung Bezug, in dem sie Gruppen, Kollektive oder abstrakte Entitäten postulieren? Oder stabilisieren ihre Analysen die offizielle staatliche Wirklichkeitskonstruktion? Bekräftigen sie gar die symbolische Gewalt und Disziplinar - macht staatlicher Wirklichkeitskonstruktion? Indem drei grundlegen de Konzepte der Soziologie der Konventionen, Rechtfertigung und Kritik die interpretative Rationalität, die Konvention beziehungsweise 22 Vgl. Le Carré, Marionetten. 45

9 die Rechtfertigungsordnung und die Prüfung (épreuve) erläutert werden, soll diesen Fragen jetzt nachgegangen werden. Die Gründe der vorläufigen und prekären Natur gesellschaftlicher Ordnung aus handlungssoziologischer Perspektive zu enthüllen, fordert zunächst einmal dazu auf, die Rationalitäten derjenigen Akteure zu untersuchen, die Ordnungen etablieren oder deren semantisches Regelwerk befolgen. Die klassische Handlungssoziologie differenziert soweit sie Max Weber folgt zwischen zweckrationalen und wertrationalen Handlungen. Zweckrationalität und Wertrationalität werden dabei als alternative Orientierungen verstanden, die vor dem Vollzug einer Handlung über deren jeweilige Ausrichtung entscheiden. Dieser Konzeption widersprechen die hier zur Rede stehenden pragmatischen Ansätze. Sie gehen davon aus, dass die Handlung aufgrund radikaler situativer Unsicherheit auf interpretativer Rationalität basiert. Eine solche Interpretation strukturiert und evaluiert die Unwägbar- und Unberechenbarkeiten einer Situation. Sie ist gewisser - maßen das Deutungsinstrument, mit dem im Sinne des Pragmatismus JohnDeweys Ziele und Mittel im Handlungsprozess ausgewählt werden. Weder sozialisationsbedingtes Rollenverhalten und Habitus noch ein der Handlung vorausgeschicktes strategisches Kalkül und normkonfor - mes Verhalten entbinden den Akteur davon, die interpretative Ratio - nalität einzusetzen. Deren Aufgaben sind: erstens eine Situation zu definieren, zweitens im Hinblick darauf Personen und Objekte zu qualifizieren sowie drittens in der Koordination den vor dem Hintergrund der Gesamtheit bestehender Sachverhalte zwangsläufig unvollständigen Sinn von Ordnungen zu ergänzen. Von daher leistet die interpretative Rationalität, mit Thévenot gesprochen, eine Forminves - tition (investissement de forme), die die Handlungskoordination erst ermöglicht. Dort, wo Akteure zudem die Gerechtigkeit (justice) oder Angemessenheit (justesse) einer Situationsdefinition, einer Qualifikation oder einer Ordnung thematisieren, bringen sie ihre kritische Urteilskompetenz zum Ausdruck. Folgt man der Soziologie der Konventionen, der Rechtfertigung und der Kritik, macht sich Webers dualistische Konzeption von Handlungsrationalität einer fragwürdigen Verein - fachung schuldig. Sie blendet aus, dass die Akteure eine Situation deutlich komplexer auffassen und nach einem viel reicheren Kriterienapparat definieren. 23 Situationsinterpretationen sowie -definitionen, Personen- wie auch Objektqualifikationen und Sinnergänzungen von Ordnungen sind vielmehr abhängig von unterschiedlichen Regimes, die die Akteure für ihr Handeln (Boltanski) oder ihr Engagement in der Welt (Thévenot) benutzen. Zwar spiegelt sich Webers Dualis mus 23 Thévenot, L action au pluriel, S

10 von Zweck- versus Wertrationalität auch in diesen Regimes wider, etwa im industriellen Gemeinwesen oder im häuslichen Gemeinwesen des Regimes der Rechtfertigung, doch verschwindet sie als eine prinzipiell binärehandlungsklassifizierung aus der soziologischen Betrachtung. 24 Insofern durchbrechen die Soziologien der Konventionen, der Rechtfer - tigung und der Kritik dank des Konzepts der interpretativen Rationalität die problematische Verengung der soziologischen Untersuchungsper - s pektive auf die Nutzenmaximierung einerseits und auf die Absicherung normativer Integrität andererseits. 25 Die Wirtschaftssoziologie zum Beispiel gewinnt mit diesem Modell ein Untersuchungskriterium, das wirtschaftliches Handeln, kulturelle Praxis und die sozialen Funktionen von Institutionen aufeinander verweist. 26 Und für die Institu - tionssoziologie erschließt dieses Konzept einen Ansatz, der die norma - tiven Erwartungen der Akteure und ihre Effizienzanforderungen an die Ordnung gesellschaftlicher Beziehungen in einen Zusammenhang bringen kann. So gesehen braucht eine soziologische Analyse, sofern sie auf die interpretative Rationalität ausgerichtet ist, den Topos der Verschwörung nicht. Die ausschließlich mikrosoziologische Fokussierung auf die situationsbezogene Interpretation der Akteure und ihre Handlungskoordination kann die Konkurrenzen zwischen nationalstaatlicher Wirklichkeitskonstruktion und verdeckten, nationalstaatlich nicht ein - gehegten Wirklichkeitskonstruktionen ausblenden. Sie muss derartige Konkurrenzen nicht enthüllen. Allerdings verliert sie mit dem Topos der Verschwörung auch die Tatsache aus dem Blick, dass die interpretative Rationalität der Akteure stets zeitlich und räumlich verortet ist. Damit verschwindet im Fall der mikrosoziologischen Analyse von Situ - ationsinterpretation und Handlungskoordination die Gesellschaft als Bezugspunkt und Objekt der wissenschaftlichen Beobachtung von Gesellschaft. 27 Unter konventions-, rechtfertigungs- und kritiksoziologischen Gesichtspunkten wird Gesellschaft faktisch nur dort greifbar, wo Konventionen oder Rechtfertigungsordnungen die individuelle Situationsdefinition und lokale Handlungskoordination kollektiv vermitteln. 24 Boltanski/Thévenot, Über die Rechtfertigung; Danny Trom,»De la justification: un tournant dans la sociologie compréhensive«,in: Breviglieri/Lafaye/Trom (Hrsg.),Compétences, S Zum Verhältnis zwischen Konventionssoziologie und dem Weber schen handlungssoziologischen Ansatz vgl. Rainer Diaz-Bone,»The Methodological Standpoint of the économie des conventions «, in: Historical Social Research 36/4 (2011), S Vgl. Rainer Diaz-Bone/Robert Salais,»Economics of Convention and the History of Economies. Towards a Transdisciplinary Approach in Economic History«, in: Historical Social Research 36/4 (2011), S.7 39; François Eymard-Duvernay,»Les enfants des cités en économie«, in: Breviglieri/Lafaye/Trom (Hrsg.), Compétences, S Vgl. Boltanski, Énigmes et complots, S

11 Dabei sind Konventionen historisch herausgebildete und in jeder Interaktionssituation sich weiterentwickelnde Muster oder Formate für die Koordination. Sie bieten den Akteuren Lösungen für den Umgang mit der Unsicherheit einer Interaktionssituation an. Zugleich werden sie ständig verändert, indem sie in der Handlungskoordination zur Anwendung kommen. 28 Es sind Regeln, die sich mit und durch ihre Anwendung wandeln oder bestätigen können. Als solche sind sie in Verhaltenskodizes und in bereits bestehenden Qualifikationen sowie Wertmaßstäben eingelagert, freilich auch in Organisationsformen und in Institutionen wirksam. Demgegenüber enthalten Rechtfertigungsordnungen historisch und ideengeschichtlich sedimentierte Vorstellungen über das Gemeinwesen, das die jeweils fokussierten gesellschaftlichen Beziehungen bilden sollen. Sie fundieren die Prin - zipien der kritischen Urteilskraft der Akteure. Ihren Ausdruck finden sie im staatlich gesetzten Recht, in staatlichen Institutionen oder auch in der Organisation der Betriebsstrukturen eines Wirtschaftsunternehmens ebenso wie in Ideologien, die die offizielle und sichtbare Wirklichkeitskonstruktion hinterfragen. Konventionen und Rechtfertigungsordnungen stellen also insgesamt kognitive und normative Muster für die Verarbeitung sowie Bewertung von Informationen, Ereignissen und Erlebnissen bereit. Dergestalt reduzieren sie die notorische Unsicherheit der Handlungskoordination. Mit dem Konzept der Handlungskoordination durch Konvention und Rechtfertigungsordnung zielen die pragmatischen Ansätze da - rauf, die klassisch soziologische Gegenüberstellung von individueller und kollektiver Handlungsebene zu durchbrechen. Im Lichte dieses soziologischen Konzepts verweisen die Einzelhandlungen der lokalen Koordination notwendigerweise auf ein Kollektiv und das Kollektiv seinerseits auf die lokale Koordination der Einzelhandlungen. Insofern stellen Konvention wie Rechtfertigungsordnung einen Transmissionsriemen dar, der zwischen dem individuellen Akteur mit seiner Kompetenz zum kritischen Urteil und dem Kollektiv in seiner Macht, Wirklichkeit zu konstruieren und Ordnung zu setzen, ständig vermittelt. Diese wechselseitige Vermittlung der individuellen und kollektiven Handlungsebene ist etwa im Feld der Wirtschaftssoziologie insofern interessant, als sie auch die Konstitution und Funktionsweise von Märkten erhellen kann, wie Rainer Diaz-Bone am Beispiel des Finanzmarkts verdeutlicht hat. 29 Die französischen Wirtschaftswissenschaftler Michel Aglietta und André Orléan zeigen denselben 28 Diaz-Bone/Salais,»Economics of Convention«, S. 9 u. S. 13f. 29 Vgl. Rainer Diaz-Bone,»Die Autoreferentialität der Finanzmärkte. Die Perspektive der Economie des conventions auf die Börsenwelt«, in: Herbert Kalthoff/Uwe Vormbusch (Hrsg.), Soziologie der Finanzmärkte, Bielefeld 2012, S

12 Vermittlungsmechanismus am Geld auf, das in ihren Augen die Konventionen und die Rechtfertigungsordnung marktgesellschaftlicher Beziehungen festlegt, indem es via Nachahmungszwang und der Unverzichtbarkeit von Vertrauen die individuelle Handlung an ein Kollektiv bindet. 30 Und in der Organisations- und Institutionssoziologie führt der Blick auf die wechselseitige Vermittlung von individueller mit kollektiver Handlungsebene vor Augen, dass die Organisationsstrukturen und institutionalisierten Ordnungsmuster eines Kollektivs darauf angewiesen sind, in der lokalen Koordination von Einzelhandlungen bestätigt zu werden. 31 Für die politische Soziologie lässt sich schließlich festhalten, dass Kritik machtlos bleibt, falls sie nicht an die Institutionen eines Kollektivs gebunden wird, und dass ein Kollektiv seine etwaige Macht verwirkt, schirmt es seine Institutionen gegen Kritik ab. 32 Gerade mit Blick auf den historischen Wandel, dem die Konventionen und Rechtfertigungsordnungen aufgrund ihrer Vermittlungsfunktion zwischen individueller und kollektiver Handlungsebene unterliegen, wird die Notwendigkeit deutlich, sie zeitlich und räumlich zu situieren. Dieser Notwendigkeit kommt die pragmatisch gewen - dete Soziologie insofern nach, als ihre Vertreter die Genese einzelner Konventionen etwa Berufskategorien, Maßstäbe zur Bemessung von Produktqualität oder auch die Genese einzelner Rechtfertigungsordnungen etwa die projektförmige Polis nachvollziehen und auf bestimmte nationalstaatliche Kontexte beziehen. 33 Sie erklären allerdings nicht die spatiotemporalen Verflechtungen, die die Konventionen und Rechtfertigungsordnungen zu verschiedenen Zeitpunkten auf unterschiedlichen Handlungsebenen und an differenten Orten miteinander eingehen. Dass solche Verflechtungen multiple sichtbare wie verdeckte Wirklichkeiten konstruieren und dadurch Erfahrungen etwa mit Rassismus, Krieg, Gewalt, Diskriminierung, vorenthaltenen 30 Vgl. Michel Aglietta/André Orléan, La monnaie entre violence et confiance, Paris 2002; André Orléan,»La monnaie, opérateur de totalisation. Entretien avec André Orléan realisé par Françoise Bourdarias«, in: Journal des anthropologues (2002), S Vgl. Peter Wagner,»Handlung, Institution, Kritik. Materialien zur immer noch notwen - digen Erneuerung der Gesellschaftstheorie«, in: Soziologische Revue 34/3 (2011), S ; ders.,»die Soziologie der Genese sozialer Institutionen theoretische Perspektiven der neuen Sozialwissenschaften in Frankreich«, in: Zeitschrift für Soziologie 22/6 (1993), S Vgl. Nikola Tietze, Imaginierte Gemeinschaft. Zugehörigkeiten und Kritik in der europäischen Einwanderungsgesellschaft, Hamburg In der Reihenfolge der zitierten Beispiele vgl.claire Judde de Lavrivière/Georges Hanne,»Occupational Naming Conventions: Historicity, Actors, Interactions«, in: Historical Social Research 36/4 (2011), S ; Bert De Munck,»Guilds, Product Quality and Intrinsic Value. Towards a History of Conventions?«, in: Historical Social Research 36/4 (2011), S ; Boltanski/Chiapello, Geist; Robert Salais,»Labour-Related Conventions and Configurations of Meaning: France, Germany and Great Britain prior to the Second World War«, in: Historical Social Research 36/4 (2011), S

13 Rechtsansprüchen oder verweigerter Lebensqualität bewirken, führen hingegen andere historische und soziologische Untersuchungen eindrücklich vor Augen. 34 Indem die Soziologie der Konventionen, der Rechtfertigung und der Kritik dank ihres Konzepts der Konvention und Rechtfertigungsordnung individuelle und kollektive Handlungsebene miteinander vermittelt, kann sie ganz unterschiedliche soziale Gruppen (etwa die Statistiker, die Führungskräfte), Kollektive (etwa die Künstler, die Manager) oder auch abstrakte Entitäten (etwa den Staat, das Unternehmen, den Kapitalismus) adressieren und zum Gegenstand ihrer Analyse machen. Damit werden»totalisierte«objekte um mit Popper zu sprechen zu relevanten Erklärungsgrößen in der soziologischen Untersuchung. Arbeiten die pragmatischen Ansätze deshalb mit dem Topos der Verschwörung? Nach Boltanski geht es den pragmatischen Ansätzen um die Rekonstruktion von Kollektivbezeichnungen, die die jeweils mikrosoziologisch untersuchten Akteure selbst verwenden. Derartige Kollektivbezeichnungen seien gesellschaftlich performativ, weil sie die Handlungskoordination bestimmen. Eine solche performative Dynamik haben Boltanski und Ève Chiapello in ihrer Studie Der neue Geist des Kapitalismus vor Augen geführt. Indem die beiden Autoren die moralischen Grundlagen des individuellen wirtschaftlichen Handelns die Rechtfertigungen der Akteure und ihre Kritik auf langfristige Entwicklungen beziehen, zeichnen sie die Herausbildung und Transformation von Gruppen, Kollektiven sowie abstrakten Entitäten nach. Gleich einem Roman über Konkurrenz- und Industriespionage enthüllen sie, doch nach sozialwissenschaftlichen Regeln und im soziologischen Sprachduktus, einerseits die makrosoziologischen Auswirkungen mikrosoziologisch fundierter Handlungen. Andererseits beleuchten sie die mikrosoziologischen Effekte makrosoziologischer Machteinwirkung hinsichtlich der entsprechenden Wirklichkeitskon - s truktion. So wird die Verflechtung individueller mit kollektiven, mikro- mit makrosoziologischen Handlungsebenen sichtbar. Es wird gezeigt, dass und wie die sogenannte Sozialkritik der Akteure im gegenwärtigen Kapitalismus an Wirkung einbüßt und das neoliberale Management die sogenannte Künstlerkritik der Akteure für sich vereinnahmt. Dabei arbeitet Boltanskis und Chiapellos soziologische Rekonstruktion keineswegs der neoliberalen Wirklichkeitskonstruktion in die Hände. Vielmehr demonstrieren sie, dass diese neoliberale Wirk- 34 Vgl. zum Beispiel François Dubet/Olivier Cousin/Eric Macé/Sandrine Rui, Pourquoi moi? L expérience des discriminations, Paris 2013; Ulrike Jureit, Das Ordnen von Räumen. Territorium und Lebensraum im 19. und 20. Jahrhundert, Hamburg 2012; Bénédicte Zimmermann, Ce que travailler veut dire. Une sociologie des capacités et des parcours professionnels, Paris

14 lichkeitskonstruktion in dem Maße»kritisierbar«wird, wie es gelingt, die normativen Grundlagen einer solchen Wirklichkeitskonstruktion aufzudecken. 35 Boltanski und Chiapello geraten, sofern sie die Prüfungen der Akteure ihre épreuves nachvollziehen, durchaus nicht in ein verschwö - rungstheoretisches Dilemma. Die Prüfung in der Rechtfertigungs - soziologie auch»beweisführung«genannt besteht eben darin, ein lokales Problem in der Handlungskoordination, eine Unangemessenheit oder Ungerechtigkeit, auf Konventionen oder Rechtfertigungsordnungen zu beziehen und dadurch zu einer Bewertung des Problems und gegebenenfalls zu dessen Lösung zu gelangen. 36 Sie steht mithin für den kritischen Umgang der Akteure (nicht der Soziologen) mit sozialen, politischen oder auch ökonomischen Phänomenen, die die Akteure ihrerseits mitunter auch als Verschwörungen interpretieren. Indem die Handelnden eine Unangemessenheit oder Ungerechtigkeit prüfen, übertragen sie den mikrosoziologischen Einzelfall, der die Koordination behindert oder die staatliche Wirklichkeitskonstruktion hinterfragt, auf makrosoziologisch etablierte Konventionen und Rechtfertigungsordnungen. 37 Die Prüfung besteht mit anderen Worten in Verallgemeinerungen sowie Kategorisierungen, die ein lokales Problem in die Sprache der Gerechtigkeit, des Rechts und der Legitimität übersetzen. 38 Von dieser Form der Prüfung, die sie auch als Größenprüfung (épreuve de grandeur) bezeichnen, unterscheiden Boltanski und Chiapello die Kraftprobe (épreuve de force). Diese wiederum zielt darauf, zu verhindern, dass ein Einzelfall in seiner Situiertheit auf Konventionen und Rechtfertigungsordnungen übertragen und insofern verallgemeinert wird. Mit einer Kraftprobe umgehen die Handelnden die Bezugnahme auf transsituative Konventionen und Rechtfertigungsordnungen. Sie»verschieben«, anders gesagt, das Problem einer Interaktion auf punktuelle und praktische Zwänge. 39 Den Soziologen der Konventionen, Rechtfertigung und der Kritik gelingt es dank des Konzepts der Prüfung (épreuve de grandeur und épreuve de force) die klassisch soziologische Gegenüberstellung von Mikro- und Makroebene zu überwinden. In den prüfenden Verschiebungen von der Mikro- auf die Makroebene und umgekehrt werden Institutionen, Rechte, Maßstäbe, Ideen und Interessen bestätigt oder 35 Siehe Jörg Potthast,»Der Kapitalismus ist kritisierbar. Le Nouvel Esprit du Capitalisme und das Forschungsprogramm der Soziologie der Kritik «, in: Berliner Journal für Soziologie 11/4 (2001), S Vgl. Boltanski/Thévenot,»Die Soziologie der kritischen Kompetenzen«, in: Diaz-Bone (Hrsg.), Konventionen, S Vgl. Boltanski/Thévenot, Über die Rechtfertigung. 38 Boltanski/Chiapello, Geist, S. 362ff. 39 Ebd. 51

15 verändert. Die pragmatischen Ansätze identifizieren in dieser Hinsicht Anknüpfungspunkte für Fragestellungen der politischen Soziologie und für Sondierungen zur Legitimität staatlicher Ordnung. 40 Die Prüfung stellt den Ort dar, an dem die Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer Ordnung thematisiert wird. In ihr wird die Legitimität bestehender Ordnungen hinterfragt oder deren Wandel durchgesetzt. Folglich bildet die Prüfung die vergesellschaftenden Wechselwirkungen ab, die im Sinne Georg Simmels der Konflikt über die Ordnung sozialer Beziehungen produziert. In Der neue Geist des Kapitalismus arbeitet die Kritik mit Größenprüfungen. Sie bezieht Einzelfälle aufeinander, verallgemeinert und kategorisiert die jeweils spezifischen Probleme der Einzelfälle, um sie mit Fragen nach der Gerechtigkeit, dem Recht und der Legitimität zu verbinden. Die Kraftprobe hingegen ist nach Auskunft des Buches der Operationsmodus des netzwerkökonomischen Managements. Diese Gegenüberstellung von Größenprüfung und Kraftprobe ruft ohne Zweifel den Topos der Verschwörung auf, weil sie verdeckt gehaltene Wirklichkeitskonstruktionen von sozialen Gruppen etwa des Managements in der Netzwerkökonomie freilegt. Boltanski und Chiapello zielen mit dieser Gegenüberstellung darauf, die Bedingungen für die Kritik am Management zu erhellen. Allerdings stellt sich die Frage, ob ihre soziologische Untersuchung hier in ein verschwörungstheoretisches Dilemma gerät. Ist mit der Gegenüberstellung von Größenprüfung und Kraftprobe das Verhältnis zwischen Kritik, Macht und Herrschaft allgemein und ausreichend erfasst? Verweist die Kritik qua Definition auf Größenprüfungen? Ist sie zu Kraftproben unfähig? Rekurrieren diejenigen, die über die Macht verfügen, Wirklichkeit zu konstruieren, ausschließlich auf Kraftproben? Sind Größenprüfungen zwangsläufig kritisch und Kraftproben zwangsläufig Mittel der Machtdurchsetzung oder Herrschaftsausübung? Treten Größenprüfung und Kraftprobe in der gleichen Zuordnung auf, wenn Kritik, Macht und Herrschaft nicht im Hinblick auf das netzwerkökonomische Management, sondern zum Beispiel im Hinblick auf die Wohlfahrtsstaatlichkeit, auf die Gleichstellung der Geschlechter, auf den Nationalismus oder auch auf die Europäisierung betrachtet werden? Boltanski greift in Soziologie und Sozialkritik das Beziehungsgefüge zwischen Kritik, Macht und Herrschaft erneut auf und führt eine neue Unterscheidung zwischen Wahrheitsprüfungen (épreuves de vérité), Realitätsprüfungen (épreuves de réalité) und existentiellen Prüfungen 40 Vgl. zum Beispiel Jörg Potthast,»Politische Soziologie technischer Prüfungen. Das Beispiel Straßenverkehrssicherheit«, in: Leviathan 40/4 (2012), S ; Robert Salais,»Europe and the deconstruction of the category unemployement«, in: Archiv für Sozialgeschichte 47 (2007), S

16 (épreuves existentielles) ein. Die Wahrheitsprüfungen dienen dazu, die offizielle und sichtbare Wirklichkeitskonstruktion zu bestätigen. Deshalb sind sie als ein nationalstaatliches Mittel der Machtdurchsetzung und Herrschaftsausübung zu verstehen. Realitätsprüfungen wiederum stellen einen Modus dar, in dem entweder eine reformistische Kritik formuliert wird oder die Herrschenden einer solchen Kritik entgegentreten. Die existentiellen Prüfungen dagegen bringen radikale Kritik zum Ausdruck, die die Legitimität der Herrschenden in Frage stellt. Sie bestehen darin, subjektive Erfahrungen zu äußern und den Prüfungsformaten entgegenzuhalten, die unter bestimmten Herrschaftsbedingungen als legitim und gerecht gelten. Anders formuliert, bringen existentielle Prüfungen jene Welt ins Spiel, die die sichtbaren und verdeckten Wirklichkeitskonstruktionen aus sich zu verbannen suchen. 41 Mit der Unterscheidung dieser drei Prüfungsformate lässt Boltanski freilich Kontingenz, Unwägbarkeiten und Ambivalenzen aus dem Konflikt über die Legitimität und Durchsetzung einer Ordnung verschwinden. Er verdichtet, mit Michael Dellwing und Michèle Spohr gesprochen, die»offene Welt«des Konflikts zu einer»feste[n] Struktur«und setzt»das Bild einer festen Ordnung«in Szene. 42 III. Plädoyer für eine konflikttheoretische Erweiterung Der Konflikt ist nach Georg Simmel Medium einer vergesellschaftenden Wechselwirkung zwischen Menschen. 43 Diese Wechselwirkung hat per se keine Funktion es sei denn, die soziologische Untersuchung des Konflikts ordnet ihr eine solche zu. Lewis A. Coser beispielsweise betrachtet den Konflikt ausgehend von der Funktion, gesellschaftliche Beziehungen zu integrieren. 44 Die Konventions-, Rechtfertigungs- und Kritiksoziologen wiederum begreifen den Konflikt über die Funktion, Ordnungen zu prüfen und im Falle der Realitätsprüfung»eine begründete und legitime Einigung zu erreichen«, wie Boltanski und Thévenot schreiben. 45 Solche funktionalisierenden Lesarten des Konflikts er - fassen meines Erachtens die vergesellschaftende Wechselwirkung des 41 Vgl.Boltanski, Soziologie und Sozialkritik, S.155ff.; ders.,»individualismus ohne Freiheit«, S. 138ff. 42 Vgl. Michael Dellwing/Michèle Spohr,»Zur Feier des lärmenden Durcheinanders. Boltanskis und Thévenots ordentliche Soziologie der Unordentlichkeit«, in: Soziologische Revue 34/3 (2011), S , hier S. 279 u. S Georg Simmel,»Der Streit«, in: ders., Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Frankfurt am Main 1992, S »Wenn jede Wechselwirkung unter Menschen eine Vergesellschaftung ist, so muß der Kampf, der doch eine der lebhaftesten Wechselwirkungen ist, der in der Beschränkung auf ein einzelnes Element logisch unmöglich ist, durchaus als Vergesellschaftung gelten«(ebd., S. 284). 44 Lewis A. Coser, Theorie sozialer Konflikte [1956], Wiesbaden Boltanski/Thévenot,»Die Soziologie der kritischen Kompetenzen«, in: Diaz-Bone (Hrsg.), Konventionen, S

17 Konflikts insofern nicht erschöpfend, als sie die Konfliktpraxis ausschließlich unter der Perspektive des zu erreichenden Zieles analysieren und beurteilen. Die unter dieser Hinsicht dysfunktionalen Elemente der Konfliktpraxis werden entweder pathologisiert oder verschwörungstheoretisch in die funktionalisieren den Lesarten eingeordnet. Nimmt die soziologische Untersuchung jedoch den Konflikt als solchen zum Ausgangspunkt, kann sie neben den Versuchen, den Konflikt mithilfe von Integration und Ordnung zu interpretieren, auch die Dynamik und Wirkung der Konfliktpraxis, die diesen Versuchen entgegensteht, zum Objekt der Analyse machen. Sie ist dadurch in der Lage, einerseits die funktionalen und dysfunktionalen Aspekte der Konfliktpraxis in ein Verhältnis zueinander zu setzen und andererseits den Kampf oder Streit über das, was Integration oder Ordnung leisten soll, zu reflektieren. Vor diesem Hintergrund gilt es, die Soziologie der Konventionen, Rechtfertigung und Kritik konflikttheoretisch zu erweitern, auch wenn dadurch»das Bild einer festen Ordnung«des Konflikts aus den Fugen gerät und Ambivalenzen von Kritik, Macht und Herrschaft sichtbar werden. 46 Konflikte, in denen die Legitimität einer Ordnung geprüft, über den Wandel einer Ordnung entschieden oder über den Sinn einer Ordnung gestritten wird, entfalten sich als historische Prozesse. Folglich sind die Konzepte der Soziologie der Konventionen, der Rechtfertigung und der Kritik zeitlich wie räumlich zu verorten. Die interpretative Rationalität, mit der die Handelnden ein Handlungsregime oder ein Regime des Engagements mit der Welt wählen, Situationen definieren, Personen und Objekte qualifizieren wie auch den Sinn von Ordnungen ergänzen, baut auf Erfahrungen auf, die die Handelnden mit den Handlungs- beziehungsweise Engagementregimes, mit vorausgehenden Situationsdefinitionen, Personen- und Objektqualifikationen wie auch mit in anderen Kontexten vollzogenen Sinn - ergänzungen gemacht haben. 47 Eine prozessuale Betrachtung, wie sie die konflikttheoretische Erweiterung in die pragmatisch gewendete soziologische Untersuchung einführt, kann zudem den Wechsel der Handelnden zwischen den verschiedenen Handlungsregimes beziehungsweise Regimes des Engagements wie auch die sich wandelnden Ausrichtungen der interpretativen Rationalität besser in der Analyse berücksichtigen. Erfahrung und Erinnerung beeinflussen ebenfalls die Prüfungen, mit denen Akteure ein lokales Problem in der Handlungskoordination auf Konventionen oder Rechtfertigungsordnungen beziehen. 48 In dieser Hinsicht vermitteln die Konventionen und Recht- 46 Dellwing/Spohr,»Zur Feier «, S Vgl. Dubet/Cousin/Macé/Rui, Pourquoi moi? 48 Vgl. Zimmermann, Ce que travailler veut dire. 54

18 fertigungsordnungen die unterschiedlichen Handlungsebenen nicht nur auf lineare Weise, vielmehr können zum Beispiel im Rahmen kolonialistischer, nationalistischer oder totalitärer Wirklichkeitskonstruktionen Ungleichzeitigkeiten und divergierende Raumbezüge in die Handlungskoordination aufgenommen werden. 49 Sie ermöglichen nicht nur die etwaige Inklusion in eine Handlungskoordination, sondern legitimieren unter Umständen auch Exklusionen. Im Übrigen belehrt die Geschichte darüber, dass Konflikte über den Sinn und die Legitimität einer wirklichkeitskonstruierenden Ordnung mit der Etablierung des demokratischen und auf das Handlungsregime der Rechtfertigung verwiesenen Nationalstaats mitnichten endgültig eingehegt sind. 50 Tatsächlich hat die Nationalstaatlichkeit ganz im Gegenteil erbitterte Kämpfe produziert und das Handlungsregime der Gewalt immer wieder aufgewertet, ja explizit legitimiert. Die mit einer konflikttheoretischen Erweiterung identifizierbaren Ambivalenzen von Kritik, Macht und Herrschaft verlangen über die historisierende Untersuchung hinaus nach einer differenzierten Betrachtung dessen, was mit Kritik, Macht und Herrschaft eigentlich soziologisch bezeichnet wird. Kritik, die anprangert,»was subjektiv als ungerecht empfunden und erfahren wird«, 51 wird ja nicht nur im Hinblick auf die Angemessenheit und Gerechtigkeit von Ordnungen geäußert, sondern auch in der Absicht vorgebracht, zu den Mächtigen oder denjenigen der herrschenden Mehrheit dazuzugehören, Macht zu sichern oder zu gewinnen. Sie findet ihren Ausdruck nicht nur in der kritischen Urteilskraft diskursiver Akteure, sondern mitunter auch in der Ausübung von Gewalt. Wie Jan Philipp Reemtsma für den Machtbegriff erläutert hat, ist zwischen Machtgewinn, -nutzung und -erhalt ebenso zu unterscheiden wie zwischen den Handlungen, die Macht gewähren, entziehen oder Gewalt ausüben. 52 Vor dem Hintergrund eines solchermaßen abgestuften Machtbegriffs kann sich die soziale Praxis der Macht verdeckter, aber erfahrbarer Wirklich keits - konstruktio nen nicht auf Kraftproben beschränken.vielmehr schließt sie zwangsläufig auch Größenprüfungen ein und (wie die Kritik) den immer möglichen Wechsel zwischen den von Boltanski unterschiede - nen Handlungsregimes der Rechtfertigung, der technischen Passung und der Gewalt oder zumindest der Androhung von Gewalt. Herrschaftspraxis unterscheidet sich von der Praxis der Macht im Allge- 49 Vgl. Jureit, Das Ordnen von Räumen. 50 Vgl. Michael Mann, Die dunklen Seiten der Demokratie. Eine Theorie der ethnischen Säuberung, Hamburg Danny Trom,»Zwei Tropismen. Die Krise der Gesellschaftskritik aus Pariser und Frankfurter Sicht«, in: Mittelweg 36 19/2 (2010), S Jan Philipp Reemtsma,Vertrauen und Gewalt. Versuch über eine besondere Konstellation der Moderne, Hamburg 2008, S. 141ff. 55

19 meinen nur insofern, als sie auch auf Wahrheitsprüfungen angewiesen ist, die den Legitimitätsglauben der Beherrschten im Sinne Max Webers sicherstellen sollen. Geht man von dem Konflikt aus, in dem über den Sinn sowie die Legitimität einer Ordnung und die dadurch eingeführten asymmetrischen Gesellschaftsbeziehungen gestritten und gekämpft wird, verschwimmen folglich die Grenzen zwischen offizieller sowie sichtbarer Wirklichkeitskonstruktion, die Boltanski in Énigmes et complots dem Nationalstaat zuweist, und verdeckter, aber tatsächlich erfahrener Wirklichkeitskonstruktion, die er den staatlich nicht eingehegten Mächten zuschreibt. Die eine wie die andere Wirklichkeitskonstruktion ist ungesichert, und die Protagonisten beider Wirklichkeitskonstruktionen rekurrieren sowohl auf die Gültigkeit von Normen als auch auf Zwang wenn auch aus unterschiedlichen Gründen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Konflikt. Angesichts dessen erscheint es wenig überzeugend, staatlichen Institutionen per se die Rolle zuzuordnen, die zwischen Kritik und Macht vermittelt und Defizite in der gewährleisteten Gerechtigkeit und Angemessenheit der Ordnung kompensiert. Eine konflikttheoretische Erweiterung der Soziologie der Konventionen, der Rechtfertigung und der Kritik hat zur Konsequenz, dass die Eindeutigkeit verlorengeht, mit der die Vertreter dieser pragmatischen Ansätze die Ermöglichungsbedingungen von Kritik und gesellschaftlicher Ordnung identifizieren. Sie kann stattdessen stärker die Unwägbarkeiten und Ambivalenzen von Kritik, Ordnungsdurchsetzung und -gewährleistung wie auch gelungener oder misslungener Handlungskoordination thematisieren. Sie hebt dabei das Verschwörungsdilemma der soziologischen Untersuchung auf, gerade weil das Verschwörungsproblem als Konflikt zum genuinen Gegenstand soziologischer Untersuchung avanciert. Summary With their conceptualization of the preconditions for orders of social relations, the sociologies of conventions, justification, and critique have introduced a pragmatic turn in French sociology. But have they, in doing so, also solved the conspiracy problem in sociological method identified by Karl Popper? This contribution discusses the basic assumptions of pragmatic approaches in sociology and three of their elementary concepts (interpretative rationality, conventions or orders of justification, and the test) and explores their usefulness as well as their limitations. It is argued here that extending pragmatic socio logy to incorporate aspects of conflict theory offers opportunities for analysis of society that avoid the pitfalls of conspiracy theory. 56

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