Als meine Tochter sehr klein war, hatte ich ein ganz interessantes Erlebnis mit ihr.

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1 1 Predigt Du bist gut (4. und letzter Gottesdienst in der Predigtreihe Aufatmen ) am 28. April 2013 nur im AGD Als meine Tochter sehr klein war, hatte ich ein ganz interessantes Erlebnis mit ihr. Ich war damals so richtig innerlich erfüllt und sagte zu ihr voller Vaterstolz: Ich liebe dich. Und sie antwortete ohne aufzusehen: Ich weiß. Im ersten Moment fühlte sich das seltsam an. Im zweiten dachte ich: prima! Wenn sie das wirklich weiß und am besten auch fühlt, ist das toll! Als sie das damals sagte, ruhte sie richtig in sich. Ihr war ganz klar: Ich bin geliebt. Das fühlt sich gut an und sicher. Und im dritten Moment dachte ich: Wie lange dieses Selbstverständnis wohl anhält und sie durchs Leben trägt? Ich hoffe sehr, dass es lange trägt. Das, was wir in unseren ersten Lebensjahren erfahren haben, ist normalerweise eine Grundlage für das ganze Leben auch wenn es ganz gut ist, hin und wieder daran erinnert zu werden. Mit unserem Glauben ist es ähnlich. Glauben bedeutet Vertrauen. Wenn im NT von Glauben die Rede ist, steht da das griechische Wort (Pistis). Pistis kann man auch mit Treue und Vertrauen übersetzen. Im AT wird hier das Wort aman benutzt, das wörtlich übersetzt bedeutet: jemanden fest oder unerschütterlich sein lassen. Der Glaube lässt dich also unerschütterlich sein.

2 2 Im Lateinischen kommt noch ein weiterer Akzent dazu. Glauben heißt hier credere. Credere ist zusammengezogen aus cor dare, und das bedeutet eigentlich: das Herz geben. Wenn ich glaube, dann gebe ich also mein Herz hin. Das alles steckt in dem Wort Glauben. Wenn ich glaube, dann vertraue ich Gott. Ich bin ihm treu, ich gebe ihm mein Herz. Und ich gewinne dadurch ein festes Herz, eine unerschütterliche Gewissheit. Deshalb glaube ich auch nicht an Gott, sondern ich glaube Gott. ( An Gott glauben ist eine Wortverbindung, die es in der Bibel nicht gibt). Mit Glaube und Vertrauen ist es wie mit der Liebe. Am besten ist es, wenn sie sehr früh erfahren werden, in der Kindheit. Das, was wir in unseren ersten Lebensjahren erfahren haben, ist normalerweise eine Grundlage für das ganze Leben. Allerdings ist es ganz gut, hin und wieder daran erinnert zu werden. Und diejenigen von uns, die Glaube und Vertrauen erst später erfahren haben, brauchen diese Erinnerung noch viel häufiger. Hier kommt eine der schönsten Erinnerungen des Glaubens: 1 Der Herr, der euch geschaffen hat, ihr Nachkommen Jakobs, der euch zu seinem Volk gemacht hat, sagt zu euch: "Habe keine Angst, denn ich habe dich erlöst!

3 3 Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir. 2 Wenn du durch tiefes Wasser oder reißende Ströme gehen musst ich bin bei dir, du wirst nicht ertrinken. Und wenn du ins Feuer gerätst, bleibst du unversehrt. Keine Flamme wird dich verbrennen. 3 Denn ich, der Herr, bin dein Gott, der heilige Gott Israels. Ich bin dein Retter. Ich bezahle ein hohes Lösegeld für deine Befreiung. 4 So viel bist du mir wert, dass ich Menschen und ganze Völker aufgebe, um dich am Leben zu erhalten. Diesen hohen Preis bezahle ich, weil ich dich liebe. (Jesaja 43, 1 4, HFA) So steht es beim Propheten Jesaja. Vielleicht versteht ihr nicht alles, wenn ihr das so hört. Vielleicht fragt sich euer Verstand: Welche Menschen und Völker hat Gott denn für mich aufgegeben? Ich bitte euch, das mal zur Seite zu legen. Versucht mal einen Moment, diesen Text sozusagen mit eurem Herzen zu verstehen. Was sagt Gott dir? Was sagt er dir zu? Er sagt: Habe keine Angst, denn ich habe dich erlöst. Ich bin dein Erlöser, was auch immer passieren wird. Wenn dein Leben schief gehen sollte, wenn du dich selbst nicht mehr magst, wenn dir das Wasser bis zum Halse steht, egal was selbst wenn du schwer krank werden und viel zu früh sterben solltest:

4 4 Ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir! Ich bin bei dir, du wirst nicht ertrinken. Ich bin dein Retter. Ich halte dich fest, auch wenn du dich richtig schlecht fühlst. Ich rette dich, auch wenn du dein eigenes Leben auf Wege geführt hast, die dir nicht gut tun. Denn ich habe ein hohes Lösegeld für dich und deine Befreiung bezahlt. So viel bist du mir wert, weil ich dich liebe! Das sagt Gott zu dir. Dieser Text ist direkt für dich. Stell dir vor, dass Gott das jetzt zu dir so sagt: Weil du ihm so viel wert bist, und weil er dich liebt. Das ist Glaube, Vertrauen und Liebe. Darum geht es in unserem Verhältnis zu Gott. So wie du bist, liebt Gott dich. So wie du bist, bist du gut in Gottes Augen du bist heilig und auserwählt. So sagt es Gott und so steht es beim Propheten Jesaja. --- Was meint ihr, warum Gott das so eindrücklich sagt? Wir wissen das doch eigentlich schon. Aber wir brauchen die Erinnerung. Wir müssen hin und wieder daran erinnert werden, dass wir einen Gott haben, der uns liebt und der gerne möchte, dass wir ihm nahe sind.

5 5 Gott erinnert uns daran, dass wir gut sind. Sagt euch selbst: Ich bin gut. Wie klingt das für euch? Ich selbst bin normalerweise ganz gut darin, zu sehen, wo ich nicht gut bin. Mein englisch ist nicht gut genug. Da möchte ich besser werden. Vielleicht bin ich auch nicht gut genug als Ehemann. Oder als Vater meiner Kinder. Manchmal bin ich nicht gut genug in meinem Beruf, und Apostel könnte viel weiter sein, wenn ich besser oder mutiger wäre. Vielleicht erfülle ich so manche Erwartung nicht. Das könnte alles sein. Aber ich bin gut genug, um geliebt zu sein. Das ist so. Ich bin von Gott geschaffen, als sein Ebenbild, nur wenig geringer als unser Vater im Himmel, heißt es in der Bibel. Was steckt da alles drin, in einer solchen Erkenntnis? Ich darf überall besser werden, das ist mit Sicherheit nicht verboten. Aber ich bin jetzt schon geliebt. Gut genug für Gott. Am letzten Sonntag ging es um den Shabbat, den heiligen Ruhetag. Einen Tag, der uns hilft, Gott näher zu kommen.

6 6 All das, was Gott in Jesaja 43 sagt, erkennen wir, wenn wir Gott nahe sind und ihn hören. Gott will uns erlösen und befreien, weil er uns liebt. Erinnert euch daran! Und er möchte, dass auch wir ihn lieben und ihm nahe sein wollen. Auch das gehört zu dieser Erinnerung. Wir Menschen sind Beziehungswesen. Wir leben mit und durch andere. Ich glaube, dass wir ganz grundlegend durch unsere Beziehung zu Gott leben. Wenn wir Gott nahe sind, erkennen wir, dass wir heilig sind und gut. Deshalb müssen wir die Beziehung zu Gott immer wieder suchen und pflegen. Auch daran erinnert uns Jesaja. Am vergangenen Sonntag ging es auch um den Begriff Sünde. Sünde bedeutet, auf dem falschen Weg zu sein. Wir vertrauen darauf, dass Gott uns immer wieder den richtigen Weg für uns zeigt. Auf dem falschen Weg kann man sehr gut ohne Gott sein. Dafür brauchen wir ihn nicht. Jesus hat dazu mal dies gesagt: 21 Solange ein starker Mann gut bewaffnet ist und sein Haus bewacht, kann ihm niemand etwas rauben; 22 es sei denn, er wird von einem Stärkeren angegriffen und überwältigt. Dieser nimmt ihm die Waffen weg, auf die er vertraute, und reißt seinen ganzen Besitz an sich. (Lukas 11, , HFA)

7 7 Jesus findet meistens ziemlich einfache und direkte Worte. So lange man stark ist oder sich stark fühlt, meint man, dass man alles alleine schafft und dass niemand einem etwas anhaben kann. Das funktioniert so lange, bis ein Stärkerer kommt. Es macht also Sinn, seine eigenen Grenzen zu kennen und einen starken Verbündeten zu haben. Auf dem falschen Weg können wir gut alleine sein. Den richtigen Weg finden wir, wenn wir Gott vertrauen. Das ist unsere Hoffnung und unser fester Glaube. Vor ein paar Wochen gab es eine Veröffentlichung in einer Zeitung: Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen. Eine Krankenschwester hatte Sterbende gefragt, ob sie etwas bereuen würden. Zu ihrem Erstaunen gaben die Sterbenden immer wieder nahezu dieselben Antworten. Dies sind die häufigsten Antworten: (1) Ich wünschte, ich hätte den Mut besessen, mein Leben so zu leben, wie es mir entspricht und nicht so, wie andere es von mir erwarten. (2) Ich wünschte, ich hätte nicht so hart gearbeitet (3) Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken (4) Ich wünschte, ich hätte den Kontakt mit meinen Freunden aufrecht erhalten. (5) Ich wünschte, ich hätte es zugelassen, einfach glücklicher zu sein. Es waren nicht nur Christen, die hier befragt wurden.

8 8 Alle wurden befragt. Aber hört das mal auf der Grundlage dessen, was Gott uns in Jesaja 43 sagt. (1) Ich wünschte, ich hätte den Mut besessen, mein Leben so zu leben, wie es mir entspricht und nicht so, wie andere es von mir erwarten. Aus Gottes Sicht geht es hier um den richtigen Weg oder den falschen. Es geht um Erlösung und Befreiung. Es geht darum, mit den Möglichkeiten zu leben, die Gott mir geschenkt hat. Ich wünschte, ich hätte den Mut dazu besessen Oder der fünfte Wunsch: (5) Ich wünschte, ich hätte es zugelassen, einfach glücklicher zu sein. Aus Gottes Sicht geht es hier um den Kontakt zu unserem eigenen Herzen. Jesus sagt oft, dass die Härte des Herzens überwunden werden muss. Damit wir Gottes Liebe spüren können. Die Predigtreihe, in der wir sind, heißt Aufatmen. Wir atmen auf in der Nähe Gottes. Wir hören, dass wir gut sind, weil Gott uns gut geschaffen hat. Wir hören, dass wir geliebte Kinder Gottes sind. Wir hören das und erinnern uns immer dann, wenn wir es wieder hören. Gebt Gott deshalb die Chance, dass er immer wieder zu euch sprechen kann. Denn das lässt euch aufatmen. Wenn ich zwei Wünsche bei euch frei hätte, dann wären es diese:

9 9 (1) Lest täglich in der Bibel (Nehmt dazu am besten eine gute und gut verständliche Übersetzung wie Hoffnung für alle ). Wenn ihr in der Bibel lest, dann hört ihr Gott und erinnert euch. Die Stellen, die euch anmachen, könnten die sein, die euch wirklich etwas zu sagen haben. Wenn ihr regelmäßig lest, werdet ihr ziemlich bald verstehen, was Gott euch sagen will. (Das verspreche ich euch!) (2) Bringt andere mit Gott in Kontakt. Was für euch gut ist, könnte auch für andere wichtig sein. Vielleicht ladet ihr sie in einen Gottesdienst ein. Hier gibt es Kontaktmöglichkeiten mit Gott. Probiert es aus. Keiner kann die Menschen so ansprechen, die ihr ansprecht. Manchmal ist es überraschend, was das auslöst. Und wenn man erst mal Gottes Wort hört, dann können wir alles Weitere auch ihm überlassen. Wir haben vielleicht Gottes Botschaft als Kinder gehört oder später. Es ist dennoch wichtig, dass Gott uns immer wieder erinnern kann: Ihr seid befreit zu einem Leben mit Gott, voller Vertrauen, Hoffnung und Liebe. Wir hören das und können aufatmen.

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