Stadtentwicklung - die Sicht der Städte

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1 Stadtentwicklung - die Sicht der Städte Workshop Stadtentwicklung überdenken BMWi, 22. Juni 2016, Berlin Dr.-Ing. Timo Munzinger, MBA Referent für Stadtentwicklung und Städtebau beim Deutschen Städtetag

2 Agenda Die Europäische Stadt Vielfalt, Dichte, Mischung Herausforderungen in den Städten Aktivitäten und Hemmnisse in den Städten Forderungen an EU, Bund und Länder Anforderungen an den Handel Erwartungen an private Kooperationspartner Handlungsbereiche zu Stadt und Handel

3 Die Europäische Stadt Vielfalt, Dichte, Mischung Funktionen der Innenstadt n = 136

4 Herausforderungen in den Städten Zukünftige Herausforderungen Vereinbarkeit von Nutzungskonkurrenzen Wirkungsverlust der Magnetbetriebe Probleme in der Nahversorgung Rückgang der Kundenströme Verschiebung des Flächenanteils zugunsten anderer Nutzungen vermehrt Leerstand Rückgang der Handelsnutzungen Probleme im Liefer- und Parkverkehr Hemmnisse durch Parkgebühren Stadtteil- und Quartierszentren (n=120; Ø 3,8) Innenstadt (n=136; Ø 3,7)

5 Aktivitäten und Hemmnisse in den Städten Aktivitäten zur Stärkung des Handels Einzelhandels- und Zentrenkonzept City-Management/Stadtmarketing Aktivitäten zur Vernetzung der Händler Aktivitäten zur Stärkung der Identifikation (Stadtteilfest etc.) Akquise/Einsatz von Fördermittel (z.b. Städtebauförderung etc.) Stärkung der digitalen Präsenz (z.b. Stadt-App, Handels-App etc.) Verbesserung der Erreichbarkeit (z.b. Ausbau Nahmobilität etc.) Ansiedlung von Shopping-Center in integr. Lage zur Stabilisierung Maßnahmen zur lokalen Bindung der Kaufkraft (z.b. City-Taler) Aktivitäten zur Sicherung der Nahversorgung Aktive Liegenschaftspolitik Unterstützung der Händler im Wettbewerb mit dem Online-Handel Unterstützung von BID oder ISG Ansiedlung von alternativen Shop-Konzepten (z.b. Tante-Emma etc.) Unterstützung einzelner Brachen des Handels (z.b. Buchhandel etc.) Ansiedlung von FOC in integrierter Lage Stadtteil- und Quartierszentren (n=116; Ø 5,5) Innenstadt (n=136; Ø 7,5)

6 Aktivitäten und Hemmnisse in den Städten

7 Schlussfolgerung Wer nicht weiß, wohin er will, wird sich wundern, dass er ganz woanders ankommt. Mark Twain ( )

8 Forderungen an EU, Bund und Länder EU Anerkennung des Zentrale-Ort-Konzepts Gesetzliche Regelungen zum Datenschutz auf den aktuellen Stand der bestehenden Handelskonzepte und -formate anpassen Bund Bewährte Steuerungsinstrumente beibehalten, ggf. zusätzliche Steuerungsinstrumente für neue Handelsformate Verbesserung der rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen für den Aus- und Aufbau von (digitaler) Begleitinfrastruktur

9 Forderungen an EU, Bund und Länder Bund / Länder Raum-, Landes- und Regionalplanung sollte eine Handelsflächenentwicklung in nicht integrierter Lage nur in begründeten Ausnahmefällen ermöglichen Unterstützung bei der Bewältigung des strukturellen Wandels in den Städten ( z.b. informelle Aktivitäten, wie Quartiersmanagement, City Manager etc. und formelle Aktivitäten, wie BID, HID etc.) Förderung der Phase 0 (vor der eigentlichen Gründung)

10 Anforderungen an den Handel Chancen der Digitalisierung erkennen und nutzen Verbesserte Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Stadtmarketing und unter den Händlern (Kooperationen, Initiativen für das Quartier etc.) Fokussierung auf Handelsstandorte in integrierter Lage zur Stärkung der Nahversorgung Entwicklung neuer (auch kleinteiliger) Handelskonzepte Ausbau der Multi-Channel-Strategien unter Berücksichtigung der städtebaulichen Erfordernisse Qualitätsoffensive im Bereich Service und Beratung Engagement für den Standort (Online und Offline) Mitwirkung bei der Stadtentwicklung als auch bei Verkehrsund Logistikkonzepten (z.b. City-Logistik)

11 Erwartungen an private Kooperationspartner Wer baut ist baukulturell verantwortlich! Verantwortung für das Allgemeinwohl Nachhaltige langfristige Immobilienentwicklung (Lebenszykluskosten) Vermeidung von Leerständen (auch kurzfristige, z.b. durch Zwischennutzungen) Instandhaltung der Gebäude und Infrastruktur (städtebaulich und architektonische Qualitäten) Unterstützung auch renditeschwacher Nutzungen (Erhalt der Durchmischung im Quartier)

12 Handlungsbereiche zu Stadt und Handel Alle Nutzungsmischung und soziale Vielfalt im Sinne des Leitbilds der Europäischen Stadt auch zukünftig erhalten Chancen der Digitalisierung nutzen Daseinsvorsorge für alle sicherstellen Gemeinsam für den Standort stark machen Stadt Instrumente des Stadtumbaus, der Stadterneuerung sowie der Einzelhandelssteuerung aktualisieren und konsequent anwenden Weitere Begleitinfrastrukturen auf- und ausbauen bzw. unterstützen

13 Thesen zu Stadt und Handel Handel Außenentwicklung und Flächenwachstum im Handel begrenzen Qualitäts-, Service- und Standortoffensive des stationären Handels starten Neue Handelsformate und konzepte des stationären (bzw. des hybriden Handels entwickeln Bund / Länder Rahmenbedingungen zur Förderung der lokalen Ökonomie und der Flächenaktivierung verbessern Immobilieneigentümer / -wirtschaft Verantwortung der Immobilieneigentümer einfordern und ggf. durch neue Instrumente herbeiführen

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