Vorsorgen, aber sicher

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1 Vorsorgen, aber sicher Wie können Jugendliche ihre Lebensplanung absichern? Hirschberger Realschultage 23./24. April 2012 Merten Larisch Projektleiter Altersvorsorgeberatung Verbraucherzentrale Bayern e.v. Mozartstraße München Termintelefon: (089) Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Verbraucherschutzarbeit Ausgangslage: 90 % der Verbraucher* verfügen über keine Finanzstrategie 90 % der Bevölkerung* kaufen keine Finanzprodukte aktiv ein, sondern lassen sich diese passiv verkaufen Die Ausgaben für Versicherungen sind im deutschen Privathaushalt im Durchschnitt sehr hoch bei gleichzeitiger Unterversicherung der existenzbedrohenden Risiken Die bestehenden Anlage- und Sparprodukte einschließlich Renten-/Kapitalversicherungen sind in der Regel zu teuer, entsprechen nicht der individuellen Risikotragfähigkeit und weisen eine unterdurchschnittliche Renditetendenz auf * Die Verteilung dieses Verhaltens verteilt sich auf alle Altersgruppen. 2 1

2 Finanzielle Dauer disziplinen des Lebens und ihre Risiken Berufliche Tätigkeit Arbeitslosigkeit Vertragsrecht Vertragsärger Haftung Liquidität + Konsum Verschuldung bzw. perspektivisch verringerter Lebensstandard Berufliche Aus-/ Weiterbildung Geringe Qualifikation Geldanlage für Anschaffungen und Altersvorsorge Renditen unter realistischem Marktdurchschnitt bzw. Verluste durch Geldanlagerisiken Krankheitskosten Krankheitsabsicherung Schadenersatz recht GesundheitlicheArbeitsfähigkeit Berufsunfähigkeit = Einkommensdesaster Steuern Einkommens-/ Liquiditätsminderung 3 Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Verbraucherschutzarbeit Zielstellung: Wissensvermittlung und Training an bzw. der Erwachsenen und Jugendlichen für den vorausschauenden Umgang mit Geld und Risiken Die praktische Bearbeitung der folgenden Arbeitsgebiete sollte zu den grundlegenden zeitgemäßen Fähigkeiten des Bürgers gehören: I. Herstellung der finanziellen Liquidität zu jedem Zeitpunkt und in jeder Lebenssituation des Erwerbslebens II. Absicherung existenzieller Lebensrisiken III. Altersvorsorgebedarf (einfache Kalkulation) IV. Erwerb von Finanzdienstleistungsprodukten nach eigenen Bedürfnissen 4 2

3 Wie werde - wie möchte - ich leben? Immer die gleiche Frage: Reichen die Einnahmen für meine Ausgaben aus? Umsetzung mit Produkten des privaten Finanzdienstleistungsmarktes Ausgaben Berufsausbildung Berufsstart Einnahmen Familie mit Kindern Familie (Kinder finanziell eigenständig) Kindheit + Schule E r w e r b s l e b e n Rentenalter 5 Finanzplanerisch logisch einzuhaltende Reihenfolge der Benutzung von Produkten des privaten Finanzdienstleistungsmarktes im Privathaushalt: 1. Girokonto 2. Flexible Geldanlageprodukte als Notgroschen und Rücklagenbildung für unvermeidbare zukünftige Ausgaben, gleichzeitig keine Kredite 3. Versicherungen gegen die finanzielle Existenz bedrohende Risiken 4. Ansparprodukte als Rücklage für die Ausfinanzierung des Lebensabschnitts nach der Erwerbsphase (Altersvorsorge) 5. Versicherungen und flexible Geldanlageprodukte zur Absicherung gegen weitere empfindliche * Risiken 6. Konsum-Versicherungen und/ oder flexible Geldanlageprodukte zur Finanzierung von Sonderleistungen* 7. Immobilienfinanzierung* * hängt von der erweiterten Einkommenskraft des Haushalts und der persönlichen Kalkulationsbereitschaft ab 6 3

4 Altersvorsorge- und Finanzfahrplan I. Bringen Sie Ihren Finanzhaushalt in Schuss! (vergl. Folie 4: Herstellung und Sicherung der finanziellen Liquidität zu jedem Zeitpunkt und in jeder Lebenssituation des Erwerbslebens) II. Versichern Sie effektiv Ihre existenziellen Risiken! (vergl. Folie 4: Absicherung existenzieller Lebensrisiken) III. Kalkulation: Einkommenshöhe im Alter (vergl. Folie 4: Altersvorsorgebedarf) IV. Auswahl und Erwerb geeigneter Sparprodukte fürs Alter (vergl. Folie 4: Erwerb von Sparprodukten nach eigenen Bedürfnissen) 7 Altersvorsorge- und Finanzfahrplan I. Bringen Sie Ihren Finanzhaushalt in Schuss! (vergl. Folie 4: Herstellung und Sicherung der finanziellen Liquidität zu jedem Zeitpunkt und in jeder Lebenssituation des Erwerbslebens) a. Keine Konsum-/ Dispokredite b. Rücklagen-Sparen c. Bisherige Geldanlageverträge optimieren d. Wenn sich ein monatlicher Überschuss ergibt, weiter mit II. 9 4

5 Zu I. Lebensstandard ist individuell Der Eine möchte dreimal im Jahr groß verreisen. Die Nächste besteht auf Ihr immer aktuelles Designer-Handy und muss damit auch wenigstens eine Stunde lang täglich telefonieren und 12 SMS absetzen. Es dürfen nur die angesagtestenen Marken-Klamotten sein. Der Andere braucht den regelmäßigen Besuch im Fitness-Center, 48 Euro im Monat, versteht sich. Sie kann auf ihr Moped nicht verzichten, er nicht auf die neusten Video-/ PC-Games. Beide gehen unbedingt jede Woche tanzen. Einmal pro Woche Kino mit Essen bei Mac Doof sollten es schon sein.?????? Zu I. Ehrliche Ausgaben Blatt 2 Mit Sparraten für Rücklagen, die als monatliche Kosten betrachtet werden: Auf Nummer Sicher geht, wer diese Rücklagen als monatliche Sparraten plant und per Dauerauftrag auf einem separaten Sparkonto ansammelt, z.b. auf einem über dem Inflationssatz verzinsten Tagesgeldkonto 5

6 Zu I. Die einfache Mathematik für die Erhöhung des eigenen Lebensstandards = Erhöhung der + Verringerung von EINNAHMEN UNEFFEKTIVEN KOSTEN Einkommenssteigerung Erhöhung von Zinsen und Renditen von Geldanlage Zusätzliche Einnahmen (Zusatz-Job) Prioritäten setzen bei den (notwendigen) Ausgaben Reduzierung leerer Kosten Preis-/Leistungsvergleiche Aneignung von praktischem Zusatzwissen 12 Zu I. Man muss seine Ausgaben erst einmal kennen, um sie planen und optimieren zu können Clever, nicht altmodisch: die Führung eines Geldbuches (Haushaltsbuch) und einer Kostenübersicht (Budget) - Papierform - elektronisch - webbasiert 13 6

7 Zu I. Man muss seine Ausgaben erst einmal kennen, um sie optimieren zu können Clever, nicht altmodisch: die Führung eines Geldbuches (Haushaltsbuch) und einer Kostenübersicht (Budget) Unregelmäßige Ausgaben und später zu erwartende zwangsläufige Ausgaben sollten (realistisch) berücksichtigt und monatlich als Rücklagen gespart werden, z.b. für: Urlaub und Reisen Jahresbeiträge von Versicherungen Anschaffung von Notebook und Einrichtungsgegenständen Anschaffung von Fahrrad, Motorrad oder später Auto Private Altersvorsorge 16 Zu I. Optimierter Umgang mit Geldkonten (Mehrkontenmodell) Girokonto 1 (kostenlos + verzinst) Feste vertragliche Ausgaben Monatliches Einkommen Girokonto 2 und Bargeld (kostenlos) Liquidität für die laufende Lebenshaltung Tagesgeldkonto (kostenlos, zzt. min. möglichst 2,5 % Zins p.a.) Wichtige Rücklagen und Notreserve, Sparen für Anschaffungen Geldanlagen (Riestersparpläne, Fonds) (kostengünstig) Mittel- und längerfristiges Sparen für spätere Zeiten (Altersvorsorge) 17 7

8 Zu I. Auswahl von Geldanlagekonten: (für Notreserve und Rücklagen) Flexible Geldreserve: Tagesgeldkonto, Sparbrief, Zinssparplan Im Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis: Nutzung vermögenswirksamer Leistungen: Bausparvertrag, Aktienfondssparplan Ab 15. Lebensjahr: Nutzung der Wohnungsbauprämie: Bausparvertrag Auswahl nach Zinsübersichten: Finanztest, Biallo, FMH, Auswahl nicht nach Nähe der Bank 18 Zu I. Verzinste Geldanlagekonten (für Notreserve und Rücklagen) Tagesgeld, Sparbuch, Festgeld (Termingeld), Stufenzinssparen, Sparbriefe, Bonuszins-Banksparplan (auch Riester), Bank-Entnahmeplan - Einlagensicherung besteht gesetzlich bis mind Euro der Einlage pro Sparer in Deutschland - Die meisten Banken sind im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken, damit sind bis zu 30% des haftenden Eigenkapitals der Bank pro Sparer freiwillig abgesichert - Bei der Auswahl der Bank sollten nach Kosten und Praktikabilität des Zugangsweges für die Vertragsführung, der Einlagensicherung und der Höhe des Zinssatzes entschieden werden. - Europäische Banken sind nach den Sicherungsregelungen ihrer Heimatländer abgesichert, meistens ebenfalls mit mind Euro pro Sparer zu 100% der Einlage. Hier kann in einer Krisensituation die wirtschaftliche Stärke des Heimatlandes der Bank entscheidend werden. - Verluste aus Wertpapiergeschäften sind grundsätzlich nicht über Einlagensicherungsfonds abgesichert. 19 8

9 Zu I. Einsparmöglichkeiten leerer Kosten (1) Kontoführungsgebühr für Girokonto (monatl Euro) Handyvertrag-Grundgebühr bzw. Gesprächsgebühren bei richtigem Tarif für das Nutzerprofil (10-20 Euro) Festnetztelefon- und Internetkosten (10 30 Euro) Versicherungsbeitrag für Moped, Motorrad (mon Euro) Ratenzahlungszuschlag bei Versicherungsbeiträgen (5-7 % p.a.) Stromfresser und Stand-By-Betrieb im Haushalt Unnötige Versicherungen und Abos Unnötige Kosten bei Sparverträgen 20 Zu I. Einsparmöglichkeiten leerer Kosten (2) Falsche Versprechungen von Betrügern ignorieren! Model- oder Werbe-Agenturen getürkte Internetangebote sinnlose Flatrates Jobs mit Vorkasse Geldanlagen mit Traumrenditen Strafzahlungen wegen Rechtsverstößen Markenrechtsverletzung (Ebay) Musik- und Video-Tauschbörsen & illegale Kopien Keine unbedachten Verträge abschließen! Vertrag ist Vertrag! (i.d.r. ab 18) 21 9

10 Zu I. Mindestanforderung an Verzinsung: über Inflationssatz/ Teuerungsrate! Geldanlage-Zinssatz (fiktiv) 3,50% p.a. abzügl. Abgeltungsteuer (28%) = 2,50% inklus. Solizuschlag und 8% Kirchensteuer (genau: 27,819%) abzügl. Inflationssatz ø 2,50% p.a. Realverzinsung = 0,00% p.a. (ohne Abgeltungssteuer-Abzug: 1,00% p.a.) 22 Altersvorsorge- und Finanzfahrplan II. Versichern Sie effektiv Ihre existenziellen Risiken! (vergl. Folie 4: Absicherung existenzieller Lebensrisiken) a. Haftpflicht- und Berufsunfähigkeitsversicherung b. bei Bedarf: Todesfall-, Kinderinvaliditätsschutz c. Bisherige Versicherungsverträge optimieren d. Wenn sich ein monatlicher Überschuss ergibt, weiter mit III

11 Zu II. Existenzielle Risiken versichern! Unverzichtbare Versicherungen: Kranken- und Pflegeversicherung (Pflicht) Haftpflichtversicherung Berufsunfähigkeitsversichg. Familien (mit Kindern): Risikolebensversichg. Kinder: Invaliditätsversichg. (evtl. nur Unfallversg.) Haus: Gebäudeversichg. Auslandsreisekrankenversicherung 25 Trennen Sie Versicherungsschutz von Geldanlage! Altersvorsorge = Zusatzentnahme Altersvorsorge Versicherung! Eine Renten- oder Kapitalversicherung ist eine Geldanlageform. Diese hat nur dann eine Berechtigung als Altersvorsorgesparkomponente, wenn ihre realistische Renditeerwartung unter Berücksichtigung ihrer Vertragskosten und Steuern nachgewiesenermaßen höher sein kann als ein Ansparplan oder eine andere Nichtversicherungs- Geldanlage

12 Zu II. Das G A U Prinzip Größter anzunehmender Unfall Risiken, deren Eintritt ein finanzielles Desaster für den Einzelnen hervorrufen können, muss man versichern!! Risiken, deren Eintritt einen verkraftbaren Verlust bedeuten, möglichst unversichert lassen (Rücklagen bilden). 27 Zu II. Berufsunfähigkeitsversicherung richtig abschließen! Separater Vertrag, nicht gekoppelt an Renten-/ Rürup- oder Kapitalversicherung Versicherungslaufzeit möglichst ab 15. bis ans 67. Lebensjahr Unabhängiger und vollständiger Tarifvergleich! Angestellte: Dynamische Anpassung gemäß Teuerungsrate und/ oder Einkommensentwicklung bei (zukünftigen) Beamten: Dienstunfähigkeitsklausel!? Klausel: Verzicht der Versicherungsgesellschaft auf die abstrakte Verweisung in andere Tätigkeiten, die aufgrund von Kenntnissen und Fähigkeiten oder Ausbildung und Erfahrung theoretisch noch ausgeführt werden könnten Klausel für die Dauerhaftigkeit der Berufsunfähigkeit: Ärztliche Prognose 6 Monate für Berufsunfähigkeit weitere wichtige Klauseln bitte beachten! 28 12

13 Zu II. Berufsunfähigkeitsversicherung = Absicherung eines noch nicht gehobenen Einkommens-Schatzes Beispiel: Ausgaben/Einnahmen monatlich: Euro (Einkommenserhöhung p.a.: ø 2,00 % p.a.) Möglicher Verdienst während des gesamten Erwerbslebens: x 12 Monate x 45 Jahre = Euro 29 Zu II. Uneffektive Versicherungs- Geldanlagen (Abschlüsse seit 2005) 1. Unflexibler Versicherungsschutz: - Kapital-/ Fondslebensversicherung - Sterbegeldversicherung - Unfallversichersichg. mit Beitragsrückgewähr 2. Blackbox als Geldanlage: - Englische und gemanagte Fondspolice - klassische Rentenversicherung 3. Entbehrlicher teurer Steuerschutz für Kinder: - Ausbildungs- und Enkel versicherung 30 13

14 Zu II. Optimierung bestehender Kapitallebensund Rentenversicherungen 1. Vor 2005 abgeschlossene Renten- oder Kapitallebensversicherungen sollten in der Regel weitergeführt werden (Einzelfallprüfung): Bei Fonds-Policen: Optimierung der Investmentfonds (u.a. Vermeidung bzw. Austausch von Garantie- Branchen- und Dachfonds in breitstreuende Fonds größerer Regionen oder global, möglichst Indexfonds; bei gemangten Fonds Optimierung nach Kosten und Ranking/Rating) 2. Umstellung auf jährliche Beitragszahlung (wenn Ratenzahlungszuschläge) 3. Ausschluss einer Unfall(tod-)zusatzversicherung gegen Beitragsverringerung 4. Evtl. Ausschluss einer Vertragsdynamik 5. Bei Einschluss einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung: evtl. spezielle Prüfung, ob separater Neuabschluss möglich! 31 Altersvorsorge- und Finanzfahrplan III. Kalkulation der nötigen Einkommenshöhe im Alter (vergl. Folie 4: Altersvorsorgebedarf) 33 14

15 Zu III. Kassensturz! (für die Zeit zu Beginn des Rentenbeginns) Die Renten-Lücke mit Rentenbeginn (in 30 Jahren): a. Voraussichtliche Ausgaben (unter Berücksichtigung von 2,5% p.a. Inflation, von Steuern und Kranken-/Pflegeversicherung im Rentenalter!) b. Voraussichtliche Einnahmen (aus gesetzlicher Rente, Beamtenpension, AG-finanzierten Betriebsrenten usw.) Fehlende Einnahmen = Versorgungslücke (entspricht einem fehlenden Verrentungs-Kapital in 30 Jahren von ) konstante monatl. Sparrate (4% Rendite p.a.) Zu III. Inflation (Kaufkraftentwertung, Teuerung) Im Jahr 2012: Im Jahr 2022 (10 Jahre): Im Jahr 2040 (28 Jahre): Im Jahr 2052 (40 Jahre): (Angenommene Inflation: Ø 2,5 % p.a.) 35 15

16 Zu III. Höhe der Rente laut Renteninformation 112, ,00 112,35 EUR 1.170,00 EUR 1.577,00? mit Ø 1,0 % Rentensteigerung p.a. ab 67 bei weiteren Beiträgen 1.577,00 EUR Beobachten Sie die zukünftigen gesetzlich beschlossenen Rentenanpassungen! 36 Zu III. Gesucht: Altersvorsorgesparrate Gesucht: Zusatzrente = 100 Euro = Kapital: Euro (zu Beginn des Rentenalters) Spardauer monatl. Sparrate 50 Jahre 13 Euro 30 Jahre 35 Euro 20 Jahre 70 Euro 10 Jahre 170 Euro (angenomme Gefördert durch Verzinsung das Bayerische von 4 % Staatsministerium p.a.) der Justiz und für Verbraucherschutz 37 16

17 Zu III. Gesucht: Altersvorsorgesparrate 39 Altersvorsorge- und Finanzfahrplan IV. Auswahl und Erwerb geeigneter Sparprodukte fürs Alter (vergl. Folie 4: Erwerb von Sparprodukten nach eigenen Bedürfnissen) 41 17

18 Zu IV. Anspruch an Altersvorsorgeprodukte Die von Ihnen gewünschten Geldanlagen erlauben haben sind erlauben zeigen haben flexible Gestaltung der Anlagehöhen niedrige Kosten vergleichbar den Austausch der Renditequelle der Anlage (Zinssatz, Managementqualität, Region, Branche) überdurchschnittliche Rendite-Tendenz Risiken, die Sie verstehen und akzeptieren können 42 Risiken der Geldanlageform 1. Totalverlust 2. Konkurs 3. Wertschwankungen 4. Inflation bis hin zu Hyperinflation und Währungscrash 5. Währungskursschwankungen 6. Zinsschwankungen 7. Managementqualität (Renditerisiko) 8. Illiquidität 9. Steueränderungen 10. Qualitätsrisiko (vertriebsbedingt: hohe Kosten + Provisionen) Es gibt keine Geldanlageklasse und damit auch kein Geldanlageprodukt ohne erhebliche Einzelrisiken. Deshalb müssen Risiken akzeptiert werden. Hierzu ist es wichtig, sich mit Geldanlagerisiken zu beschäftigen, um herauszufinden, welche Risiken toleriert und beherrscht werden können

19 Zu IV: Sicherheit durch Streuung von (überschaubaren) Geldanlagerisiken verschiedener Anlageklassen (Asset Allocation) Ein Modell (langfristiger Anlagehorizont, ohne kurz- und mittelfristige Geldanlagen für Rücklagen und Liquiditätsreserve) Rohstoffe, Edelmetalle Immobilien 12 % 17 % Anleihen (= Schuldverschreibungen = Renten papiere ) 21 % Aktien 50 % 44 Zu IV. Konservativ oder wachstumsorientiert - welche Geldanlage für welches Anlageziel? Zins basiert (Geldwerte) (Sparbriefe, Tagesgeld, Festgeld, Banksparplan, Bankauszahlplan, Anleihen, Rentenindexfonds) und Immobilien - basiert (offene Immobilienfonds, eigene selbstgenutzte Immobilie): - vor allem geeignet für: - Geldreserve - Bildung von Rücklagen - Konsum-Zielsparen - Altersvorsorge: Verrentung(sphase) - Altersvorsorge: in der Ansparphase als Beimischung oder bei kurzem Zeithorizont Sachwerteorientiert (Aktienindexfonds, Rohstoffindexfonds): - vor allem geeignet für: - Altersvorsorge: in der Ansparphase bei längerem Zeithorizont 45 19

20 Zu IV. Risikosteuerung Mögliche Techniken (Auswahl): 1. Verringerung der Korrelationen von Anlageklassen in der Asset Allocation eines Portfolio oder einer Sparrate 2. Zusammenstellung des Portfolio bzw. der Gesamtsparrate nach einer Garantie-Rendite (beispielsweise nach der Methode von Finanztest ) 3. Asset Allocation nach Erkenntnissen des optimalen Verhältnisses von Rendite zu Risiko bei langfristiger Geldanlage, (beispielsweise nach den Forschungsergebnissen von Prof. Martin Weber der Universität Mannheim, siehe unter 4. In der Anlageklasse Aktien: Berücksichtigung spezieller Auswahlkriterien wie Dividendenstrategie, RAFI- oder Small-Cap-Strategie 46 Zu IV. Sicherheit = Altersvorsorge mixen! Es gibt keine Geldanlage, die zugleich Kriterien wie Rendite, Flexibilität, Steuergünstigkeit und Sicherheit im höchsten positiven Maße erfüllen kann. Verteilen Sie deshalb Ihre Sparraten auf mehrere Geldanlageformen mit verschiedenen Eigenschaften! Trennen Sie möglichst den Geldanlageprozess für die Ansparphase von jenem für die Auszahlungsphase! (nicht möglich bei Rüruprente) Ansparphase (Vermögensbildung) Auszahlphase (Verrentung) Sparbeginn Lebensende Rentenbeginn 47 20

21 Zu IV. Sparen für die Altersvorsorge: 1. Wahl = Mix aus mehreren Sparanlagen mit verschiedenen Eigenschaften 1. Flexibel und mit staatlichem Rabatt: Riester-Banksparplan (gefördert) 2. Flexibel und mit höheren Renditechancen: Investmentfonds-Sparpläne (Indexfonds) 3. Sicher und mit staatlichem Rabatt, kann sich bei Arbeitgeberzuschuss von mindestens 20 % lohnen, in der Regel jedoch nicht kapitalisierbar und schlecht vererbbar: Betriebliche Entgeltumwandlung 4. Abgeltungsteuerbegünstigt, flexibel und faktisch kostenfrei: Riester-Banksparplan (ungefördert) 48 Zu IV. Riester-Rente : Zulagen- und steuergeförderte Riester-Produkte: Riester-Banksparpläne Riester-Fondssparpläne Riester-Rentenversicherungen (klassisch und fondsgebunden ) Wohn-Riester Riester- Bauspardarlehen Riester-Tilgungsdarlehen Wer wird gefördert? Alle in der Gesetzlichen Rente Pflichtversicherten (Status klären?) Beamte

22 Zu IV. Riester-Rente Förderung seit 2008 Jahr Seit 2008 Beiträge (inklusive staatl. Zulagen) Staatl. Jahres-Zulagen für vom Vor- Jahres- Einkommen Jahreshöchstbeitrag Monatshöchstbeitrag Alleinstehende Je Kind (vor 2008 geboren) Je Kind (ab 2008 geboren) 4 % , Einmaliger Startbonus für unter 25jährige: 200 Riester -Beiträge können im Zuge der Steuererklärung vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden (Anlage AV). Das Finanzamt schreibt dann den - die Zulagen übersteigenden - Steuervorteil gut. 50 Zu IV. Fondssparpläne* Investmentfondsanlage = Vermögensverwaltung Historischer Chart des Dow Jones Industrial Average (USA, log.) Quelle: yahoo.finanzen.de Anlage in Investmentfonds = = langfristige Teilnahme an der Wertschöpfung der Finanzmärkte (Aktien, Renten, Immobilien, Rohstoffe) * Gemeint sind hier offene Investmentfonds 51 22

23 Zu IV. Variationen offener Investmentfonds Indexfonds (auf breit streuende Indices, z. B. auf Euro Stoxx, MSCI Europe, DJ Stoxx 600, MSCI North America, MSCI Pacific, MSCI Emerging Markets, DJ Euro Stoxx, Sustainability 40, iboxx ***, eb.rexx Gov. ***, EuroMTS ***, DJ-UBS Commodities, Arero-Weltfondsindex) Mischfonds (Aktien und Anleihen: defensiv, ausgewogen, dynamisch und flexibel) AS-Fonds (Aktien, Anleihen und Immobilienfonds) Dachfonds Garantiefonds Superfonds, Multi-Asset-Funds (Aktien, Aktienfonds, Anleihen, Rentenfonds, Mischfonds, Derivate, Futures und Immobilienfonds) Hedge-Dachfonds Total Return Fonds, Absolute Return Fonds 52 Zu IV. Unterschiede bei Fonds-Kaufgebühren (Einmalanlage: , ohne Depotgebühren) 1. Fondsgesellschaft: 5 % Ausgabeaufschlag = 500,00 2. Börse (über Hausbank): 1,50%, aber mindestens 30,00 = 150,00 3. Börse (über Direktbank): 0,25 %, aber mindestens 10,00 = 25,00 4. Fondsplattform (ohne Beratung): bei vielen Fonds: 0,00 %, = 0,00 (siehe auch Finanztest 05/2011: Bloß weg von teuren Banken ) 53 23

24 Zu IV. Die Wirkung unterschiedlicher Verwaltungsgebühren auf Geldanlagen Monatsbeitrag bei Fondssparplan: 50 Euro (gesamte Einzahlsumme: ) Ansparzeit: 50 Jahre Angenommene durchschnittliche Wertentwicklung p.a.: 5% Aktiv gemanagter Aktien-Dachfonds Indexaktienfonds Verwaltungsgebühr p.a. 2,5% 0,5% Endkapital: (Werte ohne Auswirkung der Abgeltungsteuer) 54 Zu IV. Mit Indexfonds regelmäßig sparen 55 24

25 Zu IV. Vorsorgesparen: 2. Wahl = als Ergänzung? Nur unter ganz speziellen Voraussetzungen sinnvoll, oft nicht empfehlenswert: 1. Steuermindernd seit 2009, allenfalls als Ergänzung (nur bei nachgewiesen niedrigstmöglichen Versicherungskosten, z. B. Honorartarifen und Direktversicherern mit Indexfonds): Fondsgebundene Rentenversicherung 2. Lieb, aber teuer: Selbstgenutzte Immobilie 3. Für ältere gesunde Gutverdiener mit vermutlich langer Lebenserwartung und für akut Hartz-IV-Bedrohte: Rürup-Rente (Basisrente) 56 Zu IV. Bestandteile des Versicherungsbeitrages Beispiel: Kapitallebensversicherung 5 15 % Kosten, (u.a. für Ratenzahlung) 5 % Risikobeitrag (u.a. f. Tod, BUZ, UZV) % Sparanteil Kosten und Risikobeiträge werden weder verzinst noch bei Ablauf zurückgezahlt!

26 Zu IV. Informationen über Kosten sind mitunter entscheidend: Beispiel für Abschlusskosten bei Kapitallebens- und Rentenversicherung (auch fondsgebunden): Abschlusskostensatz einer Versicherungsgesellschaft: 6,0 % der Versicherungsbeitragssumme der vertragl. Beitragszahldauer (davon Provision: absolut 4,5 %) Monatbeitrag: 200 Beitragszahldauer: 30 Jahre Versicherungsbeitragssumme: 200 x 12 Monate x 30 Jahre = Abschlusskosten: x 6,0 % = Euro (davon Provision: x 4,5 % = Euro) Bis 2008 durften diese Kosten sofort bei Vertragsabschluss in einer Summe mit dem Vertragskonto verrechnet werden (Vollzillmerung). Seit 2008 müssen bei Neuabschlüssen diese Kosten auf mindesten fünf Jahre verteilt werden. 58 Zu IV. Versicherungsverlauf Kapitalversicherung Vertragsende Jahr 0 kostengünstige ertragsstarke Versicherungsgesellschaft mit niedrigen oder ohne Vorabkosten teure ertragsschwache Versicherungsgesellschaft mit hohen Vorabkosten Bezahlte Beiträge

27 Zu IV. Wirkung von Abschluss- und Verwaltungskosten auf Fondsrentenversicherungen Alter: 29, Beitragsdauer: 38 Jahre; Monatsbeitrag: 200 Euro; Durchschnittliche Wertentwicklung des / der Fonds: 5% p.a. Vertragswert (Euro) Nach Ver- Beitrags- Gesellschaft 1 Gesellschaft 2 Gesellschaft 3 tragsjahr summe ( ) Endrendite (%) 4,19 5,04 4,99 Gefördert Quelle: durch Morgen das Bayerische und Morgen Staatsministerium LV-Win der Justiz und für Verbraucherschutz 60 Zu IV. Nachteile von aufgeschobenen Rentenversicherungen Der Rentenfaktor (pro Euro Verrentungskapital) kann in der Regel noch kurz vor Rentenbeginn von der Gesellschaft an die spätere durchschnittliche Lebenserwartung per Treuhänder angepasst werden. Das kann zu Rentenverringerungen bis zu 25 Prozent führen. Der Abschluss einer aufgeschobenen Rentenversicherung ist bei den meisten Anbietern nur sinnvoll, wenn man die Beitragszahlung unbedingt durchhalten wird und tatsächlich eine lebenslange Rente anstrebt. Allerdings kann man bei Vertragsabschluss (Jahrzehnte vor Rentenbeginn) eigentlich nicht wissen, ob es zu Rentenbeginn nicht viel bessere Verrentungsmöglichkeiten für sein Kapital gibt. Auch ist nicht absehbar, ob später eine Leibrente überhaupt in den geänderten Lebensplan passen wird (Gesundheit, Einkauf in Betreutes Wohnen, Vererbungspflichten, etc.) Es steht bei Fondspolicen nur ein begrenztes Spektrum an oft kostenungünstigen Investmentfonds zur Verfügung. Die Auswahl des geeigneten, kostengünstigen Versicherungsmantels ist entscheidend, für den Verbraucher jedoch sehr schwierig

28 Zu IV. Beispiel für die Aufteilung einer Sparrate für die Altersvorsorge (ausgewogen) Eigenaufwand für Sparrate 412 Sparrate: 304 Ansparzeit: 30 Jahre Zielrendite in Ansparphase: 4% p.a. nach (AbgeltSt.) Grenzsteuersatz: 33% Geldwerteorientiert 250 Sachwerteorientiert 162 Rentenfonds (index-) Euro mittleres fonds Euro Risiko wird eventuell (teilw.) ersetzt mittleres 100 durchrisiko 100 VBL klassik 100, daraus Nettorate: 47 Betriebl. Entgeltumwandlung Renten (index-) fonds Unternehmen wird s 150 ersetzt durch Riesterbank- Sparplan 150, daraus Nettorate: 100 (20% AG-Zuschuss) Aktienfonds Indexfonds auf MSCI World oder auf DJ Global Select Dividend 100 oder auf DJ Stoxx Rohstofffonds Indexfonds auf Dow Jones-UBS Commodity Index 50 Aktienfonds Indexfonds auf MSCI Emerging Markets Zu IV. Finanzprodukte, die für eine sichere und effektive Geldanlage nicht geeignet sind Unternehmensbeteiligungen und geschlossene Fonds Einzelaktien (nur bei eigenem hohen Know How) Neu anzuschaffende Vermiet-Immobilie Kapital bildende Todesfall-Versicherungen (auch fondsgebundene/ britische Varianten) und klassische Rentenversicherungen Nicht börsennotierte Wertpapiere Wertpapierkonstruktionen, die nicht vergleichbar sind (u.a. Dach-, Hedge- und Garantiefonds, Hebel-, Discount-, Express-, Bonus-, Garantiezertifikate, Optionsscheine, Termingeschäfte) 63 28

29 Zu IV. Einkaufs- und Beratungsquelle für Finanzdienstleistungen Auf Provisionsbasis: - Versicherungsvertreter (Ausschließlichkeitsvertrieb) - Versicherungsmakler - Mehrfachvermittler ( Unabhängige ) - Bankberater - Vermögensberater - Vermögensverwalter 64 Zu IV. Einkaufs- und Beratungsquelle für Finanzdienstleistungen Ohne Provision: (wenn Beratung: Honorarbasis /Stunde) - gerichtlich zugelassener Versicherungsberater - Verbraucherzentralen (nur Beratung) - provisionsunabhängiger Finanzdienstleistungsberater auf Honorarbasis, evtl. Mitglied eines Honorarberaterverbandes (Vermittlung ohne Provisionen, www. honorarberater-finden.de) - Direktversicherer (nur Kauf, keine Beratung) - Direktbanken und Fondsplattformen (nur Kauf, keine Beratung) 65 29

30 Zu IV. Für den Erwerb aller genannten Finanzprodukte gilt: 1. Die Funktion und der Bedarf eines Produktes sollten genau kalkuliert werden 2. Wichtig ist der Vergleich der Produkte des Finanzdienstleistungsmarktes nach Leistung und Preis 3. Es sollte sich vom Verbraucher nur für Geldanlageprodukte entschieden werden, deren Funktionsweise und Risiken ihm verständlich sind: Ist das Produkt überprüfbar und individuell passend hinsichtlich der - realistischen Renditemöglichkeit - akzeptablen Risiken - Kosten und Liquidität? Hilfestellung für diese Aufgaben erhalten Verbraucher bei/von: Medien, Honorar- Beratung, Literatur, Tarifübersichten 66 Weitere Informationsmöglichkeiten Unabhängige Beratung der Verbraucherzentrale Bayern (www.verbraucherzentrale-bayern.de/link192309a.html) Unabhängige Beratung der Honorar-Versicherungsberater (www.bvvb.de) Unabhängige Beratung der Honorar-Vermögensberater (www.honorarberater-finden.de bzw. Finanztest (Stiftung Warentest): Monatliche und Spezialhefte Weitere Finanzzeitschriften, z. B. uro, ETF intelligent investieren, Wirtschaftswoche, Capital, Fonds-Katalog, Börse online Internet: oder oder - Informationen zur Altersvorsorge - Infos zu Geldanlage und anderen Finanzprodukten - Broschürenbestellung; Excel- und PDF-Finanz-Rechner, u.a. vorsorgerechner.xls, Fondskostenrechner ; Download von Testergebnissen, z.b. Riester-Banksparpläne - Konditionenvergleich für Tagesgeld und andere Finanzprodukte - Indexfonds (ETF), ETC, ETN, Newsletter Extra-Magazin - Indexfonds (ETF) - Investmentfonds (gemanagt und ETF) - Informationen über ein nach wissenschaftlichen Erkenntnissen konstruiertes Anlagemodell und Investmentfonds auf Indexbasis - kostenloser mathematischer Internetrechner zu Zinsen - Online-Rechner, u.a. für Beamtenversorgung und Versorgungskassen des öffentlichen Dienstes (VBL, ZVK) - Bundeswertpapiere - Vergleich der Konditionen von Direktbanken 67 30

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