Ausweg aus Stigmatisierung und Scham oder doch nur die zweite Wahl? Diplomarbeit

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1 Helga Bader Ausweg aus Stigmatisierung und Scham oder doch nur die zweite Wahl? Die Rolle der Zweiten Sparkasse im Zuge eines Privatkonkurses Diplomarbeit Zur Erlangung des akademischen Grades Magistra der Philosophie Diplomstudium Psychologie Alpen-Adria-Universität Klagenfurt Fakultät für Kulturwissenschaften Begutachter : O. Univ.-Prof. Dr. Klaus Ottomeyer Institut für Psychologie Juli 2011

2 EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG Ich erkläre ehrenwörtlich, dass ich die vorliegende wissenschaftliche Arbeit selbstständig angefertigt und die mit ihr unmittelbar verbundenen Tätigkeiten selbst erbracht habe. Ich erkläre weiter, dass ich keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt habe. Alle ausgedruckten, ungedruckten oder dem Internet im Wortlaut oder im wesentlichen Inhalt übernommenen Formulierungen und Konzepte sind gemäß den Regeln für wissenschaftliche Arbeiten zitiert und durch Fußnoten bzw. durch andere genaue Quellenangaben gekennzeichnet. Die während des Arbeitsvorganges gewährte Unterstützung einschließlich signifikanter Betreuungshinweise ist vollständig angegeben. Die wissenschaftliche Arbeit ist noch keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegt worden. Diese Arbeit wurde in gedruckter und elektronischer Form abgegeben. Ich bestätige, dass der Inhalt der digitalen Version vollständig mit dem der gedruckten Version übereinstimmt. Ich bin mir bewusst, dass eine falsche Erklärung rechtliche Folgen haben wird. Helga Bader Rosegg,

3 DANKSAGUNG Danken möchte ich an dieser Stelle vor allem meinen beiden Kindern Elisabeth und Michael für ihr Verständnis und ihre Geduld während der Zeit des Studiums. Auch für das Lektorat der Diplomarbeit bin ich ihnen, sowie Jörg und Thomas sehr verbunden. Ebenso möchte ich mich bei jenen Kollegen und Kolleginnen der Kärntner Sparkasse und der Zweiten Sparkasse bedanken, die mich während meines Studiums unterstützt haben. Danken möchte ich auch meinem Betreuer Univ.-Prof. Dr. Klaus Ottomeyer für seine fachliche Unterstützung.

4 INHALTSVERZEICHNIS KURZFASSUNG... 5 ABSTRACT EINLEITUNG PRIVATVERSCHULDUNG STATISTISCHE DATEN Überschuldung in Europa Privatverschuldung in Österreich Privatverschuldung in Kärnten URSACHEN UND AUSLÖSER Arbeitslosigkeit bzw. Einkommensverschlechterung Gescheiterte Selbstständigkeit Mangelhafter Umgang mit Geld Bürgschaft und Wohnraumschaffung Trennung und Scheidung Sonstige Gründe Kaufsucht Spielsucht GESELLSCHAFTLICHE AUSWIRKUNGEN Verschuldung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Familien in der Schuldenfalle Working poor Stressfaktor Geld Geld und Kreditkarte als Statussymbol und Teil der Identität Finanzielle Exklusion PRIVATKONKURS (PRIVATINSOLVENZ) VORAUSSETZUNGEN KONKURSERÖFFNUNG AUSWIRKUNGEN DER ERÖFFNUNG MÖGLICHKEITEN DER SCHULDENREGULIERUNG Sanierungsplan (früher: Zwangsausgleich) Zahlungsplanverfahren Abschöpfungsverfahren Restschuldbefreiung DIE ZWEITE WIENER VEREINSSPARKASSE (ZWEITE SPARKASSE) GRÜNDUNG ORGANISATION FUNKTION ANGEBOT CHRONOLOGIE EINER ERFOLGSGESCHICHTE KUNDENENTWICKLUNG... 42

5 4.7 PARTNER DER ZWEITEN SPARKASSE STIGMATISIERUNG UND SCHAM STIGMATISIERUNG SCHAM Formen von Scham Ursachen von Scham Erleben von Scham Scham und Gesellschaft Abwehr von Scham STUDIE EINFÜHRUNG STRUKTUR METHODENFESTSTELLUNG QUALITATIVE INHALTSANALYSE Induktive Kategorienbildung Zusammenfassung Auswertung und Interpretation Geldmanagement Finanzielle Belastungen durch Familie und Dritte Körperliche Beschwerden Psychische Auswirkungen Sozialer Kontakt (Familie und Freunde) Einschränkungen auch bei den Kindern Stigmatisierung Schamgefühle bezüglich Schulden Angst (Zukunftsangst) Selbstverantwortung und Eigeninitiative Suchtverhalten Selbstwert und Identität als geschäftsfähiger Mensch Bagatellisierung bzw. Verheimlichung der Schulden Einschätzung der Lebensqualität AUSWEG AUS STIGMATISIERUNG UND SCHAM ODER DOCH NUR DIE ZWEITE WAHL? DIE ZWEITE SPARKASSE AUS MITARBEITERSICHT ZUSAMMENFASSUNG UND ZUKUNFTSPERSPEKTIVE LITERATURVERZEICHNIS ANLAGEN ANLAGE 1: INTERVIEWLEITFADEN KUNDEN ZWEITE SPARKASSE ANLAGE 2: AUSWERTUNG KATEGORIEN UND HÄUFIGKEIT (TABELLE X) ANLAGE 3: AUSWERTUNG KATEGORIEN UND HÄUFIGKEIT (TABELLE Y) ANLAGE 4: ABBILDUNGSVERZEICHNIS

6 KURZFASSUNG Vom Schuldenregulierungsverfahren, kurz Privatkonkurs oder Privatinsolvenz genannt, sind in Österreich jährlich über Privatpersonen betroffen. Nicht zu reden von den über Menschen, die bei der ASB (Allgemeine Schuldnerberatungen GmbH) Jahr für Jahr Unterstützung und Beratung erhalten. Rund 80 Prozent der Klienten der Schuldnerberatungen sind zwischen 20 und 50 Jahre alt und Arbeitslose sind acht Mal häufiger vertreten als in der Gesamtbevölkerung. 763 Menschen haben im Jahre 2009 allein in Kärnten den Privatkonkursantrag eingereicht. Da nach einem Konkursantrag die bestehenden Konten gesperrt werden und es in Österreich keine gesetzliche Verpflichtung für die Banken gibt, ein neues Girokonto zu eröffnen, ist der Zugang zu Überweisungs- und Zahlungsverkehrsdiensten dem Schuldner nicht mehr möglich. Es findet unweigerlich eine Ausgrenzung und dadurch eine Stigmatisierung statt. Im Jahre 2006 wurde aus den Mitteln der Privatstiftung der ERSTE Bank für diese Kundenschicht die Zweite Sparkasse in Zusammenarbeit mit der Schuldnerberatung Wien und der Caritas gegründet. Mit verschiedenen Partnerorganisationen werden zurzeit in allen Bundesländern fast Kunden von über 400 ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut. Durch klar festgelegte Richtlinien können die Partnerorganisationen für die in Frage kommenden Personen eine sogenannte Empfehlung aussprechen und daraufhin wird in der Zweiten Sparkasse ein Gehaltskonto eröffnet. In der Schuldenregulierungsphase ist der Alltag der Betroffenen geprägt von Stigmatisierung und Scham. Meine Arbeit geht der Frage nach, inwieweit die Zweite Sparkasse einen Ausweg aus diesem Teufelskreis bieten kann. 5

7 ABSTRACT In Austria, more than individuals per year are concerned by personal bankruptcy or personal insolvency, more formally called Schuldenregulierungsverfahren. Additionally, more than persons every year get support and counseling from the ASB (Allgemeine Schuldnerberatungen GmbH General Debt Counseling Ltd.). About 80% of the clients of debt counseling are between 20 and 50 years old, and the rate of unemployed persons is eight times higher than in the total population. In Carinthia (Kärnten) only, 763 persons handed in a personal bankruptcy request in After such a request, the existing bank accounts are being blocked. Austrian banking institutions are not obligated by law to open a new bank giro account, and so the debtor has no access to bank transfer and payment transaction services anymore, resulting inevitably in exclusion and thus a stigmatization of the debtor. In 2006, the Zweite Sparkasse was founded for this customer stratum in cooperation with the Schuldnerberatung Wien (Debt Counseling Vienna) and the Caritas, funded by the private foundation of the Erste Bank. Along with various partner organizations, nearly clients are serviced by more than 400 honorary employees. Partner organizations can give a recommendation for eligible persons in accord with clearly defined directives, and thereupon a payroll account will be opened at the Zweite Sparkasse. During the phase of debt regulation (Schuldenregulierungsphase), the everyday life of the persons concerned is characterized by stigmatization and shame. This work investigates the question to what extent the Zweite Sparkasse offers a way out of this vicious circle. 6

8 1. EINLEITUNG Ich weiß heute ganz genau, zu dem und dem Datum zahle ich nichts mehr, sind die Schulden weg, und ich bin ein freier Mensch. (KD7 Z.91) 1 Die Grundlage der in dieser Arbeit präsentierten Studie bildeten Interviews mit vierzehn Kunden der Zweiten Sparkasse in Kärnten, die sich knapp vor oder in einem Schuldenregulierungsverfahren (Privatkonkurs) befanden. Die Tatsache, dass sie mir überhaupt ein Interview gegeben haben und mich an ihren Gefühlen und Befindlichkeiten teilnehmen ließen, ist keine Selbstverständlichkeit. Auf diesem Wege bedanke ich mich sehr herzlich für das Vertrauen und für die Offenheit. Zur besseren Schreib- und Lesbarkeit bei allgemeinen Ausführungen wurde auf die Doppelnennung von weiblichen und männlichen Formen verzichtet. Da bei Schuldnerberatung als auch bei der Zweiten Sparkasse die Männer in der Mehrzahl vertreten waren, wurde die männliche Form bevorzugt. Es sind aber bei den meisten Darlegungen beide Geschlechter gemeint. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich vor allem mit Überschuldung, Privatkonkurs und den damit zusammenhängenden Fakten und Problemen. Außerdem wird die Frage gestellt, ob die Tätigkeit der Zweiten Sparkasse als Institution die Menschen in ihrer prekären Lage unterstützen kann. Die Scham und die Stigmatisierung der Betroffenen wurden behutsam in den Interviews und den Analysen und Auswertungen hinterfragt. Vorerst wird die Privatverschuldung in Europa, Österreich und speziell in Kärnten beleuchtet und deren Auslöser untersucht. Anschließend geht es um die Auswirkungen auf die Gesellschaft und sowohl der Privatkonkurs in seinem Ablauf als auch die Zweite Sparkasse als Institution werden vorgestellt. Als Abschluss des theoretischen Teils kommen die Themen Stigmatisierung und Scham zur Sprache. Mithilfe der Fragen des Interviewleitfadens wurde versucht, Einblick in die Gefühle und Befindlichkeiten von 14 Interviewpartnern zu erhalten. Ein zusätzliches Interview mit dem Geschäftsführer der Schuldnerberatung Kärnten und fünf Kollegen von der Zweiten Sparkasse, stellvertretend für alle Mitarbeiter, ergänzten die Arbeit. Nach der Analyse, den Ergebnissen und den Auswertungen wurden neben der Zusammenfassung auch eventuelle Zukunftsperspektiven erörtert. 1 (KD7 [siehe Interview Kunde 7], Z. 91 [Zeilenabschnitt 91]) 7

9 Das Thema der Scham war während meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Zweiten Sparkasse bei einer betroffenen Kundin so stark aufgetaucht, dass es mich zu interessieren begann und nicht mehr losließ. Scham ist ein tabuisiertes Thema, das trotzdem allgegenwärtig ist, vor allem bei Menschen, die ausgegrenzt werden. Scham kann man sehr schwer verbergen und nur schwer heucheln (Diebitz, 2005, S. 62). Es gibt daher viele Arten, Scham abzuwehren, um nicht seelisch in Zweifel am Selbstwert (Marks, 2007, S. 157) abzustürzen. Wir können uns aber nur schämen, weil wir in der Welt sind und um unser Personsein wissen (Diebitz, 2005, S. 86). Und gerade dieses Personsein in der schwierigen Phase eines Privatkonkurses weckte meine Anteilnahme. [ ] wenn ich meinen Betreuer gesehen habe, habe ich versucht, dass ich auf die andere Seite gehe, dass er mir nicht in die Augen schaut. Es war peinlich und es ist mir immer noch peinlich. (KD1 Z. 43) Es geht mir aber auch darum aufzuzeigen, dass die Zone der gesicherten Existenz nicht mehr so klar definierbar ist. Hier steht auch die Frage von Auf- und Abstieg, von Stabilisierung und Destabilisierung von Sicherheit und Unsicherheit zur Diskussion (vgl. Vogel, 2006). Vermehrt ist die Zone der sozialen Mittelschicht in der Stabilität bedroht und Verschuldung ist nicht nur das Resultat mangelnder finanzieller Kalkulierfähigkeit, sondern immer häufiger auch Statussicherungsstrategie (vgl. Vogel, S. 349). Viele Menschen bewegen sich in einem finanziell überaus engen Korsett. Es dürfen weder Ehescheidung, Krankheit oder andere finanzielle Probleme dazwischenkommen. Die (noch vorhandenen) Ressourcen sind knapp kalkuliert. Die Prekarität des Wohlstands setzt Wohlstand voraus, und das Gefühl sozialer Verwundbarkeit kennen nur diejenigen, denen soziale Sicherheit und Stabilität nicht fremd ist (vgl. Vogel, 2006, S. 346). [ ] es war wie Geburtstag [ ] und der Gedanke: habe ich das überhaupt verdient und es war einfach unbeschreiblich. Und die Bankomatkarte, wo ich sie in den Händen gehabt habe, jetzt habe ich ein Zahlungsmittel, kann ich damit noch umgehen? (KD12, Z. 98) 8

10 2. PRIVATVERSCHULDUNG 2.1 STATISTISCHE DATEN Bei der Verschuldung wird in einer Zeitperiode das Verhältnis der Einnahmen zu den Ausgaben negativ. Bleibt dieses Verhältnis dauerhaft negativ, tritt mittelfristig Überschuldung und langfristig Insolvenz auf. (vgl. Lange, 2007) Eine andere Systematisierung des Begriffs Überschuldung wurde unter anderem von Korczak (2003, zitiert nach Angel, 2010, S. 1) vorgenommen, der auf Basis einer umfassenden Literaturrecherche drei unterschiedliche Definitionen von Überschuldung vorschlägt: Subjektive Überschuldung ist dann gegeben, wenn sich eine Person psychisch und finanziell überfordert fühlt, Schulden zurückzuzahlen. Relative Überschuldung ist dann gegeben, wenn trotz Reduzierung des Lebensstils der Einkommensrest nach Abzug der Lebenshaltungskosten (Miete, Energie, Versicherung, Grundnahrungsmittel, Telefon, Kleidung etc.) nicht zur fristgerechten Schuldentilgung ausreicht. Absolute Überschuldung (Insolvenz) liegt vor, wenn das Einkommen und Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr decken Überschuldung in Europa Die Überschuldung ist vor allem seit der Wirtschaftskrise 2008 in ganz Europa präsent. Van der Klis (2011) führt in ihrer Dissertation aus: Die sozioökonomischen Merkmale der Überschuldeten, die ein privates Insolvenzverfahren betreiben, weisen in allen Ländern Europas ähnliche Merkmale auf, das heißt, betroffen sind in erster Linie Alleinerziehende und allein Lebende mittleren Alters, Arbeitslose und Empfänger von Niedrigeinkommen bzw. staatlicher Leistungen. (S. 61) Laut Angaben der Creditreform der Privatinsolvenzen Europas 2009 liegt Großbritannien an der Spitze, gefolgt von Deutschland und Frankreich. Österreich befindet sich an der vierten Stelle (siehe Abbildung 1). 9

11 Abbildung 1 Abbildung 2 Die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland hat erstmals seit 2007 wieder zugenommen (siehe Abbildung 2). Für die gesamte Bundesrepublik wurde zum Stichtag 1. Oktober 2010 eine Schuldnerquote von 9,5% gemessen. Damit sind rund 6,5 Millionen Bürger über 18 Jahre überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Im Vergleich zu 2009 hat sich die Anzahl an Schuldnern um rund Personen erhöht (+4,7%). (Quelle: Creditreform) 10

12 2.1.2 Privatverschuldung in Österreich Bis 1995 hat es in Österreich nur Konkurse von Firmen gegeben und aufgrund der rechtlichen Konstruktion sind immer wieder Haftungen für Privatpersonen übrig geblieben. Deswegen sind vom Gesetzgeber die Schuldnerberatungen gegründet worden. Es gibt heute die staatlich anerkannten Schuldnerberatungen in jedem Bundesland. Dachorganisation ist die ASB (Allgemeine Schuldnerberatungen GmbH) in Linz. Die Beratung und die Vertretung vor Gericht sind für den Schuldner kostenlos. Es arbeiten in der Schuldnerberatung Juristen, die speziell in Richtung Konkursrecht geschult werden. Unser Interesse ist es, den Klienten schuldenfrei zu stellen [...], aber auch der Gläubiger soll etwas davon haben. (K. Kleindl, GF Schuldnerberatung Kärnten, persönliche Mitteilung v ). Deswegen werden zusammen mit den Betroffenen Auswege aus der Überschuldung gesucht. Voraussetzung ist, dass diese engagiert mitarbeiten und ihren Teil zur Entschuldung beitragen. Es sollen nicht kurzfristige sondern nachhaltige Lösungen gefunden werden. Laut Schuldenreport 2010 von der ASB hat sich die Anzahl der Personen, die von den Schuldnerberatungen Unterstützung erhielten von im Jahre 2007 auf im Jahre 2009 erhöht. Außerdem beträgt die Höhe der Schulden bei 61,8% der Schuldner durchschnittlich bis Euro. Rund 80% der Klienten der Schuldnerberatungen sind zwischen 20 und 50 Jahre alt und Arbeitslose sind acht Mal häufiger vertreten als in der Gesamtbevölkerung. Bei den Schuldenregulierungsverfahren 2009 gab es Konkursanträge (+5,2% zu 2008) und davon wurden Konkurse eröffnet (+3,9% gegenüber 2008). Etwa jeder siebente österreichische Haushalt ist beim Eintritt in die Gesamtobligationen an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit oder darüber (vgl. Schönbauer, 1990, S. 137). Auch Kovacic (1986) hat den Filialleiter einer großen Bank aus seiner Berufserfahrung sprechen lassen: Mir machen zur Zeit die finanziellen Zusammenbrüche in den Familien mehr Sorgen als die Firmenpleiten [...] (vgl. S. 68). Und an einer anderen Stelle zitiert er den Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Banken in Köln: Wir leben in einer freien Gesellschaft und haben es mit freien und mündigen Bürgern zu tun. Jedermann kann selbst entscheiden, ob er einen Kredit aufnimmt oder nicht, gleichgültig, wie die Angebote seitens der Kreditwirtschaft sind (vgl. S. 163). Ist die derzeitig hohe Anzahl von Privatkonkursen auf die jahrelange Misswirtschaft im privaten Bereich zurückzuführen oder liegen die Gründe woanders? Die Erfahrung der Schuldnerberater geht eher in die Richtung, dass manche Leute mit wirtschaftlichen Begriffen wie zum Beispiel 11

13 Zinsen nichts anfangen können. Man geht naturgemäß auch mit den Banken hart ins Gericht: [ ] da liegt noch sehr vieles im Argen und es kommen immer nur die Spitzen ans Tageslicht (K. Kleindl, persönliche Mitteilung v ) Privatverschuldung in Kärnten Von der Schuldnerberatung Kärnten wurden Fälle im Jahr 2010 bearbeitet, davon waren Menschen, die das erste Mal zur Beratung gekommen sind, die restlichen waren Altfälle, die weiter bearbeitet wurden (vgl. Pizzato, 2011). Das bedeutet einen Rückgang gegenüber dem Jahr 2009, in dem Fälle bearbeitet wurden und neue Schuldner zu verzeichnen waren. (Stat. Daten 2009: K. Kleindl, persönliche Mitteilung v ) 763 Privatkonkurse hat Kärnten 2009 verzeichnet, im Jahre 2010 gab es einen Rückgang auf 725 Fälle (Gross, 2011). Allein in Villach haben im Jahre 2010 von Jänner bis Anfang Dezember 419 Personen erstmals bei der Schuldnerberatung Hilfe gesucht. Es musste in 186 Fällen der Privatkonkurs eröffnet werden (Santner, 2010). Halmer et al. (2008) berichten, dass Kärnten 734 Privatkonkurse im Jahr 2006 verzeichnet hatte und es lag damals mit einer Durchschnittsverschuldung der privaten Haushalte von Euro über dem Österreichschnitt von Euro. Wie die Autoren erwähnen, sind die Banken mit Abstand die größten Gläubiger. Außerdem stellen sie fest, dass Konsumkredite stark beworben werden, weil für Banken in Österreich die Möglichkeit der rigorosen Eintreibung der Schulden durch Lohnpfändung besteht (S. 275). Das sei in einigen EU-Staaten entweder überhaupt nicht vorgesehen oder nur dann möglich, wenn es sich dabei um Unterhaltsschulden oder um Forderungen des Staates handelt. 2.2 URSACHEN und AUSLÖSER Gründe für die Überschuldung können bei einigen Klienten der Schuldnerberatungen statistisch nicht eindeutig zugeordnet werden. Es ist oft eine Kombination aus vielen verschiedenen Faktoren, die zu einem Schuldenberg akkumulieren. 12

14 Gründe für Überschuldung 2009 Einfachnennungen bei Erstberatung Wohnraumschaffung; 8,4% Bürgschaften / Mithaftungen; 7,3% Sonstige Gründe; 13,4% Arbeitslosigkeit / Einkommensverschlechterung; 27,3% Selbstständigkeit; 19,4% Scheidung / Trennung; 6,4% Umgang mit Geld; 17,7% Abbildung 3 Laut Schuldenreport 2010 wurde die Arbeitslosigkeit bzw. Einkommensverschlechterung mit 27,3% am häufigsten genannt, gefolgt von der gescheiterten Selbstständigkeit mit 19,4%, mangelhafter oder ungeplanter Umgang mit Geld mit 17,7%, Bürgschaften und Haftungen mit 7,3% Wohnraumschaffung mit 8,4%, Scheidung oder Trennung mit 6,4% und sonstige Gründe wie Sucht, Krankheit, Unterhaltsverpflichtungen, usw. mit 13,4%. (siehe Abbildung 3) Arbeitslosigkeit bzw. Einkommensverschlechterung Arbeitslosigkeit als Grund von Überschuldung ist bei den Klienten der staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich von 19% (2008) auf 27,3% im Jahre 2009 gestiegen. Da aber für eine Eröffnung des Privatkonkurses Voraussetzung ist, dass der Schuldner ein Einkommen hat, um seinen Prozentsatz der Rückzahlungsquote bedienen zu können, wird auch hier ein Kreislauf sichtbar, dem nur sehr schwer zu entkommen ist. Wenn dann noch andere Faktoren, wie die derzeitige schlechte Wirtschaftslage und private Krisen dazukommen, ist die Situation für den Schuldner fast aussichtslos. Viele Familien mit Kindern sind betroffen, aber auch Personen mit Teilzeitjobs, vor allem alleinerziehende Mütter. 13

15 2.2.2 Gescheiterte Selbstständigkeit Oft bestehen private Haftungen von Firmeninhabern und deren Angehörigen im Falle eines Firmenkonkurses. Diese Schulden bleiben aufrecht, erst recht bei einer Schließung der Firma. Sie können aber im Rahmen eines Privatkonkurses reguliert werden. Hier ist der Anteil von 22% (2008) auf 19,4% (2009) gesunken (vgl. Schuldenreport 2010). Da die durchschnittliche Verschuldung von früheren Selbstständigen deutlich über dem Niveau von anderen Überschuldeten liegt, gibt es bei diesen Schuldenregulierungen das Problem, dass die Schuldner die 10% Quote in einem Abschöpfungsverfahren nicht erreichen. Hier sollen die Privatkonkursregelungen noch nachgerüstet werden, um in sozialen Härtefällen auch hier eine Entschuldung zu ermöglichen. (vgl ) Mangelhafter Umgang mit Geld Erschreckend hoch ist der Prozentsatz an Klienten der Schuldnerberatungen, die mit Geld nicht oder nur mangelhaft umgehen können (17,7%). Im Jahre 2008 lebten 9% der österreichischen Bevölkerung ( Personen) in Haushalten, die zum Zeitpunkt der Befragung bzw. während der letzten 12 Monate zumindest einmal Zahlungsrückstände aufwiesen (Schuldenreport 2010, S. 17). Einige Gründe für diesen relativ sorglosen Umgang mit Geld können nicht nur an der fehlenden Ausbildung liegen, sondern auch an den derzeit herrschenden Wertvorstellungen. Die Inhalte und die Art der Werbung, aber auch der lockere Umgang mit Geld in der Gesellschaft sind sicher zwei der Faktoren, die zur derzeit herrschenden Einstellung zu Geld führen. Gross (1990) schreibt über die Werte der modernen Gesellschaft: Die Löcher in der Seele werden mit materiellen Gütern gestopft: CD-Player und modische Kleidung, getunte Autos und digitale Videogeräte als Verbandsmaterial für seelische Wunden. Aber wenn das Glück (oder dessen Abklatsch) käuflich wird, weshalb soll man sich dann um etwas anderes bemühen als um das Geld, das man dazu braucht? (vgl. S. 217). Neben vielen Erwachsenen tappen auch immer mehr Jugendliche in die Schuldenfalle. Die Studie von Elmar Lange (2004) über den Jugendkonsum im 21. Jahrhundert kommt zu dem Schluss, dass viel zu wenig über Geld geredet und vor allem unzureichende ökonomische Kenntnisse über die Folgen der Verschuldung im kritischen Alter des Übergangs vom Jugendlichen zum Erwachsenen in die Überschuldungssituation führen (S. 165). 14

16 Außerdem findet Lange (2004) auch einen Grund für den sorglosen Umgang mit Geld: Geld wird nicht als knappes Zahlungsmittel gesehen, sondern als Mittel, mit dessen Hilfe sich soziales Ansehen kaufen lässt (Seite 130) Bürgschaft und Wohnraumschaffung Katharina Martin (2005) kennt und beschreibt die Stellung der Frauen in Partnerschaften und sie findet, dass sich die Gesellschaft von der Vorstellung verabschieden sollte, dass es einen quasi natürlichen Anspruch von Männern gäbe, über mehr finanzielle Autonomie zu verfügen als Frauen (vgl. S. 7). Sie findet, dass sogar finanzielle Gewalt im Spiel ist, sobald Frauen offensichtlich gegen ihre persönlichen Interessen handeln, indem sie Kredite für Autos aufnehmen, die sie nicht fahren, die Geschäftsführung von Betrieben übernehmen, die sie nicht leiten, oder Rechte abtreten, die ihnen von Gesetzes wegen zustehen (S. 9). Normalerweise haftet man nicht generell ohne Unterschrift für die Schulden seines Partners, aber es gibt eine Ausnahme, die sogenannte Schlüsselgewalt, die nur für Ehepartner gilt, nicht aber für Lebensgefährten. Derjenige Ehegatte, der den gemeinsamen Haushalt führt und keine oder nur geringe eigene Einkünfte hat, vertritt den anderen bei Rechtsgeschäften des täglichen Lebens [ ], er kann den Partner zur Zahlung der Schulden aus Einkäufen für den gemeinsamen Haushalt verpflichten (Broschüre BMSK, S. 16). Auch Bürgschaften oder sonstige Mitschuldnerschaften bei anderen Familienmitgliedern oder Freunden können ins Auge gehen, wenn der Hauptschuldner nichts mehr zahlen will oder kann. Dann wird vom Gläubiger gnadenlos der Mitschuldner zur Kasse gebeten Trennung und Scheidung Nachdem sehr viele Ehegatten oder Lebensgefährten ein gemeinsames Konto führen oder gemeinsam einen Wohnkredit aufnehmen, kommt es sehr oft vor, dass nach der Trennung bzw. Scheidung ein Schuldenberg übrig bleibt. Für Schönbauer (1990) weist auch die Auflösung der Partnerschaft [...] die besorgniserregendsten Rückzahlungsverläufe auf. 40% dieser Kreditnehmerhaushalte waren überschuldet, wenn sie nur vom Partnerverlust betroffen waren, knapp 50% waren es, wenn zum Partnerverlust auch andere Risiken dazukamen (S. 144). Und auch die gesteigerte Anzahl der Privatkonkurse ist auf diese Tendenz zurückzuführen. Ebenso führen Alimentationszahlungen für minderjährige Kinder und Unterhaltszahlungen an die Exfrau nicht selten zu einer enormen Schuldenspirale, der der Schuldner nicht mehr entkommen 15

17 kann. Viele Betroffene können nicht einmal daran denken, eine neue Partnerschaft, Ehe oder eine neue Familiengründung ins Auge zu fassen Sonstige Gründe Bei der Analyse der Schuldnerberatungen rangiert das Suchtverhalten als Grund für die Überschuldung unter den sonstigen Gründen (13,4%) neben Krankheit, Tod und besonderen Härtefällen. Im Hinblick auf die Überschuldungsthematik spielt aber meiner Meinung nach das Suchtverhalten, vor allem die Kaufsucht und die Spielsucht, eine viel größere, andererseits aber auch eine viel subtilere Rolle, als es vielleicht aufgrund der statistischen Daten scheinen mag Kaufsucht Kaufsucht liegt dann vor, wenn das kompensatorische Konsumverhalten die für ein Suchtverhalten typischen Merkmale zeigt, nämlich die Verengung auf bestimmte Objekte, die Unwiderstehlichkeit und in vielen Fällen auch die Dosissteigerung und das Auftreten von Entzugserscheinungen. Kaufsucht kann zur Kaufsuchtkrankheit führen. (Lange, 2004, S. 133) Nach Reisch et al. (2004, zitiert nach Wilkoutz, 2005, S. 67) wird die Entwicklung einer Kaufsucht auch durch die herrschenden Bedingungen und Möglichkeiten der heutigen Konsumgesellschaft beeinflusst, in der Konsumieren und Kaufen eine zentrale Rolle ökonomisch, sozial, psychologisch und kulturell spielt. Es kommt gar nicht mehr darauf an, was man kauft, oder ob man es braucht: Sparen habe doch heutzutage keinen Sinn; wenn man etwas sehe, was einem gefalle, kaufe man es sofort, eben auf Kredit, und damit werde es zugleich bedeutungs- und wertlos (Gross, 1990, S. 207). Durch die Kaufsucht werden ganze Familien in die Überschuldung getrieben und als einziger Ausweg bleibt nur mehr der Weg zur Schuldnerberatung und vor den Konkursrichter Spielsucht Die verwetteten und verlorenen Einsätze der Österreicher machten 2007 rund 2 Milliarden Euro aus, schreibt Damberger (2008). Die Spieleinsätze erreichten 2008 eine Höhe von 15,4 Milliarden Euro. Hauptursache dafür ist der Boom des Internet-Glücksspiels. Die World Lottery Association in Basel schätzt den Gesamtumsatz des legalen Glückspiels in Europa auf rund 115 Milliarden Euro pro Jahr (ebd.) 16

18 Die Spielsucht ist derzeit massiv im Steigen begriffen Personen sind allein in Kärnten spielsüchtig, also abhängige Spieler und bis zu Personen sind problematische Spieler (Lavanttaler, 2011). In der Broschüre des Amtes der Kärntner Landesregierung, Spielsuchtambulanz de La Tour (2010), berichtet Univ.-Prof. Dr. Herwig Scholz, ärztlicher Leiter der Spielsuchtambulanz, dass sich seit der Änderung des Gesetzes zum Kleinen Glücksspiel im Jahre 1997 die Zahl der Spielsüchtigen drastisch erhöht hat. Mehr als 40% der Spieler haben auch ein Alkoholproblem und 15% der Spielsüchtigen weisen schwere Depressionen auf. Neben den körperlichen und psychischen Auswirkungen gerät der Spieler in finanzielle Bedrängnis, aber auch die Angehörigen werden von der Schuldenspirale nicht verschont. Sie helfen immer wieder, leihen Geld, begleichen Schulden, um den Betroffenen vor den Außenstehenden nicht bloßzustellen. So geraten sie nicht selten selbst in die Schuldenfalle. Der Grund für die Zunahme der Spielsucht kann aber sicher nicht nur in der Lockerung des Gesetzes hinsichtlich des Kleinen Glücksspiels gesehen werden. Schon Gross (1990) hat hervorgehoben, dass unspezifische Dinge wie Essen oder Geldverspielen erst dann zu einem Suchtmittel werden können, wenn sie einem gesellschaftlichen Bedeutungswandel unterliegen [...] Auch Geld dient nicht mehr unbedingt dem Lebensunterhalt, sondern dem Status, dem Konsum, dem Ersatz wirklicher Bedürfnisse (S. 213). 2.3 GESELLSCHAFTLICHE AUSWIRKUNGEN Verschuldungen und Kreditaufnahmen sind in einer Marktwirtschaft völlig normal, wenn sie bewusst eingegangen werden und wenn sie im Rahmen des Einkommens auch zurückgezahlt werden können. Problematisch wird es erst dann, wenn nach der Zahlung von Tilgungsraten und Zinsen nicht mehr genügend finanzielle Mittel zum Leben und zur Befriedigung der Grundbedürfnisse bleiben (vgl. Lange, 2007). Überschuldungen und ihr Anstieg stellen dagegen sehr wohl ein Problem für den Einzelnen wie für die Gläubiger dar, besonders dann, wenn sie längerfristig auftreten (Lange, 2007, S. 3). 17

19 2.3.1 Verschuldung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Lange (2007) stellt aufgrund seiner verschiedenen Studien fest, dass jeder Versuch, den Grund für die Verschuldung von Jugendlichen mit familiären, schulischen oder Peergruppen-spezifischen Bedingungen zu erklären, gescheitert ist. Genauso wie der Versuch, die Verschuldung auf individuelle Handlungsbedingungen, wie Persönlichkeitsmerkmale oder Einstellungen zurückzuführen. Die verschuldeten Jugendlichen zeigen damit im Unterschied zu den nichtverschuldeten Jugendlichen weder ein gestörtes Persönlichkeitsprofil noch kommen sie aus zerrütteten Familienverhältnissen (S. 5). Am meisten Geld ausgeliehen, das nicht sofort zurückgezahlt werden kann, wird in der Gruppe der 10- bis 17-Jährigen für Fast Food, das außerhäuslich am Kiosk, Tankstellen und anderen Einrichtungen gekauft wird. An zweiter Stelle stehen das Ausgehen und Kleidung und erst an letzter Stelle stehen die Ausgaben für das Handy (vgl. Lange, 2007). Bei den 15- bis 24-Jährigen steht an erster Stelle der Anschaffungen das Auto, gefolgt von Computer und Computerzubehör. Auch hier steht das Handy mit 9% erst an vorletzter Stelle (vgl. Lange, 2004). Lange (2007) führt weiter aus, dass als Gläubiger der Jugendlichen bei den 10-bis 17-Jährigen die Freunde mit 57% vor den Eltern aufscheinen und bei den älteren Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren dreht sich die Reihenfolge um und die Eltern rangieren mit 57% vor den Freunden. Darüber hinaus gehen über 40% der jungen Erwachsenen über 18 Jahre zu einer Bank oder Sparkasse, um einen Kredit zu erhalten. An diese Institutionen wenden sich aber eher junge Männer als junge Frauen. Des Weiteren stellt Lange (2007) fest, dass Hilfe bei Überschuldung logischerweise zuerst bei den Eltern gesucht wird (58%). Zur Schuldnerberatung ist von den untersuchten Jugendlichen noch niemand gegangen, obwohl diese der Hälfte der Jugendlichen (52%) bekannt war. Wie Lange (2004) ausführt, führt Verschuldung und Überschuldung bei den Jugendlichen zu ökonomischen, sozialen und psychischen Problemen. Sie müssen die Ausgaben einschränken, es kommt zu familiären Konflikten und sie berichten von einer Abnahme der sozialen Kontakte. Die psychischen Probleme äußern sich in zunehmendem Stress (16%), und in einem Anstieg des Suchtverhaltens, vor allem bei männlichen Jugendlichen. 14% berichten von resignativen Tendenzen, die eher von jungen Frauen geäußert werden und 11% berichten von Minderwertigkeitsgefühlen. Auf die Frage, wieso es zur Überschuldung gekommen ist, gesteht ein Drittel der Jugendli- 18

20 chen, durch unzureichende Wirtschaftsplanung die Überschuldung selbst verursacht zu haben. Immerhin 10% der Jugendlichen verweisen auf psychische Probleme, die sie mit der Verschuldung in Beziehung setzen. Hier fragt sich der Autor handelt es sich hier etwa um familiären, schulischen oder beruflichen Stress, der dann über den kompensatorischen Konsum und die Kaufsucht zur Überschuldung führt? (Lange, 2007, S. 6). Der Übergang vom Minderjährigen zum Erwachsenen erweist sich ebenfalls als kritische Lebensphase (Lange, 2007, S. 7). Hier steigen die Verschuldungs- und Überschuldungsraten deutlich an. Die Schuldnerberatung Oberösterreich hat in einer Studie im Jahre 2007 (Gabanyi et al.) festgestellt, dass von den befragten 138 Klienten und Klientinnen zwischen 18 und 25 Jahren 26% Schulden zwischen und Euro hatten, 35% zwischen und Euro und 7% über Euro (S. 14). Als Ursachen werden auch hier sorgloser alltäglicher Konsum, die Anschaffung von kostenintensiven Gütern wie Auto und Wohnraumausstattung oder allgemein zu hohe Kosten im Vergleich zum Einkommen bei Wohnung und Unterhaltszahlungen angegeben. Wenn dann noch Arbeitslosigkeit, familiäre Probleme wie Trennung, Scheidung, Todesfall oder Bürgschaften dazu kommen, kann der Lebensunterhalt mit der vorhandenen finanziellen Ausstattung nicht mehr bewältigt werden. Bei mehr als einem Viertel der Befragten haben die finanziellen Probleme schon vor dem 18. Lebensjahr begonnen und es waren vorwiegend Banken, bei denen die Schulden gemacht wurden. In dieser Studie von Gabanyi et al. (2007) gaben mehr als die Hälfte der Befragten (54%) an, die erste Kontoüberziehung sei eine bewusste Entscheidung gewesen, mehr Geld auszugeben als sie hatten. Den anderen ist die Überziehung passiert, und sie merkten es erst im Nachhinein (S. 15). In einer im Jänner 2007 veröffentlichten Umfrage des Bundesverbandes deutscher Banken gaben zwei Drittel aller 14- bis 27-Jährigen zu, sich in Geld- und Finanzfragen eher nicht oder überhaupt nicht auszukennen (Müller-Michaelis, 2009, S. 54). Auch in Österreich warnt das Bundesministerium für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz in seiner Broschüre Jugendliche und Verschuldung. Alles was Recht ist vor Bürgschaften, Kontoüberziehungen usw. und empfiehlt die Schuldnerberatungen, wenn Feuer am Dach (ebd.) ist. 19

21 Manche Geldinstitute haben schon die Notwendigkeit für Informationen rund um das jugendliche Geldleben erkannt und wollen Jugendlichen und Eltern Stolpersteine auf dem Weg ins Geldleben aufzeigen (Broschüre Kärntner Sparkasse, 2008). Es werden Bemühungen unternommen, um die Gefahren von Handy, Internet, Bankomatkarte und anderen Kostenfallen aufzuzeigen. Es wird auch nicht mit Informationen rund um Verschuldung und Privatkonkurs mittels ansprechender Präsentation gespart, es darf aber bezweifelt werden, dass diese Tipps von den Jugendlichen im Rahmen der Vorträge auch internalisiert werden. Hier könnte sich die Installation von Peer-Mediatoren als hilfreich erweisen, die unter den Gleichaltrigen eher Akzeptanz erfahren. Ein derartiges Projekt startet nach der Peermediationsgrundausbildung im vierten Quartal 2011 als Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Kärntner Sparkasse, der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW) in Hermagor und dem Verein FairMittler Kärnten. (persönliche Mitteilung v , Jörg Bader, Obmann Verein FairMittler Kärnten) Inwieweit hier aber trotz umfangreicher und relativ leicht zugänglicher Informationen durch schulische und außerschulische Veranstaltungen, Internet und Sensibilisierung des Schuldenthemas die Konsumgesellschaft und vor allem die Medien Anteil an dieser negativen Entwicklung haben, zeigt Gert Heidenreich (2002) auf. Er betont, dass durch die Erziehungsmuster der Mediengesellschaft schon Jugendliche wissen, dass zur Anerkennung das richtige Styling des eigenen Körpers und Gesichts nebst den entsprechenden Klamotten und Accessoires gehört. Hier wird der Blick nach oben antrainiert, Leben als Konjunktur, Glück als Maskierung und Ausstaffierung- vor allem mit dem nötigen Geld, sei es als Kredit und die mit ihm verbundene juvenile Verschuldung (S. 400). Korczak (2005) weist außerdem in einer Pilotstudie der Schuldnerberatung zur Überschuldung junger Erwachsener darauf hin, dass es einen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Biografien der Überschuldung gibt. Es wurde neben der Tatsache von Niedrigeinkommen, frühzeitige oder zu großzügige Zurverfügungstellung von Dispositionskrediten oder Insolvenz des Arbeitsgebers beobachtet: Dass die jungen Männer nicht über die notwendige hohe kognitive Komplexität verfügten, um mit ihrer Lebenssituation zurecht zu kommen. Dass die Übernahme von Eigenverantwortung zu früh erfolgte. Dass auch keine hinreichend große Ambiguitätstoleranz entwickelt worden ist (S. 167). 20

22 Außerdem ist bei den jungen Männern in dieser Studie festgestellt worden, dass die Resilienz überwiegend schwach ausgeprägt war und die Risikofaktoren umso stärker gegeben waren. Weibliche Biografien der Überschuldung zeichnen sich laut Korczak (2005) dadurch aus, dass junge Frauen noch früher die elterliche Wohnung verlassen und zumeist zu ihrem Freund ziehen. In der Folge werden in einer quasi Trotzreaktion gegen elterliche Beschränkungen (S. 167) die finanziellen Möglichkeiten voll ausgeschöpft und teilweise überspannt. Die jungen Frauen übernehmen auch sehr oft die Kosten für die Einrichtung des neuen Heimes. Daher häufen sich bei Frauen neben Bankschulden in stärkerem Maße Mietschulden und Schulden beim Versandhandel. Stärker als bei Männern ist bei Frauen aber ein aktiver Abnabelungsversuch von der Überschuldung zu erkennen, der an einem aktiven Bemühen um Schuldenregulierung abzulesen ist (S. 168) Familien in der Schuldenfalle Lange (2007) hat sehr richtig festgestellt, dass die Situation besonders kritisch wird, wenn junge Erwachsene mit ihren teils hohen Kreditverpflichtungen nach einer Eheschließung und Familiengründung einige Jahre später entweder arbeitslos werden bzw. sich scheiden lassen. Am häufigsten verbreitet sind laut EU-SILC Kreditschulden für Eigentum. 48% der Bewohner und Bewohnerinnen von eigenen Häusern bzw. Eigentumswohnungen haben ihren Wohnraum mit Fremdkapital finanziert. Aus dieser Studie ging ebenfalls hervor, dass 1,5 Millionen Menschen in Österreich (18%) in Privathaushalten leben, in denen zumindest ein Haushaltsmitglied sein Konto überzogen hatte. Der mittlere Anteil des Kontoüberzugs betrug 51%, gemessen am verfügbaren gesamten monatlichen Haushaltseinkommen. Auffallend höher war der Anteil aber insbesondere bei Personen in Ein- Eltern-Haushalten. Hier betrug er 85% (S. 1113). In diesen Ein-Eltern-Haushalten stach auch der besonders hohe Anteil von Personen hervor, der sich die Zahlungen für Wohnraumbeschaffung (3%) sowie für laufende Wohnkosten (14%) nicht leisten konnte. Alleinerziehende (und ihre Haushaltsmitglieder) weisen zudem ein im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung mehr als doppelt so hohes Risiko auf, mit mindestens zwei Zahlungen im Rückstand zu sein (7%) (S. 1111). 2 Statistics on Income and Living Conditions; von der EU-Statistik Behörde Eurostat koordinierte Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen von Privathaushalten in Europa. 21

23 Laut Stiastny (2008) sind noch rund 60% der Klienten der Schuldnerberatungen männlich, die jungen Frauen sind aber auf der Überholspur. Neben zu geringem Einkommen werden Haftungen oder eine gescheiterte Selbstständigkeit als Grund angegeben. Aber auch Scheidung und Trennung führen zum Absturz (ebd.). Auch ein zu großzügiger Kontoüberziehungsrahmen wird neben zu hohen Konsumausgaben, wie Internet-Shopping oder Auto, als Problem genannt. In Vorarlberg hat sich das Verhältnis von Mann und Frau dahingehend verändert, dass es sich bei den jüngeren Klienten fast die Waage hält (ebd.) Working poor Die Schweizerin Anna Liechti (1998) hat sich mit den working poor in ihrem Land befasst, dem Land mit dem höchsten durchschnittlichen Einkommen der Welt. Working poor sind erwerbstätige Arme. Einkommensschwache, deren Erwerbseinkommen für den normalen Lebensunterhalt nicht ausreicht. Die Aufnahme von Konsum- und anderen Krediten stellt eine Möglichkeit dar, finanzielle Engpässe zu überbrücken. Es ist daher nicht erstaunlich, dass Personen in schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen häufiger Kleinkredite aufnehmen als die Durchschnittsbevölkerung [ ] Einkommensschwache nehmen oft Kredite auf, um andere zu tilgen oder die Steuern zu bezahlen. Die hohen Zinsen und die prekäre finanzielle Lage führen vielfach in den Teufelskreis einer wachsenden Verschuldung. (Liechti, 1998, S. 44) Dieselbe Thematik wird auch von der Arge Sozial Villach, der Anlaufstelle für Menschen, die nicht mehr weiterwissen, an die Öffentlichkeit getragen. Sie stellen einen deutlichen Zuwachs an working-poor -Fällen fest (vgl. Santner, 2011). Auch die Villacher Arbeiterkammer hat eine Studie veröffentlicht, wonach Kärntner trotz regelmäßigen Erwerbseinkommens unter der Armutsgrenze leben (vgl. Kassin, 2010). 22

24 2.3.4 Stressfaktor Geld Nach einer Umfrage der American Psychological Association im Jahre 2004 betrachten 73% aller US-Amerikaner das Geld als Hauptfaktor für Stress in ihrem Leben, noch weit vor Stress am Arbeitsplatz, durch Familie oder Krankheiten (vgl. Sonnenmoser, 2009). Nach der Wirtschaftskrise 2008 wird sich dieser Prozentsatz sicher nicht verringert haben, aber dennoch gilt weltweit eine Regel: Über Geld spricht man nicht und über finanzielle Probleme oder Schulden schon gar nicht (Müller-Michaelis, S. 11). Merkwürdigerweise neigen die meisten Menschen dazu, unangenehme Dinge zu verdrängen, statt sich mit ihnen zu beschäftigen und aus dem Schlechten noch das Beste zu machen. Diese Vogel-Strauß-Methode des Kopf-in-den-Sand-Steckens ist typisch gerade in finanziellen Dingen (Müller-Michaelis, 2008, S. 28). Aber bei einigen ist es nicht nur der Stress oder die fehlende Zeit oder die Verdrängung der Probleme, die zum finanziellen Desaster führen. Laut Müller-Michaelis (2008) sind bereits viele Verschuldete mit der Aufgabe überfordert, sich eine simple Übersicht zu verschaffen (S. 63). Es fehlen einfach grundlegende Fähigkeiten in Mathematik oder im Lesen und Verstehen von Versicherungsverträgen, Mietverträgen oder Leistungsbescheiden. Des Weiteren berichtet Müller-Michaelis (2008) von einem Experiment der Schuldnerberatung in den Schulen, wo das genaue Lesen von Vertragsinhalten den Kindern mit einem Trick nahegebracht wurde. Zu Beginn der Unterrichtsstunde erhielt jeder Schüler eine Teilnahmeerklärung, die er durchlesen und unterschreiben sollte. Und obwohl jeder einzelne Schüler beteuerte, dass er nie etwas Ungelesenes unterschreiben würde, hatte sich versteckt im Text jeder mit seiner Unterschrift verpflichtet, zum Ende der Stunde 20 Euro zu bezahlen (vgl. S. 57). Bei einigen Personen, die mathematisch überfordert sind, könnte es sich aber auch um eine Rechenstörung handeln, die laut ICD-10-WHO Version 2011 unter F81.2 folgendermaßen definiert wird: Diese Störung besteht in einer umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die hö- 23

25 heren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differential- und Integralrechnung benötigt werden. 3 Aber auch Lernen durch Imitation und Nachahmung hat seine Folgen. Die von Müller-Michaelis (2008) so genannte Generation Pleite hat bereits im Elternhaus gelernt: Konsumschulden von gestern lassen sich aus dem Mehrverdienst von morgen abzahlen (Müller-Michaelis, S. 58). In vielen Familien wird das Unternehmen Haushalt durch Zufallsmanagement geführt. Entscheidungen werden aus dem Moment heraus getroffen, ohne Überlegung, ohne Planung, ohne die dafür notwendigen Informationen zu besitzen (Müller-Michaelis, S. 76). Kirchler (1989) erklärt ebenfalls, dass die Logik familiärer Kaufentscheidungen auf Versuch und Irrtum beruht: In Kaufentscheidungen verfolgen die Ehepartner verschiedene Ziele: Der andere soll dazu gebracht werden, einem Kaufwunsch zuzustimmen, dem er anfänglich vielleicht ablehnend gegenübersteht, aus dem Produktangebot soll jenes Produkt ausgewählt werden, das den höchsten Nutzen verspricht und schließlich soll die Entscheidung so verlaufen, daß negative Konflikte möglichst vermieden werden und die Beziehung zwischen den Partnern nicht belastet wird ( S. 237). Die Partner folgen also nur Konfliktvermeidungsstrategien, obwohl sie glauben, eine gemeinsame Entscheidung zu treffen. Sie treffen aber in Wirklichkeit nur eine Auswahl durch unstrukturierte, schrittweise Versuchs-Irrtums-Aktionen (Park, 1982; zitiert nach Kirchler, 1989, S. 243). Neben diesen Strategien bei Kaufentscheidungen gibt es auch im Gehirn eine Strategie, um einen Überblick über die Finanzen zu bewahren, die sogenannte Buchhaltung im Kopf (Müller- Michaelis, S. 67). Demnach definiert Thaler (1999, zitiert nach Hornung, 2006, S. 37) diese mentale Kontoführung folgendermaßen: Perhaps the easiest way to define it is to compare it with financial and managerial accounting as practised by organizations. According to my dictionary accounting is the system of recording and summarizing business and financial transactions in books, and analyzing, verifying, and reporting the results. Menschen haben also für verschiedene Bereiche verschiedene Konten im Kopf und regeln mithilfe dieser Konten ihre Finanzen. Hornung (2006) hat untersucht, wie dieses mental accounting bei überschuldeten Personen abläuft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Überschuldete keine 3 ICD 10, WHO Version 2011, Zugriff unter 24

26 Einteilung in mental accounts besitzen, sondern nur einen breiten unspezifischen account. Dieser wird jedoch sehr häufig evaluiert. Auch bezüglich Budget findet sich bei Überschuldeten keine Einteilung. (Hornung, 2006, S. 2) Wieso handeln viele Menschen oft so irrational, wenn es ums Geld geht? Eine Antwortmöglichkeit könnte Kogler (2011) geben. Er beschreibt eine Forschungssituation an der Standford University, in der die Fragestellung lautete: Wie und wo beeinflussen Gefühle und Emotionen unser Stammhirn? (S. 177). Während der Untersuchungen im Computertomografen werden den Testpersonen Fragen gestellt, unter anderem: Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie viel Geld gewinnen würden? Es wurde von den Forschern eine außerordentliche Reaktion dieser Gehirnregionen festgestellt. Nicht nur Sex und Nahrung aktivieren sie; Geld tut dies auch. Und um ehrlich zu sein: Der Begriff Geld tut dies mit aller Macht (S. 178). Kogler (2011) berichtete außerdem in seinem Artikel über einen anderen Versuch an der Harvard Universität, wo einige Probanden an Sensoren angeschlossen wurden und es wurde ihnen eröffnet, dass sie im Laufe der Zeit einige Entscheidungen treffen müssten. Der Versuch lief entspannt und ruhig ab, es wurden aber einigen Kandidaten Szenen aus einem traurigen Film vorgeführt. Dann mussten die Teilnehmer in rascher Abfolge Geldentscheidungen treffen. Für eine einfache Wasserflasche wurde daraufhin in der Trauerstimmung nach dem Film zum Teil der vierfache Preis geboten, im Gegensatz zu einer ruhigen, entspannten Stimmung. Als Resultat hatte sich immer wieder herausgestellt: wer traurig und niedergeschlagen ist, hat ein völlig anderes Bewertungssystem (S. 179). Dowideit (2009) berichtet, dass Schulden in Deutschland ein noch größeres Tabu darstellen als in anderen Ländern. Die Universität Mainz hat herausgefunden, dass 80 Prozent der Deutschen, die bei der Schuldnerberatung Hilfe suchen, unter Depressionen oder anderen Krankheiten leiden (ebd.). Dowideit berichtet in ihrem Artikel auch vom Unternehmer Attila von Unruh, der selbst Insolvenz anmelden musste, als ein großer Kunde zahlungsunfähig geworden war. Er gründet 2007 den Gesprächskreis Anonyme Insolvenzler und auf der Homepage (http://www.anonymeinsolvenzler.de/initiator.html) sagt er selbst: Die Insolvenz habe ich traumatisch und lebensbedrohend empfunden sie hat sich auf alle Lebensbereiche ausgewirkt: Familie, Freundeskreis, Kollegen, Geschäftspartner. Meine Identität und mein Selbstwert waren in Frage gestellt, ich fühlte mich unglaublich allein mit meinen Sorgen und sah für eine Zeitlang für mich keine Perspektiven mehr. Erst als ich anfing, über meine Situation zu reden, konnte ich Hilfe erfahren durch Freunde, die einfach nur zuhörten und mir beistanden. Dabei traf ich immer mehr Menschen, die selber in einer ähnlichen Situation waren gemeinsam stellten wir fest, dass es Wege und Mittel gibt, die Insolvenz zu überleben. Indem wir den Tatsachen ins Auge blicken und das 25

27 Beste daraus machen, mit gegenseitiger Unterstützung und Hilfe. So sind neue Freundschaften entstanden, haben sich neue persönliche und berufliche Perspektiven ergeben und ich bin gestärkt aus diesem Prozess herausgekommen. Durch die Gründung des Gesprächskreises möchte ich ein Netzwerk von Menschen schaffen, die sich gegenseitig unterstützen. Es ist an der Zeit, Insolvenz nicht mehr als Stigma zu verstehen. Jeder kann scheitern. Es gilt, trotz Scham und Schuldgefühlen konstruktiv mit dem Thema umzugehen und aus der Krise zu lernen. Das ist die Basis für einen erfolgreichen Neustart. Am 7. Juli 2010 wurde auch in Wien der erste Gesprächskreis Anonyme Insolvenzler in Österreich gegründet (vgl. Die Teilnehmer treffen sich jeden vierten Mittwoch im Monat. Es handelt sich um einen offenen Gesprächskreis, der von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleitet wird. Die Teilnahme ist anonym und jeder ist eingeladen zu kommen, der von dem Thema Insolvenz betroffen ist. Zu den Treffen kommen Menschen, die sich schon in der Insolvenz befinden (sowohl Firmen- als auch Privatinsolvenz) und einige kommen in der Phase vor einer möglichen Insolvenz, um sich Rat zu holen. Sowohl Angehörige von Betroffenen sind eingeladen, als auch Menschen, die die Insolvenz hinter sich haben, denn die seelischen Folgen wirken oft noch lange nach. Schenk (2008) findet dass sich Armutsbetroffene überproportional öfter in Situationen (S. 202) wiederfinden in denen weniger Anerkennung, weniger social support und weniger Selbstwirksamkeit erfahren wird; dafür wesentlich mehr Beschämung, mehr Isolation und mehr Ohnmacht. [.] (ebd.) Scham kommt bei der Verarbeitung ökonomischer Probleme eine zentrale Bedeutung zu. Die Furcht vor Bloßstellung und vor dem Verlust des Ansehens wiegt vielfach schwerer als rationale Überlegungen und blockiert die für viele Lösungsstrategien notwendige Mobilisierung sozialer Unterstützung. Leben am Limit macht Stress [.] Der belastende Alltag am finanziellen Limit bringt keine Belohnungen wie besseres Einkommen, Anerkennung, Unterstützung oder sozialen Aufstieg. Eher im Gegenteil, der aktuelle Status droht stets verlustig zu gehen. (Salentin, 2002; zitiert nach Schenk, 2008, S. 202) Henkel (2011) berichtet über das Stigma einer Enddreißigerin, die sogar ihren Wohnort gewechselt hat, weil sie mit dem Stigma des Versagens nicht leben konnte. Es ist, als ob man Aussatz hat, sagt sie im Bericht. Auch Freundschaften und Beziehungen zerbrechen, weil es jahrelang nur mehr ein Thema, den Privatkonkurs, gibt, und das hält fast keine Partnerschaft aus. Und deswegen sei auch der Gesprächskreis Anonymer Insolvenzler so erfolgreich. 26

28 2.3.5 Geld und Kreditkarte als Statussymbol und Teil der Identität Geld in Form von Geldscheinen oder Münzen ist laut Storch (1962) aus dem Leben nicht mehr wegzudenken. Soweit wir die Geschichte der Völker zurückverfolgen können, hat es immer eine Ware gegeben, die als allgemeines Tauschmittel mit anderen Worten als Geld gebraucht wurde (S. 14). Früher war bei vielen Völkern das Rind ein solches Tauschmittel. Das hat auch im lateinischen Wort für Geld pecunia seinen Niederschlag gefunden, es bedeutet nämlich auch Vieh (ebd.). Storch (1962) erörtert weiter: Banknoten oder Papiergeld sind im Gegensatz zu den Münzen [ ] stofflich völlig wertlos. Allein durch staatliche Anordnung wird ein in bestimmter Form bedrucktes Papier zu Geld. Seine Deckung findet das Papiergeld in den Gütern und Dienstleistungen, die die Volkswirtschaft hervorbringt (S. 19). Kirchler (2003) beschreibt sehr genau, welch großes Spektrum das bedruckte Papier abdecken kann: Mittels Geld können Primärbedürfnisse wie Hunger, Schutz vor Kälte, Sicherheitsbedürfnisse abgedeckt werden, und vor allem Sekundärbedürfnisse, wie Bedürfnisse nach Macht, Anerkennung oder Erfolg und die Möglichkeit, die Umwelt zu kontrollieren (S. 341). Und er beschreibt ebenfalls, wie Geld auf die Identität einer Person wirkt: Geld ist in einer materialistischen Welt Teil der Identität jener Person, die es besitzt und drückt vor allem Sicherheit, Macht und Freiheit zu konsumieren aus, Geld bietet Möglichkeiten zu handeln. Nachdem die Identität einer Person an dem gemessen wird, was sie tut und was sie hat, wird das Selbst auch über das verfügbare Geld definiert. (S. 339) Und um dazuzugehören tragen im Kapitalismus die Menschen ihren Zusammenhalt mit der Gesellschaft, ihr Band zu den anderen Menschen in versachlichter Form als Geld in der Tasche mit sich umher (Ottomeyer, 2004, S. 41). Habermas (1996) beschreibt die Rolle von Dingen für das Selbstgefühl insofern, als dass solche Dinge besonders vertraut sind, die gut zu der Person passen, d. h. mit denen die Person automatisiert, habitualisiert interagieren kann. Solche Interaktionen kosten die Person keine Aufmerksamkeit, sie sind ihr selbstverständlich (S. 83). Im Kapitalismus des 21. Jahrhunderts wird aber hauptsächlich nicht mehr das Geld an sich als Objekt herumgetragen, sondern das Symbol für das Geld, die Bankomat- oder die Kreditkarte. Mit diesen Zahlungsinstrumenten hat man mehr oder weniger unbeschränkt Zugriff zu den vorhandenen oder fiktiven Geldreserven. Sie sind aber auch nur dann wertvoll, wenn ein gut dotiertes Konto bei einer Bank dahinter steht, ansonsten sind sie auch wertlos. 27

29 Bankomat- und Kreditkarten sind in den letzten dreißig Jahren eine Selbstverständlichkeit geworden und aus dem Finanzdienstleistungsbereich nicht mehr wegzudenken. Mattes (2010) berichtet, dass 90% der Österreicher das Haus nie ohne Geldkarte verlassen. Die Karten werden also nicht an bestimmten Orten aufbewahrt, sondern ständig bei sich getragen. Durch diese intime Nähe wird das persönliche Objekt quasi Teil der Person in dem Sinne, dass andere es mit ihm identifizieren und ebenso die Person sich mit ihm identifiziert (Habermas, 1996, S. 162). So ist es nicht mehr weit hergeholt, in diesem Zusammenhang von einem Fetisch zu sprechen. Fetisch [ portugies.- frz.; zu lat. facticius nachgemacht] ist die Bezeichnung für einen beliebigen Gegenstand, der, im Gegensatz zum Amulett, nicht aus sich heraus, sondern erst durch einen in ihn gelegten Zauber schützend oder helfend wirken soll. (Meyers Lexikon, 1979, Band 3, S. 34). Aber die Macht geht nicht vom Fetisch aus, sondern von den Gefühlen und Vorstellungen, die man an ihn geheftet hat (Zugriff am unter ). Schon Karl Marx (1872) hat diesen Fetisch enttarnt, indem er schrieb: Das Rätsel des Geldfetischs ist daher nur das sichtbar gewordne, die Augen blendende Rätsel des Warenfetischs (K. Marx, 2009, ungekürzte Ausgabe nach der 2. Auflage v. 1872, S. 103). Ich würde sogar noch weiter gehen und behaupten, dass heute statt des Geldfetischs der Kartenfetisch seinen Platz in der Gesellschaft erobert hat. Kartenfetisch als Ausdruck und Beschreibung für die heutige Kartengesellschaft, in der man ohne Kundenkarten, Konto- und Kreditkarten, Ausweiskarten und Ermäßigungskarten nicht mehr als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft gewertet wird. Das Individuum bewegt sich laut Ottomeyer (1992, 2004) zeit seines Lebens in drei voneinander abgrenzbaren Abschnitten: in der Produktionssphäre, in der Zirkulationssphäre und in der Reproduktionssphäre (vgl. 1992, S. 116). Und in allen drei Abschnitten ist mittlerweile jeder Einzelne von Karten in allen möglichen Ausprägungen abhängig. Von der Zutrittskarte oder Zeitkarte im Arbeitsleben, über die Kundenkarten verschiedenster Unternehmen bis hin zur Freizeit, wo auch nach den normalen Öffnungszeiten durch persönliche Karten der Zugang zu Fitnesscenter und Co genehmigt wird. Als ganz besonders wichtigen Kartenfetisch würde ich aber eine Bankomatkarte bzw. eine Kreditkarte bezeichnen. Man braucht ein Konto und eine Karte, um überhaupt an der Arbeitswelt teilnehmen zu können. Ohne Vorweisen einer Bankomat- oder Kontokarte in der Personalabteilung 28

30 als Nachweis einer gültigen Bankverbindung für die Lohnverrechnung ist heute kein Unternehmer mehr gewillt, Personal einzustellen. In der Zirkulationssphäre ist die Bankomatkarte genau so wichtig. Mattes (2010) berichtet, dass 40% der Zahlungen im heimischen Handel bereits mit Karte abgewickelt werden (S. 13). Auch in der Freizeit ist die Bankomatkarte ebenfalls nicht mehr wegzudenken. Vom Kinobesuch bis zu verschiedensten Konzerten, alles kann mit Kreditkarte im Internet bestellt werden. Manche Billigfluglinien kann man überhaupt nur mehr mittels Kreditkarte buchen. Mit Bargeld hat man hier auf jeden Fall das Nachsehen. Auch bei Zigarettenautomaten wird die Bankomatkarte verwendet, um zu gewährleisten, dass der Bezug der Zigaretten dem gesetzlichen Mindestalter entspricht. Karten sind also im 21. Jahrhundert ein sehr wichtiger Teil unserer Identität geworden und sie fungieren als wichtiger Gradmesser für Inklusion oder Exklusion Finanzielle Exklusion Finanzielle Exklusion bedeutet, keinen oder nur erschwerten Zugang zu wesentlichen Finanzdienstleistungen in einer Gesellschaft zu haben (EU-SILC 2008, S. 1113). Der Zugang zu Finanzdienstleistungen und finanzielle Inklusion wird von der Weltbank (2005, S. 5) durch folgende Indikatoren identifiziert: Access to Transactions and Payments Services Access to Saving Services Access to Loan and Credit Services Den Zugang zu Überweisungen und Zahlungsverkehrsdiensten, der Zugang zum Sparen und der Zugang zu Krediten ist aber nur über ein Konto möglich. Wenn dieser Zugang aber verwehrt wird, findet unweigerlich eine Ausgrenzung statt. Sämtliche regelmäßige Zahlungen müssen mit Zahlschein oder bar bezahlt werden. Zusätzlich zur Ausgrenzung kommt es zu einem höheren Zeitaufwand bei Barzahlungen und zu einem höheren finanziellen Aufwand durch Zahlscheingebühren, die sich, je nach Institut, zwischen zwei und sieben Euro bewegen. Der Median beträgt Euro 3,20 (Arbeiterkammer Wien, 2009, S. 5). Daher fordert die Arbeiterkammer in ihrer Aussendung vom das Recht auf ein Girokonto für alle (Zugriff am unter ). In dieser Aussendung wird auch hochgerechnet, wie viel ein Kunde ohne Konto und mit nur sechs Zahlungen pro Monat an Zahlscheingebühren für Grundbedürfnisse wie Miete, Strom, Telefon, im 29

31 Jahr ausgeben muss. Wenn man einen Zahlschein mit durchschnittlich drei Euro annimmt, kommt man auf 216 Euro im Jahr. Laut EU-SILC 2008 (vgl. Angel, 2009) sind zwei Prozent der Bevölkerung in Privathaushalten ohne eigenes Konto. Am häufigsten betroffen sind Armutsgefährdete (6%) und Personen in der Altersgruppe 65+ (5%). Als zweiter Indikator zur finanziellen Ausgrenzung in Österreich wurde im Rahmen der EU- SILC-Befragung die Nicht-Leistbarkeit einer Haushaltsversicherung als wesentliche Finanzdienstleistung gewählt. Insgesamt besitzen Personen (11%) in Österreich keine Haushaltsversicherung. Rund die Hälfte gibt an, dass ihr Haushalt aus finanziellen Gründen diese nicht abschließen kann (EU-SILC 2008, S. 1113). Da in diesen Fällen auch meist keine finanziellen Reserven vorhanden sind, kann ein etwaiger Schadensfall zur Existenzbedrohung werden. 30

32 3. PRIVATKONKURS (PRIVATINSOLVENZ) 4 (gerichtliches Schuldenregulierungsverfahren) Ziel dieses Verfahrens ist es, dem redlichen Schuldner die Möglichkeit für einen wirtschaftlichen Neubeginn durch Sanierungsplan Zahlungsplan oder Abschöpfungsverfahren mit jeweiliger Restschuldbefreiung zu bieten. Zahlreiche Einleitungshindernisse und Mitwirkungspflichten sollen den Missbrauch dieser Verfahren verhindern, die Möglichkeit der Restschuldbefreiung steht daher nur redlichen und hoch motivierten Schuldnern offen. Für das Konkursverfahren von Privatpersonen ist das Bezirksgericht zuständig. Staatlich anerkannte Schuldnerberatungsstellen haben im Privatkonkurs besondere Bedeutung. Diese Beratungseinrichtungen sind vom Justizministerium anerkannt und unterstützen die Schuldner kostenlos bei ihren außergerichtlichen und gerichtlichen Bemühungen und können diese auch beim Bezirksgericht im Privatkonkurs vertreten. 3.1 VORAUSSETZUNGEN Damit ein Schuldenregulierungsverfahren beim Bezirksgericht eingereicht werden kann, müssen folgende Voraussetzungen zutreffen: Der/ Schuldner muss zahlungsunfähig sein. Zahlungsunfähigkeit ist gegeben, wenn der Schuldner seine fälligen Schulden nicht in angemessener Zeit bezahlen kann. Davon kann insbesondere dann ausgegangen werden, wenn der Schuldner, nachdem sämtliches Vermögen verwertet ist (also kein Vermögen mehr vorhanden ist), neben der Abdeckung seiner Fixkosten, seine gesamten Schulden nicht innerhalb von sieben Jahren begleichen kann. 4 vgl. Zugriff am

33 Der Schuldner darf kein Unternehmer sein. Einen Privatkonkurs kann nur eine Privatperson (eine unselbstständig erwerbstätige Person) beantragen. Die Möglichkeit eines Schuldenregulierungsverfahrens beim Landesgericht haben zwar auch Unternehmer, hier sind jedoch teilweise andere gesetzliche Bestimmungen anzuwenden. Der Schuldner muss versucht haben, seine Schulden außerhalb des Gerichts zu regulieren (außergerichtlicher Ausgleich). Um einen Antrag auf Eröffnung des Schuldenregulierungsverfahrens stellen zu können, muss entweder ein außergerichtlicher Ausgleich mit den Gläubigern gescheitert oder dieser von Anfang an aussichtslos sein. Ein außergerichtlicher Ausgleich ist dann aussichtslos, wenn der Schuldner mehr als 14 Gläubiger hat, oder die Gebietskrankenkasse, die Sozialversicherungsanstalt oder das Oberlandesgericht auf Grund von Unterhaltsrückständen zu den Gläubigern zählen. Der Schuldner muss bescheinigen, dass die Kosten des Verfahrens voraussichtlich gedeckt werden. Die Kosten des Verfahrens sind die Kosten der Inventarisierung (Schätzung des vorhandenen Vermögens durch den Exekutor), die Kosten eines allfälligen Masseverwalters (ca bis Euro); und allfällige Kosten der Gläubigerschutzverbände. Damit der Konkurs eröffnet wird, muss der Schuldner nachweisen, dass er diese Kosten innerhalb von drei Jahren decken kann. Der Schuldner muss ein Zahlungsangebot anbieten. Der Schuldner muss einen Betrag anbieten, der seiner wirtschaftlichen Lage entspricht. In der Regel ist das der pfändbare Teil des Einkommens. Wenn nichts pfändbar ist, kann der Schuldner auch freiwillige Zahlungen aus dem Existenzminimum leisten. Praktische Voraussetzungen für den Privatkonkurs: Neben den rechtlichen Voraussetzungen: Der Schuldner muss für die Dauer des Schuldenregulierungsverfahrens eine möglichst stabile Lebenssituation haben, d. h. die Wohnsituation soll gesichert sein, die Fixkosten wie Miete, Strom usw. müssen ohne Probleme bezahlt werden können und die Einkommenssituation muss möglichst sicher sein. Der Schuldner muss für die Dauer des Schuldenregulierungsverfahrens von seinem Existenzminimum leben bzw. unter Umständen auch noch Zahlungen aus dem Existenzminimum leisten können. Nur wenn das dem Schuldner wirklich möglich ist, macht das Schuldenre- 32

34 gulierungsverfahren Sinn. Es dürfen keine neuen Schulden gemacht werden, die bei Fälligkeit nicht zurückgezahlt werden können. Nicht beschränkbare Forderungen. Es gibt eine Reihe von Forderungen, die auch im Schuldenregulierungsverfahren zu 100% zu bezahlen sind, bzw. bevorzugt behandelt werden. Masseforderungen, Gerichtskosten, Masseverwaltungskosten laufende Verpflichtungen: Alimente, Miete, Betriebskosten usw. offene Geldstrafen Schulden, die während des laufenden Konkursverfahrens gemacht werden Unterhaltsvorschüsse Aufrechnungen der bezugsauszahlenden Stelle Aussonderungen und Absonderungsrechte bleiben bestehen z.b. Hypotheken auf ein Haus, Eigentumsvorbehalt beim Auto das durch Leasing finanziert wird. Gläubiger, welche ein Aussonderungsrecht am Einkommen des Schuldners durch Lohnpfändung oder Zession haben, erhalten zwei Jahre lang den pfändbaren Teil des Einkommens. Erst danach wird das pfändbare Einkommen für den Gläubiger frei. Mitschuldner und Bürgen Die Haftung der Bürgen und Mitschuldner (das sind Personen, die sich ebenfalls verpflichtet haben, Zahlungen zu leisten) bleibt in vollem Umfang aufrecht. Die Gläubiger können sich weiterhin an die Mithaftenden halten und von diesen die Zahlung der noch offenen Forderungen verlangen. Bürgen und Mitschuldner können die an die Gläubiger geleisteten Zahlungen nicht mehr vom Hauptschuldner zurückverlangen. Das kann bedeuten, dass Mithaftende selbst zahlungsunfähig werden und so Konkurs anmelden müssen. Bürgen und Mithaftende haben jedoch die Möglichkeit, soweit sie schon vor Konkurseröffnung Zahlungen an die Gläubiger geleistet haben, diese als Konkursforderung anzumelden. Sie bekommen dann wie alle anderen Konkursgläubiger die vereinbarte Quote. (Zugriff Internet am unter: 33

35 3.2 KONKURSERÖFFNUNG Der Antrag kann mündlich oder schriftlich beim zuständigen Bezirksgericht eingebracht werden (Unterstützung gibt die Schuldnerberatungsstelle). Es muss glaubhaft gemacht werden, dass die Konkursvoraussetzungen erfüllt sind. Das Verfahren wird üblicherweise vom Rechtspfleger geleitet. Wenn Aktiva (Vermögen) von mehr als Euro vorhanden sind, fällt es in die Zuständigkeit des Richters. Die Eröffnung erfolgt mittels Beschluss (veröffentlicht auch in der öffentlichen Ediktdatei, Nach etwa zwei bis drei Monaten findet die erste und meist einzige Verhandlung (Tagsatzung) vor Gericht statt. Zu dieser Tagsatzung muss der Gläubiger unbedingt persönlich erscheinen, ansonsten gilt der Antrag als zurückgezogen. Bei diesem Termin werden die angemeldeten Forderungen der Gläubiger auf deren Richtigkeit überprüft, und es kann bereits über den vorgelegten Zahlungsplan oder Zwangsausgleich abgestimmt bzw. das Abschöpfungsverfahren eingeleitet werden. (vgl AUSWIRKUNGEN DER ERÖFFNUNG Die Veröffentlichung erfolgt von Amts wegen im Internet auf Auch in Tageszeitungen und anderen Medien werden regelmäßig Konkurseröffnungen bekannt gegeben. Des Weiteren werden der Arbeitgeber, die Gläubiger und die kontoführende Bank direkt vom Gericht von der Konkurseröffnung verständigt. Es erfolgt daraufhin ein Verfügungsverbot. Die Möglichkeit des Schuldners, Geschäfte abzuschließen, wird für die Dauer des gerichtlichen Verfahrens, also für circa vier Monate in gewissem Maße eingeschränkt. Die Geschäfte des täglichen Lebens können gemacht werden, nur große Geschäfte wie z.b. ein Autokauf oder der Abschluss von Versicherungen bedürfen der Zustimmung des Insolvenzverwalters. Der so genannte Freigabebeschluss wird ausgestellt um über das vorhandene Konto verfügen zu können. Insolvenzverwalter ist meist ein Rechtsanwalt. Wenn die Vermögensverhältnisse nicht überschaubar sind oder für die Gläubiger Nachteile zu erwarten sind, oder kein Vermögensverzeichnis gelegt wird, ist ein Masseverwalter (ab Insolvenzverwalter) zu bestellen. Der Insolvenzverwalter bekommt sämtliche Post des Schuldners, auch die private. Er hat dadurch die Möglichkeit weitere Gläubiger und auch verschwiegenes Vermögen herauszufinden und überprüft die angemeldeten Forderungen. 34

36 Im Konkursverfahren können zweiseitige Verträge gekündigt werden. Insbesondere werden Lebensversicherungen und Bausparverträge aufgelöst und das Guthaben der Konkursmasse zugeschlagen. Es kommt zu einer Prozesssperre und einem Exekutionsstopp. Strittige Forderungen werden im Konkursverfahren ohnehin geprüft. Mit Konkurseröffnung werden vorläufig alle gerichtlichen Verfahren unterbrochen. Außerdem kommt es zu einem Zinsenstopp. Die Gläubiger können ab der Konkurseröffnung keine weiteren Zinsen verrechnen. Von allfälligen Bürgen oder Mitschuldnern werden sie allerdings weiterhin verlangt. Rückzahlungen von Schuldnern, die vor Konkurseröffnung vorgenommen wurden, und wodurch einzelne Gläubiger besser gestellt wurden, können von einem Gläubiger oder Masseverwalter bei Gericht angefochten und für ungültig erklärt werden (Aufrechnung von Rechtsgeschäften). Es darf kein Gläubiger von dem Schuldner mehr erhalten als im Schuldenregulierungsverfahren vereinbart wurde (Gläubigergleichbehandlung). (vgl.www.privatkonkurs.at/content/privatkonkurs.php) 3.4 MÖGLICHKEITEN DER SCHULDENREGULIERUNG (vgl Sanierungsplan Dieses Verfahren wurde mit eingeführt und ersetzt den bisherigen Zwangsausgleich. In der Praxis wird dieses Verfahren allerdings von Privatpersonen kaum in Anspruch genommen. Die Mindestquote im Sanierungsplan sowohl für natürliche als auch juristische Personen beträgt 20%. Natürliche Personen, die kein Unternehmen betreiben, können eine Zahlungsfrist von zwei bis fünf Jahren in Anspruch nehmen. Zur Annahme des Sanierungsplanes ist erforderlich, dass die Mehrheit der bei der Tagsatzung anwesenden stimmberechtigten Insolvenzgläubiger dem Antrag zustimmt, und dass die Gesamtsumme der Forderungen der zustimmenden Insolvenzgläubiger mehr als die Hälfte der Gesamtsumme der Forderungen der bei der Tagsatzung anwesenden stimmberechtigten Insolvenzgläubiger beträgt. 35

37 3.4.2 Zahlungsplanverfahren Es gibt einige Voraussetzungen, die eingehalten werden müssen: Die angebotene Quote muss der Einkommenslage der nächsten fünf Jahre entsprechen (keine Mindestquote). Die Zahlungsfrist darf höchstens sieben Jahre betragen. Die Vermögensverwertung wird durchgeführt. Die Zustimmung der Gläubigermehrheit muss gegeben sein. Es gibt keine Mindestquote, der Schuldner muss jedoch den Gläubigern eine Quote anbieten, die der Einkommenssituation der nächsten fünf Jahre entspricht. Meist handelt es sich im Zahlungsplan um monatliche Zahlungen für die Dauer von fünf bis sieben Jahren, es können jedoch auch Sofortzahlungen geleistet werden. Die mögliche Zahlungsfrist beträgt bis zu sieben Jahre. Ein Zahlungsplan kommt nur mit Zustimmung der Gläubigermehrheit zustande. Sämtliches Vermögen des Schuldners wird verwertet, z. B. werden Sparguthaben und Bausparverträge aufgelöst, Wertsachen wie Auto, Stereoanlage verkauft bzw. versteigert. Dinge zur einfachen Lebensführung und zur Berufsausübung müssen dem Schuldner belassen werden. Auch eine Änderung des Zahlungsplanes ist möglich, wenn sich die Einkommenssituation des Schuldners ohne sein Verschulden wesentlich und dauerhaft verschlechtert Abschöpfungsverfahren Für den Fall der Ablehnung eines Zahlungsplanverfahrens durch die Gläubigermehrheit kann der Schuldner die Durchführung des Abschöpfungsverfahrens mit Restschuldbefreiung beantragen. Auch hier müssen verschiedene Voraussetzungen zutreffen: Der Zahlungsplan muss vorher abgelehnt worden sein. Es kommt zu einer Gehaltsabtretung für die kommenden sieben Jahre. Die Vermögensverwertung wird durchgeführt. Es darf kein Einleitungshindernis geben. Der Schuldner muss bei Antragstellung erklären, dass er den pfändbaren Teil seiner Einkünfte für die Zeit von sieben Jahren an einen Treuhänder abtritt. Dass heißt, dass der pfändbare Teil und alle (auch freiwilligen) zusätzlichen Leistungen (z.b. Erbschaften, Schenkungen) von einem gerichtlich bestellten Treuhänder an die Gläubiger verteilt werden. Der Schuldner lebt somit sieben Jahre vom Existenzminimum. Im Rahmen seiner Möglichkeiten muss sich der Schuldner bemühen, möglichst hohe Zahlungen an die Gläubiger zu tätigen. 36

38 3.4.4 Restschuldbefreiung Wenn der Schuldner nach sieben Jahren eine Mindestquote von 10% oder schon nach mindestens drei Jahren eine Summe von 50% der Konkursforderungen plus Verfahrens-, Masse- und Treuhandkosten erreicht hat, wird er auch gegen den Willen der Gläubiger von seinen restlichen Schulden befreit. Konnte trotz aller Bemühungen die Mindestquote nicht erreicht werden, kann das Gericht bei Billigkeit 5 trotzdem die Restschuldbefreiung erteilen. Liegt kein Billigkeitsgrund vor, kann das Gericht das Verfahren um maximal 3 Jahre verlängern. Wenn die 10% Quote nicht erreicht wurde, keine Billigkeitsgründe vorliegen und kein Grund für eine Verlängerung gegeben ist, dann endet das Verfahren ohne Restschuldbefreiung. Die restlichen Schulden bleiben aufrecht, die Zinsen werden nachverrechnet und die Gläubiger können wieder Exekution führen. Um die Restschuldbefreiung zu erhalten, müssen folgende Mitwirkungspflichten für die Dauer des Abschöpfungsverfahrens erfüllt werden: Eine angemessene Erwerbstätigkeit muss ausgeübt werden oder bei Arbeitslosigkeit muss man sich um eine Arbeitsstelle bemühen. Man muss den Treuhänder von den Bemühungen, eine Arbeitsstelle zu finden, in Kenntnis setzen. Unentgeltliche Zuwendungen (z.b. Schenkungen, Erbschaften,) müssen herausgegeben werden. Jeder Wohnsitz- oder Drittschuldnerwechsel (meist Arbeitgeber) muss dem Gericht und dem Treuhänder gemeldet werden. Dem Gericht und dem Treuhänder muss auf Verlangen Auskunft über die Erwerbstätigkeit, die dabei erzielten Bezüge und das Vermögen erteilt werden. Die Zahlungen zur (teilweisen) Begleichung der Schulden dürfen nur an den Treuhänder geleistet werden. Soweit der Schuldner eine selbständige Tätigkeit ausübt, müssen die Gläubiger so gestellt werden, als würde man eine angemessene unselbständige Erwerbstätigkeit ausüben. Außerdem darf der Schuldner kein Vermögen verheimlichen oder dessen Erwerb unterlassen, keinem Konkursgläubiger (z.b. einem Privatgläubiger) besondere Vorteile einräumen und keine neuen Schulden eingehen, die bei Fälligkeit nicht bezahlt werden können. 5 Billigkeit (rechtl. Bewertungsmaßstab nach den besonderen Umständen des Einzelfalles [Meyers Lexikon Band 1, S. 592]). 37

39 4. DIE ZWEITE WIENER VEREINSSPARKASSE 4.1. GRÜNDUNG Die Gründung der Zweiten Sparkasse beruht auf dem sozialen Gedankengut der Sparkassen aus dem 19. Jahrhundert. Die Armenfürsorge lag zu dieser Zeit traditionell in den Händen der Kirchen und Klöster. Als Pfarrer der Wiener Vorstadtgemeinde St. Leopold hatte Johann Baptist Weber ( ) schon eine Pfarrkasse eingerichtet, die zinsenlose Kredite an bedürftige Bürger vermittelte. Das Kapital wurde von wohlhabenden Gemeindemitgliedern zur Verfügung gestellt. Aufgrund seiner guten Kontakte zu finanzkräftigen Bewohnern und zum Hochadel brachte er in kurzer Zeit Gulden als Stammkapital für die Sparkasse auf (Rapp, 2005, S. 19). So wurde Die Erste Bank 1819 in der Wiener Leopoldstadt als Sparkasse gegründet. Geöffnet war jeden Dienstag und Freitag für einige Stunden. Ein Auszug aus dem im Jahre 1820 gedruckten Bücherl Errichtet Spar-Cassen! bietet eine sehr aktuelle Produktbeschreibung des Sparbuches: Jeder kann in diese Casse auf seinen, oder auf fremden Nahmen, auf den Nahmen eines Kindes oder auf eine erdichteten Nahmen einlegen (Strauß, 1820, S. 3). Und auch im 21. Jahrhundert gültige Aussagen finden sich in dieser ersten Broschüre : Die besonderen Vortheile sind, daß, so wie das Lotteriespiel durch die Anstalten, die dafür bestehen, unter der gemeinen Classe um sich gegriffen hat, weil sie einen Ort findet, wo sie spielen kann, durch Spar-Cassen, auch der Geist der Sparsamkeit in dieser Classe rege werden wird, wenn sie eine Anstalt weiß, wo sie ihre Ersparnisse sicher hinterlegen, und nach Wunsch wieder erheben kann. (Strauß, 1820, S. 6) Andreas Treichl, Vorstandsvorsitzender der DIE ERSTE österreichische Spar-Casse Privatstiftung erläutert: Der Gedanke der sozialen Verantwortung ist durch das Gründungsstatut im Wesen unseres Unternehmens angelegt und keine zeitgeistige Modeerscheinung (Rapp, 2005, S. 7). Die Umwandlung des Hauptaktionärs, der DIE ERSTE österreichische Spar-Casse Anteilsverwaltungssparkasse in die ERSTE österreichische Spar-Casse Privatstiftung im Jahr 2003 erfolgte vor diesem Hintergrund. Die Stiftung und ihre Organe werden künftig dafür sorgen, dass ein Teil der Erträge, die in der Erste-Bank Gruppe erwirtschaftet werden, nachhaltig und sinnvoll einem wohltätigen und gemeinnützigen Zweck gewidmet werden (Andreas Treichl in Rapp, 2005, S. 7). 38

40 Boris Marte, der Managing Director der Die Erste österreichische Spar-Casse Privatstiftung ist zuständig dafür, dass das Geld der Stiftung auch in gemeinnützige Projekte fließt. Er ist zu den Ursprüngen zurückgegangen und hat diese Ur-Idee der Sparkassen wieder aufgenommen. Zusammen mit Stefan Wallner, dem Generalsekretär der österreichischen Caritas, Alexander Maly, dem Leiter der Schuldnerberatung Wien und Hans Grohs, dem Leiter des österreichischen Dachverbandes der Schuldnerberatung (ASB) in Linz, wurde ein Projekt ausgearbeitet und in die Realität umgesetzt (vgl. Pletter, 2007). Die Zweite Wiener Vereinssparkasse (Die Zweite Sparkasse) wurde daher am 15. Mai 2006 als Projekt und auf Initiative von Boris Marte aus den Mitteln der ERSTE Stiftung gegründet. Die Privatstiftung stellte 5,8 Millionen Euro als Gründungskapital zur Verfügung. Fünf Millionen Euro für die Bankgründung und Euro für den Betrieb (vgl. Pletter, 2007). Am 4. Oktober 2006 nahm Die Zweite Wiener Vereinssparkasse ihre Tätigkeit auf und am 21. November 2006 wurde die erste Filiale in Wien Leopoldstadt durch den Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer feierlich eröffnet. (vgl ORGANISATION Die Zweite Sparkasse ist eine unabhängige Bank, mit dem einen Unterschied, dass sie ausschließlich von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführt wird. Über 400 Freiwillige von Erste Bank und Sparkassen in ganz Österreich engagieren sich bei diesem Projekt, das damit auch eine enorme identifikationsstiftende Wirkung in den beteiligten Instituten entfaltet. Die Geschäfte leitet und koordiniert der ebenfalls ehrenamtlich tätige Vorstand. Vorstandsvorsitzende ist Dr. Evelyn Hayden, die zusammen mit dem zweiten Vorstand, Dr. Gerhard Ruprecht, auch die Schulungen der ehrenamtlichen Mitarbeiter organisiert und die Vertretung der Sparkasse nach außen übernimmt. Dem achtköpfigen Sparkassenrat, dem auch der für die Zweite Sparkasse zuständige Direktor des Programms Soziales der ERSTE Stiftung, Franz Karl Prüller, angehört, steht Mag. Reinhard Ortner vor. Sie alle wurden vom Verein Die Zweite Wiener Vereins-Sparcasse, der 46 Mitglieder zählt, entsandt. (Internet Zugriff am unter: 39

41 Die Präambel der Zweiten Sparkasse: Im Wissen um die sozialen Herausforderungen unserer Zeit und im Bewusstsein der Würde jedes einzelnen Mitglieds unserer Gesellschaft entsteht mit vereinten Kräften ein Institut das sich vor allem einer Aufgabe widmet: Eine Beitrag zur Ermöglichung der wirtschaftlichen Teilhabe aller Menschen an unserer Gemeinschaft zu leisten. Die Sparcasse bietet Finanzdienstleistungen an, wo Menschen keinen Partner finden, um ihr finanzielles Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Die Zweite Wiener Vereins-Sparcasse ist für Menschen da, die einen Zweiten brauchen. Denn manchmal geht es nicht alleine. (www.sparkasse.at/diezweitesparkasse) 4.3 FUNKTION Menschen, die in eine schwierige finanzielle Situation geraten sind und bei keiner anderen Bank mehr ein Konto erhalten, sich aber um eine Lösung ihrer Probleme bemühen, werden von definierten Beratungsorganisationen an die Zweite Sparkasse vermittelt. Aufgrund dieser Empfehlung erhalten sie ein vorerst auf drei Jahre befristetes Konto, das nicht überzogen werden kann. Es fällt eine geringe Kontoführungskaution (drei Euro im Monat) an, die den Kunden jedoch wieder zurückgezahlt wird, wenn sie zu einer neuen Bankverbindung wechseln. Die Idee der Kontoführungskaution kam nicht von der Sparkasse, sondern von Caritas und Schuldnerberatung, die nicht wollten, dass die Banker das Konto, wie sie es geplant hatten, kostenlos anbieten. Ein Bewusstsein dafür, dass Leistungen nicht gratis zu bekommen seien, sei wichtig (Pletter, 2007). Mit der Bankomatkarte der Zweiten Sparkasse kann weltweit (im Maestroverfahren) bargeldlos bezahlt und in den Foyers von Erste Bank und Sparkassen über Automaten Geld vom Konto behoben oder eingezahlt werden. Auch die Kontoauszüge werden damit ausgedruckt. Es können gebührenfrei Daueraufträge eingerichtet und Überweisungen getätigt werden. Wenn die Betroffenen ihre finanzielle Krise bewältigt haben und eine Bankverbindung bei einer anderen Bank erhalten, wird das Konto bei der Zweiten Sparkasse wieder geschlossen. 40

42 4.4 ANGEBOT (https://www.sparkasse.at/diezweitesparkasse) Jede Kundin und jeder Kunde der Zweite Sparkasse erhält nach Empfehlung durch eine Partnerorganisation: ein Basiskonto inklusive Bank Card eine kostenlose Rechtsberatung pro Quartal eine kostenlose Unfallversicherung Zusätzlich kann auf Wunsch ein Aufbaukonto mit erhöhtem Zinssatz zum Sparen abgeschlossen werden und eine günstige Haushaltsversicherung. Eine besondere Partnerschaft verbindet die Zweite Sparkasse mit der Wiener Städtischen Versicherung, die die Versicherungskomponenten der Angebote gratis bzw. zu einem kostengünstigen Tarif abdeckt. Auch hier fanden es Caritas und Schuldnerberatung nicht gut, alles gratis anzubieten (vgl. Pletter, 2007). 4.5 CHRONOLOGIE EINER ERFOLGSGESCHICHTE (dokumentiert mittels interner Infonet-Nachrichten und Mehrere Bundesländer-Sparkassen bekundeten bereits ab 2007 ihr Interesse, die Zweite Sparkasse und ihre Produkte auch für die Menschen in ihrem Einzugsgebiet zugänglich zu machen. Vorerst war an eine Eröffnung von Filialen in den Sparkassen der jeweiligen Landeshauptstädte gedacht. Die Arbeitsteilung wurde derart vereinbart, dass die regionale Sparkasse für ein geeignetes Lokal und die Mitarbeiter zu sorgen hatte und auch die vor Ort anfallenden Kosten übernehmen sollte. Bei den örtlichen Sparkassen wurden Kontaktpersonen definiert. In einer für ein halbes Jahr vorgesehenen Probephase wurde wie bisher in Wien ausschließlich mit der Schuldnerberatung und der Caritas kooperiert. Ebenfalls wie in Wien sollten die vor Ort tätigen Mitarbeiter ihre Aufgabe ehrenamtlich in ihrer Freizeit übernehmen. (vgl. https://diezweite.web-bank.at/ pdf) 14. September 2007 Die Innsbrucker Filiale wurde feierlich eröffnet. 22. November 2007 Die Salzburger Filiale wurde feierlich eröffnet. 12. Februar 2008 Eröffnung Filiale Klagenfurt: um 11 Uhr war es so weit: Seit diesem Tag, der übrigens auch der 173. Geburtstag der Kärntner Sparkasse war, gab es nun auch in Klagenfurt eine Filiale der Zweiten Sparkasse. (vgl. https://diezweite.web-bank.at/ pdf) 41

43 15. Mai 2008 Die Filiale in Graz wurde feierlich eröffnet. 26. Mai 2008 Die Sparkasse Wiener Neustadt kooperierte als erste Korrespondenzsparkasse mit der Zweite Sparkasse und nahm die Kundenbetreuung auf. 20. April 2009 Die Zusammenarbeit mit den oberösterreichischen Regionalsparkassen wurde gestartet. 14. Oktober 2009 Eröffnung der Filiale Villach. (vgl. https://diezweite.webbank.at/ pdf ) 20. November 2009 im Burgenland wurde die Geschäftstätigkeit aufgenommen. Als Korrespondenzbanken fungierten Erste Bank und Sparkasse Hainburg-Bruck- Neusiedl. 17. Jänner 2011 Die Linzer Filiale nahm ihren Geschäftsbetrieb auf. 4.6 KUNDENENTWICKLUNG Dr. Evelyn Hayden, Vorstandsvorsitzende der Zweiten Sparkasse berichtet: Dank der Hilfe der Sparkasse Oberösterreich ist die Zahl der Filialen der Zweite Sparkasse mit jener in Linz auf nunmehr sieben selbständige Filialen in sechs Bundesländern gewachsen. Für uns ist diese Erweiterung des Filialnetzes ein wesentlicher Schritt. In ganz Österreich machen derzeit Kunden - betreut von 412 ehrenamtlichen Mitarbeitern - vom Angebot der Zweite Sparkasse Gebrauch". (https://diezweite.web-bank.at/ pdf) 42

44 4.7 PARTNER DER ZWEITEN SPARKASSE (entnommen: 6 Durch eine Empfehlung einer dieser Organisationen wird ein Konto bei der Zweiten Sparkasse erst möglich. Unabhängig von deren sozialer, nationaler oder religiöser Zugehörigkeit berät, begleitet und unterstützt die Caritas Menschen in schwierigen Lebenssituationen, bei Krankheit oder Behinderung, nach Unglücksfällen oder Katastrophen. Schuldnerberatungen bieten verschuldeten Einzelpersonen, Familien und Haushalten Hilfe zur Selbsthilfe an, um die Ver- bzw. Überschuldung zu beseitigen oder zu verringern. Die MA 40 ist die offizielle Anlaufstelle der Stadt Wien für Menschen in sozialen Notlagen. Der Verein Dialog bietet Beratung, Betreuung und Behandlung für Personen mit Suchtproblemen und für Angehörige sowie Unterstützung bei der Stabilisierung und beruflichen Orientierung. NEUSTART hilft straffällig gewordenen Personen wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen und Opfern Schadenswiedergutmachung und eine Entschuldigung des Täters zu bekommen. Das Wiener Hilfswerk bietet Hilfestellungen in unterschiedlichen Lebenssituationen an. Hilfe zur Selbsthilfe, vorbeugende Hilfe und Förderung der Eigenverantwortung sind zentrale Anliegen. Die ARGE SOZIAL VILLACH wurde mit dem Auftrag gegründet, Obdachlose, Langzeitarbeitslose, Haftentlassene und Menschen mit verschiedenen psychosozialen und wirtschaftlichen Problemen zu beraten und betreuen. Ziele sind Integration und Rehabilitation. Die Wiener BerufsBörse, das Beratungszentrum für Sucht & Arbeit in Wien, bietet Beratung und Betreuung für Menschen mit Suchterfahrung auf ihrem Weg zur beruflichen (Re)Integration. 6 Zugriff Internet am

45 Die SHG Anonyme Spieler bietet kostenlos Sozialberatung für Glückspielabhängige und deren Angehörige, die zum Beispiel mit Delogierung, Arbeitsplatzverlust oder Strafverfahren konfrontiert sind, unterstützt beim Geldmanagement und eröffnet mit der Unterstützung von professionellen Therapeuten, Sozialarbeitern und ehemals Spielsüchtigen Möglichkeiten zur Therapie. Die Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie ist eine staatlich anerkannte Opferschutzeinrichtung, die nach einer polizeilichen Intervention tätig wird. Sie berät und unterstützt Opfer familiärer Gewalt vertraulich und kostenlos in psychosozialen, zivil- und strafrechtlichen Fragen. Der Verein neunerhaus führt in Wien drei Wohnhäuser, in denen rund 160 obdachlose Frauen und Männer ein menschenwürdiges Zuhause finden. Mit dem Team neunerhausarzt und der neuner- HAUS Zahnarztpraxis für obdachlose Menschen bietet der Verein auch medizinische Betreuung. Aktion leben unterstützt schwangere Frauen in Krisensituationen finanziell, mit Sachspenden sowie durch Patenschaften. Neben der Beratung von schwangeren Frauen in Not engagiert sich aktion leben unter anderem in der Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche sowie in der aktiven Öffentlichkeitsarbeit zu bioethischen Fragen. Das Lighthouse Wien ist ein nicht gefördertes Projekt, das HIV+, obdachlosen, substanzabhängigen Menschen einen dauerhaften Wohnplatz, Sozialarbeit, medizinische Betreuung und Psychotherapie bietet. Tel. (01) Volkshilfe Beschäftigung betreibt sozialökonomische Betriebe und Beschäftigungsprojekte für arbeitsuchende Menschen und Menschen mit Behinderungen. Im Rahmen einer befristeten Beschäftigung wird ehemals langzeitbeschäftigungslosen Frauen und Männern Qualifizierung und individuelle persönliche Personalentwicklung geboten, um den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern." Der gemeinnützige Verein AhZ Arbeit hat Zukunft" berät und begleitet kostenlos Menschen in der 2. Lebenshälfte, die Arbeit suchen, deren Arbeitsplatz gefährdet ist und/oder die dabei sind, sich beruflich neu zu orientieren. Die Schuldner-Hilfe OÖ ist eine staatlich anerkannte Schuldenberatungsstelle, die Hilfestellung für Privatpersonen mit Schuldenproblemen bietet. Weiters werden Finanzworkshops und der OÖ Finanzführerschein zur Verbesserung der Finanzkompetenz junger Menschen angeboten. 44

46 5. STIGMATISIERUNG UND SCHAM 5.1 STIGMATISIERUNG Stigmatisierung [griech.], Bez. der Soziologie für die Zuordnung bestimmter von der Gesellschaft bzw. einer sozialen Gruppe negativ bewerteter Merkmale (z.b. nicht ehelich, vorbestraft) auf ein Individuum, das damit sozial diskreditiert wird (Meyers Neues Lexikon, 1980, S. 527). Goffman (1994) verweist auf die Griechen, die den Begriff Stigma [Stich, Punkt, Brandmal] schufen, als Verweis auf körperliche Zeichen, die dazu bestimmt waren, etwas Ungewöhnliches oder Schlechtes über den moralischen Zustand des Zeichenträgers zu offenbaren. Die Zeichen wurden in den Körper geschnitten oder gebrannt und taten öffentlich kund, dass der Träger ein Sklave, ein Verbrecher oder ein Verräter war eine gebrandmarkte, rituell für unrein erklärte Person, die gemieden werden sollte, vor allem auf öffentlichen Plätzen (S. 9). Hohmeier (1975) erläutert, dass wahrscheinlich unter gewissen Bedingungen jedes objektive Merkmal zu einen Stigma werden kann: Ein Stigma ist danach der Sonderfall eines sozialen Vorurteils gegenüber bestimmten Personen, durch das diesen negative Eigenschaften zugeschrieben werden [...] Für Stigmata ist nun charakteristisch, dass einmal das vorhandene Merkmal in bestimmter negativer Weise definiert wird und dass zum anderen über das Merkmal hinaus dem Merkmalsträger weitere ebenfalls negative Eigenschaften zugeschrieben werden, die mit dem tatsächlich gegebenen Merkmal objektiv nichts zu tun haben. Die Wahrnehmung des Merkmals ist dann mit Vermutungen über andere vorwiegend unvorteilhafte Eigenschaften der Person gekoppelt. Es findet eine Übertragung von einem Merkmal auf die gesamte Person, von den durch das Merkmal betroffenen Rollen auf andere Rollen der Person, den tatsächlich eingenommenen wie den potentiell einzunehmenden, statt. (S. 7) Von Goffman (1994) wiederum werden drei verschiedene Arten von Stigmata erwähnt: Erstens gibt es Abscheulichkeiten des Körpers die verschiedenen physischen Deformationen. Als nächstes gibt es individuelle Charakterfehler [...] Schließlich gibt es die phylogenetischen Stigmata von Rasse, Nation und Religion (S. 12). Das Zusammenwirken von Stigma und Gesellschaft bringt Hohmeier (1975) sehr deutlich auf den Punkt: Auch wenn man davon ausgehen kann, dass es stigmatisierte Gruppen wahrscheinlich in allen Gesellschaften gibt, so dürften doch ihre Zahl sowie die Stärke der Stigmatisierung nicht zuletzt von der Gesellschaftsstruktur abhängen. Es ist anzunehmen, dass Stigmatisierungen besonders häufig und ausgeprägt in Gesellschaften auftreten, die entweder auf den Prinzipien der individuellen Leistung und Konkurrenz beruhen oder in denen starke Spannungen zwischen gesellschaftlichen Gruppen bestehen. (S. 10) 45

47 Die Bedrohlichkeit des Stigmatisierten besteht ferner darin, dass dem Normalen das Instrumentarium fehlt, mit dessen Anderssein kognitiv, emotional und instrumental fertig zu werden. Er greift dann häufig zu Identitätsstrategien wie Ablehnung, Interaktionsvermeidung und soziale Isolierung, um sein bedrohtes seelisches Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. (S. 11) 5.2 SCHAM Die Scham ist sogar heute im freizügigen, aufgeklärten und globalisierten 21. Jahrhundert ein Tabuthema. Sie ist allgegenwärtig, wird aber versteckt und auch mit allen Mitteln abgewehrt. Sie tritt mit vielen Gesichtern und in allen Bevölkerungsschichten auf. Die Abwehr kann auch erfolgen durch Angreifmechanismen wie Perfektionismus, Verachtung, Schamlosigkeit, Zynismus, Arroganz, Beschämung und Suchtverhalten (vgl. Marks, 2007). In seinem Buch Der kleine Prinz beschreibt Antoine de Saint-Exupéry (1990) diesen Teufelskreis aus Sucht und Scham: Was machst du da? fragte er den Säufer, den er stumm vor einer Reihe leerer und einer Reihe voller Flaschen sitzend antraf. Ich trinke, antwortete der Säufer mit düsterer Miene. Warum trinkst du? fragte ihn der kleine Prinz. Um zu vergessen antwortete der Säufer. Um was zu vergessen? erkundigte sich der kleine Prinz, der ihn schon bedauerte. Um zu vergessen, daß ich mich schäme, gestand der Säufer und senkte den Kopf. Weshalb schämst du dich? fragte der kleine Prinz, der den Wunsch hatte, ihm zu helfen. Weil ich saufe! endete der Säufer und verschloß sich endgültig in sein Schweigen. (S. 42f) Diebitz (2005) hat sich ebenfalls mit dem Thema der Scham auseinandergesetzt und er findet: Die Scham ist besonders geeignet, das Besondere des Menschseins aufscheinen zu lassen, weil in ihr die Seele aufleuchtet (S. 23). Das Wort Scham stammt von einer alten germanischen Wurzel skam/skem (althochdeutsch scama, angelsächsisch skamu) und hat die Bedeutung Schamgefühl, Beschämung, Schande. Es geht zurück auf die indogermanische Wurzel kam/ken: zudecken, verschleiern, verbergen (Kluge, 1975, zitiert nach Wurmser, 1990, S. 42). 46

48 Steger (1997) erklärt, dass es im Griechischen zwei Begriffe gibt, die dem deutschen Wort Scham entsprechen, das sind aidos und aischyne. Aidos präsentiert sich in verschiedenen Bedeutungsfeldern. Aidos tritt uns in concreto als erlebter psychischer Erfahrungsinhalt, eingebettet in komplexe Bewusstseinslagen, entgegen und meint entweder eine Furcht-Scham vor etwas und jemandem oder ein tief inneres Gefühl der Scheu, nicht die speziell religiös-magische Scheu, die sebas heißt, sondern jede Art von Ehrfurcht, die man den Göttern, wie auch den Älteren, Eltern, Alten und Vorgesetzten, aber auch den Armen, Kranken, Kindern, Frauen, Freunden und sich selbst gegenüber hat oder haben sollte. Der Referenzgegenstand von aidos kann auch folgende begrifflich identifizierbare Bedeutung haben. Schande, Schmach, Genitalien, Achtung, Ansehen, Dignität, Ehre, Geltung, Respekt, Würde, eine Gottheit. Aischyne bezeichnet zum einen das, dessen man sich zu schämen hat. Das kann eine Handlung sein [...], eine Person [...], eine Gesinnung [ ] Zum anderen kann dieses Wort auch ein Ehr-, ein Ehrfurchts- oder ein Furchtgefühl ausdrücken, also alle Bedeutungen von aidos außer die von Genitalien annehmen. (vgl. Steger, S. 58) Aidos wird als Ehr- und Ehrfurchtsgefühl entsprechend dem Moralkodex wahrgenommen oder als Furcht-Scham, wenn man die ehrfürchtige Achtung der Mitbürger verloren hat oder wenn sie entzogen wird. Steger (1997) führt weiter aus, dass Aidos auch ein Inferioritätsgefühl beinhaltet, wenn man durch den Entzug der ehrfürchtigen Achtung auch wert- und würdelos erscheint (S. 64). Wenn es also bei den Griechen hauptsächlich um die Ehre und um den guten Ruf geht, so erhält bei den Christen im Neuen Testament die Scham die Funktion, als religiöser Verhältnisbegriff eine gestörte Beziehung zum mitmenschlichen Partner und zu Gott zu markieren (vgl. Steger, S. 70). Und hier wird die Bedrohung sehr viel stärker wahrgenommen: Denn einer, der öffentlich beschämt dasteht, weil direkt oder indirekt das göttliche Gerichtswirken über ihn ergangen ist, ein solcher ist nicht nur ohne Ehre, er ist ohne Zukunft, er ist ein Nichts (Steger, 1997, S. 71). Und Briegleb (2009) erläutert noch genauer die Herkunft dieses christlichen Schamempfindens aus der Geschichte vom Sündenfall: Die verbotene Frucht, der Apfel der Erkenntnis, befreit den Menschen aus seiner Monotonie gläubigen Glücks und zwingt ihn, mit dem Stachel der Scham im Fleisch sein Leben selbst in die Hand zu nehmen (S. 20). Im 20. Jahrhundert finden wir den Begriff Scham in Meyers Neuem Lexikon (1980) folgendermaßen definiert: Scham, anerzogene menschl. Unlustreaktion (sog. Schamgefühl), die sich häufig auf die Verletzung der Intimsphäre bezieht, daneben aber auch andere soziale Bereiche (Ansehen bzw. Geltung, Erfolg usw.) betreffen kann. Grundlage der Scham ist das Bewußtsein, durch bestimmte Handlungen oder Äußerungen sozialen Erwartungen nicht entsprochen 47

49 bzw. gegen wichtige Normen oder Wertvorstellungen dieses Bereichs verstoßen zu haben. Scham kann sich durch Senken des Blicks, Erröten, Herzklopfen u. ä. äußern. (S. 110) Formen von Scham Leon Wurmser (1990) definiert drei Formen von Scham: Schamangst. Scham ist eine spezifische Form von Angst, die durch die drohende Gefahr der Bloßstellung, Demütigung und Zurückweisung hervorgerufen wird. Schamangst ist, wie alle Angst, doppelter Natur. Entweder ist sie eine Antwort auf das überwältigende Trauma der schon erfahrenen Hilflosigkeit [ ] oder die Erniedrigung [ ] (vgl. S. 74). Der eigentliche Schamaffekt. Wenn die Bloßstellung und Demütigung, das Zeigen von Schwäche, schon geschehen ist, entweder in milder oder in traumatischer Form, folgt gewöhnlich ein sehr viel komplexeres affektives und kognitives Reaktionsmuster als bloße Schamangst [.] Aber es hat auch Selbstverachtung zur Folge sowie Versuche, die erlittene Schande irgendwie wiedergutzumachen, um sowohl den Makel auszulöschen als auch weitere Erniedrigung [ ] zu verhindern (vgl. S. 75). Schamhaftigkeit. Scham könnte eine allgemeine Haltung [sic] von Schüchternheit genannt werden, ein Vermeiden von Situationen und Handlungen, die Demütigung mit sich bringen würden [.] (vgl. S. 75) Der Inhalt des Schamaffekts das, weswegen man sich schämt gruppiert sich nach Ansicht von Wurmser (1990) um verschiedene Themen: 1.) Ich bin schwach, ich versage in Rivalitätssituationen ; 2.) Ich bin dreckig, schmutzig, der Gehalt (content) meines Selbst wird mit Verachtung und Ekel angeschaut ; 3.) Ich habe einen Defekt, ich bin in physischer und geistiger Ausstattung zu kurz gekommen ; 4.) Ich habe über meine Körperfunktionen und meine Gefühle die Kontrolle verloren ; 5.) Ich werde sexuell erregt durch Leiden, Erniedrigung und Schmerz ; 6.) Wahrnehmen und Zeigen sind gefährliche Aktivitäten und können bestraft werden. Verachtung ist ein sehr wichtiger Teil des Schamaffekts. (Wurmser, 1990, vgl. S. 40) Marks (2007) hingegen unterscheidet sechs Formen von Scham: Die Anpassungsscham: sie bezieht sich auf die eigene Person und die Schamgefühle werden ausgelöst, weil man den herrschenden Erwartungen und Normen nicht entspricht. Die Gruppenscham (oder fremdschämen ): sie bezieht sich auf andere Personen, wenn man sich für ein Familienmitglied, die eigene ethnische Gruppe oder die Nation schämt. Die mitgefühlte oder empathische Scham: sie bezieht sich auch auf andere Personen. Wir fühlen mit, wenn wir Zeuge der Beschämung von Mitmenschen werden. Die Intimitätsscham oder Schamhaftigkeit: sie hat die Aufgabe, die eigene Privatsphäre gegenüber anderen zu schützen. 48

50 Die traumatische Scham: wenn die Privatsphäre durch andere Menschen in traumatischer Weise verletzt wurde. Die Gewissens-Scham: die Gefühle eines Täters, der sich für sein Handeln schämt (vgl. Marks, 2007, S. 13f) Ursachen von Scham Fossum und Mason versuchten die Ursachen von Scham vor allem in Familien herauszufinden. Sie fanden verschiedene Auslöser (vgl. Fossum & Mason, 1992, S ): Äußere oder traumatische Scham. Externe oder traumatische Scham stellt sich ein, wenn der Körper, die Gedanken oder Gefühle eines Menschen in einer Weise verletzt werden, dass er oder sie sich wie ein Objekt oder Ding fühlt und in der Folge auch so behandelt wird (S. 66). Vererbte, generationsübergreifende Scham. Wenn Geschichten vererbter Scham ans Licht kommen, stößt man auf Armut infolge von Bankrott, Selbstmorde, Todesfälle und Unfälle von Kindern, an denen sich die Eltern schuldig fühlen, oder um Geheimnisse um Schwangerschaften, Geburten und Adoptionen. Die Regeln des schamdominierten Systems bringen mehrere Generationen hervor, die ihre Affekte verdrängen [ ] (S. 72). Aufrechterhaltene Scham. Mitglieder schamdominierter Familien finden Mittel und Wege, die Scham zu verewigen, um ihr ihren Platz im System zu sichern (S. 75) Erleben von Scham Scham wird natürlich unterschiedlich erlebt, je nach Inhalt des Schamaffekts und je nach eigenem Temperament und je nach Schamauslösern. Wir empfinden uns aber als unfähig, unzulänglich, minderwertig, hilflos, schwach, machtlos, wertlos, lächerlich, gedemütigt oder gekränkt (vgl. Marks, 2007, S. 37). Auch Wurmser (1990) beschreibt die Scham als einen affektiven Zustand, entweder kurzlebig oder anhaltend (S. 72). Ein Aspekt dabei ist auch die plötzliche Bloßstellung, und zwar eine Bloßstellung, die die Diskrepanz zwischen Erwartung und Versagen abrupt an den Tag bringt (S. 77). Es werden daraufhin verschiedene Reaktionen gewählt (Marks, 2007): einfrierende Reaktionen und Versteck-Impulse: wir erstarren und verharren im Schmerz [.] Wir wollen im Boden versinken, uns verbergen oder verstecken. Flucht-Impulse: Wir verlassen fluchtartig die Scham auslösende Situation, laufen weg. Kampf-Reaktionen: Wir ärgern uns über uns selbst, werden wütend, aggressiv oder überheblich (vgl. Marks, S. 37). 49

51 Fossum & Mason (1992) haben den Begriff der Reißverschlußmetapher geprägt, der beschreibt, wie die Grenze oder der Schutzschirm, der das Selbst umgibt, reguliert wird (vgl. S. 99). Sie unterscheiden den äußeren Reißverschluß (Scham) und den inneren Reißverschluß (Selbstachtung). Kinder oder Menschen, die in einem schamdominierten System aufwachsen, werden mit unklaren Grenzen groß, ihr Reißverschluß ist außen; sie meinen, dass sie tatsächlich von anderen, von der Außenwelt gesteuert werden (vgl. Fossum & Mason, S.101). Sie sind den Schikanen anderer ausgesetzt, die jederzeit an sie herantreten und ihren Reißverschluß aufmachen können, sie überrumpeln und ihnen ihr Zeug nehmen (ebd.). Der innere Reißverschluß hingegen ist ein Regulativ für die eigenen Grenzen, für die Selbstachtung und Integrität der Persönlichkeit. Indem Sie den inneren Reißverschluß behutsam regulieren, können Sie, soweit dies möglich ist, Ihren Wertvorstellungen treu bleiben und verantwortlich handeln (vgl. Fossum & Mason, S. l10) Scham und Gesellschaft In einem wohlgeordneten Land kein Einkommen zu haben, oder in einem ungeordneten Land Einkommen zu haben, das ist Schande (Konfuzius, zitiert nach Wurmser, 1994, S. 88). Diese Aussage beschreibt sehr treffend den Stellenwert von Scham und Schande in der Gesellschaft und es hat sich daran seit Jahrhunderten nichts geändert. Briegleb (2009) erläutert, dass der Mensch immer brillantere Methoden der Umlenkung und Maskierung der Scham ersonnen hat, um dieses belastende Gefühl zu vermeiden, zu verbergen, zu regulieren oder nach dem Desaster der Beschämung zurück in ein Gleichgewicht zu finden sei es ein seelisches oder staatliches Gleichgewicht (S. 9). Bastian (1998) spricht von Scham als dem Aschenputtel unter den Gefühlen (S. 9). Aber in der gesellschaftlichen Umgebung ist, wie Wurmser (1994) richtig feststellt, Schuld die Furcht vor innerer Verurteilung, und Scham die vor äußerer Verurteilung (vgl. S. 25). Und gerade deshalb ist Scham im weiteren Sinne selbstbezogen, Schuld ist objektbezogen (vgl. S. 40). Verstößt jemand gegen die moralischen Regeln der Gesellschaft, reagiert diese mit den Waffen von Schmach und Schande, um ihm gegenüber ihren sehr viel höheren Wert zu demonstrieren (Neckel, 1991, S. 61). Aber nicht nur der Verstoß gegen moralische Regeln führt zur Ausgrenzung und zur Beschämung. Auch soziale Schwäche, ganz gleich, ob diese in Armut, Abhängigkeit von anderen, besonders 50

52 als Annahme von Almosen, oder im Ruf eines Verlierers besteht (Wurmser, 1990, S. 46) gilt als beschämend. Ganz besonders Armut hat schon seit der Antike als Schande gegolten (ebd.) Abwehr von Scham Wurmser (1990) und Marks (2007) definieren unzählige Abwehrmechanismen von Scham. Bei Wurmser werden drei Symptome als besonders wichtig im Kampf gegen Scham angesehen: Depersonalisation, Mangel an Verständlichkeit und Schamlosigkeit (Wurmser, S. 335). Die Abwehrmechanismen bei Marks (2007) reichen vom Verstecken hinter einer Maske, über sich einigeln bis zur emotionalen Erstarrung bzw. zur Verwandlung in einen Eisblock. Des weiteren wird die Scham durch Projektion abgewehrt. Hier werden Eigenschaften auf eine andere Person oder Gruppe projiziert, um sich selbst zu entlasten. Angriff durch Beschämen ist eine weitere Abwehrform, wodurch andere erniedrigt, gedemütigt und verspottet werden. Verachtung, Zynismus, Negativismus und Schamlosigkeit sind ebenfalls bekannte Abwehrmethoden, um die Scham von sich abzulenken. Manche fliehen auch in Größenphantasien, Idealisierung, Suchtverhalten oder ins Gegenteil, in den Perfektionismus (vgl. Marks, 2007, S ). Im Zeitalter des Internets und der Informationsüberflutung führt die Scham entweder zum vermehrten Rückzug oder es werden alle Abwehrstrategien eingesetzt, um sich nicht der Scham auszusetzen. Das Hochschwappen des Aggressionspegels bei Jugendlichen ist sicher auch eine Reaktion auf beschämende Ereignisse. Ab dem 13. Jahrhundert war der Pranger oder Schandpfahl weit verbreitet. Ein Verurteilter wurde gefesselt und öffentlich zur Schau gestellt. der Verurteilte musste die öffentliche Schande und die Schmähungen durch die Zuschauer erdulden. Nach einem solchen massiven Ehrverlust war ein normales Weiterleiben in der Gemeinschaft erschwert oder unmöglich gemacht (Marks, S. 81). Heutzutage ist der Pranger das Herumzeigen von peinlichen Videos oder aber auch die Bekanntmachung des Privatkonkurses auf der Homepage des Bezirksgerichtes, die öffentlich zugänglich ist. 51

53 6. STUDIE 6.1 EINFÜHRUNG Seit Beginn meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Zweiten Sparkasse hat mich das Thema der Scham in Verbindung mit der Zweiten Sparkasse und dem Privatkonkurs berührt und nicht mehr losgelassen. Ich entschied mich, diesen Themenkreis für meine Diplomarbeit aufzugreifen und stand demnach auch vor der Entscheidung, welche Methode ich für meine Studie anwenden sollte. Es wurde mir sehr schnell klar, dass es aufgrund des sehr sensiblen Themas nur eine qualitative Methode sein konnte. Um wirkliche, offene Antworten zu erhalten, musste eine Erhebungsmethode und Erhebungssituation geschaffen werden, in der sich der Kunde wohl fühlt und frei antworten kann. Daher kam für mich nur mehr das problemzentrierte Interview in Frage. Ich begann aus den Kunden der Zweiten Sparkasse, die ich in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit kennenlernen durfte, eine Stichprobe herauszufiltern, die dem Kundenspektrum der Zweiten Sparkasse entsprach. Da der Großteil der Kunden zwischen 31 und 50 Jahre alt war (60,6%, interne Kundenanalyse Zweite Sparkasse vom ), lag das Hauptaugenmerk bei den Interviewpartnern auf dieser Kundengruppe. Wie schwierig es aber oft war, einen terminlich bereits fixierten Interviewtermin wirklich zu erhalten und das Interview auch durchzuführen, kann man am sogenannten Zwischenstand meines Interviewtagebuches ersehen: Ich habe inzwischen fünf Terminvereinbarungen getroffen, vereinbarte Termine in neutraler Umgebung. Zwei Interviewpartner sind tatsächlich erschienen, zwei haben das Interview abgesagt und eine Person (heute) ist weder erschienen noch telefonisch erreichbar. Ich habe es mir leichter vorgestellt (eigene Aufzeichnungen v ). Insgesamt konnte ich aber schließlich vierzehn Interviews führen, die zum Teil sehr umfangreich waren und ich bin sehr dankbar, dass diese vierzehn Kunden mir ihr Vertrauen und ihre Zeit geschenkt haben. 52

54 6.2 STRUKTUR Um die Struktur der Stichprobe darstellen zu können, wurden am Anfang des Interviews auch einige persönliche Daten abgefragt. Aufschlüsselung nach Geschlecht weiblich männlich 64,3% 35,7% Abbildung 4 Die Interviewpartner waren zu 64,3% männlich und 35,7% weiblich (siehe Abbildung 4). Die Kunden der Zweiten Sparkasse waren laut interner Statistik ebenfalls zu 65,5% männlich und 34,5% weiblich. (interne Statistik Zweite Sparkasse v ) Beim Erstkontakt bei der Schuldnerberatung wurden 59% Männer und 41% Frauen erfasst. (vgl. Schuldenreport 2010) Die Zuordnung zur Nationalität der Befragten betrug 13 österreichische Staatsbürger, davon zwei mit Migrationshintergrund und einem Staatsbürger aus einem EU-Ausland (siehe Abbildung 5). Die Kunden der Zweiten Sparkasse waren zu 88,4% Österreicher und zu 11,6% aus verschiedenen anderen europäischen Ländern. (interne Statistik Zweite Sparkasse v ) 53

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