Vor drei Jahren änderte sich das

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1 Fotos (2): CBM Vor drei Jahren änderte sich das Leben von Ishahak dramatisch: Das Bein des 56-Jährigen aus dem nordostindischen Bundesstaat Assam musste amputiert werden. Ich suchte unweit der Grenze zu Bhutan Wasser, weil die Brunnen im Winter austrocknen, berichtet Ishahak. Dabei habe ich wohl versehentlich die Grenze übertreten und wurde von einem Soldaten ins Bein geschossen. Zwei Monate lang lag der Vater von vier Kindern nach der Beinamputation im Krankenhaus. Tatendrang erwachte in Ishahak Wie soll ich mit nur einem Bein meine Familie ernähren, wie mein Land bearbeiten?, fragte sich Ishahak. Die Sorge um seine Familie wich Tatendrang. Er verpachtete die Hälfte seines Landes an einen Nachbarn. Auf der anderen wollte er endlich einen lange gehegten Traum verwirklichen: Eine eigene Teeplantage, die er gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn bewirtschaften könnte. Allerdings hätte sich Ishahak ohne Unterstützung die Pflanzen nicht leisten Jeremia Daimari (r.) erklärt Ishahak den richtigen Umgang mit Teepflanzen. Unabhängig mit eigener Plantage können. Hilfe bekam er vom CBM-Partner ADWR (Abkürzung in der nordindischen Sprache Boro für Sorge und Pflege ) in Form von Teepflanzen. Sobald seine kleine Plantage Gewinn abwirft, muss Ishahak den Kleinkredit zurückzahlen. Erfolg dank Kredit und Training Wie Tee angebaut und geerntet wird, lernte Ishahak von ADWR-Mitarbeiter Helfen Sie mit! Jeremia Daimari. Assam ist berühmt für seinen Tee und diese Plantage ist eine Investition in die Zukunft, erklärt Daimari. Inzwischen sind zwei Jahre vergangen und Ishahak erntet seinen eigenen Tee genug, um seine Familie zu ernähren und den Kredit sogar schneller als geplant zurückzuzahlen. Das ist erfolgreiche Hilfe zur Selbsthilfe. Gefördert von Spenderinnen und Spendern der CBM. ISSN Ein Kleinkredit für Unabhängigkeit: 100 Euro Kennwort: Kredit Besuchen Sie uns auch im Internet:

2 BLICKKONTAKT MAGAZIN DER CHRISTOFFEL-BLINDENMISSION Juli 2015 D Foto: CBM Die Zukunft im Blick Reportage: Jesca und Simon werden vom Grauen Star geheilt Nothilfe: CBM-Mitarbeiter begleitet Hilfskonvoi in Nepal Projektbericht: Kabgayi-Klinik eröffnet neue Abteilung

3 Liebe Freundinnen und Freunde der CBM, Dr. Rainer Brockhaus Geschäftsführer Christoffel-Blindenmission Fotos (2): CBM die Welt der Menschen in Nepal ist in diesem Frühjahr völlig aus den Fugen geraten. Gleich zwei schwere Erdbeben erschütterten die Himalaja-Region. Unter den Folgen dieser Katastrophe wird Nepal noch lange leiden. Ich bin dankbar, dass so viele Spenderinnen und Spender die Nothilfearbeit der CBM unterstützen. Wie wichtig das Engagement unserer Förderer für die weltweite Arbeit der CBM ist, zeigt ein Rückblick auf das Jahr Was wir alles gemeinsam erreicht haben, können Sie ab Seite 10 nachlesen. Eines aber schon vorab: Die CBM half über acht Millionen behinderten Menschen mehr als im Jahr Das erfüllt mich mit großer Freude! Eine beeindruckende Zahl, die uns auch für die kommenden Jahre motivieren wird, unsere Arbeit stetig auszuweiten. Diesem Ziel zollen wir auch mit der neuen CBM-Zentrale Rechnung. Der Umzug in die Büroräume in der Stubenwald-Allee 5 in Bensheim am 17. Juli 2015 gibt uns die Möglichkeit, wirtschaftlicher zu arbeiten und weiter zu wachsen. Gleichzeitig setzen wir mit der barrierefreien Gestaltung des Gebäudes ein deutliches Zeichen für unsere Vision einer gelebten gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen an der Gemeinschaft. Behinderte und nicht behinderte Mitarbeiter und Besucher können sich im neuen CBM-Hauptsitz gleichermaßen einfach orientieren. Ich danke Ihnen von Herzen, dass Sie uns helfen, das Schicksal von so vielen Menschen zum Guten zu wenden! Herzliche Grüße Ihr Dr. Rainer Brockhaus Geschäftsführer Die neue Zentrale der CBM. 2 BLICKKONTAKT Ausgabe Juli 2015

4 Seite 4: Seite 8: Seite 9: Inhalt: Blick nach vorn! Jesca und Simon werden vom Grauen Star geheilt Weltumseglung im Zeichen der CBM Spender macht sich für behinderte Menschen stark Ein Traum geht in Erfüllung Kabgayi-Klinik weiht neue Gebäude für Netzhaut-Chirurgie ein 4 Foto: CBM Seite 10: Seite 14: Seite 15: Jahresrückblick 2014 hilft die CBM Millionen Menschen Tierisch gute Spendengala CBM-Botschafterin Marion Koch lädt zu Spendengala ein Ich schließe die Kinder ins Herz Eine langjährige CBM-Kinderpatin berichtet 14 Foto: Pro Pictures Hamburg Seite 16: CBM-Kampagne Die CBM engagiert sich in der Politik 17 Seite 17: Seite 18: Zwei Minuten Angst Wie CBM-Mitarbeiter Ashok das Erdbeben in Nepal erlebt hat Berliner Testament So bleibt Ihr Vermögen lange in der Familie Foto: CBM 20 Seite 20: Unabhängig mit eigener Teeplantage Mit einem Kleinkredit finanzierte sich Ishahak seinen Traum Impressum Die Christoffel-Blindenmission arbeitet überkonfessionell, hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und ist Ver ein barungs partner des Evangelischen Missionswerks (EMW), Mitglied des Dia ko ni schen Werks der EKD, der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) sowie des Verbands Ent wick lungspolitik (VENRO). Herausgeber und Verlag: Christoffel-Blindenmission Deutschland e.v. Stubenwald-Allee Bensheim Tel.: ( ) Fax: ( ) Büro Berlin: Albrechtstraße 10 Hof Berlin V.i.S.d.P.: Geschäftsführung: Dr. Rainer Brockhaus Dr. Peter Schießl Erscheinungsweise: 4 x im Jahr kostenlos Redaktion: Sonja Mund, Sven Aretz, Nora Christoph, Priska Gronenberg, Kathrin Miedniak, Christian Paul Grafik: Inette Kreis, Kai Mengel, Gitte Wirth, Fred Zimmermann Konto 2020 Bank für Sozialwirtschaft BLZ IBAN: DE BIC: BFSWDE33XXX Mit jeder Spende an die CBM helfen Sie, das Leben von Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Gebieten der Erde zu verbessern. Ihre Spende setzen wir für den von Ihnen angegebenen Zweck ein oder dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Das Logo und die Marke CBM sind rechtlich geschützt. Ihre Daten werden durch die CBM erhoben und gemäß dem evangelischen Datenschutzgesetz elektronisch verarbeitet und genutzt, um Ihnen über Ihre Spenden eine Zuwendungsbestätigung zu erstellen. Zudem verwenden wir Ihre Kontaktdaten, um Sie weiter über die Arbeit der CBM schriftlich, telefonisch oder per zu informieren. Ihre Daten werden nicht an Dritte zu Werbezwecken weitergegeben. Sie können dieser Nutzung Ihrer Daten für weitere Informationszwecke jederzeit widersprechen. Foto: CBM Die Christoffel-Blindenmission wurde 2012 von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC für qualitativ hochwertige Berichterstattung ausgezeichnet. Bei der CBM können Sie sicher sein, dass Ihre Spende ankommt. Das wird vom Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) als unabhängiger Prüfeinrichtung seit 1993 immer wieder bestätigt. Ausgabe Juli 2015 BLICKKONTAKT 3

5 REPORTAGE 4 BLICKKONTAKT Ausgabe Juli 2015

6 Blick nach vorn! Nebeneinander sitzen sie auf dem Flur des Krankenhauses KCMC (Kilimanjaro Christian Medical Centre) in Tansania und warten auf ihre Operation: die vierjährige Jesca und der 96-jährige Simon. Fast ein Jahrhundert trennt die beiden. Doch zwei Dinge haben sie gemeinsam: Jesca und Simon haben Grauen Star auf ihrem rechten Auge. Und sie beide hoffen, nach der Operation endlich wieder richtig gut sehen zu können. Ganz fest kuschelt sich Jesca in die Arme ihres Vaters. Der Trubel im CBM-geförderten KCMC schüchtert die Vierjährige ein: das große Gebäude, die vielen fremden Menschen und vor allem die Ärzte und Schwestern, die ihr rechtes Auge untersuchen wollen. Der deutsche CBM-Augenarzt Dr. Heiko Philippin muss seine ganze Überzeugungskraft aufbieten (und ein Bilderbuch hinter seinem Rücken hervorzaubern), bis Jesca ihn mit einer Lampe in ihr Auge leuchten lässt. Nach Unfall auf einem Auge blind Weiß und undurchsichtig schimmert Jescas Augenlinse im Licht der Lampe: Grauer Star. Schuld daran ist ein Unfall, bei dem sich Jesca einen Hornhautriss im Auge zugezogen hat. Wie das passiert ist, wissen ihre Eltern nicht. Doch als Jescas Vater Emmanuel bemerkte, dass sich im Auge seiner Tochter ungewöhnlich viel Sekret bildete, machte er sich sofort mit ihr auf den Weg ins KCMC. Ich kenne das Krankenhaus, weil ich schon einmal selbst wegen einer Fußverletzung hier war, erzählt der 27-jährige Kleinbauer. Doch dieses Mal hat nicht er Schmerzen, sondern sein Kind. Foto: CBM Ausgabe Juli 2015 BLICKKONTAKT 5

7 REPORTAGE Vor der Operation kuschelt sich Jesca in die Arme ihres Vaters Emmanuel. Sehenden Auges in die Zukunft Hoffen auf Hilfe: Die kleine Jesca und... Immer wieder reibt und kratzt sich Jesca das verletzte Auge. Der Hornhautriss kann schnell genäht werden. Als sich in der Folge des Unfalls aber die Augenlinse eintrübt, wird klar: Jesca muss operiert werden, sonst bleibt sie auf dem rechten Auge blind. Dr. Philippin verliert keine Zeit. Schon am nächsten Tag bekommt die Vierjährige eine Vollnarkose, dann setzt ihr der Arzt eine künstliche Linse im rechten Auge ein. Nach der Operation schließt Vater Emmanuel erleichtert seine kleine Tochter in die Arme. Ob der Eingriff geglückt ist, zeigt sich erst einen Tag nach der Operation.» Seit der Operation an ihrem Auge geht es Jesca viel, viel besser. «Eine Schwester nimmt Jesca den Augenverband ab. Erst blinzelt die Kleine vorsichtig. Sobald sie aber bemerkt, dass sie auf dem rechten Auge wieder sehen kann, hält sie nichts mehr. Ausgelassen rennt Jesca auf der ganzen Augenstation umher und lacht dabei mit ihrem glücklichen Vater um die Wette. Während sich die Vierjährige einfach nur darauf freut, bald wieder nach Hause zu ihrer Mutter und ihrem Bruder zu fahren, denkt ihr (Jescas Vater Emmanuel) Dr. Philippin (l.) stellt bei der Untersuchung von Jescas Auge Grauen Star fest. CBM-Plüschtier Chris spendet Jesca Trost. 6 BLICKKONTAKT Ausgabe Juli 2015

8 Glücklich dankt Simon (l.) Dr. Philippin nach der OP.... Simon haben Grauen Star. Vater vor allem an die Zukunft seiner Tochter. Jesca soll zur Schule gehen und so wünscht es sich Emmanuel eines Tages studieren. Jesca weiß auch schon, was sie werden will: Ärztin, ruft sie und saust lachend über den Krankenhausflur davon. Simon will mit anpacken Zur gleichen Zeit wie Jesca kommt auch Simon ins KCMC. Doch anders als die Vierjährige stürmt er nicht wie ein Wirbelwind über die Flure, sondern geht langsam, schwer auf einen Stock gestützt. Simon ist 96 Jahre alt. Nur noch ruhig in der Ecke sitzen will der neunfache Vater und 17-fache Großvater trotzdem nicht. Im Haushalt seiner Tochter Joyce helfen, in die Kirche gehen und endlich seine Enkel wieder deutlich sehen das wünscht er sich. Doch Simon hat Grauen Star. Vor einigen Jahren hat er sich bereits erfolgreich das linke Auge operieren lassen. Jetzt ist das rechte so schlecht geworden, dass er nichts mehr sieht. Wie stark eine Graue-Star-Operation das Leben verbessert, weiß Simon nicht nur aus eigener Erfahrung. Auch seine Tochter Joyce wurde im KCMC an beiden Augen operiert. Sie war die 10-Millionste Graue-Star-Patientin, die dank CBM-Spenderinnen und Spendern operiert werden konnte. Vor der Operation ist Simon die Ruhe selbst. Ohne mit der Wimper zu zucken, lässt er alle Untersuchungen über sich ergehen. Warten auf ein Wunder Als eine Schwester ihm anbietet, die lange Wartezeit mit einem Mittagessen zu überbrücken, lehnt Simon ab. Er wartet lieber in Ruhe auf sein ganz persönliches kleines Wunder. Die Operation ist schwierig, weil der Graue Star schon fortgeschritten ist. Doch Simon bleibt Es ist so einfach, Menschen das Augenlicht zu schenken und ihr Leben zum Guten zu wenden: Nur 30 Euro kostet eine OP am Grauen Star bei einem Erwachsenen. 125 Euro kostet ein solcher Eingriff pro Kind, denn hier ist eine Vollnarkose erforderlich. Jeder Euro zählt! Kennwort: Grauer Star die ganze Zeit regungslos liegen obwohl er keine Vollnarkose bekommen hat. Doch Dr. Philippin gelingt es schließlich, eine Kunstlinse einzusetzen. Als einen Tag später der Verband von seinem Auge abgenommen wird, strahlt Simon: Er sieht wieder auf beiden Augen! Nachdem Simon entlassen wird, versammelt sich seine Familie im Garten seiner Tochter. Auch Dr. Philippin ist eingeladen. Simon begrüßt ihn herzlich und schaut dann einfach nur lächelnd dem Treiben um sich herum zu. > Grauer Star Helfen Sie mit! Ausgabe Juli 2015 Wieder sehen können: 125 Euro BLICKKONTAKT Fotos (6): CBM 7

9 CBM AKTIV Biker will Hilfe zurückgeben Pfronten. Hans-Henning Bützow will etwas zurückgeben. Mit dem Motorrad bereiste er schon viele Länder und war unterwegs so manches Mal auf die Hilfe von Fremden angewiesen. Oft konnte er sich nur mit einem Lachen und Händedruck bedanken, weil er in seinem kleinen Gepäck nichts zum Verschenken fand. Jetzt will er auf einer Meilen langen Motorradtour Euro für Menschen in Not sammeln. Bützows Benefiztour Ride of Smiles startete am 18. Mai. Von New York geht es über Kanada, Argentinien und Chile nach Australien und Neuseeland. Im März 2016 soll die Reise enden. Beeindruckt von vielen beruflichen Begegnungen mit sehbehinderten Kindern in Deutschland und Afrika, will der Arzt und Medizincontroller das gesammelte Geld nach der Reise an vier Spendenorganisationen weitergeben. Eine davon ist die CBM, die mithilfe der Spenden Kindern das Augenlicht schenkt. Erfahren Sie mehr über die Benefizaktion unter: Siegfried Hahn segelte um die Welt und sammelte dabei Spenden für die CBM. Segler sammelt für die CBM Missunde. Tahiti, Mauritius, Karibik 15 Monate lang segelte Siegfried Hahn um die ganze Welt. In seinem Internet- Logbuch erzählte der 65-Jährige aus Missunde in Schleswig-Holstein von seinen Erlebnissen und rief zu Spenden für die Augenarbeit der CBM auf. Rund Euro kamen so zusammen. Postkarte als Dankeschön Über 40 Jahre lang habe ich in der Medizin und Medizintechnik gearbeitet, davon 26 Jahre in der Augenchirurgie. Aus eigener Erfahrung weiß ich außerdem, wie wichtig die Gesundheit ist, erklärt Hahn sein Engagement. Wer seinem Spendenaufruf folgte, erhielt eine Postkarte von unterwegs. Tief beeindruckt hat den 65-Jährigen sein Besuch in Südafrika. Einen Tag lang begleitete er CBM-Mitarbeiter, die in den Townships von Kapstadt behinderte Kinder suchen, die oft aus Scham vor der Öffentlichkeit versteckt werden und dadurch keine Therapie bekommen. Das Engagement der Mitarbeiter ist unglaublich, berichtet Hahn. Die Freude der Kinder über die Zuwendung und Förderung ist unbeschreiblich. Was ich gesehen habe, hat mich tief berührt und nachhaltig beeindruckt. Auf einer Vortragsreihe will Hahn nun von seiner Reise erzählen und die Eintrittsgelder an die CBM spenden. Nachzulesen sind Hahns Reiseberichte unter Hans-Henning Bützow fährt auf seiner Benefiztour um die Welt. 8 BLICKKONTAKT Ausgabe Juli 2015 Fotos (2): Privat Brillenspende nicht sinnvoll Bensheim. Warum nimmt die CBM eigentlich keine Sachspenden in Form von Brillen und Brillengläsern an? Eine von Spenderinnen und Spendern oft gestellte Frage, schließlich setzt sich die CBM ja für sehbehinderte Menschen in Entwicklungsländern ein. Das Engagement der CBM beant- wortet diese Frage: In den Einsatzländern der CBM können Brillen und Brillengläser meist günstiger hergestellt werden. Das spart Transportkosten und schafft vor Ort Arbeitsplätze für behinderte und nicht behinderte Menschen. Daher bitten wir Sie, keine Brillen zu spenden. Vielen Dank!

10 Ein Traum geht in Erfüllung Ihre Ansprechpartner Spenderbetreuung Alexandra Gerber und Kolleginnen Telefon: ( ) Fax: ( ) Private Förderer Silke Brefka Telefon: ( ) Fax: ( ) Hoher Besuch: Der Bischof der Diözese Kabgayi und der Gesundheitsminister von Ruanda eröffnen die neuen Gebäude der Kabgayi-Klinik. So viel hat sich in der Augenabteilung der Kabgayi-Klinik in Ruanda getan, dass eines Tages der Platz knapp wurde. Nun weihte die Klinik zwei neue Gebäude ein und dankte bei der Gelegenheit der CBM für ihre langjährige Unterstützung. Für CBM-Augenarzt Dr. Piet Noë ist es ein Meilenstein: Endlich sind in seiner Augenabteilung in der CBM-geförderten Kabgayi-Klinik Netzhaut-OPs möglich. Erfüllt haben diesen Traum Spenderinnen und Spender der CBM. Neben der Ausrüstung für die OP-Säle haben sie die Ausbildung eines ruandischen Netzhautchirurgen finanziert. Viele Patienten erwartet Die Kabgayi-Klinik erwartet nun Patienten aus ganz Ruanda und den Nachbarländern Burundi und Uganda. Denn Krankheiten oder Verletzungen in dem Bereich hinter der Augenlinse sind eine häufige Ursache von Blindheit. Doch mehr Patienten brauchen auch mehr Platz. Und davon hatte die Augenabteilung zuletzt nicht mehr genug. Dank für Hilfe der CBM Deshalb baute die Kabgayi-Klinik zwei neue Gebäude, zum Teil mit eigenen Mitteln und der Hilfe lokaler Spender. Zur Einweihung kam hoher Besuch: Der Bischof der Diözese Kabgayi und der ruandische Gesundheitsminister eröffneten feierlich die Neubauten. Dr. Piet Noë dankte bei dieser Gelegenheit der CBM für die langjährige Zusammenarbeit: Vielen Dank für die großzügige Unterstützung in den vergangenen Jahren. Wir wissen sehr zu schätzen, was die CBM an der Kabgayi- Klinik möglich macht. Foto: Privat Erbschaften Andreas Nordt Telefon: ( ) Fax: ( ) Schulen Kathrin Walz Telefon: ( ) Fax: ( ) Kirchengemeinden Gisela Matthes Telefon: ( ) Fax: ( ) Firmen Fabian Schindler Telefon: ( ) Fax: ( ) Materialversand Marzena Gergens Telefon: ( ) Fax: ( ) BlickKontakt als Hörversion im DAISY-/ MP3-Format Marzena Gergens Telefon: ( ) Fax: ( ) Ausgabe Juli 2015 BLICKKONTAKT 9

11 Foto:CBM/Diemer Drei Generationen von Trachom befreit: Wolela (Mitte) mit ihrer Mutter Chilo und Tochter Zeritu aus Äthiopien. Millionen Menschen geholfen Chilo ist glücklich: Operationen und Medikamente bewahrten sie, ihre Tochter und ihre Enkelin vor dem Erblinden. Die Äthiopierinnen sind drei von über Trachompatienten, die im Jahr 2014 dank der Unterstützung der CBM operiert wurden. Insgesamt half die CBM 32,5 Millionen Menschen über acht Millionen mehr als im Vorjahr. Unser Jahresbericht gibt einen Überblick. Die internationale CBM-Familie ist weltweit aktiv: Im Jahr 2014 förderte sie 672 Projekte in 65 Entwicklungsländern und half mehr Menschen mit Behinderungen als je zuvor. Mehr Augenuntersuchungen Zurückzuführen ist die stark gestiegene Zahl der Menschen, denen 2014 geholfen wurde, auf die CBM-Augenarbeit. In vielen Projekten hat sich die Zahl der Augenuntersuchungen deutlich erhöht u.a. durch Außeneinsätze und Reihenuntersuchungen an Schulen. Auch wurden im Rahmen der Augenarbeit wesentlich mehr Medikamente verteilt. Schwerpunkt: OPs am Grauen Star Im Rahmen der Initiative VISION 2020 kämpft die CBM weiterhin gegen vermeidbare Blindheit legte sie ihren Schwerpunkt auf die Behandlung von Grauem Star. Ein weiterer Schwerpunkt war die Eindämmung der Augeninfektion Trachom. Es wurden neue Projekte in Afrika vor allem in Äthiopien und im östlichen Mittelmeerraum gestartet. Erhöht hat sich 2014 auch die Zahl der orthopädischen Operationen. Ausgelöst durch eine Großspende an das kenianische Projekt APDK (Association for the Physically Disabled of Kenya) stieg die Zahl der OPs um über 90 Prozent auf Insgesamt Menschen mit körperlichen Behinderungen wurden in CBM-geförderten Einrichtungen medizinisch versorgt. Auch die Zahl der Hilfsmittel ist gestiegen. Allein im medizinischen Bereich wurden Prothesen, Krücken sowie Rollstühle ausgegeben oder repariert und ermöglichen den Patienten nun Mobilität und Selbstständigkeit. Zahl der Hörtests erhöht Mit Untersuchungen und Behandlungen erreichte die CBM über Menschen in CBM-geförderten Projekten, 10 BLICKKONTAKT Ausgabe Juli 2015

12 JAHRESBERICHT 2014 Operationen am Grauen Star (kumuliert) 1966 bis 2014 Medizinisch versorgte Augenpatienten 2010 bis Mio. 30 Mio. 25 Mio. 20 Mio. 15 Mio. 10 Mio. 5 Mio ,3 Mio 17,2 Mio Gesamt: ,4 Mio 13,8 Mio Gesamt: ,9 Mio 18,3 Mio Gesamt: Seit 2012 kann die CBM in ihrer Statistik getrennt ausweisen in: Augenmedizinische Kernaktivitäten, z.b. Operationen am Grauen und Grünen Star Flussblindheit und Trachom die sich auf Hals-Nasen-Ohren(HNO)- Medizin spezialisiert haben. Das sind rund 13 Prozent mehr als im Jahr Deutlich gestiegen ist im Vergleich zum Vorjahr auch die Menge der verteilten Medikamente und die Zahl der Hörtests behinderte Menschen wurden 2014 im Rahmen der gemeindenahen Rehabilitation (Community-based Rehabilitation, CBR) unterstützt. Diese bietet Menschen mit Behinderungen langfristige Unterstützung. So ist im vergangenen Jahr ein neues CBR-Projekt von CBM Südafrika auf die Beine gestellt worden. In Ausbildung investiert In den meisten Entwicklungsländern fehlt es an medizinischem Fachpersonal. Die CBM setzte daher im Berichtsjahr auch auf Weiterbildung: Neben zahlreichen Schulungen für die Mitarbeiter in CBM-geförderten Kliniken investierte die CBM u.a. in zwei neue Trainingszentren für HNO-Fachpersonal und förderte die Ausbildung von plastischen Chirurgen in Uganda. Damit ist die CBM ihrem Ziel, in Entwicklungsländern eine Generation von einheimischem Fachpersonal aufzubauen, einen Schritt näher gekommen Die Arbeit der CBM im Überblick Blinde und sehbehinderte Menschen OP Grauer Star OP Grüner Star OP Trachom Daneben wurden Medikamente und Sehhilfen an die folgende Anzahl von Patienten verteilt: Flussblindheit Brillen Rehabilitative Betreuung sowie Schulbildung erhielten sehbehinderte Menschen. Menschen mit Hörbehinderungen Ohrenoperationen Medikamente Hörtests Hörgeräte gehörlose und hörbehinderte Menschen erhielten Rehabilitation oder eine Schulbildung. 53 HNO-Ärzte und 359 Pfleger, Audiologen sowie Techniker mit HNO-Schwerpunkt nahmen an Fortbildungen in CBM-Projekten teil. Menschen mit anderen Behinderungen Insgesamt Menschen mit verschiedenen Behinderungen wurden über gemeindenahe Rehabilitation betreut und/oder erhielten Schulbildung Operationen konnten bei Menschen mit Körperbehinderungen durchgeführt werden, z.b.: Frakturen Klumpfüße deformierte Gliedmaßen Ausgabe Juli 2015 BLICKKONTAKT 11

13 Spender ermöglichen mehr Hilfe Die Spendeneinnahmen sind 2014 weiter gestiegen. Deshalb konnte CBM Deutschland trotz gesunkener staatlicher Kofinanzierung auch mehr Gutes für Menschen mit Behinderungen bewirken. Vielen Dank für jede einzelne Spende! Die Erträge von CBM Deutschland sind 2014 auf 67,4 Millionen Euro gestiegen (Vorjahr: 62,6 Millionen Euro). Die Ausgaben 2014 pro Arbeitsbereich¹ Programmentwicklung und -bearbeitung 2 13,9 Mio. Euro 22 % Programme für Menschen mit versch. Beh. 3 8,8 Mio. Euro 14 % Mehrfachbeh. 4 3,7 Mio. Euro 6 % Taubblindheit 0,2 Mio. Euro 0,0... % Erträge CBM Deutschland 2010 bis Geistige Beh. 1,6 Mio. Euro 2 % Hauptgründe dafür waren erhöhte Spendeneinnahmen und Erträge aus Nachlässen. Die Spendeneinnahmen lagen 2014 Blindheit und Sehbehinderung 21,4 Mio. Euro 34 % Hörbehinderung 4,5 Mio. Euro 7 % Körperbehinderung 8,3 Mio. Euro 13 % Psychosoziale Beeinträchtigung 1,5 Mio. Euro; 2 % 1 Die Beiträge enthalten 2,8 Mio. Euro, die nicht über die internationale Organisation der CBM geflossen sind, sondern direkt in die Projekte gingen. 2 bisher Teil von Programme für Menschen mit versch. Beh. 3 Programme sind nicht auf eine Art Behinderung spezialisiert 4 für Menschen mit jeweils mehreren Behinderungen gleichzeitig mit 46 Millionen Euro um 4,3 Prozent über dem Vorjahr. Die Spendenentwicklung von CBM Deutschland blieb damit leicht unter dem Anstieg im Gesamtmarkt von 5,4 Prozent. Die Aufwendungen erhöhten sich auf 68,4 Millionen Euro (Vorjahr: 62,8 Millionen Euro). Das betrifft vor allem die Aufwendungen für die Satzungsarbeit im ideellen Bereich und das Ernst-Christoffel-Haus. Diese sind um 5,6 Millionen Euro gestiegen. Die DZI-Quote für den Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben lag im Jahr 2014 bei 24,7 Prozent. Diese Quote wird stark von der Struktur des Mittelaufkommens der CBM geprägt, in der kirchliche Mittelzuweisungen gar keine und öffentliche Gelder nur eine begrenzte Rolle spielen. Viele spenden regelmäßig Auch 2014 brachten viele Spenderinnen und Spender ihr Vertrauen in die Arbeit der CBM mit regelmäßigen Spenden zum Ausdruck: Die Einnahmen aus Patenschaften und Dauerspenden lagen bei rund neun Millionen Euro. Allein über die CBM-Kinderpatenschaft engagierten sich mehr als aktive Paten für behinderte Kinder in Entwicklungsländern und spendeten rund 1,3 Millionen Euro. In der Kofinanzierung etabliert Bußgelder Kofinanzierung Sonstige Legate-Erträge Spenden CBM Deutschland erhielt im Jahr 2014 insgesamt 5,9 Millionen Euro (Vorjahr: 6,5 Millionen Euro) von Kofinanzierungsgebern. Vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wurden fünf (Vorjahr: vier) neue mehrjährige Vorhaben mit Fördermitteln von fast 2,3 Millionen Euro (Vorjahr: fast 1,3 Millionen Euro) bewilligt. 12 BLICKKONTAKT Ausgabe Juli 2015

14 JAHRESBERICHT 2014 Gewinn- und Verlustrechnung nach Sparten in Euro in Euro Spendeneinnahmen ideeller Bereich , ,45 davon: von anderen Organisationen , ,77 davon: Patenschaften und Dauerspenden , ,17 davon: Sachspenden , ,03 Noch nicht verbrauchte Spenden des Geschäftsjahres , ,92 davon: Einstellung in Projektverbindlichkeiten , ,92 davon: Entnahme aus Projektverbindlichkeiten , ,00 Summe Spendenerträge , ,53 Gewinn- und Verlustrechnung ideeller Bereich Spendenerträge und Zuwendungen Spendenerträge , ,53 Nachlässe , ,27 Bußgelder , ,10 Zuwendungen aus öffentl. Mitteln/Kofinanzierung , ,67 1. Spendenerträge und Zuwendungen , ,57 2. Sonstige betriebliche Erträge , ,40 Summe Erträge (Summe 1. und 2.) , ,97 Projektförderung , ,35 Programmentwicklung und Projektbearbeitung , ,75 Bewusstseinsbildung , ,67 Projektimplementierung , ,68 3. Aufwand Satzungsarbeit , ,45 Werbung & Spenderservice , ,12 Verwaltung (inkl. Finanzergebnis Ideeller Bereich) , ,14 4. Aufwand Werbung und Verwaltung , ,26 5. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag ideeller Bereich , ,26 Das Berichtsformat der Gewinn- und Verlustrechnung wurde für 2014 harmonisiert. Die komplette Darstellung sowie Erklärungen zu den Veränderungen sind einsehbar im geprüften Jahresabschluss von CBM Deutschland, der mit beiliegender Bestellkarte angefordert werden kann. Die CBM ist mittlerweile ein etablierter Partner in der Not- und Übergangshilfe des BMZ sowie im Bündnis Entwicklung Hilft. Die Spendeneinnahmen für Nothilfe betrugen 2014 rund 2,8 Millionen Euro. Diese sind allerdings nicht im Jahr des Zuflusses direkt in Projekte investiert worden. Sie werden stattdessen als noch nicht satzungsgemäß verwendete Spenden des Geschäftsjahrs in die Projektverbindlichkeiten eingestellt. Projektausgaben erhöht Für die Projektförderung wendete CBM Deutschland rund 40,7 Millionen Euro auf das sind etwa 4,8 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Hierin sind neben den 38,5 Millionen Euro abgerufener und verausgabter Mittel (ca. 35,6 Millionen Euro über CBM International) insbesondere 2,2 Millionen Euro Zuführungen (Vorjahr: 0,7 Millionen Euro) zu Rückstellungen für Projekte im kommenden Jahr zu nennen. In Nothilfe-Projekte flossen 2014 insgesamt rund 1,8 Millionen Euro (Vorjahr: 1,7 Millionen Euro). Das Jahr war vor allem geprägt von der Wiederaufbauarbeit auf den Philippinen nach dem Taifun Haiyan im November Seitdem konnte die CBM dort über Menschen erreichen. Des Weiteren leistete die CBM Nothilfe während und nach dem Gaza-Krieg im Spätsommer 2014 sowie nach den Fluten in Indien und Pakistan im Herbst Ferner unterstützte der Verein die psychosoziale Versorgung von Angehörigen von Opfern der Ebola-Epidemie in Westafrika. Ausführliche Informationen Den kompletten Jahresbericht 2014 und den vollständigen geprüften Jahresabschluss können Sie mit der beiliegenden Bestellkarte anfordern oder einfach als barrierefreies PDF im Internet herunterladen unter: Ausgabe Juli 2015 BLICKKONTAKT 13

15 BENEFIZ Tierisch gute Spendengala Das Motto Tierisch! passte perfekt zur Gala von CBM-Botschafterin Marion Koch. Es galt sowohl für das Programm als auch für den Erlös zugunsten behinderter Menschen. Hamburg. Eine Spendengala der blinden Dressurreiterin und CBM-Botschafterin Marion Koch erbrachte eine Gesamtsumme von Euro. Mit dem Erlös der Gala werden zwei CBM-Partnerprojekte unterstützt: zum einen eine tiergestützte Therapie für Kinder mit Schwerst- und Mehrfachbehinderungen in Guatemala und zum anderen die St. Oda School for the Blind. Gruppenbild mit Porträt von Blindenhund Bernie: Dr. Rainer Brockhaus (v.l.), Max Müller, Volker Nemmer und Marion Koch. Letztere ist eine Schule für sehbehinderte und blinde Kinder in Kenia. Passend zum Motto des Abends Tierisch! präsentierte Max Müller ein fröhliches Programm mit Liedern und Texten rund ums Tier. Der Schauspieler, der als Michi Mohr in der Fernseh-Serie Die Rosenheim-Cops zu sehen ist, engagiert sich genau wie Marion Koch als CBM-Botschafter für Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Ein Vier-Gänge-Menü und eine Tombola rundeten den Abend für die 70 Gala- Gäste im Hamburger Literaturhaus ab. Foto: Pro Pictures Hamburg Mit Ihrer Feier viel Gutes tun Bensheim/Pforzheim. Sein Leben lang hat Ulrich Kollmar die CBM unterstützt. Als der Pforzheimer nun mit 81 Jahren starb, spendeten die Gäste auf seinen Wunsch hin für die CBM. Dabei kamen über Euro zusammen. Mein Vater hat sich immer sozial engagiert. Besonders wichtig war ihm, Augenlicht zu retten, sagt sein Sohn Foto: Privat Der Schutz des Augenlichts war Ulrich Kollmar besonders wichtig. Philipp. Auslöser für Kollmars Engagement war eine Augenverletzung eines seiner Söhne. Die Spende soll in die Augenarbeit der CBM fließen, wünscht sich Philipp Kollmar: Wir hoffen, damit vielen Menschen mit Sehbehinderungen in Entwicklungsländern helfen zu können. Werden Sie Anlassspender Möchten auch Sie bei einem privaten Anlass Spenden für die CBM sammeln? Dann bestellen Sie kostenlos Ihr Spendenpaket bei Carmen Ertl unter Telefon (06251) oder per an Das Anlassspenden - paket gibt es in zwei Versionen für fröhliche Anlässe wie Geburtstage oder traurige wie Beerdigungen. Es enthält u.a. eine Spendenbox, Plakate, Flyer, Überweisungsträger und Quittungsformulare. Foto: CBM 14 BLICKKONTAKT Ausgabe Juli 2015

16 PATENSCHAFTEN Ich schließe die Kinder ins Herz Eine überzeugte CBM-Kinderpatin berichtet über ihr Engagement Foto: Privat Ursula Gallus (67) aus Lüdenscheid ist seit 2011 CBM-Kinderpatin. Im Interview erzählt sie, warum ihr das Schicksal von Kindern mit Behinderungen in Entwicklungsländern am Herzen liegt. BLICKKONTAKT: Was war Ihr erster Gedanke, als Sie von den schweren Erdbeben in Nepal erfuhren? Gallus: Ich habe einen Schock gekriegt. Es ist schlimm, was dort passiert ist. Ich habe mich sofort gefragt: Was ist mit dem Patenkind Yamuna? Wie geht es ihren Eltern und ihren Geschwistern? Ich habe mir große Sorgen gemacht, dass ihnen etwas zugestoßen sein könnte. BLICKKONTAKT: Aus welchem Grund sind Sie denn CBM- Kinderpatin geworden? Gallus: Ich habe selbst ein behindertes Kind und bin deshalb persönlich betroffen. Wie viel schwerer müssen es erst Familien mit behinderten Kindern in Entwicklungsländern haben. Diese Kinder haben dort doch überhaupt keine Chance. Ich möchte ihnen helfen. BLICKKONTAKT: Wer war Ihr erstes Patenkind? Gallus: Das war die kleine Esther meine große Liebe! Es war schön zu sehen, wie sie Fortschritte gemacht hat. Aus dem anfänglichen Mitleiden wurde eine große Herzensfreude, je besser es der Kleinen ging. BLICKKONTAKT: Was bedeutet Ihnen die Patenschaft? Gallus: Für mich ist die CBM-Patenschaft etwas ganz Tolles. Ich schließe die Patenkinder richtig ins Herz. Ich fühle und leide mit ihnen. Zu Hause habe ich Fotos von den Kindern an der Wand hängen. Außerdem klebe ich Bilder in ein Album ein, das ich anderen Menschen zeige. Die Patenkinder kennen mich nicht und ich kenne sie nicht, aber ich bin ihnen trotzdem nahe. BLICKKONTAKT: Was wünschen Sie Yamuna? Gallus: Alles Glück der Welt! Dass sie keine Schmerzen mehr hat, dass sie gesund wird und dass die CBM ihr immer wieder neue Prothesen anpasst, wenn die alten zu klein werden. Dafür bete ich jeden Abend. BLICKKONTAKT: Wie sind Sie eigentlich CBM-Kinderpatin geworden? Gallus: Das war In einer Fernsehsendung war Schauspieler und CBM- Botschafter Hannes Jaenicke zu Gast. Er hat erzählt, dass man bei der CBM für behinderte Kinder spenden kann. Nach genau so einer Spendenorganisation hatte ich schon lange gesucht. Eine Freundin hat mir dann die Telefonnummer der CBM herausgesucht und kurz darauf wurde ich CBM-Kinderpatin. Früher hatte Esther Klumpfüße inzwischen sind ihre Füße gerade und sie ist ein stolzes Schulkind! Fotos (2): CBM Ausgabe Juli 2015 BLICKKONTAKT 15

17 KAMPAGNE CBM politisch engagiert Berlin/Bensheim. Im September verabschieden die Vereinten Nationen die neuen Entwicklungsziele, auch Post Agenda genannt. In den bisherigen Entwicklungszielen bis 2015 wurden Menschen mit Behinderungen nicht berücksichtigt. Um dies zu ändern, rief die CBM die Mitmach-Kampagne Setz ein Zeichen! ins Leben. CBM-Mitarbeiter besuchten gemeinsam mit Vertretern aus CBM-Partnerländern deutsche Politiker und Journalisten. Bei Treffen u.a. im Bundestag und im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) machten sie deutlich, warum behinderte Menschen in der Post-2015-Agenda berücksichtigt werden sollten. Verena Bentele förderte Dialog Verena Bentele, Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, unterstützte ein Dialogforum zwischen den CBM-Gästen und Vertretern der deutschen Selbsthilfe für Menschen mit Behinderungen: Inklusion ist hier in Deutschland, aber Akteure des Dialogforums in Berlin: (v. l.) Kudakwashe Dube, John Paredes, Verena Bentele, Dinah Radtke, Michael Herbst und Abia Akram. auch global, ein gesamtgesellschaftliches Thema. In allen Aktivitäten in der Entwicklungszusammenarbeit inklusiv zu denken und zu handeln muss in meinen Augen selbstverständlich sein. Die Teilnehmer waren sich einig, dass der aktuelle Entwurf der Post Agenda noch überarbeitet werden muss vor allem in Bezug auf die Themen Armutsbekämpfung, Gesundheit, Nothilfe und Geschlechtergerechtigkeit. Setzen auch Sie ein Zeichen, damit Menschen mit Behinderungen weltweit die gleichen Rechte und Chancen erhalten! Die gesammelten Unterschriften werden dem BMZ am 30. August überreicht. Geben Sie noch bis zum 25. August Ihre Stimme ab unter: Foto: CBM/Harms CBM-Fachbuchreihe zu Inklusion gestartet Foto: CBM Bensheim. Zukunft inklusiv(e)! ist der erste Band der neuen Fachpublikationsreihe Behinderung Inklusion Entwicklung der CBM. Das Buch befasst sich zum einen mit der Frage, warum Menschen mit Behinderungen explizit in die internationale Entwicklungszusammenarbeit und in humanitäre Maßnahmen einbezogen werden müssen. Zum anderen bekommen Leserinnen und Leser theoretische Grundlagen und praktische Beispiele an die Hand, wie Inklusion in der Entwicklungszusammenarbeit verwirklicht werden kann. Zukunft inklusiv(e)! ist sowohl in deutscher Sprache (ISBN ) als auch auf Englisch erhältlich ( The Future is Inclusive. How to Make International Development Disability- Inclusive, ISBN ). Barrierefreie PDFs des Buches (deutsch und englisch) können Sie auf der CBM- Website kostenlos herunterladen: 16 BLICKKONTAKT Ausgabe Juli 2015

18 NOTHILFE CBM-Mitarbeiter Ashok Shah sah während eines Hilfseinsatzes die Zerstörung in seiner Heimat Nepal. Bild rechts: Knochenbrüche gehören zu den häufigsten Verletzungen der Erdbebenopfer. Im Erdbebeneinsatz CBM-Mitarbeiter Ashok Shah erlebte das Erdbeben in seiner Heimat Nepal hautnah. Noch nie in seinem Leben habe er so viel Angst gehabt, berichtet er. Nur wenige Tage später hilft er mit einem lokalen CBM-Partner Katastrophenopfern. Nepal. Es ist 7.30 Uhr, als ich in den Bus steige. Unser Ziel: der 70 Kilometer entfernte Distrikt Sindhupalchowk. Eine Region, die mit mehr als Toten zu den am stärksten betroffenen zählt. Wir, das sind 20 Ärzte, Physiotherapeuten und medizinisches Personal des CBM- Partners HRDC (Hospital and Rehabilitation Centre for Disabled Children). Im Gepäck haben wir medizinische Ausrüstung, Nahrung, Zelte und vieles mehr. Froh darüber, helfen zu können am Ufer des Flusses Indravati. Sogleich bildet sich eine Menschentraube um unsere Fahrzeuge und wir beginnen mit dem Aufbau unseres kleinen Camps. 133 Patienten behandelt Unsere erste Patientin ist Deepa. Die junge Frau hat eine Wirbelsäulenverletzung und ihr Arm ist gebrochen typische Verletzungen nach den Erschütterungen. Sie wurde auf einer provisorischen Trage aus einem Dorf jenseits des Flusses zu uns gebracht. Abends nehmen wir sie mit nach Kathmandu. Dort wird sie in einem Spezialkrankenhaus weiterbehandelt. Auch dank der Spenderinnen und Spender der CBM ist die medizinische Hilfe für die Menschen kostenlos. Im Laufe des Tages finden immer mehr Verletzte aus anderen Dörfern den Weg in unser Camp. Es dämmert bereits, als wir uns auf den Rückweg machen. Wir haben 133 Patienten aus zehn Dörfern behandelt. Dreizehn von ihnen waren so schwer verletzt, dass wir sie mitnehmen mussten. Ich bin erschöpft, aber es ist ein sehr schönes Gefühl, helfen zu können. In den ersten sechs Wochen nach dem Erdbeben hat die Nothilfearbeit der CBM Menschen erreicht. Mehr erfahren Sie auf unserer Internetseite. Während wir an den unzähligen zerstörten Häusern vorbeifahren, von denen nur noch Geröll übrig ist, laufen die schrecklichen zwei Minuten des Erdbebens wieder vor meinen Augen ab. Meiner Familie ist nichts passiert, aber noch nie in meinem Leben hatte ich so viel Angst. Als wir unser Ziel das Dorf Sipaghat nach rund zwei Stunden erreichen, bin ich froh darüber, denjenigen helfen zu können, die weniger Glück hatten als ich. Rund Einwohner leben hier > Nothilfe Helfen Sie mit! Menschen mit Behinderungen sind von Naturkatastrophen besonders stark betroffen. Mit Ihrer Unterstützung können wir schnelle Hilfe leisten. Ob 10, 20 oder 50 Euro: Jeder Euro zählt! Kennwort: Nothilfe Ausgabe Juli 2015 BLICKKONTAKT 17 Fotos (4): CBM

19 CBM SERVICE Foto: CBM/Wyatt Testament und Nachlass Ein Vermächtnis kann dazu beitragen, dass Bhagyas autistische Tochter Madhushree richtig gefördert wird... Richtige Lösung finden Mit einem Testament bestimmen Sie selbst, wer Ihr Erbe sein wird. Eheleute oder eingetragene Lebenspartner können mit einem gemeinschaftlichen Testament ihren Nachlass auch gemeinsam planen. Dabei können Sie verschiedene Möglichkeiten nutzen. Ehepartner sowie eingetragene Lebenspartner können sich im gemeinschaft lichen Testament gegenseitig als Alleinerbe einsetzen und sich so absichern. Stirbt einer der Partner, geht sein Vermögen in das Eigentum des länger lebenden Partners über. Dieser kann nach seinem freien Willen ein neues Testament erstellen. Möchten die Partner ihr Vermögen gemeinsam über den ersten Sterbefall hinaus regeln, können sie ein sogenanntes Berliner Testament verfassen. Es ist nach dem ersten Sterbefall bindend und kann mit Ausnahmen nicht mehr geändert werden. Das Berliner Testament bietet zwei Möglichkeiten: die Einheits- lösung und die Trennungslösung. Bei der Trennungslösung wird der überlebende Ehegatte Vorerbe. Dieser Vorerbe ist Erbe auf Zeit. Die Person, die nach dessen Tod die Erbschaft erhalten soll, ist der Nacherbe. Flexibel mit Trennungslösung Im Berliner Testament bedeutet dies, dass der überlebende Ehegatte zunächst Vorerbe des Erstversterbenden wird und die Kinder beider Ehepartner die Nacherben. Stirbt einer der Partner, erhält der andere dessen Vermögen. Dieses Vorerbenvermögen verschmilzt aber nicht mit dem anderen, sondern muss getrennt verwaltet Herzlichen Dank für Ihr Vermächtnis! In großer Dankbarkeit erinnern wir uns der 200 lieben Spender, die im vergangenen Jahr von uns geschieden sind und die CBM in ihrem Testament bedacht haben. Sie teilten unsere Vision einer Welt, in der jeder Mensch ein wertvolles Mitglied der Gemeinschaft ist. Ihr Vermächtnis wird noch viel Gutes bewirken. Es hilft der CBM, wichtige Projekte in Entwicklungsländern noch umfangreicher zu fördern. Ihnen gilt unser Dank, denn dadurch schöpfen unzählige behinderte Männer, Frauen und Kinder Hoffnung! Bestellen Sie unsere Vorsorgebroschüre und die Erbschaftsbroschüre einfach mit nebenstehendem Coupon. werden. Stirbt dann der überlebende Ehegatte, geht das Vorerbenvermögen an die vom zuerst verstorbenen Gatten benannten Nacherben. Das Vermögen des zuletzt verstorbenen Ehepartners wird an die von ihm bestimmten Erben weitergeben. Trennungslösung: Wer profitiert? Die Vor- und Nacherbschaft bietet sich für Patchwork-Familien an. Sollte z.b. der überlebende Partner wieder heiraten, geht das Vermögen des verstorbenen Partners nicht an den zweiten Ehepartner, sondern bleibt den Nacherben, in der Regel den Kindern, in vollem Umfang erhalten. Eine Familie mit einem behinderten Kind kann zudem verhindern, dass der Staat unter gewissen Umständen auf die Erbmasse des Kindes zugreifen darf. Abänderungsbefugnis bedenken Bei der Einheitslösung wird der überlebende Ehegatte Alleinerbe. Der Nachlass 18 BLICKKONTAKT Ausgabe Juli 2015

20 ... oder dass Edrines Füße operiert und therapiert werden. Foto: CBM Foto: CBM des Verstorbenen verschmilzt mit dem Vermögen des überlebenden Partners zu einer Einheit. Es gilt jedoch unbedingt zu beachten, dass im Todesfall eines Ehegatten der Überlebende das Berliner Testament nicht mehr ändern kann. Es sei denn, im Testament ist eine sogenannte Abänderungsbefugnis für den Überlebenden enthalten. Gibt es diese Klausel nicht und kommt es nach dem Tod des Erstversterbenden zu Streit zwischen dem überlebenden Ehegatten und dem oder den im zweiten Todesfall benannten Schlusserben, meist die Kinder, kann der Überlebende die Einsetzung des Schlusserben nicht mehr ändern. Auch gemeinnützige Organisationen können Schlusserben bzw. Nacherben in einem Berliner Testament werden. Sie sind von der Erbschaftsteuer befreit. Die Gestalter des gemeinsamen Testaments können bestimmen, wie die Erbmasse von der Organisation verwendet werden soll. Ebenso kann eine gemeinnützige Organisation mit einem Vermächtnis bedacht werden, wenn ein Kind oder mehrere Kinder Nacherben oder Schluss - erben des letztverstorbenen Ehegatten geworden sind. Unterstützung von Experten Ein nicht angreifbares Ehegattentestament sollte zusammen mit einem erbrechtlichen Fachmann einem Fachanwalt für Erbrecht oder einem Notar erstellt werden. Fachliche Beratung: Thomas Maulbetsch, Fachanwalt für Erbrecht, Obrigheim Ihre Ansprechpartner: Das Legate-Team v. l. Oskar Krein Telefon: ( ) Carmen Maus-Gebauer Telefon: ( ) Andreas Nordt Telefon: ( ) Kostenlose Telefonaktion Die Christoffel-Blinden mission (CBM) organisiert wieder eine Telefonaktion diesmal am Dienstag, 10. November 2015, von 10 bis Uhr. Die beiden Fachanwälte für Erbrecht, Wolfgang Roth und Thomas Maulbetsch, stehen dann für Ihre Fragen kostenlos unter Telefon (08 00) zur Verfügung. Beide Experten unterstützen die Aktion unentgeltlich. Herzlichen Dank! Veranstaltungen zum Thema Wohnen im Alter Wuppertal Essen Veranstaltungen zum Thema Vorsorge und Erbrecht Stuttgart Ansbach Fachbereich Legate Fax (06251) Ausgabe Juli 2015 BLICKKONTAKT 19

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