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1 jahre fünfund zwanzig EBEN FÜR ALLE

2 Wahlspruch des Nangina e.v. >> Omnibus ad vitam = Leben für alle << Liebe Leserinnen und Leser der Festschrift, seit mehr als 25 Jahren sind Kinder und Jugendliche an jedem Wochenende und auch in den Schulferien in katholischen und evangelischen Kirchengemeinden zwischen Sylt und Bad Reichenhall, Ostsee und Bodensee zu Gast. Bischöfe und Pfarrer sprechen von der Einzigartigkeit der NANGINESEN, wie die Mitglieder der Gruppe häufig betitelt werden. Die Einzigartigkeit besteht darin, dass NANGINA keine potentiellen Spender anschreibt, sondern zu ihnen fährt und mit ihnen spricht. Die NANGINESEN setzen sich ein für Notleidende in der Einen Welt. Seit ihrem Anfang hat die Gruppe noch nie einen Termin abgesagt. Zuverlässigkeit ist ein NANGINA-Markenzeichen. Ein Leben bei und für den NANGINA e. V., das heißt: unzählige Luftmatratzennächte an verschiedenen Orten der Bundesrepublik Mitgestaltung von über Gottesdiensten Bereitstellung von Zeit und Einsatzbereitschaft Kreativität, Fantasie und Schaffenskraft Geduld, Ausdauer und Liebe zu den Menschen sich ertragen und auch getragen werden vorbildliche Jugendarbeit nach dem Zeugnis vieler Pädagogen und Sozialarbeiter(innen) Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Zusammenhalt zuhören, beraten, bei Problemen einfach da sein Allen, die NANGINA über 25 Jahre hinweg möglich gemacht haben, gilt mein aufrichtiger Dank: allen Kindern und Jugendlichen allen Eltern, die NANGINA unterstützen allen Pfarrern mit ihren Gemeinden, die uns willkommen heißen allen, die in irgendeiner Weise an dem Wunder NANGINA mitarbeiten den Mitgliedern des Hauptvorstandes und des Jugendvorstandes allen Spendern und Sponsoren Vor 25 Jahren schrieb uns ein Pfarrer: Ad multos annos! auf viele Jahre!. Dieser Pfarrer ist mittlerweile im Ruhestand. NANGINA ist bereit, den 25 Jahren viele weitere Jahre anzufügen. Dafür brauchen wir, liebe Leserinnen und Leser, Ihre Unterstützung und Ihr Gebet. Ich grüße Sie in Verbundenheit. Ihr Friedhelm Ribberger Vorsitzender drei

3 September 2013 Fest des Lebens >> Programm zum 25-jährigen Bestehen des NANGINA e.v. Witten << Donnerstag, den 5. September 2013 von bis Uhr TAG DER OFFENEN TÜR in der NANGINA-Geschäftsstelle Wemerstr. 11 (neu) Witten-Rüdinghausen Tag der Offenen Tür für die Presse Präsentation von Medien der Entwicklungshilfswerke, insbesondere der NANGINA-Projekte Freitag, den 6. September 2013 von bis Uhr Präsentation von Medien der großen Hilfswerke von bis Uhr in der NANGINA-Geschäftsstelle GESPRÄCH MIT DEN MITARBEITER(INNE)N IM PASTORALEN DIENST des Dekanates Hagen-Witten unter dem Thema: >>Frischer Wind aus Jungen Kirchen?<< Ehrung >> In der festlichen Stunde beim NANGINA FESTIVAL am 8. September werden als Jubilarinnen und Jubilare geehrt: 25 Jahre: Barbara Esser, Friedhelm Ribberger, Wilma Sprave, Annemarie Gutsfeld 24 Jahre: Verena Klahn 20 Jahre: Léon Vallée, Klaus Flohr, Catherine Flohr 17 Jahre: Tanja Löb 15 Jahre: Daniel Schwarzmann, Michael Stoltz, Vincent Bieling 13 Jahre: Wolfgang Rösner 12 Jahre: Herbert Niggemeier 10 Jahre: Wolfgang Behle, Simone Puhl, Desirée Schnitker 9 Jahre: Leonard Alborn, Fabian Alborn 8 Jahre: Rouven Speith, René Klüßendorf, Christoph Woermann 7 Jahre: Corinna Alborn, Teresa Zellner, Katharina Stritzke 6 Jahre: Greta Göhlmann, Selma Göhlmann, Justus Förster 5 Jahre: Kevin Schmidt, Simon Schönfeld, Gerd Witzel, Sigfried Zellner, Louis Breitsohl Für 17 Jahre Mitgliedschaft von 1995 bis 2012: Ewald Sokoll ( ). Samstag, den 7. September 2013 von bis Uhr in der NANGINA-Geschäftsstelle GESPRÄCH UND KAFFEETRINKEN mit dem Bischof von Bungoma (Kenia) NORMAN KING OO WAMBUA gegen 18 Uhr GRILLABEND Sonntag; den 8. September 2013 NANGINA-Festival Uhr PONTIFIKALAMT mit Bischof Norman King oo Wambua in der Pfarrkirche St. Pius, Piusstraße 1, Witten-Rüdinghausen Uhr MITTAGESSEN im Pfarrsaal St. Pius Uhr FESTLICHE STUNDE im Pfarrsaal St. Pius mit spannenden Berichten aus NANGINA-Projekten einem NANGINA-Anspiel Ehrung der Jubilarinnen und Jubilare posthumer Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Ewald Sokoll ( ) Uhr KAFFEETRINKEN Uhr Menschenkicker fünf

4 Grußwort Wahlspruch von Weihbischof Ludger Schepers: >> Ut in omnibus glorificetur Deus = Damit in allem Gott verherrlicht werde! << Zerreiß deine Pläne. Sei klug Und halte dich an Wunder. Sie sind lang schon verzeichnet Im großen Plan. Jage die Ängste fort Und die Angst vor den Ängsten. Diese Zeilen aus einem Gedicht der Dichterin Mascha Kaléko (in: Die paar leuchtenden Jahre, München 2003) fielen mir ein, als ich in der Festschrift zum 20. Bestehen des Nangina e. V. blätterte. Die Gründerinnen und Gründer von Nangina waren klug, sind es seit 25 und mehr Jahren. Sie haben Ängste und Bedenken zur Seite gestellt und an Wunder geglaubt. So konnten viele Wunder geschehen in der einen Welt und hier in Deutschland, in Witten und Umgebung. Sie haben Gelder und Brillen gesammelt, haben in vielen Projekten zahllosen Menschen geholfen. Dadurch haben Sie die Idee von der einen Welt ein wenig mehr Wirklichkeit werden lassen. Wir haben Herrn Weihbischof Schepers um ein Grußwort gebeten, weil NANGINA in 2/3 der ca. 170 Gemeinden des Bistums Essen zu Gast gewesen ist. Ein hoher Sättigungsgrad! Außerdem ist Weihbischof Schepers im Essener Generalvikariat für Gruppen wie NANGINA zuständig. Nangina Leben für alle. So steht es auf der Internet-Seite des Vereins. Sie haben dem Leben zum Leben verholfen in vielen Ländern der Erde. Dafür gratuliere ich Ihnen und dafür sage ich Ihnen Dank. Ich freue mich aber auch mit Ihnen, dass die Idee Leben für alle offensichtlich auch vielen jungen und jung gebliebenen Menschen hier zu einem immer neuen Antrieb wurde, der das Leben prägt. So wünsche ich Ihnen zum 25jährigen Bestehen Ihres Vereins, dass Sie dankbar wahrnehmen dürfen, was geworden und was gewachsen ist. Dass Sie aus der Feier des Jubiläums neue Kraft schöpfen dürfen. Und dass Sie mutig in die Zukunft gehen und viele Wunder erleben dürfen. Sie sind lang schon verzeichnet im großen Plan. Weihbischof Ludger Schepers Bischofsvikar für Weltkirche, Mission, Orden, Geistliche Gemeinschaften im Bistum Essen sieben

5 Segenswort Wahlspruch von Bischof Thissen: >> In Christo nova creatura in Christus eine neue Schöpfung << Wir haben Bischof Thissen um ein Grußwort gebeten, weil das ausgezeichnete missio Magazin kontraste in Wort und Bild über den Besuch des Bischofs in der von NANGINA massiv unterstützten Attat-Klinik in Äthiopien berichtete. Sehr geehrter Herr Pastor Witzel, sehr geehrte Mitgleider des Nangina e.v., liebe Schwestern und Brüder, als ich hörte, dass Sie sich seit vielen Jahren für das Krankenhaus der Missionsärztlichen Schwestern im äthiopischen Attat einsetzen, habe ich gerne zugesagt, Ihnen für Ihre Festschrift zum 25jährigen Bestehen Ihres Vereins ein Segenswort zu übersenden. Ich habe das Krankenhaus im Oktober 2010 selbst besucht, als Vorsitzender Bischof unseres Hilfswerks Misereor, aber auch als Patient. Wir waren auf Projektreise in Äthiopien unterwegs. Eine schwere Erkältung hatte mich in diesen Tagen im Griff, weshalb ich im Wartezimmer des Krankenhauses Platz nahm. Die Gemeinschaft mit all den kranken Menschen vor Ort kleine Kinder, schwangere Frauen, Greise, Unfallopfer hat mich tief berührt. Und der Einsatz der Schwestern und Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat mich sehr beeindruckt. Der Aufenthalt in Attat bleibt mir unvergesslich. Sie werden ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Auch im Kontakt mit Ihren weiteren Partnern in Afrika. Solche Erfahrungen machen unser Leben im Glauben reich. Sie lassen uns erfahren, was weltkirchliche Solidarität zwischen Nord und Süd, Ost und West bewirken kann. Für Ihren jahrelangen Einsatz für die Armen in Afrika und besonders in Attat danke ich Ihnen sehr. Für Ihre Zukunft wünsche ich Ihnen weiterhin von Herzen Gottes Segen. Mit freundlichen Grüßen Ihr Dr. Werner Thissen Erzbischof von Hamburg neun

6 Nangina e.v. Vorstand 2013 Friedhelm Ribberger Warum engagiere ich mich bei Nangina? Für Ausgleich und Gerechtigkeit zu Sorgen ist die Pflicht eines jeden Menschen. Durch mein Engagement kann ich auf mehrfache Weise etwas Gutes tun. Ich helfe Menschen in Entwicklungsprojekten, ermögliche hier in Deutschland Freundschaften unter Menschen, die sich durch ihren Einsatz bei Nangina kennenlernen, biete Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, durch die ihr Selbstwertgefühl steigt und leiste dadurch aktiven Friedensdienst. In Dankbarkeit schaue ich zurück und in die Zukunft und weiß mich mit vielen Menschen verbunden. Dieses soziale Engagement erzeugt nur Gewinner. Barbara Esser Gelungene Jugendarbeit hier in Deutschland und gleichzeitig ein großes Engagement für die Eine Welt, das verbindet der Verein seit nunmehr 25 Jahren sehr erfolgreich. Es erfüllt mich immer wieder mit Freude als Gründungsmitglied die Entwicklung und Nachhaltigkeit unserer gemeinnützigen Arbeit zu begleiten und aktiv mitzugestalten. v.r.n.l: Barbara Esser, Michael Förster, Wolfgang Behle, Léon Vallée, Friedhelm Ribberger (1. Vorsitzender) nicht mit auf dem Bild: Katharina Stritzke (2. Vorsitzende und Jugendvorsitzende) Michael Förster Warum bin ich bei Nangina? Ich bin bin über meine Kinder zu Nangina gekommen. Ich mag die Arbeit mit den Jugendlichen vor Ort und freue mich über deren ehrenamtliches Engagement für Menschen in der Einen Welt. Nangina zeigt mir, dass man auch als Normalbürger Verantwortung übernehmen kann und auch als kleiner Verein vor Ort Großes zu leisten vermag. Unser Leitspruch Mitleid ist zu wenig ist mehr als ein Wahlspruch auf unserem Banner. Es wird durch unsere Mitglieder täglich gelebt und bedeutet für unsere Brüder und Schwestern vor Ort echte Hilfe zur Selbsthilfe. Léon Vallée Nangina bin ich nun schon im 20. Jahr treu verbunden. Begonnen hat meine Karriere als Nanginese ganz klassisch als einer der Jugendlichen, die Wochenende für Wochenende in Deutschland unterwegs sind. Ende der 90er erfolgte dann der Sprung in den Jugendvorstand und seit ein paar Jahren die Arbeit im Hauptvorstand. Standen für mich anfangs die tollen Wochenenden und gemeinschaftlichen Erlebnisse im Vordergrund, so kam im Lauf der Zeit noch ein Faktor hinzu: Hilfe für Menschen, die es nicht so gut haben wie wir. Nangina versucht dort zu helfen, wo die Ärmsten der Armen sind. Diese Caritativarbeit, ganz dem Credo Hilfe zur Selbsthilfe verbunden, hilft, diese unsere Welt ein klein wenig besser zu machen. Und ich bin stolz, ein Teil davon zu sein! elf

7 Jugendvorstand Katharina Stritzke seit 2006 Mitglied, seit 2009 Jugendvorsitzende und 2. Vorsitzende bei Nangina e.v. Ich bin 23 Jahre alt, studiere Sonderpädagogik und bin gerade für den Nangina e.v., und auch um mich in meinem beruflichen und spirituellen Weg zu bereichern, für ein Jahr als Missionarin auf Zeit in einer kenianischen Förderschule der Diözese Bungoma in Kenia tätig gewesen. Hinter der Wahl meines Studiums steckt die gleiche Motivation wie für meine Arbeit im Verein mich für benachteiligte Menschen einzusetzen. Dabei sehe ich den Nangina e.v. sowohl im Einsatz für unsere Projekte überall auf der Welt, als auch für unsere Jugendlichen hier vor Ort, die wir auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden zu begleiten versuchen. Außerdem sehe ich im Nangina e.v. eine Vision für die Zukunft der Kirche! Während in den meisten Messen kaum noch Jugendliche zu finden sind, kommen hier an jedem Wochenende bis zu 10 Kinder und Jugendliche zusammen, die sich sogar aktiv in die Liturgie einbringen und die Kirche in ihrem Einsatz und in ihrer Gemeinschaft lebendig machen. Fabian Alborn Mein Name ist Fabian Alborn und ich bin seit 2004 Mitglied des Nangina e.v.. Seit vier Jahren bin ich im Jugendvorstand tätig. Momentan bin ich stellvertretender Vorsitzender des Jugendvorstandes. Dabei ist es meine Aufgabe, die Vorsitzende zu unterstützen oder in ihrer Abwesenheit ihre Aufgaben zu übernehmen. Ich bin Mitglied geworden und arbeite ehrenamtlich, weil ich auf diese Art etwas bewegen kann und helfe, die Welt ein bisschen besser zu machen. Zum Anderen ist da noch der Spaßfaktor, der sich hinter unseren Aufgaben versteckt. Wir haben auf den Fahrten immer genug zu lachen und das ist ein Grund, warum ich gerne mitfahre und zum Beispiel für unsere Mitglieder Feiern oder längere Fahrten organisiere. v.l.n.r.: Fabian Alborn (stellv. Jugendvorsitzender), Katharina Stritzke (Jugendvorsitzende), Kira Gerards ohne Abbildung: Leonard Alborn, Rouven Speith, Nicolai Ludwig Kira Gerards Ich bin bei Nangina, weil ich Menschen helfen möchte, denen es nicht so gut geht wie mir. Ich möchte mich für diese Eine Welt einsetzen und bin bei Nangina deswegen super aufgehoben. Wir wissen, dass das Geld, das wir sammeln, richtig verwendet wird. Ich freue mich über jedes Wochenende, welches ich bei Nangina mitfahre, denn dieses Wochenende tue ich nicht nur Gutes, ich habe auch eine Menge Spaß und lerne jedes Mal neue Menschen kennen, und ich glaube, so geht es jedem Nanginesen. Jedes Mal, wenn ich nach einer Fahrt wieder nach Hause komme, habe ich dieses gute Gefühl, dass ich meinen Mitmenschen geholfen habe und außerdem freue ich mich, dass ich wieder ein super lustiges Wochenende hatte. Für manche kommt es vielleicht gar nicht in Frage, dass man sein Wochenende opfert, aber glaubt mir, es lohnt sich! Und jeder von uns kann ein Stückchen Verantwortung für die Eine Welt in sich tragen! dreizehn

8 Attat Äthiopien >> Zusammenfassung über die Aktivitäten im Jahr 2012 << Ein besonderer Höhepunkt 2012 war die Fertigstellung des neuen Ambulanzgebäudes nach drei Jahren Bauzeit. Zur Zeit werden umfangreiche Straßenbauarbeiten in unserer Gegend durchgeführt, so dass vor allem nachts weniger Schwangere ihren Weg zu uns finden, weil die Fahrer sich weigern durch die ungesicherten Baustellenabschnitte zu fahren. Die Zahl der durchgeführten HIV-Tests nimmt weiter zu, wobei die Positiv-Rate mit 2% konstant bleibt. Im Jahr 2012 kamen Personen in die Krankenhausambulanz, dies ergibt in unserer 5-Tage-Woche einen Tagesdurchschnitt von 274 Personen. Die häufigsten Diagnosen in der Ambulanz waren Atemwegsinfekte, Probleme des Verdauungstraktes und Blasen- und Nierenbeschwerden. Malaria lag dieses Jahr nur an 7. Stelle. Das Krankenhaus hat 65 Betten. Im Haus für Risikomütter gibt es 44 zusätzliche Betten und 11 Betten in der Abteilung für fehlernährte Kinder Patienten wurden stationär behandelt. Die Belegungsrate betrug 96%. Attat-Krankenhaus 43 Jahre Das Attat Krankenhaus liegt 175 km südwestlich von der Hauptstadt Addis Abeba. Es ist seit 43 Jahren in Betrieb und gehört der katholischen Kirche Äthiopiens. Die Missionärztlichen Schwestern haben das Krankenhaus gegründet und sind weithin in leitender Funktion. Das gesamte Projekt (kurative und präventive Seite) hat 176 MitarbeiterInnen. 43% der Einnahmen des Krankenhauses sind Patientenbeiträge, der Rest der Kosten wird durch Spenden gedeckt. Das Krankenhaus ist die nächst höhere Überweisungsinstanz für 40 grössere und kleinere Gesundheitszentren. Das Einzugsgebiet wird auf Einwohner geschätzt mit einem Einzugsradius von ca. 100 km. Die durchschnittliche Verweildauer beträgt 2,8 Tage. Der Hauptgrund zur Aufnahme sind Probleme im Rahmen von Schwangerschaft und Geburt, gefolgt von Malaria an zweiter Stelle. Die Haupttodesursachen bei den stationären Patienten waren Lungenentzündung und Malaria. In unserem einfachen Operationssaal konnten große Operationen und kleinere Eingriffe durchgeführt werden. Die häufigste Operation ist Kaiserschnitt (501). Bei den kleinen Eingriffen steht das Ziehen kranker Zähne (1.805 Patienten) an erster Stelle. Es fanden Geburten statt, davon waren ( 59%) mit Komplikationen verbunden. Bei normalem Schwangerschaftsverlauf ist die Hausgeburt die Regel, meist betreut von traditionellen, aber von uns geschulten Hebammen (33 Frauen in den umliegenden Dörfern). fünfzehn

9 Attat Äthiopien Es wurden HIV-Tests durchgeführt. Die Positivrate in der Gruppe, die sich z. B. vor der Heirat freiwillig testen lassen (Voluntary Testing and Councelling VCT) betrug 2%. 437 AIDS-Patienten erhalten Anti-Retroviral Therapie (ART) in unserem Sonderprogramm. Attat hat ein großes integriertes Gesundheitsprogamm in Zusammenarbeit mit 28 umliegenden Dörfern. Zum Programm gehören eine sichere Wasserversorgung mit 144 Brunnen, die fast alle funktionsfähig sind und instand gehalten werden. Frauenarbeit : Frauen sind in 31 Frauengruppen organisiert, ein Aspekt dieser Arbeit sind Kleinkredite aus dem revolving fund, den die Frauen selbst verwalten, z. Zt. sind zinslose Darlehen in Höhe von ETBirr (ca Euro) möglich. Es gibt 28 Erste Hilfe Stationen, die mit von uns ausgebildeten Dorfgesundheitshelfern besetzt sind. Zusätzlich hat die Regierung in einem landesweiten Programm eigene Gesundheitshelfer mit einjähriger Ausbildung im Einsatz. Im Dorf werden Bagatellleiden wie Kopfschmerzen, kurzzeitiges Fieber, Würmer, kleine Wunden und unkomplizierte Augenentzündungen etc. behandelt. Dies erspart vielen Menschen den Weg in die Krankenhausambulanz. Diese Erste Hilfe Stationen sind nicht mit den qualifiziert geführten Gesundheitszentren und Kliniken, die zu uns einweisen, zu verwechseln. Sr. Rita Schiffer MMS, Leiterin des Krankenhauses in Attat >> All dies und mehr ist durch das Teilen großzügiger Menschen möglich. << An erster Stelle steht natürlich Gesundheitserziehung. Die behandelten Themen sind: AIDS, Tuberkulose, Impfungen, Sauberkeit, schädliche, traditionelle Praktiken, Familienplanung, Kinderversorgung, Toilettengebrauch, Durchfallerkrankungen, Malaria, Augenleiden usw.. Im Haus für Risikoschwangere stieg die Aufnahmerate auf 534 Frauen an. 39% dieser Frauen brauchten einen Kaiserschnitt. Bei den Nicht-Risiko-Schwangeren lag die Sectio-Rate bei 23%. Im Zentrum für fehlernährte Kinder wurden 52 Kinder mit einer Begleitperson aufgenommen und nach Besserung des Ernährungszustandes in den Dörfern nachbetreut. All dies und mehr ist durch das Teilen großzügiger Menschen möglich. Dank dafür. Sr. Rita Schiffer MMS siebzehn

10 Julina-Memorial-School Mityana Uganda Die Julina-Memorial-School ist eine Förderschule für gehörlose Schüler, die den Primarbereich der Schulausbildung umfasst. Sie befindet sich in Mityana, einer kleinen Stadt 1,5 h westlich von Kampala und wurde von Fr. John-Paul Jjumba im Jahr 2005 gegründet. Angefangen wurde sie auf dem Grundstück der Familie Jjumba und umfasst mittlerweile eine Schülerschaft von über 80 Internatsschülern. Der Kontakt zu diesem Projekt ist durch den Studentenfutter e.v. entstanden, dessen Mitglieder die Schule im Sommer 2012 besucht haben. Björn Kostrewa >> Für uns alle war die Zeit in Uganda sehr bereichernd und wir konnten gute Fortschritte machen. Es liegt jedoch noch eine weitere Strecke vor uns, die wir gemeinsam und im Vertrauen auf Gottes Hilfe meistern werden. << Sechs Wochen lebten Björn Kostrewa und Kristin Hirsch in Mityana und halfen bei zahlreichen Renovierungen mit. Es wurden neue Betten erstellt, Häuser renoviert und gestrichen, Toiletten- und Duschanlagen erneuert und ein neues Tor hergestellt. Auch die Wasserversorgung wurde durch Regenwassertanks verbessert und eine neue Küche gebaut. Weiterhin wurden die oft von ihren Familien benachteiligten Kinder mit Matratzen, Decken und neuen Schuluniformen ausgestattet. Gleichzeitig wurde eine Solaranlage installiert, die für ausreichend Licht sorgt, damit die Kinder bei den häufigen Stromausfällen nicht einer Brandgefahr durch Kerzenlicht ausgesetzt sind. Besonders durch die Hörbehinderung könnten die Kinder im Notfall schlecht frühzeitig alarmiert werden. Weiterhin wurde aufgrund des großen Zulaufs ein neues Grundstück gekauft, auf dem nun ein größerer Neubau für die Schule entsteht. Bei dem Besuch von Katharina Stritzke im April 2013 war das Hauptgebäude schon im Bau und der restliche Teil des Geländes wurde vorübergehend für das Anpflanzen von Mais genutzt, der zu den Mahlzeiten des nächsten Trimesters beiträgt. Der Nangina e.v. hat in diesem Projekt die Renovierungsarbeiten im Sommer 2012 mit ,- Euro unterstützt und somit zu einem großen Teil zum jetzigen Stand der Schule beigetragen. Beim Umzug zum neuen Grundstück können Matratzen, Decken, Metalltüren, etc. und besonders die Solaranlage in das neue Gebäude verlegt werden. Somit handelt es sich nicht nur um eine vorübergehende Unterstützung. neunzehn

11 Feeding Project Watoto Wetu School und Kariobangi North Day Nursery School Kariobangi Kenia Katharina Stritzke >> Ein Vorzeigeprojekt, welches wirklich bei den am stärksten benachteiligten Kindern ansetzt << Die Comboni-Missionare in Kariobangi unterstützen zwei ihrer Schulen mit einem Feeding Programme, in dem sie Frühstück und Mittagessen servieren. Eine Schule ist Kindergarten und Vorschule. Die sogenannte Kariobangi North Day Nursery School hat 380 Schülerinnen und Schüler im Alter von drei bis sechs Jahren. In einem großen und sehr sauberen Gebäude befinden sich sieben Klassenräume, in denen verschiedene Klassen unterrichtet werden. Moderne Methoden werden angewandt, in den jüngeren Klassen sogar Teamteaching, bei dem jeweils zwei Lehrer oder Lehrerinnen für eine Klasse zuständig sind. Auch auf außerschulische Aktivitäten wird hier Wert gelegt, damit die Kinder ganzheitlich gefördert werden. So wurde beispielsweise in einem Schauspielwettbewerb eine Auszeichnung erlangt. Die Eltern der Schulkinder bezahlen für die Privatschule einen kleinen Betrag an Schulgebühren, der für die Bezahlung des Lehrpersonals und der Unterrichtsmaterialien verwendet wird. Die Mahlzeiten werden vorwiegend durch internationale Spendenorganisationen gefördert, aber auch von Menschen aus der Umgebung. Die zweite Schule ist eine Grundschule von Klasse eins bis acht. Der Name der Schule sagt schon aus, worum es geht: Watoto Wetu Unsere Kinder. Alle Schülerinnen und Schüler dieser Schule kommen aus den schwierigsten und ärmsten Verhältnissen. Die meisten von ihnen sind Waisen. Die Kinder werden von den Comboni-Missionaren vor Ort identifiziert und von verschiedenen Organisationen gesponsert. Auch hier greift das Essensprogramm ein und die 261 Kinder bekommen jeden Tag Frühstück und Mittagessen. Bei der Essensausgabe wird auf hohe Disziplin und Ordnung Wert gelegt. Im ganzen Treppenhaus stehen die Schülerinnen und Schüler friedlich in einer Schlange. Die höheren Klassen sind in den oberen Klassenräumen und unterrichten sich gegenseitig, während die Jüngeren zuerst essen. Auch das Gebäude ist gut ausgenutzt und in fabelhaftem Zustand. Alles ist sauber und die Klassen sind mit stabilen Metalltischen und -bänken ausgestattet. Für eine konstante einundzwanzig

12 Feeding Project Watoto Wetu School Kariobangi Kenia Wasserversorgung und ein gutes Abwassersystem ist gesorgt, was besonders in den Slums von Nairobi eine große Herausforderung darstellt. Die Klassengrößen werden sehr klein gehalten, so dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur intellektuell intensiv gefördert werden können, sondern auch der Charakter geformt werden kann. Bei unserem Besuch gab ich der Schule meinen Wunsch mit auf den Weg, dass die Absolventinnen und Absolventen, wenn sie mit beiden Beinen im Leben stehen, etwas für die Schule oder zumindest ihren Stadtteil zurückgeben. Sofort stand ein Lehrer auf, der sich als ehemaliger Schüler dieser Schule vorstellte. Er kommt also aus den gleichen Verhältnissen wie seine Schüler und unterrichtet nun seine Nachfolger. Im Januar 2012 hat Nangina an dieses Projekt ,- Euro gespendet und trägt damit einen großen Teil zur Essensversorgung der über 600 Kinder bei. Weitere Spender kommen aus Deutschland und Amerika, aber auch aus dem Umfeld der Schule. Diese bringen meist einen Teil ihrer Ernte direkt zur Schule. Mein Eindruck nach dem Besuch im Juli 2013: Ein Vorzeigeprojekt, welches wirklich bei den am stärksten benachteiligten Kindern ansetzt und ihnen Mittel gibt, zu Menschen zu werden, die sich dann selbst für ihre Mitmenschen einsetzen können! Katharina Stritzke dreiundzwanzig

13 Mädchen-Grundschule mit Internat Kibuk Kenia >> Durch gute Bildung und Förderung der Persönlichkeitsentwicklung die Mädchen zu befähigen, als Frauen einen Wandel in ihrer (Stammes)- Gesellschaft herbeizuführen << Die Diözese Bungoma in Kenia kennen die Freunde und Förderer des Nangina e.v. seit vielen Jahren. Oft schon hat uns Bischof Norman King oo Wambua hier in Witten besucht und die Projekte seiner Diözese vorgestellt. Die Diözese erstreckt sich von der Küste des Viktoria Sees bis zum Berg Elgon, der, über 4300 m hoch, von der kenianisch-ugandischen Grenze exakt geteilt wird. So wie die Landschaft sehr unterschiedlich ist, sind auch die Menschen sehr unterschiedlich, die in der Diözese Bungoma leben: im Süden, am Viktoria See der Stamm der Samia, in der Mitte die Bukusu und am Elgon Berg die Sabaot, alle mit eigener Sprache und Kultur. Die Ausgangssituation der Zielgruppe: Die ca Sabaot am Elgon Berg sind durch die geschichtliche Entwicklung, u.a. auch die Landnahme der europäischen Siedler vor ca. 100 Jahren, von der Volksgruppe zu der sie gehören (den Kalejin ) getrennt und an die Hänge des Berges abgedrängt worden. Derartig isoliert haben sie sich lange Zeit äußeren Einflüssen widersetzt, nur zögerlich z.b. moderne Schulbildung angenommen und gehen traditionellen Gebräuchen wie der Beschneidung junger Mädchen nach, die dann oft im Alter von 15/16 Jahren verheiratet werden. Zusammen mit den Auswirkungen von Stammeskämpfen, die in den Jahren 1992, 1998 und 2007 stattgefunden haben, sind so die Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten insbesondere für Mädchen in dieser Gegend der Diözese auch für kenianische Verhältnisse besonders schlecht. Dies möchte Bischof Wambua ändern. Er hat viel Erfahrung mit Schule: er war selbst Lehrer und Schulleiter, bevor er Priester wurde, und die Diözese ist Träger vieler Schulen unterschiedlichster Art. fünfundzwanzig

14 Mädchen-Grundschule mit Internat Kibuk Kenia Kenianisches Sprichwort >> Hiari yashinda utumwa Eine bereitwillige Hand macht Arbeit leicht << Das geplante Projekt: Bischof Wambua möchte auf dem Gelände der Pfarrei Kibuk eine Grundschule für Mädchen mit angeschlossenem Internat gründen. Die Grundschule dauert in Kenia acht Jahre, ein Internat wird für gewöhnlich für die Klassen 5 bis 8 angeboten. Angeschlossen werden soll noch ein Kindergarten für ca. 80 Kinder, der ebenso wie die Schule mit ihren 640 Schülerinnen von Katholischen Schwestern geleitet wird. Es wird sich um eine diözesane Schule handeln zu der jeder Zugang hat, unabhängig von Konfession oder Stammes-Zugehörigkeit. Die Diözese Bungoma als Trägerin der Schule bestimmt das Schulprogramm und stellt die Schulleiterin und die Lehrer ein. Außerdem sorgt die Diözese über eine Sozialklausel dafür, dass auch ärmeren Familien aus der unmittelbaren Umgebung der Schulbesuch ihrer Tochter ermöglicht wird. Wichtig ist diese diözesane Trägerschaft, damit das Management die Qualität des Unterrichts positiv beeinflussen und über das Vorbild der Schwestern die Persönlichkeits-Entwicklung der Mädchen unterstützt werden kann. Hierin liegt auch der eigentliche Sinn dieses Projektes: Durch gute Bildung und Förderung der Persönlichkeitsentwicklung die Mädchen zu befähigen, als Frauen einen Wandel in ihrer (Stammes-)Gesellschaft herbeizuführen, der z.b. die Mädchenbeschneidung undenkbar macht. Die neuesten Entwicklungen: Durch das Kindermissionswerk in Aachen sind mehr als ,- Euro für dieses Projekt durch die Sternsingeraktionen 2012 und 2013 (Projekt-No: D ) zur Verfügung gestellt worden. Bischof Norman Wambua hat mit dem Architekten die Pläne für den Neubau weiter konkretisiert und die Kosten für die einzelnen Gebäudeteile herausgearbeitet: Phase 1: Acht Klassenräume für etwa ,- Euro. Der Vorstand des Nangina e.v. steuert ,- Euro für die erste Phase des Schulneubaus bei. Die Bewilligungskommission des Kindermissionswerkes hat ,- für die erste Phase des Schulneubaus bewilligt. Nach langem Suchen hat Bischof Norman Wambua einen Bauunternehmer gefunden und mit diesem im Dezember 2012 mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen. Mittlerweile (Juli 2013) steht der Rohbau des Erdgeschosses und wir alle sind zuversichtlich, dass die Schule im Januar 2014 (Schuljahrsbeginn) an den Start gehen kann. Dr. Klaus Flohr siebenundzwanzig

15 Slum Korogocho Nairobi Kenia Eine der schwierigsten Gegenden in der kenianischen Hauptstadt Nairobi ist der Slum namens Korogocho. Die Menschen leben hier auf engstem Raum: Menschen auf nur 2 km 2. Eine Müllhalde ist direkt in der Nachbarschaft. Die Wellblechhäuser sind durchgerostet und die Dächer nur mit ein paar Steinen als Gewichte befestigt. Ein Abwassersystem gibt es nicht. >> In Kenia leben nach Angabe des Sozialministeriums Kinder auf der Straße << Inmitten dieser Not liegt die Gesundheitsstation der Comboni-Missionarinnen. Sie kümmert sich vor allem um HIV-positive Patienten und deren Angehörige. Mit 30 Community Health Workers bieten sie in ihren Programmen Hausbesuche an, um die Gesundheit ihrer Patienten, aber auch derer Familien zu verbessern. Sie bieten die nötige Beratung an. Ein Team besteht aus Krankenschwestern und -pflegern, Sozialarbeiter(inne)n und psychologischen Berater(inne)n. Auf große Erfolge konnten die Mitarbeiter(innen) der Gesundheitsstation im vergangenen Jahr zurückblicken: 470 Menschen kamen zur Station und ließen sich freiwillig auf HIV testen. 119 von ihnen waren HIV-positiv. Bei den Hausbesuchen wurden weitere 158 Personen getestet, von denen nur vier HIV-positiv waren. In der Behandlung mit Antiretroviraler Medizin sind 264 Patienten. 157 werden mit pflanzlichen Mitteln behandelt und weitere 544 kommen regelmäßig zur Beratung und Beobachtung. In der Station kann auch Tuberkulose (TBC) behandelt werden. Weitere Fälle von schweren Krankheiten werden an Krankenhäuser in der Umgebung vermittelt. neunundzwanzig

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