Der Schritt in die berufliche Zukunft

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1 Der Schritt DIPLOMARBEIT HFW ZUG in die berufliche Zukunft BBA CAS DAS FA MAS EMBA NDS MBA NDK DIPL.

2 Der Schritt in die berufliche Zukunft Von: Therese Röthlisberger Keiser Zythusmatt Cham Eingereicht an der: Höheren Fachschule für Wirtschaft (HFW), Zug Referent: Herr André Haffner Lic.oec. HSG Leiter HFW Zug Korreferent: Herr Daniel Isenegger Dipl. Treuhandexperte Partner der Dr. Thomas Fischer & Partner AG, Baar Cham, 19. Juni 2006 Copyright: Höhere Fachschule für Wirtschaft, Zug

3 I. Vorwort Zur Weiterbildung zum/zur dipl. Betriebswirtschafter/in HF gehört das Verfassen einer empirischen Einzeldiplomarbeit, welche einem an der HFW Zug unterrichteten Wissensgebiet zugeordnet werden kann und von praktischer Relevanz ist. Die Wahl eines geeigneten Themas für eine Diplomarbeit war für mich nicht einfach, da mir mein Arbeitgeber aufgrund des bevorstehenden Firmenverkaufs kein Thema zur Verfügung stellen konnte. Deshalb war ich auf die Hilfe der Höheren Fachschule für Wirtschaft angewiesen. Der Leiter der HFW Zug, Herr lic.oec. André Haffner, schlug mir vor, eine Diplomarbeit über die Bildungslandschaft der Schweiz zu verfassen. Die Weiterbildungsvarianten sollen fachspezifisch aufgezeigt werden in Richtung eidg. Diplome und Nachdiplomstudien auf HF-, FH- und Uni-Stufe. Auch der Übertritt in ein akademisches Programm BBA/EMBA soll aufgezeigt werden, inkl. der Einstiegshürden. Der Entscheid, mich diesem Thema anzunehmen, beruhte zum einen auf meinem persönlichen Interesse an einer zusätzlichen Weiterbildung, zum andern bin ich überzeugt, dass diese Diplomarbeit eine notwendige und wichtige Informationsquelle für Weiterbildungsentscheide sein wird und dies nicht nur für HF-Absolventen/innen. Das Interesse in meinem Umfeld sowie die durchwegs positiven Äusserungen bei der Datenerhebung zeigen deutlich, dass eine klar strukturierte Übersicht über das Bildungswesen und die verschiedenen Möglichkeiten ein allgemeines Anliegen ist. Zur Erarbeitung dieser Einzeldiplomarbeit war ich auf die Unterstützung Dritter angewiesen. Ich bedanke mich herzlich bei meinem Referenten, Herrn lic.oec. André Haffner, für seine Unterstützung bei der Erstellung und für das Bewerten dieser Arbeit. Auch bedanke ich mich herzlich bei meinem Korreferenten, Herrn Daniel Isenegger, für das Bewerten und Herrn lic.iur. Werner A. Räber für das Redigieren meiner Diplomarbeit. 1

4 II. Inhaltsverzeichnis I. Vorwort...1 II. Inhaltsverzeichnis...2 III. Einleitung...4 IV. Management Summary Erwartungen und Bedürfnisse der Ehemaligen und der Studierenden an eine Weiterbildung Ehemalige Bevorzugte Weiterbildungsfachrichtungen der Ehemaligen Bevorzugte Abschlussdiplome der Ehemaligen Bevorzugte Fachrichtungen an ein NDS der HFW Zug Abgeschlossene Weiterbildungen der Ehemaligen und Aufnahmeschwierigkeiten Einkommensveränderungen der Ehemaligen Studierende Bevorzugte Weiterbildungsfachrichtungen der Studierenden Bevorzugte Abschlussdiplome der Studierenden Bevorzugte Fachrichtungen an ein NDS der HFW Zug Persönliche Erwartungen und Wünsche der Studierenden an eine Weiterbildung Fazit / Zusammenfassung Studienvarianten nach Abschluss des Studiums dipl. Betriebswirtschafter/in HF Höhere Fachschulen für Wirtschaft Grundsätzliches Einstiegshürden für HF-Absolventen/Absolventinnen Spezielles Angebot Berufsprüfungen Grundsätzliches Einstiegshürden für HF-Absolventen/Absolventinnen Beispiel Zulassungsbedingungen für Personalfachleute und dipl. Leiter/in Human Resources Fachhochschulen Grundsätzliches Einstiegshürden für HF-Absolventen/Absolventinnen Spezielles Angebot

5 2.4 Universitäten Grundsätzliches Einstiegshürden für HF-Absolventen/Absolventinnen Spezielles Angebot Passerelle HFW - Bachelor Möglichkeiten nach Fachgebieten Zuteilung der Fachrichtungen Weiterbildungsangebote Variante 1: Excel-Datei Variante 2: Datenbank Publikation Empfehlungen V. Selbständigkeitserklärung VI. Abbildungsverzeichnis VII. Tabellenverzeichnis VIII. Quellenverzeichnis IX. Abkürzungsverzeichnis X. Glossar XI. Fragebogen an Ehemalige und Studierende

6 Einleitung III. Einleitung Das Kapitel Einleitung umfasst die Beschreibung der Ausgangslage. Weiter werden die Zielsetzung definiert, die sachlichen Abgrenzungen beschrieben und der methodische Ansatz erklärt. Ausgangslage Um den Inhalt dieser Diplomarbeit zu verstehen, ist es sehr wichtig, das Bildungssystem der Schweiz zu kennen. Die Abbildung 1 zeigt die verschiedenen Stufen auf. Ferner ist die Unterteilung in Höhere Berufsbildung und Hochschulstufe ersichtlich. Mit den Pfeilen werden der direkte Zugang und der Zugang mit Zusatzqualifikationen aufgezeigt. Höhere Berufsbildung Hochschulstufe Berufsorientierte Weiterbildung Eidg. Berufsund höhere Fachprüfungen Eidg. Attest (1 Jahre) Höhere Fachschulen Fachhochschulen Universität und ETH Berufliche Grundbildung Berufsmaturität Eidg. Fähigkeitszeugnis (3 oder 1 Jahre) Gymnasiale Maturität Allgemein bildende Schulen Tertiärstufe Sekundärstufe II Brückenangebote Obligatorische Schulzeit direkter Zugang Zusatzqualifikationen erforderlich Abbildung 1: Grafik Bildungslandschaft Schweiz Quelle: BBT 1 1 Vgl. hierzu: (Zugriff ) 4

7 Einleitung Diese Diplomarbeit befasst sich hauptsächlich mit den Weiterbildungsangeboten auf allen Stufen. Relevant sind in diesem Zusammenhang die Zusatzqualifikationen, die von dipl. Betriebswirtschafter/innen HF verlangt werden, um Zugang zu den Fachhochschulen und Universitäten zu erhalten. Die Zusatzqualifikationen und die extrem vielen Möglichkeiten machen diese Arbeit komplex. Deshalb wird nachfolgend auf das Bildungssystem vertieft eingegangen und sehr genau beschrieben. Unser Bildungssystem basiert auf einer beruflichen und einer akademischen Schiene, also auf einem dualen System, was das Aufzeigen der Möglichkeiten relativ schwierig macht. Zudem verändern sich die Weiterbildungsmöglichkeiten laufend und sie sind aufgrund vieler Neuerungen nur schwer fassbar. Zum einen gibt es die Bologna-Reform mit dem European Credit Transfer System (ECTS), von dem niemand so richtig weiss, was sie beinhaltet. Zum andern gibt es den Kopenhagen-Prozess mit den European Credits for Vocational Education and Training (ECVET), welcher noch weniger bekannt ist. Die Lissabon- Agenda, welche zum Ziel hat, diese beiden Bewertungssysteme vergleichbar zu machen, ist auch ein Thema. Zum besseren Verständnis müssen daher vorab das Bildungssystem und die oben erwähnten Begriffe näher erklärt werden: Bildungslandschaft Das Schweizer Bildungssystem ist in verschiedene Stufen eingeteilt, wobei die höhere Berufsbildung zur Tertiärstufe B, die Hochschulbildung zur Tertiärstufe A gehört. Da die Zulassung zu den verschiedenen Weiterbildungen auf dieser Unterteilung basiert, muss dieses System zwingend verstanden werden. Ganz wichtig ist der Unterschied zwischen Ausbildung und Weiterbildung. Das Bachelor-Studium in Betriebsökonomie (vormals Betriebsökonom FH) ist eine Ausbildung, wogegen das Studium dipl. Betriebswirtschafter/in HF eine Weiterbildung ist. 5

8 Einleitung Bologna-Reform Die Erklärung von Bologna hat zum Ziel, Transparenz zu schaffen, die Mobilität zu fördern und die europäische Vergleichbarkeit von Abschlüssen auf akademischer Stufe zu erleichtern. Mit der Bologna-Reform wird ein zweistufiges Studiensystem mit Bachelor und Master eingeführt, das in der Schweiz schrittweise übernommen wird. Die Umstellung auf den Bachelor bei den Fachhochschulen fand 2005 statt. Masterstudiengänge werden ab 2008 an den Fachhochschulen angeboten. Der internationale Vergleich erfolgt über ein Punktesystem, dem ECTS, und funktioniert wie folgt: Ein ECTS-Kreditpunkt entspricht einem Aufwand von 30 Arbeitsstunden, wobei ein Studienjahr mit 60 ECTS-Kreditpunkten veranschlagt wird, was 1800 studentische Arbeitsstunden entspricht. Ein Bachelor-Abschluss muss mindestens 3 Jahre dauern und es werden mindestens 180 ECTS-Kreditpunkte verlangt. Ein Master-Abschluss dauert mindestens 1 ½ Jahre und es werden im Minimum ECTS-Kreditpunkte verlangt. Die Titel und die dazugehörigen Kreditpunkte für die Weiterbildungsangebote der Fachhochschulen, die für dipl. Betriebswirtschafter/innen HF interessant sind, werden unter dem Punkt beschrieben. Kopenhagen-Prozess Dieser Prozess besteht aus einem nationalen Qualifikationsrahmen (NQF, National Qualification Framework), welcher in Kompetenzfelder und Niveaus unterteilt wird. Parallel dazu soll jede Branche ein Kompetenzen-Referenzmodell (RDC, Référentiel de Compétence) erarbeiten. Diese Kompetenzen werden mit Punkten versehen und in einen nationalen Qualifikationsrahmen (NQF) eingebaut. Zur Vergleichbarkeit werden diese Punkte in einen europäischen Qualifikationsrahmen (EQF, European Qualification Framework) übersetzt, mittels des europäischem Kreditpunktesystems European Credits for Vocational Education and Training (ECVET). Dadurch werden die verschiedenen Berufsbildungen international vergleichbar und eine gegenseitige Anerkennung wird möglich. 6

9 Einleitung Lissabon-Agenda Sie hat zum Ziel, dass die EU bis ins Jahr 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt werden soll. Zudem ist bis ins Jahr 2010 geplant, zwischen den Tertiärbereichen A und B eine Durchlässigkeit herzustellen. Insbesondere geht es darum, das ECTS-System (Bologna-Reform) und das ECVET-System (Kopenhagen-Prozess) untereinander in Beziehung zu bringen. Zielsetzung Diese Diplomarbeit soll ein aktuelles, breites und fachspezifisches Informationsinstrument für alle an einer zusätzlichen Weiterbildung Interessierten sein. Zudem soll der Bekanntheitsgrad der HFW Zug mittels einer Publikation gesteigert werden, um auch die Anerkennung in der Wirtschaft zu fördern. Die HFW Zug kann sie zudem als Basis für einen allfälligen Ausbau des Weiterbildungsangebots sowie als Informationsinstrument heranziehen. Sachliche Abgrenzung Die Weiterbildungsmöglichkeiten für HF-Absolventen und auch für andere Interessierte sollen fachspezifisch aufgezeigt werden, und zwar auf Stufe Höhere Fachschulen für Wirtschaft, höhere Berufsprüfungen, Fachhochschulen und Universitäten der deutschsprachigen Schweiz. Um den zeitlichen Rahmen der Datenerhebung sowie den Umfang dieser Diplomarbeit nicht zu sprengen, wurden folgende Grenzen gezogen: Stufe HF Die Nachdiplomstudien und Nachdiplomkurse der Höheren Fachschulen für Wirtschaft, welche dem Verband der höheren Fachschulen für Wirtschaft (vorm. HKG) 2 angehören, sind aufgeführt. 2 Vgl. hierzu: (Zugriff ) 7

10 Einleitung Stufe Berufsprüfungen Hier wurden die beim BBT 3 (Bundesamt für Berufsbildung und Technologie) unter den Branchen Organisation, Verwaltung, Büro und Dienstleistungskaufleute aufgeführten eidg. Berufsprüfungen und eidg. höheren Fachprüfungen berücksichtigt. Die Datenermittlung erfolgte über die Berufsverbände, elektronisch wie auch per Telefon. Folgende Berufsprüfungen wurden nicht berücksichtigt: Aussenwirtschaftsfachleute mit eidg. FA Bankfachleute mit eidg. FA (wird nicht mehr angeboten) Direktionsassistentin mit eidg. FA Importfachleute mit eidg. FA (wird nicht mehr angeboten) Korrektor mit eidg. FA Tourismusassistentin mit eidg. FA Zivilstandsbeamter mit eidg. FA Zolldeklarant mit eidg. FA Zollfachmann mit eidg. FA Technische Kaufleute mit eidg. FA Dipl. Bankfachexperte/in (wird nicht mehr angeboten) Dipl. technischer Geschäftsführer Dipl. Leiter des technischen Kundendienstes Dipl. Importleiter (wird nicht mehr angeboten) Dipl. Verwaltungswirtschafter Diese Weiterbildungen wurden nicht berücksichtigt, weil sie nicht zu den von Befragten gewünschten Fachrichtungen gehören, sich für Inhaber des Diploms dipl. Betriebswirtschafter/in HF nicht speziell eignen oder auch nicht mehr angeboten werden. Gemäss Auskunft des Schweizerischen Verbandes technische Kaderleute ist die Weiterbildung technische Kaufleute mit eidg. Fachausweis bzw. die Expertenstufe dipl. technischer Geschäftsführer eher für Berufstätige aus dem gewerblichen Bereich geeignet. Der Fachbe- 3 Vgl. hierzu: (Zugriff ) 8

11 Einleitung reich Banking wird neu von der Höheren Fachschule für Bank und Finanz (HFBF) als Studium dipl. Bankwirtschafter/in HF angeboten. Stufe FH Die zahlreichen Weiterbildungsangebote der fünf öffentlichen Schweizer Fachhochschulen sowie der privaten Fachhochschulen, der Kalaidos, aus dem deutschsprachigen Raum, welche auf der Internetseite des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie, BBT 4 aufgeführt sind, wurden berücksichtigt. Stufe Uni Das für HF-Absolventen/Absolventinnen interessante Angebot der Schweizer Universitäten im deutschsprachigen Raum, inklusive der zweisprachigen Uni Freiburg, ist enthalten. Methodischer Ansatz Diese Arbeit ist auf den Bedürfnissen der aktuell Studierenden und der Ehemaligen der HFW Zug aufgebaut. Die notwendigen Daten wurden mittels eines Fragebogens erhoben. Die Auswertung erfolgte quantitativ. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Antworten, die vorgegeben waren, häufiger gewählt wurden als freie Antworten. Die Fragebogen an die Studierenden und an die Ehemaligen sind nicht ganz identisch. Bei den Ehemaligen wurden zusätzlich Fragen zu den Lohnveränderungen, zu den bereits absolvierten Weiterbildungen sowie über Zulassungsschwierigkeiten gestellt. Bei den Studierenden wurde die Frage nach den Bedürfnissen und Wünschen an eine zusätzliche Weiterbildung nach Abschluss des Studiums zum/zur dipl. Betriebswirtschafter/in HF eingebaut. Die Weiterbildungsangebote und die Anbieter wurden über das Internet ermittelt, anhand eines Stichprobenverfahrens mit systematischer Auswahl, wie unter der sachlichen Abgrenzung beschrieben. Bei der Datenerhebung hat sich gezeigt, dass viele Internetseiten nicht aktuell sind. Deshalb ist nach Möglichkeit eine Bestätigung über die Aktualität seitens der Anbieter eingeholt worden, und zwar telefonisch oder elektronisch, um die Validität und Reliabilität zu gewährleisten. 4 Vgl. hierzu: (Zugriff ) 9

12 Management Summary IV. Management Summary Bei der Datenermittlung hat sich gezeigt, dass die Informationsbeschaffung umfassender und zeitintensiver war als ursprünglich angenommen. Dies vor allem deshalb, weil sich die Bildungslandschaft im Umbruch befindet und auf die Bologna-Reform umstellt. Auch das Angebot ändert sich laufend. Die geplanten Stufen einiger Weiterbildungsangebote und deren Titel sind noch nicht definitiv bekannt. Bei den Zulassungskriterien sowie bei der Modulanerkennung wird nicht pro Angebot ins Detail gegangen, sondern es werden nur allgemeine Aussagen wiedergegeben und Empfehlungen abgegeben. Die nachfolgende Grafik visualisiert, wo die dipl. Betriebswirtschafter/innen HF in der Schweizer Bildungslandschaft stehen. Höhere Berufsprüfungen Höhere Fachschulen für Wirtschaft Universitäten Fachhochschulen Berufsprüfungen Passerelle HFW / FH Dipl. Betriebswirtschafter/ Betriebswirtschafterin HF Abbildung 2: Grafik Bildungslandschaft Schweiz aus Sicht dipl. Betriebswirtschafter/Betriebswirtschafterin HF Quelle: Autorin, Mai 2006 Im Kapitel 1 werden die Erwartungen und Wünsche der Studierenden und Ehemaligen an eine zusätzliche Weiterbildung aufgezeigt. Interessant ist hier, dass das Hauptinteresse im Bereich Finance liegt. Dies zeigt, dass der aktuelle Trend der Weiterbildungsinstitute in Richtung Ausbau des fachspezifischen Angebots dem Markt entspricht. Das Kapitel 2 zeigt die verschiedenen Zulassungskriterien zu den Weiterbildungsangeboten der Höheren Fachschulen für Wirtschaft, der Anbieter der Berufsprüfungen, der Fachhochschulen und der Universitäten auf. Zusätzlich werden die verschiedenen Diplome detailliert beschrieben. Weiter wird bei den höheren Berufsprüfungen ein Zulassungsbeispiel 10

13 Management Summary auf Fachausweis- und eines auf Expertenstufe aufgezeigt. Speziell werden interessante Angebote beschrieben, die sich im Zusammenhang mit der Datenerhebung herauskristallisiert haben. Weiter wird in diesem Kapital die Möglichkeit der Passerelle zum Bachelor in Betriebsökonomie FH aufgezeigt. Im Kapitel 3 war vorgesehen, die Möglichkeiten nach Fachrichtungen aufzuzeigen. Eine überschaubare Matrix kann jedoch wegen der Datenmenge nicht erstellt werden. Die Angebote sind deshalb mittels einer Broschüre in diese Arbeit integriert. Ergänzend wird in diesem Kapitel theoretisch aufgezeigt, wie die HFW Zug ein übersichtliches Informationsinstrument erstellen kann. Die Grobstruktur und der Aufbau der Publikation werden beschrieben und ein Entwurf des zu publizierenden Artikels ist im Kapitel 4 enthalten. Abschliessend werden ab Römisch VIII im Sinne der absoluten Transparenz sämtliche Quellen genannt, welche mitverantwortlich waren, dass diese Arbeit zustande kam. 11

14 Kapitel 1 1. Erwartungen und Bedürfnisse der Ehemaligen und der Studierenden an eine Weiterbildung Für die Ermittlung der Erwartungen und Bedürfnisse an eine zusätzliche Weiterbildung der aktuell Studierenden und der Ehemaligen der HFW Zug wurde die Methodik eines Fragebogens mit vorwiegend geschlossenen Fragen angewandt, wobei Mehrfachantworten möglich waren. Der Fragebogen wurde an 325 Ehemalige verschickt und den 124 Studierenden der HFW Zug verteilt. Die Auswertung der Rückläufe zeigt folgende prozentuale Beteiligungen: Total Rücklauf 48% Ehemalige 32% Studierende 82% Die nachfolgenden Daten sind in Relation gesetzt zu den 113 von den Ehemaligen zurückgesandten Fragebogen und zu den 102 abgegebenen Fragebogen der Studierenden. 1.1 Ehemalige Bevorzugte Weiterbildungsfachrichtungen der Ehemaligen Die Abbildung 2 zeigt auf, wo die Hauptinteressen der Ehemaligen an eine zusätzliche Weiterbildung liegen. Mit 32 Nennungen besteht an der Fachrichtung Finance das grösste Interesse, gefolgt von General Management mit 28 Nennungen sowie Human Resources und Controlling. Ergänzend sei angemerkt, dass die Möglichkeit von Mehrfachantworten genutzt wurde. 12

15 Kapitel 1 Finance General Management Human Resources Controlling Marketing Banking Versicherung Communication Logistik Risk-Management Treuhand Wirtschaftsinformatik Ausbildung Immobilien Leadership Projekt-Management Psychologie Soziales Tourismus Abbildung 3: Bevorzugte Weiterbildungsfachrichtungen der Ehemaligen Quelle: Autorin, Mai 2006 Die folgenden in Tabelle 1 aufgelisteten und bereits abgeschlossenen Weiterbildungen der Ehemaligen stimmen mit den gewünschten Weiterbildungsfachrichtungen gemäss Fragebogen mehrheitlich überein. Erwähnenswert ist, dass die meisten Ehemaligen ein NDS (Nachdiplomstudium) beim IFZ, Institut für Finanzdienstleistungen Zug, absolviert haben, was auf eine kooperative Zusammenarbeit schliessen lässt. Interessant ist, dass der Anteil der abgeschlossenen beruflichen sowie der akademischen Weiterbildungen der Ehemaligen ungefähr gleich hoch ist. 13

16 Kapitel 1 Abgeschlossene Weiterbildungen Anbieter Experte für Rechnungslegung/Controlling AKAD Certified Intern. Analyst AZEK Eidg. dipl. Finanz- und Anlageberater AZEK Finanzberater bbz St. Gallen Englisch (3 Nennungen) Castle's Controller Seminar Controllerakademie Experte in Rechnungslegung & Controlling Controllerakademie Exportfachmann mit eidg. FA EIAB Basel NDS, NDK, MBA Diverse Seminar Leadership Entrepreneur Programm ETH, Uni SG, usw. Exportleiter Europa Institut Schweiz MAS in Communication Management FH Luzern NDS DL-Marketing & Management FH Luzern Betriebsökonomin FH FH Zürich EMBA/NDS CRM FH St. Gallen Dipl. Masch.-Ing. FH FHZ-HTA NDS Informatik FHZ-HTA Executives HR/NDS/HAP HAP,IAP,SKP FA Immobilienverwalter HMZ Baar NDS Personal-Management HSW Olten Eidg. dipl. Wirtschaftsinformatiker IFA Zürich Finanzplaner mit eidg. FA (2 Nennungen) IFFP + KV Luzern Executive Master of Controlling IFZ Zug Finanzmathematik/Statistik IFZ Zug MAS Controlling IFZ Zug MAS Corporate Finance (2 Nennungen) IFZ Zug NDS Bankmanagement IFZ Zug NDS Corporate Finance IFZ Zug SCT-Swiss Certified Treasurer IFZ Zug NDK Kommunikation & Management Institut Marketing/Handel American Risk Management Insurance Institute of CH Bankfachmann mit eidg. FA KBZ Luzern Management Training KBZ Zug Personalfachmann mit eidg. FA KBZ Zug Eidg.dipl. Exportfachmann keine Angabe Erwachsenenbildner SVEB 1 keine Angabe Fachmann Rechnungswesen/Buha FA keine Angabe Lic. Börsenhändler/SWX keine Angabe Marketingplaner mit eidg. FA keine Angabe Notariatsprüfung keine Angabe Urkundsperson Kt. Zug keine Angabe Verwaltungsfachfrau für BVG keine Angabe SAP Consultant FISD SAP College, Olten Treuhänder mit eidg. FA STS Luzern Lic.iur. Universität Freiburg Tabelle 1: Abgeschlossene Weiterbildungen der Ehemaligen Quelle: Autorin, Mai

17 Kapitel Bevorzugte Abschlussdiplome der Ehemaligen Das bevorzugte Abschlussdiplom bei den Ehemaligen ist klar ein NDS HF, gefolgt von den eidg. Diplomen, wie in der Abbildung 3 aufgezeigt. Auch hier ist zu erwähnen, dass die Möglichkeit von Mehrfachantworten genutzt wurde. Von nur drei Ehemaligen wird ein BBA (Bachelor of Business Administration) bevorzugt, was wiederum mit den bereits absolvierten Weiterbildungen übereinstimmt. Nur ein Ehemaliger hat angegeben, den Betriebsökonom FH nachträglich abgeschlossen zu haben. Der Betriebsökonom FH, respektive neu der Bachelor, ist keine Weiterbildung, sondern eine Ausbildung. Der Unterschied besteht darin, dass diese Ausbildung von den Fachhochschulen und Universitäten anerkannt ist und den Zugang zu weiteren Studiengängen generell ermöglicht. NDK/NDS HF 53 Eidg. Diplom 33 MAS FH 26 MBA/EMBA 23 BBA 3 Abbildung 4: Bevorzugte Abschlussdiplome der Ehemaligen Quelle: Autorin, Mai Bevorzugte Fachrichtungen an ein NDS der HFW Zug 54% der Ehemaligen sind an einem NDS-Angebot der HFW Zug interessiert, 12% gaben an, dass sie eventuell interessiert seien und nur 34% sind nicht interessiert. 15

18 Kapitel 1 Die meisten nicht Interessierten haben bereits zusätzliche Weiterbildungen abgeschlossen. Insgesamt haben 39% der Ehemaligen bereits eine zusätzliche Weiterbildung abgeschlossen. Die gewünschten Fachrichtungen an ein allfälliges NDS-Angebot der HFW Zug sind in der Abbildung 4 aufgezeigt. Auch hier zeigt sich, dass die gewünschten Fachrichtungen der Ehemaligen ungefähr mit den bereits abgeschlossenen Weiterbildungen übereinstimmen. Jedoch dürfte eine Umsetzung dieser Auswertung relativ schwierig sein, weil mit einem NDS HF im Bereich Finance oder auch Controlling das IFZ konkurrenziert würde. Konkrete Lösungsvorschläge zu diesem Problem werden im Kapitel 5 unter Empfehlungen abgegeben. Finance 29 Controlling 14 Human Resources 9 General Management 8 Leadership 7 Marketing 6 Banking Communication Projekt-Management Logistik Rechnungswesen Wirtschaftsinformatik Sales/CRM Internat. Management Prozess-Management Psychologie Risk-Management Sprachen Treasury Treuhand UN-Entwicklung Versicherung VWL/Wirtschaftspolitik Abbildung 5: Bevorzugte Fachrichtungen der Ehemaligen bei einem NDS-Angebot der HFW Zug Quelle: Autorin, Mai

19 Kapitel Abgeschlossene Weiterbildungen der Ehemaligen und Aufnahmeschwierigkeiten Die abgeschlossenen Weiterbildungen sind sehr breit gefächert, vom Sprachdiplom bis hin zum Jurastudium an der Uni Freiburg. Interessant ist, dass die meisten Weiterbildungen in der Region Zentralschweiz absolviert wurden sowie dass der Anteil an höheren Berufsprüfungen und an NDS/MAS ungefähr gleich hoch ist. Nur drei Ehemalige gaben an, dass sie bei ihren Weiterbildungen Aufnahmekriterien zu erfüllen hatten. Mit einer Aufnahmeprüfung an der Uni Freiburg für ein Jurastudium und über eine Aufnahme an einer Fachhochschule über sur dossier konnten die gewünschten Weiterbildungen absolviert werden. Die dritte Person hat nicht versucht, die Aufnahmekriterien zu erfüllen Einkommensveränderungen der Ehemaligen Allgemein zeigen die gelieferten Informationen der Ehemaligen, dass sich ihr Salär durchwegs positiv verändert hat. Niemand hat angegeben, weniger zu verdienen, was in der heutigen Zeit nicht unbedingt selbstverständlich ist. Die Ehemaligen führen bis maximal 25% ihres aktuellen Salärs auf das Betriebswirtschaftsstudium HF zurück. Seit Studienbeginn haben sich die Saläre um bis zu 200% erhöht und seit Ende des Studiums bewegt sich der Lohnzuwachs im Maximum bei 150%. Eine sinnvolle Auswertung der Angaben ist sehr schwierig, weil es sich um verschiedene Abschlussjahre handelt und auch die Marktentwicklung in den letzten 15 Jahren mitberücksichtigt werden müsste. Auch die Teuerung wäre zu bereinigen und die zusätzlichen Weiterbildungen zu werten. Deshalb beschränkt sich die Abbildung 5 auf das Aufzeigen der prozentualen Lohnveränderungen seit Studienbeginn und Abschluss des Studiums, bezogen auf das jeweilige Abschlussjahr der Ehemaligen im Vergleich zu heute (Beispiel: Abschlussjahr 2005: Salärveränderung seit Studienbeginn = 18%, seit Abschluss Studium 11%). Das arithmetische Mittel wurde angewendet. Bei Lohnveränderungsangaben von z.b % wurde ebenfalls das arithmetische Mittel berechnet. 17

20 Kapitel 1 Interessant ist, dass sich der Lohnzuwachs während der 3-jährigen Studiendauer zwischen 1995 und 2005 durchschnittlich bei rund 18% bewegt, was zeigt, dass die Schweizer Wirtschaft das Studium zum/zur dipl. Betriebswirtschafter/in HF durchaus anerkennt und entsprechend honoriert. Ferner geben rund 75% der Ehemaligen an, dass sie gut 14% ihres Salärs auf das Studium an der HFW Zug zurückführen. 25% haben sich zu dieser Frage nicht geäussert. Dies zeigt deutlich, dass sich ein Studium an der HFW Zug finanziell lohnt Prozentualer Lohnzuwachs seit Studienbeginn Prozentualer Lohnzuwachs seit Abschluss des Studiums Abschlussjahr in % Abbildung 6: Lohnzuwachs seit Studienbeginn resp. Abschluss des Studiums an der HFW Zug Quelle: Autorin, Mai

21 Kapitel Studierende Bevorzugte Weiterbildungsfachrichtungen der Studierenden Die Auswertung der Umfrage hat ergeben, dass die Hauptinteressen der aktuell Studierenden vor allem im Fachbereich Finance, Marketing und General Management liegen, gefolgt von Controlling und Human Resources. Siehe Abbildung 7. Auch hier waren Mehrfachnennungen erlaubt und diese Möglichkeit wurde genutzt. Finance Marketing General Management Controlling Human Resources Sprachen Banking Communication Organisation Psychologie Sales/CRM Leadership Recht Steuern Wirtschaftskriminalität Abbildung 7: Bevorzugte Weiterbildungsfachrichtungen der Studierenden Quelle: Autorin, Mai Bevorzugte Abschlussdiplome der Studierenden Bei den Diplomen wird ein NDS/NDK HF favorisiert. Zusammengezählt sehen die bevorzugten Abschlussdiplome der Ehemaligen und der Studierenden pro Nennung wie folgt aus: 99 NDK/NDS HF 60 Eidg. Diplome 46 MAS FH 44 MBA/EMBA 20 BBA 19

22 Kapitel 1 Die Abbildung 7 zeigt die gewünschten Abschlussdiplome der Studierenden auf. NDK/NDS HF 46 Eidg. Dipl. 27 MBA/EMBA 21 MAS FH 20 BBA 17 Abbildung 8: Bevorzugte Abschlussdiplome der Studierenden Quelle: Autorin, Mai Bevorzugte Fachrichtungen an ein NDS der HFW Zug 62% der Studierenden sind an einem NDS-Angebot der HFW Zug interessiert, 5% gaben an, dass sie eventuell interessiert seien und nur 26% gaben an, dass sie kein Interesse haben. Dass sich 62% schon während des Studiums für ein allfälliges NDS an der HFW Zug interessieren, ist erfreulich. Die gewünschten Fachrichtungen an ein NDS-Angebot der HFW Zug sind in der Abbildung 8 aufgezeigt. Das Hauptinteresse liegt mit 13 Nennungen im Bereich Finance und im Marketing mit 10 Nennungen, gefolgt von Controlling und Human Resources. Der Fachbereich Marketing weicht von den bevorzugten Richtungen der Ehemaligen ab. Bei den Ehemaligen bevorzugen nur 6 Personen eine Marketing-Weiterbildung. Auch wurde nur von zwei Personen eine Weiterbildung im Marketing absolviert. Nimmt man Human Resources und Psychologie zusammen, ergeben sich auch hier 10 Nennungen. Auf diesen Punkt wird unter Kapital 5 unter den Empfehlungen detaillierter eingetreten. 20

23 Kapitel 1 Finance 13 Marketing 10 Controlling 7 Human Resources Psychologie Betriebsökonomie Sales/Purchase/CRM General Management Leadership Accounting Communication Entrepreneurship Ethik Organisation Recht SMB-Management Wirtschaftsinformatik Wirtschaftskriminalität Abbildung 9: Bevorzugte Fachrichtungen der Studierenden bei einem NDS-Angebot der HFW Zug Quelle: Autorin, Mai Persönliche Erwartungen und Wünsche der Studierenden an eine Weiterbildung Eine folgende Auflistung zeigt die meistgenannten Erwartungen und Wünsche der Studierenden an eine zusätzliche Weiterbildung auf. Anerkennung Zugang zu Fachhochschulen und Universitäten Höherer Bekanntheitsgrad Anerkennung in der Wirtschaft Internationale Anerkennung 21

24 Kapitel 1 Struktur/Ausbau Praxisorientierte Lehrgänge Mehr Case Studies Aufbau und Stoffvermittlung auf bestehendem Programm Gleiche Lehrmittel Modularer Aufbau Qualitative Erwartungen Höhere Wertschöpfung Kompetente Dozenten aus der Praxis Wissen stärken und vertiefen Karriere Qualifikation für Kaderfunktion Entwicklungsmöglichkeiten im Geschäft Bessere Chancen im Arbeitsmarkt Sicherer Arbeitsplatz Diverses Work Life Balance Bessere Finanzierungsmöglichkeiten, eventuell Abzahlung Günstigere Studiengebühren 22

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