Christentum und Islam - Theologische Wechselwirkungen zwischen Bibel und Koran

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1 Geisteswissenschaft Thomas Brunner Christentum und Islam - Theologische Wechselwirkungen zwischen Bibel und Koran Examensarbeit

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3 Universität Regensburg Katholisch- Theologische Fakultät Lehrstuhl für Biblische Exegese Zulassungsarbeit -Christentum und Islam- Theologische Wechselwirkungen zwischen Bibel und Koran Thomas Brunner

4 Inhaltsverzeichnis 1. Christentum und Islam als konkurrierende Religionen 1 2. Die Schriften des Islam Der Koran Die Entstehungsgeschichte des Koran 4 3. Zentrale Propheten in Bibel und Koran Abraham Mose König David in Bibel und Koran Jesus und Maria im Koran Die Analogie zwischen Jesus und dem Koran Mohammed Exkurs: Die Prophetenlegenden Die Glaubensinhalte des Islam Die Schöpfung im Koran Sünde und Verzeihung Endgültigkeit und Universalitätsanspruch von Christentum und Islam Das jüdisch- christliche Offenbarungsverständnis Das Offenbarungsverständnis des Islam 31

5 6. Geschöpflichkeit und Würde des Menschen Der Mensch als Diener und Bundespartner Gottes Der Mensch als Stellvertreter Gottes auf Erden Der Mensch als Sünder Satan (iblīs) als Verführer des Menschen im Koran Gott setzt Grenzen: Der verbotene Baum Die Verführung des Menschen Die Menschen übertreten das göttliche Gebot Die gefallenen Menschen entdecken ihre Scham Gott stellt die Menschen zur Rede Die Ankündigung einer dauernden Feindschaft zwischen Mensch und Satan sowie zwischen Mensch und Mensch Folgen des Sündenfalls für die Menschen Das Problem der Trinität Trinität aus der Sicht des Islam Bedeutung der Trinität für das Christentum Grundlagen für den Dialog zwischen Christentum und Islam 50 Literaturverzeichnis 52 Anhang 54

6 1. Christentum und Islam als konkurrierende Religionen Seit geraumer Zeit beschäftigt sich die Öffentlichkeit wieder stark mit den Themen Religion und Glaube. Oberflächliche Ursachen mögen die Globalisierung, die Mohammed- Karikaturen, die Anschläge des 11. September 2001 oder die umstrittene Regensburger Vorlesung von Papst Benedikt XVI. sein. Der Medienrummel um diese Ereignisse zeigt, wie schwierig das Verhältnis zwischen den beiden Weltreligionen Christentum und Islam nach wie vor ist und wie unentbehrlich theologische Grundkenntnisse sind, um nicht von Meinungsmachern manipuliert zu werden. Das Judentum, Christentum und den Islam verbindet nicht nur ihre gemeinsame Wurzel als abrahamitische Religionen, sondern auch der Begriff Glaubensreligion. Dadurch wird zum Ausdruck gebracht, dass der Glaube der zentrale Ausdruck in der Beziehung zwischen Mensch und Gott ist. Das ich glaube aus den Glaubensbekenntnissen (siehe Anhang S. 54) der Christen und Muslime verweist auf das Überzeugtsein von der Vertrauenswürdigkeit und Treue Gottes gegenüber den Menschen. Vertrauen ist die Antwort auf die von Gott zuerst erwiesene Treue und seine Offenbarung in der Geschichte. Gleichzeitig ist Glaube aber auch die ganzheitliche Haltung, eine die ganze menschliche Person, also Herz, Wille und Verstand ergreifende Beziehung zu Gott. 1 Renz/ Leimgruber schlagen daher den persönlicheren Begriff Du- Glaube vor. Daneben lässt sich Glaube als Hingabe an ein höheres Wesen definieren, was das Wort Islam auch wörtlich übersetzt bedeutet. Gemeinsam ist den drei abrahamitischen Religionen, dass sie die Existenz des einen wahren Gottes verkünden. Die Einzigkeit und Einheit Gottes ist bei ihnen die Basis des Glaubens. Zudem kennt jede Religion Wesens- und Handlungseigenschaften ihres Gottes: Auch wenn Gottes inneres Wesen letztlich dem Menschen verborgen bleibt, weil Gott der Transzendente, Absolute, ganz Andere, eben Geheimnis ist, haben die Menschen Gottes Gegenwart und Handeln, seine Immanenz, im Laufe der Geschichte erfahren, was sich in den Heiligen Schriften niedergeschlagen hat. 2 Zeichen dafür sind im Islam die 99 schönsten Namen für Gott. Im Koran heißt es dazu: Gott gehören die schönsten Namen. So ruft Ihn damit an und lasst die stehen, die über seinen Namen abwegig denken. (Sure 7,180) 3 Das Nennen der 99 Namen Gottes macht zwei 1 Renz, Andreas/ Leimgruber, Stefan, Christen und Muslime- Was sie verbindet, was sie unterscheidet, München 2005, S Renz/ Leimgruber, S Zahlen in Klammern bedeuten im Folgenden stets die Zählung von Sure und Vers im Koran. 1

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