Ein Kollaborationsmodell für verteilte Software-Wartung Agilent Technologies

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1 Ein Kollaborationsmodell für verteilte Software-Wartung Agilent Technologies Semiconductor Test Solutions Gerd Bleher Senior Software Engineer Page 1 In diesem Vortrag werde ich vorstellen wie die Software-Organisation von Semiconductor Test Solutions (STS) strukturiert ist, um die Herausforderungen weltweit verteilter Software-Entwicklung zu meistern. Zuerst werde ich kurz auf Agilent, STS und unser Hauptprodukt, den Agilent SOC Tester, eingehen. Dann werde ich die historische Entwicklung der SmarTest-Software erläutern und mit welchen Problemen wir dabei konfrontiert wurden. Danach werde ich darauf eingehen, welche Maßnahmen wir ergriffen haben, um Produktivität, Qualität und Planbarkeit zu verbessern. Am Schluss werde ich noch einen Ausblick geben, wo ich noch Verbesserungspotential sehe. 1

2 Agilent Technologies Produkte und Märkte Test and Measurement Broadest product and service offering Addresses entire electronics product life cycle End-to-end communications and computation test #1 in overall test and measurement #1 in wireline and wireless test #1 in OSS service assurance #1 in signaling monitoring #1 in VOIP assurance monitoring Semiconductor Test (Automated Test) Semiconductor Products Scalable platform architecture for best asset management Broadest applications portfolio for semiconductor test Winning key market waves Broad portfolio of mobile phone components High volume manufacturing, cost competitive products #1 in flash memory test #3 in SOC test #1 in photo-ic optocouplers #1 in Fibre Channel controllers #1 in optical mouse sensors #2 in fiber optic transceivers Life Sciences and Chemical Analysis Leadership in chemical and pharmaceutical analysis Leverages expertise into emerging life science solutions #1 in liquid & gas chromatography #1 in single-quad mass spectrometry #2 in microarrays Page wurde des Messtechnik- und Medizintechnikbereich von Hewlett- Packard als eigenständige Firma Agilent Technologies ausgelagert. Mehr Informationen über uns sind im Web unter zu finden. 2

3 Agilent System-On-Chip Tester Interaktives Messgerät Prozessautomatisierung Verteilte Anwendung Entwicklungsumgebung Betriebssystem Übersetzer Embedded Page 3 Das Hauptprodukt von STS ist der Agilent SOC Tester. Dieses Gerät wird in der Halbleiterfertigung zur Qualitätssicherung eingesetzt. Die SmarTest-Software, die den Tester steuert, berührt viele Bereiche der Informatik: Interaktive Anwendung mit grafischer Benutzeroberfläche zur Messdatenauswertung (z.b. Oszilloskop) Station in einem automatisierten Fertigungsprozess Verteilt über mehrere Prozesse, die auf verschiedenen Maschinen ausgeführt werden können Umgebung, die von Testingenieuren benutzt wird, um Testprogramme und Testdaten für Chips zu entwickeln und zu debuggen Übersetzer für Testprogramme und Testdaten Betriebssystem, das den Tester kontolliert und Testprogramme ausführt Teile laufen embedded auf Testerinstrumenten ab Allerdings gibt es keine Echtzeitanforderungen an die Software. Auch verwenden wir keine Datenbanken zur Datenspeicherung. 3

4 SmarTest Software Einige Kenngrößen Entwicklungsbeginn ca Portierungen: HP-UX i, Linux Testergenerationen: 82000, F660, F330, 93000, PinScale Programmiersprachen: C, C++, Java, lex/yacc, Shell Script UI Technologien: X, Motif, Swing, Eclipse Größe: KLOC in Dateien Page 4 4

5 Weltweite Software-Entwicklung Loveland Santa Rosa (Santa Clara) Böblingen Hachioji Shanghai (Map Source: used with permission.) Page 5 Die SmarTest-Software wird an diesen fünf Standorten gepflegt. Santa Clara ist für die Wartung einer Flash Memory Testers verantwortlich. Die Hardware wird an folgenden Standorten entwickelt: Infrastruktur und digitale Instrumente in Böblingen Analoge Instrumente in Hachioji Instrumente für den Test von Hochfrequenzbauteilen in Santa Rosa 5

6 Entwicklungsgeschichte Größe/Komplexität der Software u. Organisation 20 Pers. + ProdShell. + Mixed Signal + Hachioji + Santa Rosa + Loveland + Shanghai + Santa Clara PinScale F660 F Zeit Page 6 Als ich 1994 angefangen habe, arbeiteten ca. 20 Software-Entwickler in Böblingen an der Software eines Digitaltesters. Um im Halbleitergeschäft konkurrenzfähig zu bleiben, wurde der Tester und die Software ständig erweitert. Hinzu kamen Fähigkeiten zum Testen von analogen Schaltungen, von Hochfrequenzschaltungen und von flüchtigen und nichtflüchtigen Speichern, als auch die Möglichkeit, den Tester im automatisierten Fertigungsprozess einzusetzen. Gleichzeitig wurde die Software mehrfach auf die jeweils nachfolgende Testergeneration portiert. Die Erweiterungen geschahen meist in Quantensprüngen: zwei Abteilungen mit ähnlichen Produkten, die begannen sich Konkurrenz zu machen, wurden zusammen gelegt. Da die Hardware-Architektur des sehr modular ist, war es möglich, die Lösung der anderen Abteilung zu integrieren, und die Software wurde eben entsprechend angepasst. 6

7 Konsequenzen Geringe Produktivität Lange Einarbeitungszeiten Unzuverlässige Pläne Hoher Koordinierungsaufwand Überraschende Seiteneffekte Geringe Stabilität Unvollständige Implementierungen Schlechte Benutzbarkeit Page 7 Die Vernachlässigung der Software-Architektur und der Fokus auf schnelle Ergebnisse hatten Konsequenzen. Es wirkte sich auch negativ aus, dass Organisationsstruktur und Software-Struktur nicht aneinander angepasst waren. Das war ein schleichender, zehn Jahre dauernder Prozess. Irgendwann war allerdings die Schmerzgrenze erreicht und die Organisation wurde grundlegend umgebaut. 7

8 Maßnahmen Vorher Abteilung verantwortlich für Applikation (Digital, Mixed Signal, RF) Marktsegment Kunde Rollen: Entwickler Projektleiter Jeder darf alles ändern Nacher Zentrale Software-Organisation Module Owner verantwortlich für Modul (Gruppe von Dateien) Rollen: Solution Architect Designer Implementer Module Owner Projektleiter Review durch Module Owner Page 8 Die Umstrukturierung im Detail: Eine zentrale/gemeinsame Software-Organisation Aufteilung der Software in Module (was einigermaßen willkürlich gemacht wurde) und Einführung von Module Owner Teams Einführung weiterer Rollen: DerSolution Architect stellt sicher, dass die Erweiterung vollständig ist DerDesigner erarbeitet mit dem Solution Architect, wie die Erweiterung aussehen wird, und bricht sie auf Änderungen an den Modulen herunter Erweiterungen werden entweder von Module Ownern vorgenommen oder von Implementern in Absprache mit den Module Ownern Module Owner sind für Design und Code der Module verantwortlich sie müssen Fehler korrigieren Etablierung einer Review-Kultur Beiträge der Rollen in Product Life Cycle festgeschrieben; werden in Phase Exit Checkpoints geprüft 8

9 Tool-Unterstützung Manfred Muster Siggi Schmid Michaela Müller John Doe Sally Smith Manfred Muster Page 9 Eine simple Intranet-Anwendung erlaubt, relativ schnell und zuverlässig die richtigen Ansprechpartner zu finden. 9

10 Ideale Rollenverteilung für STS Kundenvertreter Sponsor System Designer Projektleiter Software-Architekt Module Owner Page 10 Diese Aufteilung der Rollen würde uns wahrscheinlich erlauben, noch effizienter zu arbeiten: Der Kundenvertreter (z.b. aus Product Marketing) versucht die Lösung im Sinne des Kunden zu optimieren (1 pro Projekt) Der Sponsor, der für die Bereitsstellung der Ressourcen verantwortlich ist, versucht den Aufwand zu minimieren Der Projektleiter ist für Planung und Projektdurchführung verantwortlich Das Team der System Designer ist für die Integrität der Systemschnittstellen verantwortlich (1 pro Projekt) Das Team der Software-Architekten ist für die Integrität der Software-Architektur verantwortlich (1 pro Projekt) Die Teams der Module Owner sind für das interne Software-Design und die Code-Qualität verantwortlich 10

11 Vorteile dieses Modells Ziele: Planbarkeit, Qualität und Aufwand zu verbessern Trennung von gegensätzlichen Interessen in verschiedene Rollen Viel Eigenverantwortung der Teams Verursacherprinzip / Zinseszinsprinzip Fähigkeiten und Fertigkeiten einer Rolle abgestimmt auf Personen Feedback-Schleifen Kunde Sponsor Entwicklungsorganisation System Designer Software-Architekt Module Owner In den Teams (System Designer Team, Software-Architekten-Team, Module Owner Teams) über mehrere Projekte Kommunikationsinhalt abgestimmt auf Kommunikationskanal Page 11 Unter dem Zinseszinsprinzip verstehe ich das Gegenteil des Verursacherprinzips: jemand profitiert selbst und langfristig von der eigenen guten Arbeit. Mögliche Kommunikationskanäle sind z.b. persönliche Gespräche, Teamprogramming, Besprechungen, Telefonkonferenzen, s, Dokumentation oder Modelle. Verschiedene Inhalte lassen sich über die Kommunikationskanäle verschieden gut transportieren. Wir denken, dass sich die Information, die zwischen den Rollen ausgetauscht werden muss, z.b. während der Projektdurchführung, gut in Artefakte verpackt werden kann. Die richtige Interpretation der Information, die innerhalb eines Teams fließt, hängt viel mehr vom gemeinsamen Verständnis (der Methoden, Prinzipien, Werte, Ziele, etc.) ab, das am besten durch intensive und dauerhafte Teamarbeit geschaffen wird. 11

12 Und nun? 1. Wir haben vor einiger Zeit mit einer Neuentwicklung begonnen, die die SmarTest Software ablösen soll. 2. Pressemitteilung vom 15. August 2005: [We have] plans to spin off our SOC and Flash Memory Test businesses within the next 6 to 9 months was eine umfassende Umstrukturierung mit sich bringen wird Page 12 12

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