Einführung in die Soziologie virtualisierter Vergesellschaftung

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1 Vorlesung Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Wintersemester 2010/11 PD Dr. phil. habil. Udo Thiedeke 1) Das Internet als Interaktionsmedium 2) Charakteristika des Internets 3) Zusammenfassung

2 1) Das Internet als Interaktionsmedium Folie 1 Das I-Net mit seinen technischen Medienfähigkeiten kann sich erst durchsetzen, wenn eine gesellschaftliche Kommunikationssituation vorliegt, in der diese medialen Möglichkeiten der Vermittlung von Kommunikation 'gefragt' sind, d.h., erwartet werden können.

3 1) Das Internet als Interaktionsmedium Folie 2 Das I-Net kann sich erst in einer komplexen gesellschaftlichen Orientierungs- und Handlungssituation durchsetzen, in der der gesellschaftliche Bedarf an medialer Interaktivität so ausgeprägt ist, dass er mit Individualmedien und Massenmedien nicht mehr vollständig zu beantworten ist.

4 1) Das Internet als Interaktionsmedium Folie 3 Erst als die Komplexität von Gesellschaftsstruktur, Kultur und Handlungsmöglichkeiten so angewachsen ist, dass eine individuelle ortsund zeitunabhängige Interaktion mit anderen und mit den Kommunikationsstrukturen selbst notwendig erscheint, können sich kybernetische Interaktionsmedien wie Computer und I Net gesellschaftlich etablieren.

5 1) Das Internet als Interaktionsmedium Folie 4 Die gesellschaftsweite Verbreitung und Nutzung des I-Net verändert nicht nur die Möglichkeiten miteinander über große Entfernungen hinweg zu interagieren, es erweitert auch die Möglichkeiten zur individuellen Einflussnahme auf Bedingungen der Wirklichkeit.

6 1) Das Internet als Interaktionsmedium Folie 5 Veränderungen der Sinndimensionen von Kommunikationserwartungen 1) Sachliche Sinndimension: Erweiterung der Möglichkeiten individuell in die gesellschaftliche Produktion und Reproduktion von Wissen einzugreifen. 2) Soziale Sinndimension: Erweiterung der Möglichkeiten Identitäten zu konstruieren und thematische Gemeinschaften zu organisieren. 3) Zeitliche Sinndimension: Erweiterung der Möglichkeiten gleichzeitig Ungleichzeitiges zu erleben. 4) Räumliche Sinndimension: Erweiterung der Möglichkeiten die Bedingungen des Raums und den Raum zu verändern und zu verformen.

7 1) Das Internet als Interaktionsmedium Folie 6 Das I-Net kann solche Konsequenzen für die Wirklichkeitsmöglichkeiten der Welt, in der wir leben, nur einwickeln, weil es von seinem sozio technischen Potential her ein 'neues Medium' ist.

8 2) Charakteristika des Internets Folie 7 Die Grundidee des I-Nets, die bereits für seinen Vorläufer, das ARPANET galt, besteht darin, einzelne Computer über ein Netzwerk untereinander so zu verknüpfen, dass jeder Computer mit jedem anderen interagieren kann. (als das I-Net noch,klein war Skizze der Netzknoten des ARPANETs)

9 2) Charakteristika des Internets Folie 8 Grundsätzliches Merkmal des Netzes ist seine Dezentralität. Im I-Net gibt es keinen einzelnen, zentralen Netzknoten und keinen Hauptrechner, der alle Operationen kontrolliert und steuert.

10 2) Charakteristika des Internets Folie 9 Durch sein grundlegendes Datenprotokoll TCP/IP (Transmission Control Protocol / Internet Protocol) ist das I Net strukturell zur Selbstorganisation seiner Datenstruktur in der Lage.

11 2) Charakteristika des Internets Folie 10 Dem I-Net liegt zudem die Idee der Netzneutralität. Alle Daten, egal welchen Art, werden gleichberechtigt durch das Netz geleitet, wobei sie in Pakete aufgeteilt und auf unterschiedlichen Wegen transportiert werden. (egal ob Suchanfrage, Bilddatei oder Video alle Daten werden bisher im I-Net gleich behandelt)

12 2) Charakteristika des Internets Folie 11a Operative Charakteristika des Internets 1) Multimedialität: Infolge Digitalisierung und Vernetzung können in der I Net Kommunikation individual und massenmediale Kommu- nikationen und Formen simuliert und miteinander verknüpft werden. (mulimediale ipad-apps)

13 2) Charakteristika des Internets Folie 11b Operative Charakteristika des Internets 2) Telepräsenz: Durch die globale Vernetzung individueller Computer und deren Nutzer ist möglich an Orten zu agieren und interzuagieren, an denen man nicht persönlich, sondern nur durch digitale Stellvertreter (z.b. Avatare) präsent ist. (Bots und Avatare)

14 2) Charakteristika des Internets Folie 11c Operative Charakteristika des Internets 3) Telematik: Die Steuerungsmöglichkeiten, die vernetzte Computer eröffnen, erlauben die wechselseitige Fernsteuerung der verbundenen Computer und Netzwerke, wobei z.b. gemeinsame Kommunikationsumwelten konstruiert und manipuliert werden können.

15 2) Charakteristika des Internets Folie 11c (Computerspielwelt in Crysis 2 )

16 3) Zusammenfassung Folie 12 - Das I Net mit seinen technischen Medienfähigkeiten kann sich erst in einer einer gesellschaftliche Kommunikationssituation durchsetzen, in der Interaktion mit den individuellen und gesellschaftlichen Kommunikationsbedingungen erwartet wird. Die gesellschaftsweite Verbreitung und Nutzung des I Net verändert mit en Interaktionsmöglichkeiten auch die individuelle Einflussnahme auf Möglichkeitsbedingungen der Wirklichkeit. Diese Veränderungen der kommunizierbarer Wirklichkeit durch das I Net betreffen sowohl die soziale, die sachliche, als auch die zeitliche und räumliche Sinndimension der Kommunikation. Die Grundidee des I Nets konstitutiv war, ist die, einzelne Computer über ein Netzwerk untereinander so zu verknüpfen, dass jeder Computer mit jedem anderen in teragieren kann. Das I Net als Kommunikationsnetzwerk basiert dabei auf den Prinzipien der Dezentralität des Zugangs, Selbstorganisation der Vernetzung und Netzneutralität der Datenübertragung. Charakteristika der Kommuniukationssituation des I Nets sind: Multimedialität, Tele präsenz und Telematik.

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