Hitler in Wien. Hausarbeit von Fabian Heidlberger - 1 -

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1 Hitler in Wien Hausarbeit von Fabian Heidlberger - 1 -

2 Klasse 12 Fo A Klassenlehrer: Horst Gunkel Wirtschaftslehre - Projektplanung und Projektdurchführung - 2 -

3 Inhaltsverzeichnis 1. Deckblatt Seite 1 2. Inhaltsverzeichnis Seite 2 3. Hitler in Wien 3.1 Einführung Seite Hitlers Zeit in Wien Seiten 4, Hitlers Kunst Seite Antisemitische Entwicklung Hitlers Seite 7 4. Antisemitismus und Zionismus in Wien 5. Fazit des Verfassers 6. Quellenangaben - 3 -

4 Einführung Adolf Hitler war deutscher Politiker und Diktator, welcher das Deutsche Reich 1939 in den zweiten Weltkrieg führte. Mit dessen Jugendzeit im österreichischen Wien und darüber hinaus mit dem dort damals herrschenden Antisemitismus und Zionismus bis zu Hitlers Umsiedlung ins deutsche München werde ich mich in folgender Hausarbeit gezielt auseinander setzen. In dieser Einführung werde ich jedoch zum Verständnis einige Dinge aus Hitlers Kindheit und über seine Familienverhältnisse erzählen, bevor er nach Wien zog. Adolf Hitler wurde am 20. April 1889 im österreichischen Braunau am Inn (an der Deutsch- Österreichischen Grenze) als Sohn des Zollbeamten Alois Hitler und der Hausfrau Klara Hitler geboren. Er hatte eine Schwester namens Paula und einen Bruder namens Edmund, welcher 1900 jedoch im Alter von 6 Jahren starb. Alois Hitler war alkoholkrank und seine Ehe mit Klara scheint weniger harmonisch gewesen zu sein. Nach mehreren Fehlgeburten schenkte Klara Hitler, insbesondere nach dem Tod des zweiten Sohnes, dem am Leben gebliebenen Adolf besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung. Adolf besuchte nach der Grundschule eine Realschule, deren Klassenziel er jedoch bereits im ersten Jahr verfehlte. Gegen seinen Vater, der ihn zum Lernen zu prügeln versuchte, da ihm für seinen Sohn ebenfalls eine Beamtenlaufbahn vorschwebte, hegte Adolf eine Abneigung. Er starb allerdings im Jahre Laut Adolf selbst rührte sein schulisches Versagen nur von der Unmacht seiner Lehrer, mit ihm umzugehen, her und so versuchte er, mit vollster Unterstützung seiner Mutter, auf einer anderen Schule zu bestehen, wobei er jedoch wiederum scheiterte. So verbrachte der arbeitslose 1905 sechzehnjährige nach Abbruch der Realschule seine Zeit in Linz, wo er und seine Familie mittlerweile lebten. Mithilfe der Halbwaisen-Rente, die er bezog und finanzieller Unterstützung durch seine, nicht gerade gut betuchte Mutter, leistete sich der Jugendliche zahlreiche Opern- und Operettenbesuche, gemeinsam mit seinem einzigen damaligen Jugendfreund August Kubizek

5 Hitlers Zeit in Wien Im Jahre 1907, als seine Mutter an Krebs erkrankt, bricht Adolf Hitler nach Wien auf, mit dem Ziel, sich an der Akademie für bildende Künste, einer Malerschule, zu bewerben. Dazu reichte er dort eine Mappe mit Arbeiten ein und wurde auch zu einem Probezeichnen geladen. Die Aufnahme an der Schule gelang ihm im Endeffekt jedoch nicht und so kehrte er vorerst zu seiner Mutter zurück. Diese erlag noch Ende des Jahres ihrer Krebserkrankung. Adolf, den dies äußerst niederschlug, hielt sich nun mit seiner Waisenrente und Erlösen aus verkauften Malereien und Zeichnungen über Wasser und machte kaum Anstalten, an eine richtige Arbeit oder Ausbildung zu kommen. Im Jahr darauf, 1908, verließ er seine Schwester Paula und die Schwester seiner Mutter, welche seit 1907 bei ihnen lebte, und distanzierte sich somit immer mehr von seinen Angehörigen. August Kubizek siedelte gemeinsam mit Hitler nach Wien und begann dort ein Musikstudium am Wiener Konservatorium. Gemeinsam teilten sie sich ein Zimmer als Untermieter einer Tschechin und besuchten zumindest einmal in der Woche die Wiener Volks- oder Hofoper. Hitler soll, wie Kubizek erzählte, während seiner Zeit in Wien auch des öfteren Sitzungen des Wiener Vielvölkerparlaments beigewohnt haben. 1908, nachdem sich der 20 jährige von der Schwester seiner Mutter Geld borgte, bewarb er sich, zurück in Wien, ein zweites Mal an der Malerschule. Diesmal jedoch, ohne überhaupt zum Probezeichnen eingeladen zu werden. Man sagte ihm aber, dass er ein Talent für Architektur besäße. Da er allerdings keinen Schulabschluss, geschweige denn Abitur besaß, beschloss er, wie er später meinte, sich seine Bildung weiterhin autodidaktisch also im Selbststudium anzueignen. Im November des Jahres bezog Hitler ein günstigeres Zimmer in Wien, jedoch ohne seinem Mitbewohner, der sich derzeit bei seinen Verwandten in Linz aufhielt, Auskunft über seine neue Adresse zu geben, weshalb die zwei jungen Männer den Kontakt zueinander verloren. In dieser Zeit soll sich Hitler nach eigener Aussage als Bauarbeiter sein Brot verdient haben, da seine finanziellen Mittel derzeit ziemlich aufgebraucht waren

6 Bereits im Folgejahr bezog Hitler, völlig mittellos, ein Obdachlosenheim in Wien-Meidling. Dort lernte er Reinhold Hanisch kennen, welcher ihm dabei half, seine künstlerischen Produkte zu vermarkten. Von da an bemalte der eher kontaktscheue Hitler vor allem Postkarten, welche Hanisch für ihn in Geld umwandelte. Dieses, wenn auch nicht sehr gewinnträchtige, Geschäft verhalf den Männern dazu, von Suppenküchen für Mittellose unabhängig zu werden und auch bald einen Platz in einem Männerwohnheim finanzieren zu können. Als Hitler jedoch der Verdacht aufkam, sein Geschäftspartner Hanisch würde ihn betrügen und Arbeiten unterschlagen, übertrug er die Aufgabe des Absatzes bald mehreren seiner jüdischen Mitbewohner. Darunter war auch ein gewisser Siegfried Löffner, welcher Hanish wegen Unterschlagung eines Bildes von Hitler anzeigt, woraufhin Hitler wiederum wegen unrechtmäßigem Führen des Titels akademischer Maler angezeigt und polizeilich zur Unterlassung dessen aufgefordert wird. Hitler verbrachte die folgenden Jahre nur aus dem Grund weiterhin in Wien und Österreich, da er laut Gesetz das Erbe seines Vaters, eine eher geringe Geldsumme, erst im Alter von 24 Jahren erhalten durfte. Als dies dann 1913 soweit war, trat Hitler gemeinsam mit seinem Bekannten Rudolf Häusler die Reise nach München in Deutschland an, wo Hitler sich als Staatenloser meldete, um der Wehrpflicht des österreichischen Militärs zu entgehen. Als dieses Hitler 1914 dann doch einholte, musste er sich in Salzburg mustern lassen, wurde allerdings als untauglich befunden

7 Gemälde Hitlers (Quelle: Hitlers Kunst Adolf Hitler war in seiner Jugendzeit überzeugt von seiner künstlerischen Begabung und genoss die Vorstellung des Künstlerlebens und davon, keiner sicheren Arbeit nachgehen zu müssen und so begann er schon früh, sich in der Malerei und im Zeichnen zu üben. So malte er Öl- und Aquarellbilder von Sehenswürdigkeiten, entwarf jedoch auch Phantasiebauten und bemalte Postkarten. Der Absatz seiner Werke, insbesondere von bemalten Postkarten verhalfen ihm dazu, sich zeitweise über Wasser zu halten, während Bewerbungsversuche an einer Malerschule in Wien erfolglos blieben. Eine weitere Leidenschaft Hitlers war die Oper, insbesondere Inszenierungen von Richard Wagner, welcher mit seinen Stücken Musik und Drama verband und dessen Werk als ein Höhepunkt der romantischen Musik gilt. Jedoch besaß Wagner deutlich antisemitische Züge und so auch dessen Werk. Er verfasste die Schrift Über das Judentum in der Musik und äußerte sich auch gelegentlich Antisemitisch. Wagner's Antisemitismus war allerdings nicht von solch zerstörerischer Natur und nicht auf eine Endlösung gezielt wie dies bei Hitler der Fall war. Die erste Wagner-Inszenierung die Hitler im Alter von 12 Jahren besuchte war Lohengrin. Zahlreiche weitere Opernbesuche unternahm der junge Hitler mit seinem Jugendfreund Kubizek

8 Das Stück, welches vermutlich den größten Einfluss auf Hitler nahm war Wagners Rienzi, der letzte der Tribunen das von der historischen Person Rienzi als eine Art Volksführer erzählt, mit welchem sich der junge Hitler zu identifizieren schien. Sein Freund Kubizek schilderte später, dass ihn dies völlig aus der Realität riss und Hitler soll später selbst gesagt haben, in dieser Stunde habe es begonnen 1. Damit habe Wagner Hitler also indirekt seine spätere Rolle des Führers des deutschen Volkes klar gemacht, welche er als seine Bestimmung sah. 1 Ralph Georg Reuth - Hitler - 8 -

9 Antisemitische Entwicklung Hitlers Juden spielten in Hitlers Jugend stets eine Rolle. So schätze er den seine Mutter behandelnden jüdischen Arzt Eduard Bloch sehr. Auch in seiner Zeit im Wiener Männerwohnheim pflegte er, sowohl heimintern als auch über das Wohnheim hinaus, vor allem geschäftlichen Kontakt zu jüdischen Mitmenschen, welche seine Malereien und Zeichnungen vertrieben. Großen Einfluss auf die antisemitische Entwicklung Hitlers nahm neben Wagner auch der Wiener Bürgermeister Karl Lueger, welchen Hitler einmal als größten deutschen Bürgermeister bezeichnete. Während seiner Amtszeit von 1897 bis 1910 enthielten seine Reden ein hohes Maß antisemitischer Propaganda, mit der er das Wiener Proletariat gezielt zu animieren wusste. Er machte die Wiener Juden zum Sündenbock und hetzte die Bürger mit Vorwürfen und Vorurteilen gegen sie auf, genau wie dies auch Hitler später, vermutlich unter anderem nach Luegers Vorlbild, tat. Lueger selbst sagte einmal, der Antisemitismus eigne sich äußerst gut, um in der Politik aufzusteigen. Ein weiterer antisemitischer Wegweiser Hitlers war wohl der Politiker und Anführer der Alldeutschen Bewegung, Georg von Schönerer. Die Alldeutsche Bewegung war eine antidemokratische, antisemitische und damit auch gegen die christliche Kirche gerichtete Partei. Aus Angst vor der Überfremdung Österreichs, in welchem zu dieser Zeit in Waldgebieten deutschsprachige Bürger die Minderheit bildeten, forderte Schönerer den Anschluss Österreichs an das deutsche Reich, die Reinigung vom Juden- und Christentum und die Abschaffung der monarchischen Demokratie. Schönerer wurde von Anhängern, ebenso wie später Hitler, als Führer bezeichnet und mit Heil! gegrüßt, was den Einfluss auf den späteren Reichskanzler und deutschen Diktator verdeutlicht

10 Antisemitismus und Zionismus Die Politiker Lueger und Schönerer, von denen in vorigem Kapitel bereits die Rede war standen sich grundsätzlich feindselig gegenüber da Luegers Politik eher auf Wirtschaftliche Probleme in Zusammenhang mit Juden hinwies, während Schönerers völkisch-rassistische Ideologie auf die Ausschaltung der Juden gezielt war. Zionismus bezeichnet eine jüdische Nationalbewegung, die sich besonders gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund des wachsenden Antisemitismus in Wien entwickelte. Einer der wichtigsten Vertreter war der Journalist, Schriftsteller und Politiker Theodor Herzl. Mit seinem Buch Der Judenstaat legte er das Fundament des Zionismus. Diese Bewegung strebte einen eigenen jüdischen Nationalstaat in Palästina an und war somit Basis der Gründung Israels

11 Fazit des Verfassers Hitler in Wien wählte ich als Thema meiner Hausarbeit, da ich stets interessiert an der deutschen Geschichte zur Zeit des Nationalsozialismus gewesen bin, jedoch als sinnvoll erachtete, mich auch mit der Jugend Hitlers und dem Umfeld, in welchem er aufwuchs zu befassen. Durch die Arbeit an meinem Hausarbeitsthema erfuhr ich erst, wie entscheidend Hitlers Jugend, vor allem in Wien, seine spätere Zukunft als Diktator prägte. Gewöhnliche Geschichtsbücher befassen sich in der Regel nicht mit dem jungen Hitler als gescheiterte Persönlichkeit, welche von sich selbst als verkannter Künstler überzeugt nie eine wahre Bildung erfuhr, sondern sich im Selbststudium ein Halbwissen aneignete, mit welchem er später Menschenmassen zu manipulieren wusste. Eben der Adolf Hitler, der sich immer öfter, um seiner Realität zu entfliehen, in Phantasiewelten stahl. Auch war mir vorher nicht bewusst, welches Ausmaß zu Hitlers Zeit in Wien der dortige Antisemitismus hatte und wie sehr Vertreter dessen Einfluss auf den jungen Mann nahmen. Bereits in jungen Jahren zeigte sich deutlich Hitlers, durch seine Mutter unterstützte Neigung, andere für sein Versagen verantwortlich zu machen. Ich bin der Meinung, dass Hitlers Aufenthalt in Wien einen wichtigen Bestandteil in dessen Entwicklung bildet. Dennoch waren diese Einflüsse meiner Ansicht nach nicht alleine Schuld an der Entwicklung des fanatischen Diktators. Abschließend lässt sich sagen, dass mir die Arbeit an meinem Hausarbeitsthema zum Einen zu einigen Hintergrundinformationen über Adolf Hitler verhalf, mich aber zum Anderen auch über politische und gesellschaftliche Problematiken in Wien und Österreich gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts informierte

12 Quellenangaben Literatur: Ralph Georg Reuth Hitler Internet: MSN Encarta

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