Juli Fliegende liebende. ein film von Pedro AlmodóvAr

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1 Juli 2013 Fliegende liebende ein film Pedro AlmodóvAr

2 MÖNCHENGLADBACH JOE COCKER FIRE IT UP SUMMER TOUR MITTWOCH Tickets unter: warsteiner-hockeypark.de westticket.de oder an allen bekannten VVK-Stellen REDHOT OPEN AIR JÜCHEN SAMSTAG JETZ T IM HANDEL A presentation in association with ZUSATZSHOW! DONNERSTAG SAMSTAG

3 trailer-thema: Willkommen 5 Beim Thema Arbeitsmigration klaffen öffentliche Wahrnehmung und Realität auseinander 6 Themeninterviews Integration geschieht prozesshaft Viele werden ausgebeutet Wir haben einen Ärztemangel! Mehr Meinung. Service. Hintergrund. In NRW. empfehlen weitersagen kommentieren Alle Texte. Ihre Stimme. Filmkritik im FORUM. Bühne. Kino. Literatur. 10 Theater Ruhr Claudia Bauer inszeniert unterhaltsamen Comic-Fassbinder am Dortmunder Theater 11 Theater Oberhausen Theater an der Ruhr Mülheim 12 Premiere Theaterchef Roberto Ciulli über die Mülheimer Weißen Nächte 13 Theater Ruhr Litschers Bochumer Theaterrundgang 14 Theater Ruhr u. a. Pornoladen in der Essener Casa 15 Ebertbad Oberhausen 16 Komikzentrum Ruhr RuhrHOCHdeutsch auf vollen Touren 17 Theater Duisburg 18 Theater-Kalender Ruhr Theater demnächst Sommertheater in der Region 21 Film-ABC Vorspann 22 Film des Monats Laurence Anyways Xavier Dolans epische Liebesgeschichte 23 Kritikerspiegel Ruhr Kino-Kalender Ruhr 24 Hintergrund Only God Forgives 26 Hintergrund Fliegende Liebende 27 weitere Film-Kritiken 29 Gespräch zum Film Pia Marais über ihren Film Layla Fourie 30 Foyer Auf der Suche nach dem alten Tibet! im Filmstudio/ Zwei Mütter im Astra Theater/ Blut muss fließen im StudienKreis Film Bochum 34 Roter Teppich Peter Kraus im Interview 47 culture clubs Kino-Café: Die Ostsee oben Joe Cocker im Warsteiner Hockeypark 36 Bochum Total: trailer-wortschatzbühne Vier Tage lang Kleinkunst Medienforum Essen Wortwahl/ComicKultur Buch- und Comic-Tipps im Juli Textwelten Das Buch kann auch in einer digitalen Welt bestehen Kultur in NRW. überregional SPEZIAL Innovation BÜHNE ICR 8 Birgit Hupfeld Musik. 38 Bochum Total Ein Experimentierlabor für Bands aller Musikrichtungen Kompakt Disk CD-Neuerscheinungen im Juli trailer Spezial. 16 Oper in NRW Hilsdorfs Abschiedsvorstellung mit Verdis Räubern in Essen 18 Musical NRW Ernsthafte Konkurrenz für Broadway und Off-Broadway 39 Popkultur in NRW HipHop als Projektionsfläche der Migration Tanz in NRW Der nackte Körper als tänzerische Aussage Theater in NRW Impulse-Veranstaltung sorgt für Aufregung Kunst in NRW Ausstellungen in Leverkusen und Düsseldorf Kunst. 40 RuhrKunst u. a. Nur was nicht ist ist möglich im Museum Folkwang 42 Kunstwandel Ausstellung in Bochums ehemaligem Polizeiareal Sammlung Ursula Wißborn, Vorstand der Stiftung der Sparda-Bank West, über die Förderung Kunst, Kultur und Sozialem 44 Kunstmuseum Bochum Kunst-Kalender NRW Theater Ruhr 10 KINO 4 Intro 7 Über Tage Holger Ehrich über das ComedyArts Festival und sein Duo Diagonal 8 Innovation Etliche interessante Projekte in der Innovation City Ruhr 45 Auswahl 46 Impressum Magenbitter Lesen Sie mehr auf Dieses Icon zeigt Ihnen den Weg. Film des Monats Kunst 22 RuhrKunst Wolfgang Flad, Foto: Denis Bury 40

4 Intro -ruhr.de Juli 2013 trailer + trailer-ruhr.de Im Doppelpack mehr Service, Meinung und Hintergrund Thema Sprach- und andere Probleme Andrea Hitzke leitet die Dortmunder Mitternachtsmission, die Prostituierten Unterstützung anbietet. Im Interview spricht sie über den Zuzug Prostitutionsmigrantinnen und deren Probleme. Andrea Hitzke Foto: Mitternachtsmission Thema Integrationspolitische Herausforderung NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider betont die Vorteile der Arbeitnehmer-Freizügigkeit innerhalb der EU. Aber mit den Zuwanderern kommen auch e Herausforderungen, insbesondere in NRW. Guntram Schneider Foto: Ralph Sondermann Theater Theaterlandschaft oder Festival? Für Theaterchef Roberto Ciulli braucht gutes Theater Leidenschaft, den Bezug zum politischen Leben und internationalen Austausch wie bei den Weißen Nächten. Roberto Ciulli Foto: TaR Film Die Hand in der Hose Peter Kraus spielt in Systemfehler Wenn Inge tanzt einen alternden Schlagersänger. Im trailer-interview spricht er über den Film, den Zeitgeist und über Küsse im Kino. Peter Kraus Kunst Die Mischung macht s Ursula Wißborn, Vorstand der Stiftung der Sparda-Bank West, erklärt den Unterschied zwischen Sponsoring und Mäzenatentum und spricht über Engagement und Kontinuität Vielleicht ist die Evolution ganz anders verlaufen..., Foto: Francis Lauenau Der Saurier Bochum Die Sensation war perfekt. Ein Spaziergänger entdeckte am Ufer der Ruhr bei Bochum eine mysteriöse versteinerte Spur und verständigte den geologischen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Experten dort waren sich schnell einig. Ein prähistorisches, hausschweingroßes Tier, das vor 300 Millionen Jahren hier lebte, hätte jenen Fußabdruck hinterlassen. Der Ursaurier aus der Gruppe der Diadectomorphaa gilt als Bindeglied zwischen Amphibie und Reptil. trailer allerdings liegen verlässliche Informationen vor, dass die archäologische Fachwelt in diesem Fall irrt. Natürlich handelt es sich bei dem Fund um die Fußabdrücke eines Sauriers, nur muss die Entstehungszeit des Subjektes erheblich umdatiert werden. Geheime Aufzeichnungen aus dem Landesarchiv belegen, dass ein ehemaliger Ministerpräsident des Landes NRW zwar nicht über Wasser, aber doch gern barfuß über frisch gegossene Betonflächen seiner Mammutprojekte gegangen ist. Jener aus Bochum stammende Saurier gilt übrigens als Bindeglied zwischen SPD und FDP. Wir gratulieren WOLFGANG CLEMENT recht herzlich, der am 7. Juli sein 73. Wiegenfest feiert. Auch schon in die Jahre gekommen sind die einstigen Zuwanderer, die seit 50 Jahren unser Land bunter machen. Zu ihnen gesellen sich nun Migranten aus Süd- und Südosteuropa. Welche Potentiale und Probleme diese aktuelle Zuwanderungswelle birgt, wird im trailer-thema WILLKOMMEN beleuchtet. Die Kinder der alten Gastarbeiter sind inzwischen mitunter Popstars geworden. Mit diesem Phänomen beschäftigt sich das Buch RAP IN DEUTSCHLAND AYLA GÜLER SAIED, das wärmstens empfohlen sei. Mit dem prominenten Migranten ROBERTO CIULLI, Leiter des THEATER AN DER RUHR, sprach trailer über türkischsprachiges Theater im Ruhrgebiet und über das unerträglich winterliche Licht Mitteleuropas. Den Strukturwandel der Region dokumentieren zwei Beiträge auf ganz unterschiedliche Weise. Bottrop mit noch aktiver Zeche und Kokerei, einer der Dreckschleudern des Reviers, mausert sich zunehmend zur ökologischen INNOVATION CITY, der nicht ohne Stolz berichtet wird. Bochum, Sorgenkind wegen Nokia- und nun Opel-Schließung, zeigt sich in diesem Sommer total selbstbewusst mit seinem Festival BOCHUM TOTAL. Statt Autos wird hier eben Kultur fabriziert. trailer präsentiert hierbei wie immer die WORTSCHATZBÜHNE, die sich in diesem Jahr der Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften und Poesie verschrieben hat. Aber nicht nur trailer fungiert als Kunstdünger. URSULA WISSBORN der SPARDA-STIFTUNG erklärt, wie, wo und warum eine Bank Geld verschenkt. Nicht ganz so alt wie ein Saurier ist PETER KRAUS, mit dem über Hände in Hosentaschen, alten deutschen Schlager und seinen en Film SYS- TEMFEHLER WENN INGE TANZT gesprochen wurde. Spannend, wie er den Unterschied zwischen historischem Teenager-Film und aktuellem Teenie- Film skizziert. Regisseurin PIA MARAIS erzählt im Interview, wie sich ihre Heimat Südafrika wandelte, wozu Lügendetektoren fähig sind, und was das mit ihrem en Film LAYLA FOURIE zu tun hat. LUTZ DEBUS Ursula Wißborn Foto: Sparda-Bank Foto Inhalt: Irma Flesch 4

5 Thema Gäste arbeiten lassen Der Zuzug Arbeitskräften aus der EU löst und schafft Probleme Vor knapp 50 Jahren, am 10. September 1964, stieg Armando Rodrigues in Köln-Deutz aus dem Zug und bekam Minuten später ein Moped geschenkt. Für den jungen Portugiesen war es vielleicht ein kleiner Schritt. Für die Gesellschaft aber bedeutete es einen sehr großen. Das fast reinrassige Nachkriegsdeutschland wurde binnen weniger Jahre zum Einwanderungsland. Der millionste Gastarbeiter wurde damals gefeiert wie ein Popstar. Erst später, mit aufkommender Massenarbeitslosigkeit und dem Zuzug der Familienangehörigen, traten die Probleme, die während des Wirtschaftswunders ungern wahrgenommen wurden, offen zutage. Die Deutschen fremdelten mit all den Fremden, und die Fremden wollten auch gar nicht mehr gehen. Ein anderes Datum, der 29. Mai 1993, markiert den geänderten Umgang mit den ehemaligen Gastarbeitern. Die Zeit, in der Mopeds verschenkt wurden, war vorbei. Vor 20 Jahren starben bei dem Brandanschlag Solingen, verübt rechtsradikalen Jugendlichen, fünf Menschen türkischer Abstammung. Die Schlechten ins Kröpfchen, die Guten ins Töpfchen : Nach dieser Regel möchte die Regierungspolitik verfahren Das Land hat sich inzwischen wieder stark verändert. Zwei im Bundestag vertretene Parteien werden Männern mit Migrationshintergrund geführt. Cem Özdemir hat türkische Wurzeln, Philipp Rösler ist in Vietnam geboren. Aber sind wir wirklich so weltoffen, wie dieses Standbild suggeriert? Die Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union birgt e Herausforderungen. Menschen aus Bulgarien und Rumänien, die nach der Südosterweiterung der Union nach Deutschland einwanderten, werden hauptsächlich als Problem wahrgenommen. Anders geht es den jungen Akademikerinnen und Akademikern, die in Folge der Finanzkrise in ihren Heimatländern trailer-thema im Juli: Willkommen Das wäre doch was: Wohin du auch gehst, bist du willkommen. Doch die Realität sieht anders aus. Deutlich wird das gerade beim Thema Migration und dem Stichwort e Gastarbeiter : Wie leben Emigranten in Deutschland? Und inwieweit klaffen beim Thema Arbeitsmigration die Angst vor einer Einwanderungsflut aus armen Ländern und statistische Realität auseinander? in Südeuropa und der enormen Jugendarbeitslosigkeit dort auf den deutschen Arbeitsmarkt drängen. Diese sind willkommen, helfen sie doch, den Fachkräftemangel hierzulande zu lindern. Die Schlechten ins Kröpfchen, die Guten ins Töpfchen. Nach dieser alten Regel aus dem Märchen Aschenputtel möchte die offizielle Regierungspolitik in Berlin verfahren. Der Bundesinnenminister will, so ging es im vergangenen Monat durch die Presse, EU- Bürger, die die heimischen Sozialsysteme zu Unrecht in Anspruch nehmen, ohne großes Federlesen rausschmeißen. Solche markigen Sprüche helfen einerseits, im beginnenden Bundestagswahlkampf im rechten Spektrum nach Stimmen zu fischen. Sie lenken aber auch da ab, dass der Bund mit seiner Unterschrift unter entsprechende EU-Vereinbarungen das Problem zwar geschaffen hat, die betroffenen Kommunen, die nun vermehrt Sozialleistungen zahlen müssen, aber nicht unterstützen will. Ganz anders stellt sich die Lage für eine andere Gruppe Arbeitsmigranten dar. Junge, gut ausgebildete Menschen aus Spanien, Portugal, Italien und Griechenland sind auf unserem Arbeitsmarkt heißbegehrt, weil sie die hier klaffenden Lücken besonders im Gesundheitswesen schließen sollen. Professionelle Arbeitsvermittlungsagenturen suchen im Süden des Kontinents nach den deutschen Kliniken dringend gesuchten Fachkräften. Warum wir einen Mangel und Südeuropa einen Überschuss an diesen Arbeitskräften hat, wird selten thematisiert. In den Krisenländern wurde das soziale System erheblich heruntergefahren. Wer sich keinen Arzt mehr leisten kann, darf nicht krank werden. Die Löhne im öffentlichen Gesundheitssektor sanken gleichzeitig rapide. Deshalb wurde der Umzug nach Deutschland für viele junge, flexible Mediziner attraktiv. Jene Wer kommt? Wer geht? Wer weiß das schon! Foto: Mira Moroz Menschen werden langfristig in ihren Ländern fehlen. Dies wird eine Gesundung jener Ökonomien erschweren. Der Mangel an Ärzten und Pflegepersonal hierzulande ist hingegen hausgemacht. Während Fachärzte durchaus ihr Auskommen haben, verdienen Assistenzärzte an Kliniken und auch Hausärzte viel weniger als in einigen benachbarten EU-Ländern. Auch unter deutschen Ärzten setzte in den letzten Jahren eine Wanderbewegung ein. Großbritannien und Skandinavien gelten als El Dorado für Ärzte. Noch dramatischer ist die Situation bei den Pflegeberufen. Durch schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Bezahlung wurden diese Berufe immer unattraktiver. Wenn nun studierte Altenpflegerinnen aus Spanien Hilfskräfte aus Fernost ersetzen, so ist dies ein Gewinn für die Träger der Pflegeheime. Unser Land profitiert also zumindest kurzfristig der Krise in Südeuropa. Die nützlichen Europäer sind also erwünscht, die unnützen nicht. Dies aber entspricht in keinster Weise dem europäischen Gedanken. Entweder begreifen wir uns primär als Nationalstaat, dann müssen wir uns sowohl bösen Bulgaren wie auch lieben Italienern abschotten und in Kauf nehmen, dass auf deutsche Produkte, die ins europäische Ausland exportiert werden, Zölle erhoben werden. Oder wir begreifen Europa als Chance. Die Freizügigkeit innerhalb Europas kann dem ganzen Kontinent und auch unserem Land helfen. Nach 1989 hatten viele die Sorge, dass das vereinigte Deutschland die Armutsflüchtlinge aus dem Osten und die Ausgleichszahlungen für den Osten nicht bewältigen wird. Heute ist das Land führende Wirtschaftsnation. Heute ist das Land führende Wirtschaftsnation. Auch wenn nicht gleich Mofas verschenkt werden müssen: Solidarität kann ein Wettbewerbsvorteil sein. TEXT/Interview: LUTZ DEBUS Lesen Sie auch die Interviews über die Lebensbedingungen der Prostituierten aus Südosteuropa und über Mediziner aus anderen EU-Staaten, unter: 5

6 Thema Integration geschieht prozesshaft Guntram Schneider über reiche und arme Zuwanderer aus EU-Staaten Zu jedem Klischee das passende Bild, Fotos: Irma Flesch trailer: Herr Schneider, welche en Probleme entstehen durch die Freizügigkeit in der Europäischen Union? Guntram Schneider: Zunächst hat die Freizügigkeit in der EU Vorteile. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können innerhalb Europas ihren Arbeitsplatz frei wählen. Einwanderung ist grundsätzlich zu begrüßen. Wir bekommen so auch hochqualifizierte Menschen, die der Wirtschaft hier zugutekommen. Teilweise kommen aber auch Menschen mit wenig Bildung zu uns, teilweise Analphabeten, die auf dem Arbeitsmarkt nicht Fuß fassen können. Besonders wir in NRW sind mit der Armutszuwanderung aus Ländern aus Südosteuropa konfrontiert. Das ist natürlich eine integrationspolitische Herausforderung. Und diese Integration kann glücken? Natürlich. Viele dieser Menschen leben nach dem auch uns bekannten Prinzip Unsere Kinder sollen es mal besser haben und sind bereit, Qualifizierungsmaßnahmen zu durchlaufen, um dann eine entsprechende Arbeitsstelle zu bekommen. Im Dortmunder Norden klappt das aber nicht. Die Situation dort ist etwa ein Jahr alt. Integration geschieht prozesshaft. Wie lange hat die Integration der Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten gedauert? So etwas kann man nicht in einem Jahr bewerkstelligen. Was macht die Landesregierung? Wir bemühen uns nach Kräften, die Städte, in denen besonders viel Zuwanderung zu verzeichnen ist, also unter anderem Duisburg, Dortmund, Köln, Hamm und Hagen, zu unterstützen. Es gibt aber inzwischen auch Zuwanderer aus Südeuropa, die unserem Land unmittelbar nutzen. Über diese Zuwanderer, über die Akademiker und Gutgebildeten redet niemand. Es geht in der öffentlichen Diskussion doch oft eher um soziale als um kulturelle Integration. Jeden Tag ist zu hören Parallelgesellschaften, die verhindert werden müssen. In Düsseldorf gibt es eine japanische Gruppe Menschen. Diese Menschen sprechen japanisch, kochen japanisch, haben vergleichsweise wenig Kontakt zu anderen Düsseldorfern. Trotzdem sind sie akzeptiert. Auch der persische Teppichhändler war schon immer akzeptiert. Zur Person Guntram Schneider (61) ist Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW. Foto: Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW/ Ralph Sondermann Italienisches Eis und gestohlene Damenhandtaschen Von Freud und Leid im Einwanderungsland Deutschland C-a-f-f-e-e, trink nicht zu viel Kaffee, nicht für Kinder ist der Türkentrank, schlechte Nerven macht er, blass und krank, sei doch kein Muselmann, der es nicht lassen kann. Diesen Kanon kennen Sie nicht mehr? Dann entstammen Sie einer anderen Generation oder kommen aus einem Umfeld, das schon in frühen Zeiten ein Gespür für leicht rassistische Tendenzen hatte. In meiner Kinderzeit wurde dieser Kanon jedenfalls schamfrei gesungen, und wir spielten Wer hat Angst vorm schwarzen Mann. Und wenn man, leicht gewagt, Rot und Blau in der Kleidung kombiniert hat, dann kam ganz sicher der Spruch: Rot und Blau, Polaksfrau! Meine Eltern waren ganz sicher nicht fremdenfeindlich. Wir pflegten ein sehr offenes Haus und hatten häufig Gäste aus aller Herren Länder. Trotzdem haben sich meine Eltern bei diesen Liedchen und Verslein nichts gedacht und wir Kinder dadurch erst recht nicht. Spanier, Griechen und Portugiesen haben wenigstens an denselben Herrn Jesus geglaubt Meinen ersten Kontakt mit einem echten Gastarbeiter hatte ich mit etwa drei Jahren. Er hieß Ivo, seinen Eltern gehörte die Cortina-Bar, die erste echt italienische Eisdiele, und wir konnten uns nicht verständigen. Daher mussten wir viel Kommunikationsersatzeis miteinander essen. Das war schön! Dann nahm die deutsche Wirtschaftswundergeschichte ihren Lauf, und es kamen die Spanier, die Griechen und die Portugiesen, alles noch verhältnismäßig leichte Kost für uns fremdenängstliche Deutsche, die haben wenigstens an denselben Herrn Jesus geglaubt. Bei den Türken wurde es dann ja schon schwieriger. Meine eigenen Kinder durften natürlich diese ganzen tendenziösen Abzählreime und Liedchen nicht mehr singen, aus Negern waren längst Schwarze geworden und aus Ausländern Mitbürger mit Migrationshintergrund. Meine jüngste Tochter hatte in der Grundschule eine brasilianischstämmige Mitschülerin, mit der hat sie sehr gerne gespielt, und sie ging häufig mit ihr nach der Schule nach Hause. Unter anderem auch deswegen, weil sie dort mit Bergen Süßigkeiten vollgestopft wurde. Wenn sie abends dort zurückkam, stanken ihre Haare und ihre Klamotten total nach Rauch. Ich habe nichts gesagt, ich wollte nicht ausländerfeindlich wirken. Wenn meine größeren Töchter aus der Gesamtschule nach Hause kamen und sich über die ekelhaften Machoallüren ihrer türkischen, russischen, marokkanischen oder afrikanischen männlichen Mitschüler beschwerten, stöhnten sie immer über meine Diskussionsversuche. Ja, Mama, wir wissen das... Die haben eine andere Kultur, sind anders sozialisiert, blablabla. Trotzdem NERVT das einfach, wenn die einem ständig so widerliche Sprüche drücken! Tja, wo sie Recht haben. Aber politisch korrekt ist dieser Widerwille nicht. Als mir jetzt lich in der Innenstadt meine Handtasche einer Frau entrissen wurde, die optisch sehr deutlich einen, sagen wir mal, östlich wirkenden Migrationshintergrund hatte, ertappte ich mich eine Sekunde lang dabei, wie mir der Spruch Zickzack Zigeunerpack durch den Kopf geisterte. Da habe ich mich so über mich selbst erschrocken, dass ich dem Geld, das mir noch geblieben war, thailändisch essen gegangen bin. War lecker! LIOBA ALBUS 6

7 Über Tage Der Niederrhein ist fast schon Holland Holger Ehrich über das ComedyArts Festival und sein Duo Diagonal trailer: Herr Ehrich, seit sieben Jahren sind Sie der Künstlerische Leiter des ComedyArts Festivals Moers. Warum machen Sie das? Holger Ehrich: Für mich ist diese Aufgabe zugleich Riesenehre und großer Spaß. Das Festival hat seit fast 40 Jahren Kultstatus beim Publikum und in der Szene. Ich habe dadurch die Möglichkeit, sensationelle Künstler aus der ganzen Welt einzuladen. Und Moers ist kulturell der Nabel der Welt? Moers ist überraschenderweise eine kleine Kulturhauptstadt. Es gibt unter anderem das Schloßtheater, das renommierte Moers-Festival, unser Festival, und die nächste Generation rückt nach mit dem freefall festival. In Japan darf man nur lachen, wenn es vorher ausdrücklich erlaubt wurde Bei Ihren internationalen Gästen spielen Texte wohl weniger eine Rolle? Genau. Der Fokus des Festivals liegt auf unkonventionellen Produktionen, die den Begriff Entertainment sehr weit fassen. Vom derben Provokateur bis zu feinster Kunst kann alles dabei sein an einem Abend! Täglich liefern wir ein ziemliches Mammutprogramm. Was erscheint Ihnen besonders spektakulär? Da ist die Auswahl schwierig. Spontan fällt mir Ockham s Razor ein, die eine Art Tanztheater in der Luft zeigen. Die Darsteller werden überhaupt nicht den Boden berühren. Ich bin sehr froh, dass wir diese weltweit gefeierte Produktion in das kleine Moers holen konnten. ComedyArts Arena, Foto: Sparkasse am Niederrhein Es ist interessant, das unterschiedliche Humorverständnis der Menschen zu erleben. In Japan darf man nur lachen, wenn es vorher ausdrücklich erlaubt wurde. Dann aber sind die Japaner hemmungslos. Sie johlen und toben viel mehr als hier. Es gab für Sie auch ein Leben vor dem Duo Diagonal? Ich habe in Bochum Medienwissenschaften studiert, gleichzeitig habe ich im Kindertheater Schlapp & Gurke gespielt und auch ernstes Theater, unter anderem zusammen mit meinem Kollegen Hennes Bender, der sich ja inzwischen ganz dem komischen Fach verschrieben hat. Beim WDR habe ich lange die Regie einer ziemlich schrägen Hörspielreihe gemacht. Ich bin gern in vielen verschiedenen Bereichen aktiv. Woran liegt das? Ist der Kulturboden am Niederrhein besonders fruchtbar? Die Geschichte des ComedyArts Festivals reicht ja schon sehr lange zurück. Deshalb mögen da andere mehr Auskunft geben können. Fest steht, dass bei uns der Spagat zwischen Programm jenseits des Mainstreams und Publikumserfolg funktioniert. Wie wird die Zukunft des Festivals aussehen? Im nächsten Jahr steht ein größerer Umbruch an. Das Festival fand 37 Jahre lang in immer größeren Open Air-Arenen statt, aktuell haben wir Plätze zur Verfügung. Nächstes Jahr werden wir in eine Halle umziehen. Damit geht schon ein Teil des besonderen Flairs verloren. Ich sehe aber in diesem Aufbruch auch Chancen. In diesem Jahr gibt es so die allerletzte Gelegenheit, das Festival an seinem angestammten, spektakulären Spielort zu erleben. Sie sprachen internationalen Gästen. Präsentieren Sie auch Künstler aus der Gegend? Die Mischung macht s: Ein Schwerpunkt sind Produktionen aus der internationalen Festivalszene, die man hier selten zu sehen bekommt. Diesmal moderieren aber Leute aus der Gegend: Knacki Deuser aus Köln, am anderen Abend Wolfgang Trepper. Der ist sogar in Duisburg geboren. Haben Sie einen persönlichen Bezug zu Moers? Ich bin tatsächlich in Krefeld geboren. Moers ist also irgendwie fast eine Rückkehr zu meinen Wurzeln, ich bin aber immer noch in Bochum ansässig. Sie selbst sind ja auch Künstler. Das stimmt, ich bin die eine Hälfte des Duos Diagonal und in dieser Funktion auch Gast auf internationalen Festivals. Ich hole öfters Künstler nach Moers, mit denen ich zusammen schon einmal auf einer Bühne gestanden habe. Was macht das Duo Diagonal? Wir sind irgendwie zwischen den Genres angesiedelt. Für Kabarett reden wir zu wenig, für Pantomime zu viel. Aber der eigene Stil macht uns aus. Wenn wir die Probleme zwischen den Geschlechtern darstellen, dann ist das oft plastischer, als wenn nur eine Einzelperson da erzählt. Manches wird regelrecht handfest auf der Bühne ausgetragen. Da kommt es auch schon mal zu einer Schlägerei. Sie sind mit dem Duo Diagonal international unterwegs? Wir konnten etwa in Japan und Korea auftreten, weil bei uns die Sprache nicht im Mittelpunkt steht, aber auch bei den Nachbarn in der Schweiz. 7 Haben Sie einen Bezug zum Ruhrgebiet? Mein Vater hat bei Thyssen gearbeitet, also habe ich ein eigenes Verständnis Industriekultur. Trotzdem fühle ich mich, obwohl ich schon lange in Bochum lebe, immer noch als Zugereister, obwohl die Eingeborenen einen hier offener aufnehmen als woanders. Sie wohnen in Bochum und arbeiten in Moers. Gibt es zwischen den beiden Orten kulturelle oder ethnologische Unterschiede? Der Rhein bildet schon eine kulturelle Demarkationslinie. Der Niederrhein ist ja fast schon Holland, und das Ruhrgebiet ist eben das Ruhrgebiet. Das Pendeln zwischen diesen beiden Seiten macht schon Spaß. INTERVIEW: LUTZ DEBUS Interviewserie Über Tage Über Tage handeln, ohne unter Tage zu vergessen. trailer-ruhr spricht mit streitbaren Menschen über das Ruhrgebiet. ZUR PERSON Holger Ehrich (45) ist Künstlerischer Leiter des Internationales ComedyArts Festival Moers. Foto: Yala Pierenkämper

8 Innovation Grüne Seiten 2013 Vom energetischen Mittelmaß zum Plus-Energiehaus: Im Stadtteil Vonderort krempelt die Innovation City gerade ein Einfamilienhaus komplett um, Foto: Tom Jost In China schauen sie auf Bottrop Zwei Jahre nach dem Start zum CO2-Halbierungs-Run haben sich in der Innovation City Ruhr etliche interessante Projekte entwickelt Innerhalb eines Jahrzehnts den CO2-Ausstoß auf die Hälfte zu drücken, ist das ambitionierte Ziel der Innovation City Ruhr (ICR). Nach einem Revierstädte-Casting 2010 trägt Bottrop nun diesen Projekttitel als vorweggenommene Auszeichnung. Zwei Jahre nach dem Start hat die Kommune schon einiges auf den Weg gebracht auch wenn das Innovative sich etwas anders gestaltet als vielleicht erwartet. Für den Ferienbeginn ist der Wiedereinzug geplant. Bis dahin stolpert man im Wohnhaus der Familie Kewitsch aus Vonderort an jeder Ecke über Kabel, Dämmstoffplatten, Maschinen, und es wieseln Handwerkerpulks umher die Kewitschs schlüpften notgedrungen bei den Großeltern unter. Doch der monatelange Exodus soll sich lohnen: Bisher verbrauchte der Vier-Personen-Haushalt jährlich Kilowattstunden Strom und kwh Wärme. Mitte Juli wird sich der 60er-Jahre-Bau in ein Plus-Energiehaus verwandelt haben. Will heißen: Durch Gebäudedämmung, das Anzapfen Erdwärme und Eine umfassende Isolierung ist der wichtigste Baustein zur Gebäudesanierung, Foto: Tom Jost Solarenergie und reichlich Stromspartechnik erzeugt das Haus künftig in der Jahresbilanz mehr Energie, als es verbraucht. Die Familie trägt als Gewinnerin einer speziellen Projektausschreibung nur die Arbeitskosten das Material steuerten Partnerfirmen des anstiftenden Initiativkreis Ruhrgebiet bei. Man könne hier praxisnah zeigen, was in Sachen Energieeffizienz schon heute möglich sei, sagt Dr. Norbert Verweyen vom Projekt-Konsortialführer, der RWE Effizienz GmbH. Und zwar nicht mit einem Neubau auf der grünen Wiese, sondern anhand einer 50 Jahre alten Bestandsimmobilie. Als weitere Muster-Umbauten sind gegenwärtig ein Mehrfamilienhaus Vivawest sowie ein Bürohaus in der Innenstadt in Planung bzw. in Handwerker-Hand. Man sollte sich das Einwohner-Projektgebiet in Bottrop nicht als Hektar- Versuchslabor vorstellen, das eine Zukunftsidee nach der anderen gebiert. Was hier zum Einsatz kommt, sind im Regelfall keine Weltpremieren. Es gibt einzelne Erst-Projekte, weiß ICR-Projektleiter Sebastian Bittrich, aber verfügbare Technologien und en Ideen zu kombinieren, ist schon allein die Innovation. Ideologisch einzigartig ist das Projekt ja sowieso. Nun: Eine Kläranlage als Wasserstoff-Erzeuger, der Transport industrieller Abwärme per Container- Lkw, der Test LED-Straßenleuchten oder die erste Vertikal-Kleinwindanlage kann man schon in Augenschein nehmen. Das größte Plus besteht vermutlich in der Aktivierung breiter Bevölkerungsschichten. Bottrop hatte schon bei der Inno-City -Kandidatur mit Bürger-Unterschriften eindrucksvoll gepunktet. Inzwischen stehen fast Hausbesuche sowie energetische Einzelberatungen auf der Vorzeigeliste. Es gibt die kostenlose Möglichkeit zum thermografischen Aufspüren Wärmelecks. Auch Beratungen zur Energieeinsparung über schlichte Verhaltensänderung der Einwohner können viel Gewinn mit wenig Aufwand bedeuten. Aber bei Sanierungen und dem Einbau er Hardware müssen Hausbesitzer vor allem in die eigene Tasche greifen. Wir geben halt keine 500-Euro-Scheine in die 8 Hand, sagt Bittrich. Umso wichtiger die Überzeugungsarbeit, umso wichtiger die Vermittlung, dass Bürgerideen in Werkstätten, Foren und Arbeitskreisen geschätzt seien. Selbst wenn manch kurioser Einfall wenig Chancen auf Verwirklichung habe, sei es wichtig, Utopien zuzulassen, um daraus das Realisierbare zu destillieren. Utopisch war sicherlich die anfangs gern gemachte Annahme, zur Umsetzung des einst auf 2,5 Milliarden Euro geschätzten Innovationsschubes würde zehn Jahre lang Fördergeld wie Manna vom Himmel regnen. Zu der Frage, wie viel Finanzhilfe denn bisher beispielsweise aus EU-Töpfen zugesagt oder geflossen sei, hält man sich in Bottrop äußerst bedeckt. So darf außer Euro Starthilfe vom Land und den diversen Knowhow- und Materialgaben der Partnerunternehmen der Initiativkreis Ruhrgebiet als derzeit verlässlichster Unterstützer gelten: Ein wesentlicher Teil des Etats der ICR-Management- Gesellschaft stammt aus dieser Quelle. Das CO2-Minderungsprojekt Bottrop soll als Blaupause für den Transfer ins Ruhrgebiet und andere Ballungsräume taugen. Zumindest die einstigen Mitbewerberstädte halten sich mit Nachfragen allerdings noch ziemlich zurück. Es mag vielleicht auch daran liegen, dass Ideen aus den Bewerbungskonzepten der anderen Revierstädte so überhaupt gar nicht Einzug in den Plan der Innovation City fanden weder der Pizza-Bringdienst Vespa verde mit abgas- und lautlosen Elektro-Rollern noch die Umwandlung leerstehender Ladenlokale in gemeinschaftliche Home Offices. Mit deren Hilfe könnten nicht nur berufstätige Elternteile lange Fahrwege zu ihren üblichen Arbeitsplätzen einsparen. Dafür registriert man verstärktes Interesse aus einer ganz anderen (Himmels)-Richtung: Es kommen nämlich zunehmend Delegationen aus Fernost an die Emscher. Da spricht man beispielsweise mit dem Bürgermeister einer Gemeinde aus China, berichtet Projektleiter Bittrich. Und wenn die Gruppe wieder abgereist ist, googlet man, woher die denn eigentlich kam. Große Überraschung es war der Bürgermeister einer chinesischen Millionenstadt. TOM JOST

9 Sparkassen-Finanzgruppe Jetzt mitmachen und gewinnen auf sparkasse.de/girokonto 10 x Smartphones Bundesweites Gewinnspiel bis Das Sparkassen-Girokonto: das Konto, das einfach alles kann Geschäftsstellen, kostenfreie Geldautomaten und viele Service-Extras wie Mobile-Banking der sten Generation.* Keine Umstände: Das Sparkassen-Girokonto bietet die meisten Geldautomaten in Deutschland, erstklassige Beratung und komfortables Mobile-Banking. Und mit der SparkassenCard mit girogo zahlen Sie bei teilnehmenden Händlern ganz einfach kontaktlos quasi im Vorbeigehen. Mehr Infos in Ihrer Geschäftsstelle oder unter Wenn s um Geld geht Sparkasse. *Jeweils Gesamtzahl, bezogen auf die Sparkassen-Finanzgruppe. Buchungsentgelte bleiben unberührt. 9

10 Theater Ruhr Digital Puppets on a String Claudia Bauer inszeniert unterhaltsamen Comic-Fassbinder am Dortmunder Theater Programme haben es auch nicht leicht: Realität oder nicht, das sagt euch gleich das Licht, Foto: Birgit Hupfeld Die Zukunft wird nicht einfacher. Wenn sie auch nur virtuell bleiben mag. Selbst Cyborgs haben manchmal technische Probleme, die Programmierung der Extremitäten ist überaus kompliziert. Wehe, wenn die Bewegungen nicht synchron ablaufen, dann haben die Mitarbeiter des Instituts für Kybernetik und Zukunftsforschung richtig Arbeit, oder liegt es etwa an ihnen selbst? In Claudia Bauers Inszenierung Rainer Werner Fassbinders Vision einer Welt am Draht (nach dem Roman Simulacron-3 Daniel F. Galouye) am Theater Dortmund scheinen bereits mechanische Puppen die realen Protagonisten ersetzt zu haben, die sich selbst im Computer eine ganze Welt erschaffen haben, um darin spazieren zu gehen, dort zu sterben oder sich zu verlieben. Eigentlich sollte das Programm ja präzise Zukunfts- Prognosen erstellen, für wirtschaftliche und politische Vorgänge, aber wer will das schon? Die Wissenschaftler natürlich nicht, der korrupte Institutsleiter Herbert Siskins (Ekkehard Freye) schon, er verhandelt bereits mit der Vereinigten Stahl AG, kein Wunder an der Ruhr. Alle scheinen in einen in die Realität versetzten Comic gepresst zu sein, in dem einfache Methoden auch ohne physikalische Gesetze höchsten Ansprüchen genügen. Gut, dass der Chefprogrammierer Fritz Walfang (Björn Gabriel) immer eine Packung Kleenex am Laptop mit Hebel stehen hat, das ist bei Fehlversuchen mit dem Simulacron schon die halbe Miete, denn lediglich eine am Strick heruntergelassene, schick illuminierte Kiste, in der Schauspieler mit Pappmasken ihre Identität doppeln, stellt den gigantischen Rechner nebst virtuelle Oberfläche dar. Die programmierten Identitätseinheiten darin wissen ja eh nicht, dass sie nur aus Einsen und Nullen bestehen. Gut, dass wohl auch nicht viele der Zuschauer (interessanterweise Jüngere und Ältere) den TV-Zweiteiler Fassbilder 1973 kennen, der damals mit Klaus Löwitsch, Barbara Valentin und in einer Nebenrolle sogar einem gewissen Rainer Langhans (aber wer kennt den schon heute noch?) nach heutigem Stand der Computeranimation eher einen halben Tatort gedreht hat. Skurril und erkenntnistheoretisch visionär war das Drehbuch zwar, aber das lag dann doch eher an der Galouye-Vorlage. Da ist die Inszenierung Claudia Bauer dankbarerweise weit entfernt. Sie choreografiert einen mechanisch amüsanten Abend mit vielen, auch knuffigen Bildern und skurrilen Einfällen wie Uwe Schmieder als Psychologe Hahn in Frauenkleidern. Zu Beginn trennt der Eiserne den Zuschauerraum vom Institut für Kybernetik und Zukunftsforschung, dahinter harren im Nebel die bewegungslosen Schauspieler, einer (der Leiter Professor Henri Vollmer, gespielt Sebastian Kuschmann, der noch drei weitere Rollen bedient) durchbricht die Starre, lacht Träumer? Nein. und verschwindet im Trockeneis-Qualm. Die anderen diskutieren die e Lage, lassen sich cyborgartigen Wesen bedienen. Schon hier wird klar, dass diese Welt nie die Realität sein dürfte. Die Schauspieler kontrollieren die Posen, die ihren Text ständig begleiten. Maschinengeräusche wie einst vom jungen Synthie-Papst Pierre Henry trennen die Szenen. Als sich endlich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass der Realität noch eine übergeordnete folgt, wird der halbe Kriminalfall mit verschwundenen Menschen auch noch zur Liebesgeschichte zwischen Fred Stiller (Frank Genser), Vollmers Nachfolger beim Simulacron, und dessen Witwe Eva (Bettina Lieder). Die ist nämlich die Beobachterin oben und hat einen Weg gefunden, die elektronischen Versuchskaninchen mittels Gehirnaustausch mitzunehmen. Am Schluss stehen sie in der realen Welt, die exakt so aussieht wie die Simulation, die sie gerade verlassen haben. Alle blicken in den Zuschauerraum, Richard Sanderson intoniert Dreams are my reality, ja sind denn jetzt alle der Matrix gezüchtet? Ich nehme auf jeden Fall die rote Pille. PETER ORTMANN Welt am Draht Schauspielhaus Dortmund Fr Uhr

11 TheaTer an der ruhr TheaTerbüro KulTurbeTrieb MülheiM an der ruhr 10. bis 14. Juli 2013 im raffelbergpark eintritt frei eine KooperaTion : gefördert : Lust auf Theater? Holen Sie sich ein Abo! Doppelstrang Schlüsselloch Gestaltung: Benning, Gluth & Partner, Sperrvorrichtung Schlüssel Mehr Informationen unter und 0208/ Einzelstrang

12 Premiere Es ist schon eine ganz besondere Stimmung abends im Raffelbergpark, Foto: TaR Das ist Theater in der Dämmerung Theaterchef Roberto Ciulli über die Weißen Nächte und den Stellenwert Festivals Die Weißen Nächte des Theaters an der Ruhr in Mülheim sind ein Unikum (Roberto Ciulli). Fünf Tage gesponserte Kultur für alle, bei freiem Eintritt in den Raffelbergpark. Entstanden ist das kleine Festival, das keins sein will, wegen übergroßer Hitze im Theatersaal vor zehn Jahren. Daraus entstand die Idee Wir schenken dem Publikum am Ende der Spielzeit drei Vorstellungen. Inzwischen gibt es gleich sechs und ein konzertantes Programm dazu, immer vor den Theaterstücken, auch um die allzu helle Dämmerung zu überbrücken. Darunter eine Band mit iranischen, indischen, französischen und deutschen Wurzeln. Cyminology (Do 11.7.) präsentieren persische Lyrik mit den Stilmitteln des Jazz. Als Theaterstück sollte man sich das Tanzvergnügen (14.7.) Ödön Horváth nicht entgehen lassen, wo Roberto Ciulli aus dessen vier großen Volksstücken ( Italienische Nacht, Geschichten aus dem Wiener Wald, Glaube Liebe Hoffnung, Kasimir und Karoline ) Szenen und Figuren zu en Situationen verbindet und natürlich seinen magischen Abend Kaos (13.7.) nach Motiven Luigi Pirandello. trailer sprach mit Theaterchef Roberto Ciulli über sein Theater. trailer: Herr Ciulli, warum braucht zeitgenössisches Theater immer häufiger das Event? Roberto Ciulli: Das Theater an der Ruhr gibt es nun seit über 30 Jahren, und vor 30 Jahren war die Konkurrenz Veranstaltungen, kulturellen Angeboten hier in der Gegend nicht so groß. Das hat sich alles multipliziert. Ich glaube auch, dass sich der differenzierte Blick auf die verschiedenen Möglichkeiten verloren hat. Das Theater hat es heute auch ziemlich schwer sich durchzusetzen. Das ist die eine Sache, und die andere ist, dass das Interesse am Zeitgenössischen, auch am politisch Zeitgenössischen in einer kulturellen Atmosphäre in den letzten Jahren verloren hat. Festivals nehmen auch immer mehr zu... Genau. Die Festivals sind eigentlich eine Folge der Ökonomisierung. Da sind wir in unserem Theater ein bisschen altmodisch geblieben. Mit unserem internationalen Festival machen wir genau kein Festival, wir benennen das bei den einzelnen Aufführungen auch nicht. Wir nennen es Theaterlandschaft. Wir versuchen hier unseren Blick auf Dieses Licht, das die ganze Zeit zwischen Oktober und April und jetzt auch noch bis Juni leuchtet, das macht mich verrückt die Menschen, die in ihrem eigenen Land fremd sind, zu schärfen, also den genau umgekehrten Weg zu gehen. Das Theater an der Ruhr hat eine Geschichte, was die internationale Zusammenarbeit angeht. Es gibt, glaube ich, kaum ein Theater, das so viele intensive Kontakte in so viele Länder gehabt hat. Auch im Bereich des Austauschs, das heißt, wir sind auch viel gereist. Wir bleiben auf diesem Weg. Wir fokussieren uns dabei immer auf ein Land oder ein Gebiet, zum Beispiel war für die internationale Zusammenarbeit zum einen Arabien für uns interessant. Uns interessiert die Brücke zwischen Theater, kulturellem Leben und dem, was politisch auf der Straße stattfindet, die revolutionären Bewegungen. Zum anderen gibt es schon seit den 1980er Jahren einen starken Fokus auf die Türkei, weil wir glauben, dass sie bei uns oder in ganz NRW ein Thema ist. Wir waren die ersten, die einen solchen Austausch mit der Türkei gepflegt haben. Wir hatten uns vorgenommen, wir möchten gerne kontinuierlich türkische Werke, türkische Sprache jeden Monat in diesem Punkt unterscheiden wir uns absolut der Festivalmentalität ein anderes Theater aus der Türkei zu Gast haben bzw. ein Stück in türkischer Sprache zu zeigen. Das war für mich schon vor 30 Jahren klar, dass das an den deutschen Stadttheatern Normalität werden sollte. Kann man sich das leisten? Das Schwierige ist die ökonomische Situation. Wir haben durch unsere langjährige Arbeit aber das Vertrauen des Kulturministeriums NRW gewonnen, das uns in dieser Sache unterstützt, das Goethe Institut sowieso. Wir stehen also schon gut da. Kommt der Internationalismus an den anderen Stadttheatern zu kurz? Ja. Ich glaube, dass das Problem auch ist, dass man dafür eine Leidenschaft, eine Liebe haben muss. Man muss viel reisen. Und wir wissen, dass die besten Dinge im Theater dort passieren, wo kein Mensch hinfährt. Das ist leider die ungeschriebene Geschichte des Theaters. Man muss natürlich diese Kraft aufbringen. Das ist nicht damit getan, dass man den Computer anmacht, recherchiert und schaut, was dann alle sehen. Und dann wird 30mal dieselbe Inszenierung eingeladen. Die richtige internationale Arbeit ist immer auch eine politische Entscheidung. Entstanden ist sie durch ein Gefühl der Fremdheit mit der Sprache. Wir haben jahrelang deutsche Stücke in der deutschen Sprache gemacht, aber wir hatten das Gefühl, die Leute mögen uns nicht probieren wir es draußen. Dann sind wir nach Jugoslawien gegangen und tatsächlich, die Leute waren begeistert. Dann kam die Idee, nach der Fremde, der Fremdheit zu suchen, dorthin zu gehen oder sie ins eigene Land herzuholen. Eigentlich bräuchte man dieses Netzwerk ja nur auf die Stadttheater legen Genau. Aber in den Theatern müssen die Leute sein, die das mit Leidenschaft tun. Die Menschen sind ja nicht gleich, das heißt, nicht alle können dasselbe machen. Das braucht schon einen besonderen Blick oder eine besondere Liebe zu dieser Art Blick. Warum aber Weiße Nächte? So hoch im Norden liegt Mülheim doch gar nicht. Das ist richtig, aber für einen Italiener Selbst nach 30 Jahren ist es nicht das Essen, es ist nicht das Klima, es ist nicht das Licht. Dieses Licht, das die ganze Zeit zwischen Oktober und April und jetzt auch noch bis Juni leuchtet, das macht mich verrückt. Weil ich ein anderes Licht gewohnt bin und einen anderen Himmel brauche. In der deutschen Sprache bin ich so heimisch geworden, auch wenn ich immer noch meinen Akzent habe. Aber ich denke tatsächlich in der deutschen Sprache. Aber in diesem bestimmten Licht fühle ich mich in Deutschland immer fremd. INTERVIEW: PETER ORTMANN Weiße Nächte draußen und umsonst Theater an der Ruhr, Mülheim ZUR PERSON Roberto Ciulli promovierte in Philosophie und gründete im Alter 26 Jahren in Mailand das Theater Il Globo ging er nach Deutschland. Seine Theaterarbeit begann in Göttingen. Am Schauspiel Köln war er 1972 bis 1979 Schauspieldirektor. Zusammen mit dem Dramaturgen Helmut Schäfer gründete er 1980 in Mülheim an der Ruhr das freie Theater an der Ruhr. Erste Premiere war 1981 Lulu Frank Wedekind. Als Spielstätte erhielten sie der Stadt das ehemalige Kurhaus Solbad Raffelberg. Foto: TaR 12

13 Theater Ruhr Herz und Hund und Kunst und Leben, Foto: Diana Küster Zadek, Platz! Litschers unterhaltsamer Bochumer Theaterrundgang In diesem Kunsttempel haben die Granden der Bühnenkunst ihre Duftnoten zuhauf hinterlassen. Fast alle großen Theatermacher sind durch das Bochumer Schauspielhaus gegangen, ein paar als Intendanten, die meisten als Regisseure. Hier hängt die Geschichte noch in der letzten Vorhangfalte. Und wer diese einmal kräftig durchschüttelt, dem fallen die Devotionalien haufenweise vor die Füße. Hans-Peter Litscher, der fantasiereiche Schweizer Schwadror, hat geschüttelt und dabei Erstaunliches zutage gefördert: Herz und Hund und Kunst und Leben heißt sein Projekt, durch das er als hinkender Theaterschrat im schwarzen Outfit mit langen grauen Haaren, halb gebundenen Schuhen und einem Gehstock persönlich führt. Am Anfang dieses zwischen Dichtung und Wahrheit frei flottierenden Bühnenrundgangs steht der nicht stubenreine Boxer Zadek, Rainer Werner Fassbinder in einer Tierhandlung gekauft und ständig mit Zadek, Platz! herumkommandiert, um dem gleichnamigen Intendanten eins auszuwischen. Und dann wäre da noch Winfried W. aus Witten, unersetzliches Faktotum, guter Geist und unermüdlicher Sammler Bochumer Theatralia und mit einer unbezähmbaren Vorliebe für Vierbeiner gesegnet. Ihm seien, so behauptet Litscher, die zahlreichen Ausstellungsgegenstände in den Foyer- Vitrinen zu verdanken: Wildgrubers Hamlet -Mantel, Voss Baskenmütze aus Hermannsschlacht, Programmhefte und Requisiten, die Schultafel der berühmten Iphigenie -Inszenierung, Rollenbücher Minetti und vor allem Hundenippes jeder Couleur und jeder Rasse. Natürlich ist das alles Litschers unerschöpflicher Spürnase zu verdanken, der in Trüffelschweinmanier Fundus, Archive und Flohmärkte durchstöbert hat auf der Suche nach anreicherbarem Material. Und daraus entfaltet der Schweizer, dessen Totenbeschwörung Barbara Rabarbara! beim Theater der Welt-Festival 2010 noch gut in Erinnerung ist, ein aberwitziges Panorama des Anekdotischen aus Bochums großer Theaterzeit. Er zeigt die Pissecken Boxer Zadek, weiß vom Kirsten Dene-Kostümfetischisten- Verein zu erzählen, bringt uns Werner Schroeters unvollendetes Filmprojekt La fidèle Lassie nah oder erinnert daran, wie Winfried W. die Hunde Yves Saint Laurent bei einem Ingrid Caven-Konzert in Paris betreute. Litscher nimmt das Theater als großen Fabulierer beim Wort und entdeckt auch hinter den Kulissen gewaltiges Potential. Die Trennung zwischen Sein und Schein ist aufgehoben. So wie jede gute Lüge immer mit Wahrheit durchsetzt ist, so ist auch bei Litschers Erzählungen oft nicht zu entscheiden, was Illusion und was Tatsache ist. Seinem Rat, den unwahrscheinlichsten Anekdoten zu glauben, sollte man Folge leisten: Der Hinweis auf eine Riefenstahl-Firma wirkt nur so lange absurd, bis man in einer Vitrine tatsächlich einen Perückenkopf mit der Aufschrift Riefenstahl & Co. Wuppertal entdeckt. Letztlich ist Hans-Peter Litscher ein Verführer, der uns mit seinen Erzählungen aus 1001 Bochumer Theaternächten so lange umgarnt, bis wir hinschmelzen angesichts der Macht einer gut erzählten Geschichte und darüber die Zeit vergessen. HANS-CHRISTOPH ZIMMERMANN Herz und Hund und Kunst und Leben Hans-Peter Litscher Schauspielhaus Bochum 5./ Uhr 13

14 Theater Ruhr Pornoladen, Foto: Diana Küster Bedürfnispyramide Pornoladen in der Essener Casa Hardcore-Pornoheftchen werden gereicht, ein Gläschen Sekt zum Einstimmen. Die Schauspielerin Lisa Jopt im authentischen Straps-Outfit betont gleich Nicht reingucken, es ist widerlich, alle schauen natürlich doch ins fleischige Einerlei. Nicht einstecken, ruft sie noch, doch einige der nicht ganz billigen Hefte sind längst verschwunden. Zu Lou Reeds Satellite of love bewegen sich die Ensemblemitglieder Lisa Jopt und Johann David Talinski nun ruchbar, wenn auch nicht anrüchig, an der Tabledance-Stange, sie scheint dabei ein echtes und ansehnliches Talent zu sein, er eher weniger. Langsam sollte sich der Unterleib der Stadt nun endlich öffnen, erwartungsfroh registriert man auch schon Bewegung hinter der Glasbausteinwand, dann kommen sie hervorgeströmt, die creatures of the night und entpuppen sich als normale Menschen. Die allerdings alle irgendwie im Milieu arbeiten. Pornoladen ist ein Abend der Geschichten rund um bezahlten Sex, ein wenig durchchoreografiert Marc-Oliver Krampe. Er hat zehn Insider interviewt, die selbstbewusst und unprätentiös witzig nun ihre Lebensgeschichten erzählen. Im Zuschauerraum wird da gelernt, was der Wackel (Schwulenstrich) ist, oder warum jemand dort mit einer Frikadelle für schnelle Befriedigung bezahlen kann. Aber auch eine winzige Soziologiestunde über die Maslowsche Bedürfnishierarchie darf nicht fehlen. Aber die absonderlichten Geschichten derer, die nie Opfer waren, sind es wert, gehört zu werden. Michael hat den harten Darstellerjob bei Porno- Queen Teresa Orlowski gelernt. Als Beweis zeigt er einen kurzen Ausschnitt. Kathrin Anne hat sich ihr Studium als Hure verdient und Fraences ist seit 30 Jahren noch dabei. Die Britin sieht sich als normale Dienstleisterin, setzt sich vehement für die Rechte Prostituierten ein. Aber auch vom Wackel sind einige Profis vertreten, Volker und Christian, Ex-Stricher, pendeln heute zwischen Familie und Hotelerie. Tabus bricht allerdings Catharina, die als ausgebildete Sexualbegleiterin schwerstbehinderten und alten Menschen ein Stück Selbstwert und Normalität zurückgibt. Ein interessanter Abend mit absichtlich irreführendem Titel. PETER ORTMANN Pornoladen Do Uhr Casa Essen Der Wildschütz, Foto: Stefan Kühle Im falschen Film Lortzings Wildschütz in Hagen So viel Unschuld vom Lande das geht auf keine Kuhhaut. Zumal diese Unschuld mit der langen, tiefschwarzen Mähne und dem bunten Dirndlkleidchen frappierend an ein berühmtes schönes Mädchen erinnert. Bloß welches war es gleich? Zum Ende des ersten Aktes löst die Regie das Rätsel auf: Als Zwergenschar und Bäumchen bildet der Kinderchor die rechte Entourage für das Schneewittchen, so wie es Walt Disney auf die Kinoleinwand brachte. Und weil es nicht so recht hineinpasst in diese Kulisse aus gräflicher Jagdgesellschaft setzen sich alle sogleich ihre 3D-Brillen auf, um die unwirklich-märchenhafte Szene in vollen Zügen zu genießen. Es sind überraschende, eher abwegige Einfälle wie dieser, welche die Inszenierungen Regisseurin Annette Wolf und Ausstatterin Lena Brexendorff zu etwas Besonderem machen. Ihr Humor ist erfrischend und hebt sich angenehm vom konventionell-biederen Schmunzeltheater ab, als das Komische Opern meist dargeboten werden. Nach zwei überaus witzigen Rossini-Inszenierungen 2009 und 2011 ist das kongeniale Komödiengespann nun wieder ans Theater Hagen gekommen, um Lortzings Wildschütz zu inszenieren. Indes gelingt es ihnen dieses Mal nicht so recht, an ihre ersten Erfolge anzuknüpfen. Ihr Wildschütz braucht sich handwerklich zwar nicht zu verstecken. Das gewohnte Feuerwerk an Gags und Überraschungen aber hat er nicht zu bieten. Ob der Regie dies gänzlich anzulasten ist, steht allerdings noch auf einem anderen Blatt. Denn das Theater wurde in der heißen Probenphase der Grippewelle erfasst. So mag der humoristische Feinschliff krankheitsbedingt unter die Räder gekommen sein. Darauf weisen eine ganze Reihe kleiner Details hin, die durchaus vielversprechende Ansätze zeigen. Gerettet wird die Produktion nicht zuletzt dadurch, dass die Regie mit dem spielfreudigen und humorvollen Ensemble auf einer Wellenlänge liegt. Auf Rainer Zaun ist als Bassbuffo in der Rolle des ältlichen und trinkfreudigen Schulmeisters Verlass. Auch Marilyn Bennett hat als spleenige Gräfin mit einem Tick fürs altgriechische Theater großartige, witzige Szenen in spektakulär überkandidelten Kostümen. Musikalisch schlägt sich das Ensemble unter Leitung Florian Ludwig ebenfalls beachtlich. KARSTEN MARK Der Wildschütz So Uhr Theater Hagen Dante in der LVR-Landesklinik Blutrote Gemeinsamkeit neanderland BIENNALE 2013 Besucherinnen und Besucher der neanderland BIENNALE 2013 sehen in diesem Jahr ROT die typischen Assoziationen Liebe, Blut und Wein werden interpretiert deutschen und polnischen Ensembles. Die Stücke des Festivals tauchen große und kleine Säle, ein leerstehendes Krankenhaus, eine Wasserburg, ein Stellarium, Plätze und Parks in warmes Licht und starke Emotionen. Da fließt viel Blut, wenn Macbeth seinen Widersacher erdolcht, da saugt Graf Orlok den Lebenssaft aus unbescholtenen Opfern, da droht der Räuber Hotzenplotz: Rache ist Blutwurst. Schon während der letzten Biennalen präsentierte sich Polen eindrucksvoll. Kaum ein anderes Land hat eine so starke Straßentheaterszene ist es offizielles Partnerland für 27 Theateraufführungen und Lesungen sowie Kooperationsprojekte deutscher und polnischer Künstler. Besonders interessant können die Aufführungen des Gleiwitzer Theater-Ensembles Theater A werden, das sich bereits seit 17 Jahren mit der Frage nach der Identität des christlichen Europas beschäftigt. So auch in der Interpretation Dantes Göttliche Komödie (1307 bis 1327). Das epische Gedicht spielt nicht nur mit einem mehrschichtigen Text, dessen zentrale Passagen vom Jenseits zur Hölle, ins Fegefeuer oder ins Paradies führen, es gilt auch als eines der größten Werke der Weltliteratur. Dantes Jenseits ist mit Zeitgenossen des Dichters, aber auch mit mythischen Figuren bevölkert. Die Theater A-Inszenierung ist auch stark beeinflusst vom Aufführungsort, einem leerstehenden Gebäude der LVR-Kliniken. Schauspieler und Zuschauer werden hier zu gemeinsamen Wanderern zwischen Dantes Welten. Die Farbe Rot spielt dabei eine zentrale Rolle, wird zum Synonym für Blut, Leben und die Liebe. In Apokalypse handelt es sich um den Versuch, das wohl geheimnisvollste Buch des Neuen Testaments lesbar zu machen, er gibt den Weissagungen des Johannes Gestalt. Das Profitheater aus Polen studierte das Stück über den Anfang vom Ende der Welt mit Amateuren aus dem Kreis Mettmann ein. Die Stärke der Theatermacher aus Gliwice ist es, mit der eingängigen Sprache des modernen Musicals Themen und Stücke der europäischen Theater-Avantgarde umzusetzen. PETER ORTMANN Apokalypse Di Uhr Freilufttheater Schillerpark Haan Göttliche Komödie Fr /20.15/21.30 Uhr LVR-Klinik Langenfeld

15 dddddtheater IM PROGRAMM DO Big Spot Präsentationen Dortmunder Projekte im Rahmen Kultur und Schule FR SA SO Premiere money makes the world go round Eine Produktion der Theaterwerkstatt am Theater im Depot Damenbad Spezial Frau Jahnke will mehr! Die Gästinnen: Nessi Tausendschön Eine der Königinnen des deutschen Kabaretts: Je älter je besser. Und ja: Sie singt. Und ja: Sie kann s! Katie Freudenschuß Singersongwriterin aus Hamburg, die sich für kein Thema zu schade ist. Hinterhältige Plaudereien, gnadenlos geile Songs! Lisa Feller Das witzigste, was je aus Münster kam. Genre-Balance zwischen Comedy und Kabarett singt garantiert nicht! Barbara Ruscher Sie ist Mutter und sie redet drüber. Blond, schön, symphatisch, aber auf keinen Fall harmlos. Und eine virtuose Flügellantin! Und singen tut sie auch! Mia Pitroff Staubtrocken und Oberpfälzin und jung und böse. Ein süddeutscher Kabarettismus! Singt nicht höchstens ein bißchen. Barbara Kuster Das gesamtdeutsche Kraftpaket, die eiserne Lady aus Potsdam Es wird kein Ruck durch Deutschland gehen, schlimmer: Es ist die Kuster selbst. Vor allem, wenn sie singt! Anny Hartmann Eine politische Comedian ein sehr seltenes Gewächs im Damen-Comedy-Garten. Nicht-Sängerin! Ruth Schiffer Die kölsche Loreley spielt lustvoll mit bestehenden Klischees. Singt garantiert und gut! Weitere Infos:

16 Komikzentrum Ruhr Oper in NRW Macht Laune: Franziska Mense-Moritz, Foto: standout Grinsen, griemeln und genießen RuhrHOCHdeutsch auf vollen Touren Immer wieder... montags geht es rund im Dortmunder Spiegelzelt, das nun am Steinernen Turm aufgebaut wurde, um bis Mitte Oktober das RuhrHOCHdeutsch -Festival zu präsentieren. Ende Juni gestartet dürfen wir uns auf einen abwechslungsreichen Sommer freuen. Das vom Theater Fletch Bizzel zusammengestellte Programm hat für jeden Geschmack etwas: An jedem Montag, den der Gott des Ruhrgebiets werden lässt, bekommen seine Lieblings-Erdenbewohner Currywürste, Pommes und Bier serviert (für Auswärtige gibt es Grünfutter). Für geistige Nahrung sorgen zum Auftakt der Woche so kluge Querköpfe wie der aus Bielefeld kommende Marokkaner Abdelkarim (am 1.7.), der Ghostwriter Thomas Koch, dessen Rezensionen nie erschienener Bücher satirische Leckerbissen sind (am 8.7.), die hinreißende Kölner Kabarettistin und Sängerin Ruth Schiffer (am 15.7.), der unwiderstehliche Geschichtenerzähler und Poetry Slammer Torsten Sträter (am 22.7.) und der scharfsinnige Medienkritiker Ludger K. (am 29.7.). Immer wieder... dienstags lacht der Bauch mit und zwar beim Genuss eines Fünf-Gänge-Menüs, das Tante Amanda und ihr Küchenchef Bubi Leuthold zubereiten. Als Ergänzung sorgen Siegfried & Roy, die Vorortkomiker aus Hörde, und Franziska Mense-Moritz in Begleitung Hans Wanning in einem nur für die drei Akteure nachvollziehbaren Rhythmus für optische Abwechslung. Immer wieder... mittwochs präsentiert Lioba Albus alias Mia Mittelkötter so bodenständige Gäste wie Günna, das Urgestein der Dortmunder Kabarettwelt (am 3.7.), Biggi Wanninger & Anne Rixmann, die beiden aus Köln angereisten Herzstücke der Stunksitzung (am 10.7.), Herr Fröhlich, der nicht nur die Arschgeige zu spielen versteht wie kaum ein Zweiter, sondern sich mit seinem ganzen Körper in die weibliche Waagschale wirft (am 24.7.), und die begnadete Merkel-Parodistin Maria Grund-Scholer (am 31.7.). Immer wieder... donnerstachs lädt Bruno Günna Knust mit seiner Hartz-Vegas-Segers-Band in seine Show, in deren Verlauf Ruhrpott-Hits erklingen, Geschichten aus dem Stegreif erzählt werden und das Publikum mit Improvisationen bestens unterhalten wird. Das Wochenende inklusive Freitagabend wiederum gehört den kabarettistischen Solisten und Eigengewächsen wie Jochen Malmsheimer, der mit seinem Programm Ermpftschnuggn trødå! hinterm Staunen kauert die Frappanz einen ganz großen Wurf getan hat, und zwar in alle möglichen sprachlich austarierten Richtungen (am 6. und 7.7.). Ein weiterer ausgefuchster Kopf unter den Wortschatzmeistern der Republik steht mit Fritz Eckenga am darauffolgenden Freitag und Samstag (12. und 13.7.) auf der Bühne des Spiegelzelts. Alle Zeitfenster auf Kippe heißt sein Rundumschlag auf Mode-Erscheinungen, mit denen unsere schöne e Medienwelt aufwartet. Aus dem fernen Bayern kommt (am 14.7.) Fonsi, der Kassenmann Schloss Neuschwanstein. Der Mann mit der blauen Mütze und der schwarzen Aktentasche bringt als Klugscheißer vom Dienst südliches Lebensgefühl in die Region. Dass Frank Goosen mit der Partie ist (am 19., 20. und 21.7.), um unter dem schönen Titel Heimat, Fußball, Rockmusik ein bisschen was vom Besten eine bunte Mischung bewährter Stücke über die wirklich wichtigen Dinge im Leben eines Bochumers an den Mann (und die Frau) zu bringen, zählt zweifelsohne zu den Höhepunkten des Festivals meint jedenfalls Ihre stets über Tage lebende ANNE NÜME Schmutziges Ringen um das Erbe, Foto: Thilo Beu Schaltzentrale der Macht Hilsdorfs Abschiedsvorstellung mit Verdis Räubern in Essen Von Karsten Mark Der Maestro Stefan Soltesz hat seine letzte Premiere bereits dirigiert, nun gibt auch Regielegende Dietrich Hilsdorf seinen Abschied an der Aalto-Oper. Hilsdorf inszeniert einen letzten Essener Verdi. Dass sich dessen Geburtstag bald zum 200. Mal jährt, dürfte in diesem Falle einmal nicht der Hauptgrund gewesen sein. Denn immerhin sieben 19 Hilsdorf-Inszenierungen in 25 Jahren Aalto-Theater waren Verdi-Opern überwiegend Kassenschlager, darunter auch eine Aida, die seit 20 Jahren zum Repertoire gehört. Gab Hilsdorf 1988 seinen Einstand mit dem späten Verdi-Meisterwerk Don Carlo, so ist er nun am Ende bei einem Frühwerk angelangt: I masnadieri, eine Adaption der Räuber Schiller. Es gehört zu den Luxusproblemen eines Komponisten, der zu viele gute Werke geschrieben hat, dass seine früheren gerne mal in der Mottenkiste verschwinden, auch wenn sie bereits gelungen waren. Bei Verdis Räubern war das der Fall. Höchst selten sind sie mal auf der Bühne zu erleben. An der Aalto-Oper sind I masnadieri gar eine Erstaufführung. Dabei ist die Partitur durchaus vital und packend, mögen manche Verdi-Spezialisten auch bemängeln, dass die Tonsprache des damals 33jährigen Komponisten noch nicht ganz ausgereift war. Dass sie dennoch voller schöner und dramatisch starker Einfälle steckt, beweist Srboljub Dinić am Pult der Essener Philharmoniker. Dinić nimmt das verschmähte Frühwerk absolut für voll und entfesselt einen so farbenprächtigen und wirkmächtigen Klangrausch, dass sich der Zuhörer dieser Musik kaum entziehen kann. Auch optisch vermag die Aufführung Interesse zu wecken. Stamm-Ausstatter Johannes Leiacker, der bereits zum 13. Mal mit Hilsdorf zusammenarbeitet, und Beleuchter René Dreher führen den Zuschauer äußerst geschickt aus dem Wald des Originallibrettos Andrea Maffei in eine prunkvolle Schaltzentrale der Macht mit schönem Blick auf den Wald. Der todkranke Graf Maximilian (Marcel Rosca) sitzt am Schreibtisch in einem riesigen, protzigen Raum und weckt in Essen Assoziationen mit einem der Krupp-Patriarchen in seiner Villa Hügel. Es lässt sich schnell erahnen, wohin Hilsdorfs Regie-Konzept zielt: zum einen auf die Strukturen einer kaputten Familie, zum anderen auf die Räuber unserer Tage: Investment-Banker, die im dritten Akt die marmorne Halle mit flimmernden Computerbildschirmen belagern. Die Parallele ist plausibel und leider nur zu wahr, allerdings auch arg naheliegend. Es ist sicher nicht das innovativste Konzept in Hilsdorfs Verdi-Zyklus. Dennoch besticht der Altmeister einmal mehr mit brillantem Handwerk und legt zwar keine spektakuläre, aber doch sehr sehenswerte Abschiedsvorstellung hin. Auch die Solisten tragen entscheidend zur Qualität der Produktion bei. Liana Aleksanyan singt eine schöne lyrische Amalia, Zurab Zurabishvili einen jugendlich-vitalen Karl. Der eingesprungene Bariton Aris Argiris Karsten Mark Journalist mit Schwerpunkt (Musik-)Theater avancierte als höchst präsenter, böser Franz zum Star der ersten Vorstellungen. Im Juli wird Mikael Babajanyan die Partie singen. Die Räuber Uhr Aalto-Musiktheater Essen Der Altmeister legt zwar keine spektakuläre, aber eine sehr sehenswerte Abschiedsvorstellung hin 16

17 Musical in NRW Sparkasse Dortmund präsentiert: Theater Fletch Bizzel im Spiegelzelt Musik Kabarett Comedy Kunst 27. Juni Oktober 2013 City of Angels, Foto: Matthias Stutte NRW Musical-Schmieden Ernsthafte Konkurrenz für Broadway und Off-Broadway Von Rolf-Ruediger Hamacher Böse Zungen behaupten immer wieder, Bielefeld existiere überhaupt nicht. Der ohnehin reiselustige Musicalfan weiß es allerdings besser lockt ihn dort doch schon seit Jahren einer der strahlendsten Sterne am deutschen Musical-Firmament ins städtische Theater. Vor allem seit William Ward Murta dessen musikalische Leitung übernommen hat, braucht man sich, was die Qualität der Produktionen angeht, vor dem Broadway nicht zu verstecken. Natürlich kann man mit dessen millionenschweren Investitionen nicht mithalten, gleicht das aber durch innovative Inszenierungen aus. Und welches Musical böte sich da mehr an, als Cy Colemans City of Angels, dessen musikalische Bandbreite jazzigem Bigband-Sound über gefühlvolle Balladen bis hin zu ironischen Anleihen bei den in den 40er Jahren so beliebten Vocal-Ensembles reicht? Während die meisten Produktionen hier ein Damen- Terzett im Stil der Andrew-Sisters als musikalische Zwischenkommentierung der Geschichte auf die Bühne schicken, hat sich Regisseur Thomas Winter für ein gemischtes Doppel à la Manhattan Transfer entschieden. Und mit der Verpflichtung der vier Mitglieder der Cologne Voices hat er auch gleich etwas für das Crossover in der NRW-Kulturlandschaft getan. Apropos 40er Jahre: Die Geschichte erinnert nicht ungefähr an die Krimis Dashiel Hammet um verführerische Frauen und heruntergekommene Privatdetektive, ist doch Musical-Autor Larry Gelbart als Drehbuchschreiber für Hollywood (u. a. Tootsie ) bekannt geworden. So verwickelt er seine Autoren- Figur Stine (Veit Schäfermeister) und dessen Alter Ego, den Privatdetektiv Stone (Alexander Franzen), in einen mysteriösen Fall um verschwundene Töchter, untreue Ehefrauen, eifersüchtige Polizisten und größenwahnsinnige Film-Produzenten, bei dem es letztlich nur Verlierer geben kann. Die imaginären Gespräche zwischen Stine und Stone, ihr großartiges Liebes -Duett Du bist nur, weil ich bin, das intelligente Spiel auf zwei Handlungsebenen und die vielen überraschenden Wendungen sind das Salz in der Suppe dieser einem großartigen Ensemble getragenen Inszenierung, aus der Alexander Franzen mit seiner an deutsche Synchronstimmen Film Noir-Stars erinnernden ausdrucksstarken Pronouncierung noch ein wenig herausragt. Rolf-R. Hamacher Hochschuldozent und Vorstand des Filmkritikerverbandes Auch das kleine TiC im Wuppertaler Vorort Cronenberg gehört zu den Musical-Schmieden in NRW. Von seinen produktionstechnischen Voraussetzungen her eher ein Seelenverwandter des Off-Broadway, wagt es sich dennoch an große Broadway-Klassiker wie jetzt Hairspray. Nach Der kleine Horrorladen und Hair die dritte Inszenierung des international renommierten Musical-Darstellers Patrick Stanke, der im TiC einst seine ersten Bühnenerfahrungen gesammelt hat. Mit der Musicalversion des 70er Jahre-Kultfilms John Waters um die übergewichtige Tracy, die einer Show-Karriere und Rassengleichheit träumt, ist ihm nun ein weiterer Volltreffer gelungen. Vor allem weil er es versteht, die Spiellaune des semi-professionellen Ensembles mit der politischen Botschaft auf den ironischen Punkt zu bringen. Und wer das Vergnügen hat, Kristof Stößel in der Travestie-Rolle Tracys Mutter Edna zu erleben, der denkt nicht mehr an Uwe Ochsenknecht. Your nothing without me Dortmund - B1 Rheinlanddamm 200 Ticket-Hotline: Veranstaltungs- informationen 17 Veranstalter: Theater Fletch Bizzel Humboldtstr Dortmund Tel. 0231/

18 Theater-Kalender Ruhr = Premiere Die Theater-Übersicht der Region = trailer Empfehlung auf den Auswahlseiten + = trailer Theaterkritik STADTTHEATER SCHAUSPIELHAUS BOCHUM Tanz-Stadtlabor Mo , Di Herz und Hund und Kunst und Leben + Mi , Sa , So /14.00, Mo Well, you re my Friend Mi Impulse Theater Biennale 2013 Damien Rebgetz (DU/AU): Something for the Fans Do , Fr , Sa Impulse Theater Biennale 2013 She She Pop (DE): Schubladen Fr , Sa Impulse Theater Biennale 2013 Gesine Danckwart (DE): Chez Icke Do , Fr , Sa Bochumer Symphoniker: 10. Symphoniekonzert Do , Fr Liliom So , Fr A Tribute to Johnny Cash Do Aus dem bürgerlichen Heldenleben Do , 19.00, So Kleiner Mann was nun? Sa Im Dickicht der Städte So Hamlet Sa , Sa THEATER DORTMUND Welt am Draht + Fr , Sa Das Fest Do Arsen und Spitzenhäubchen So Abschlussgala Fr November 2012 CLOUD ATLAS ein wachowski / Tykwer film THEATER DUISBURG Kabarett trifft Klassik Mi Luisa Miller Do (Premiere), So , Fr , Mi , Sa Draußen vor der Tür Mi , Do Öffentliche Bühnenführung Do , Il barbiere di Siviglia Sa , Di Familienführung So Abschlusskonzert Haste Töne Mo THEATER ESSEN (GRILLO) Theaterpädagogik: Lehrerfortbildung Mi Wie es euch gefällt Do , Do , Sa Clockwork Orange Mi THEATER OBERHAUSEN Schülertheatertage: Romeo und Julia Mo Schülertheatertage: Liebe auf den dritten Jump Die Schülertheatertage: Turandot Mi Free your Mind! Fr Emilia Galotti So Die b.a.r-urlaubshitparade Fr THEATER AN DER RUHR MÜLHEIM AnzeigenverkäuferIn gesucht für Kulturmagazine in NRW, Standort Bochum denzel washington FLIGHT RobeRT ZemeckIs - FoRResT Gump und cast away trailer sucht ab sofort (oder später) eine engagierte Persönlichkeit mit Verkaufstalent. Die Tätigkeit kann als Nebentätigkeit, in Teil- oder Vollzeit (Fixum + Prämien) oder auf selbstständiger Basis (Provision) erfolgen. Januar only god forgives ryan gosling Kristin scott thomas ein film nicolas Winding refn ( drive ) ab im Kino Juli 2013 B Weiße Nächte 2013: Marimba-Sax-Duo Simon Roloff & Greta Schaller Mi (Eintritt frei) Weiße Nächte 2013: Wer hat meine Schuhe vergraben? Mi (Eintritt frei) Weiße Nächte 2013: Cyminology Do (Eintritt frei) Weiße Nächte 2013: Verrückt Eduardo de Filippo Do (Eintritt frei) Weiße Nächte 2013: Uwaga! Fr (Eintritt frei) Weiße Nächte 2013: Dona Rosita oder Die Sprache der Blumen Fr (Eintritt frei) Weiße Nächte 2013: Frank Wuppinger & L Orchestre Europa Sa /22.00 (Eintritt frei) Weiße Nächte 2013: Der Kleine Prinz Sa (Eintritt frei) Weiße Nächte 2013: Kaos Sa (Eintritt frei) Weiße Nächte 2013: Hans im Glück So (Eintritt frei) Weiße Nächte 2013: Ablaye Cissoko & Volker Goetze Duo So (Eintritt frei) Weiße Nächte 2013: Es geht immer besser, besser immer besser Ein Tanzvergnügen So (Eintritt frei) WESTF. LANDESTHEATER CASTROP-RAUXEL Fegefeuer in Ingolstadt Di Maggie s Holiday at the Beach Mi /12.15 Dead or Alive Poetry Slam Mi Andorra Do /14.00, /12.30 Zigeuner-Boxer Do Loriots Gesammelte Werke Sa , So Huck Finn Mo /11.40, Mi /11.40, Do Alk. außer Kontrolle Mo /12.30, Di /11.30, Mi /11.30 Richard O Brien s The Rocky Horror Show Do MUSIKTHEATER AALTO MUSIKTHEATER ESSEN Die Räuber + Mi , Fr , So , Mi , Sa Die Zaubertröte Di /12.00 Eugen Onegin Do Die Frau ohne Schatten Fr , So Toca So MUSIKTHEATER I. REVIER GELSENKIRCHEN Hagen Rether Mo Der Rosenkavalier Do Don Carlo Sa Die Geschichte vom Soldaten Fr Grigory Sokolov Di OPER DORTMUND Fangesänge Do , Fr , Sa , So Der gestiefelte Kater - El Gato con Botas Di , Mi Der Liebestrank L Elisir d amore Fr Summertime Sa Figaros Hochzeit - Le Nozze di Figaro So Das Fest Do VARIETE + BOULEVARD THEATER IM RATHAUS ESSEN Alles auf Krankenschein Do. 4.7 bis Sa FREIE SZENE BAHNHOF LANGENDREER Erol Parlak Di funkhaus europa: odyssee musik der metropolen / Turlitawa feat. Aguzevi Dzambo Orkestar Sa , Sa Globalibre Sa CONSOL THEATER GELSENKIRCHEN Kursabschluss Abschlusspräsentation der Consol kids maximal I So Der Sturm Sa , So EBERTBAD OBERHAUSEN Damenbad spezial: Frau Jahnke und 2 Damen Do , Fr , Sa , So , Do , Fr , Sa , So PRINZ REGENT THEATER BOCHUM Bedingungsloses Grundeinsingen Do , Fr , Sa THEATER IM DEPOT DORTMUND ExtraSchicht Nacht der Industriekultur: sprachreich wortvoll Sa Big Spot Do money makes the world go round Fr (Premiere), Sa , So Wir freuen uns auf Ihre ausführliche Bewerbung an die Personalchefin Karin Okniewski: Berndt Media / trailer Verlag Dr.-C.-Otto-Str Bochum Die Weißen Nächte in Mülheim bieten kostenloses Theater unter freiem Himmel, darunter Inszenierungen des Theaters a. d. Ruhr und internationale Gastspiele. Foto: Andreas Köhring 18

19 by choices.de MAN IST NIE ZU ALT FÜR EINE BERUFLICHE VERÄNDERUNG! PAULETTE EIN FILM VON JÉRÔME ENRICO www ab im Kino

20 events in den westfalenhallen dortmund Tickets hier: 27. juni juni juli juli juli juli / september september oktober oktober oktober oktober november november november november 2013 james morrison mia pet shop boys crosby, stills & nash rod stewart boxen Felix sturm vs. predag radeosevic oktoberfest macklemore & ryan lewis kings of xtreme teddy show michael mittermeier dortmunder antik- und sammlermarkt deep purple cirque du soleil quidam paul panzer status quo Der schnellste Weg zu Ihren Tickets: TICKET-HOTLINE für Westfalenhallen und bundesweite Veranstaltungen: Telefon: 0231/ Internet: Kostenloser -newsletter: newsletter.westfalenhallen.de Besuchen Sie uns auch auf facebook Änderungen vorbehalten jetzt tickets sichern! Anz. Highlights_trailer_ indd :58:40 Uhr r u n r undgang 18. bis 21. Juli 13 Jahresausstellung der Kunsthochschule für Medien Köln M it d iplom präsentation d und f ilm programm h M.de g n a g 20 Alle Filme, alle Kinos, alle Filmkritiken, alle Termine im Ruhrgebiet

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