Auslandsmärkte im Fokus ab Seite 18. Wir wählen! Märkte Unternehmen Analysen Meinungen. Auslandsgeschäft Export Energie

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1 Erbschaftssteuer Michael Semrau: Richtig und rechtzeitig schenken IHK-Umfrage Betriebe zeigen Engagement bei der Weiterbildung Märkte Unternehmen Analysen Meinungen INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG NOVEMBER 2006 Wir wählen! Das IHK-Wahl-Dossier ab Seite POSTVERTRIEBSSTÜCK ENTGELT BEZAHLT Auslandsgeschäft Export Energie Auslandsmärkte im Fokus ab Seite 18

2 Meinung Ekkehardt Busch IHK-Vizepräsident, Geschäftsführer der Gerhard Busch GmbH, Seevetal IHK-VOLLVERSAMMLUNG Vom 2. bis 16. November wählt die Wirtschaft unseres IHK-Bezirks ihr eigenes Parlament Wir haben die Wahl!»Die deutsche Wirtschaft wächst so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr weil die Bundesregierung diesmal nicht dazwischen funkt«, schreibt der Focus in seiner letzten Ausgabe. Kommt ein neuer Aufschwung? Bewegt sich unsere Gesellschaft wieder heraus aus dem Lamentieren über Krisen, obwohl die politischen Rahmenbedingen trotz gegenteiligerankündigen nicht verbessert wurden? Wirhaben zumindest die Chance, und die sollten wir gemeinsam ergreifen. Nehmen Sie die Möglichkeit wahr,wirtschaftliche Selbstverwaltung selbst zu gestalten! Beteiligen Sie sich an der IHK-Wahl in unserem Bezirk und nutzen Sie die IHK verstärkt als Informations- und Meinungsforum. IHK steht für wirtschaftliche Selbstverwaltung, denn in der Industrieund Handelskammerorganisieren wir Belange der beruflichen Bildung, des Sachverständigenwesens, deraußenwirtschaftsdokumente und vielerandererbereiche. Wir selbst, die Unternehmen im IHK-Bezirk, bilden gemeinsam unsere IHK. Und nach dem demokratischen Urprinzip one man one vote hat jedes IHK-zugehörige Unternehmen unabhängig von Umsatz, Mitarbeiterzahl oder Branche eine Stimme. Eine Stimme, mit der Sie über die Zusammensetzung der nächsten Vollversammlung für die Jahre Dossier Die Kandidaten der IHK-Wahl 2006 finden Sie im Wahl-Dossier ab Seite 30 und im Internet: bis 2012 bestimmen. Deutschland ist in einigen Bereichen Vorreiter für Selbstverwaltung. Das ist uns oft nicht genügend bewusst. Viele Aufgaben, die in anderen Ländern Staatsaufgaben sind, können wir in Selbstverwaltung regeln. Das erfordert Engagement von selbstverantwortlichen Bürgern und in unserem Fall von Unternehmern. Wir Deutschen genießen den Ruf, besonders gründlich zu arbeiten. Dies trifft auf unsere Produkte aber leider auch auf unsere Verwaltung zu. Doch zu komplizierte Genehmigungsverfahren oder aufwändige statistische Berichtspflichten stören mehrals sie helfen. Hier gilt es, die Interessen der Wirtschaft zu wahren, damit zu ausufernde Vorschriften und Verfahren gar nicht erst in Kraft treten. Mit unseren Vertretern in Berlin beim DIHK erheben wir deshalb auch unsere Stimme in der Bundespolitik. Die Vollversammlung das Parlament der Kaufleute, ist das höchste Entscheidungsgremium unsererihk. In ihrbestimmen wirkaufleute selbst, wie wir unsere Aufgaben wahrnehmen und welche Positionen wir nach außen vertreten. Denn die IHK ist das Sprachrohr der regionalen Wirtschaft und spricht für die Wirtschaft als Ganzes. Alle Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sind in der IHK organisiert. Überdie demokratisch gewählte Vollversammlung, die in ihrer Zusammensetzung nach Branchen und Regionen die Wirtschaft des IHK-Bezirks widerspiegelt, entwickeln wir gemeinsam das Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft. Bei unseren Partnern in Politik und Verwaltung sind wir deshalb als ebenso streitbarerwie verlässlicher und kompetenter Anwalt der Wirtschaft bekannt. Unternehmer kommt von etwas unternehmen. Und genau dazu möchte ich Sie aufrufen. In diesen Tagen erhalten Sie per Post die Wahlunterlagen mit den Kandidaten, die sich in Ihrer Region und in IhrerBranche füreinen Sitz in der Vollversammlung bewerben. Unterstützen Sie dieses ehrenamtliche Engagement, indem Sie Ihre Stimme abgeben. Mit IhrerWahlbeteiligung stärken Sie das Grundprinzip wirtschaftlicher Selbstverwaltung: Wir selbst können es allemal besser als der Staat. Ekkehardt Busch 2 Unsere Wirtschaft INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG 11/2006

3 Industrie- und Handelskammer Lüneburg Wolfsburg Unsere Wirtschaft November 2006 Gründer aus unserem Bezirk beteiligen sich 16 an der Aktion» Die beste Geschäftsidee «Jobs im Inland durch Geschäfte im Ausland? 18 Auf den Dienstleistungssektor trifft dies zu. 45 Georg Wilhelm Lindemann gründete 1856 sein Handelsunternehmen in Lüneburg. COVER: DB(2), IRISBLENDE.DE. S.2/3: PLASSMANN, FOTOS: ARCIV IHK, PRIVAT Namen & Nachrichten 5 Erbschaftssteuerreform Wer handeln will, muss sich sputen, empfiehlt Rechtsanwalt Michael Semrau. 5 Wirtschaftliche Eckdaten Die Preisentwicklung für die wichtigsten Gütermärkte im Überblick. 8 Standort aktuell Die Stadt Wolfsburg präsentiert sich als moderner Wirtschaftsstandort und Boomtown. 11 Elf Fragen an Thomas Treude, den Celler Unternehmer und Wirtschaftsjunioren»auf Lebenszeit«. 12 Vor Ort»Unsere Wirtschaft«besuchte den Industriebetrieb Kaiser Maschinenbau in Toppenstedt. 14 Firmenjubiläen Die IHK gratuliert»unsere Wirtschaft«blickt auf 150 Jahre Lindemann in Lüneburg. IHK-Report 29 IHK-Wahl: Wahlbriefe müssen bis zum eingehen. 38 Weiterbildung Interessante Ergebnisse der IHK-Umfrage zeigen hohes Engagement der Unternehmer. 40 neugierig06 Über 30 Veranstaltungen in vier Ländern. 42 Kurort-Verordnung Alle prädikatisierten Orte müssen sich erneut einer Überprüfung unterziehen. 43 A 39 Linienbestimmung lässt noch auf sich warten. 45 Konjunkturklimaindikator: Etwas abgeschwächt nach Aussagen von befragten Unternehmen zur Geschäftslage. Titel 18 Going International 2006 Mittelständler setzen volkswirtschaftliche Impulse durch ihr Auslandsgeschäft. 20 IZB Wolfsburg Zulieferer mit Blick nach China. 22 Länderinformation Polen IHK-Sprechtag in Lüneburg mit der Deutsch-Polnischen IHK. 23 US-Markt»Erfolgreich in den USA expandieren«ist das Motto des IHK-Sprechtages USA Ende November in Lüneburg. 24 Branchenreport Energie Der Wandel der Märkte für Strom und Erdgas nach tiefgreifenden Veränderungen. 26 Deutsche Energiepolitik Forderungen der IHK Nord mit Energie-Mix auf Platz 1. Service 4 Briefe 49 Testbericht Frankiermaschinen 50 Buchtipps, Börsen 52 Handelsregister 60 Inserentenverzeichnis 62 Impressum 63 Kalender Termine, Seminare, Messen und Ausstellungen Über die»ernergiemärkte in Mittelosteuropa«berichtet Petra Opitz auf Seite 24. Die Liste der nächsten Schwerpunktthemen finden Sie auf Seite /2006 INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG Unsere Wirtschaft 3

4 Mit einer Anzeige in»unserer Wirtschaft«erreichen Sie die Entscheider und Führungskräfte im IHK-Bezirk Lüneburg-Wolfsburg Erscheinungstermin: 7. Dezember 2006 Bitte senden Sie uns die Mediadaten zu Bitte unterbreiten Sie uns ein Angebot Format: Firma: Name: Anschrift: Telefon/Fax: Datum: Unsere Wirtschaft Redaktioneller Schwerpunkt im Dezember: Textilien Funktionen Eigenschaften Anwendungen Unterschrift: Anzeigenschluss: 13. November 2006 Francis von Wels Verlag Marschnerstieg Hamburg Tel.: (040) Fax: (040) Leserforum Branchenspiegel UW 9/2006 RELAUNCH»Unsere Wirtschaft«erscheint im neu gestalteten Format Herzlichen Glückwunsch zur attraktiven Neugestaltung von»unsererwirtschaft«. Der ohnehin schon sehr informative Inhalt wurde durch die Runderneuerung klarer strukturiert und damit übersichtlicher und leserfreundlicher. Speziell fürden»branchenspiegel«wünsche ich Ihnen viele neue Inserenten, denn hier erhoffe ich mir einen prall gefüllten Branchenmix-Sack, damit das Geld in unserer Wirtschaftsregion bleibt. Hans H. Lerch, Uelzen Boss und Ross Managementtraining und Personalentwicklung Selbstdarsteller UW 10/2006 ÖKOLOGISCH BAUEN Experten im Wettstreit über modernes Bauen Ihre Meinung interessiert! Richten Sie Ihre Zuschriften bitte an folgende -Adresse: Ihre Meinung zählt! Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe bitte immer mit Anschrift und Telefonnummer gekürzt zu veröffentlichen. Neben interessanten und informativen Artikeln habe ich in dieserausgabe auch zwei PRähnliche Artikel auf den Seiten 18 bis 21 entdeckt. Es drängt sich einem der Eindruck auf, dass die beiden Selbstdarsteller in eine bestimmte Richtung blicken. Bei Herrn Dimke ist... zu lesen, dass»lückenlose Dämmstoffverfüllung im Dach nur mit Zellulosefasern möglich ist«. Überden Nachweis liest man nichts, denn der ist ja auch nur mit einer vollflächigen Thermographie des Daches zu erbringen. Vermutungen und Behauptungen nutzen da wenig. Weiter führt er aus, dass»glas-/mineralwolle und Styropor selbst bei maßgenauester Zuschneidung niemals fugenfrei sind«. Da hat errecht, nursind Holzweichfaserplatten und Holzkonstruktionen erst recht nicht fugenfrei! Beim Sachverständigen Herrn Dipl.-Ing. Fischer lesen wir, dass»bauten mit geringen (guten) U-Werten«mehr Heizenergie benötigen als mit»schlechten Massivwänden«und das soll das Fraunhofer Institut für Bauphysik 1983 entdeckt haben! Leider fehlt die exakte Quellenangabe. Eine telefonische Nachfrage beim Institut in Stuttgart erzeugt ungläubiges Staunen und endete mit der Bitte um Übermittlung des Artikels zwecks Nachprüfung derungenauen Angaben. Herrn Fischer muss außerdem bekannt sein, dass der Stand der Technik am Bau nicht im Jahre 1983 stehen geblieben ist. Sollten Herrn Fischers Ausführungen stimmen,würde das bedeuten, dass z.b. 3-Liter- und Passivhäuser mit»schlechten Massivwänden«besser zu dämmen sind, als mit hochwärmegedämmten Außenwänden, die einen U-Wert von 0,10 W/(qmK) haben (www.passivhaus-info.de). Auf das tägliche Leben übertragen bedeutet das, im Winter tragen wir unsere Sommermäntel, damit uns so richtig warm wird. Diese Vorstellung ist doch wahrhaft lächerlich. Christian Czudai Passiv-Haus GmbH Betzendorf Es handelt sich um Fachbeiträge der Architekten Wolfgang Dimke und Konrad Fischer in UW 10/2006. Anm. d. Red. Erfolgsaussichten UW 9/2006 INTERNET-EINTRITTSPREIS Streit um Rundfunkgebühren für internetfähige PCs Die Auskunftspflicht gegenüber der GEZ besteht nur,wenn die GEZ tatsächliche Anhaltspunkte dafür geltend machen kann, dass ein Unternehmen internetfähige Computerbesitzt. Die GEZ hat kein allgemeines Auskunftsrecht und auch nicht das Recht, das Grundstück eines Unternehmens zu betreten, um dort Besichtigungen vorzunehmen oder Mitarbeiter zu befragen. Für eine Klage gegen die GEZ- Gebühr bestehen gute Erfolgsaussichten. Es liegt ein Verstoß gegen die Verfassung vor,weil das Grundgesetz jedem Bürgerunteranderem die Freiheit garantiert, zu entscheiden, ob er der Gebührenpflicht unterliegen will oder nicht. Diese Möglichkeit hat er nicht, wenn er bei derinstallation von internetfähigen PCs eine Zwangsgebühr zu entrichten hat, die er nicht vermeiden kann. Außerdem handelt es sich bei der Gebühr rechtlich gesehen um eine Zwangsabgabe, für die das Instrument der Steuer vorgesehen ist. Hierfür haben die Länder aber keine Kompetenz. Es gibt daher gute Gründe, sich mit einer Klage vor den Verwaltungsgerichten gegen die Gebühr zu wehren. Sie werden nicht nurdie gebührenrechtlichen, sondern auch die verfassungsrechtlichen Argumente prüfen. Erst wenn dieser Rechtsweg erschöpft ist, kann das Bundesverfassungsgericht angerufen werden. Egbert Lindner, Celle Rechtsanwalt Für Computer mit der Möglichkeit zum Fernseh- oder Radioempfang soll künftig eine GEZ-Gebühr von 5,52 Euro monatlich erhoben werden. Die Länderchefs haben die Rundfunkkommission beauftragt binnen eines Jahres ein neues Gebührenmodell zu entwickeln. Anm. d. Red. 4 Unsere Wirtschaft INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG 11/2006

5 Namen und Nachrichten Wirtschaftliche Eckdaten Produzierendes Gewerbe (Jahr 2000 = 100) Auftragseingang (1) Juli August Insgesamt 125,3 130,0 aus dem Inland 110,9 114,9 aus dem Ausland 130,3 134,8 Produktion insgesamt ohne Bau 111,3 113,5 Investitionsgüter 116,9 117,4 Verbrauchsgüter 101,6 102,5 Arbeitsmarkt Sept Sept Arbeitslose in offene Stellen in ILLUSTRATION: DI PAOLO ERBSCHAFTSTEUERREFORM UND UNTERNEHMENSNACHFOLGE Nichts ist so beständig, wie der Wandel. Das gilt im Erbschaftund Schenkungsteuerrecht allemal. Wer handeln will, muss sich sputen Der Gesetzgeber plant auch zum Ablauf dieses Jahres wieder zahlreiche Neuerungen. Die klamme Haushaltslage lässt Böses ahnen: Für verfassungswidrig hält der Bundesfinanzhof die gegenwärtige für den Bürger günstige Regelung der Besteuerung» von Betriebsvermögen und Grundbesitz bei Erbfall und Schenkung. Entscheiden kann dies aber nur das Bundesverfassungsgericht. Auf dessen Spruch wartet der Steuerbürger seit Mai Oft angekündigt und stets verschoben, wird die Entscheidung Ende dieses Jahres erwartet. Bisher waren Personengesellschaften besonders begünstigt: Im Erbfall oder bei Übertragung zu Lebzeiten wurden für die Steuer nur die Bilanzwerte zugrunde gelegt (ausgenommen Betriebsgrundstücke und Anteile an Kapitalgesellschaften). Stille Reserven gingen steuerfrei auf den Nachfolger über. Zusätzlich gab es einen Abschlag von 35 Prozent und einen Betriebsvermögensfreibetrag von Euro für den Unternehmensnachfolger. Die Übergabe mittelständischer Betriebe wardaherregelmäßig steuerfrei. Nach den Plänen des Gesetzgebers ist maßgebend für den Steuerwert jedes Unternehmens zukünftig der Ertragswert. Er bestimmt sich nach dem sog. StuttgarterVerfahren, das schon bisher für die Bewertung von Anteilen an GmbHs galt. FürPersonengesellschaften führt der neue Maßstab regelmäßig zu einer er- Ein sinnvoller Beitrag zum Bürokratieabbau und zur Steuervereinfachung sieht anders aus.«michael Semrau, Rechtsanwalt und Notar Arbeitslosenquoten (in Prozent) Insgesamt 12,5 11,4 alte Bundesländer 10,7 9,6 neue Bundesländer 19,3 18,3 Niedersachsen 12,4 11,0 Arbeitsagenturbezirke Lüneburg 10,4 8,9 Celle 10,7 9,6 Uelzen 19,3 18,3 Gifhorn-Wolfsburg 12,4 11,0 Verbraucherpreisindex für Deutschland (vormals: Alle privaten Haushalte in Deutschland) 2000 = 100 August September 110,6 110,2 Index der Einzelhandelspreise für den privaten Verbrauch 2000 = 100 August September 103,8 104,1 (1) verarbeitendes Gewerbe ohne Nahrungs- und Genussmittelgewerbe (2) vorläufig Weitere Indizes finden Sie unter Dok-Nr /2006 INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG Unsere Wirtschaft 5

6 Namen und Nachrichten! heblichen Erhöhung des Unternehmenswerts. Die bisherigen Vergünstigungen für Betriebsvermögen sollen komplett entfallen. Dies kann zu einer Vervielfachung der Steuer führen. Abhilfe sollen eine Stundung und ein Erlass der Steuer bringen. Stundung und Erlass sind auf so genanntes produktives Vermögen beschränkt. Dazu zählen Betriebsgebäude, Maschinen, Fuhrpark etc., nicht aber Kontoguthaben, Wertpapiere und Beteiligungen an Kapitalgesellschaften. Führt der Nachfolger das Unternehmen zehn Jahre fort und erhält die Arbeitsplätze, wird die Steuer erlassen. Muss dernachfolgerdas Unternehmen schon nach fünf Jahren aufgeben, ist die Hälfte der zunächst gestundeten Steuer fällig. Da die Zukunft eines Unternehmens ungewiss ist, drohen bei notwendigen Umstrukturierungen oder gar Betriebsaufgabe derverlust der Stundung und eine erhebliche Steuerzahlung. Wer dieses Risiko scheut, muss sich beeilen. Immobilien können bisher günstig übertragen werden. Maßgebend sind die steuerlichen Bedarfswerte, die je nach Lage regelmäßig lediglich bei 50 bis 70 Prozent dertatsächlichen Verkehrswerte der Immobilien liegen. Hier droht mit der erwarteten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts eine drastische Verschlechterung. Wersich die günstigen Bedarfswerte sichern will und beispielsweise die Übertragung eines Mietshauses auf die Kinderplant, sollte nicht zögern. Der Übertragende kann sich und seinem Partner die Mieterträge der Immobilie auf Lebenszeit durch einen Nießbrauch vorbehalten odereine lebenslange Rente für die Übertragung vereinbaren. So lassen sich Erbschaft- und Schenkungsteuer sowie Ertragsteuern optimieren. Eine Bewertung der Neuregelungen hat der Gesetzgeber im Entwurf des Gesetzes zur Sicherung der Unternehmensnachfolge selbst vorgenommen. Dort heißt es:»die vorgesehenen Maßnahmen erhöhen den Verwaltungsund Vollzugsaufwand nicht unerheblich. Künftig müssen z.b. auch solche Betriebe und Beteiligungen bewertet und in einem Zehnjahreszeitraum überwacht werden, bei denen das infolge des Freibetrages bisher nicht erforderlich war. Damit steigt die Zahl der Steuer- und Bewertungsfälle.«Ein sinnvoller Beitrag zum Bürokratieabbau und zursteuervereinfachung sieht anders aus. Michael Semrau KONTAKT Michael Semrau, Rechtsanwalt und Notar Fachanwalt für Erbrecht und für Steuerrecht Sozius der Kanzlei Dr. Jenckel & Kollegen, Lüneburg Autor des Fachbuchs»Das Unternehmertestament für die gerichtliche, anwaltliche, notarielle und steuerberatende Praxis Logistik für Gefahrengut Innovationspreis Gefahr/gut 2007 Zum fünften Mal sucht die Redaktion Gefahr/gut ein innovatives Gefahrgut-Logistik-Konzept. Dieses muss sich in der Praxis bereits bewährt haben und die Sicherheit beim Handling gefährlicher Güter erhöhen. Bewerben können sich alle Unternehmen (national und international), die mit gefährlichen Gütern umgehen.»wir suchen nicht nur das ultimative neue Konzept. Es kommen auch Systeme in Frage, die für den Bereich oder für das Unternehmen sehr große Vorteile und Vereinfachungen mit sich bringen«, sagt Thomas Maier, Chefredakteur der Zeitschrift Gefahr/gut. Der Wettbewerb läuft in zwei Stufen ab: Zunächst sind alle Interessenten aufgerufen, ihr Konzept auf einer Manuskriptseite zu erläutern und an die Redaktion zu senden. Die Kurzbewerbungen dienen zur Auswahl der Bewerber, die daraufhin aufgefordert werden, ihr Gefahrgutkonzept im Detail zu beschreiben. Die Verleihung des Preises wird im Rahmen der 17. Münchner Gefahrgut-Tage am 14. Mai 2007 stattfinden. Einsendeschluss ist der 30. November Produktion ans Netz Walsroder Stempeltechnik Bei der Stempelherstellung spielt die Vernetzung von Produktionsprozessen eine immer größere Rolle. Die Möglichkeiten, Arbeitsabläufe auf diese Weise zu optimieren, waren Gegenstand eines Studienprojekts, an dem Ute Hirt mit ihrem Unternehmen»Walsroder Stempeltechnik«teilnahm. Die Walsroder holten sich den Titel als»modernste Stempelfabrik Deutschlands«. Das vergleichsweise kleine Unternehmen optimiert viele Prozessschritte, indem es die Vernetzung vorantreibt. Als großervorteil zeichne sich vor allem die Reduzierung der Durchlaufzeiten ab. Kürzere Prozesswege sichern dem Unternehmen mehr Zeit für die eigentliche Leistungserstellung. Mit nur sechs Beschäftigten ist die WalsroderFirma darauf angewiesen, dass alle Mitarbeiter auf allen Ebenen des Herstellungsprozesses mitarbeiten können. Das Portfolio des Herstellers umfasst mehrals 100 verschiedene Stempeltypen. Pro Tag werden rund 220 Stempel gefertigt, wobei die maximale Stückzahl eines Auftrages etwa 100 Exemplare beträgt. Auf einer Internetplattform können Kunden sich registrieren und online bestellen. Großkunden können über das Internet auf ihr persönliches Profil und eigene Stempelvorlagen zugreifen und diese verändern. Über das Onlinesystem hinaus bietet die Walsroder Stempeltechnik einen 24-Stunden-Lieferservice an. Champion der Metropolregion QUALIMED Innovative Medizinprodukte GmbH Mit dem»innovationspreis der Südlichen Metropolregion Hamburg 2006«ist ein Unternehmen aus Winsen (Luhe) geehrt worden, das besonders innovative Patente zur Behandlung von arteriellen Gefäßkrankheiten anmelden konnte. Wenn Manfred Gülcher über sein Unternehmen spricht, ist ihm der Stolz anzumerken.»1997 haben wir mit drei Leuten angefangen. Heute arbeiten 43 hoch motivierte Menschen bei uns an derentwicklung, Produktion und Zulassung von nichtaktiven implantierbaren Medizinprodukten und erwirtschaften gemeinsam einen Jahresumsatz von ca. 8 Millionen Euro. Wir expandieren weiter, arbeiten als OEM-Hersteller aber bewusst im Hintergrund«, erklärte der Geschäftsführer von QualiMed Innovative Medizinprodukte GmbH die erfolgreiche Firmenphilosophie. Biegsam: Innovative Medizinprodukte wie zum Beispiel Luft- und Speiseröhrenstents Die wesentlichsten Produktgruppen bei QualiMed sind die koronaren Stents sowie die Luft- und Speiseröhrenstents. Entscheidend für die Jury bei der Preisvergabe durch die beteiligten Wirtschaftsförderungen waren das Verfahren und die tatsächlich marktfähig entwickelte Vorrichtung.»Das Unternehmen QualiMed ist ein Vorzeigeunternehmen in unserer Region. Es gibt hier viele weltweit agierende Unternehmen, deren Produkte so hoch spezialisiert sind, dass sie von der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden. Aber durch eine derartige Auszeichnung wird das Interesse auch einmal über die Fachwelt hinaus auf sie gelenkt«, so Wilfried Seyer, Wirtschaftsförderer im Landkreis Harburg. Joachim Bordt, Landrat des Kreises Harburg, lobte das Unternehmen ausdrücklich:»sie sind einer unserer hidden champions und haben den Preis verdient.«wlh 6 Unsere Wirtschaft INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG 11/2006

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8 Namen und Nachrichten WOLFSBURG Marketing-Gesellschaft setzt neue Schwerpunkte in der Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung Boomtown Die Wolfsburg Marketing GmbH, als Tochter der Stadt Wolfsburg, dersparkasse Gifhorn-Wolfsburg und des cmt Wolfsburg e.vwurde zum 1. Januar2006 gegründet. Mit den vier Ressorts Wirtschaftsförderung, Zentrenmanagement, Tourismus Messen Veranstaltungen Kongresse und Stadtmarketing werden neue Wege eines ganzheitlichen Stadtmarketings beschritten. Geschäftsführer Jörg Gillenberg hat bereits in Hamburg und Dresden erfolgreich Stadtmarketing betrieben. Er ist in Wolfsburg seit Mai 2006 im Amt und setzt neue Impulse. So macht Wolfsburg Marketing bereits nach kurzer Zeit mit beispielhaften Projekten auf sich aufmerksam. Ausbildung ist eines der Themenfelder des Engagements derwirt- Messbarer Erfolg: Ulrich Jonas (links), Ressortleiter Wirtschaftsförderung, mit Unternehmern auf der Wolfsburger Berufseinsteigermesse. schaftsförderung, in dem Wolfsburg Marketing besondere Impulse setzt. Konkrete Hilfestellung bei derberufsausbildung und Projekte mit messbarem Erfolg und positiverausstrahlung auf den Wirtschaftsstandort sind Ressortleiter Ulrich Jonas und seiner Mitarbeiterin Nadine Klasen ein persönliches Anliegen. Dazu ist es der Wirtschaftsförderung gelungen, viele Partner vor Ort zur Zusammenarbeit zu gewinnen und insgesamt 10 Projekte, die unmittelbare positive Auswirkung vor Ort haben, zu initiieren.»flagschiff«ist die Aktion Last-Minute-Ausbildungsplätze Vom 1. August bis 30. September 2006 mit den Partnern IHK, Kreishandwerkerschaft,Wolfsburger Allgemeine Zeitung und Arbeitsagenturdurchgeführt,werden gezielt Ausbildungsplätze gesucht, die nach Start des Ausbildungsjahres nicht besetzt sind und ohne diese Aktion verloren gegangen wären. Eine kostenlose Servicehotline für Unternehmen, Jugendliche und Eltern ist rund um die Uhrbesetzt und zeigt auch das besondere Engagement aller Beteiligten. Der Medienpartner Wolfsburger Allgemeine Zeitung veröffentlicht freie Stellen, die Arbeitsagentur bietet besten Service bei der Bewerberauswahl und die Auszubildenden der Projektpartner kümmern sich um die Hotline. Erstmalig 2005 mit über 20 zusätzlichen Ausbildungsplätzen durchgeführt, übertrifft die Aktion den Erfolg des Vorjahres bei weitem. 28 freie Stellen und drei zusätzlich geschaffene Ausbildungsplätze konnten akquiriert und bis Mitte Oktober alle mit geeigneten Bewerbern besetzt werden. Auf Plakaten, Litfasssäulen und in Nahverkehrsbussen sowie auf Flyern beworben sind über 650 Kontakte mit interessierten Jugendlichen, Eltern und Unternehmen registriert worden. Über 30 junge Menschen, quasi eine ganze Schulklasse, erhalten durch qualifizierte Berufsausbildung eine Perspektive und müs- Park in Wolfsburg: Zwischen Automobilindustrie und Moderne. Science Center: Architektonisches und wissenschaftliches High light Phaeno Der Gewerbestandort Wolfsburg im Überblick Heinenkamp I Heinenkamp II Hohe Eichen GE Ost Vogelsang I Vogelsang II Sudammsbreite Kästorf Nord Warmenau Ost Warmenau Nord Sülfeld Westrampe Hafenstraße Marggrafviertel Westerlinge Forum Autovision 8 Unsere Wirtschaft INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG 11/2006

9 FOTOS: WOLFSBURG MARKETING, FUHRMANN, JONAS»Standort aktuell«wolfsburg Stadt Wolfsburg Größe in qkm: 204 Einwohner: Beschäftigte: Unternehmen (IHK): sen nicht im staatlichen Sozialsystem aufgefangen werden. Bewertet man den ökonomischen Effekt eines Ausbildungsplatzes nurvorsichtig mit Euro, so hat die Aktion Last-Minute-Ausbildungsplätze alleine einen Wert von Euro!»Ausbildung Dein Kind braucht Dich«ist ein weiteres Projekt, das sich an Eltern richtet. Nachweislich haben die Jugendlichen bessere Chancen, die Unterstützung bei der Ausbildungsbewerbung durch das Elternhaus erfahren. Mit den Partnern VfL, Familienbildungsstätte, Autohaus Wolfsburg, Arbeitsagentur und allen Wolfsburger Schulen ist ein kompetentes Beratungsnetzwerk gebildet worden, das weit überwolfsburgs Grenzen Vorbildcharakter hat. Als langfristig angelegtes Partnerprojekt zursensibilisierung der Eltern leistet es individuelle unbürokratische und schnelle Beratung und vor allem einen leichten und umkomplizierten Zugang zu kompetenten Ansprechpartnern. Dabei wird besonderer Wert auf die Überwindung von sprachlichen und ethnischen Barrieren gelegt. Mit Flyern, Werbung in Bussen und auf Litfasssäulen sowie in der VfL-Stadionzeitung und in der VW-Arena ist große Breitenwirkung garantiert.»ausbildungspatenschaften«ist das Projekt, welches die positive Entscheidung für Ausbildung erleichtert. Dieses Projekt wendet sich an kleine und mittelständische Unternehmen, die vor der Frage stehen, erstmalig auszubilden. Durch Wissenstransfer und eine Patenschaft zu erfahrenen Ausbildungsbetrieben wird wirksam geholfen. Mit den Partnern IHK, KHW, Autohaus Wolfsburg und Arge Wolfsburg ist ein Netzwerk von inzwischen schon 14 Wolfsburger Unternehmen und Institutionen geschaffen worden, das schnelle und unbürokratische Hilfe bei allen Ausbildungsfragen bietet. Ergänzt um ein gezieltes Qualifizierungs- und finanzielles Unterstützungsangebot der Arge Wolfsburg wurde das Projekt auf der Wolfsburger Messe im September 2006 gestartet. Stadtquartier Nordkopf Die Porschestraße ist das Rückgrat der Wolfsburger Innenstadt. DerNorden derporschestraße bis hin zum Bahnhof erlebt zurzeit eine besonders markante Entwicklung. Der urbane Stadtraum zwischen Bahnhof, ZOB, Hauptsitz der BKK, Phaeno und Autostadt soll mit der Neubebauung des Hertie-Grundstücks weitere prägende Konturen erhalten. Schon jetzt erfüllt der Standort seine Funktion als Drehscheibe»Standort aktuell«im Dezember: Landkreis Celle Präsentieren Sie Ihre Produkte und Dienstleistungen! Anzeigenschluss: 13. November 2006 Telefonische Anzeigenannahme: 040 / Francis von Wels Verlag TUB 35/40 Neue Leit- und Zugspindeldrehmaschinen mit stufenlosen Drehzahlen, Spitzenhöhe: 175 / 200 mm Spitzenweite: 750, 1000, 1500 mm Motor7,5kW Preisbeispiel: TUB35 (175mm) x 1000 ab , plus Mwst. Jörke Werkzeugmaschinenhandel Telefon: Fax: /2006 INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG Unsere Wirtschaft 9

10 Namen und Nachrichten und als Eingangstor der Innenstadt mit Personen täglich. Er ist zugleich Bindeglied zwischen der Autostadt, der Innenstadt und dem Design-Outlet- Center, dem 1. innerstädtischen DOC in Deutschland, das sich seit Juni 2006 im Bau befindet. Ab Sommer 2007 werden auf einer Gesamtverkaufsfläche von qm hochwertige Markenprodukte mit attraktiven Rabatten von mindestens 30 Prozent angeboten. Mit 1,2 Mio. Besuchern zieht das DOC neue Kunden nach Wolfsburg, die den Besuch zu einem Bummel der gesamten Innenstadt nutzen und sich zu weiteren Besuchen in Wolfsburg mit seinen vielen Attraktionen animieren lassen. Einen weiteren Anreiz dazu bietet das Phaeno, die Experimentierlandschaft dernaturwissenschaften. Das Science Center bereichert die Stadt nicht nur wegen der herausragenden Architektur, die von der renommierten Architektin Zaha Hadid stammt, sondern durch die Vermittlung von Wissenschaft zum Anfassen. Bereits heute knapp ein Jahr nach der Eröffnung konnten sich rund Besuchervon dereinma- Der Masterplan Wolfsburger Innenstadt-»Nordkopf«Hertie BKK Phaeno Steht für markante Entwicklung zur Verfügung: Das Hertie-Grundstück befindet sich im städtischen Eigentum. ligkeit des Projektes überzeugen. Das Filetstück für zukünftige Entwicklungen am Nordkopf ist die Fläche des ehemaligen Hertiehauses, das sich im städtischen Eigentum befindet und für hochwertige Entwicklungen in den nächsten Jahren zur Verfügung steht. Die Masterplanung lässt eine sowohl zeitlich als auch baulich modulare flexible Umsetzung zu. Wegen der prädestinierten Lage und der Funktion als Verbindungsstelle zum Haupteinkaufsschwerpunkt wird eine Nutzungsmischung zwischen Einzelhandel/Gastronomie Viele innovative Unternehmen finden ein exzellentes Umfeld, um ihre neuen Ideen am Markt zu platzieren. im Erdgeschoss und Büro und Dienstleistung in den Obergeschossen angestrebt. Im südlichen Gebäudekomplex, der früheren Hertie-Lebensmittelabteilung, ist eine Markthalle geplant. Die herausragende Bedeutung des Bereiches um den Nordkopf wird durch die schon realisierte temporäre Landschaft auf Zeit noch unterstrichen. Sowohl dermit Rasen begrünte Monte als Aufenthaltsfläche als auch die Mulde, die als Stellplatzanlage von einem schmalen, bepflanzten Wallring umfriedet ist, unterstützen die Adressbildung des Standortes. Mittelfristiges Nutzungsziel ist es, diese Fläche mit einem Hotel zu bebauen. Wolfsburg gilt in den letzten 10 Jahren als Boomtown in Deutschland. Viele innovative Unternehmen finden ein exzellentes Umfeld, um ihre neuen Ideen am Markt zu platzieren. Forschung und Entwicklung für den Automobilbau und Gesundheitswesen sind zwei Schwerpunkte mit zunehmender Bedeutung. Beide Themenschwerpunkte sind als Studiengang an der Fachhochschule vertreten so dass wissenschaftliche Unterstützung und wirtschaftliches Know-how sich zu einem spezialisierten Kraftzentrum bündeln. Starke Partner vor Ort, wie die Volkswagen AG und die Deutsche BKK, sowie Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung bereiten diesen Clustern den Boden für Dynamik und Wachstum. 16 Gewerbe- und Industriegebiete bilden heute die Heimat der modernen Betriebe der Stadt. Das Gewerbegebiet Heinenkamp im Süden an derautobahn A 39 bildet mit über einer Million Quadratmetern Baufläche das wichtigste Rückgrat für die gewerbliche Wirtschaft in Wolfsburg. Im östlichen Bereich, in Verlängerung der Dieselstraße, liegt das Gebiet Vogelsang. Mit 78 Hektar Nettoflächen hat es den Vorteil der direkten Güterbahnerschließung. Zieht man eine Gesamtbilanz, so hat Wolfsburg heute über 400 ha Gewerbe- und Industrieflächen außerhalb des Volkswagenwerkes. Die derzeit sofort verfügbare Flächenreserve an bereits erschlossenen Grundstücken beträgt 35 ha, planungsrechtlich gesichert und im Eigentum der Stadt sind weitere rund 135 ha. Besondere Bedeutung für die positive Gewerbeentwicklung der letzten 10 Jahre hat das Engagement derneuland GmbH. Mit ihren Gewerbeparks, guten Konditionen und hoher Flexibilität hat die Neuland viele Ansiedlungen erst möglich gemacht, die ohne spezielle Kenntnis derwolfsburgergegebenheiten und Verantwortung für die städtische Gesamtentwicklung nicht möglich gewesen wären. Für die weitere Zukunft kommt es darauf an, die besonderen Kompetenzen des Wirtschaftsstandortes Wolfsburg fürweitere Branchen bekannt zu machen. Die Vorteile der jungen und dynamischen Stadt sind für alle Betriebe interessant, die eine Verbindung hochwertiger Gewerbeflächen mit verlässlichen Dienstleistungen und innovativen Netzwerken suchen. Die städtischen Partner Wolfsburg Marketing GmbH, als der Spezialist für die mittelständische Wirtschaft und Neuland GmbH, als kompetenter Partner für Raumlösungen, können schnell und flexibel auf alle Bedürfnisse reagieren. In einer strategischen Partnerschaft wird der Wirtschaftsstandort Gewerbeflächen weit über regionale Grenzen hinaus vermarktet. Im Rahmen internationaler Messen sollen die Rahmenbedingungen des Wirtschaftsstandortes Wolfsburg vorgestellt werden. Ulrich Jonas 10 Unsere Wirtschaft INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG 11/2006

11 Elf Fragen an Thomas Treude (39) (Senator der Junior Chamber International seit 2005) seit 1995 Geschäftsführer und Gesellschafter der Celler Thomas Treude GmbH, spezialisiert auf Miet-Container, Container und Modulgebäude sowie schlüsselfertigen Gewerbeund Hallenbau. Vater von 2 Kindern, aktiver Sportler Wahlspruch:»Die Ausgewogenheit von Familie, Beruf und Freizeit ist die Basis meines Erfolgs.«Namen und Nachrichten 1 An welchen Erfolg erinnern Sie sich gern? Die elterliche Firma erfolgreich über bereits 11 Jahre weiter zu führen. 2 Was treibt Sie an? Kundenprojekte erfolgreich abzuwickeln. 3 Was sagen Ihre Mitarbeiter über Sie? Können nur meine Mitarbeiter beantworten und Sie über Ihre Mitarbeiter? Ohne mein gutes Team wäre meine Firma nicht erfolgreich. 5 Was schätzen Sie an Ihrem Standort? Die zentrale Lage in Norddeutschland und was nicht? Das zu langsam wachsende Gewerbegebiet / fehlende Celler Ortsumgehung. 7 Wären Sie Kanzler, was würden Sie sofort ändern? Das Steuersystem! 8 Wo hätten Sie gern einen Zweitwohnsitz? Portugal 9 Wenn Sie noch einmal 17 wären, würden Sie... längere Auslandsaufenthalte vornehmen. 10 Was ist für Sie eine Versuchung? Gutes Essen in den ausgezeichneten Celler Restaurants. 11 Was bringt Ihnen die meiste Lebensfreude? Mit meiner Familie Zeit zu verbringen. 11/2006 INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG Unsere Wirtschaft 11

12 Namen und Nachrichten FIRMENPORTRAIT Präzises Tiefbohren, Zerspanen und Drehen - auch an besonders schweren und großen Teilen -, darauf ist das Toppenstedter Familienunternehmen Kaiser spezialisiert. Die Tieflochbohrer Kaiser Maschinenbau und Zerspanungstechnik GmbH & Co. KG Es riecht nach Öl, die Hallenböden sind damit überzogen. Massive, übergroße Drehbänke, Fräsmaschinen und Tiefbohrer stehen in den sechs Hallen der Firma Kaiser, und wenn diese Maschinen laufen, brauchen sie Öl. Damit gehe die Metallbearbeitung wie geschmiert. Bohrer und Fräsen laufen leichter über die Werkteile, Späne lösen sich besser. Lange Löcher in lange Teile aus allen möglichen Materialien wie Titan, Stahl, Kupfer oder Aluminium zu bohren, ist die Spezialität dertiefbohrexperten aus Toppenstedt im Landkreis Harburg.»Wir machen in erster Linie Lohnzerspanungsarbeiten. In Deutschland gibt es nur noch einen weiteren Betrieb, der dieses mit vergleichbarer Spezialisierung betreibt«, erläutert Dipl.-Ing. Thomas Kaiser.»Unsere Kunden kommen aus allen Bereichen des Maschinenbaus.«Flugzeugbau, Schiffbau und Ölindustrie lassen Rotoren, riesige Haken oder Bohrköpfe bearbeiten. In diesem Bereich werden Teile mit Längen von bis zu sechs Metern und tonnenschweren Gewichten gebohrt, gefräst und gedreht. Aus der Medizintechnik kommen filigranere Aufträge wie zum Beispiel künstliche Gelenke. Den richtigen Dreh für die Ausweitung der Geschäfte der ursprünglichen Dreherei fand August Kaiser, als er»vor Ort«Loch und Löcher: 25 Tiefbohrer leisten ganze Arbeit die erste große Tiefbohr-Maschine gebraucht von Krupp kaufte. Damit ging das Familienunternehmen in die Nische»Tiefbohrtechnik«. Als Thomas Kaiserzwei Jahre später mit 36 Jahren das Unternehmen in dritter Generation übernahm, waren neun Mitarbeiter im Toppenstedter Betrieb beschäftigt.»heute haben wirrund 30 Leute. Wirsind ein richtiges Familienunternehmen: Meine Mutter ist die Seele vom Geschäft, meine Frau Anja macht die Buchhaltung, meine Schwester Beate Schröder die Lohnbuchhaltung und mein Bruder Matthias und ich sind die Maschinenbau-Experten«, gibt Thomas Kaiser zu verstehen. Auf eine 90-jährige Firmengeschichte blickt die Familie heute zurück. Bereits 1916 gründete Großvater Kaiser eine Lohndrescherei, in der Mähdrusch-, Pflanzenschutz- und Maishächselarbeiten durchgeführt wurden.»davon blieb eigentlich nur noch der Name Kaiser, denn die eigentliche Geburtsstunde des heutigen Betriebes liegt im Jahr Da fing mein Vater mit der Dreherei an und stellte auch den ersten Mann ein«, ergänzt der Firmenchef. Ursprünglich wollte August Kaiser hiermit nur ein zweites Standbein schaffen, doch er ging offensichtlich in die richtige technische Richtung.»Alle zwei bis drei Jahre bauen wir eine weitere Halle. Jährlich erhöhen wir unsere Mitarbeiterzahl so um drei bis vier Mann«, so Kaiser. 30 Maschinen stehen auf einer Fläche von Hallenquadratmetern, daruntersind allein 25 Tiefbohrer. Die übrigen Maschinen sind zum Drehen und Fräsen. Ausgebildete Zerspanungstechniker, die fit und zuverlässig arbeiten, werden in Toppenstedt gern eingestellt.»solange der Ölpreis hoch ist, haben wir genug Arbeit aus Celle«, erläutert Thomas Kaiser, denn dann liegen viele Aufträge der Bohrkopfbauer an. Mit der Umsatzentwicklung derletzten Jahre sind die Kaisers zufrieden, die sei in jedem Fall positiv - Zahlen werden nicht genannt. In jedem Fall stehe der Umsatz im Verhältnis zur Erhöhung der Mitarbeiterzahl. In diesem Jahr hat Kaiser ein benachbartes Grundstück dazu gekauft. Die nächste Werkhalle ist in Planung und soll 2007 bezogen werden. Ingeborg Brunzel August Kaiser (77) bis 1996 Geschäftsführer»Die erste große Tiefbohrmaschine habe ich angeschafft. Meine Frau Christa ist noch täglich im Betrieb und meine Söhne schätzen ihr Engagement.«FOTOS: BRUNZEL Zentrische Bohrungen von 180 mm bis mm: In Stahlblöcke bis zu vier Tonnen kann Kaiser Maschinenbau Löcher aus allen Richtungen bohren. 12 Unsere Wirtschaft INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG 11/2006

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14 Namen und Nachrichten IHK gratuliert Arbeitsjubiläen: Urkunden für Ihre Mitarbeiter können Sie unter Tel.: (Bärbel Doneck) bestellen. Dok. Nr folgenden Betrieben zum Jubiläum und wünscht ihnen für ihre weitere Tätigkeit guten Erfolg: Jahre: G.W. Lindemann Handel GmbH, Lüneburg (3. Dezember) Jahre: Martin Köhler, Fahrradhandel und Reparaturen, Bad Fallingbostel (7. Dezember) Juwelier Haag OHG, Lüneburg (14. November) Jahre: Bredberg Schnellrestaurant GmbH, Wolfsburg (25. November) Peter Krebs und Norbert von Mickwitz, Abrechnungsstelle Medicura, Wesendorf (1. Dezember) Giuseppe Carrozzo, Gaststätte, Gifhorn (1. Dezember) 150 Jahre Firma G.W. Lindemann Erfolgsgeschichte seit 1856: Verkaufsleiter Torsten Dirks und Birte Tamm freuen sich über den direkten Kontakt zum Kunden. G. W. Lindemann Handel GmbH Erster Nachweis der Firma in der Landeszeitung vom :»Aber wahrscheinlich sind wir noch älter, denn unsere Vorfahren begannen als Ilmenau-Schiffer«, erläutert der 1929 geborene Georg-Wilhelm Lindemann. Die»Böter«brachten Salz nach Hamburg und Lübeck, um aber auf der Rückfahrt nicht leer zu fahren, luden sie englische Kohle für Lüneburg. Heute beschäftigt der Großund Einzelhändler rund 17 Mitarbeiter. Lindemann ist Aral-Markenvertriebspartner u.a. für Heizöl, alle Kraftstoffe inklusiv Autogas, Indust-rieschmierstoffe und Industriegase. Leistungen wie Notdienst an Sonn- und Feiertagen, Tankreinigung und Feuerlöschprüfung sind im Angebot. Mit den heutigen Geschäftsführern Hans-Henning und Sohn Christian ist der Betrieb in der fünften Generation in Familienhand. Spedition und Handel: Firmengründer Georg- Wilhelm, Sohn Wilhelm und Enkel Georg-Wilhelm und Urenkel Georg- Wilhelm (Bildleiste oben). Fuhrpark in den 1950-er Jahren und Holz- Transport um FOTOS: ARCHIV LINDEMANN 14 Unsere Wirtschaft INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG 11/2006

15 Namen und Nachrichten WIRTSCHAFTSBERICHTERSTATTUNG Auswertung des Ernst Schneider IHK Medienpreises / Wirtschaftsthemen in TV-Magazinen ist zunehmend auf Verbraucheraspekte reduziert. Printmedien liegen vorn Wirtschaftsberichterstattung hat in Zeitungen und Zeitschriften einen höheren Stellenwert bekommen. So sind Printmedien in der Behandlung wirtschaftlicher Themen politischer geworden und polarisieren mittlerweile stärker als elektronische Medien. Zu diesem Ergebnis kommt der Ernst Schneider IHK Medienpreis der deutschen Industrieund Handelskammern e.v. in seiner jährlichen Stellungnahme zur Behandlung von wirtschaftlichen Themen in Hörfunk, Fernsehen und Presse, die sich auf Studien, Programmbeobachtung und die Auswertung von 400 Beiträgen zum Ernst Schneider IHKMedienpreis stützt. Vor dem Hintergrund der Bundestagswahlen im vergangenen Jahr mit der Dominanz von wirtschaftspolitischen Themen wie Steuern, Hartz IV, Arbeits- und Gesundheitskosten, Staatsfinanzen oder Rente wurde das Thema Wirtschaft nicht nur in den Leitartikeln der Wirtschaftspresse diskutiert, sondern auch nachhaltig in Tageszeitungen und General- Interest-Titeln. Die Forderungen nach wirtschaftspolitischen Reformen gingen dabei mit massiver Kritik an der Regierung einher. Im Fernsehen lässt sich dagegen feststellen, dass die zahlreichen Wirtschafts-Magazine sowohl bei den öffentlich-rechtlichen als auch den privaten Sendern Wirtschaftsthemen zunehmend auf Verbraucheraspekte reduzieren.»diese Form der Berichterstattung ist konkret und nutzwertig, klammert aberdie ebenso wichtige Aufdeckung komplexer Zusammenhänge und wirtschaftspolitischer Hintergründe aus«, kommentierte Dr. Walter Richtberg,Vorsitzender des Ernst-Schneider- Preis der deutschen Industrie- und Handelkammern e.v.»wirwürden uns in diesem Zusammenhang mehrfeatures und Reportagen zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen wünschen warum nicht auch in Form einer Themenwoche?«, so Richtberg weiter. Der Hörfunk bietet ein sehr heterogenes Bild. Von 500 jährlich in Deutschland produzierten Features und Hörspielen thematisiert ein wachsender Teil wirtschaftliche Zusammenhänge. Und auch am diesjährigen Wettbewerb, dessen Preisverleihung Ende Oktober in der Philharmonie Essen stattfand, nahmen so viele Hörfunk-Produktionen teil wie noch nie. Gleichzeitig aber wurde dabei deutlich, dass wirtschaftsorientierte Beiträge auf der Mehrzahl der populären Wellen, zumal auf denen der Privatsender, trotz ihrer gesellschaftlichen Relevanz praktisch nicht zu hören sind. Der Ernst Schneider IHK Medienpreis wird seit 1971 von den Industrie- und Handelskammern Deutschlands jährlich an Autoren verliehen. Überdie Preisvergabe entscheiden unabhängige Jurys, die aus jeweils drei Angehörigen der Medien und zwei Vertretern der Wirtschaft zusammengesetzt sind. Mit dem höchstdotierten deutschen Medienpreis möchten die IHKs Autoren ermutigen, auch komplizierte Wirtschaftsthemen so darzustellen, dass wirtschaftliche Laien mehr von den Zusammenhängen und Hintergründen unserer Wirtschaftsordnung verstehen können. KONTAKT Christian Knull Ernst-Schneider-Preis der deutschen Industrieund Handelskammern e.v. Tel.: (0221) Interviews fürs Fernsehen Intensivseminar Am 8./9. November 2006 organisiert der Ernst-Schneider-Preis der deutschen IHKs e.v. für Führungskräfte das Intensivseminar»Interviews fürs Fernsehen«. Dabei üben die Teilnehmer, vor der Kamera Sicherheit und Authentizität zu erlangen und in wenigen Sätzen Kernbotschaften zu formulieren. Zum Seminar gehört unter anderem ein Gespräch mit der Wirtschaftsredaktion des WDR. Das Interviewtraining mit dem Fernsehmoderator und Autor Hans-Joachim Rüdel findet in derrtl-journalistenschule in Köln statt. Die Kosten betragen einschließlich eines Abendessens und des Mittagessens am Seminartag 760 Euro. ZurNachbereitung erhält jeder der maximal acht Teilnehmer seine vom Seminarleiter individuell bewerteten Übungen auf DVD. Anmeldungen: Tel.: (0221) , -499 (Fax) 11/2006 INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG Unsere Wirtschaft 15

16 Namen und Nachrichten AKTION Existenzgründer waren aufgerufen, ihre Konzepte der Öffentlichkeit vorzustellen. Die beste Geschäftsidee»Die beste Geschäftsidee«ist ein Gemeinschaftsprojekt der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Die Jury besteht aus dem Unternehmer und Präsidenten des DIHK, Ludwig Georg Braun, der Professorin für Entrepreneurial Finance an der TU München, Ann- Kristin Achleitner, dem Gründerdes Internet- Unternehmens United Internet, Ralph Dommermuth, dem Gründer der Medienagentur KircherBurkhardt, Lukas Kircher, sowie dem Mitherausgeber der FAS, Holger Steltzner. Die FAS wird nach der bundesweiten Auswertung der Aktion»Die beste Geschäftsidee«die besten Konzepte veröffentlichen. Drei Geschäftsideen aus unserem IHK-Bezirk stellen wir Ihnen hier vor. ;-) H 2 O ) )) Blühende Service-Oase Cornelia Holzberger Wesendorf Aus der»servicewüste Deutschland«eine blühende»service-oase«zu machen, ist das Ziel von Cornelia Holzberger. Ganz nach dem Motto»Der Kunde ist König«soll ihr Serviceportal, das im Oktober online gegangen ist, die Möglichkeit geben, herausragende Service-Leistungen einfach zu finden. Unternehmen mit außergewöhnlichem Service sollen sich vorstellen und ihre Serviceleistung hervorheben.»bei besserem Service kauft der Kunde mehr und gibt mehr Geld aus. Der Kunde nimmt auch höhere Preise bei höherem Service in Kauf«, so die Macherin des Service-Portals»wer-bietet-service«. Der Portal-Nutzer kann anhand eines Branchenbuches mit PLZ-Suchfunktion passende Unternehmen in seiner Nähe aufspüren. Außerdem können Nachfragen, Einträge in das Branchenverzeichnis und Kommentare kostenlos abgegeben werden. Nach Überprüfung der Einträge und Bewertungen werden diese freigeschaltet. Der Premiumeintrag ist kostenpflichtig und beinhaltet weitere Leistungen,wie eigenes Festlegen der Suchbegriffe, Topranking usw. Einmal im Jahr wird der Service OSCAR an das Unternehmen, welches die besten Kritiken in Punkto Service hat, verliehen. Diese Aktion läuft zusammen mit dem Service-Experten Minoru Tominaga und dem RTL Fernsehteam. Reinstes Brauchwasser Dr.-Ing. Ralph Günther Buchholz in der Nordheide Gewerbliche Abwässerwerden oft nicht an ihrem Entstehungsort aufbereitet, sondern in die öffentlichen Kanalnetze eingeleitet. Aufgrund schärferer Verordnungen geht der Trend hin zur dezentralen Abwasseraufbereitung. Als besonders effektive Aufbereitungstechnologie haben sich dabei Membranverfahren erwiesen. Es lassen sich nicht nur Produkte aus komplexzusammengesetzten Stoffströmen abtrennen, sondern gleichzeitig auch noch andere Wertstoffe oder»reines«wasserseparieren. Diese können anschließend durch Kreislaufführung wiederverwendet werden. Basierend auf industriellen Erfahrungen im Bereich der dezentralen Wasser- und Abwasseraufbereitung insbesondere für Megayachten und Kreuzfahrtschiffe hat Günther ein innovatives verfahrens- und anlagentechnisches Konzept für dezentrales Wassermanagement und -recycling fürhotels, Resorts, Kommunen und Golfplätze entwickelt.»eine einfache Anlage zuraufbereitung von Grauwasser für ein typisches Hotel erfordert eine Investition von rund Euro, die sich allerdings innerhalb eines Jahres amortisiert«, so der Ingenieur. Vorteile dieses Verfahrens sind eine hohe hygienische Qualität, ein geringererabwasseranfall, Frischwasserverbrauch und Chemikalienverbrauch. Es handelt sich um kompakte, modulare Technik, die in einem geschlossenen System ohne Geruchsbelästigung arbeitet. Richtige Töne! iwant Music GmbH Adendorf Wer die Atmosphäre in einem Raum als angenehm empfindet, der bleibt gerne und kommt wieder. Diese unsichtbare Stimmung kann durch den gezielten Einsatz von Musikgesteuert werden. Die iwant Music GmbH aus Adendorf bei Lüneburg ist ein unabhängiger, marketing-orientierter Full-Service-Anbieter von zielgruppengerechten Audio- und Videoprogrammen für Privat- und Geschäftskunden. Dieses Dienstleistungsangebot wird durch die Ausstattung und Installation mit der zurwiedergabe benötigten Hardware erweitert. Moderne und bedienungsfreundliche, gleichzeitig aberauch flexible und sichere Technikwird garantiert. iwant Music arbeitet mit den Musikarchiven aller wichtigen Major- und Independent-Plattenfirmen zusammen. Die Musikgestalter können aus mehreren Millionen Titeln auswählen und so ein individuelles musikalisches Programm zusammenstellen. Durch die exklusive Zusammenarbeit mit den Firmen Apple und Creative liefert iwant das persönliche Musikprogramm zudem auf den modernsten und sichersten mobilen MP3- Playern. Die kontinuierliche musikalische und technische Betreuung gehört ebenfalls zum Service von iwant Music. FOTOS: PRIVAT 16 Unsere Wirtschaft INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG 11/2006

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18 Titel Jobs im Inland durch Geschäfte im Ausland 18 Unsere Wirtschaft INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG 11/2006

19 Alexander Lau DIHK Berlin Schwerpunkt den Unternehmen im Ausland mit gutem Ertrag bearbeitet werden, desto positiver fällt auch die volkswirtschaftliche Bilanz dieser Firmen im Inland, insbesondere beim Einstellungsverhalten aus. Allem Mehraufwand durch zusätzliche Sicherheitsbarrieren in Zeiten erhöhter Terrorgefahr zum Trotz am häufigsten melden einen Beschäftigungszuwachs in Deutschland jene Unternehmen, die in den letzten fünf Jahren auch Märkte in Nordamerika bearbeiteten (24 Prozentpunkte Positivsaldo beim Personalbestand gegenüber einem Durchschnittssaldo von 16 Prozentpunkten). Überproportional viele Dienstleistungsunternehmen erhöhen ihren Personalbestand durch Auslandsaktivitäten auch im Inland UMFRAGE Mittelständische Unternehmen setzen volkswirtschaftliche Impulse durch ihr Auslandsgeschäft. Der DIHK stellt Ergebnisse der Umfrage»Going International 2006«vor. FOTOS: DB, DIHK Die globalen Verflechtungen der deutschen Wirtschaft schaffen auch hierzulande Wachstum und Arbeitsplätze. Unternehmen steigern durch ihrauslandsengagement im Heimatland Umsatz und Gewinn und erhöhen somit ihren inländischen Personalbestand. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung zum Auslandsengagement der deutschen Wirtschaft vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Die Industrie- und Handelskammern hatten rund im Auslandsgeschäft aktive deutsche Unternehmen befragt. Deren Auswahl war repräsentativ für das internationale Geschäft. Dabei wurde deutlich, dass vor allem erfolgreiche mittelständische Unternehmen durch ihr Auslandsgeschäft wichtige Impulse für die deutsche Volkswirtschaft setzen: 41 Prozent der auslandsaktiven Firmen haben im Inland Beschäftigung aufgebaut, 25 Prozent hingegen abgebaut. Ihren Personalbestand haben überdurchschnittlich viele international tätige größere mittelständische Unternehmen und Großunternehmen in den letzten fünf Jahren auch im Inland erhöht, das zeigen die Umfrageergebnisse. Dabei kommen die Impulse immerweniger vom produzierenden als vielmehr vom Dienstleistungsgewerbe, für das die Globalisierung rasch an Bedeutung gewinnt. Überproportional viele Dienstleistungsunternehmen erhöhen ihren Personalbestand durch Auslandsaktivitäten auch im Inland. Der Positivsaldo fällt mit 26 Prozentpunkten deutlich besser aus als im Durchschnitt der auslandsaktiven Unternehmen (16 Prozentpunkte). Erheblich verhaltener stellt sich das inländische Beschäftigungsverhalten hingegen beim produzierenden Gewerbe dar. Hier fällt der Positivsaldo von 11 Prozentpunkten deutlich schlechter aus als im Durchschnitt. Produktionsverlagerung ins Ausland kann somit auch die Gefahr einer Arbeitsplatzverlagerung zulasten der inländischen Beschäftigung bedeuten. Die richtige Mischung beim Geschäftsengagement macht den Erfolg auch im Zeitalter der Globalisierung aus: Je mehr Zielmärkte von Der Exporthandel dominiert nach wie vor das Auslandsengagement deutscher Unternehmen. Die zweitwichtigste Aktivitätsform ist bereits das Sourcing für die Weiterverarbeitung von Produkten in Deutschland. Es gilt dabei die Regel: Je diversifizierter aufgestellt die Unternehmen auch im Ausland vorgehen, desto schlagkräftiger sind sie am Ende. Außenwirtschaftlich aktive Unternehmen, die auch im Ausland Investitionen tätigen, sind an ihren inländischen Standorten erfolgreicher als Unternehmen, deren Geschäftsstrategie ausschließlich auf dem Außenhandel beruht. Wenn Unternehmen auf ausländischen Märkten erfolgreich sind, so beruht dies häufig auf einer Mischung verschiedener Aktivitäten, die einfache Handelsgeschäfte genauso beinhalten wie Kapitalinvestitionen im Ausland. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen zudem, dass überdurchschnittlich häufig Auslandsvorhaben mit Kooperationspartnern im Ausland scheitern. Die Möglichkeiten von Joint Ventures im Ausland werden von den Unternehmen anscheinend überschätzt. Die wichtigsten Zielmärkte liegen in Europa. Am häufigsten engagieren sich die Unternehmen in den EU-15/EFTA-Ländern, in den zehn neuen EU-Mitgliedsländern und in Asien. Gute Geschäftsperspektiven für die nächsten zwei bis fünf Jahre werden für China, Russland, Indien, die USA und Südostasien prognostiziert. Lateinamerika schneidet im Urteil derunternehmen überraschend gut ab: Hier erwarten die Befragten im Ver- 11/2006 INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG Unsere Wirtschaft 19

20 Schwerpunkt gleich zur verhaltenen derzeitigen Geschäftssituation mittelfristig die deutlichste Kehrtwende hin zu Märkten mit attraktiven Geschäftspotenzial. Gute Produkte»made in Germany«allein bringen keinen Erfolg im Ausland. Auf weitere Schlüsselfaktoren kommt es an: die Auswahl des richtigen Geschäftpartners im neuen Zielmarkt, der Zugang zu guten Kontakten und Netzwerken vor Ort, der zusätzlich gebotene Service, gründliche Marktkenntnisse und qualifizierte Mitarbeiter. Der Erfolg im Auslandsgeschäft muss daher im Inland gut vorbereitet sein, ein fundiertes Geschäftskonzept sollte erarbeitet werden. Erfolg auf dem Inlandsmarkt zu haben, bedeutet nicht automatisch, dass sich das im Ausland wiederholt. Dazu sind die Märkte zu verschieden. Gute Produkte made in Germany allein bringen keinen Erfolg im Ausland. NEUER REKORD Besucher informierten sich über Innovationen der Automobilbranche vom 11. bis 13. Oktober in Wolfsburg. Kongress baut Brücke nach China Mit einer neuen Höchstmarke von insgesamt Besuchern schloss die vierte Internationale Zuliefererbörse (IZB) der Wolfsburg AG ihre Pforten. Drei Tage präsentierten über 600 Aussteller aus 24 Nationen im Wolfsburger Allerpark die weltweiten Trends und Innovationen des Automobilsektors.»Mit unserem Konzept befinden wir uns weiterhin auf Wachstumskurs: Die IZB hat sich als internationale Plattform für Zulieferunternehmen etabliert, die hier wichtige Geschäftskontakte untereinander sowie mit Automobilherstellern knüpfen«, resümierte Henning Eckel, Mitglied des Vorstands der Wolfsburg AG. Oberbürgermeister Rolf Schnellecke führte aus:»die Internationale Zuliefererbörse demonstrierte einmal mehr, dass sich Wolfsburg rund um das Thema Messen und Kongresse auch international behaupten kann. Wir werden diese Zielsetzung der Stadt künftig noch weiter ausbauen, dazu gehört auch die nächste IZB im Herbst 2008.«Die IZB findet alle zwei Jahre im Wechsel mit der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt statt. Zur dritten Börse im Jahr 2004 IZB-Plausch: Henning Eckel und Ma Canrong, Botschafter der Volksrepublik China konnten mit damals Besuchern bereits die vorherigen Zuliefererbörsen übertroffen werden.»zur erneuten Steigerung der Gästezahlen auf jetzt trug sicherlich auch die noch stärkere internationale Ausrichtung bei: Neben dem Partnerland China waren erstmals die USA, Indien, Mexiko und Brasilien vertreten. Zudem veranstalteten wir ein anspruchsvolles Rahmenprogramm mit drei Kongressen und 170 Fachvorträgen der Aussteller«, so Henning Eckel. Mit China als Partnerland trug die Wolfsburg AG der Bedeutung dieses Absatzmarktes und dieser Lieferanten der Automobilindustrie Rechnung. Die 52 chinesischen Aussteller standen während der Messetage im Mittelpunkt des Interesses. Dazu widmete sich ein Deutsch-Chinesischer Automobilzulieferkongress speziell der Förderung der Geschäftsbeziehungen. Henning Eckel zog ein positives Fazit:»Die Brücke von China nach Wolfsburg ist errichtet, wir werden sie gemeinsam mit unseren chinesischen Partnern und Volkswagen ausbauen«. tel Die Chancen sind da, die Risiken bei gründlichervorbereitung meist überschau- und kontrollierbar, wenn man dies rechtzeitig tut und dabei den unabhängigen Rat von Außenwirtschaftsexperten einholt. Unternehmen fürdas Auslandsgeschäft fit zu machen, das ist u. a. die Aufgabe der regionalen Industrie- und Handelskammern (IHK), die im engen Verbund mit den in 80 Ländern vor Ort präsenten bilateralen deutschen Auslandshandelskammern (AHK) füralle Fragen rund um das Auslandsgeschäft zur Verfügung stehen. KONTAKT Alexander Lau, DIHK Berlin Tel. (030) Umfrageergebnisse zum Download: FOTOS: DB, WOLFSBURG-AG 20 Unsere Wirtschaft INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER LÜNEBURG-WOLFSBURG 11/2006

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