Lernen für das Wohl des Pferdes und der Pferdehalter

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1 32 Hufbeschlagstagung 2013 Lernen für das Wohl des Pferdes und der Pferdehalter Grosser Aufmarsch in der Aula der Kaserne Bern und anschliessend im Nationalen Pferdezentrum Experten, Wissenschafter und Berufsleute trafen sich am 23. Februar 2013 zur traditionellen Hufbeschlagstagung. Viel Wissen aus der veterinärmedizinischen Forschung und ebenso aus der Praxis wurde zum Wohl des Pferdes und der Pferdehalterinnen und -halter weitergegeben. Michael A. Weisshaupt. Isabel Imboden. Ueli Wenger. «Ein Stelldichein unter Fachleuten und Huf-, Pferde- und Schmiedeinteressierten», so beschrieb Siegfried Dauner (der die Hufschmiede demnächst verlassen wird und Verantwortlicher für die Berufsbildung Metallbau wird) die Hufbeschlagstagung. Der Aufmarsch war gross und die bewährte Kombination von Fachreferaten und Workshops versprach wiederum viel Fachwissen und Gewinn. Hanspeter Hofer, Präsident des Fachverbands Landtechnik, wies denn in der Begrüssung auch darauf hin, dass die Veranstaltung eine hohe Akzeptanz in der Pferdeszene geniesst und dies nicht nur, weil sie für das Führen des Titels «Qualifizierter Hufschmied» obligatorisch ist. erbrachte wichtige Erkenntnisse zur Pferdebiomechanik. Bewegung und Belastung der Gliedmassen können durch den Beschlag beeinflusst werden. «Das Pferd ist kein Roboter es passt seine Fussung an», und so gehört die Bodenbeschaffenheit, auf welchem sich das Pferd bewegt, mit in die Problemlösung. Hier ist der Hufschmied gefordert indem er sich mit dem Tier, seiner Haltung und seinen Haltern auseinandersetzt und sich zum Wohle aller einsetzt. Weishaupt erwähnte auch Spezialfälle wie Distanzrennpferde, die zum Beispiel bei einem Rennen über 160 Kilometer rund Schritte tun, und bei denen folglich beschlagtechnische Korrekturprinzipien wie das Verbreitern oder Keilen eines Hufeisenschenkels gezielt eingesetzt werden. «Das Pferd ist kein Roboter» Michael A. Weishaupt startete mit einem Referat zum «Einfluss des Beschlags auf die Gliedmassenbewegungen und -belastungen». Eine Untersuchung an der Vetsuisse- Fakultät der Universität Zürich mit akribischer Beobachtung und Beschreibung des Bewegungsablaufs Reto Bühler führt den Beschlag durch.

2 Hufbeschlagstagung Claude Amport präsentiert den beschlagenen Isländer unter dem Sattel. Neue Rassen, neue Massnahmen Claude Amport, Hufschmied aus Beinwil, berichtete dann speziell über den «Islandpferdebeschlag», ein Thema, das durch die Zunahme dieser Rasse an Bedeutung gewonnen hat. Er zeigte, wie die Verletzungsgefahr durch geeignete Massnahmen reduziert werden kann wie zum Beispiel Silikoneinlagen zur Korrektur des Passtölters beitragen, oder wie Gewichteinlagen zur Korrektur des Trabtölters eingesetzt werden können. Er appellierte aber auch daran, die Probleme ganzheitlich anzugehen: «Der Beschlag ist lediglich Hilfsmittel, kann aber nicht die alleinige Lösung sein. Pferd und Reiter müssen sich gemeinsam stetig weiterentwickeln.» Schliesslich stellte er auch das Messinstrument «Blondie» vor, welches diesen Namen erhalten Blondie das Teil, das von allen bedient werden kann.

3 34 Technique agricole Theoretischpraktische Hufbehandlung vor Publikum. hat, weil es von wirklich jedermann bedient werden kann. Extreme und Exoten Ueli Wenger dann referierte über «Gangartenpferde in den USA» und damit «seit 40 Jahren zum ersten Mal über etwas, das bei uns verboten ist.» In den USA sind Wettbewerbe beliebt, bei denen die Pferde auf ganz extreme und folglich ungesunde Gangarten getrimmt werden. Wie bei Miss-Wahlen stöckeln die Pferde vor dem Publikum einher, werfen die Vorderbeine mit erhöhten Vorderhufen in die Luft, die Fesseln mit ätzender Flüssigkeit eingerieben und mit groben Ketten umlegt, damit die Pferde die Beine noch höher anheben. Die extremste Gangart gewinnt dann... Siegfried Dauner bemerkte, diese Behandlungen seien interessant bezüglich Technik, aber weniger für das Pferd. Prophylaxe und Behandlung Isabel Imboden vom Tierspital der Universität Zürich behandelte «Infektionen der Hornwand. Entstehung und deren Behandlung». Als Grundlagewissen erklärte sie kurz die wichtigsten Begriffe der Infektionslehre: Infektion, Entzündung und Resistenz. Und sie stellte klar: «Eine gesunde Umgebung ist ein guter Schutz gegen Keime, die da nicht hingehören.» Da aber trotzdem Keime im Normalfall sind das Bakterien oder Pilze ins Horn des Hufs gelangen können und dort Unheil anrichten, stellte sie Diagnosen und Therapien vor, so den Umgang mit der White Line Desease, welche die Lose und die Hohle Wand bewirken kann. Stollen für jeden Zweck Stéphane Montavon, Tierarzt und Chef des Veterinärdienstes der Armee, schloss die Reihe der Referate ab mit dem Thema «Welche Stollen für welche Zwecke?» und stellte klar: «Das Pferd als Fluchttier ist gebaut für die Geradeausbewegung für alles andere muss es geschult werden.» Wichtig bei der Wahl der Stollen sind die Bewegungsabläufe, die vom Pferd verlangt werden und ebenso der Untergrund, auf dem sich das Tier bewegt. Ganz wichtig ist aber, dass sich das Pferd auf die Stollen verlassen kann, und zum Beispiel nicht rutscht. Stéphane Montavon Isabel Imboden kommentiert die Behandlung. Siegfried Dauner mit Infos aus der SMU.

4 Hufbeschlagstagung Das Publikum geniesst die Schulatmosphäre. Die Kantonspolizei Bern gibt wertvolle Hinweise zum Gewicht des Fahrzeugs und zur Sicherheit. lieferte denn auch ganz praktische Tipps: zum Beispiel sollen Stollen erst auf dem Reitplatz montiert werden (und nicht auf dem Asphalt bis dorthin), sie müssen trocken und sauber gelagert werden, und sie können in einem Bad mit Coca Cola entrostet werden. Ausdauer und Freude an der Arbeit Jetzt war die Reihe an Richard Hasler und Siegfried Dauner für aktuelle Infos aus der SMU. Sie berichteten von den Erfolgen von Berufsleuten im Ausland, so von Walter Frehner, der mit seiner Kreation «Riding Bull» in Calgary Weltmeister im Kunstschmieden 2012 wurde, wie auch von Nils Bolt, der an den EuroSkills in Spanien den Europameistertitel als Hufschmied holte. Richard Hasler verabschiedete dann offiziell Andreas Furgler und erwähnte speziell dessen Unterstützung der Hufschmiede bei der Entwicklung des Lehrmittels ehoof und bei der Gründung des eigenen Verbandes mit dem Ziel, alle Hufschmiede der Schweiz zusammenzubringen. Andreas Furgler wünschte dem Verband viel Ausdauer und Freude bei der Arbeit, alles unter ein Dach zu bringen zum Wohle des Pferdes. Hanspeter Hofer wies dazu hin auf die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit dem Tierspital der Universität Zürich und mit der Armee. Sicher unterwegs Nach Apero und Mittagessen ging es dann an die Workshops, verteilt auf drei Posten. Bei einem Posten ging es zwar auch um Pferdestärken, aber um diejenigen im Auto. Ohne Auto ist der Hufschmied aufgeschmissen, und mit dem neuen Bussenreglement 2013 gilt es die Vorschriften sehr genau zu beachten. So kann ein überladenes Fahrzeug bei einer

5 Hufbeschlagstagung Apéro und Gedankenaustausch mit Hufbeschlagszubehör. Die zahlreichen Teilnehmer finden den Weg zu den verschiedenen Posten. lung von Infektionen der Hornwand durch Hufschmied und Veterinärin vor. Welches Produkt eignet sich am besten? Ist es Nageln, Kleben, oder welche Möglichkeiten stehen noch zur Verfügung? Das Interesse an allen Vorführungen war gross, die Zufriedenheit der Teilnehmer über das erworbene Wissen ebenso. Auch die Hufbeschlagstagung 2013 zeigte, dass die Arbeit des Hufschmieds komplex ist, sich laufend weiterentwickelt und dass auch in diesem Beruf das lebenslange Lernen längst Einzug gehalten hat. Rob Neuhaus mobilen Kontrolle von der Polizei gleich vor Ort behalten werden. Andreas Thönen und Max Affolter von der Kantonspolizei Bern waren mit einer mobilen Waage vor Ort. Jeder Hufschmied konnte sein Fahrzeug wägen lassen und die beiden Beamten gaben grosszügige Tipps, wie das Höchstgewicht des Fahrzeugs richtig geschätzt und eingehalten werden kann und ebenso andere wichtige Hinweise zur Sicherheit, wie zum Beispiel zur Sicherung der Ladung im Wageninnern. Multimediale Präsentation Am Posten im Behandlungsraum des Nationalen Pferdezentrums beschlug Claude Amport mit Michael Bühlmann Isländer und demonstrierte am Tier, was er am Morgen theoretisch dargelegt hatte. Die Arbeit wurde gefilmt und live in den Theoriesaal übertragen, wo wiederum Michael A. Weishaupt für Erläuterungen zur Verfügung stand. Diese gefilmte Demonstration hat sich bereits sehr bewährt die Kombination von Theorie und Praxis dank modernen Medien verhilft zu grossem Wissensgewinn. Schliesslich präsentierte Claude Amport einen der frisch beschlagenen Isländer gleich noch auf dem Reitplatz unter dem Sattel. Hufschmied und Veterinärin gemeinsam am Werk In der Schmiede führte Philipp Bühler, Hufschmied aus Abtwil, mit Isabel Imboden eine gemeinsam Behand- Claude Amport beschlägt einen Isländer vor laufender Kamera.

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