Praxisführer Germanistik

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1 Praxisführer Germanistik

2 Impressum: Praxisführer Germanistik (2007) Herausgegeben von Technische Universität Chemnitz Philosophische Fakultät Fachbereich Germanistik Redaktionelle Bearbeitung: Dr. Monika Hähnel, Sabine Neuhaus, Benjamin Wolfsberger 2

3 Inhaltsverzeichnis Vorwort 4 1. Berufsfelder Allgemeines Berufe im Bereich Medien und Journalismus Berufe im Bereich Werbung, Public Relations und Marketing Berufe im Bereich Textproduktion, Buchherstellung und Verbreitung von Literatur Berufe im pädagogischen Bereich Berufe im Bereich Internationale Organisationen Selbständigkeit Berufschancen Erfahrungen von Absolventen des Studienganges Magister Germanistik der TU Chemnitz Beispiele für Stellenangebote Literaturverzeichnis 39 3

4 Vorwort Als Student einer geisteswissenschaftlichen Fachrichtung muss man sich oft ein Grinsen gefallen lassen, wenn man seinen Studiengang nennt. Und die Frage Was macht man denn damit?! hört man schon, bevor sie ausgesprochen ist. Auch diverse Witzchen mit studierten Taxifahrern und Pommesverkäufern sind wohlbekannt. Dabei hört man aus der Wirtschaft immer wieder, dass es den Absolventen gar nicht an Fachkenntnis oder Erfahrung mangelt, sondern an der Fähigkeit oder sollte man besser sagen: am Selbstvertrauen? ihr Können zu vermarkten. Hinzu kommt, dass viele nicht wissen, welche Berufsfelder für sie interessant sein könnten. Diese Broschüre möchte einen ersten Einblick in mögliche Berufsfelder geben und dabei helfen herauszufinden, in welchen Berufen man als Absolvent des Studienganges Magister und Bachelor Germanistik arbeiten könnte. Viele der Informationen, die man hier findet, sind dem Uni-Magazin entnommen, einem Magazin, das monatlich kostenlos erscheint. Die Artikel ab Ausgabe 4/1998 findet man unter Ältere Ausgaben, sowie einige der angegebenen Bücher können in der Fachstudienberatung (Thüringerweg 11) eingesehen werden bzw. stehen in Bibliotheken. Die Kapitel im ersten Teil widmen sich Berufsfeldern, die aus der Sicht des Jahres 2006 (Erstdruck der Broschüre) sich als die vermutlich zukunftsträchtigsten darstellen. Sie enthalten allgemeine Informationen zu Berufen, die man in diesem Bereich ausüben kann. Der zweite Teil enthält Quellen, die sich mit der Frage beschäftigen, wie die Berufsaussichten für Germanisten sind. Im dritten Teil melden sich Absolventen des Magisterstudienganges Germanistik an der TU Chemnitz zu Wort. Der vierte Teil liefert durch das Abbilden von gegenwärtigen Stellenangeboten Einblicke in die Praxis und deren Anforderungen an potentielle Arbeitnehmer. Daran schließen sich weitere Internetlinks und Literaturangaben an. Die männlichen Berufsbezeichnungen stehen jeweils für Frauen und Männer. Interessante ergänzende Hinweise bzw. Quellenangaben, die einem bei der eigenen Suche helfen, können gern an Frau Dr. Domke gegeben werden. Viel Spaß beim Lesen! 4

5 1. Berufsfelder 1.1 Allgemeines Berufsfelder und Berufe verändern sich heute in viel stärkerem Maße als früher. Traditionelle Einsatzgebiete von Studiengängen verlieren ihre Bedeutung, neue werden entwickelt oder verändern ihre Aufgaben. So sind beispielsweise im Verlagswesen durch technische Entwicklungen, aber auch durch ökonomische Zwänge Lektorenstellen äußerst rar geworden, nur renommierte Verlage leisten sie sich noch und werden sie weil sie viel Lebens- und Literaturerfahrung voraussetzen, kaum mit Absolventen germanistischer Studiengänge besetzen. Andererseits sind zum Beispiel im Bereich der Unternehmenskommunikation oder in den Medien viele neue Berufszweige am Entstehen und manche Arbeit ergibt sich heute aus dem Verwobensein unterschiedlichster Fachgebiete oder Spezialkenntnisse. Viele Informationsquellen stehen zur Verfügung, die gewinnbringend für den, der Informationen zum Thema Germanistik im Beruf sucht, auf solche Entwicklungen aufmerksam machen. INFORMATIONSQUELLEN (zuletzt am ) Auf dieser Interseite findet man Informationen zu Studium und Beruf. Hier das Inhaltsverzeichnis: 1 Aufgaben und Tätigkeiten 1.1 Aufgaben 1.2 Tätigkeiten 1.21 Allgemeine Tätigkeitsmerkmale 1.22 Ausübungs- und Aufstiegsformen 1.3 Katalog der Ausübungs- und Aufstiegsformen 2 Ausbildung 2.1 Ausbildungsvoraussetzungen 2.11 Bildungsvoraussetzungen 2.12 Sonstige Voraussetzungen/ Zulassungsbeschränkungen 2.2 Ausbildung 2.21 Dauer 2.22 Inhalt und Aufbau der Ausbildung 2.23 Nachweise und Prüfungen 2.24 Ausbildungseinrichtungen 2.25 Kosten 3 Situation und Berufsaussichten 3.1 Berufslage 3.2 Nach dem Studium. Absolventenbefragungen 3.3 Einkommensverhältnisse 4 Weiterführende Literatur 5

6 (zuletzt am ) Hinter dieser Adresse verbirgt sich die Broschüre Berufsfelder für Geisteswissenschaftler/-innen der Koordinierungs- und Beratungsstelle für den Berufseinstieg (KoBra) und des Hochschulteams Arbeitsamt Bochum. Die Broschüre enthält sehr detaillierte Informationen zu Tätigkeiten im Öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft. Außerdem enthält sie viele weitere Literaturhinweise, Links und Adressen. Auch hier das Inhaltsverzeichnis der Broschüre zum Reinschnuppern : VORWORT 1. VORBEREITUNG auf den ARBEITS-MARKT 2. BERUFSFELDER 2.1 ÖFFENTLICHER DIENST - Bundesministerien - Landesbehörden, Kommunalverwaltung - Wissenschaftliche Assistenz - Höherer Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken - Höherer Archivdienst - Wissenschaftlicher Dokumentationsdienst - Bildungs- und Studienberatung - Berufsberatung für Abiturienten und Hochschüler - Erwachsenenbildung - Pädagogische Tätigkeiten - Auswärtiger Dienst - Internationale Organisationen 2.2 PRIVATWIRTSCHAFT - Marketing, Marktforschung - Personalwesen - PR, Öffentlichkeitsarbeit - (Internationaler) Vertrieb Branchenüberblick - Consulting/Unternehmensberatung - Gesundheitswesen - Journalismus - Kulturmanagement - Non-Government-Organisationen (NGO) - Tourismus - Verlagswesen 2.3 EXISTENZGRÜNDUNG 2.4 NEUE BERUFE Was macht ein...? - Content Manager - Eventmanager - Fundraising - Konferenzmanager - Wissensmanager 3. QUALIFIKATIONEN nachholen - WARTEZEITEN nutzen 4. ANHANG Die Job-Titel der Manager und was Sie bedeuten 6

7 (zuletzt am ) Die Arbeitsfelder Medien und Unternehmenskommunikation werden auf dieser Seite mit ihren unterschiedlichen Einsatzbereichen vorgestellt. Für jeden dieser Bereiche wird weiter die Art der Tätigkeit genannt. (zuletzt am ) Das Projekt SPRACHE MEDIEN PRAXIS bietet den Studierenden die Chance im Rahmen von Vorträgen und Workshops, Berufsfelder im Bereich Kommunikation und Medien direkt von Vertretern aus der Praxis kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen. Bisherige Themen der Veranstaltungen: Casting statt Training? Einblicke in den Radio/TV-Journalismus Vortrag von Frank- Thomas Suppé (Leipzig), Leiter MDR BildungsCentrum, PR - Der Job zwischen den Stühlen Vortrag von Martina Rozok (Berlin), Kommunikationsberaterin, dann werd ich eben Journalist! Faszination und Risiken eines Traumberufes Vortrag von Michael Hiller (Dresden), Geschäftsführer Dt. Journalisten-Verband, Landesverband Sachsen, Alltag eines Pressesprechers Vortrag von Gregor Hoffmann (Leipzig), Pressesprecher der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft, Mit der wilden Frische von Limonen: Der Werber-Schnupperkurs Vortrag von Tino Lang (Chemnitz), Geschäftsführer der Werbeagentur zebra, Arbeit eines Drehbuch- und Krimiautors Vortrag von Henner Kotte (Leipzig), freischaffender Schriftsteller, Wider den Wildwuchs: Onlinestrategie in einem großen Konzern am Beispiel der Deutschen Bahn AG Vortrag von Wolfgang Reinelt (Berlin), Kommunikationskompetenz - ein Erfolgsfaktor! Vortrag von Julia Vollmann (München), Management Assistant, (zuletzt am ) In der studentischen Online-Zeitschrift Lingua et opinio (LEO), deren Autoren sich zu verschiedensten Themen rund um Sprache und Kommunikation befassen, befinden sich im Archiv oder der einmal im Monat erscheinenden Ausgabe interessante Berichte im Ressort Ausbildung und Beruf, z.b.: 7

8 Vom Spaß an der Sprache, Kreativitätslöchern und ausdrucksstarken Verben. Interview mit dem freien Werbetexter, Drehbuchautor und Gagschreiber Claus Vaske von Anette Steffen. Himmel und Hölle eine Expedition ins Callcenter. Reportage von Ulrike Maris. Die Wortfischer oder,does your commercial speak German? Die Lust und Last des Übersetzens in der Werbebranche. Feature von Corinna Wieja. Interpreter (engl.) - Dolmetscher (dt.) - Interprète (franz.) - Intérprete (span.) - Tolk (niederländ.) - Tolmácsokat (ungar.). Juan Carlos Jiménez Marin Dolmetscher im Europäischen Parlament. Portrait von Anette Steffen.,Keine Rosenblätter im Manuskript. Der Lektor ist heute ein Manager im Sprachpelz. Bericht von Katja Schuld. Mit taktischem Spiel und Sekt zur perfekten Rede. Dr. Michael Borchard spricht,zur Profession des politischen Redenschreibers. Bericht von Katja Römhild.,Erst wenn es Geld kostet, fängt man an nachzudenken. Der Technische Redakteur Kai Bohn im LEO-Interview. Von Mario Hess.,Nicht mit Küsschen, Zuckerwatte und Halleluja. Über das Berufsfeld des Werbetexters. Bericht von Caroline Pollmer. Sprachexperte, Ansprechpartner, Kulurmittler. Das Berufsbild Lektor für Deutsch als Fremdsprache. Interview mit Thomas Kampling, Lektor des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Wolgograd, von Volker Tzschucke.,Nicht nur Schönfärberei. Werden und Sein eines Pressesprechers. Interview mit Mario Steinebach, Pressesprecher der TU Chemnitz, von Volker Tzschucke. Bolduan, Gudrun/Kappei, Kathrin (1998): So finden Magister einen Job! Der unentbehrliche Ratgeber für den Berufseinstieg. Adressen, Tipps, Einstiegshilfen. Frankfurt am Main: Eichborn. (Kann in der Fachstudienberatung Germanistik eingesehen werden.) Ein sehr ausführlicher Ratgeber! Vorgestellt wird die Arbeit als - Journalist, - in Agenturen, - im Buchverlag, - in der Wirtschaft und - in Organisationen, Bibliotheken und Museen. Außerdem enthält er einen Anhang mit vielen nützlichen Internetadressen. 8

9 Rathmann, Thomas (Hg.) (2000): Texte, Wissen, Qualifikationen. Ein Wegweiser für Germanisten. Berlin: Erich Schmidt Verlag. (Kann in der Fachstudienberatung Germanistik eingesehen werden.) Hier finden sich Aufsätze zu verschiedenen Berufen, die man als Germanist ausüben kann, jeweils von eben solchen berufstätigen Germanisten geschrieben. Außerdem wird ausführlich darüber berichtet, was Germanistik überhaupt ist, wie und wo man Germanistik studieren kann und wie die Germanistik im Ausland aussieht. Holst, Ulrich (2001): Karriereplanung für Geisteswissenschaftler. Das Stufenprogramm zum Erfolg, Berufsfelder mit Perspektive. Niedernhausen/Ts.: Falken. (Uni-Bibliothek Chemnitz: AL hol.) Das Buch hilft dem Studierenden sich über seine besonderen Kompetenzen bewusst zu werden und vermittelt allgemein das Bild, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler aufgrund ihrer speziellen Fertigkeiten zunehmend bessert. Neben der Beschreibung von Berufsfelder für Geisteswissenschaftlern unterstreicht der Autor von der Organisation des Studiums zu Beginn bis zur Bewerbung mit dem erfolgreichen Studienabschluss die Wichtigkeit von Praktika und Weiterbildung und nennt dazu zahlreiche weiterführende Adressen und Internetseiten. Henning, Wolfgang (2000): Karrieren unter der Lupe. Sprach- und Literaturwissenschaftler. 1. Auflage. Würzburg: Lexika Verlag. (Uni-Bibliothek Chemnitz: EC 1420 hen.) Der erfahrene Studienberater und Dozent Wolfgang Henning vermittelt in diesem Buch mit seinem bekannten Humor einschlägige Hinweise für Studierende der verschiedenen Sprach- und Literaturwissenschaften. Zu lesen sind die Interviews mit 16 Personen, die den Sprung vom Studium in die unterschiedlichsten Bereiche der Berufswelt geschafft haben und sich über ihre Ausbildung, ihren beruflichen Werdegang und ihre Karriere äußern. 9

10 1.2 Berufe im Bereich Medien und Journalismus Journalist Eine Tätigkeit als Journalist ist oft ein Traumberuf. Die Wege, die in diese Branche führen, sind unterschiedlich. Immer mehr Journalisten und Redakteure kommen von der Universität, viele aber auch über die Berufspraxis. Lebenserfahrung, gute Sprachkenntnisse, Begeisterung und Kommunikationstalent sind dafür unerlässlich. Entscheidend für den Berufseinstieg als Journalist ist weniger das gewählte Studienfach oder die Fächerkombination, sondern meist die freie Mitarbeit bei Zeitungen und Zeitschriften oder bei einem Radio schon während des Studiums. Freie Mitarbeiter greifen von sich aus Themen auf und versuchen diese in Zeitungen, Zeitschriften oder in Radio und Fernsehen unterzubringen. Zentral sind Eigeninitiative und Begeisterung dabei, ein neues Gebiet zu erschließen oft ohne die Sicherheit, dass das erarbeitete Produkt gekauft, gedruckt oder gesendet wird. Online-Redakteur Redakteure arbeiten nicht nur im Bereich Printmedien, sondern auch beim Fernsehen, beim Hörfunk und in den letzten Jahren haben sich außerdem auch Onlinezeitschriften etabliert. Online-Redakteure müssen neben dem fachlichen Wissen auch das technische Verständnis mitbringen. Eine weitere Unterart ist der Beruf des Technischen Redakteurs. Technischer Redakteur Aufgabe des Technischen Redakteurs ist die zielgruppengerechte und verständliche Beschreibung der Funktion technischer Geräte zu erstellen. Technische Redakteure werden in fast jeder Branche benötigt: Konsumgüterbereich, Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugbau, Hard- und Softwarebranche, Elektronik und Elektrotechnik, sowie Dienstleistungsunternehmen, die sich auf Technische Kommunikation spezialisiert haben. Die Aufgaben umfassen nicht nur das Erstellen von Gebrauchs- und Bedienungsanleitungen, sondern auch Montage-, Installations-, Wartungsanleitungen, Online-Hilfen, Unterlagen für den Vertrieb und für Schulungszwecke, Reparaturhandbücher, Stücklisten und Einzelkataloge für Kundendienst und Servicestellen. INFORMATIONSQUELLEN: Pörksen, Bernhard (Hg.) (2004): Trendbuch Journalismus. Erfolgreiche Medienmacher über Ausbildung, Berufseinstieg und die Zukunft der Branche. Köln: Herbert Halem Verlag. 24 Studierende des Institutes Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Uni Hamburg befragten die erfolgreichsten Journalisten. Die Kernfragen lauteten: Welche Kompetenzen sollte man in der sich verändernden Medienwelt haben? Wie kommt man in die Branche? Wie bleibt man drin? Wie hält man sich flexibel? 10

11 Special Journalismus. In: Uni-Magazin. Perspektiven für Beruf und Arbeitsmarkt. Bundesagentur für Arbeit (Hg.). Heft 3/2001. S Uni 3/2001 berichtet sehr ausführlich über den Beruf des Journalisten. Wo finden Berufsanfänger die besten Einstiegschancen? Welche Qualifikationen müssen sie mitbringen? Wie kommt man an ein Volontariat? Welche Aufbaustudiengänge gibt es und was sind die Zulassungsvoraussetzungen? Und worauf muss man achten, wenn man als freier Journalist tätig ist? Arbeitsmarkt: Journalisten. In: Abi Berufswahl-Magazin. Bundesagentur für Arbeit (Hg.). Heft 11/2004. S Wie der Zusammenschluss in Netzwerken die Arbeit als freier Journalist erleichtert, darüber berichtet ein Artikel in Abi 11/2004. Online-Redakteurin. In: Uni-Magazin. Perspektiven für Beruf und Arbeitsmarkt. Bundesagentur für Arbeit (Hg.). Heft 7/2002. S Dieser Artikel liefert viele Informationen über den Beruf des Onlineredakteurs. Berufsreportage: Technischer Redakteur. In: Uni-Magazin. Perspektiven für Beruf und Arbeitsmarkt. Bundesagentur für Arbeit (Hg.). Heft 6/2004. S In Uni 6/2004 kann man nachlesen, wie die Arbeit einer Technischen Redakteurin (Andrea Brumme) aussieht und wie man in den Beruf hinein kommt. 11

12 1.3 Berufe im Bereich Werbung, Public Relations und Marketing Werbung Bei Berufen in den Bereichen Werbung, Public Relations (PR) und Marketing steht die Kommunikation mit all ihren Facetten im Zentrum der Arbeit. Unterschiedliche Ausbildungswege führen in diese Branche. Entsprechend vielfältig sind die Berufslaufbahnen der Menschen, die in diesen Bereichen tätig sind. Die Werbung sorgt dafür, dass potenzielle Kunden auf ein Produkt oder eine Dienstleistung aufmerksam werden. Dabei gibt es unterschiedliche Aufgaben: Jobs in der Kreation Kreative Werbefachleute sind dafür verantwortlich, dass eine Werbung sichtbar und hörbar wird. Beispiele sind Texter, Grafiker, Illustratoren alles Leute, die schöpferisch tätig sind und Ideen gestalterisch umsetzen. Daher ist für diese Arbeit eine gestalterische Ausbildung (z.b. Lehre als Grafiker, Studium an einer Hochschule für Gestaltung) notwendig. Texter kommen zum Teil aus dem kaufmännischen Bereich und haben sich im Bereich der Werbung weitergebildet oder bringen ein Hochschulstudium beispielsweise im Bereich der Sprachwissenschaften mit. Jobs in der Beratung Berater (z.b. Marketingkommunikationsplaner, Kommunikationsleiter) verhandeln mit den Auftraggebern und entwickeln gemeinsam mit ihnen und dem Creative Team Werbekonzepte. Der Weg in die Beratung führt über eine kaufmännische Grundausbildung oder Abitur mit Weiterbildung oder über ein Hochschulstudium. Welche Studienrichtung man belegt, ist zweitrangig. Dennoch gibt es einige Studiengänge, die als Sprungbrett ins Werbefach gelten: Medien- und Kommunikationswissenschaften, Publizistik, Wirtschafts-, Rechts- und Politikwissenschaften, Soziologie oder Psychologie, aber eben auch Germanistik. Viel wichtiger als die Studienrichtung ist, dass man bereits vor oder während des Studiums versucht, durch ein Praktikum in der Branche Fuß zu fassen. Mediaspezialisten Die Kommunikation einer Werbekampagne erfolgt über Medien. Die Frage, welche Medien, ob Zeitung, Fernsehen, Radio, Plakate oder andere Werbeträger, eingesetzt werden, entscheiden die Mediaspezialisten. Sie wissen Bescheid über Streuung, Leserschaft, Auflage und Ausstrahlungsgebiet der Medien. In der Werbebranche sind Arbeitsbelastung und Konkurrenzdruck enorm. 50- bis 60-Stunden- Wochen sind üblich. Public Relations Public Relations (Öffentlichkeitsarbeit) beziehen sich auf das Firmenbild und sind somit nicht direkt auf der Produktebene angesiedelt. Public Relations heißt bewusstes, geplantes und kontinuierliches Kommunizieren. Das Ziel besteht darin, Verständnis und Vertrauen zu einem Unternehmen oder einem Produkt aufzubauen und zu erhalten. Fachleute für Public Relations dienen dem Management dazu, Meinungsbildungsprozesse, Entwicklungen und Trends zu erkennen und einzuschätzen. Dies setzt fundiertes Fachwissen, eine breite Allgemeinbildung sowie kaufmännisches und juristisches Grundwissen voraus. Dazu gehören je nach Tätigkeitsbereich fundierte Kenntnisse in Volks- und Betriebswirtschaft, Marketing, Soziologie, Politologie und Psychologie. Der berufliche Einstieg in die PR erfolgt meist über ein Praktikum oder die Anstellung in einer PR-Abteilung einer Großfirma oder PR-Agentur. Aber auch Tätigkeiten im Journalismus, im 12

13 Marketing, in der Werbung, im Verkauf oder im Personaldienst sowie ein kaufmännischer oder grafischer Background können den Start in die PR-Laufbahn eröffnen. Ein Hochschulstudium in Kommunikationswissenschaft, Betriebs- oder Volkswirtschaft, Soziologie, Politologie oder Recht bietet ebenfalls Perspektiven für eine erfolgreiche PR-Karriere. Die Unternehmenskommunikation ist in den letzten Jahren Sache der Chefetage geworden. Das bedeutet, dass eine gute Ausbildung wichtig ist. INFORMATIONSQUELLEN: Special Arbeitsfeld Werbung. In: Uni-Magazin. Perspektiven für Beruf und Arbeitsmarkt. Bundesagentur für Arbeit (Hg.). Heft 7/2001. S Rund um das Thema Werbung als Arbeitsfeld berichtet Uni 7/2001. Es wird beschrieben, welche Fähigkeiten die Agenturen suchen, Tipps zum Einstieg werden gegeben und Art Director, Texter und Mediaberater erzählen von ihren Berufen. Hier eine kleine Grafik aus dem Artikel, die zeigt, welche Berufe im Bereich der Werbung gesucht werden: Special: Arbeitsfeld Public Relations. In: Uni-Magazin. Perspektiven für Beruf und Arbeitsmarkt. Bundesagentur für Arbeit (Hg.). Heft 7/1998. S In dieser Ausgabe findet man viele Interviews mit Leuten, die als PR-Berater arbeiten. Sie berichten darüber, wie sie zu ihrem Beruf gekommen sind und welche Aufgaben er beinhaltet. Außerdem gibt es eine Zusammenstellung verschiedener Weiterbildungsinstitute, die spezielle Kurse zum Thema Public Relations anbieten. 13

14 1.4 Berufe im Bereich Textproduktion, Buchherstellung und Verbreitung von Literatur Textproduktion Buchautor ist wohl weniger ein Beruf, als vielmehr eine Berufung, wovon sicherlich viele Germanistikstudenten heimlich träumen. Damit es nicht beim Traum bleibt, sollte man schon frühzeitig beginnen, sich im Schreiben zu üben. Dies kann durch den Anschluss an eine Schreibgruppe, die Wahrnehmung von Veranstaltungsangeboten mit Autoren und dergleichen geschehen. Dabei leistet das Schreibzentrum der TU Chemnitz mit seinen unterschiedlichen Angeboten Hilfestellung. Buchherstellung Für den Vertrieb von Literatur sind die Verlage verantwortlich. Im Verlagswesen werden ganz verschiedene Tätigkeiten ausgeübt. Diese umfassen unternehmerische oder gestalterische Aufgaben, das Lektorat oder PR- und Marketingmaßnahmen. Verlagsangestellte sind vor allem in kleineren Unternehmungen Allrounder, die sich um fast alle Aspekte der Medienproduktion und des Medienvertriebs kümmern. Lektor Zu den Hauptaufgaben von Lektoren gehört die Prüfung von eingesandten Manuskripten, über deren Veröffentlichung im Rahmen von Verlagsprogrammen in Lektoratssitzungen befunden wird. Im Weiteren betreuen sie Manuskripte vor allem in sprachlicher Hinsicht und begleiten sie bis hin zur Publikation und darüber hinaus: Klappen- und Werbetexte schreiben, Umschlagmotive suchen, Kontakte zu den Medien herstellen, Lesungen organisieren, Rezensionen archivieren usw. Auch bei den Lektoren wird die ökonomische Seite immer wichtiger: Wer ist die mögliche Zielgruppe für ein Buch? Welches Buch kann man wie am besten vermarkten? In größeren Verlagen bedingt dies eine enge Zusammenarbeit mit der PRund Marketingabteilung, in kleineren gehören deren Aufgaben zur Arbeit des Lektors. Verlagsredakteur Die Aufgaben der Verlagsredakteure überschneiden sich in weiten Teilen mit denjenigen der Lektoren. Sie sind jedoch maßgeblich an der inhaltlichen Konzeption und der Ausarbeitung eines Werks, zum Beispiel eines Lehrmittels, beteiligt. Deshalb müssen sie über eine entsprechende Vorbildung und hohe fachliche Kompetenz im betreffenden Sachgebiet verfügen. Weiter sind sie etwa für die Planung und Durchführung des Buchprojekts, für die Auswahl von geeigneten externen Autoren und dafür, dass die inhaltlichen und terminlichen Vorgaben eingehalten werden, zuständig. Da Marketing und PR keine spezielle Aufgabe von Verlagen darstellt, sondern auch viele andere Unternehmen über solche Abteilungen verfügen, findet sich in 1.3 (Werbung, PR und Marketing) mehr zu diesen Bereichen. Literaturagent Eine Mittlerrolle zwischen Produzent und Vertreiber von Literatur stellt der Beruf des Literaturagenten dar. Lektoren sind oft auch freiberuflich und als Literaturagenten tätig. Literaturagenten prüfen, ob sich Manuskripte oder fremdsprachige Bücher zur Empfehlung an Verlage, zur Übersetzung und zur Veröffentlichung eignen. Dabei geht es um Manuskripte und Buchideen zu ganz unterschiedlichen Themen und Formaten, von Ratgebern über Reiseführer und Sachbücher bis hin zu Essays und Romanen. Literaturagenten betreuen Autoren, arbeiten mit Übersetzern, Verlegern und Lektoren zusammen, mit dem Ziel, den richtigen Verlag zu 14

15 finden, bei dem das Buch in das Programm passt und eine möglichst große Leserschaft findet. Fremdsprachen und Kenntnisse in Urheberrechtsfragen sind dafür unentbehrlich. Sie arbeiten häufig mit Provisionen, die bei erfolgreichen Vermittlungen fällig werden. Verbreitung Die Verbreitung von Literatur geschieht neben Verkaufen durch Lesungen und Vorträge. Die Organisation u.a. solcher Veranstaltungen wird auch als Kulturmanagement bezeichnet. Kulturmanager sind Allrounder mit viel betriebswirtschaftlichem Know-how. Sie organisieren kulturelle Projekte und stellen die dafür benötigte Infrastruktur zur Verfügung. Sie verstehen es auch, Fundraising zu betreiben und Sponsoring-Kunden zu akquirieren. PR und Marketing sind sehr wichtig, um das Produkt Kultur verkaufen zu können. Kulturmanager stehen mit Vertretern des Kulturbetriebs und mit Kunstschaffenden in Kontakt, ebenso aber auch mit Personen und Institutionen aus Wirtschaft und Politik, und nehmen oft Repräsentationsaufgaben wahr. Die Bedeutung der Kultur als Wirtschaftsbereich hat in den letzten Jahren zugenommen. Die Organisation, Finanzierung und Vermarktung kultureller Projekte hat dadurch eine Professionalisierung erfahren. Verschiedene Hochschulen bieten neuerdings Weiterbildungen in Kulturmanagement auf der Nachdiplomstufe an, zu denen Hochschulabsolventen verschiedener Studienrichtungen zugelassen werden. Der Stellenmarkt ist vielfältig, gemessen an den vielen Interessenten aber relativ klein; der Arbeits- und Zeiteinsatz ist hoch. INFORMATIONSQUELLEN: Special: Arbeitfeld Literatur. In: Uni-Magazin. Perspektiven für Beruf und Arbeitsmarkt. Bundesagentur für Arbeit (Hg.). Heft 2/2005. S In dieser Ausgabe berichtete das Uni-Magazin ausführlich über das Arbeitsfeld Literatur und interviewte verschiedene Leute, deren Beruf mit Literatur zu tun hat, z.b.: - Auf Seite 27 berichtet Guy Helminger (Schriftsteller) darüber, wie er in seinem Beruf erfolgreich wurde. - Eine Seite weiter äußert sich Matthias Rossa über den Beruf des Drehbuchautors. - Auf Seite 29 gibt Matthias Bischoff einen Einblick in seinen Beruf als Humorlektor beim Eichbornverlag. - Auf Seite 30 kann man ein kurzes Interview mit Wolfgang Bittner lesen, in dem er darüber berichtet, was man als junger Schriftsteller beachten sollte, um Erfolg zu haben. - Auf Seite 32 ist zu lesen, wie der Job einer Literaturagentin aussieht (Gudrun Hebel). - Und die Seite 33 enthält einen kurzen Bericht über Philipp Overberg, der als Werbetexter arbeitet. 15

16 Branchenreport Zeitschriftenverlage. In: Uni-Magazin. Perspektiven für Beruf und Arbeitsmarkt. Bundesagentur für Arbeit (Hg.). Heft 5/2001. S In diesem Artikel finden sich Infos zu Zeitschriftenverlagen. Dort kann man nachlesen, welche Zeitschriften besonders guten Absatz finden und wie sich die Branche entwickelt hat. Hier schon mal einen Überblick über verschiedene Verlage: 16

17 17

18 Branchenreport Buchverlage. In: Uni-Magazin. Perspektiven für Beruf und Arbeitsmarkt. Bundesagentur für Arbeit (Hg.). Heft 2/1997. S Vier Jahre zuvor erschien ein ähnlicher Report über Buchverlage. Das Verhältnis Printmedien elektronische Erzeugnisse und die Verlagslandschaft selbst habe sich seit 1997 dem Jahr der Report-Veröffentlichung freilich schon geändert und in der Branche ist viel Bewegung. Auch hier eine Übersicht verschiedener Buchverlage: 18

19 Lektorin. In: Uni-Magazin. Perspektiven für Beruf und Arbeitsmarkt. Bundesagentur für Arbeit (Hg.). Heft 7/2001. S Wie der Job eines Lektors aussieht, ist in Uni 7/2001 nachzulesen. Dort erzählt Katharina Brügge von ihrem derzeitigen Projekt und wie sie Lektorin geworden ist. Reifsteck, Peter (2005): Handbuch Lesungen und Literaturveranstaltungen. Konzeption, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit. 3., aktualisierte, überarbeitete und erweiterte Auflage. Reutlingen. Hier findet sich alles zum Thema Lesungen: Welche Arten es gibt, was man bei der Organisation beachten muss, wie man Kontakte zu Autoren herstellt und vieles mehr. 19

20 1.5 Berufe im pädagogischen Bereich Zu den pädagogischen Berufen, die man als Absolvent der Germanistik ausüben kann, gehören Lehrtätigkeiten in der Erwachsenenbildung und an Universitäten und Hochschulen. Erwachsenenbildung Der Sammelbegriff der "Erwachsenenbildung" bezeichnet primär eine Lehrtätigkeit an staatlichen oder privaten Abendgymnasien, die über den so genannten 2. Bildungsweg zur Hochschulreife führen; Schulpraxis ist auch hier sehr erwünscht. Weiterhin fällt in den Bereich der Erwachsenenbildung die Tätigkeit an Volkshochschulen als pädagogischer Mitarbeiter oder in leitender Funktion. Dazu wird ein abgeschlossenes Studium möglichst mit erziehungswissenschaftlichem Akzent vorausgesetzt. Auch in den Bildungseinrichtungen von Kirchen, Gewerkschaften, Verbänden, Parteien und Betrieben lehren Germanisten als hauptamtliche Dozenten berichtete Uni über den Weiterbildungsmarkt (vgl. Uni-Magazin 2/2005, S ): Trotz Umsatzeinbußen und sinkender Budgets sei der Markt immer noch groß und heterogen genug. Als Weiterbildungsanbieter muss man nicht zwangsläufig von diesen Kürzungsmaßnahmen getroffen werden. Jürgen Graf, Herausgeber des Jahrbuchs der Management-Weiterbildung, erzählt im Interview über die Branche, welche Themen gefragt sind und wie sich Absolventen auf den Berufseinstieg vorbereiten können. 20

21 Hochschullehrer In Forschung und Lehre sind Germanisten an den germanistischen Instituten der Universitäten, Technischen Universitäten, Technischen Hochschulen und Gesamthochschulen tätig. Dabei kann man zwischen zeitlich befristeten Stellen (wissenschaftliche Hilfskraft, Doktoranden mit Graduiertenstipendium, wissenschaftlicher Mitarbeiter/ wissenschaftlicher Angestellter, Hochschulassistenten, Professor auf Zeit) und zeitlich unbefristeten Stellen (Studienräte im Hochschuldienst, Akademische Räte, ordentliche Professoren) unterscheiden. Je nach dem, welche Stelle man ausfüllen möchte, ist eine Promotion bzw. Habilitation nötig. Elke Reinhardt-Becker berichtet über ihre Arbeit als Literaturwissenschaftlerin: (vgl. Uni-Magazin 2/2005, S. 31.) 21

22 INFORMATIONSQUELLEN: (zuletzt am ) Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) befragte 2001 Weiterbildungsanbieter mit dem Ziel, mehr Transparenz auf dem Markt der beruflichen Weiterbildung zu schaffen. Ein- bis zweimal im Jahr befragt das BIBB die Teilnehmer am wbmonitor einem Weiterbildungsreferenzsystem, das Anbieter aus der Datenbank KURS der Bundesagentur für Arbeit und weitere aus 11 weiteren Datenquellen enthält zu aktuellen Themen, zu ihrer Einrichtung und ihrem Angebot. Im Einzelnen wird gefragt nach dem Bedarf an Qualifizierung, interessierten Zielgruppen, neuen Qualifizierungskonzepten und Qualifikationen, Veränderungen bei der unmittelbaren Gestaltung der Weiterbildung und ihrer Zertifizierung, Erfahrungen aus der Praxis sowie Trends und Problemen in der Weiterbildung. Branchenreport: Weiterbildungsmarkt. In: Uni-Magazin. Perspektiven für Beruf und Arbeitsmarkt. Bundesagentur für Arbeit (Hg.). Heft 2/2005. S In diesem Artikel gibt es eine Übersicht zu verschiedenen Unternehmen der Weiterbildungsbranche und deren Einstellungspraxis. (zuletzt am ) Unter der Rubrik Wissenschaftlicher Nachwuchs findet man auf dem Deutschen Bildungsserver Informationen zu Graduiertenkollegs und Stipendien, Tipps zu Zeitverträgen und Arbeitsmethoden und eine Liste von Interessenvertretungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs. (zuletzt am ) H-Germanistik ist ein Projekt, das aus einer Internetplattform besteht, durch die fachwissenschaftliche Informationen zur deutschsprachigen Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart elektronisch zugänglich gemacht werden. Es wendet sich an graduierte Wissenschaftler sowie interessierte fortgeschrittene Studierende. Insbesondere Nachwuchswissenschaftlern wird die Möglichkeit eröffnet, neue Netzwerke zu bilden, an bestehenden Netzwerken zu partizipieren und aktiv am Wissenstransfer des Faches teilzunehmen. 22

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