Welternährung durch die Landwirtschaft sichergestellt? Dr. R. Joerin Institut für Umweltentscheidungen, ETH Zürich

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1 Welternährung durch die Landwirtschaft sichergestellt? Dr. R. Joerin Institut für Umweltentscheidungen, ETH Zürich Rotary Club, Bülach 17. Januar 212

2 Überblick 1. Ernährungssicherheit: Herausforderung für das Welternährungssystem 2. Globale Nahrungsmittelnachfrage: Prognose 225 / Das Agrarpotenzial: Möglichkeiten und Grenzen 4. Die Risiken: Hohe Volatilität auf den Agrarmärkten 5. Folgerungen mit Blick auf den Klimawandel

3 1. Herausforderung für das globale Ernährungssystem Nachfrage? Angebot Weltbevölkerung Konsum pro Kopf Agrarpotenzial global /regional Ertragsentwicklung pro Hektare Prognose:

4 Entwicklung der Weltbevölkerung in verschiedenen Regionen der Welt (in Milliarden) Europa Lateinamerika und Karibik Nordamerika Asien 1 Afrika Quelle: UN, 26, Population Division of the Department of Economic and Social Affairs

5 Zunahme der Nachfrage (%) Prognose der globalen Nahrungsmittelnachfrage Bevölkerungswachstum: Szenarien des UNPD Hohes Wachstum Geringes Wachstum Mittleres Wachstum jährliche Zunahme des Konsums pro Kopf Southgate et al., 27. The World Food Economy, p. 27

6 3. Agrarpotenzial: Möglichkeiten und Grenzen in der Zukunft Agrarpotenzial Ertragsentwicklung Hektarerträge auf bisherigen Flächen Neues Agrarland Umwandlung von Wäldern, Feuchtgebieten, Stilllegungsflächen etc. Ökonomischer Druck ökologische Restriktionen

7 Ertrag in Tonnen pro Hektar Ertragsentwicklung: Unterschiede zwischen Industrie- und Entwicklungsländern Getreideerträge pro Hektar World Developed Countries World Developing Countries. Ökonomische Faktoren bestimmen die Ertragsentwicklung Quelle: FAO

8 Agrarpotenzial in Entwicklungsländern 25: zusätzliche Flächen mit wenig Ertrag Veränderung in Prozent Afrika Asien Lateinamerika Potenzielle Ackerfläche: Zunahme in % Zusätzliche Produktion in % Alle Ent-wicklungsländer Southgate et al., 27. The World Food Economy, p. 55

9 Zusätzliche Flächen in Entwicklungsländern durch Umwandlung von natürlichen Ökosystemen Veränderung in Prozent Afrika Asien Potenzielle Ackerfläche: Zunahme in % Lateinamerika Alle Ent-wicklungsländer Durch Umwandlung von Wald, Feuchtgebieten etc. Southgate et al., 27. The World Food Economy, p. 55

10 4. Die Risiken: Zunehmende Volatilität auf den Agrarmärkten 35 3 Preishausse 27/8 - Ernährungskrise Index June 27 = Jun 7 Jul 7 soybeans CBOT wheat CBOT rice Thai 1% - B Aug 7 Okt 7 Nov 7 Dez 7 Feb 8 Mrz 8 Mai 8 Jun 8 Jul 8 Sep 8 Okt 8 Dez 8 Jan 9 Feb 9 Apr 9 Mai 9 Jun 9 Aug 9 Sep 9 Reis Rice Soja Soybeans Wheat Weizen

11 Ursachen der Preishausse 27/8 Angebot Extreme Wetterbedingungen: Überschwemmungen (Asien), Dürre (Australien) Klima! Neuer Protektionismus : Exportrestriktionen grosser Lieferländer Nachfrage Asian boom: Starke Nachfrage nach Rohwaren (hohes Wachstum) Produktion von Ethanol in Konkurrenz zur menschlichen Ernährung Preissteigerungen

12 deviation of yield from trend, tons per hectare Weather and climate change: Deviations from trend of wheat and coarse grain yields Australia EU (27) US Source: OECD-FAO Agricultural Outlook , International Grains Council (IGC)

13 in percent % US $ per metric ton Weizenpreis und Lagerbestand Wheat stocks in % of consumption Wheat price US $/t (HRW No.2, fob Gulf) Quelle: World Bank Commodity Prices, US Department of Agriculture USDA

14 1 Million US $ 8 Asian boom: Chinas Entwicklung zum Nettoimporteur von Agrarprodukten WTOaccession 22 Imports Exports -2 Balance -4 Source: Ministry of Agriculture, Beijing, Zhang Xiaowan

15 1 Million US $ 3 Chinas Importe von Agrarprodukten: Ölsaaten zur Fleischproduktion 25 Oilseeds 2 15 China s agricultural imports: Land intensive products Vegetable Oil Livestock 1 5 Aquatic products Cotton Grains Source: Ministry of Agriculture, Beijing, Zhang Xiaowan

16 Thousand Barrels Förderung der Ethanolproduktion verstärkt Preisauftrieb auf den Agrarmärkten 6, 5, 4, 3, World production of Ethanol U.S. Production of Ethanol 2, 1, Quellen: Renewable Fuel Association/RFA, Agricultural Outlook (OECD/FAO)

17 US$/t Neuer Protektionismus : Exportrestriktionen verzerren Weltmarktpreise 1, Reis: Exportstopp Indien, Vietnam, Indonesien, Thailand Weizen: Exportzölle Russland, Ukraine, Kasachstan, China, Argentinien Reispreis US $/t (Thai 1% Grade B, fob Bangkok) Weizenpreis US $/t (HRW Nr.2 fob Gulf) Weizen: Exportstopp Russland 21 Quelle: World Bank Commodity Prices, IGC Grains Council

18 5. Folgerungen mit Blick auf die Klimaveränderungen Ressourcen werden knapper und Ökosysteme sind gefährdet «Schützen und Nutzen» Ressourceneffizienz verbessern, Beispiele: Tröpfchenbewässerungen, trockenresistente Sorten etc. Bioenergieanlagen: strenge Umweltprüfung erforderlich Volatilität steigt klimabedingt! Wetterextreme immer häufiger: Trockenperioden und Überschwemmungen Lagerung von Nahrungsmittelreserven: Pflicht für alle Länder. Koordination durch die FAO. Stabilere Weltmärkte: Abbau aller marktverzerrenden Instrumente (v.a. Exportmassnahmen) in der WTO

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