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1 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201

2 Auf einen Blick Allianz Lebensversicherungs-AG nach HGB 201 Veränderung zum Vorjahr Mehr dazu auf Seite % Beitragseinnahmen brutto Mio , Beitragseinnahmen im selbst abgeschlossenen Geschäft Mio , Leistungen an Kunden Mio , Bruttoüberschuss Mio 689 9, Abschlusskosten in % der Beitragssumme des Neugeschäfts %,,,2 7 Verwaltungskosten in % der gebuchten Bruttobeiträge % 1,0 1,0 1,2 7 Ergebnis vor Abführung Mio 578, Anteil der Kunden am Gesamtertrag % 9,9 9,8 9, 9 Verwaltete Kapitalanlagen Mio 169 6, Bewertungsreserven der gesamten Kapitalanlagen in % der gesamten Kapitalanlagen % 25,6 1,8 19,7 9 Laufende Durchschnittsverzinsung %,6 5,0,2 9 Nettoverzinsung %,9 5,5 5,0 9 Eigenkapital Mio 1 519, Eigenmittelquote % Versicherungstechnische Netto-Rückstellungen Mio , Sicherungsmittel aus freier RfB und Schlussüberschussfonds in % der Deckungsmittel % 7,0 6,8 7,2 Anzahl der Verträge Mio 10, 0,6 10, 10, 20 Im Sinne einer besseren Lesbarkeit verwenden wir im Geschäftsbericht durchgängig die Begriffe Mitarbeiter und Vertreter. Damit meinen wir selbstverständlich auch unsere Mitarbeiterinnen und Vertreterinnen.

3 Inhalt Mitglieder des Vorstands Lagebericht Jahresabschluss Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung Anhang Überschussbetei ligung der Versicherungsnehmer Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers Bericht des Aufsichtsrats Mitglieder des Aufsichtsrats

4 2 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Mitglieder des Vorstands Mitglieder des Vorstands Dr. Markus Faulhaber Vorsitzender des Vorstands zugleich Mitglied des Vorstands Allianz Deutschland AG Dr. Michael Hessling Firmenkunden bis 1. Dezember 201 Burkhard Keese Finanzen zugleich Mitglied des Vorstands Allianz Deutschland AG Andree Moschner Vertrieb Ausschließlichkeitsorganisation bis 1. März 201 zugleich Mitglied des Vorstands Allianz Deutschland AG Joachim Müller Vertrieb Ausschließlichkeitsorganisation seit 11. Juni 201 zugleich Mitglied des Vorstands Allianz Deutschland AG Dr. Alf Neumann Privatkunden und Produkte Dr. Thomas Wiesemann Maklervertrieb Dr. Andreas Wimmer Firmenkunden seit 1. Januar 2015

5 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht Lagebericht Die Allianz Lebensversicherungs-AG hat ihre marktführende Stellung in der deutschen Lebensversicherungsbranche weiter ausgebaut. Der Marktanteil im Neugeschäft ist mittlerweile auf 0 Prozent gestiegen. Die Zuwächse im Geschäft sowohl gegen laufenden Beitrag als auch gegen Einmalbeitrag zeigen das ungebrochene Vertrauen der Kunden in das Unternehmen. Die Stornoquote nach Stückzahlen liegt auf einem historischen Tiefstand und weit unter dem Marktdurchschnitt. Die Allianz Lebensversicherungs-AG bietet ihren Kunden aufgrund ihrer Finanzstärke, der professionellen und weltweit ausgerichteten Kapitalanlagen sowie der sehr niedrigen Verwaltungskosten trotz des andauernden Niedrigzinsumfelds eine außerordentlich attraktive Gesamtverzinsung deutlich über dem Niveau vergleichbar sicherer Anlagen. Allgemeine Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Erholung mit Hindernissen Die langsame Erholung der Weltwirtschaft setzte sich 201 fort, allerdings mit Hindernissen und recht uneinheitlich. Anfang des Jahres dämpften vor allem die extremen Witterungsbedingungen in den USA das Wachstum. Im Frühjahr führte in Japan die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu einem scharfen Wachstumseinbruch, und über den Sommer erlahmte der Aufschwung der europäischen Wirtschaft, nicht zuletzt als Reaktion auf die steigende politische Unsicherheit durch die Ukraine-Krise. Auch die Schwellenländer haben ein schwieriges Jahr hinter sich: Brasilien stagnierte und Russland bewegte sich in Richtung Rezession. In China setzte sich die graduelle Wachstumsverlangsamung als Folge der Umbruchphase von einem stark export- und investitionsgetriebenen hin zu einem mehr konsumorientierten Wachstumsmodell fort. Ende 201 sorgte der drastische Verfall der Rohstoffund vor allem der Erdölpreise allerdings wieder für ein besseres Konjunkturklima. Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft im Jahr 201 spiegelte dieses weltwirtschaftliche Auf und Ab wider. Nach starkem Beginn geriet die Konjunktur im 2. Quartal ins Stocken und gewann auch danach nur zögerlich wieder an Schwung. Auch Deutschland musste der politischen Unsicherheit und der eher schwachen Entwicklung in vielen Nachbarländern Tribut zollen. Hauptstütze der Entwicklung war dagegen der Konsum, der von der sehr robusten Entwicklung am Arbeitsmarkt sowie steigender Kaufkraft profitierte. Insgesamt legte das deutsche Bruttoinlandsprodukt 201 real um 1,6 Prozent zu. Damit verlief die deutsche Konjunktur wie in den Vorjahren wiederum deutlich besser als im Euroraum insgesamt (+ 0,9 Prozent). Realeinkommen steigen kräftig Die Arbeitseinkommen stiegen 201 kräftig (+,7 Prozent). Hinter dieser positiven Entwicklung standen wie im Vorjahr ein Plus bei der Beschäftigung sowie ein höherer Effektivverdienst je Arbeitnehmer. Unter Berücksichtigung der monetären Sozialleistungen und der Summe der Einkommen aus Gewinnen, Vermögen und selbständiger Tätigkeit stiegen die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte 201 insgesamt um 2, Prozent. Damit hat sich der Zuwachs der privaten Einkommen wieder beschleunigt.

6 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht Gleichzeitig ging die Inflationsrate auf 0,9 Prozent zurück. Die Realeinkommen konnten damit um 1,5 Prozent steigen. Dies führte, zusammen mit niedrigen Zinsen, zu einer relativ hohen Konsumneigung. Die Sparquote verharrte mit 9, Prozent in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs. Private Haushalte bleiben risikoscheu Die Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland stiegen nach Schätzung von Allianz Economic Research bis zum Jahresende 201 auf über 5 Billionen Euro und lagen damit gut Prozent über dem Vorjahresstand. Der Trend der Vorjahre setzte sich damit 201 fort, auch im Anlageverhalten, aus dem eine weiterhin hohe Risikoaversion der privaten Haushalte spricht. Frische Gelder werden nach wie vor nur sehr zögerlich an den Kapitalmärkten investiert; in erster Linie erfolgte die Geldvermögensbildung wie in den Vorjahren über Banken und Versicherer. Geldpolitik drückt Renditen auf Rekordtiefs 201 konnten viele Aktienmärkte noch einmal Zugewinne erzielen, die jedoch deutlich geringer als in den Vorjahren ausfielen. Wichtige Indizes wie der Dow Jones in den USA oder der DAX in Deutschland erklommen zwischenzeitlich neue Höchststände. Haupttreiber der Entwicklung an den Märkten war wie schon in den Vorjahren die extrem expansive Geldpolitik: Vor dem Hintergrund der anhaltenden Niedrigzinsphase blieben Aktien, trotz teilweise hoher Bewertungen, für viele institutionelle Anleger ein attraktives Investment. Zum Jahresschluss lag der DAX gegenüber dem Vorjahr mit 2,7 Prozent im Plus. Noch stärker als auf den Aktienmärkten sind die Ausund Nebenwirkungen der Geldpolitik auf den Rentenmärkten, insbesondere in Europa, zu spüren. Die zunehmende Erwartung der Marktteilnehmer, die EZB werde ähnlich wie die Zentralbanken in den USA, Großbritannien und Japan bald ein groß angelegtes Kaufprogramm für Staatsanleihen starten, führte hier zu einem neuerlichen Verfall der Renditen. Zehnjährige Bundesanleihen notierten seit dem Herbst durchgehend unter 1 Prozent; zum Jahresende fielen sie auf das neue historische Tief von 0,5 Prozent. Kürzere Laufzeiten erzielten sogar negative Renditen. Auch die Zinsdifferenzen zwischen deutschen Anleihen und denen der Peripherieländer engten sich ein, sodass beispielsweise italienische und spanische Renditen unter die 2-Prozent-Marke fielen. Versicherungswirtschaft Moderates Wachstum der Beitragseinnahmen In der deutschen Lebensversicherung (einschließlich Pensionskassen und Pensionsfonds) erhöhten sich die Beitragseinnahmen im Jahr 201 nach vorläufigen Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) um,0 Prozent. Dies ist auf einen Anstieg im Einmalbeitragsgeschäft zurückzuführen, das um 12,8 Prozent gewachsen ist. Die laufenden Beiträge sanken hingegen um 0,9 Prozent. Das Neugeschäft erhöhte sich um 11,1 Prozent. Der Anstieg ist vor allem auf das höhere Einmalbeitragsgeschäft zurückzuführen. Das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag nahm um,0 Prozent zu. Die Stornoquote, bezogen auf die Anzahl der Verträge, sank um 0,2 Prozentpunkte auf,1 Prozent. Veränderte Markt- und Wettbewerbsbedingungen Rechtliche Rahmenbedingungen Lebensversicherungsreformgesetz Am 7. August 201 ist das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) in Kraft getreten. Das LVRG stärkt die Lebensversicherung und erhöht ihre Attraktivität für den Kunden. Es stabilisiert die Risikotragfähigkeit der Lebensversicherer, insbesondere mit Blick auf ein anhaltend niedriges Zinsumfeld. Durch das LVRG wurde die Beteiligung an den Bewertungsreserven in einem Teilbereich neu geregelt. Im LVRG ist nun verankert, dass die Lebensversicherer in Zeiten niedrigerer Zinsen für die Zinsverpflichtungen einen zusätzlichen Sicherungsbedarf ansetzen. Diese Größe steigt, wenn die Marktzinsen sinken und geht zurück, wenn sich die Marktzinsen erhöhen. Die Beteiligung an den Bewertungsreserven aus festverzinslichen Wertpapieren wird künftig auf den Teilbetrag begrenzt, der den Sicherungsbedarf übersteigt. Der übrige Teil bleibt der Versichertengemeinschaft erhalten. Auf diese Weise werden die Beteiligung an den Bewertungsreserven und die vertraglichen Verpflichtungen besser miteinander in Einklang gebracht. Für das Neugeschäft ab dem 1. Januar 2015 ist der gesetzliche Höchstrechnungszins auf 1,25 Prozent (zuletzt 1,75 Prozent) gesenkt worden. Für den Kunden entscheidend ist weiterhin die Gesamtverzin-

7 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht 5 sung, die bei Allianz Leben unverändert auf hohem Niveau liegt. Seit Inkrafttreten des Gesetzes wird die Versichertengemeinschaft mit mindestens 90 Prozent (bisher mindestens 75 Prozent) an Risikoüberschüssen beteiligt. Abschlusskosten können nur noch in Höhe von 25 Promille der Beitragssumme (bisher 0 Promille) bilanziell geltend gemacht werden. Im Sinne einer Preis-/Leistungstransparenz werden beim Neugeschäft ab 1. Januar 2015 die Effektivkosten angegeben. Dabei handelt es sich um die Wertminderung des Vertrags durch die einkalkulierten Kosten in Prozentpunkten. Allianz Leben hat bereits seit Anfang 2011 diese Wertminderung in Form der sogenannten Gesamtkostenquote ausgewiesen. Für eine erhöhte Transparenz sorgt darüber hinaus die Verpflichtung, die einkalkulierten Verwaltungskosten im Produktinformationsblatt gesondert als Eurobetrag anzugeben. Solvency II Der europäische Gesetzgeber hat mit der sogenannten Solvency II-Richtlinie neue, europaweit einheitliche Regelungen vorgegeben. Deren Ziel ist es, die Kapitalausstattung von Versicherungsunternehmen an den übernommenen Risiken auszurichten. Zum 1. Januar 201 haben die Aufsichtsbehörden die offizielle Vorbereitungsphase eröffnet. Die Allianz Deutschland Gruppe und mit ihr auch die Allianz Lebensversicherungs-AG haben das Jahr 201 intensiv genutzt, um eine reibungslose Umsetzung der Solvency II- Richtlinie zum 1. Januar 2016 zu ermöglichen. Policenmodell Beim Policenmodell, das in dem bis Ende 2007 gültigen Versicherungsvertragsgesetz (VVG) geregelt war, erhielt der Versicherungsnehmer seine Versicherungsbedingungen und Verbraucherinformationen zusammen mit der Police. Der Versicherungsvertrag kam mit den übermittelten Inhalten zustande, falls der Versicherungsnehmer nicht innerhalb von vierzehn Tagen nach Überlassung der Unterlagen widersprach (bei der Lebensversicherung seit Ende 200 waren es 0 Tage). Wenn der Versicherer die vollständige Übersendung der Unterlagen oder die ordnungsgemäße Belehrung über das Widerspruchsrecht nicht nachweisen konnte, erlosch das Widerspruchsrecht nach dem Wortlaut von 5a Abs. 2 Satz VVG alte Fassung ein Jahr nach Zahlung der ersten Prämie. Die Vereinbarkeit des Policenmodells mit dem Europarecht war Gegenstand zahlreicher Gerichtsverfahren. Durch mehrere Urteile (insbesondere durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19. Dezember 201 und die Urteile des Bundesgerichtshofs vom 7. Mai und 16. Juli 201) wurden zwischenzeitlich die wichtigsten Streitfragen geklärt. 5a Abs. 2 Satz VVG alte Fassung ist zwar europarechtswidrig mit der Folge, dass der Versicherungsnehmer grundsätzlich die Rückabwicklung eines zwischen 1995 und 2007 nach dem Policenmodell abgeschlossenen Lebensversicherungsvertrags verlangen kann, wenn er die erforderlichen Unterlagen nicht vollständig erhalten hat oder nicht ordnungsgemäß über sein Widerspruchsrecht belehrt wurde. Die Allianz Lebensversicherungs-AG hat ihren Kunden aber auch in der Zeit von 1995 bis 2007 regelmäßig die vorgeschriebenen Vertragsunterlagen vollständig ausgehändigt und sie ordnungsgemäß über das Widerspruchsrecht belehrt. Auch in den Fällen, in denen der Versicherer die vollständige Übersendung der Unterlagen bzw. ordnungsgemäße Belehrung nicht nachweisen kann, muss sich der Versicherungsnehmer nach der Rechtsprechung des Oberlandesgerichts Stuttgart bei einer Rückabwicklung neben dem bereits ausgezahlten Rückkaufswert unter anderem den Prämienanteil für den Risikoschutz, die rechnungsmäßigen Abschlusskosten einschließlich Provision und die abgeführte Kapitalertragssteuer anrechnen lassen. Unter anderem aus diesen Gründen hat das Oberlandesgericht Stuttgart die Klage des Versicherungsnehmers in dem Grundsatzverfahren, das zum Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19. Dezember 201 geführt hatte, mit Urteil vom 6. November 201 in vollem Umfang zurückgewiesen. Der Bundesgerichtshof hat außerdem klargestellt, dass das Policenmodell als solches nicht gegen Europarecht verstößt. Wenn der Versicherungsnehmer die erforderlichen Unterlagen vollständig erhalten hat, wurde der Vertrag wirksam abgeschlossen. Die Frage der Vorlagepflicht an den Europäischen Gerichtshof ist noch nicht abschließend geklärt. Die Allianz Lebensversicherungs-AG geht davon aus, dass der Bundesgerichtshof diese Vorlagepflicht wie bisher verneint.

8 6 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht Steuerliche Rahmenbedingungen In zwei Urteilen vom 25. Juni 201 und vom 0. Juli 201 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass Verluste des Jahres 2002 aus Aktieninvestments, die über Investmentfonds gehalten wurden, steuerlich geltend gemacht werden können. Eine erst in 200 mit Rückwirkung eingeführte gesetzliche Abzugsbeschränkung für entsprechende Verluste wurde zuvor mit Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 20. Februar 201 als verfassungswidrig beurteilt. Diese Urteile führen bei der Allianz Lebensversicherungs-AG zu Steuererstattungen in dreistelliger Millionenhöhe. Diese Erstattungen wurden der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugeführt. Die Steuererstattungen kommen somit den Versicherungsnehmern zugute. Geschäftsverlauf Versicherungsgeschäft Beitragseinnahmen Die Beitragseinnahmen der Allianz Lebensversicherungs-AG im selbst abgeschlossenen Geschäft (s. a. G.) haben sich sehr positiv entwickelt und lagen mit 18,0 Milliarden Euro 12,6 Prozent über dem Vorjahreswert (16,0 Milliarden Euro). Dabei erreichten die Einmalbeiträge mit 9, (7,) Milliarden Euro ein neues Rekordniveau. Die laufenden Beitragseinnahmen stiegen leicht um 0, Prozent auf 8,7 (8,7) Milliarden Euro. Der Marktanteil der Allianz Leben (inklusive ihrer Tochtergesellschaften) an den Beitragseinnahmen der deutschen Lebensversicherungsunternehmen (nach vorläufigen Angaben des GDV) erhöhte sich deutlich auf 20, (18,7) Prozent. Beitragsverlauf von 2010 bis ,0 6,8 8,2 1,5 6,1 8, 1,2 5,6 8, ,0 7, 18,0 8,7 8, , 201 Die Stornoquote nach Stückzahlen sank im Jahr 201 erneut deutlich auf 1,7 (1,9) Prozent. Darin erfasst sind Rückkäufe und sonstige vorzeitige Abgänge. Ebenfalls rückläufig war die Stornoquote nach Beiträgen, die neben den Rückkäufen auch die Beitragsfreistellung von Versicherungen ohne Kündigung erfasst. Sie verringerte sich auf,9 (,2) Prozent. Die Stornoquoten der Allianz Lebensversicherungs-AG lagen weiter signifikant unter dem Marktdurchschnitt. Neugeschäft Neben den Beitragseinnahmen haben sich auch die um 25,7 Prozent auf 10,0 (8,0) Milliarden Euro gestiegenen Neubeiträge (s. a. G.) sehr erfreulich entwickelt. Außer den bereits erwähnten Einmalbeiträgen, die um 27,2 Prozent auf 9, (7,) Milliarden Euro stiegen, konnten auch die laufenden Neubeiträge mit 8,6 Prozent ein deutliches Wachstum auf 727 (669) Millionen Euro verzeichnen. Das Wachstum der Neubeiträge wurde im Wesentlichen durch die nicht geförderten Rentenversicherungen (+ 9,7 Prozent) verursacht sowie in geringerem Umfang durch die betriebliche Altersvorsorge (+,0 Prozent). Im Niedrigzinsumfeld haben viele Kunden den Wunsch, das Verhältnis von Sicherheit und Chance in der Altersvorsorge neu auszubalancieren. Nicht zuletzt deshalb machte sich die bereits seit Jahren durchgeführte Verbreiterung der Palette an Vorsorgekonzepten im Geschäftsjahr besonders bezahlt. Allein das neue Garantiekonzept Perspektive erzielte 201 Neubeiträge in Höhe von 1 172, Millionen Euro. Insgesamt stiegen die Neubeiträge der nicht-klassischen Vorsorgekonzepte um 169,7 Prozent auf,0 (1,1) Milliarden Euro. Im Privatkundengeschäft hat die Allianz Lebensversicherungs-AG die Neubeiträge auf 6,7 (,9) Milliarden Euro gesteigert. Ausschlaggebend dafür war das Wachstum der Einmalbeiträge auf 6, (,5) Milliarden Euro. Die Neubeiträge aus eingelösten Versicherungen gegen laufenden Beitrag erhöhten sich um 1,5 Prozent auf 26,6 (20,2) Millionen Euro. Stabil blieben die Zuwachsanpassungen mit 17, (17,5) Millionen Euro. Insgesamt machte das Privatkundengeschäft rund 67 (61) Prozent der Neubeiträge der Allianz Lebensversicherungs-AG aus. laufende Beiträge in Mrd Einmalbeiträge in Mrd

9 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht 7 Im Firmenkundengeschäft fiel der Anstieg der Einmalbeiträge mit 7,5 Prozent auf,0 (2,8) Milliarden Euro geringer aus. Die laufenden Neubeiträge verzeichneten ein Wachstum von 8, Prozent und betrugen inklusive Zuwachsanpassungen 16,2 (291,6) Millionen Euro. Die Neubeiträge insgesamt beliefen sich somit auf, (,1) Milliarden Euro. Die Firmendirektversicherung ist weiterhin der mit Abstand am häufigsten genutzte Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung. 66 Prozent der Neuverträge im Firmengeschäft entfallen auf diesen Durchführungsweg. Bestand Die Versicherungssumme des Bestands stieg gegenüber dem Vorjahr von 299,9 Milliarden Euro um 2,9 Prozent auf 08, Milliarden Euro. Die Anzahl der verwalteten Verträge lag mit 10, (10,) Millionen um 0,6 Prozent über dem Vorjahr. Die betriebenen Versicherungsarten sind auf Seite 18, Bewegung und Struktur des Versicherungsbestands sind im Einzelnen auf den Seiten 20 und 21 aufgeführt. Leistungen an Kunden Die Auszahlungen der Allianz Lebensversicherungs-AG an Kunden für Abläufe, Renten, Todesfälle und Rückkäufe stiegen um 1,6 Prozent auf 1, (12,6) Milliarden Euro. Davon entfielen auf Ablaufleistungen 10, (8,7) Milliarden Euro, auf Rentenleistungen 1,8 (1,8) Milliarden Euro sowie 2,1 (2,1) Milliarden Euro auf Versicherungsleistungen für Todesfälle und Rückkäufe. Aufwendungen für Versicherungsbetrieb Die Abschlusskosten stiegen von Millionen Euro auf Millionen Euro. Davon entfielen 86 (772) Millionen Euro auf Abschlussprovisionen und sonstige leistungsabhängige Bezüge der Versicherungsvermittler. Bezogen auf die Beitragssumme des Neugeschäfts fiel der Abschlusskostensatz im Vergleich zum Vorjahr auf, (,) Prozent. Die Verwaltungskosten stiegen gegenüber dem Vorjahr von 169 Millionen Euro auf 18 Millionen Euro. Im Verhältnis zu den gesamten Beitragseinnahmen ergibt sich daraus ein Verwaltungskostensatz in Höhe von 1,0 (1,0) Prozent. Geschäftsverlauf der Tochter gesellschaften der Allianz Leben Die Deutsche Lebensversicherungs-AG (DLVAG), die Allianz Pensionskasse AG (APK) und die Allianz Pensionsfonds AG (APF) sind 100-prozentige operative Tochtergesellschaften der Allianz Lebensversicherungs-AG. Der Schwerpunkt der DLVAG liegt auf dem Verkauf von Risikolebens- und Restschuldversicherungen. Die Neubeiträge der DLVAG erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 16,9 Prozent auf 112,8 (96,5) Millionen Euro. Die laufenden Neubeiträge stiegen um 0,7 Prozent auf 1,6 (1,5) Millionen Euro. Die Einmalbeiträge konnte die DLVAG um 19,7 Prozent auf 98,2 (82,0) Millionen Euro steigern. Die gebuchten Bruttobeiträge im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft wuchsen insgesamt um 11,6 Prozent auf 21, (191,1) Millionen Euro. Dabei wurden (1 177) neue Versicherungsverträge abgeschlossen. Das Ergebnis nach Steuern betrug,2 (,6) Millionen Euro. Es steht aufgrund eines Beherrschungsund Gewinnabführungsvertrags der Allianz Lebensversicherungs-AG zu. Die Neubeiträge der APK beliefen sich im Jahr 201 auf 7, (80,5) Millionen Euro. Die Anzahl der neu abgeschlossenen Verträge lag bei (27 9). Die Beitragseinnahmen lagen im Berichtszeitraum mit 71,9 (761,7) Millionen Euro um 2,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die APK erzielte einen Jahresüberschuss in Höhe von 11,0 (11,0) Millionen Euro. Die Neubeiträge der APF sind stark gestiegen. Nach 27, Millionen Euro im Vorjahr beliefen sie sich 201 auf 62,2 Millionen Euro. Bedingt durch den Anstieg der Einmalbeiträge auf 61,9 (27,1) Millionen Euro stiegen auch die Beitragseinnahmen von 5,0 Millionen Euro auf 69,8 Millionen Euro. Die laufenden Beiträge liegen mit 7,8 (7,9) Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Die APF weist einen Jahresüberschuss in Höhe von 1,1 (1,0) Millionen Euro aus. Allianz Baufinanzierungsgeschäft Die Allianz Baufinanzierung konnte das hohe Niveau des Jahres 201 im Geschäftsjahr 201 festigen. Das Neugeschäftsvolumen liegt nun bei 2,2 Milliarden Euro. Zudem kommen noch 1,2 Milliarden Euro hinzu, die im Rahmen der Verlängerung bestehender Darlehen bei der Allianz neu festgeschrieben wurden. Somit konnte das Privatkundengeschäft insgesamt weiter ausgebaut werden. Ein Erfolgsfaktor hierfür war, dass Allianz Leben Finanzierungen mit langen

10 8 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht Laufzeiten im Angebot hat. Jedes zweite Darlehen wurde mit einer Zinsfestschreibungszeit von 20 Jahren bzw. 25 Jahren abgeschlossen. Zur Steigerung des Privatkundengeschäfts hat zudem die umfangreiche Produktpalette der Allianz Baufinanzierung beigetragen nicht zuletzt das Volltilger-Darlehen, die Einbindung des KfW-Darlehens sowie das attraktive Umfinanzierungsangebot. Kapitalanlagen Der Buchwert des Kapitalanlagenbestands der Allianz Lebensversicherungs-AG erhöhte sich im Berichtsjahr um 6,2 Prozent auf 169, (159,5) Milliarden Euro. Die Bruttoneuanlage betrug 19, (20,7) Milliarden Euro. Die Marktwerte der Kapitalanlagen stiegen im Jahr 201 auf 212,8 (181,6) Milliarden Euro. Hauptgrund für den Anstieg der Marktwerte ist der Rückgang des Zinsniveaus. Sicherheitsorientierte Anlagestrategie Die Allianz Lebensversicherungs-AG setzte auch im Jahr 201 ihre sicherheitsorientierte Anlagestrategie fort. Das Unternehmen verfolgte weiterhin das Ziel, bei angemessenem Risiko eine möglichst attraktive Rendite zu erreichen und streute aus Sicherheitsgründen die Kapitalanlagen auf viele unterschiedliche Anlagesegmente. So konnten auch in diesem Jahr die Auswirkungen der historisch niedrigen Zinsen begrenzt werden. Aufgrund der langfristigen Leistungsversprechen gegenüber den Kunden ist ein großer Teil des Portfolios in festverzinslichen Anlagen investiert. Ende des Jahres 201 betrug dieser Anteil 86 1 (86) Prozent der Kapitalanlagen. Der Schwerpunkt der festverzinslichen Anlagen liegt weiterhin auf besicherten Anleihen sowie deutschen und europäischen Staatsanleihen und staatsnahen Emittenten. Besicherte Anleihen stellen durch ihre Unterlegung mit werthaltigen Sicherheiten, zum Beispiel Kommunaldarlehen oder erstrangige Hypothekenkredite, sehr sichere Anlagen dar. Bei den Staatsanleihen und staatsnahen Emittenten konzentrierte sich das Unternehmen weiterhin auf die Kernländer der Eurozone. 1 Die Angabe zum Anteil der festverzinslichen Anlagen an den gesamten Kapitalanlagen berücksichtigt auch die festverzinslichen Anlagen in Anteilen an Investmentvermögen, verbundenen Unternehmen und Beteiligungen. Dies gilt analog auch für die weiteren Angaben im Abschnitt Sicherheitsorientierte Anlagestrategie. Um langfristig eine attraktive Verzinsung des Kapitalanlagenportfolios zu sichern, hält das Unternehmen an einer breiten Diversifikation des Portfolios fest. Ende des Jahres 201 lag der Anteil von Unternehmensanleihen am Gesamtportfolio bei 1,6 (1,1) Prozent nach Marktwerten, 5,8 (6,1) Prozent waren in Schwellenländeranleihen investiert. Die direkte Kreditvergabe wurde mit Neuinvestitionen in Höhe von,8 Milliarden Euro im Jahr 201 ausgebaut. In die realen Anlageklassen Aktien einschließlich erneuerbare Energien und Infrastruktur sowie Immobilien wurden netto,6 Milliarden Euro investiert. Durch die positive Marktwertentwicklung und die Investitionen hat sich der Aktienbestand der Allianz Lebensversicherungs-AG erhöht. Die Aktienquote nach Marktwerten einschließlich erneuerbare Energien und Infrastruktur betrug zum Geschäftsjahresende 201 unter Berücksichtigung von Absicherungsmaßnahmen 10,5 (10,2) Prozent. Die regionale Diversifikation der Aktien wurde weiter ausgebaut. Kapitalanlagenergebnis Das Nettoergebnis aus den Kapitalanlagen ging von 8,5 Milliarden Euro auf 8,1 Milliarden Euro zurück. Hiervon werden 5,7 (5,6) Milliarden Euro für die garantierte rechnungsmäßige Verzinsung der Kundenguthaben (Deckungsrückstellung, verzinslich angesammelte Überschussguthaben und Zinszusatzreserve) verwendet. Das Kapitalanlagenergebnis setzt sich wie folgt zusammen: Mio Mio Mio Laufender Ertrag Personal- und Sachaufwand Sonstiger laufender Aufwand = Laufender Aufwand gesamt Laufender Durchschnittsertrag Veräußerungsgewinne Zuschreibungen Veräußerungsverluste Abschreibungen = Übriges Ergebnis Nettoertrag Im sonstigen laufenden Aufwand sind für Immobilien Bewirtschaftungskosten in Höhe von 2 () Mio und planmäßige Abschreibungen von 2 (8) Mio, für Hypotheken Vertriebskosten in Höhe von 5 (7) Mio sowie Aufwendungen aus Verlustübernahme von 6 () Mio enthalten.

11 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht 9 Die Abschreibungen von 228 (1) Millionen Euro entfallen im Wesentlichen auf verbundene Unternehmen. Die laufende Durchschnittsverzinsung ging im Berichtszeitraum auf,6 (5,0) Prozent zurück. Dies ist auf einen geringeren Beitrag der Anteile an Investmentvermögen zur Durchschnittsverzinsung zurückzuführen. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen lag bei,9 (5,5) Prozent. Bewertungsreserven der Kapitalanlagen Die Bewertungsreserven der Kapitalanlagen stiegen im Jahr 201 auf, (22,1) Milliarden Euro. Das sind 25,6 (1,8) Prozent des Buchwerts der gesamten Kapitalanlagen. Das hohe Niveau der Bewertungsreserven ist weitgehend durch das aktuell sehr niedrige Zinsniveau verursacht. Es handelt sich damit vor allem um einen temporären Effekt, der sich bis zur Endfälligkeit der festverzinslichen Wertpapiere sukzessive abbauen wird. Die Bewertungsreserven setzen sich zusammen aus stillen Reserven in Höhe von, (22,2) Milliarden Euro und stillen Lasten von 0,0 (0,1) Milliarden Euro. Die Bewertungsreserven bei sonstigen Ausleihungen und Hypotheken betrugen 15,5 (8,2) Milliarden Euro, bei Anteilen an Investmentvermögen 21,8 (8,6) Milliarden Euro, bei direkt gehaltenen Aktien 1,8 (2,0) Milliarden Euro, bei Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 2,1 (1,7) Milliarden Euro, bei Immobilien 1,1 (1,1) Milliarden Euro und bei festverzinslichen Wertpapieren 1,0 (0,6) Milliarden Euro. Weitere Erläuterungen stehen im Anhang auf Seite 5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Bruttoüberschuss Der Bruttoüberschuss nach Bedienung der Garantieverzinsung betrug im Berichtsjahr,7 (,) Milliarden Euro. Der gebuchte Aufwand von 1, (1,) Milliarden Euro für den weiteren Ausbau der Zinszusatzreserve gemäß 5 Absätze und der Deckungsrückstellungsverordnung und der analogen Umsetzung für den Altbestand ist von dieser Summe bereits abgezogen. Rückstellung für Beitragsrückerstattung Die Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) ist die Reserve für die künftige Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer. Vom Bruttoüberschuss führte das Unternehmen der RfB,0 (2,7) Milliarden Euro zu. Gleichzeitig wurden der RfB 2, (2,) Milliarden Euro entnommen und den Kunden als Überschussbeteiligung für 201 gutgeschrieben. Zum 1. Dezember 201 betrug die RfB 12, (11,8) Milliarden Euro. Anteil der Kunden am Gesamtertrag Neben der Beteiligung am Bruttoüberschuss im Rahmen der Zuführung zur RfB erhielten die Kunden auch eine Direktgutschrift in Höhe von 102,7 (8,) Millionen Euro. Zusammen mit der Garantieverzinsung in Höhe von 5,7 (5,6) Milliarden Euro, welche auch die Zuführung zur Zinszusatzreserve umfasste, kamen den Versicherungsnehmern der Allianz Lebensversicherungs-AG dadurch 9,9 (9,8) Prozent der Summe aus Bruttoüberschuss und Garantieverzinsung zugute. Ergebnisabführung Die Ergebnisabführung richtet sich nach dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Allianz Deutschland AG. Für das Geschäftsjahr 201 wurden nach Steuern 51,0 (2,0) Millionen Euro an die Allianz Deutschland AG abgeführt. Den anderen Gewinnrücklagen wurden 65,0 (116,0) Millionen Euro zugeführt. Die Eigenkapitalquote (bezogen auf die Brutto-Deckungsrückstellung vor Zinszusatzreserve) beträgt 1,01 (1,02) Prozent. Überschussbeteiligung Die Allianz Lebensversicherung bietet auch 2015 eine hohe Verzinsung. Die gesamte Verzinsung der Sparanteile liegt beim Vorsorgekonzept Klassik bei mindestens,0 Prozent (Vorjahr:,2 Prozent), beim Vorsorgekonzept Perspektive bei mindestens, Prozent (Vorjahr:,5 Prozent). Damit profitieren die Kunden auch 2015 von der Finanzstärke und Kosteneffizienz des Unternehmens. Die laufende Verzinsung beträgt beim Vorsorgekonzept Klassik, Prozent (Vorjahr:,6 Prozent). Hinzu kommen ein Schlussüberschuss sowie ein Sockelbetrag für die Beteiligung an den Bewertungsreserven von zusammen 0,6 Prozent (Vorjahr: 0,6 Prozent). Beim Vorsorgekonzept Perspektive liegt die laufende Verzinsung bei,5 Prozent (Vorjahr:,7 Prozent), Schlussüberschuss und Sockelbetrag für die Beteiligung an den Bewertungsreserven belaufen sich zusammen auf weitere 0,8 Prozent (Vorjahr: 0,8 Prozent). Die Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Bewertungsreserven ergibt sich bei Vertragsablauf aus dem auf Seite 60 beschriebenen Berechnungs-

12 10 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht verfahren, wobei mindestens der deklarierte Sockelbetrag zur Auszahlung kommt. Mit dem Sockelbetrag können unterjährige Kapitalmarktschwankungen aufgefangen werden. Die Kunden der Allianz Lebensversicherungs-AG profitieren außerdem von einer zusätzlichen Verzinsung auf Basis des bei Vertragsablauf aktuellen Niveaus der Bewertungsreserven. Mit der neuen Regelung durch das Lebensversicherungsreformgesetz wird sichergestellt, dass auch in Zeiten niedriger Zinsen eine faire Beteiligung an den Bewertungsreserven für die ausscheidenden Kunden einerseits und für die im Bestand verbleibenden Kunden andererseits erfolgt. Ausgelagerte Funktionen Für die Allianz Lebensversicherungs-AG sind mehrere Allianz Konzernunternehmen dienstleistend tätig. Auf die Allianz Deutschland AG wurden insbesondere das Rechnungswesen (mit Ausnahme der Bilanzierung) sowie Aufgaben des Versicherungsbetriebs übertragen. Zu Letzteren gehören vor allem die Bestandsverwaltung (Antrags- und Vertragsbearbeitung), die Leistungs- und Schadenbearbeitung sowie die Planung und die Steuerung des operativen Versicherungsbetriebs. Der Vertrieb über die haupt- und nebenberuflichen Vertreter sowie über Banken wird von der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG wahrgenommen. Die Vermögensanlage und -verwaltung wurde auf die Allianz Investment Management SE sowie in Teilbereichen unter anderem auf die PIMCO Deutschland GmbH, die Allianz Global Investors Kapitalanlagegesellschaft mbh und die Allianz Real Estate GmbH übertragen. Rechenzentrumsleistungen und informationstechnische Serviceleistungen sowie Drucktätigkeiten erhält die Allianz Lebensversicherungs-AG von der Allianz Deutschland AG, welche sich ihrerseits für die Rechenzentrumsleistungen und informationstechnische Serviceleistungen der Allianz Managed Operations & Services SE bedient. Die Rechenzentrumsleistungen bezieht Letztere wiederum von der IBM Deutschland GmbH. Finanzlage Ein effizientes Liquiditätsmanagement gehört zur Zielsetzung des Finanzmanagements der Allianz Lebensversicherungs-AG. Durch die Teilnahme der Allianz Lebensversicherungs-AG am konzernweiten Cash-Pool wird gewährleistet, dass überschüssige Liquidität zu marktüblichen Konditionen angelegt wird und kurzfristiger Liquiditätsbedarf ausgeglichen werden kann. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bei der Umsetzung unseres Ziels, die Marktführerschaft zu festigen und auszubauen, setzen wir auf exzellente Mitarbeiter. Motivierte und engagierte Mitarbeiter gewinnen und halten wir durch ein attraktives Arbeitsumfeld, durch die interne Besetzung von Stellen sowie gezielte Förderung. Mit der Allianz Innendienst Akademie investieren wir nachhaltig in das Können und Wissen unserer Mitarbeiter. Wir sind der Überzeugung, dass Führung ein zentraler Baustein für den Erfolg und die Kultur unseres Unternehmens ist. Deshalb haben wir das Programm Allianz in Führung aufgesetzt, mit dem wir das Ziel verfolgen, eine zeitgemäße Führungskultur zu schaffen, bei der sich Führungskräfte und Mitarbeiter auf Augenhöhe begegnen und die durch eine starke Interaktion geprägt ist. Mit dem Programm Gesund Arbeiten haben wir unsere Führungskräfte und Mitarbeiter für einen verantwortungsvollen Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln sensibilisiert. Die Gesellschaft hat durch das Angebot, Mitarbeiteraktien der Allianz SE zu vergünstigten Konditionen zu erwerben, sowie im Rahmen einer variablen Vergütungskomponente ihre Mitarbeiter auch 201 am Unternehmenserfolg beteiligt.

13 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht 11 Zahlen und Fakten Mitarbeiter Im Innendienst davon Stammpersonal davon Auszubildende davon sonstige Mitarbeiter in Ausbildung davon Aushilfen Im angestellten Außendienst davon Stammpersonal Anteil Frauen % 5 Anteil Männer % Anteil Vollzeitmitarbeiter im Innendienst % Anteil Teilzeitmitarbeiter im Innendienst % Anteil Akademiker % Alter (Durchschnitt in Jahren),7,,0 Konzernzugehörigkeit (Durchschnitt in Jahren) 17,8 17,7 17,2 Lohn- und Gehaltssumme Mio 76, 66,9 6,8 Soziale Abgaben Mio 9,9 9,0 8,9 Aufwand für Altersversorgung Mio 7,9 6,1 5, Aufwand für Unterstützungs - zahlungen Mio 0,1 0,1 0,1 1 Quartalsdurchschnitt einschließlich ruhender Arbeitsverhältnisse Die Aufwendungen für Löhne und Gehälter betrugen im Berichtsjahr 76, (66,9) Millionen Euro. Die Summe aus sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung belief sich auf 17,9 (15,2) Millionen Euro. Darin sind neben der betrieblichen Altersversorgung auch die Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Sozialversicherung enthalten. Risikobericht Risikostrategie Das Risikomanagement der Allianz Lebensversicherungs-AG ist auf Wertschöpfung ausgerichtet. Zur Erzielung von Ertrag für den Kunden und den Aktionär ist die Allianz Lebensversicherungs-AG bei kalkuliertem Risiko bereit, Risiken in ihrem Kerngeschäft, der Lebensversicherung, einzugehen und zu akzeptieren. Vor diesem Hintergrund hat sich der Vorstand der Allianz Lebensversicherungs-AG unter Berücksichtigung der regulatorischen Vorgaben sowie der Vorgaben der Allianz Deutschland AG sowie der Allianz SE auf eine grundsätzlich konservative Risikoneigung verständigt. Prinzipien des Risikomanagements Als Finanzdienstleistungsunternehmen erachten wir Risikomanagement als eine unserer Kernkompetenzen. Es ist daher ein integraler Bestandteil unseres Geschäftsprozesses. Unser Risikomanagementsystem deckt mit seinem risikoorientierten Ansatz alle Risikodimensionen ab. Die Hauptelemente unseres Risikomanagementsystems sind: Förderung einer starken Risikomanagementkultur, die von einer soliden Risikoorganisation und effektiven Risikoprinzipien (Risk Governance) getragen wird. Dank an Beschäftigte und Arbeitnehmervertreter Der Vorstand dankt den Mitarbeitern für ihren großen Einsatz, ihre hohe Leistungsbereitschaft und Kompetenz. Auch den Arbeitnehmervertretern in den Betriebsratsgremien gilt der Dank für die gute Zusammenarbeit. Einheitliche Anwendung einer umfassenden Risikokapitalberechnung im gesamten Konzern, um unsere Kapitalbasis zu schützen und ein effektives Kapitalmanagement zu unterstützen. Einbeziehung von Risikoerwägungen und Kapitalbedarf in den Entscheidungs- und Managementprozess. Dieser umfassende Ansatz stellt sicher, dass Risiken angemessen identifiziert, analysiert und bewertet werden, wobei konzernweit der gleiche, geordnete Prozess angewandt wird. Unsere Risikoneigung wird durch eine klare Risikostrategie und ein Limitsystem definiert. Eine strenge Risikoüberwachung und die entsprechende Berichterstattung ermöglichen es uns,

14 12 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht frühzeitig Limitauslastungen zu erkennen und darauf zu reagieren. Risikoorganisation Die unabhängige Risikofunktion der Allianz Lebensversicherungs-AG wird von einer organisatorischen Einheit innerhalb der Allianz Deutschland AG unter Leitung des Chief Risk Officer im Auftrag des Vorstands der Allianz Lebensversicherungs-AG wahrgenommen. Dadurch wird Know-how gebündelt und Ressourcen können effizient genutzt werden. Die unabhängige Risikofunktion überwacht nicht nur die Risiken systematisch mit qualitativen und quantitativen Risikoanalysen und -bewertungen, sondern prüft auch Handlungsalternativen und spricht Empfehlungen an die Geschäftseinheiten beziehungsweise den Vorstand aus. Durch die Einbeziehung des Vorstands der Allianz Lebensversicherungs-AG in das regelmäßige und das Ad-hoc- Reporting des Chief Risk Officer ist gewährleistet, dass der Vorstand über die aktuelle Risikosituation der Allianz Lebensversicherungs-AG entsprechend informiert ist. Zum laufenden Austausch bezüglich der Risikosituation sind zudem verschiedene, teilweise spartenübergreifende Risk Committees installiert, denen jeweils mindestens zwei Mitglieder des Vorstands angehören. Die Ergebnisse der Risk Committees zusammen mit Risikoberichten des Risikocontrollings an den Vorstand sind ein fester Bestandteil des Risikomanagements der Allianz Lebensversicherungs-AG. Das für die Allianz Lebensversicherungs-AG zuständige Risikocontrolling der Allianz Deutschland AG ist in die Risikosteuerung der Allianz SE eingebunden. Die für das Risikocontrolling der Allianz SE zuständige Einheit Group Risk ist Kontrollinstanz für das Risikocontrolling der Allianz Deutschland AG. Das Risikocontrolling der Allianz Deutschland AG sieht hierbei die von der Allianz SE vorgegebenen Group Risk Policy sowie die Minimum Standards und Modellierungsvorgaben ebenso wie Risk Policy der Allianz Deutschland AG sowie die Risikostrategie der Allianz Lebensversicherungs-AG als verbindlich an. Sonstige Maßnahmen des Risikomanagements Die Kontrolle der finanziellen Berichterstattung für die Allianz Lebensversicherungs-AG auf Basis der Anforderungen des Internal Control Over Financial Reporting (ICOFR) hat für das Jahr 201 keine Beanstandungen ergeben. Die Anforderungen an die ICOFR-Compliance sind somit erfüllt. Die Durchführung und Dokumentation der Kontrollen erfolgt im Rahmen des Internen Kontrollsystems. ICOFR leitet sich aus den Regularien des Sarbanes-Oxley Act (SOX) ab. ICOFR trägt maßgeblich zu einer qualitativ hochwertigen Finanzberichterstattung bei. Strategische Risiken werden unternehmensweit in einem etablierten Prozess identifiziert und gegebenenfalls mitigiert. Umsetzung der aktuellen Anforderungen von Solvency II Die Umsetzung der Anforderungen von Solvency II hat für die Allianz Lebensversicherungs-AG einen hohen Stellenwert. Dies gilt gleichermaßen für die Anforderungen an das Solvenzkapital als auch für die Anforderungen an das System-of-Governance. Die Allianz Lebensversicherungs-AG trägt Sorge dafür, dass Risk Policy sowie Risikostrategie den aktuellen Anforderungen von Solvency II entsprechen. Versicherungsmathematische Funktion, Risikomanagement- und Compliance-Funktion sowie Interne Revision sind als Schlüsselfunktionen eingerichtet und in Kraft. Sie stellen einen integrativen Bestandteil des Systems-of-Governance dar und sichern seine Wirksamkeit ab. Die Allianz Lebensversicherungs-AG sieht die von Solvency II geforderten Qualitätsstandards als verbindlich an. Hierzu gehört auch die Ausgestaltung eines angemessenen Kontrollumfelds. Das Own Risk and Solvency Assessment ist als Prozess aufgesetzt und wird vom Vorstand der Allianz Lebensversicherungs-AG als zentrales Element des Risikomanagements gesehen. Die Ermittlung der Risikotragfähigkeit ist hier ein wesentlicher Bestandteil. Die Ergebnisse des Own Risk and Solvency Assessment 201 für die Allianz Lebensversicherungs-AG stützen die Über-

15 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht 1 zeugung, dass das Risikomanagementsystem der Allianz Lebensversicherungs-AG geeignet ist, Risiken klar zu identifizieren und zu bewerten sowie diese sowohl kurzals auch langfristig zu managen. Die Risikokapitalberechnung für die Allianz Lebensversicherungs-AG wird auf Basis des Internen Modells erfolgen. Relevante Risiken Gegenwärtig sind folgende Risikokategorien für die Allianz Lebensversicherungs-AG relevant: Strategisches Risiko Das Strategische Risiko umfasst Risiken, die sich aus strategischen Geschäftsentscheidungen und den zugrunde liegenden Annahmen ergeben. Hierzu zählt auch das Risiko, dass Geschäftsentscheidungen nicht an ein geändertes Wirtschaftsumfeld angepasst werden. Strategische Risiken sind in der Regel Risiken, die im Zusammenhang mit anderen Risiken auftreten. Sie können aber auch als Einzelrisiken auftreten. Die Strategischen Risiken sowie die zugehörigen Steuerungsmaßnahmen werden im Rahmen des Strategischen Risk Assessments aus dem Geschäftsmodell und der Geschäftsstrategie abgeleitet. Kapitalmarktrisiko Das Kapitalmarktrisiko umfasst Risiken infolge von Kursschwankungen an den Kapitalmärkten. Für die Allianz Lebensversicherungs-AG resultieren diese insbesondere aus Kursänderungen bei Aktien und Rentenpapieren (Bonds). Zudem können Veränderungen am Immobilienmarkt sowie bei der Bewertung der Verbindlichkeiten die Risikosituation beeinflussen. Darüber hinaus sind Konzentrationsrisiken zu berücksichtigen, die sich aus sämtlichen Engagements mit einem Ausfallpotenzial, das umfangreich genug ist, um die Solvabilität oder die Finanzlage des Unternehmens zu gefährden, ergeben. Kapitalmarktrisiken werden in der Allianz Lebensversicherungs-AG im Wesentlichen über Limite und Vorgaben für die Strategische Asset Allocation gesteuert. Die Strategische Asset Allocation reflektiert die Struktur der Verbindlichkeiten, berücksichtigt Kapitalrestriktionen und zukünftiges Geschäft, stellt Robustheit gegenüber adversen Szenarien sicher und zielt auf eine Optimierung des Return on Risk Capitals (RoRC) ab. Umgang mit Derivaten Marktrisiken aus Derivaten bewerten und steuern wir mittels zeitnaher Value-at-Risk-Berechnungen, Stresstests und Vorgabe von Limiten. Währungskursschwankungen sind von untergeordneter Bedeutung, da die Versicherungsleistungen weitgehend währungskongruent gedeckt werden. Der Einsatz von Derivaten und strukturierten Produkten sowie das Eingehen von Währungsrisiken erfolgen nur zur Umsetzung der Kapitalanlagestrategie sowie zur Risikosteuerung oder mit Sondergenehmigung. Niedrigzinsphase Die andauernde Niedrigzinsphase stellt im Hinblick auf die langfristigen Verpflichtungen aus dem Versicherungsgeschäft in Verbindung mit entsprechenden Zusagen bezüglich des Garantiezinses ein spezielles Risiko dar. Um diesem angemessen zu begegnen, wird im Rahmen der ökonomischen Szenarien regelmäßig eine Niedrigzinsanalyse durchgeführt. Systematisch werden die Auswirkungen eines dauerhaften Niedrigzinsniveaus auf die Leistungsversprechen der Allianz Lebensversicherungs-AG untersucht. Diesen Untersuchungen liegen für 201 ein konstantes Zinsniveau von 0,7 Prozent bei Neuanlagen sowie eine Projektionsdauer von 60 Jahren zugrunde. Das Ergebnis belegt, dass die Finanzierbarkeit der Garantien gegeben ist. Seit dem Geschäftsjahr 2011 ist die Allianz Lebensversicherungs-AG zudem aufgrund der Verordnung über Rechnungsgrundlagen für die Deckungsrückstellungen (Deckungsrückstellungsverordnung [DeckRV]) verpflichtet, eine sogenannte Zinszusatzreserve zu bilden. Diese Zinszusatzreserve ist ein weiteres Instrument, um dem Risiko aus der anhaltenden Niedrigzinsphase auf die Kapitalanlagen sowie auf die Ertragskraft zu begegnen. Die Höhe der Zuführung bemisst sich an einem jährlich vom Gesetzgeber vorgegebenen Referenzzins. Für alle Verträge, deren garantierte Verzinsung oberhalb dieses Referenzzinses liegt, ist eine Zuführung erforderlich. Der Referenzzins wurde für das Geschäftsjahr 201 auf,15 Prozent festgesetzt. Mit Genehmigung der BaFin wurde darüber hinaus für den Altbestand ein Referenzzins von,0 % angesetzt. Auf dieser Basis hat die Allianz Lebensversicherungs-AG im Geschäftsjahr 201 einen Betrag von 1, Milliarden Euro in die Zinszusatzreserve eingestellt. Diese weist damit zum Bilanzstichtag einen Wert von,8 Milliarden Euro aus.

16 1 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht Kapitalanlagestrategie der Allianz Lebensversicherungs-AG Die Kapitalanlagen der Allianz Lebensversicherungs-AG werden durch Spezialisten der Allianz Investment Management SE zentral betreut. Die Kapitalanlagestrategie richtet sich nach den Bedürfnissen des Asset-Liability- Managements der Allianz Lebensversicherungs-AG. Die Gewinnerzielung aus kurzfristiger Handelstätigkeit (Eigenhandel) ist nicht Teil der Kapitalanlagestrategie. Die Kapitalanlagen der Gesellschaft sind nach Anlagearten (Grundvermögen, Aktien/Beteiligungen, Zinsträger), Adressen und Belegenheit breit diversifiziert. Die aufsichtsrechtlichen Vorgaben bezüglich Mischung und Streuung sowie die Anforderungen, die aus dem Rundschreiben 0/2011 der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hervorgehen, sind erfüllt. Die größten Einzelrisiken lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr weiterhin bei Banken und einzelnen Staaten. Unsere Risikomanagementprozesse berücksichtigen diese Risiken entsprechend. Alle Schuldner und Kontrahenten werden in einem allianzweiten Kredit-Exposure-System erfasst, mittels unabhängiger Ratinginformationen bewertet und mit Limiten versehen. Insgesamt bestehen die festverzinslichen Kapitalanlagen zum überwiegenden Teil aus Wertpapieren deutscher Emittenten. Die Zeitwerte der festverzinslichen Kapitalanlagen bei Banken betragen insgesamt 78,5 Milliarden Euro oder rund 5,7 Prozent der gesamten Kapitalanlagen. Davon sind wiederum rund 81,1 Prozent als deutsche Pfandbriefe beziehungsweise anderweitig besichert. Der überwiegende Teil der festverzinslichen Kapitalanlagen der Allianz Lebensversicherungs-AG ist in Deutschland, Frankreich sowie Italien belegen. Der Zeitwert des Investitionsvolumens in diesen Ländern beläuft sich auf 6,8 Prozent des gesamten festverzinslichen Kapitalanlagenbestands. Kreditrisiko Das Kreditrisiko umfasst Risiken, die aufgrund eines unerwarteten Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Geschäftspartners entstehen. Kreditrisiken resultieren daher für die Allianz Lebensversicherungs- AG aus Kapitalanlagen (Investments) und für Transaktionen im Bereich der Derivate aus Forderungen an Rückversicherer, Kunden, Vermittler und Makler. Das Kreditrisiko wird über ein lokales Limitsystem, das in das Gruppen-Limitsystem vollumfänglich eingegliedert ist, gemanagt. Versicherungstechnisches Risiko Das versicherungstechnische Risiko umfasst Risiken, die aufgrund der Abweichung der tatsächlichen Versicherungsereignisse von den in der Tarifierung erwarteten Ereignissen entstehen. Für die Allianz Lebensversicherungs-AG sind dies Änderungsrisiken durch Veränderungen der biometrischen Rechnungsgrundlagen. Dieses kalkulatorische Risiko kontrolliert die Allianz Lebensversicherungs-AG laufend durch aktuarielle Analysen, deren Ergebnisse bislang grundsätzlich mit den Einschätzungen der Deutschen Aktuarvereinigung übereinstimmten. Änderungen der biometrischen Rechnungsgrundlagen werden bei der jährlichen Deklaration der Überschussanteilsätze sowie in versicherungsmathematischen Modellen zur Tarifierung und zur Produktentwicklung berücksichtigt. Daneben besteht die Gefahr, dass Leistungsverpflichtungen aus Versicherungsfällen zufallsbedingt höher ausfallen als erwartet. Aufgrund des umfangreichen und diversifizierten Versicherungsportfolios der Allianz Lebensversicherungs-AG sind solche Schwankungen von geringerer Bedeutung. Im Einzelnen stellen für die Allianz Lebensversicherungs-AG Sterblichkeitsrisiken, Langlebigkeitsrisiken und Berufsunfähigkeits-/Invaliditätsrisiken die relevanten versicherungstechnischen Risiken dar. Geschäftsrisiko Das Geschäftsrisiko für die Allianz Lebensversicherungs-AG ergibt sich vor allem aus unerwarteten Änderungen in der zukünftigen Prämien-, Bestandsund Kostenentwicklung. Operationelles Risiko Das Operationelle Risiko umfasst die Gefahr von Verlusten infolge von Unangemessenheit oder des Versagens interner Verfahren, Menschen und Systemen sowie infolge externer Ereignisse. Das Operationelle Risiko beinhaltet Rechts- und Compliance-Risiken, aber nicht strategische Risiken oder Reputationsrisiken. Die Steuerung erfolgt im Rahmen des Internen Kontrollsystems.

17 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht 15 Die Allianz Lebensversicherungs-AG fördert bewusst die Sensibilität der Mitarbeiter in diesem Bereich. Ein hierauf abgestimmtes Kontrollumfeld ist eingerichtet. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko umfasst das Risiko, dass die Allianz Lebensversicherungs-AG nicht über die notwendigen Barmittel verfügt beziehungsweise nicht in der Lage ist, Anlagen und andere Vermögenswerte in Geld umzuwandeln, um ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsrisiken können für die Allianz Lebensversicherungs-AG aus unerwarteten Zahlungsverpflichtungen entstehen. Diese resultieren in erster Linie aus Zahlungsverpflichtungen aufgrund fälliger Versicherungsleistungen sowie weiterer Zahlungsverpflichtungen gegenüber Vertragspartnern. Ausbleibende Mittelrückflüsse aus Investitionen können gleichermaßen zu Liquiditätsengpässen führen. Durch eine vorausschauende Planung der künftigen Zahlungsströme wird erreicht, dass Liquiditätsrisiken gesteuert und mitigiert werden. Die Planung der Liquiditätszuflüsse und -abflüsse erstellen wir für den Versicherungsbereich wie für den Finanzbereich (unter anderem Erträge aus Kapitalanlagen) auf täglicher und monatlicher Basis. Die ständige Aktualisierung der Planung sowie ein umfangreicher Bestand an täglich liquidierbarem Kapitalanlagenbestand gewährleisten die Fähigkeit, jederzeit unsere Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können. Das Investmentmanagement der Allianz Lebensversicherungs-AG ist an die Allianz Investment Management SE ausgelagert. Dies beinhaltet auch die Liquiditätsplanung, die seitens der Allianz Investment Management SE in Abstimmung mit der strategischen und taktischen Kapitalanlageplanung und dem geplanten Liquiditätsbedarf der Allianz Lebensversicherungs-AG erfolgt. Die Erfüllung der kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen wird über einen Cashpool, der im Verantwortungsbereich der Allianz SE liegt, sichergestellt. Die Risikoverantwortung verbleibt ungeachtet der Auslagerungen bei der Allianz Lebensversicherungs- AG. Aufgrund der Höhe der Prämieneinnahmen und zusätzlich dem großen Bestand an hoch liquiden Anlagen ist die Allianz Lebensversicherungs-AG in der Lage, ihren Leistungsverpflichtungen jederzeit vollumfänglich nachzukommen. Reputationsrisiko Unter einem Reputationsrisiko versteht man die Gefahr einer möglichen Beschädigung des Rufs des Unternehmens. Dabei geht es sowohl um die Wahrnehmung des Unternehmens in der breiten Öffentlichkeit als auch bei (potenziellen) Kunden, anderen Geschäftspartnern, Aktionären und Behörden. Der entsprechende Steuerungs- und Kontrollprozess zur Identifikation, Bewertung und Mitigierung des Reputationsrisikos ist installiert und in Kraft. Zur Identifikation von Reputationsrisiken arbeiten sämtliche betroffene Funktionen auf Konzern- und lokaler Ebene eng zusammen. Bewertung der Risiken Das Liquiditäts- und Reputationsrisiko ebenso wie das Strategische Risiko werden ausschließlich qualitativ bewertet. Für die übrigen Risikokategorien erfolgt eine quantitative Bewertung. Das Konzentrationsrisiko versteht die Allianz Lebensversicherungs-AG nicht als separate Risikokategorie. Vielmehr wird das Konzentrationsrisiko übergreifend über alle betroffenen Risikokategorien betrachtet. Die Allianz Lebensversicherungs-AG beobachtet kontinuierlich den Markt, um neu entstehende Risiken (Emerging Risks) rechtzeitig erkennen und bewerten zu können. Entsprechende Prozesse zur Risikofrüherkennung sind installiert und in Kraft. Risikosituation Die aktuellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen (Solvabilität I) wurden mit sehr gutem Ergebnis erfüllt. Die Solvabilitätsquote liegt bei 176, Prozent. Die aktuelle Risikosituation liegt weit innerhalb der Risikotragfähigkeit des Unternehmens. Die von der BaFin vorgeschriebenen Stresstests werden mit großem Sicherheitspuffer bestanden. Durch die aktive Beteiligung der Allianz Deutschland AG und der Allianz Lebensversicherungs-AG am europäischen Solvency II-Projekt ist die Allianz Lebensversicherungs-AG

18 16 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht außerdem gut auf die künftigen regulatorischen Anforderungen vorbereitet. Nachtragsbericht Vorgänge, die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Allianz Lebensversicherungs-AG von besonderer Bedeutung gewesen wären, sind nach Schluss des Geschäftsjahrs bis zur Vorstandssitzung, in welcher der Jahresabschluss aufgestellt wurde, nicht eingetreten. Prognose- und Chancenbericht Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Der Ausblick für 2015 wird in erster Linie von zwei Unsicherheitsfaktoren geprägt: Zum einen bleiben die geopolitischen Risiken, allen voran der Konflikt im Osten der Ukraine, ein Belastungsfaktor; zum anderen birgt die zunehmend divergierende Ausrichtung der Geldpolitik in den USA und Europa erhebliches Potenzial für Verwerfungen auf den globalen Finanzmärkten. Die Volatilität dürfte auf vielen Märkten 2015 deutlich zunehmen und könnte auch die wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen, insbesondere die der Schwellenländer. Auch im Euroraum könnte es wieder zu Turbulenzen kommen, sollten die anstehenden Wahlen in einigen Peripherieländern zu einem markanten Politikwechsel führen. Auf der anderen Seite dürfen die positiven Faktoren, die ebenfalls Einfluss auf die deutsche Wirtschaft haben, nicht unterschätzt werden. Dazu zählen vor allem steigende Lohn- und Transfereinkommen, die zusammen mit den niedrigeren Energiepreisen die Verbrauchsnachfrage weiter stützen, ein schwächerer Euro, der den Export beflügelt, und weiterhin extrem günstige Finanzierungsbedingungen, die vor allem dem Wohnungsbau Impulse geben sollten. Sofern sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht grundsätzlich verschlechtern, rechnet Allianz Economic Research daher damit, dass die deutsche Wirtschaft 2015 um etwa 2 Prozent wachsen wird. Prognose für die deutsche Versicherungswirtschaft Trotz Unsicherheitsfaktoren ist davon auszugehen, dass sich die Beitragseinnahmen in der Versicherungswirtschaft leicht erhöhen. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rechnet für das Jahr 2015 über alle Versicherungssparten hinweg mit einem leichten Anstieg des Beitragsaufkommens um etwa 0, Prozent. In der deutschen Lebensversicherung rechnet der GDV für 2015 mit sinkenden Beitragseinnahmen. Der Verband erwartet ein rückläufiges Geschäft gegen laufenden Beitrag und ein gleichbleibendes Einmalbeitragsgeschäft. Rechtliche Rahmenbedingungen Solvency II Der europäische Gesetzgeber hat mit der sogenannten Solvency II-Richtlinie neue, europaweit einheitliche Regelungen vorgegeben. Deren Ziel ist es, die Kapitalausstattung von Versicherungsunternehmen an den übernommenen Risiken auszurichten. Nach Beginn der offiziellen Vorbereitungsphase am 1. Januar 201 hat der Gesetzgeber die Arbeiten am Gesetz zur Modernisierung der Finanzaufsicht über Versicherungen aufgenommen. Mit diesem Gesetz wird auch das Versicherungsaufsichtsgesetz umfassend novelliert und an die Anforderungen von Solvency II angepasst. Das Gesetz soll 2015 beschlossen werden und zum 1. Januar 2016 in Kraft treten. Die Allianz Lebensversicherungs-AG bereitet sich intensiv auf die kommenden gesetzlichen Anforderungen vor. Anpassung der Versicherungsvermittlerrichtlinie (IMD II) und der Verordnung zu Dokumenten mit Schlüsselinformationen für Anlageprodukte (PRIIP-Verordnung) Das europäische Gesetzgebungsverfahren zur Überarbeitung der Versicherungsvermittlerrichtlinie (IMD II) ist bereits weit fortgeschritten. Die Trilog-Verhandlungen sollen Anfang 2015 beginnen. Die Richtlinie wird voraussichtlich Anfang 2016 in Kraft treten und eine Frist vorsehen, innerhalb derer sie in innerstaatliches Recht umgesetzt werden muss.

19 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Lagebericht 17 Das Europäische Parlament hat sich 201 auf einen Verordnungstext über Basisinformationsblätter für Anlageprodukte verständigt. Die Verordnung sieht Basisinformationsblätter für Anlage- und Versicherungsanlageprodukte für Kleinanleger vor ( Packaged Retail and Insurance-based Investment Products = PRIIP, früher PRIB). Sie ist zwei Jahre nach Inkrafttreten, das heißt frühestens Ende 2016, unmittelbar in den Mitgliedsstaaten anzuwenden. Die Versicherungsvermittlerrichtlinie (IMD II) und die PRIIP-Verordnung enthalten Regelungen zur Mindestharmonisierung des Marktes der europäischen Versicherungsvermittler und weitere Auflagen für den Produktvertrieb sowie für die vorvertraglichen Kundeninformationen zur Verbesserung des Kundenschutzes. Auf die kommenden gesetzlichen Anforderungen bereitet sich die Allianz Lebensversicherungs-AG umfassend vor. Geschäftsentwicklung Die Einmalbeiträge sind 201 erneut deutlich gestiegen. Wir rechnen allerdings nicht damit, dass sich dieser Trend in 2015 fortsetzen wird. Vielmehr gehen wir in 2015 von rückläufigen Einmalbeiträgen und von rückläufigen laufenden Beitragseinnahmen aus. Insgesamt werden die Beitragseinnahmen im Jahr 2015 im Vergleich zum Jahr 201 voraussichtlich etwas sinken. Die Produkte der Allianz Lebensversicherungs-AG werden mit Blick auf den Kundenbedarf auch im Jahr 2015 weiterentwickelt. Dabei wird sich das Unternehmen zum einen auf die Absicherung biometrischer Risiken konzentrieren und zum anderen auf das Zusammenspiel von Sicherheit und Chance in der Altersvorsorge. Den am Markt nachgefragten Garantien nachzukommen wird als eine der Kernaufgaben angesehen, die auch im Niedrigzinsumfeld zu erfüllen sind. Wir werden zudem unsere digital verfügbaren Produktinformationen, Absicherungsangebote sowie Abschlussmöglichkeiten bei der Allianz Lebensversicherungs-AG ausbauen. Auch im Jahr 2015 erwarten wir ein niedriges Zinsniveau. Entsprechend gehen wir von einem erneuten Aufwand aus der Erhöhung der Zinszusatzreserve aus. Wir werden die sicherheitsorientierte Kapitalanlagestrategie fortführen. Dabei setzen wir weiterhin auf die reiche Erfahrung der Allianz Gruppe bei der Kapitalanlage im In- und Ausland. Um die Abhängigkeit von der Kapitalmarktentwicklung zu reduzieren sowie das Kapitalanlagenportfolio der Allianz Lebensversicherungs-AG weiter zu diversifizieren, planen wir, den Anteil der Investments in Infrastruktur und erneuerbare Energien sowie die Direktvergabe von Krediten und Darlehen weiter auszubauen. Weiterhin halten wir Immobilien für eine interessante Anlageklasse, die risikoadjustiert attraktive Renditen sowie einen gewissen Inflationsschutz bietet. Für das Jahr 2015 erwarten wir gegenüber dem Vorjahr einen leicht sinkenden Bruttoüberschuss. Die im Risikobericht genannten Risiken werden vom Unternehmen bewusst eingegangen mit dem Ziel, die darin enthaltenen Chancen zu nutzen. So geht die Allianz Lebensversicherungs-AG auf dem Kapitalmarkt gewisse kalkulierbare Risiken ein, um attraktive Renditen zu erzielen. Die aktive Risikosteuerung erlaubt es, diese Chancen zu nutzen und dabei gleichzeitig die Risiken unter Kontrolle zu halten. Stuttgart, 1. Februar 2015 Allianz Lebensversicherungs-AG Der Vorstand Dr. Faulhaber Müller Keese Dr. Neumann Dr. Wiesemann Dr. Wimmer

20 18 Allianz Lebensversicherungs-AG Geschäftsbericht 201 Weitere Angaben zum Lagebericht Betriebene Versicherungsarten Hauptversicherungen (als Einzel- und als Kollektivversicherungen) Lebensversicherungen mit Kapitalzahlung (auch mit automatischem Zuwachs von Leistung und Beitrag) Kapitallebensversicherungen Zusatzversicherungen Unfall-Zusatzversicherungen 1 Berufs- und Erwerbsunfähigkeits- Zusatzversicherungen 1 Pflegerenten-Zusatzversicherungen Risikolebensversicherungen 1 Todesfallrisiko-Zusatzversicherungen 1 Restschuldversicherungen 2, (mit und ohne Überschussbeteiligung) Termfixversicherungen Ausbildungsversicherungen Aussteuerversicherungen Fondsgebundene Lebensversicherungen Hinterbliebenenrenten-Zusatzversicherungen 1 Arbeitsunfähigkeits-Zusatzversicherungen 2, Kapitalisierungsgeschäfte Verwaltung von Versorgungseinrichtungen Lebensversicherungen im Rahmen der Vermögensbildungsgesetze Bauspar-Risikolebensversicherungen 1, Rentenversicherungen 1 (auch mit automatischem Zuwachs von Leistung und Beitrag) Rentenversicherungen mit und ohne Kapitalwahlrecht Rentenversicherungen im Rahmen des Altersvermögensgesetzes Fondsgebundene Rentenversicherungen (auch im Rahmen des Altersvermögensgesetzes) Selbständige Berufsunfähigkeits- und Pflegeversicherungen 1 auch beim in Rückdeckung übernommenen Geschäft 2 nur beim in Rückdeckung übernommenen Geschäft nur als Kollektivversicherungen

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