Finanzielles Wissen und Versichertenverhalten

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1 Seite 1 Finanzielles Wissen und Versichertenverhalten Johannes Leinert, basof

2 Seite 2 Finanzielle Allgemeinbildung Subjektive Einschätzung und objektives Wissen* 80 Prozent der Befragten fühlen sich in Finanzfragen sicher oder einigermaßen sicher, aber... die gestellten Fragen konnte nur wenige richtig beantworten nur 5 Prozent wussten bei mehr als 80 Prozent der Fragen die richtige Antwort ganze 42 Prozent konnten noch nicht einmal die Hälfte der Fragen richtig beantworten * gemäß der Studie Finanzielle Allgemeinbildung in Deutschland des Commerzbank Ideenlabors. Dafür wurden im Jahr 2003 von Infratest Finanzforschung insgesamt Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt.

3 Seite 3 Datengrundlage der folgenden Empirie Bertelsmann Stiftung Vorsorgeerhebungen 2002 und 2003 repräsentative, telefonische Befragungen von bzw Personen (im Jahr 2002 bzw. 2003) zwischen 30 und 50 Jahren durch Infratest Sozialforschung

4 Seite 4 Risiko Finanzmärkte Entwicklung des Deutschen Akitienindex DAX* * Quelle:

5 Seite 5 Risiko von Finanzprodukten Dass Aktien bzw. Aktienfonds eine hohe Sicherheit gegen Wertverlust bieten, glauben... insgesamt 27 % nach persönlichem Bruttoeinkommen 2001 bis 3 TDM 3-5 TDM ab 5 TDM 23 % 27 % 33 %

6 Seite 6 Rendite von Finanzprodukten Welche Anlageform hatte nach ihrer Einschätzung in den letzten 20 Jahren den höchsten Wertzuwachs? Lebensversicherung 10 % Aktien, -fonds 45 % Sparbuch Festverzinsl. Wertp. 2 % 9 % Immobilienfonds 23 %

7 Seite 7 Liquidität von Finanzprodukten Was schätzen Sie, wenn Sie schon nach 3 Jahren wieder an Ihr Geld müssten: Bei welcher Anlageform entstehen die größten finanziellen Einbußen durch Kündigungskosten? Lebensversicherung 68 % Aktien, -fonds Sparbuch Festverzinsl. Wertp. Immobilienfonds 9 % 3 % 5 % 3 %

8 Seite 8 Maßzahl für Finanzielles Wissen (Risiko, Rendite, Liquidität) Sortierung der Befragten nach Anzahl der richtigen Antworten Einteilung der Befragten 4 gleich große Gruppen Bezeichnung für das Viertel mit den geringsten Werten: finanziell Unwissende Bezeichnung für das Viertel mit den höchsten Werten: finanziell Informierte

9 Seite 9 Folgen mangelnden Finanzwissens Finanzfragen werden als schwierig empfunden finanzielle Unwissende Durchschnitt 62 % 79% finanziell Informierte 48 %

10 Seite 10 Folgen mangelnden Finanzwissens Bei Finanzentscheidungen bleibt Unsicherheit finanziell Unwissende 66% Durchschnitt 50 % finanziell Informierte 39 %

11 Seite 11 Verschieben finanzieller Angelegenheiten Verschieben in der Selbsteinschätzung der Befragten finanzielle Unwissende Durchschnitt 50 % 54% finanziell Informierte 42 %

12 Seite 12 Verschieben finanzieller Angelegenheiten Tatsächliches Verschieben Bis Ende 2002 wollte jeder Fünfte seine Altersvorsorge erhöhen. (gefragt wurde im 2. Quartal 2002). Wurde dieser Plan umgesetzt? (nachgehakt wurde Anfang 2003) ja 25 % nein 75 %

13 Seite 13 Verbreitung von Personenversicherungen Unfallversicherung Lebensversicherung Riester-Rente andere Rentenversicherung Berufsunfähigkeitsvers. Private Pflegeversicherung Private Krankenversicherung Private Krankenzusatzvers. 69 % 55 % 9 % 32 % 33 % 12 % 20 % 14 %

14 Seite 14 Die Werbung Unfallversicherung Alle 4 Sekunden passiert in Deutschland ein Unfall. Das sind mehr als Unfälle pro Tag. In vielen Fällen sind die Verletzungen so stark, dass die Betroffenen ihre Erwerbsfähigkeit verlieren. Mit unserer privaten Unfallversicherung können Sie sehr preiswert die finanziellen Folgen eines Unfalls absichern.

15 Seite 15 Unfallversicherung Die Statistik: Unfallversicherung (UV) ist ungeeignet, um Todesfall- und Invaliditätsrisiko abzusichern Absicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos Versicherungsschutz durch Unfallversicherung Berufsunfähigeitsversicherung < 3 % der BU-Fälle durch Unfall verursacht* 100 % Absicherung des Todesfallsrisikos Versicherungsschutz durch Unfallversicherung Lebensversicherung < 3 % der Todesfälle durch Unfall verursacht* 100 % * Quelle: map-report

16 Seite 16 Unfallversicherung Unfallversicherung, aber keine BU-Versicherungsschutz, d.h. gegen Invalidität fast nie abgesichert finanzielle Unwissende Durchschnitt finanziell Informierte 66% 52 % 59 %

17 Seite 17 Unfallversicherung Unfallversicherung, aber keine Lebensversicherung, d.h. gegen Todesfall fast nie abgesichert finanzielle Unwissende Durchschnitt finanziell Informierte 30 % 34 % 46%

18 Seite 18 Kapitallebensversicherung Die Werbung 5 vor 12: Jetzt handeln und noch steuerfreie Kapitalauszahlung sichern. Ihr Steuervorteil: Bis zu xx.000 Euro

19 Seite 19 Kapitallebensversicherung Die Rentabilität (Rückkaufswert) bei Vertragsabbruch * Laufzeit Kündigung im Jahr 12 Jahre ab Jahre ab Jahre ab 12 Totalverlust Negativrendite positive nominale Rendite positive reale Rendite (bei 1,5 Prozent Inflationsrate) * KLV auch als Versicherung gedacht, d.h. Risikoanteil herausgerechnet. Berechnet anhand der Rückkaufswerte einer großen deutschen Lebensversicherung für einen 32-jährigen Mann bei 5,1 Prozent Kapitalmarktverzinsung.

20 Seite 20 Kapitallebensversicherung Die Rentabilität (Rückkaufswert) bei Vertragsabbruch * Laufzeit Kündigung im Jahr 12 Jahre ab Jahre ab Jahre Totalverlust Negativrendite positive nominale Rendite positive reale Rendite (bei 1,5 Prozent Inflationsrate) * KLV als reine Kapitalanlage gedacht, d.h. kompletter Beitrag berücksichtigt. Berechnet anhand der Rückkaufswerte einer großen deutschen Lebensversicherung für einen 32-jährigen Mann bei 5,1 Prozent Kapitalmarktverzinsung.

21 Seite 21 Kapitallebensversicherung Die Statistik: Stornoquoten in der KLV nach 5101 Jahren nach Vertragslaufzeit* 15 Jahre 20 Jahre 3 % 6 % 19 % % 25 % 37 % 48 % 30 Jahre 10 % 37 % 48 % 63 % Zusätzlich: 11 %, 12 % bzw. 17 % beitragsfrei gestellte Verträge * Quelle: Taut (2003): Die individuelle Vorteilhaftigkeit der privaten Rentenversicherung - Steuervorteile, Lebenserwartung und Stornorisikien. Tübingen.

22 Seite 22 Fazit Was ist das Problem? unzureichendes Finanz-Wissen problematische Produktinformationen interessengebundene Vermittlung Was sind die Folgen? zu spät abgeschlossene Versicherungsverträge Fehlversicherungen

23 Seite 23 Fazit Was ist zu tun? Finanzielle Bildung der Nachfrager verbessern Informationspflichten für Anbieter einführen, die allen Bürgern eine rationale Entscheidung ermöglichen, u.a.: Hinweispflicht bei lückenhafter Risikoabsicherung (z.b. Abdeckung Invaliditäts/Todesfallrisiko in der UV) Hinweispflicht auf Stornoauswirkungen und -wahrscheinleichkeit bei Kapital bildenden Tarifen (z.b. Rendite in der KLV bei Vertragsabbruch)

24 Seite 24 Vielen Dank! Weitere Informationen unter

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