Motorische Förderung von Kindern im Schulsport

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1 Sport Andreas Berkenkamp Motorische Förderung von Kindern im Schulsport Unter besonderer Berücksichtigung der offenen Ganztagsschule Examensarbeit

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3 Thema: Motorische Förderung von Kindern im Schulsport Unter besonderer Berücksichtigung der offenen Ganztagsschule Schriftliche Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt für die Sekundarstufe I und II, dem Staatlichen Prüfungsamt für Erste Staatsprüfungen für Lehrämter an Schulen in der Geschäftsstelle Wuppertal, Außenstelle Düsseldorf Verfasser: Andreas Berkenkamp Velbert, den Institut für Sportwissenschaften (IfS) der Universität Düsseldorf

4 Inhaltsverzeichnis Seite 1. Einleitung 3 2. Definition von Bewegung, Sport und körperlicher Aktivität 5 3. Bewegungswelt und Bewegungsstatus von Kindern 6 und Jugendlichen 3.1 Bewegungsumfänge und Bewegungszeiten messen Bewegungsumfänge von Kindern und Jugendlichen Bewegungsräume von Kindern und Jugendlichen Der unmittelbare Wohnraum Bewegungsraum Wohnumfeld Bewegungsfeld Sportverein Empfohlene Umfänge im Kindes- und Jugendalter Zeitliche und inhaltliche Bewegungsempfehlungen für Kinder und 18 Jugendliche unter Berücksichtigung gesundheitlicher Aspekte Die Bewegungspyramide Die Bewegungsscheibe Gesundheitliche Vorteile durch Bewegung und Aktivität Bewegungsräume und Bewegungsformen, die Kinder und 22 Jugendliche zur Bewegung anregen 5. Bewegungsmangel als Ursache für motorische Defizite und 24 Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen 5.1 Indikatoren für den Bewegungsmangel Zum Motorikbegriff Motorische Defizite auf Grund von Bewegungsmangel Das Problem der Quantifizierung des Bewegungsmangels Motorische Leistungstests und ihre Vergleichbarkeit Übergewicht durch Inaktivität Motorische Leistungsfähigkeit und Prävalenz von Übergewicht 43 in Bezug zum Sozialstatus 6. Schule als Institutioneller Ort der Prävention und Intervention Die bewegte Schule in der Diskussion Bewegter Sportunterricht Bewegung im außerunterrichtlichen Schulsport Motorische Förderung in der offenen Ganztagsgrundschule Die Idee der offenen Ganztagsgrundschule Außerunterrichtlicher Schulsport in Abgrenzung zum 56 Bewegungs-, Spiel- und Sportangebot (BeSS) in der offenen Ganztagsgrundschule Bewegungsförderung in der offenen Ganztagsgrundschule Schluss Literaturverzeichnis Internetverzeichnis Anhang 71 2

5 1. Einleitung Problemstellung und Ziel der Arbeit Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der in den Medien sehr präsenten Thematik der motorischen Defizite bei Kindern und Jugendlichen und den daraus resultierenden Möglichkeiten für die Schule, diesen Defiziten entgegenzuwirken. Dabei vermittelt uns die mediale Darstellung ein Bild einer von motorischen Defiziten geprägten Jugend, die dazu noch sehr bewegungsarm lebt und häufig übergewichtig ist. So wird ein Sachverhalt aufgezeigt, der auf eine immer schlechter werdende körperliche Leistungsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen begründet ist. 1 Gerade die mediale Darstellung differenziert nur selten, bei welchen Gruppen der Kinder und Jugendlichen die körperliche Leistungsfähigkeit nachlässt, sofern wissenschaftliche Studien eine nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit überhaupt feststellen können. Hierbei sind Unterscheidungen hinsichtlich des Geschlechts, aber vor allem der sozioökonomischen und sozioökologischen Einflüsse von Bedeutung. Besonders diese Einflüsse sind aber hinsichtlich der Bewegungsumfänge, der Entstehung von Übergewicht und dem Auftreten motorischer Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen von Relevanz. Den Nachweis, dass die Kinder und Jugendlichen unserer Gesellschaft motorisch immer schlechter werden und dazu die Anzahl der übergewichtigen Kinder zunimmt, sollen sportmotorische Tests verschiedener Studie belegen. 2 Die angebliche Verschlechterung der motorischen Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren soll auf einen zunehmenden Bewegungsmangel zurückzuführen sein, der durch eine veränderte Lebenswelt begünstigt wird. 3 Diese scheinbar logischen Zusammenhänge sollen in dieser Arbeit analysiert werden. Dabei gilt es zu hinterfragen, was Bewegungsmangel ist, wie er entsteht und ob er Auswirkungen auf die motorische Leistungsfähigkeit und das Gewicht von Kindern und Jugendlichen hat. Nach Klärung dieser Sachverhalte wird untersucht, welche Konsequenzen dies für die Schule, insbesondere für die offene Ganztagsgrundschule (OGS) hat und welche Möglichkeiten daraus resultieren. 1 Vergl. Deutscher Sportbund (2003). 2 Vergl. Bös, K. (2003), S. 85 f. 3 Vergl. Kretschmer, J. (2003a), S. 3. 3

6 Gliederung Zu Beginn der Arbeit stelle ich zunächst die Bewegungswelt und den Bewegungsstatus hinsichtlich zeitlicher Umfänge dar. Dabei zeige ich auf, wie viel sich Kinder und Jugendliche heute tatsächlich bewegen, ohne jedoch detailliert zu bewerten, ob diese Bewegungsumfänge als hoch oder gering anzusehen sind. Darüber hinaus werden einige Methoden angeführt, die zur Messung von Bewegungsumfängen verwendet werden. Hinsichtlich der Bewegungswelt, aber auch der Bewegungsumfänge, werden besonders der Wohnraum, der unmittelbare Wohnraum und die Sportvereine genauer untersucht. Dabei werde ich auf offensichtliche Veränderungen in der Lebens- und Bewegungswelt der Kinder und Jugendlichen eingehen und aufzeigen, inwieweit sich diese in den letzten Jahren geändert hat. Nach dieser Ist-Bestandsaufnahme stehen die empfohlenen Bewegungsumfänge für Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt. Dabei werden die Modelle der Bewegungsscheibe und der Bewegungspyramide erörtert und hinsichtlich ihrer Empfehlungen verglichen. Auch die Bedeutung von Bewegungsräumen hinsichtlich der Bewegungsmöglichkeiten soll kurz analysiert werden, da sich bis heute die Lebens- und Bewegungswelt der Kinder und Jugendlichen erheblich verändert hat. 4 Im Anschluss an diese eher darstellenden Kapitel erfolgt nun die kritische Betrachtung der als logisch dargestellten Zusammenhänge von einer veränderten Bewegungswelt und dem daraus resultierenden Bewegungsmangel, der letztendlich in motorischen Auffälligkeiten und der immer stärker zunehmenden Verbreitung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen mündet. Hierbei werde ich auf die Indikatoren eingehen, die einen Bewegungsmangel belegen sollen, und erläutern, was dies für die Quantifizierung des Bewegungsmangels bedeutet. Darüber hinaus werde ich kritisch auf die motorischen Leistungstests, ihre Vergleichbarkeit und Aussagekraft eingehen. Neben der Analyse der motorischen Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen ist auch der Aspekt des Übergewichts ein wesentlicher Bestandteil dieser Arbeit. Da auch die Entstehung von Übergewicht eine Folge des Bewegungsmangels sein soll, werde ich differenzierter auf den Zusammenhang von Aktivität und Übergewicht eingehen. Hierbei spielt ganz besonders das Ernährungsverhalten eine wesentliche Rolle. Wie bereits bei der 4 Vergl. Graf, C./ Dordel, S./ Koch, B./ Predel, H.-G. (2006), S

7 Problemstellung und dem Ziel dieser Arbeit angesprochen, sollen die Zusammenhänge von sozioökonomischen und sozioökologischen Bedingungen und der Prävalenz von Übergewicht sowie motorischer Leistungsfähigkeit eingehender analysiert werden. Nach dem Abschluss der kritischen Betrachtungsweise hinsichtlich der heute angeblich geringeren motorischen Leistungsfähigkeit und der Entstehung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen werde ich im letzten Kapitel auf die Möglichkeiten eingehen, wie die Schule bewegter gestaltet werden kann. Dabei wird insbesondere auf die bewegte Schule, den Sportunterricht und den außerunterrichtlichen Schulsport eingegangen, wozu auch das Sportangebot der offenen Ganztagsgrundschulen zählt. Die Gemeinsamkeiten, aber auch die Abgrenzungen dieser Modelle werde ich eingehender veranschaulichen. Dabei werde ich die Ergebnisse meiner kritischen Analyse hinsichtlich der motorischen Fähigkeiten verwenden, um aufzuzeigen, welchen Beitrag die Schule, besonders die offene Ganztagsgrundschule (OGS), zur Förderung der motorischen Leistungsfähigkeit bei Kindern leisten kann. Der Schlussteil meiner Arbeit beinhaltet eine Zusammenfassung der im Folgenden aufgeführten Fakten, Sachverhalte und kritischen Auseinandersetzungen. Hinzu kommt eine abschließende, eigene Bewertung. Meine Arbeit beruht auf einer umfassenden Literaturrecherche, die sich auf zahlreiche Bücher, Aufsätze und Vorträge aus den letzten Jahren bezieht, die sich besonders hinsichtlich der Aussagekraft der motorischen Leistungsfähigkeit der Heranwachsenden z.t. stark unterscheiden. 2. Definition von Bewegung, Sport und körperlicher Aktivität Zwischen Bewegung, körperlicher Aktivität und Sport bestehen Unterschiede hinsichtlich ihrer Definierung. Bewegung ist nicht immer Sport und körperliche Aktivität kann anstrengend, aber auch moderat sein. Hinsichtlich der Definierung spielen die Faktoren der muskulären Beanspruchung und des Energieumsatzes eine wichtige Rolle. Auf den Energieumsatz, wie auch auf die Energiebilanz, wird in Kapitel noch detailliert eingegangen werden, da die Energiebilanz bei der Entstehung von Übergewicht berücksichtigt werden muss. 5

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