TGA AM BEISPIEL LACROSSE/INTERCROSSE CORSIN BÜHLER, DANIEL SPADIN

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1 Teaching Sport Concepts and Skills A Tactical Games Approach for Ages 7 to 18. TGA AM BEISPIEL LACROSSE/INTERCROSSE CORSIN BÜHLER, DANIEL SPADIN

2 Inhalt 1.Der TGA 2.Eignung für den Schweizer Schulsport 3.Lacrosse/Intercrosse 4.Lektionsdurchführung 5.Anregungen/Fragen

3 Der TGA Lehre zuerst WAS zu tun ist und danach WIE es zu tun ist!. Abb. 1: Taktik-Spiel-Konzept (aus Mitchell et al., 2013, S. 9)

4 Der TGA Der TGA ist ein Spielvermittlungskonzept, welches von den Professoren für Sportpädagogik Stephen Mitchell, Judith Oslin und Linda Griffin (2006) in den USA entwickelt wurde. Der TGA nimmt sich der Aufgabe an, die beiden Bereiche der Spielfähigkeit (im engeren Sinn), also die Technik und die Taktik, für den Schulrahmen optimal zu kombinieren. Das Konzept versucht dabei, die Förderung des taktischen Bewusstseins in den Fokus zu stellen und die technischen Übungen zum richtigen Zeitpunkt und stets im Kontext der Spieltaktik einfliessen zu lassen. Das bedeutet konkret, dass die SuS zuerst versuchen sollen in einer geeigneten Spielform (modifiziert durch Spielfeldgrösse, Spielregeln, Teamgrösse etc.) taktisches Bewusstsein zu entwickeln, indem sie Lösungen für ein taktisches Problem finden und erst im Anschluss daran, und nur falls notwendig, Technikübungen durchführen.

5 Kritische Fragen Zeit: Wann ist der beste Zeitpunkt, den Pass nach aussen zu spielen? Raum: Wie schaffe ich Platz für meinen Angriff? Risiko: Welche Möglichkeit für den Pass ist die Sicherste und welche ist die Gefährlichste? Das Ziel der Lektion soll von den SuS selbst herausgefunden werden. Sag es mir, und ich werde es vergessen! Zeig es mir, und ich werde es mir merken! Lass es mich entdecken, und ich werde es verstehen! (Konfuzius, v. Chr.)

6 Taktische Probleme in Spielsportarten Löst in 2er Gruppen folgende Aufgaben: 1. Überlegt euch ein taktisches Problem im Unihockey. 2. Überlegt euch eine Spielform dazu. 3. Überlegt euch Fragen, welche ihr den Schülern stellen würdet. 4. Überlegt euch eine Technikübung, wenn das Spiel nicht klappt. 5. Überlegt euch eine weitere Spielform, welche das Gelernte festigt.

7 Ein Beispiel Taktisches Problem Im Ballbesitz bleiben Lektionsfokus Ballführen (Dribbeln) Zielsetzung In den freien Raum dribbeln, so dass der Gegner nicht in Ballbesitz gelangt.

8 Ein Beispiel SPIEL 1 Organisation & Inhalt 1:1-Spielform mit zwei markierten Endzonen (ca. 1m breit) und fünf Paaren pro Spielfeld. Achtung: Es werden mehrere Duelle auf einem Spielfeld durchgeführt. Dies kann optisch zu einem chaotischen Durcheinander führen. Trotzdem werden die SuS sich auf das Dribbeln konzentrieren. Ziel Den Ball in die gegnerische Zone bringen, um einen Punkt zu erzielen. Auflagen - Nachdem ein Punkt erzielt wurde, geht der Ball zu dem Schüler, der den Punkt nicht gemacht hat. - Der Schüler, der gepunktet hat, muss sich mindestens bis zur Spielhälfte zurückziehen.

9 Ein Beispiel REFLEXION LP: Was war das Ziel des Spiels? SuS: Gelange zur Endzone des Gegners und stoppe den Ball darin. LP: Wie bringst du den Ball in die Endzone? SuS: Durch dribbeln. LP: Welches Problem entsteht durch den Gegner? SuS: Er steht im Weg. Ich muss den Ball von ihm fern halten, indem ich stets in den freien Raum dribble. LP: Wie kannst du den Ball mit dem Stock dribbeln? SuS: Mit der Innen- und Aussenseite der Schlägerschaufel.

10 Ein Beispiel ÜBUNG Organisation & Inhalt Die SuS dribbeln zuerst frei durch die Halle und üben, den Ball mit der Innen- und Aussenseite der Schlägerschaufel zu führen. Anschliessend gibt die Lehrperson Anweisungen durch ein akustisches Signal: 1x pfeifen = Richtung wechseln, 2x pfeifen = Tempo steigern, 3x pfeifen = Tempo verringern (Die Aufgaben können variiert werden. Wichtig sind Wechsel in Tempo und Richtung.) SPIEL 2 Ein Spieler ist Verteidiger und steht den Angreifern gegenüber. Nun versuchen die Angreifer den Ball auf die andere Seite zu transportieren ohne dass der Verteidiger den Ball erobern kann. Erobert der Verteidiger den Ball, wird der Angreifer selbst zu einem zusätzlichen Verteidiger.

11 Bezug zum Schweizer Schulsport Lehrplan 21 «Die Schüler und Schülerinnen können technische und taktische Handlungsmuster in verschiedenen Sportspielen anwenden.»

12 Bezug zum Schweizer Schulsport Die aktuelle Schulsportprüfung Graubünden verlangt von der Lehrperson die Bewertung der Taktik. Die Autoren behaupten, das Ziel des lebenslangen Sporttreibens wird begünstigt.

13 Bedeutung für den Schweizer Schulsport Nach Mitchell et al. (2006) gibt es drei gute Gründe, warum der TGA für die Schule ein geeigneteres Spielvermittlungskonzept ist als ein traditionelles Technik-Konzept. 1. Interesse und Begeisterung (Technische Übungen werden nur dann durchgeführt, wenn dies zur Lösung eines Problems zwingend ist und die SuS verstehen warum die Übung gemacht wird) 2. Wissen als Fähigkeit (technische Fähigkeiten sind viel schwieriger zu erlenen als taktische Fähigkeiten, warum also nicht mit der Taktik anfangen muss man die Manchette im Volleyball können? Wie lange muss man dafür üben? 3. Wissenstransfer

14 Intercrosse vs. Lacrosse Intercrosse vs. Lacrosse Unterschiede Spielmaterial (Sticklängen und -beschaffenheit, Härte der Bälle) Ohne Körperkontakt (Intercrosse) vs. Körperkontakt und Schutzausrüstung (Lacrosse) Anzahl Spieler auf dem Feld (Intercrosse 4 Feldspieler + Torwart, Lacrosse 10/12 Spieler) Feldgrösse (Intercrosse: 20 x 40 Meter; Lacrosse: 55 x 102 Meter Torgrösse (Intercrosse: x Meter; Lacrosse: 1.83 x 1.83 m) Spieldauer (Intercrosse: 4 x 12 Minuten; Lacrosse 4x 30 Min (Männer); 4 x 15 Min (Frauen) Verteidigungssysteme (Intercrosse: Mann-Mann-Deckung; Lacrosse: Zonendeckung, Mann-Mann-Deckung etc.)

15 Regeln Regel 1: Gezielter Körperkontakt (Körper mit Körper, Stick mit Körper, Stick mit Stick) ist verboten. Regel 2: Der Ball darf nur mit dem Stick geführt werden. Er darf weder geschlagen noch mit dem Körper berührt werden. Regel 3: Der Stick muss grundsätzlich mit beiden Händen gehalten werden, ausser beim Fangen, Passen oder Covern darf er mit einer Hand geführt werden. Regel 4: Ein Spieler darf den Ball maximal fünf Sekunden im Korb halten. Regel 5: Der ballführende Spieler darf mit dem Ball nicht gehen. Er muss stehen oder rennen.

16 Regeln Regel 6: Die Mannschaft die im Ballbesitz ist, muss innerhalb von 30 Sekunden einen Angriff abschliessen. Regel 7: Der Spieler, der einen auf dem Boden liegenden Ball zuerst mit dem Korb seines Sticks bedeckt (covert), darf den Ball spielen. Die Gegenspieler müssen dabei einen Abstand von zwei Metern halten. Regel 8: Vor beiden Toren gibt es einen Torkreis (mit einem Radius von etwa drei Metern). Dieser Torkreis darf von den Angreifern nicht betreten werden. Regel 9: Es wird in einer strikten 1:1-Deckung verteidigt. Zonen- oder Doppeldeckung sind nicht erlaubt (siehe Foto). Regel 10: Es darf nie geschossen werden, wenn ein Spieler in der Schusslinie steht.

17 Lektionsdurchführung Genug erzählt, jetzt wird gespielt..

18 Quelle S.A. Mitchell, J.L. Oslin, L.L. Griffin, Teaching Sport Concepts and Skills. A Tactical Games Approach for Ages 7 to 18. S Human Kinetics.

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