Laptop-Klasse an der Weißfrauenschule in Frankfurt am Main

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1 Abschlussbericht zur Evaluation des Projekts Laptop-Klasse an der Weißfrauenschule in Frankfurt am Main Oktober 2003 bis Juli 2004 Projektförderung: Siemens AG Hessisches Kultusministerium Institut für Sonderpädagogik am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Prof. Dr. Dieter Katzenbach Wiss. Mitarbeiterin Dominique Rössel

2 INHALT TEIL I: ZIELE UND METHODE DER EVALUATION Begründung der Einrichtung der Laptopklasse Aufgaben und Methode der Evaluation Inhaltliche Schwerpunkte der Evaluation Erhebung und Auswertung des Datenmaterials... 3 TEIL II: ERGEBNISSE Rahmenbedingungen des Projekts Strukturqualität Entwicklung der Unterrichtskonzeption Prozessqualität Einführung der Laptops: Stärkere Lehrerzentrierung Unterricht mit und ohne Laptopeinsatz Vom lehrerzentrierten Unterricht zum Begleiten von Lernprozessen Lernerfolge der SchülerInnen durch den Einsatz des Laptops Ergebnisqualität Vorerfahrungen der SchülerInnen im Umgang mit den Neuen Medien Fortschritte in ausgewählten Lernbereichen Fallbeispiele Zusammenfassung TEIL III: FAZIT Wichtigste Befunde und Empfehlungen LITERATUR ANHANG 1: ZWISCHENBERICHT... 1 ANHANG 2: KONZEPT DER WISSENSCHAFTLICHEN BEGLEITUNG... 1

3 Teil I: Ziele und Methode der Evaluation 1. Begründung der Einrichtung der Laptopklasse An der Weißfrauenschule werden Kinder und Jugendliche mit Sprachbehinderung beschult. Die Schülerinnen und Schüler stammen mehrheitlich aus bildungsfernen Milieus. Mit der Einführung von Laptops in den unterrichtlichen Alltag wird versucht, gerade bildungsbenachteiligten SchülerInnen neue Lernchancen zu eröffnen (vgl. Jäger 2003, o. S.). Die Originalität des Laptop-Projektes liegt in der Ausdehnung der vorliegenden Erfahrungen aus anderen Laptop-Projekten 1, die vorrangig an Gymnasien durchgeführt wurden, auf den Bereich der sonderpädagogischen Förderung. SonderschülerInnen wird durch die Einrichtung der Laptopklasse der Zugang zu den Neuen Medien ermöglicht, mit dem Ziel der Flexibilisierung der Lernorte und der Initiierung autonomer Lernprozesse. Das Projekt wird von der Firma Siemens durch die Bereitstellung der notwendigen Hardware (Laptops, Netzwerk) materiell unterstützt. Im schulischen Alltag ist allgemein zu beobachten, dass benachteiligte, kognitiv beeinträchtigte oder misserfolgsgewöhnte SchülerInnen am Computer erheblich motivierter arbeiten und lernen als im übrigen Unterricht. Sie legen hier eine Leistungsfähigkeit an den Tag, die ihnen ansonsten nicht zugetraut wird oder im Verborgenen bleibt. Das Lernen am Computer und die Nutzung des Internets bieten weit reichende Lernerfahrungen, wenn die Vorzüge des Mediums als subjektiv sinnvoll und gewinnbringend erlebt werden. Der Zugang und die Nutzung der Neuen Medien stehen in engem Zusammenhang mit Bildungsgrad und Schulabschluss. Der Anteil der InternetnutzerInnen steigt stetig, die höchste Steigerungsrate ist allerdings bei den formal höher Gebildeten festzustellen, die nach wie vor zum Stammklientel gehören (vgl. van Eimeren/ Gerhards/ Frees 2003, S. 339). Die Verbesserung der Zugangsmöglichkeiten auch für Kinder und Jugendliche aus bildungsferneren Milieus ist im wesentlichen auf Schulprojekte bzw. die Einrichtung von Computerräumen in Schulen zurück zu führen (ebd. S. 349). Es wird daher verschiedentlich vor der Gefahr der digitalen Spaltung der Gesellschaft gewarnt, die vor allem jene Personengruppen auszugrenzen droht, die aus Kostengründen auf den Computer und das Internet verzichten müssen (Gerhards/Mende 2003, S. 369). Bedroht, den literal-digitalen Anschluss zu verpassen, sind nach wie vor Kinder aus sozial benachteiligten Familien und Kinder mit Migrationshintergrund. Die Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen im Hinblick auf Le- 1 Hessen startet Laptopklasse (2003). Lehren und Lernen mit Laptop: Empfehlungen des Dr. Ulrich Engelen, Schulleiter des Ev. Stift. Gymnasiums Gütersloh, unter Bezug auf die Evaluationsergebnisse der Bertelsmann Stiftung. Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 1

4 ben, Lernen und Arbeiten in der Informationsgesellschaft Deutschland wird nicht nur unter Aspekten der Chancengleichheit diskutiert, sondern scheint auch unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten unverzichtbar (vgl. Perillieux/ Bernnat/ Bauer 2000, S. 7). Der Computer bietet neben der Partizipation an der technologisierten Gesellschaft weitere Erfahrungsspielräume, in denen besonders Kinder und Jugendliche unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen können: Anerkennung durch die Lerngruppe aufgrund von Bedienerfertigkeit, die Erfahrung der Zugehörigkeit zur Gruppe medienbegeisterter Gleichaltriger und das Erleben eigener Fähigkeiten durch den geschickten Umgang mit Hard- und Software (vgl. Luder 2003, S. 50 ff.). Die Identifikation mit der Leistungsfähigkeit des Computers trägt zu einer Steigerung des Selbstwertgefühls bei und erlaubt es, sich als fachlich kompetent zu erleben für meist misserfolgsgewöhnte SchülerInnen eine neue Erfahrung (vgl. Katzenbach 1997, S.160). 2. Aufgaben und Methode der Evaluation Die Evaluation bezieht sich auf den Zeitraum vom 01. Oktober 2003 bis zum 30. Juni Sie orientierte sich mit der Unterscheidung von Struktur-, Prozess- und Ergebnis-Qualität an den Standards des Qualitätsmanagements. Die Strukturqualität bezieht sich auf die personellen, räumlichen und sächlichen Voraussetzungen von Lehr- und Lernprozessen. Die Prozessqualität beinhaltet deren Planung, Organisation und Realisierung, unter Ergebnisqualität werden die erworbenen Kompetenzen erfasst. Die Schwerpunkte der wissenschaftlichen Begleitung wurden von Projektleitung, Schule und wissenschaftlicher Begleitung gemeinsam festgelegt. 2.1 Inhaltliche Schwerpunkte der Evaluation Die Evaluation bezieht sich neben der Dokumentation der sächlichen, personellen und räumlichen Voraussetzungen des Projekts im Schwerpunkt auf die beiden Bereiche Unterrichtskultur (auf Seiten der Schule/den LehrerInnen) und Lernzuwachs (bei den SchülerInnen): In Bezug auf den Unterricht lag die Aufmerksamkeit auf den folgenden Aspekten: Entwicklung eines mediendidaktischen Unterrichtskonzepts, Individualisierungs- und Differenzierungseffekte im Unterricht, Veränderungen im Unterrichtsstil und Rollenverständnis der LehrerInnen. Bezüglich der SchülerInnen richtete sich die Aufmerksamkeit auf: Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 2

5 Zugewinn an Medienkompetenz 2, Entwicklung autonomer Lernformen 3, Kooperationsfähigkeit und Transferleistungen in andere Unterrichtsfächer. 2.2 Erhebung und Auswertung des Datenmaterials Die Untersuchung bezog in ihre Datenerhebung drei Perspektiven ein: die Sichtweisen der SchülerInnen, die Sichtweise der Klassenlehrerin sowie die Ergebnisse aus Unterrichtsbeobachtungen 4. Als Datenbasis liegen vor: Leitfadengestützte Interviews mit der Klassenlehrerin und mit allen SchülerInnen der Klasse zu Beginn des Projekts; Leitfadengestützte Interviews mit der Klassenlehrerin und mit allen SchülerInnen der Klasse am Ende des Projekts; 140 Unterrichtsprotokolle der SchülerInnen und 14 Protokolle der Klassenlehrerin; Unterrichtsbeobachtungen aus insgesamt 20 Unterrichtsstunden. Zu Beginn und zum Abschluss des Projektes wurden die SchülerInnen sowie die Klassenlehrerin mithilfe leitfadengestützter Interviews befragt. Der Schwerpunkt der zu Projektbeginn durchgeführten Interviews lag auf der Klärung der Erwartungen, der Schwerpunkt der am Projektende durchgeführten Interviews auf den Veränderungen im Lern- und Arbeitsverhalten der SchülerInnen, dem didaktischen 2 Der Begriff der Medienkompetenz wird in der Fachliteratur zwar kontrovers diskutiert, gleichwohl wird durchgängig betont, dass Medienkomptenz die über reine Bedienfertigkeit hinausgehende Fähigkeit des reflexiven Umgangs mit der medial vermittelten Wirklichkeit mit umfasst (vgl. Baake 1999; Groeben 2002; Sandbothe 2003; Weidenbach 2000). Aus Gründen der besseren Operationalisierbarkeit arbeiten wir im Folgenden mit einem relativ pragmatischen Verständnis des Begriffs: Wir verstehen unter Medienkompetenz die Fähigkeit, gegebene Aufgabenstellungen unter Verwendung der Neuen Medien zu lösen. Medienkompetenz in diesem Sinne baut auf elementaren Bedienkompetenzen auf, verlangt aber darüber hinaus die Fähigkeit Informationen gewinnen, in ihrer Relevanz bewerten und problembezogen präsentieren zu können. 3 Die drei Säulen des Wissens, des Könnens und des Wollens bilden nach Aebli die Grundlage des autonomen Lernens. Lernprozesse verlaufen effektiver, wenn die Lernenden eine Vorstellung über ihre eigenen Lernstrategien haben, diese Lernverfahren praktisch anwenden können und ihr Nutzen gewollt wird. Autonome LernerInnen haben gelernt zu lernen und können ihre Möglichkeiten zum selbständigen Lernen ausschöpfen. Die Lernmotivation muss dabei aus eigenem Willen beständig aufrechterhalten werden können (vgl. Aebli 1987, S.179 ff.). 4 Die Unterrichtsbeobachtungen fanden im Unterricht der Klassenlehrerin der Laptopklasse statt und wurden von der wissenschaftlichen Begleitung durchgeführt. Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 3

6 Konzept der Lehrerin, der Veränderung der Lehrerinnenrolle und der gruppendynamischen Prozesse inklusive der Interaktions- und Kommunikationsverläufe. Die Auswertung der insgesamt 23 Interviews erfolgte in Anlehnung an die Qualitative Inhaltsanalyse (vgl. Lamnek 1995, Mayring 2003). Die Unterrichtsprotokolle der SchülerInnen und der Klassenlehrerin bezogen sich auf achtundzwanzig Unterrichtsstunden. Diese Stunden umfassten den Unterricht zur Vorbereitung der Projektprüfung, den sogenannten Laptopunterricht (zum Erwerb elementarer Bedienkompetenz) und Fachunterricht (Deutsch, Arbeitslehre, Erdkunde sowie Politik und Wirtschaft). Die Unterrichtsprotokolle der SchülerInnen gaben Aufschluss über spontane Einschätzungen zum Unterrichtsverlauf, zum Lernzuwachs und zur Gruppendynamik (Interaktion- und Kommunikationsverläufe). Die Einschätzungen der Klassenlehrerin ergänzten bzw. korrigierten die Angaben der SchülerInnen. Die Daten dieser Protokolle wurden ebenfalls nach der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Die von der wissenschaftlichen Begleitung durchgeführten Unterrichtsbeobachtungen bezogen sich auf zwanzig Unterrichtsstunden mit und vier Unterrichtsstunden ohne Laptop. Der Schwerpunkt der Beobachtung lag auf den Interaktionsverläufen, der Kooperationsleistung der SchülerInnen untereinander und der Kommunikation mit der Lehrerin. Die Aspekte der Konzentrationsleistung, Lernatmosphäre und Selbständigkeit der SchülerInnen wurde durch die Beobachtung einzelner SchülerInnen oder der gesamten Klasse vertieft. Die Analyse der Unterrichtsbeobachtung orientierte sich an Beck und Scholz (1995) und wurde als dritte Perspektive zu den Aussagen der Lehrerin zu ihrem Rollenverständnis und der SchülerInnen zu ihrem Lernverhalten genutzt. Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 4

7 Teil II: Ergebnisse Die Darstellung der wichtigsten Ergebnisse folgt der oben genannten Unterscheidung von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Inhaltlich fassen wir die schulischen Rahmenbedingungen unter Strukturqualität, die Unterrichtskonzeption unter Prozessqualität und die Lernergebnisse unter Ergebnisqualität. 3. Rahmenbedingungen des Projekts Strukturqualität Die Rahmenbedingungen des Projekts sind unter vier Aspekten zu beschreiben: Sachausstattung Räumliche Bedingungen Personelle Bedingungen Zeitbudget Sachausstattung Alle SchülerInnen wurden nach den Sommerferien 2003 mit einem Laptop der Firma Siemens-Fujitsu ausgestattet. Die Firma Siemens sorgte ebenfalls für die Einrichtung eines Servers und I-Gates, das die Notebooks über Funk vernetzte. Das Hochbauamt Frankfurt sorgte für die notwendige Elektrizitätsversorgung. Die Laptops verblieben nach Schulschluss in einem verschließbaren Schrank des Klassenraums. Vor Unterrichtsbeginn, im so genannten offenen Anfang, durften die SchülerInnen der Laptopklasse die Laptops zur freien Verfügung nutzen. Räumliche Bedingungen Die Sitzordnung der Klasse gestaltete sich U-förmig, auf die Schülertische passten jeweils zwei Laptops, Platz für andere Arbeitsmaterialien war nicht mehr vorhanden. Die Steckdosen an den Plätzen und die Verkabelung zur Stromversorgung der Geräte erschwerten die spontane Veränderung der Sitzordnung. Der Betrieb des Funknetzwerks war auf das Klassenzimmer beschränkt, in den Fachräumen bestand kein Netzzugang. Personelle Bedingungen Die Klassenlehrerin der Forschungsklasse integrierte als einzige Lehrerin der untersuchten Klasse die Neuen Medien in ihren Unterricht. Die Klassenlehrerin nutzte seit mehreren Schuljahren Computer (Computerinsel) und verfügte über entsprechende bedientechnische und mediendidaktische Kompetenzen. Neu war für sie der Inter- Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 5

8 net-zugang und die ständige Verfügbarkeit der Laptops für alle SchülerInnen. Andere FachlehrerInnen nutzten die Laptops in ihrem Unterricht nicht. Zeitbudget Das Konzept der Laptop-Klasse sah die Einbindung des Mediums in den normalen Fachunterricht vor. Zur Projekteinführung wurden darüber hinaus Stunden des Wahlpflichtunterrichts genutzt, um die dafür notwendige Bedienkompetenz bei den SchülerInnen zu entwickeln. Dieser sogenannte Laptopunterricht fand regelmäßig montags in der siebten und achten Schulstunde statt. Hier wurden u.a. das Einrichten von Adressen und andere Funktionen zum Internet (Umgang mit Suchmaschinen), sowie der Umgang mit dem Programm Mircrosoft-Word und das Installieren von CD-ROMs gelehrt und gelernt. 4. Entwicklung der Unterrichtskonzeption Prozessqualität Die Unterrichtskonzeption in Verbindung mit der Rolle der Klassenlehrerin veränderte sich innerhalb des Laptop-Projektes gravierend. Die Wandlungen vollzogen sich prozesshaft und werden im Folgenden, zeitlich vom Projektbeginn bis zu seinem Abschluss nach neun Monaten, dargestellt. 4.1 Einführung der Laptops: Stärkere Lehrerzentrierung Der Unterricht wurde vor der Einrichtung der Laptopklasse von der Klassenlehrerin durch Wochenplan- und Stationenarbeit strukturiert. Der Wochenplan ermöglichte den SchülerInnen zu dieser Zeit, ihre Arbeitsweise selbst zu organisieren. Die Aufgaben der Stationenarbeit schlossen damals den Computer, allerdings noch ohne Internetzugang, als Station mit ein. Mit der Einführung der Laptops in der neunten Klasse wurde diese Arbeitsweise des Wochenplans und der Stationenarbeit aufgegeben, dieses ganze selbständig freie Arbeiten, das wir im Wochenplan trainiert haben, verlieren wir jetzt an die Laptops, indem ich sage, wir bilden jetzt Kleingruppen, Partner- oder auch Einzelarbeit und die Schüler müssen selbständig arbeiten, sie müssen zu einem Ziel kommen. Das freie Arbeiten hat sich jetzt verlagert auf den Laptop, das heißt, ich musste meinen Unterricht wirklich enorm umstellen, so die Klassenlehrerin. Als Grund, warum Internet und Laptop nicht als Station oder innerhalb eines Wochenplans genutzt werden konnte, gab die Lehrerin im abschließenden Interview Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 6

9 an, dass es kaum Lehrmaterialien gebe, mit denen frei gearbeitet werden könne. Auch an entsprechenden Seiten im Internet fehle es, die für Jugendliche und ungeübte User eingerichtet seien. Sie nahm eine Vorauswahl passender Seiten vor, aus der die SchülerInnen dann im Netz zu recherchieren hatten. Offene Rechercheaufträge würden die Schüler überfordern. Und mich würde es überfordern, jedem mit seinen unterschiedlichen Vorkenntnissen die passende Aufgabe innerhalb des Wochenplans zu stellen. Die didaktisch-methodischen Grenzen des Laptopeinsatzes sah die Klassenlehrerin durch die Leistungsfähigkeit ihrer SchülerInnen bestimmt. Die SchülerInnen gelangen an ihre Grenzen, wenn sie mit der Aufgabenstellung überfordert sind und die Themenstellung zu frei gestaltet wird. Sie arbeiten zwar selbständig mit dem Internet, aber auch oberflächlich und erzielen nicht immer die gewünschten Ergebnisse. Eine gewisse Struktur und Hilfestellung in der Vorgehensweise sind bei meinen Schülern notwendig. Gerade im Internet verlieren sie schnell mal den Überblick oder werden durch den vielen Text überfordert. Schließlich darf man nicht vergessen, sie alle haben eine Sprachbehinderung. Bei den Aufgabenstellungen, da wissen die Schüler nicht immer wie viel Zeit sie wofür verwenden können. Ihr Unterrichtsstil war am Anfang des Projektes geprägt von einer kleinschrittigen Methodik und der Vorgabe, die Reihenfolge der Aufgaben genau zu beachten. Ich überlege mir genau in welcher Reihenfolge die Aufgaben Sinn machen, das Ziel ist es ja, alle auf den gleichen Stand zu bringen. Denn die Schüler kommen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen, Computerkenntnissen. Ich überlege, wie stelle ich die Aufgaben in ihrer Reihenfolge, damit diese von allen gut bearbeitet werden können. Das führt dazu, dass manche in der Arbeitsphase, in denen mit Laptop und Internet gearbeitet wird, viel zu tun haben und manche weniger, je nach dem wie fit sie eben am Laptop sind. 4.2 Unterricht mit und ohne Laptopeinsatz Die Auswirkungen der jeweilig gewählten Unterrichtskonzeption auf die Lernatmosphäre in der Klasse und die Konzentrationsleistung der SchülerInnen wird an folgenden Unterrichtssituationen deutlich: Deutschstunde (Grammatik): Ohne Laptop In der Deutschstunde, beobachtet im Dezember 2003, wurde Grammatik unterrichtet. Die SchülerInnen saßen an ihren Tischen mit Blick auf die Lehrerin. Sie stand an der Tafel und erklärte den Unterrichtsstoff. Ab und zu rief sie einzelne SchülerInnen auf, die ihre Fragen beantworten sollten. Die Aufmerksamkeit der meisten SchülerInnen sank nach elf bis achtzehn Minuten deutlich ab. Sie begannen, aus dem Fenster zu schauen, verloren zumindest den Blickkontakt zur Lehrerin. Drei Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 7

10 SchülerInnen sprachen miteinander und wurden ermahnt. Die Lehrerin war sehr arbeitsam, die SchülerInnen saßen passiv auf ihren Plätzen und wurden erst nach Aufforderung aktiv. Die angespannte Stimmung in der Klasse war deutlich spürbar. Die Lehrerin erläuterte nach der Stunde, dass es sehr schwierig sei, diesen Stoff ihren SchülerInnen näher zu bringen, sie hätten ihrer Ansicht nach trotz mehrfacher Wiederholung kaum etwas dazugelernt. Erdkundestunde: Mit Laptop In der Erdkundestunde im April 2004 sollten die SchülerInnen sowohl fachbezogene Kenntnisse als auch bedientechnische Fertigkeiten erwerben. Der Laptop und das Internet wurden als Hilfsmittel eingesetzt, um einen Fragenkatalog in einer Kleingruppe zu bearbeiten. Die Lehrerin führte zu Beginn der Stunde ein, wie die Vorgehensweise aussehen könnte und in welcher Formatierung sie die Antworten in einem Word-Dokument präsentiert haben wollte. Die Aufteilung der Arbeit oblag den SchülerInnen. Sie diskutierten leise, recherchierten im Netz oder in Büchern und CD-ROMs. Einige schrieben auf dem Laptop und beantworteten schon Fragen, andere waren noch auf der Suche nach geeigneten Texten. Die SchülerInnen begannen unmittelbar mit ihrer Arbeit, die Lehrerin zog sich zurück und kam nur nach Aufforderung zu den einzelnen Gruppen. Das Formatieren des Textes funktionierte nicht bei allen, der Lehrerin war es wichtiger, dass der Inhalt stimmte, denn das mit dem Formatieren, das müssen sie halt noch lernen, das geht mit Versuch und Irrtum. Wir hatten das schon mal besprochen, jetzt lernen sie es direkt an ihrem Text. Beim Formatieren kommen sie oft an ihre Grenzen. Die Atmosphäre war durch die inhaltliche Arbeit geprägt, wobei offenbar das Formatieren in Word weniger motivierend wirkte als die Recherche im Internet. Die Stimmung in der Klasse erstaunte, zwei Schulstunden lang wurde intensiv gearbeitet. Zwei SchülerInnen nahmen sich eine Pause, die anderen arbeiteten bis zum Ende durch. Die hohe Konzentrationsleistung und fähigkeit der SchülerInnen zeigte sich, wie die Lehrerin auf Nachfragen bestätigte, vor allem in den Stunden, in denen die SchülerInnen selbst handelnd tätig würden. In der Beobachtung einer Laptopstunde zur Erlangung von Bedienkompetenz, in der lehrerzentriert am Thema Einrichten einer -Adresse gearbeitet wurde, erstaunte ebenfalls, dass die Konzentrationsleistung der SchülerInnen zwei Schulstunden andauerte. Das gegenseitige Helfen und Kommunizieren war, im Gegensatz zu der Deutschstunde aus dem obigen Beispiel, erlaubt und erwünscht. Die Lernmotivation, ob der Unterricht lehrerzentriert geführt wurde oder nicht, war offenbar vorrangig abhängig von der empfundenen Sinnhaftigkeit des Lerngegenstandes selbst. Darüber hinaus war auffällig, wie sehr die Lernmotivation durch das kooperative, durch gegenseitiges Helfen geprägte Unterrichtsklima gefördert wurde. Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 8

11 4.3 Vom lehrerzentrierten Unterricht zum Begleiten von Lernprozessen Die Lehrerin beschrieb sich zu Beginn des Projektes im Oktober 2003 als zentrale Figur innerhalb des Unterrichtes. Zur Gestaltung ihrer Lehrerinnenrolle bemerkte sie eingangs, ich bin ein ganz kreativer Mensch mit vielen Seiten und Angeboten. Mal ist der Unterricht lehrerzentriert oder auch nicht, dann gibt es die Projektarbeit, die läuft ganz anders ab. Ihr Projektziel lag darin, dass meine Schüler selbständig werden im Umgang mit neuen Informationsquellen, ich musste das ja sonst in meinen Unterricht einfach einbauen. Es geht ja erst mal darum alle auf den gleichen Stand zu bringen. Benutzerfähigkeit systematisch zu lehren hat viel Zeit gebraucht, z. B. das Einrichten einer eigenen Adresse, immer montags, insgesamt sechs bis acht Wochen. Der Umgang mit dem Laptop und das inhaltliche Arbeiten, das muss in einem gewissen Verhältnis stehen. Die Notwendigkeit, über hinreichende Bedienkompetenzen des Laptops und Internets zu verfügen, wird in folgendem Beispiel deutlich: In der Projektwoche teilten sich zwei Schüler aus einer anderen Klasse einen Laptop. Beide verfügten über nur wenige Erfahrungen im Umgang mit den Neuen Medien. Da wurde ganz schnell deutlich, dass sie sich gegenseitig behindern, die kannten sich nicht aus, da hat ständig was nicht funktioniert und sie verloren ganz schnell die Motivation, so die Lehrerin. In den Beobachtungen der Unterrichtsstunden zur Vorbereitung der Projektprüfung, die eigentlich selbständiges Arbeiten fördern sollten, wurde die Lehrerzentrierung trotz Gruppenarbeit erkennbar: Die Klassenlehrerin ging während des Unterrichtes von Gruppe zu Gruppe und erfragte erste Arbeitsergebnisse. Sie kontrollierte die Arbeitsschritte, gab unaufgefordert Hilfestellung oder verbesserte die Vorgehensweise der Gruppen. In der Beobachtung der Projektgruppe Weltall im November 2003 wurde die Steuerung durch die Lehrerin besonders deutlich: Die Projektgruppe, bestehend aus drei SchülerInnen aus der Laptopklasse, saß in Kreisform um einen Tisch, den Laptop vor sich aufgeschlagen. Die Aufgabe für diese Stunde bestand darin, das weite Thema Weltall zu gliedern und Schwerpunkte festzulegen. Im Anschluss daran sollten die Fragestellungen, die sich durch die Strukturierung des Themas ergaben, mit Hilfe von Lexika, Internet, Büchern oder CD-ROM beantwortet werden. Die Gruppe zeigte sich in ihren Diskussionen um das Thema sehr aktiv. Sie stritten regelrecht über Unterthemen und Reihenfolge. Schließlich gelang ein Kompromiss und die Arbeit begann. Diesen Prozess hatte die Lehrerin nicht verfolgen können, da die Gruppe in einem benachbarten Klassenraum arbeitete. Sie kam zur Weltallgruppe und ließ sich die Gliederung zeigen. Aufgeregt erläuterten die SchülerInnen zu dritt die einzelnen Gliederungspunkte, eine SchülerIn stand schon am Tisch und hielt ein Plakat hoch. Die Lehrerin betrachtete die Gliederung und schlug unmittelbar Veränderungen in der Reihenfolge vor. Die Gruppe lehnte ab und wollte an ihrem Konzept festhalten. Die Lehrerin bestand auf den Veränderungen und gab schließlich konkrete Anweisung, welche Reihenfolge der Gliederung ihr logisch erschien. Sie erteilte konkrete Arbeitsaufträge, die Arbeit der SchülerInnen in ihrem Sinne zu verändern. Als die Gruppe wieder alleine war, herrschte Schweigen. Sie blickten sich kurz an, zuckten mit den Schultern und begannen, Witze Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 9

12 zu erzählen. Die verbleibende Zeit der Stunde (achtzehn Minuten), chatteten die SchülerInnen im Netz und wählten Seiten, die mit dem Thema Weltall nichts mehr zu tun hatten. Die Hilfestellung, so reflektierte die Lehrerin ihr kontrollierendes Handeln im Anschluss an die Unterrichtsstunde, wirkte kontraproduktiv. Das Vertrauen in die Fähigkeit der SchülerInnen, aus ihren vermeintlichen oder tatsächlichen Fehlern lernen zu können, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht sehr entwickelt. Die Ergebnisse in der Projektprüfung würden schließlich auch auf sie selbst zurückfallen. Die ausführliche Darstellung des Rollenverständnisses der Lehrerin zu Beginn des Projekts ist aufschlussreich, um die Veränderungen innerhalb des Projektzeitraums darstellen zu können. Im Folgenden wird nun das Augenmerk auf die Umgestaltung der Lehrerinnenrolle gelegt. Im Lauf des Schuljahres ergab sich eine Wandlung ihrer Haltung als Lehrende. Am Projektende bemerkte sie, ich gebe viel Verantwortung ab und muss mich mehr methodisch, weniger inhaltlich vorbereiten. Ich kann mich zurücknehmen und muss nicht mehr viel sagen. Das ist sehr entlastend für mich, nicht immer im Mittelpunkt zu stehen. Ich werde viel mehr gefragt, allerdings was das Technische betrifft. Die folgenden Äußerungen untermauern die Veränderung ihrer Haltung. Ich habe gelernt, dass ich offenes Lernen zulassen und auch ertragen muss, wenn sich Schüler schwer tun. Ich darf nicht immer gleich eingreifen, wenn etwas nicht sofort klappt. Sie sollen ja selbst etwas herausfinden (Dezember 2003). Der Umgang mit den Laptops ist selbstverständlich geworden und nicht mehr weg zu denken. Ich greife selten ein, lasse die Schüler mehr machen z. B. sich gegenseitig etwas erklären und helfen (Januar 2004). Ich bin gelassener bei Problemen und mache mich nicht mehr so verrückt. (Februar 2004). Die SchülerInnen arbeiten flott, Ausdauer, Motivation und Konzentration, ist wie gehabt positiv (April 2004). Die Lehrerin sieht am Ende des Projektes, dass beim Recherchieren im Netz unnötige Reize, unnötige Informationen von wichtigen Informationen zu unterscheiden lernen, möglich ist. Mir ist da eine interessante Sache aufgefallen, die Schüler tendieren dazu, eher ins Internet zu gucken als ins Buch. Die vielen Informationen scheinen keine abschreckende Wirkung zu haben. Das Loslassen zur Aktivierung der SchülerInnen wurde nach den Aussagen der Lehrerin möglich, als sich die anfänglichen Erwartungen der Mehrbelastung durch den Laptop nicht bestätigten. Eine Schwierigkeit des Projekts lag bereits vor der Einrichtung der Laptopklasse in der ungewissen zeitlichen Angabe, wann die Laptops zur Verfügung stehen würden. Der Termin hatte sich mehrfach verschoben, schließlich gab es bei der Installation technische Probleme. Durch die zeitliche Verzögerung war es schwierig, die Motivation der SchülerInnen für den Laptop aufrecht zu erhalten. Die Klassenlehrerin gab außerdem zu bedenken, dass die SchülerInnen am Ende ihrer Schullaufbahn seien, Praktikum, Projektprüfung und Abschlussprüfung bevor stünden. Und dann noch Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 10

13 die Laptops, so die Lehrerin im Eingangsinterview, da weiß ich ja auch nicht wie ich und wie die Schüler das alles schaffen sollen. Die Durchführung des Projektes oblag ihr als Klassenlehrerin. Der nahende Schulabschluss ihrer SchülerInnen, das damit verbundene knappe Zeitbudget, die alleinige Verantwortung für das Gelingen des Projekts und die Außenbeobachtung durch die Wissenschaftliche Begleitung verdichteten sich bei ihr zu einem erheblichen und gut nachvollziehbaren Druckszenario. Die Etablierung der Laptop- Unterrichtskultur in ihre Klasse erwies sich dann letztlich doch als weniger aufwändig und belastend als erwartet. Bereits nach wenigen Wochen dauerte beispielsweise das Aufstellen, Anschließen und Hochfahren der Geräte nur noch wenige Minuten. Die technischen Voraussetzungen wurden verbessert und der zeitliche Mehraufwand durch die wissenschaftliche Begleitung blieb im Rahmen. Die Vorteile des Laptops, der Umgang mit dem Internet zur Recherche, das Schreiben mit Word und das Fehler Feed-back stellten sich schnell als Vorteile des Gebrauchs des Laptops heraus. Ich versuche mehr und mehr die Techniken mit inhaltlichen Themen zu verquicken und den Computer mehr und mehr zur Recherche zu nutzen. Der Fachunterricht bietet sich sehr dafür an, leider ist er nur 40 Minuten lang, das ist ein strukturelles Problem, so die Erfahrungen der Lehrerin. Die Veränderung in der Lehrerinnenrolle zeigen, nach einer Phase der persönlichen Umstellung, dass die Laptops als Arbeitsmittel als sinnvolle Ergänzung empfunden wurden. Ein weiterer Vorteil der Neuen Medien betraf vor allem die Vertretungsstunden. Als ich im Krankenhaus war, da habe ich per Aufgaben verschickt, die wurden bearbeitet und kamen an mich zurück. Auch in anderen Vertretungsstunden, da können meine Schüler etwas sinnvolles Arbeiten mit dem Laptop. Letztens zum Beispiel, da haben sie bei meiner Kollegin eben noch etwas zum Thema Hessischer Landtag aus dem Internet gesucht. Das ist ein Thema aus der Projektwoche, das hätte sie doch sonst nie interessiert. Meine Kollegin teilte mir das ganz erstaunt mit. Die Veränderung im Selbstverständnis der Lehrerinnenrolle innerhalb des Projektzeitraums von neun Monaten ist deutlich. Zentral erscheint, dass sie sich nicht mehr in das Zentrum des unterrichtlichen Geschehens setzten musste. Dadurch ermöglichte sie Übernahme von Verantwortung durch die SchülerInnen und entwickelte Zutrauen in ihre Leistungsfähigkeit. Die SchülerInnen lernten, sich gegenseitig zu helfen, und innerhalb der Gruppe zu arbeiten. Dies wiederum bereitete den Boden zur Aktivierung der SchülerInnen zum selbständigen Lernen. Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 11

14 5. Lernerfolge der SchülerInnen durch den Einsatz des Laptops Ergebnisqualität Der Einsatz des Laptops und die Veränderungen in der Unterrichtskonzeption wirkten sich auf das Arbeitsverhalten der SchülerInnen aus. Im Folgenden werden die Entwicklungen, Lernzuwächse und Hinweise auf autonome Lernformen dargestellt. 5.1 Vorerfahrungen der SchülerInnen im Umgang mit den Neuen Medien Die Feststellung der Vorkenntnisse basierte auf Selbsteinschätzungen der SchülerInnen und den Auskünften der Lehrerin. Medienkompetenz meint hier die Fähigkeit zur Nutzung des Laptops und Internets zur Lösung gestellter Aufgaben, z. B. durch die Recherche im Netz, durch das Anwenden von Textverarbeitungs-Programmen oder durch die Nutzung des Accounts. Vorkenntnisse Acht der elf SchülerInnen der Laptopklasse hatten bereits seit der sechsten Klasse Erfahrungen am Computer des Klassenzimmers gesammelt, der allerdings keinen Internetzugang hatte. Sie erlangten damals den Computerführerschein und lernten den Umgang mit CD-ROMs und die Bedienung einfacher Lernprogramme. Drei SchülerInnen verfügten bis zum Eintritt in die Laptopklasse über keinerlei Vorkenntnisse in Bezug auf die Neuen Medien. Neun der elf SchülerInnen erklärten, ihre ersten Erfahrungen mit Computer und Internet im Computerraum der Schule erworben zu haben. Zugangsmöglichkeiten In zehn Haushalten der SchülerInnen befanden sich Computer, davon waren fünf mit Internetzugang ausgestattet. Drei SchülerInnen nutzten nach ihren Angaben den Computer und das Internet fast täglich, die übrigen SchülerInnen sporadisch oder indem sie beispielsweise dem surfenden Vater über die Schulter schauten. Differenz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung Die Selbsteinschätzung der Vorkenntnisse der SchülerInnen in Bezug auf Computer und Internet unterschied sich erheblich von der Einschätzung der Lehrerin. Offensichtlich lag dieser Differenz auch ein unterschiedliches Verständnis von dem zugrunde, was mit Medienkompetenz letztlich gemeint ist. Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 12

15 Zusammenfassung Es kann davon ausgegangen werden, dass zu Beginn des Projekts eine SchülerIn im obigen Sinn als medienkompetent zu bezeichnen war, sechs SchülerInnen zwar den Sinn und Zweck der Neuen Medien erfasst hatten, ohne über notwendige Bedienerfähigkeiten zu verfügen, und vier SchülerInnen keine Vorkenntnisse in Bezug auf Bedienerfertigkeit oder Sinnhaftigkeit mitgebracht haben. 5.2 Fortschritte in ausgewählten Lernbereichen Die Darstellung erfolgt anhand den Einschätzungen der Lehrerin, der darauf aufbauenden Notengebung als äußerem Kriterium und den Selbsteinschätzungen der SchülerInnen als innerem Kriterium der Beurteilung von Lernfortschritten. Die Selbsteinschätzung der Lernfortschritte ist insofern von erheblicher Bedeutung, als nachhaltige Lernfortschritte nur dann zu erwarten sind, wenn sich die SchülerInnen selbst als kompetent in dem Lernbereich erleben (vgl. Borchert 2000, S. 705). Lernerfolge durch den Einsatz des Laptops: Die Sicht der SchülerInnen Es erstaunte zunächst, wie präzise die SchülerInnen in den Interviews und Fragebögen ihre Lernforschritte beschreiben konnten. Sehr detailliert zählten sie auf, welche Bedienerfertigkeiten sie innerhalb der neun Monate Laptop-Projekt erworben hatten, welche Internetseiten sie kennen lernten, wie sie ihre Favoriten verwalteten und wie sie Informationen aus dem Internet gewannen. Sie haben damit eine zentrale metakognitive Kompetenz nachgewiesen, nämlich über ihr eigenes Lernen reflektieren zu können. Im einzelnen wurden folgende Bereiche genannt: Bedienkompetenzen: Umgang mit den Programmen Word, Outlook Express und der Suchmaschine Google. Die SchülerInnen beschrieben sich, mit einer Ausnahme, als kompetent im Umgang mit Laptop und Internet. Auf die Frage, was sie denn noch dazu lernen möchten, überwog die Antwort, ich weiß jetzt, was ich brauche oder ich kenne mich gut aus. Schriftsprachliche Kompetenzen: Die Mehrheit der SchülerInnen schätzte sich so ein, die Leistungen im Lesen und Schreiben deutlich verbessert zu haben. Als Entlastung wurde dabei das Schreiben mit der Tastatur empfunden, dann hat man nicht mehr so ein Fingerproblem danach und die Schreibgeschwindigkeit erhöhte sich. Als besonders hilfreich wurde die Funktion der Rechtschreibkontrolle in der Textverarbeitung genannt: Schreiben ist einfacher, Rechtschreibung, zeigt an, was falsch ist und gibt viele Beispiele. Oder, ich hab da immer ein Wort gesagt, wusste gar nicht wie man es schreibt, jetzt weiß ich es, ich war ganz erstaunt. Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 13

16 Arbeitsverhalten: Schließlich dominierte bei den SchülerInnen die Einschätzung, in diesem Schuljahr weit mehr dazu gelernt zu haben, als in den vergangenen Schulbesuchsjahren, in denen kein Laptop zur Verfügung stand. Ich hab das Gefühl, so eine SchülerIn, bei allen ist das Arbeiten besser geworden. Die Lehrerin bestätigte, dass die schlechteste Deutschnote eine vier (ausreichend) war, das war sonst nie der Fall gewesen. Positiv ausgewirkt habe sich, dass der Laptop im Rahmen der Regelungen zum Nachteilsausgleich in der Prüfung in Anspruch genommen werden konnte. Lernerfolge durch den Einsatz des Laptops: Die Sicht der Lehrerin Wenn auch weniger euphorisch, so deckten sich die Einschätzungen der SchülerInnen und der Klassenlehrerin doch in den zentralen Punkten. Insgesamt wurden nach den Einschätzungen der Klassenlehrerin die Schüler schneller im Umgang mit dem Laptop, trauen sich vieles zu, helfen sich gegenseitig, können zeigen was sie können. Wenn sie eben gerade noch Hilfe bekamen, erklären sie das neu Erlernte später gleich anderen. Sie zeigten sich sehr motiviert und machten oft Sachen, die nicht Aufgabe der Stunde waren, so Aussagen der Lehrerin. Immerhin seien sie sehr aktiv und kaum zu bremsen gewesen. Sie hätten sich neuerdings freiwillig in den Unterricht eingebracht. Allerdings: Die Aufgabe, auf Disketten abgespeicherte Arbeitsblätter oder Hausaufgaben mitzubringen oder per zu verschicken, wurde nur ansatzweise erfüllt. Zuverlässigkeit im Arbeitsverhalten, da kann der Laptop auch nicht weiterhelfen. Fazit Die SchülerInnen erlangten insgesamt Kenntnisse, um selbständig mit Laptop und Internet arbeiten zu können. Die Einführung des Laptops bewirkte nachweisbare Leistungsverbesserungen im Lesen und Schreiben, ermöglichte den Zuwachs an Bedienerfertigkeit und förderte die Übernahme der Verantwortung für den eigenen Lernprozess. 5.3 Fallbeispiele In ausgewählten Fallbeispielen werden die oben beschriebenen Effekte noch einmal verdeutlicht. Der Darstellung liegt ein Schema zu Grunde, das in Anlehnung an das salotugenetische Konzept 5 von Antonovsky (1997) entwickelt wurde. Das Schema 5 Das Konzept der Salutogenese misst den Aspekten der Verstehbarkeit, der Handhabbarkeit und der Sinnhaftigkeit von Lernanlässen eine zentrale Bedeutung für menschliches Lernen und Entwicklung bei. Den zentralen Aspekt des salotugenetischen Konzeptes bildet das Kohärenzgefühl (sense of coherence SOC). Aus drei Faktoren setzt sich nach Antonovsky die Grundhaltung eines Individuums zusammen, die Welt als sinnvoll und zusammenhängend zu Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 14

17 erlaubt die Erstellung eines Schülerprofils, das zum Ausgangspunkt eines individualisierten didaktischen Konzepts gemacht werden kann. Zur Erlangung von Medienkompetenz müssen danach bei den Lernenden bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: nämlich das Erkennen von Sinnhaftigkeit, die Verstehbarkeit und die Handhabbarkeit in Bezug auf den Gebrauch und den Nutzen der Neuen Medien. Die Erfüllung dieser Voraussetzungen führt im Ergebnis zur Motivation zum (Weiter-) Lernen. In der Konsequenz entwickelt sich ein positives mediales Selbstkonzept, das ein Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit und die Aufwertung der Rolle innerhalb der Lerngruppe als Mediensachverständige beinhalten. Darius 6, mediensachverständig und unmotiviert Darius war zum Zeitpunkt des Projektes sechzehn Jahre alt, er wollte den qualifizierenden Hauptschulabschluss erreichen und wurde seit der sechsten Klasse von der Klassenlehrerin unterrichtet. Seit dieser Zeit integrierte die Lehrerin den Computer innerhalb von Wochenplan oder Stationenarbeit in den Unterricht. Computererfahrungen konnte er an der Computerinsel im Klassenzimmer sammeln. Er wurde von der Klassenlehrerin in seiner Leistungsfähigkeit am Computer als kompetent und sachverständig eingestuft, er hilft mir sogar manchmal, wenn ich nicht mehr weiter weiß, er ist eine richtige Stütze für mich beim Laptop und hilft auch oft andern, so die Lehrerin. Darius verfügte über häusliche Vorerfahrungen im Umgang mit Computer und Internet. Er nutzte ihn fast jeden Tag zum Spielen, Hausaufgaben erledigen und er suchte Informationen für sich und die Schule aus dem Netz. Für ihn stand fest, dass er die Neuen Medien auch nach der Schulzeit weiterhin nutzen würde. Er verfügte über konkrete Vorstellungen der Nutzungsmöglichkeiten und integrierte PC und Internet in seinen Tagesablauf. Eine Erleichterung im Unterricht durch die Verwendung des Laptops sah er im Schreiben und Lesen sowie in der Recherche von Informationen. Er würde den Laptop in der Schule am liebsten in allen Fächern verwenden. Interessant war es für ihn vor allem innerhalb des Unterrichtes im Internet zu surfen. Für ihn hat sich der Unterricht in der Form verändert, dass jeder etwas anderes zu tun hat [in der Gruppenarbeit Anm. d. Verf.], das hatte ihm gut gefallen. Innerhalb des Unterrichtes arbeitete er auch alleine, im Projekt lieber in der Gruppe, wobei ihm Gruppenarbeit insgesamt besser gefiel. Der Vorteil der Gruppenarbeit, auch wenn um die Aufgabenteilung gestritten werde, lag für ihn darin, dass der eine das machen kann und der andere das. erleben: Das Gefühl der Verstehbarkeit, bekannte und unbekannte Stimuli als strukturierte Information verarbeiten zu können, die Handhabbarkeit als Überzeugung eines Menschen über geeignete Ressourcen zu verfügen und die Sinnhaftigkeit, was meint die Anforderungen als willkommene Herausforderung anzunehmen und eine Motivation zur Lösung der gestellten Aufgaben zu entwickeln (vgl. Antonovsky 1997, S. 36; Walser 2004, S. 3; Mücke 2004, S. 2). 6 Die Namen der SchülerInnen aus den Fallbeispielen sind aus Datenschutzgründen durch Pseudonyme ersetzt. Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 15

18 In dreizehn dokumentierten Stunden, in denen der Laptop im Unterricht eingesetzt wurde, gab er an, in zwölf Unterrichtsstunden andern geholfen zu haben. Das Helfen, so bestätigte er im Interview, hatte ihm Spaß gemacht. In den Unterrichtsbeobachtungen wurde deutlich, wie häufig er bei Problemen gerufen wurde. Er legte pädagogisches Geschick an den Tag, in dem er Fehler nicht einfach korrigierte, sondern sich die Zeit nahm, die einzelnen Schritte zu erklären. Er wurde zum Beispiel beim Einrichten der eigenen Internetadresse fast von allen in der Klasse gerufen. An Computerkenntnissen habe er nicht viel dazu gewonnen, ich wusste ja schon so viel, weil ich zu Hause einen hab und das, was neu war, probierte er zu Hause noch mal aus. Gebracht habe ihm der Unterricht dennoch etwas. Er ist der Auffassung, in diesem Schuljahr im Vergleich zu den vergangenen Schuljahren mehr gelernt zu haben. Darius griff im Unterricht auf seine Medienerfahrungen zurück und übertrug neue Kenntnisse auf sein Arbeiten mit dem Computer zu Hause. Deutliche Lernfortschritte zeigte er im schriftsprachlichen Bereich, die Vorteile des Fehler-Feedbacks durch die Korrekturfunktion des Textverarbeitungsprogramms konnte er für sich nutzen. Die Gruppenarbeit erlebte er als gewinnbringend. VOR- SELBSTKONZEPT Im Schema wird deutlich, dass Darius viele AUSin Bezug auf ERGEBNIS SET- Medienkompetenz Voraussetzungen mitbrachte, dennoch innerhalb des Unterrichtes wenig motiviert ZUNG war und nur geringe Lernzuwächse zu verzeichnen sind. Die Fallbeschreibung zeigt, Hoch X X X X dass Darius bereits über ein fundiertes Mittel Gering X Wissen verfügte und neu Erlerntes in seine Keine X Wissensbestände integrieren konnte. Der Lernzuwachs bezog sich auf die Erfahrungen in der Gruppenarbeit und dem Geben von Hilfestellungen, eine neue Erfahrung für ihn. An Medienkompetenz sind geringe Lernzuwächse zu verzeichnen, der kleinschrittig angelegte Unterricht unterforderte Darius und ließ seine Motivation sinken. Darius t Verstehbarkeit Handhabbarkei Sinnhaftigkeit Vorkenntnisse Motivation Lernerfolg Mike - hoch motiviert und sich selbst überschätzend Mike war zum Projektzeitpunkt sechzehn Jahre alt und strebte den Hauptschulabschluss an. Er erschien sehr motiviert, seine Computerkenntnisse anzuwenden. Er schätzte sich selbst als äußerst computererfahren ein, zu Hause verfügte er seit drei Jahren über einen eigenen Computer mit Internetanschluss. Seine Medienerfahrungen bezogen sich auf das Spielen im Internet und das Aufrufen der Internetseiten zu seinem Hobby. Auf die Frage, was er gerne noch am Laptop dazulernen möchte, entgegnete er eigentlich nichts, ich war der Lehrer, ich hab der Frau [Klassenlehrerin, Anm. d. Verf.] auch viel erklärt. Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 16

19 Zu Hause erledigt Mike seine Hausaufgaben am PC und sendete diese (meist verspätet) an die Lehrerin. Mike gestand, leider bin ich oft abgelenkt, wenn ich am PC sitze und sehe, ach da ist ein Freund im Chat, dann unterbreche ich die Aufgaben und bin stundenlang online. Dann vergesse ich die Hausaufgaben, die Zeit vergeht da so schnell. Innerhalb des Unterrichtes beschrieb die Lehrerin, dass er sich verzettle, häufig mit vielen Dingen beschäftigt sei, die nichts mit der Aufgabenstellung zu tun hätten. Mike wartete nicht, bis die Aufgabenstellung der Lehrerin abgeschlossen war. Er beginne unmittelbar an dem Laptop zu arbeiten, vertiefe sich sofort in etwas, dass die Lehrerin oft nicht nachvollziehen kann, aber er macht etwas und das ist gut. Am besten gefiel ihm die Gruppenarbeit, die in der Projektwoche oder manchmal auch im Fachunterricht angeboten wurde. Bei der Gruppenarbeit da steigt das Volumen der Informationen, der andere hat was anderes und da weiß man mehr, da tauschen wir uns dann aus. In der Klasse wurde Mike häufig um Rat am Laptop gefragt. In einer Unterrichtsbeobachtung, in der die eigenen Adressen eingerichtet wurden, zeigte er sein typisches Verhalten. Er lief recht aufgeregt in der Klasse herum, den Stift hinter das Ohr gesteckt und tippte schließlich bei einer SchülerIn, die Hilfe erbat, auf der Tastatur herum. Als das Problem nicht behoben werden konnte, sage er, er wisse ja auch nicht, das sei alles gar nicht so einfach. Es fiel auf, dass er im beobachteten Zeitraum sehr aktiv war, ständig bei anderen SchülerInnen Hilfestellungen geben wollte, die allerdings selten erfolgreich waren. Der Unterricht habe sich nach Mikes Einschätzung durch die Laptops erheblich geändert. Das ist schon ungewöhnlich, die anderen in der Schule haben ja keins und müssen alles per Hand schreiben. Verändert habe sich vor allem, dass Informationen mit andern MitschülerInnen ausgetauscht würden, das war vorher ganz anders. Vorher wo wir keine Laptops hatten, haben wir ganz schöne Schwierigkeiten gehabt, die Informationen zu finden. VOR- SELBSTKONZEPT Im Schema wird ersichtlich, dass Mike AUSin Bezug auf ERGEBNIS SET- Medienkompetenz hoch motiviert war, was sich positiv auf ZUNG sein Selbstwertgefühl in Bezug auf Medienkompetenz auswirkte. Er empfand sich als sachverständig, den Sinn des Laptops und Hoch X X des Internets hatte er zweifellos für sich Mittel X X Gering X X erkannt. In seinen erfolglosen Hilfestellungen zeigte sich, dass er seine Leistungsfä- Keine higkeit am Computer überschätzte. In seinem Arbeitsverhalten konzentrierte er sich weniger auf den Lerninhalt, als auf den Laptop. Für sich hat er eine Aufwertung seiner Rolle innerhalb der Klasse erfahren. Seine Einschätzung bereits alles am Laptop zu wissen und zu können, verhinderte eine Bereitschaft im medialen Bereich etwas Dazulernen zu wollen. An seine Vorkenntnisse und seine Motivation ließe sich im Unterricht anknüpfen, um seine Kompetenzen im Umgang mit beispielsweise Mike t Verstehbarkeit Handhabbarkei Sinnhaftigkeit Vorkenntnisse Motivation Lernerfolg Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 17

20 Textverarbeitungsprogrammen zu erweitern. Die Motivation allein und das erkennen von Sinnhaftigkeit der neuen Medien, führten nicht automatisch zu einem Lernzuwachs in Bezug auf Medienkompetenz. Tanja, unmotiviert und kaum medienkompetent Tanja war zum Zeitpunkt des Projektes fünfzehn Jahre alt, ihre Computererfahrung stützten sich auf das gemeinsame Spielen mit der Mutter eines bestimmten Computerspiels zu Hause. Auch sie machte ihre ersten Computererfahrungen in der sechsten Klasse in der Schule. Sie äußerte sich bereits zu Beginn des Projektes kritisch gegenüber dem Einsatz des Laptops und des Internets. Da [im Internet, Anm. d. Verf. ] kenne ich mich nicht so aus, da weiß ich nicht wie das geht. In einer Unterrichtsbeobachtung zeigte sich, dass sie den Arbeitsschritten zur Einrichtung der eigenen Adresse nicht folgen konnte. Sie fragte bereits nach vier Minuten, was sie jetzt machen solle. Eine SchülerIn versuchte zu helfen, was ihr nicht gelang. Tanja rief unentwegt nach der Lehrerin, die andern Ortes beschäftigt war. Tanja verbrachte die meiste Zeit der Stunde mit Warten auf Hilfestellung. Dabei äußerte sie, was soll das Ganze hier eigentlich und das versteh ich nicht. Nach vierundzwanzig Minuten gab sie auf, blätterte in ihrem Ordner und verschickte Kurznachrichten per Mobiltelefon. In einer andern Unterrichtsstunde, in der ein Fragenkatalog mit Hilfe des Word- Programms bearbeitet werden sollte, suchte sie Informationen aus Büchern heraus und trug die Antworten in ein Word-Dokument ein. Am Ende der Stunde vergaß sie zu sichern und verlor ihr Arbeitsergebnis für diese Stunde. Diese Erfahrungen habe sie häufiger schon gemacht, das frustriere sie. Klaus computerunerfahren und motiviert Klaus war zum Zeitpunkt des Projektes sechzehn Jahre alt und verfügte über keinerlei Computerkenntnisse, weder von zu Hause noch aus der Schule. Klaus bezeichnete im Eingangsinterview den Laptop und das Internet als tolle Möglichkeit, endlich mit den neuen Medien arbeiten zu können. Die Vorzüge, in das Netz einzu- VOR- SELBSTKONZEPT In dieser Fallbeschreibung zeigt sich, dass AUSin Bezug auf ERGEBNIS SET- Medienkompetenz Tanja dem Unterricht mit Laptop wenig ZUNG abgewinnen konnte. Den Nutzen und die Möglichkeiten des Internets hatte sie für sich nicht erschlossen. Der Laptop erschien ihr eher als Belastung denn als Arbeitserleichterung. Die negativen Erfahrungen beim Arbeiten mit dem Laptop führten zu einem niedrigen Selbstkonzept in Bezug auf Medienkompetenz. Eine Unterstützung zur Entwicklung einer Sinnhaftigkeit und positive Erfahrungen durch ein niedrigschwelliges Angebot wären hier angebracht gewesen. Tanja t Verstehbarkeit Handhabbarkei Sinnhaftigkeit Vorkenntnisse Motivation Lernerfolg Hoch Mittel Gering X X Keine X X X Evaluation - Laptopklassen an der Weißfrauenschule 18

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