Erfolgreiche Schüler sind ausgeschlafen - ausgeschlafene Schüler sind erfolgreich. (Pädagogik)

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1 [305] Schlaf und Schulerfolg bei Kindern Hyperaktivität und Tagträumer Schlafgestörte Kinder sind schlechter in der Schule Kölner Studie: Schlafprobleme bei Schulanfängern Erfolgreiche Schüler sind ausgeschlafen - ausgeschlafene Schüler sind erfolgreich. (Pädagogik) Von 2002 bis 2005 wurden in Köln populationsbezogene Querschnittuntersuchungen bei Kindern im Alter von 5,5 bis 11,7 Jahren durchgeführt. Nahezu Datensätze konnten ausgewertet werden. Ergebnisse: Gemäß Elternangaben haben 5,1% der 6jährigen Einschlaf- und 5,2% Durchschlafprobleme, 0,9% sind tagsüber müde, 5,9% sind hyperaktiv und 5,3% haben emotionale Probleme. Bei den 9jährigen ist ein Rückgang der Durchschlafprobleme (2,2%) und ein Anstieg von Hyperaktivität (8%) und emotionalen Problemen (10,9%) zu verzeichnen. Bei den 10 und 11jährigen geben die Eltern Einschlafprobleme noch bei 4,3%, Durchschlafprobleme bei 1,4% und Tagesmüdigkeit bei 1,7% der Kinder an. Gemäß Kinderangaben liegen bei den 9jährigen die Prävalenzen für Einschlafprobleme (11,2%), Durchschlafprobleme (4,8%) und Tagesmüdigkeit (2,7%). Die Prävalenzangaben der Kinder für Hyperaktivität (9,3%) sind höher als die Elternangaben. Bei den 10 und 11jährigen ist auch gemäß Kinderangaben ein Rückgang der Einschlaf- (5,2%) und Durchschlafprobleme (2,2%) zu verzeichnen, wohingegen die Prävalenzen für Tagesmüdigkeit auf 2,5% zunehmen. Kinder von 6-10 Jahren mit Ein- und Durchschlafproblemen und Tagesmüdigkeit haben ein bis zu 7,2fach erhöhtes Risiko für Hyperaktivität und emotionale Probleme. Bei den 11jährigen bestätigen sich diese Zusammenhänge für die Kinder mit Tagesmüdigkeit. TV und Videospiele vor dem Schlaf können sowohl mit einem erhöhten Risiko für Schlafprobleme und Tagesmüdigkeit wie auch für Hyperaktivität und emotionale Probleme einhergehen. Bei den 11jährigen sind lediglich Zusammenhänge zwischen TV vor dem Schlafen und Tagesmüdigkeit erkennbar. Bei den Kindern mit Schlafproblemen und Tagesmüdigkeit sowie Hyperaktivität waren sehr oft schwächere Schulleistungen in Deutsch, Geschichte, Mathematik und Naturwissenschaften zu verzeichnen als bei den Kindern ohne diese Auffälligkeiten. Lernen und Behalten Was wirkt sich negativ aus? Unterforderung Überforderung Leistungsdruck Versagensgefühl Minderwertigkeitsgefühl Reizüberflutung Schlafstörung Lärm- und Lichtbelästigung Streit in der Familie Streit mit Freunden

2 Folgen der negativen Faktoren Abnahme der Belastbarkeit Schlafstörung Erholung bleibt aus Auswirkungen Abnahme von Konzentrations- und Merkfähigkeit Denkblockaden Depressive Verstimmung Ängste Gereiztheit, Aggressivität Nervosität Kleiner Schlaf-Fragebogen Braucht Ihr Kind länger als 30 Min. bis es einschläft?. Wird Ihr Kind mehrmals nachts wach? Bestehen diese Störungen länger als 3 Monate? Beobachten Sie bei Ihrem Kind unabhängig von Infekten unregelmäßiges Schnarchen? Haben sich bei Ihrem Kind anfallsverdächtige Episoden im Schlaf ereignet (Aufschrecken im Schlaf, Schreien, Schlafwandeln)? Leidet Ihr Kind an Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Hyperaktivität? Die Folgen Erstklässler mit Einschlafproblemen haben ein 3,4-fach erhöhtes Risiko für hyperaktives Verhalten am Tage und bei bestehender Tagesmüdigkeit ein 4,7-fach erhöhtes Risiko für emotionale Probleme. Schwierigkeiten in der Schule sind meist die logische Konsequenz. Schlafprobleme bei Kindern sind auch für das soziale Umfeld der Kinder ein großes Problem. Eltern und Geschwister leiden darunter. "Na gut geschlafen", ist für uns meist nur eine Floskel. Bei vielen fällt die Antwort jedoch sehr negativ aus. Jeder zehnte Deutsche leidet an dauerhaften Schlafstörungen. Eine Volkskrankheit, die auch vor Kindern nicht Halt macht. Wenn ein Kind an Schlafstörungen leidet (Schnarchen ist auch eine Schlafstörung), kann die ganze Familie in Mitleidenschaft gezogen werden. Meistens haben die Eltern keine klare Vorstellung, ob ihr Kind ein normales oder unnormales Schlafmuster aufweist. Es genügt also nicht zu fragen, Wie hast Du geschlafen?, sondern die Frage muss lauten, Wie hast Du Dich tagsüber gefühlt? Schlaf lässt Erlebtes verarbeiten Die Schlafforschung ist sich heute sicher, dass wir im Schlaf unsere Tageserlebnisse verarbeiten. Experimente haben gezeigt, dass insbesondere in der ersten Nachthälfte das am Tag Erlebte häufig in den Träumen wieder auftaucht. Auch das Negative! Schlaf macht geistig fit Dass man sich nach einer zu kurzen Nacht nicht gut konzentrieren kann, ständig etwas vergisst, Flüchtigkeitsfehler macht und nicht richtig bei der Sache bleiben kann - wer kennt das nicht? Auch bei Kindern und Jugendlichen sind Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren oder aufmerksam zu sein, oft eine Folge von Schlafmangel. Und Studien haben gezeigt, dass schon eine Stunde Schlaf mehr oder weniger einen erheblichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit von Kindern hat.

3 Schlaf hilft lernen Die Schlafforschung ist sich heute sicher, dass der Schlaf eine wichtige Bedeutung für das Lernen und die Gedächtnisfunktionen hat. Vieles von dem, was wir tagsüber sehen, hören oder lernen wird im Schlaf nochmals ausgewertet und sortiert, weiterverarbeitet und gespeichert. Auch neue Fähigkeiten, wie zum Beispiel Bewegungsabläufe beim Radfahren, werden auf diese Weise verinnerlicht und gefestigt. Für diese Vorgänge sind unterschiedliche Schlafstadien wichtig. So haben Untersuchungen gezeigt, dass bei der Verarbeitung von neuem Wissen vor allem die Tiefschlafphasen beteiligt sind, während für das "Speichern" von Fähigkeiten wie das Radfahren wahrscheinlich der traumreiche REM-Schlaf von Bedeutung ist (REM = rapid eye movement; diese Schlafphase zeichnet sich durch schnelle Bewegungen der Augen aus). Wenn nun der Schlaf in bestimmten Schlafstadien oder in deren Abfolge gestört ist, kann hierdurch das Lernen erschwert oder beeinträchtigt werden. Schlaf mindert das Risiko von Verhaltensauffälligkeiten Aus der breit angelegten Studie zum Thema Kinderschlaf, "Gesunder Schlaf für Kölner Kinder", geht hervor, dass Kinder, die unter Schlafstörungen leiden, sehr viel häufiger Verhaltensauffälligkeiten zeigen als gut schlafende Kinder. Interessant dabei ist, dass diese Kinder nicht immer dadurch auffallen, dass sie tagsüber einen besonders müden Eindruck machen. Sie sind im Gegenteil oft besonders unruhig und überaktiv. Hyperaktivität sowie Verhaltensstörungen im Umgang mit Gleichaltrigen kommen bei Kindern mit Schlafstörungen deutlich häufiger vor als bei ihren gut schlafenden Altersgenossen. Kinder mit Schlafstörungen haben außerdem deutlich häufiger tagsüber mit emotionalen Problemen wie Agressionen, Ängsten oder Niedergeschlagenheit zu kämpfen. Schlaf lässt wachsen Ausreichend Schlaf ist wichtig, um gesund zu bleiben. Wenn Kinder und Jugendliche Probleme mit dem Schlafen haben, kann das zu organischen Schäden führen. So kann sich Schlafmangel zum Beispiel auf das Wachstum auswirken, denn vor allem in der Pubertät wird das Wachstumshormon Somatropin am stärksten im Schlaf ausgeschüttet. Schlaf hilft den Abwehrkräften Die Wissenschaft hat nachgewiesen, dass ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus positive Auswirkungen auf das Immunsystem des Körpers hat. Wenn ein Kind über längere Zeit an Schlafmangel leidet, kann das dazu führen, dass es gegenüber Infekten anfälliger ist. Die Ursachen Die Ursachen sind meist vielfältig. Die Vorbildfunktion der Eltern und Geschwister lässt zu wünschen übrig. Es fehlt an Schlafhygiene. Das heißt, die Kinder haben keine festen Zeiten, zu denen sie ins Bett gehen und aufwachen, es fehlen Einschlafrituale wie die Gute-Nacht- Geschichte oder das Abendgebet. Alarmierend hier auch ein weiteres Ergebnis der Studie: Fernsehen vor dem Schlaf (der elektronische Kinderhüter...!) ist bei 57 Prozent der Erstklässler und 82 Prozent der Viertklässler üblich. Auch Lärmbelästigung verhindert einen gesunden Schlaf, ebenso das Rauchen der Eltern in der Wohnung. Streit der Eltern, Streit mit den Eltern verhindert Einschlafen oder wird in den Schlaf mitgenommen.

4 Wann bedarf es professioneller Hilfe und was ist professonelle Hilfe? Selbst wenn Pädagogen (die Lehrer, die Schule) auf die Probleme aufmerksam machen und schulpsychologische, logopädische und andere Dienste anbieten, braucht es zuerst und vor allem die schlafmedizinische Abklärung. Es gilt, die Probleme zu beseitigen, nicht die Symptome zu therapieren. Sobald der Schlaf dem Kind oder der Familie Probleme bereitet, ist es an der Zeit, einen Arzt aufzusuchen, der das Kind im Bedarfsfall an einen pädiatrischen Schlafmediziner überweist. Schlafmediziner sind in hohem Maße auf die Beobachtungen der Eltern angewiesen. Bei der Terminvereinbarung für einen Besuch in einem Schlafzentrum werden die Eltern in der Regel gebeten, den Schlaf-/Wachrhythmus des Kindes über 1 bis 2 Wochen schriftlich festzuhalten. Der schlafmedizinische Experte muss wissen, wann das Kind ins Bett geht bzw. aufsteht und welche Ereignisse wie oft und zu welcher Zeit seinen Schlaf stören. Darüber hinaus benötigt er auch Informationen über die Leistungsfähigkeit und das Befinden des Kindes am Tage. Im Schlafzentrum werden zunächst ausführliche körperliche Untersuchungen und psychologische Tests durchgeführt. Im nächsten Schritt werden verschiedene Behandlungen zur Verbesserung des Schlafs getestet. Die meisten Schlafstörungen lassen sich erfolgreich therapieren, wobei die Behandlungsmethode bei jedem Kind individuell abgestimmt werden muss. Erst die Schlafmediziner können beurteilen, ob weitere (schulische) Hilfestellungen wie Logopädie usw. sinnvoll eingesetzt werden können. Tipps für Eltern Übermäßige akustische und optische Reize (z. B. Fernsehen, Computer) vor dem Zubettgehen sind unbedingt zu vermeiden Gleichbleibende Einschlafrituale einhalten Auf regelmäßige Schlaf-Wach-Zeiten achten Kinder schon früh in ihrem eigenen Bett schlafen lassen Koffeinhaltige Getränke und schwere Mahlzeiten meiden Körperliche Betätigung ist tagsüber erwünscht, abends sollten die körperlichen und geistigen Aktivitäten (z. B. Hausaufgaben) aber gedrosselt werden Im Schlafzimmer soll eine angenehme und kühle Atmosphäre herrschen (max. 18 C) Aktivitäten im Bett wie Lesen, Essen oder Fernsehen sollen unterbleiben Ab dem sechsten Monat keine nächtlichen Mahlzeiten Anregende Aktivitäten beim Aufwachen in der Nacht vermeiden Einschlafrituale wiederholen Nicht in der Wohnung rauchen Intaktes Familienleben Vermeidung von Lärm- und Lichtbelästigung Früher Schulbeginn schadet den Kindern Schon um sieben zur Schule! Das ist den meisten Kindern ein Gräuel. Und es ist ein Hauptgrund für ihre Freude auf die Ferien, in denen sie länger schlafen dürfen. Ihr Widerwille ist berechtigt: Der Schulbeginn entspricht zumindest im Winterhalbjahr nicht ihrem biologischen Rhythmus, das ist wissenschaftlich erwiesen. Er entspricht nur den Bedürfnissen der Erwachsenen. In den meisten europäischen Ländern - einschließlich Frankreich, Großbritannien, Italien - beginnt die Schule erst gegen 9.00 Uhr. «Die Wachheit ist bei Kindern um 8.00 Uhr noch so niedrig, dass es eigentlich nicht zulässig ist, dann schon Leistung von ihnen zu fordern», sagt der Chronobiologe Professor Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Universitätsklinik Regensburg. Schulkinder brauchen mehr Schlaf als Erwachsene. Und da ein früheres Zubettgehen die «innere Uhr» nicht beeinflusst, müssen sie morgens länger schlafen. Trotzdem lässt man in der Schweiz und in Deutschland die Schulzeit früher als die Arbeitszeit der meisten Menschen beginnen.

5 Professor Zulley findet es kurios, dass der spätere Schulbeginn in anderen Ländern dort als selbstverständlich gilt, andererseits der frühe Start hierzulande ebenfalls überhaupt nicht in Frage gestellt wird. Er selbst hält auf Grund der chronobiologischen Forschungsergebnisse 9.00 Uhr für angezeigt. Zulley weist auch darauf hin, dass die Schule in der Schweiz und in Deutschland vielerorts sogar schon vor 8.00 Uhr beginnt, obwohl viele Kinder, vor allem auf dem Lande, lange Anfahrten haben und manchmal bereits um 6.00 Uhr aus dem Hause müssen. In der Pubertät oder um die Pubertätszeit herum kann es noch zusätzliche Probleme geben. So haben die Kinder dann wieder verstärkt mit Müdigkeit zu kämpfen. Das sei lange übersehen worden, sagt der Professor. Nach einer Phase größerer Wachheit vor der Pubertät bräuchten sie dann, im Unterschied etwa zu Zwölfjährigen, wieder Mittagsschlaf. Zulley hat Verständnis für die Bedürfnisse von Erwachsenen, speziell berufstätigen Eltern. Aber im Interesse der Kinder ist der frühere Schulbeginn nicht, betont er. Auch ein Teil der Lehrerschaft ist gegen einen späteren Beginn, weil man für einen möglichst frühen Schulschluss ist, um mehr Verfügung über den Nachmittag zu haben. Die Regelung der Arbeitszeit ist offenbar überhaupt stark bestimmt vom Interesse vieler Arbeitnehmer an einem möglichst frühen Beginn der Freizeit. Das bedeutet, dass vielfach auch Erwachsene früher zu arbeiten beginnen, als es sowohl für eine optimale Leistung als auch für ihre Gesundheit angezeigt ist. So nehmen sie etwa bei einem Arbeitsbeginn um 7.30 Uhr in Kauf, dass sie erst einmal eine Stunde oder auch mehr «durchhängen» - Hauptsache: sie kommen früh nach Hause. Jedenfalls ist eine Arbeitszeit im Einklang mit dem biologischen Rhythmus sowohl ertragreicher als auch gesünder. Die Chronobiologie weiß heute, dass Organismen rhythmische Wesen sind. Wie Prof. Zulley in der Zeitschrift «Psychologie heute» (Weinheim) schreibt, ist im täglichen Rhythmus des Menschen das «Tief» zwischen und Uhr nachts. Danach kommt ein erstes Leistungshoch, vor allem für kreative geistige Tätigkeiten, gegen Uhr. Dem folgt ein schwächeres Tief zwischen und Uhr. Da dieses Mittagstief zu unserem biologischen Zeitprogramm gehört, wird es nicht durch das Mittagessen ausgelöst, wie viele meinen, sondern entspricht in abgeschwächter Form unserem Nachttief. Wir sind weniger leistungsfähig, unsere Stimmung sackt ab, wir verursachen mehr Fehler und Unfälle.Trotz allen Spotts in unseren Breitengraden kann eine Ruhepause und besonders ein Mittagsschlaf Wunder bewirken. Das zweite Hoch am späten Nachmittag gegen Uhr bringt uns vor allem körperlich in Schwung. Wir sind besonders reaktionsschnell und können «powern». Am Abend sollte man dagegen zur Ruhe kommen. Wissenschaftlich bestätigt ist allerdings auch die alte Erfahrung, dass manche Menschen ein Morgentyp, andere ein Abendtyp sind. Bei ihnen ist der Tagesrhythmus um 1-2 Stunden verschoben. Die so genannten «Lerchen» werden morgens früher wach und dann früher wieder müde, die «Eulen» kommen verzögert in Gang und später ins Bett. Doch können Menschen durch regelmäßiges Licht und Aktivität am Morgen ihre innere Uhr auch beeinflussen. Und ältere werden zu früh erwachenden «Lerchen», weil sie kürzer schlafen und die Rückkoppelung ihres frühen Aufstehens auf die innere Uhr die biologischen Rhythmen verschiebt, sagt Zulley. Dies frühzeitige Aufstehen macht einem ganz blödsinnig. Der Mensch muss seinen Schlaf haben. (Franz Kafka) Weitere Texte zum Thema Schlafstörungen bei Kindern >[231] [325] [470] [471] [475] [476]

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