Bligg ganz privat. Exklusiv. U17-Giganten Wer sie sind, was sie so stark macht

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1 Xenia Tchoumitcheva Allein in London Beda Stadler So lebt der Impf-Papst in Bern U17-Giganten Wer sie sind, was sie so stark macht Exklusiv Der Erfolgs-Musiker («Rosalie») zeigt erstmals, wie er wohnt. Und spricht über Frauen, Geld und Sex Bligg ganz privat November CHF 4.50

2 Bligg, wo ist Ihre Rosalie? Vom Sanitär-Installateur zum erfolgreichsten Schweizer Musiker Dabei hätte bligg viel lieber Kinder! Er zeigt, wie er wohnt. Sagt, was er isst, weshalb er alle Frauen liebt und warum ihm Geld «einen Dreck bedeutet». Mann mit Charakter Marco «Bligg» Bliggensdorfer, 33, in seiner neuen Viereinhalb-Zimmer-Wohnung in Zürich. Eine Putzfrau sorgt für Basisordnung und verstaut dann den Staubsauger in der Ecke. schweizer illustrierte 25

3 Fotos Lena Maria Thüring «Bligg ist mehr als der Mann mit Bart, der Rosalie singt. Insgesamt arbeiten 20 Leute für mich.» Alle Fotos entstanden in Roman Camenzinds Hitmill Studio. schweizer illustrierte 27

4 «Gott wollte Platin statt Kinder für mich. Ich persönlich wäre lieber Vater geworden» Text daniela zivadinovic Fotos thomas buchwalder Er bezeichnet sich als Chaoten. Deshalb brauche er daheim Ordnung. Tatsächlich steht in Marco «Bligg» Bliggensdorfers Reich alles an seinem Platz. Der 33-jährige Erfolgsmusiker wohnt seit sechs Monaten in der Stadt Zürich. Bligg, früher bewohnten Sie eine umgebaute Scheune in Horgen, jetzt eine schön eingerichtete Viereinhalb- Zimmer-Wohnung in Zürich. Mein Vormieter liess sie von Innenarchitekt Andrin Schweizer einrichten. Ich hatte das Glück, sie mit einem Teil Schlafzimmer Die Frau, die hier landen will, sollte humorvoll, selbstständig und bescheiden sein. der Möbel zu übernehmen. Abgesehen davon ist es eine bescheidene Wohnung. Mir genügen ein TV-Gerät, ein DVD-Player, ein Bett, saubere Wäsche, mein Laptop und Essen. Wer ist fürs Kochen zuständig? Gezwungenermassen ich, sonst ist ja keiner da, und irgendwas muss ich essen. Wobei, wenn ich es mir recht überlege, habe ich doch eine Köchin. Sie heisst Anna s Best oder Betty Bossi, wer halt grad Dienst hat (lacht). Wie kommt Ihr neues Zuhause bei Frauen an? Meiner Mutter und meiner Schwester gefällts, ansonsten war nicht viel Damenbesuch da. Jetzt kokettieren Sie! Ihnen liegen doch die Frauen zu Füssen. Müssen Sie Salz in meine Wunden streuen? Ich bin seit zweieinhalb Jahren Single. In der Zeit habe ich eine Firma gegründet, eine Live-Show geplant, einstudiert und geprobt sowie die meiste Zeit im Studio verbracht. Aber klar, ich würde lügen, würde ich behaupten, ich hätte keine Möglichkeiten. Groupies? Erzählen Sie! Um die kümmern sich meine Bandkollegen (lacht). Dieses Rocker-Gehabe passt mir nicht, ich zügle nach den Shows keine Girls ab. Im Gegenteil: Wenn ich merke, eine fährt nur auf mich ab, weil ich Bligg bin, hat sie schon verloren. Eine Frau, die mich herausfordert und zwingt, aktiv zu werden, hat viel grössere Chancen bei mir. Dabei haben Sie immer gesagt, Sie wollen jung Vater werden. Tja, Gott wollte offenbar Platinscheiben für mich statt Kinder. Ich persönlich wäre lieber Vater geworden. Sie würden wirklich auf Ihren musikalischen Erfolg und das Geld verzichten? Was fasziniert Sie denn so an Kindern? Ich kann es nicht erklären, sie bringen mich einfach zum Schmelzen. An Konzerten hole ich hin und wieder Kids auf die Bühne und singe mit ihnen. Wie sollte denn die Mutter Ihrer Kinder sein? Suchen Sie mir jetzt eine Frau? Wir könnens ja mal versuchen. Sie müsste eine eigene Familie wollen und in ihrem Leben bereits das eine oder andere erlebt haben. Mit einer 22-Jährigen, die die ganze Welt entdecken möchte, kann ich nicht viel anfangen. Humor, Bescheidenheit und Selbstständigkeit sind weitere Kriterien. Und äusserlich, eher blond oder brünett? Egal, ich liebe sie alle! Die Haarfarbe spielt keine Rolle, aber ich mag gepflegte Frauen, die auf ihren Kleiderstil achten. Angenommen, Sie treffen die Richtige, aber sie mag Ihren Bart nicht. Rasieren Sie ihn ab? u leben für die musik Bligg wächst mit zwei Geschwistern in bescheidenen Verhältnissen in Zürich Schwamendingen auf. Vater Waldemar bringt die Offen Bligg im Gespräch mit SI- Journalistin Daniela Zivadinovic. Familie als Maler durch, Mutter Angela sorgt für die Familie. Vom Vater erbt Bligg die Leidenschaft für Musik. Nach der Lehre als Sanitär-Installateur setzt er auf seine Passion Rap und lebt jahrelang mit 3000 Franken im Monat. Von 2001 bis 2004 ist er mit Soulsängerin Emel liiert, dann drei Jahre mit «Popstars»- Gewinnerin Miriam Cani. Seit über zwei Jahren ist er solo.

5 «Als ich meinem Vater Rosalie vorspielte, sagte er: Das will doch keiner hören!» u Auf keinen Fall! Er ist mein Markenzeichen und bleibt, solange ich Lust dazu habe. Eine Frau nimmt mich, wie ich bin, oder wir lassen es bleiben. Wie eitel sind Sie? Auf der Bühne gehören Aussehen und Kleider zum Auftritt, da achten meine Band und ich auf unser Styling und greifen für einen besonders wichtigen Gig auch mal tiefer in die Tasche. Privat bin ich überhaupt nicht eitel. Morgens brauche ich fürs Duschen, Zähneputzen und Frisur nicht länger als zehn Minuten. Das nehme ich Ihnen nicht ab. Ich habe mich wirklich nie um mein Äusseres geschert. Erst im Lauf der Jahre wurde mir bewusst, dass man mich gut aussehend nennt. Wie reich sind Sie? Loft-Gefühl Bligg bezeichnet seinen Sinn für Texte als seine grösste Stärke und Vergesslichkeit als seine grösste Schwäche. Ich fahre keinen Mercedes-Benz, sondern einen Ford Mustang und besitze auch keine Riesenhütte. Materieller Reichtum ist sowieso relativ. Im Herzen fühle ich mich hingegen sehr reich, weil ich das tun kann, was ich am meisten liebe. Nur das zählt. Geld bedeutet mir einen Dreck. Immerhin tragen Sie eine teure IWC-Uhr. Okay. Die habe ich mir gekauft, als ich mir erstmals einen richtig grossen Kauf leisten konnte. Ich sehe sie als Wertanlage und Erbstück für den Sohn, den ich hoffentlich eines Tages haben werde. Und: Sie soll mich immer an die jetzige Zeit erinnern. Welchem Lied verdanken Sie Ihren Erfolg? Ganz klar «Rosalie». Mit diesem Song stehe ich jetzt sogar im Finale von «Die grössten Schweizer Hits». Als ich meinem Vater den Song vorspielte, meinte er: Dieses Lied geht gar nicht, das will doch keiner hören! Kürzlich fragte ich ihn, ob er immer noch dieser Meinung sei, er wurde dann ziemlich einsilbig (lacht). Wie lautet Ihr Erfolgsrezept? Harte Arbeit, fokussiertes Schaffen, sich selbst treu bleiben und nie den Glauben an sich aufgeben. Aber Erfolg ist vergänglich, deshalb geht mir das Gerede darüber auf den Keks. Sie sagten in einem Interview, mit 35 Jahren wollen Sie nicht mehr auf der Bühne stehen. Mick Jagger dachte auch mal, mit 40 würde er aufhören, und jetzt ist er 60. Das Thema Musik-Schrägstrich-Alter ist so ein Ding. Ich bin ein stinknormaler Typ, der gern Musik macht, und zwar so lange, wie es mir Spass macht. Wie ist «Rosalie» entstanden? Die Melodie stand, der Text noch nicht. Ich wusste aber, dass ich was über Rosen machen wollte. Beim Mittagessen kam ein Typ rein und fragte: «Wollen du Rosen kaufen?» Mir war sofort klar, das ist das Motiv für meinen Song. Sie planten, sich am rechten Oberarm ein Tattoo machen zu lassen, falls Ihr Album Goldstatus erreicht. Mittlerweile müsste ich fast meinen ganzen Körper stechen lassen, und darauf habe ich keinen Bock. Trotzdem spiele ich immer noch mit dem Gedanken. Kommentieren Sie bitte einige Stichworte. Gölä? Geile Siech. One-Night-Stands? Kann schon mal passieren. Susanne Wille? Ich habe jetzt eine andere, sie heisst Rosalie (lacht). Stress? Stress im Leben führt bei mir zu Magenverstimmungen. Hans-Rudolf Merz? Nächste Frage. Drogen? Mit Vorsicht zu geniessen. Emel? Vielleicht werde ich Götti ihres Kindes, das wäre ich sehr gerne. cd & Konzert-daten ubliggs «0816 Nackt» ist eine Special- Version seines Erfolgs-Albums «0816», das er vor rund einem Jahr herausbrachte (es hielt sich fünf Wochen auf Platz 1 der Schweizer LP-Charts). Die neue Version enthält akustisch neu umgesetzte Songs des Originals sowie eine DVD. Wer Bligg live erleben möchte: Stadthalle Sursee (4. 12.), Sportzentrum Zuchwil (5. 12.), Stadthalle Chur ( ), Volkshaus Zürich ( ) und Festhalle Bern ( ).

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