Kirchenbanken - Geldeinlagen Deutschland

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1 In gibt es (2010) noch acht Kirchenbanken. Seit 2003 haben sich die evangelischen Kirchenbanken zu nur noch drei Instituten zusammengeschlossen. Evangelische Banken: BKD: Bank für Kirche und Diakonie eg (Duisburg) - fusionierte zum mit der DGM: Evangelische Darlehns-Genossenschaft eg (Münster) zur KD-Bank: Bank für Kirche und Diakonie eg Dortmund (Hauptsitz), Duisburg, Berlin, Dresden, Erfurt, Kaiserslautern und Magdeburg. EDG: Evangelische Darlehnsgenossenschaft eg (Kiel, Berlin) EKK: Evangelische Kreditgenossenschaft eg (Kassel, Eisenach, Frankfurt, Hannover, Karlsruhe, Speyer, Stuttgart, Wien) Sie gilt als Hausbank des innerkirchlichen Pietismus. Sie fusionierte im Geschäftsjahr 2005 mit der ACREDOBANK: Bis SKB: Spar- und Kreditbank in der evangelischen Kirche in Bayern eg (Nürnberg, München, Neuendettelsau, Rummelsberg, Schwerin) zur Evangelischen Kreditgenossenschaft eg. LKG: Landeskirchliche Kredit-Genossenschaft Sachsen eg (Dresden), fusionierte 2010 mit der KD-Bank Katholische Banken: BIB: Bank im Bistum Essen eg (Essen) BKC: Bank für Kirche und Caritas eg (Paderborn) DKM: Darlehnskasse Münster eg (Münster) LIGA Spar- und Kreditgenossenschaft eg (Regensburg, Augsburg, Bamberg, Dresden, Eichstätt, München, Nürnberg, Passau, Regensburg, Speyer, Stuttgart, Würzburg) PAX-Bank eg (Köln, Aachen, Berlin, Erfurt, Essen, Mainz, Trier, Rom) 2009 Kooperation mit EthikBank Auf die Einbeziehung von weiteren kirchlichen Banken, die aber nicht zum Raum der beiden großen Amtskirchen gehören, soll verzichtet werden. Dabei handelt es sich u. a. um die: Spar- und Kreditbank Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden eg (Homburg v. d. Höhe) Spar- und Kreditbank des Bundes freier evangelischer Gemeinden eg (Witten) Missionssparinstitut der Steyler Missionare (St. Augustin), die Bank mit doppelt guten Zinsen!, da ein Teil der Zinsen für die Missionsarbeit der Steyler Missionare gespendet wird. Alle haben die Rechtsform einer eingetragenen Genossenschaft mit beschränkter Haftung (eg) und gehören als Genossenschaften dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. an. Zusätzlich wären noch zwei Drittel der Bank für Sozialwirtschaft hinzuzurechnen, deren Kapital zu rund zwei Dritteln von Caritas und Diakonie gehalten wird. Da bei diesen Banken vorrangig konfessionelle Rechtsträger ein Konto haben ist dort das geparkte institutionelle Geldvermögen im konfessionellen Bereich sichtbar. Abzuziehen wären die Geldeinlagen von konfessionellen Privatkunden, deren Anteil je nach Bank verschieden hoch ist. Der Anteil dieser privaten Geldeinlagen variiert auch in verschiedenen Jahren und wurde von der KD-Bank für 2003 mit 7,4 % des Einlagevolumens, 2004 dann mit 11,2 % beziffert. Die BIB gibt im Geschäftsbericht 2011 etwa 8,5% Privatkundeneinlagen an und die EKK ca. 20%. Ein Mittelwert von 15 % Geldeinlagen von Privatkunden erscheint plausibel und wäre dementsprechend von den Gesamtsummen abzuziehen, um die Geldeinlagen auf die institutionellen Kunden aus Kirche, Caritas und Diakonie zu begrenzen. 1

2 Unsichtbar - selbst in den Geschäftsberichten der Kirchenbanken, die ja nur bilanzieren können, was sich auf ihren Konten darstellt - sind die weiteren Vermögensverwaltungen für die Kunden, die Spezialfonds und Kundendepots (mit Wertpapieren). Die EKK bezifferte 2004 das Einlagevolumen ihrer Kunden auf 2,9 Mrd. Euro, das verwaltete Kundenvolumen auf insgesamt 5,5 Mrd. Euro. Die Pax-Bank spricht 2010 von 1,8 Mrd. Kundeneinlagen und 4,3 Mrd. verwaltetes Kundenvolumen. Der sichtbare Teil der Geldeinlagen wäre entsprechend um unsichtbares weiteres Kapitalvermögen etwa zu verdoppeln. Das gesamte Kapitalvermögen beider Kirchen wird auf die (mindestens) dreifache Summe der bei den Kirchenbanken deponierten Gelder geschätzt, da rund zwei Drittel der Kontenverbindungen im kirchlichen Bereich bei Geschäftsbanken bestehen, bei denen der Kapitalbestand in dieser Hinsicht öffentlich unsichtbar bleibt. Die Geschäftsberichte zwischen 2005 und 2009 waren zum Teil nicht mehr recherchierbar, so dass ein wesentlicher Teil der Vergleichszahlen fehlte. Aus diesem Grund wurden diese fünf Jahre ausgeklammert und erst das Ergebnis von 2010 wieder verwertet. Anmerkung: Bemerkenswert erscheint bei den Kirchenbanken nicht so sehr die absolute Höhe der sichtbaren Geldeinlagen (Ende 2010 waren es rund 26,6 Mrd. Euro), sondern die Veränderungen in Jahren der sinkenden Kirchensteueraufkommen: Von 1999 bis Ende 2010 wurden insgesamt 5,72 Mrd. Euro mehr auf die Konten gelegt, mit einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 2,2 % pro Jahr. Mit anderen Worten, in den Jahren der öffentlich verkündeten Armut (ab 1999) wurden jährlich rund 470 Mio. Euro mehr auf die Konten gelegt. Bei der Zeitreihe für die evangelischen Kirchenbanken wird deutlich, dass im Jahr 2000 rund 670 Millionen Euro weniger als Geldeinlage geparkt, sondern stattdessen in Aktienfonds (wie aus den Geschäftsberichten der Kirchenbanken zu schließen ist) angelegt wurden. Da besonders die evangelischen Kirchenbanken ab dem Jahr 2000 mehr Kundengelder in bilanzunwirksamen Aktiendepots angelegt hatten, waren diese Banken auch mehr vom Kursverfall der Aktien ab 2001 betroffen. Dies ist sicher auch einer der Gründe für den Zusammenschluss der DGM mit der BKD im Jahr 2003 und einem weiteren Zusammenschluss mit der LKG Sachsen im Jahre Im gleichen Jahr schlossen sich die ACREDOBANK mit der EKK zusammen. Durch diese Maßnahmen konnte der Abwärtstrend aufgehalten werden und die drei verbliebenen evangelischen Banken (auch die EDG) konnten 2011 wieder ein Plus bei den Kundeneinlagen verbuchen. Der Kursverfall im Aktienmarkt hat die katholischen Träger weniger bis gar nicht getroffen, sie konnten die Kundeneinlagen um jährlich nahezu 7 % steigern. Auch wenn jetzt einzelne Banken genauer zu betrachten wären, um die unterschiedlichen Wege, Schwierigkeiten und Erfolge detaillierter zu beschreiben, lässt sich zumindest generell feststellen: Bei den Geldeinlagen bei den Kirchenbanken zeigt sich - in Parallelität zu den unterschiedlichen Veränderungen des Kirchensteueraufkommens - dass die katholischen Rechtsträger ihre Rücklagen erhöhen können, während es den evangelischen Rechtsträgern an die Substanz ging/geht, d. h. sie mussten/müssen verstärkt Rücklagen für laufende Ausgaben einsetzen. 2

3 Geldeinlagen * bei Kirchenbanken Veränderungen 2000 bis 2010 (in TEUR) Bank (1) 2010 Ø pro Jahr ACREDOBANK, Nürnberg Zusammen schluss mit ,4-4,6-4,0-0,8-8,7 EKK -3,4 EDG, Kiel ,4 2,8 0,5-6, ,2 EKK, Kassel ,7 2,1 0,6 1,3-3,2 5,7 DGM, Münster DGM und BKD ab zur ,3-3,1 3,5 KD-Bank fus. 0,1 B(KD), Duisburg ,9-1,0 3,6 74,0-1,0-2,7 9,2 LKGS, Dresden LKGS fusioniert mit ,0 4,5 2,7-1,6-2,8 KD-Bank 0,5 Evangelische Banken ,6 0,8 1,2-3,1-5,2-2,2 BIB, Essen ,4 10,3 13,9 3,9 8,8 10,5 BKC, Paderborn ,1 3,0 3,5 6,0 8,7 5,8 DKM, Münster ,0 2,7 0,9 5,6-0,1 4,7 LIGA Bank, Regensburg ,1 5,3 9,9 8,5 6,7 7,5 PAX - Bank, Köln ,9 2,5 7,8-1,6 8,1 6,1 Katholische Banken ,7 7,0 5,2 6,3 6,8 BfS, Köln (2/3) ,1 16,1-0,8 6,6 8,4 Alle Kirchenbanken ,4 4,5 0,7 0,8 2,2 3

4 in T Kunden-Einlagen bei Kirchenbanken ** alle Kirchenbanken kath. Kirchenbanken evang. Kirchenbanken Quelle: Geschäftsberichte der EDG Banken Kiel in den jeweiligen Jahren LIGA-Bank Regensburg BKC Paderborn DKM Münster (B)KD Duisburg BIB Essen DGM Münster 0 EKK Kassel ACREDO Bank LKG Sachsen BfS Köln PAX-Bank Regensburg Quelle: Geschäftsberichte der Banken in den jeweiligen Jahren 4

5 durchschnittliche jährliche Steigerung der Kundengeldeinlagen ,0-4,0-2,0 0,0 2,0 4,0 6,0 8,0 10,0 12,0 Alle Kirchenbanken Katholische Banken Evangelische Banken DGM, Münster (bis 2002) EDG, Kiel ACREDOBANK,Nürnberg (bis 2004) LKGS, Dresden (bis 2004) DKM, Münster EKK, Kassel PAX - Bank, Köln BKC, Paderborn LIGA Bank, Regensburg B(KD), Duisburg BIB, Essen BfS, Köln Quelle: Geschäftsberichte der Banken in den jeweiligen Jahren *) alle Kundengelder (Spareinlagen, befristete Einlagen plus Inhaberschuldverschreibungen der Banken) **) für die Grafik zwischen 2004 und 2010 linear interpoliert 1) zwischen 2005 und 2010 nur vereinzelte Werte recherchierbar, daher hier ausgelassen Quellen: Geschäftsberichte der Banken für die entsprechenden Jahre. Carsten Frerk: Finanzen und Vermögen der Kirchen in. Aschaffenburg: Alibri, / html baec98845ac90981d01167f28fac5 5

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