Verhandlungen über Vergütungen in der ambulanten Pflege gescheitert S. 3 Träger der ambulanten Pflegedienste: Schiedsverfahren eingeleitet

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1 Informationsdienst Abteilung Presse und Kommunikation Claudia Mann Aus der Landesgeschäftsstelle Erscheint monatlich 07/2013 Chancen für Langzeitarbeitslose werden immer geringer S. 2 Zumeldung zur Meldung der Agentur für Arbeit im Juni 2013 Verhandlungen über Vergütungen in der ambulanten Pflege gescheitert S. 3 Träger der ambulanten Pflegedienste: Schiedsverfahren eingeleitet Die Basis in diakonischen Altenpflegeheimen erhebt die Stimme S. 4 Pflegekräfte übergeben Memorandum an Sozialministerin Wir sind an einer Grenze angelangt S. 6 Christliche Krankenhäuser kritisieren Vergütungssystem Inklusion braucht Mentalitätswandel in Politik und Gesellschaft S. 8 Erstmals gemeinsame baden-württembergische Woche der Diakonie Film-Studierende arbeiteten für die Woche für das Leben S. 10 Voting auf Facebook ermittelte Sieger beim Wettbewerb Unterwegs im Dienst der Freiwilligen S. 11 EKK spendet VW up! Aus den Regionen Das Geriatrische Zentrum Esslingen-Kennenburg stellt sich neu auf S. 13 Die Rehabilitationsklinik verabschiedet sich Es tut gut, dass wir Gemeinschaften wie Ihre haben S. 14 Hundert-Jahre-Jubiläum der Evangelischen Diakonieschwesternschaft JobConnections feiert 15-jähriges Bestehen S. 15 Beratungsstelle hilft jungen Stuttgartern beim Einstieg ins Berufsleben Freude und Verantwortung im Ehrenamt S. 16 Im bhz engagieren sich mehr als 50 Menschen ehrenamtlich Schwerpunkt ist Bewahrung der Schöpfung S. 17 EMS fördert Bildung in Afrika, Asien und dem Nahen Osten Kurznachrichten S. 18 Redaktion: Claudia Mann

2 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 2 Chancen für Langzeitarbeitslose werden immer geringer Stuttgart. Ende Juni hat die Agentur für Arbeit die neuen Arbeitslosenzahlen bekannt gegeben. Wir möchten Ihre Aufmerksamkeit auf folgende Zahlen in Baden-Württemberg lenken: Personen sind arbeitslos. Das bedeutet eine Arbeitslosenquote von 3,9 % Über die Hälfte der Arbeitslosen (57,3 % oder Personen) sind Hartz-IV- Bezieher. Die Unterbeschäftigtenquote liegt bei 5,3 %. Das heißt: Personen sind arbeitslos oder in Beschäftigungsmaßnahmen der Arbeitsagentur Personen oder 30,8 % aller Arbeitslosen sind länger als ein Jahr arbeitslos die Quote ist von 30,4 auf 30,8 % gegenüber dem Vormonat gestiegen. Betroffen von Langzeitarbeitslosigkeit sind vor allem Arbeitslosengeld-II-Bezieher: 44,3 % von ihnen sind länger als ein Jahr arbeitslos, bei den Arbeitslosengeld-I- Beziehern sind es nur 12,8 %. Die durchschnittliche Dauer von Arbeitslosigkeit bei Langzeitarbeitslosen liegt derzeit bei 522 Tagen das sind sieben Tage mehr als im Vormonat. Derzeit gibt es offene Stellen, das ist gegenüber dem Vormonat ein Rückgang um 19,3 % Diese Zahlen zeigen, dass sich die Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt hat und kaum Langzeitarbeitslose auf den normalen Arbeitsmarkt vermittelt werden können. Die immer weniger freien Stellen vermindern zusätzlich die Chancen für Langzeitarbeitslose. Um Langzeitarbeitslosigkeit langfristig abbauen zu können, wäre eine gezielte Unterstützung durch die Bundesagentur für Arbeit wichtig. Stattdessen baut diese die Unterstützungsmaßnahmen immer mehr ab: So sind die Eingliederungsmittel der Jobcenter in den letzten drei Jahren nahezu halbiert worden. Im Jobcenter des Landkreises Heilbronn sind zum 30. Juni 2013 alle Arbeitsgelegenheiten gestrichen worden. Im Jobcenter des Landkreises Konstanz gibt es offensichtlich eine Haushaltssperre mit der Folge, dass keine neuen Maßnahmen mehr bewilligt werden. Die aus dem Landesarbeitsmarktprogramm der Landesregierung zur Verfügung gestellten Mittel für neue Beschäftigungsmaßnahmen können in vielen Jobcentern nicht mehr umgesetzt werden, weil eigene Mittel zu Kofinanzierung fehlen. Nur ca. 60 Prozent der von Landesseite zur Verfügung gestellten Plätze konnten bisher besetzt werden. Das Risiko der Langzeitarbeitslosen wächst, dauerhaft arbeitslos zu bleiben. Nur ein öffentlich geförderter Arbeitsmarkt kann Abhilfe schaffen. Weitere Informationen: Peter Ruf, Pressesprecher, Tel.: 0711/ ,

3 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 3 Verhandlungen über Vergütungen in der ambulanten Pflege gescheitert Die Verhandlungen mit der AOK über eine Erhöhung der Vergütungen ihrer Leistungen in der Häuslichen Krankenpflege sind vorerst gescheitert. Die gemeinnützigen Träger der ambulanten Pflegedienste in Baden-Württemberg haben die Verhandlungen mit der AOK als aussichtslos abgebrochen und das Schiedsverfahren eingeleitet. Die Vorstellungen über die notwendige Erhöhung lagen zwischen der AOK und den Anbietern von Pflege zu weit auseinander. Stuttgart. Die AOK hat rund zwei Prozent Erhöhung angeboten. Die Träger der ambulanten Pflege halten aber eine Erhöhung um knapp fünf Prozent für unbedingt erforderlich. Eine unabhängige Schiedsperson, auf die sich die Verhandlungspartner im Februar 2012 verständigt hatten, wird nun vermitteln. Das Schiedsverfahren wurde gemeinsam von den Wohlfahrtsverbänden Caritas, Diakonie, AWO, Deutsches Rotes Kreuz und Paritäter zusammen mit der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft sowie den kommunalen Landesverbänden in Baden- Württemberg eingeleitet. Die wirtschaftliche Situation der gemeinnützigen ambulanten Pflegedienste wie Sozialoder Diakoniestationen wird immer angespannter. Seit Jahren werden die steigenden Kosten bei der Häuslichen Krankenpflege nicht voll refinanziert. Die Personalkosten sind in den letzten neun Jahren allein durch Tarifsteigerungen um 17 Prozentpunkte gewachsen. Nicht eingerechnet sind dabei die gestiegenen Sachkosten wie Benzinpreise oder Kosten zur Qualitätssicherung und Dokumentation. Dem steht im Bereich der Häuslichen Krankenpflege eine Erhöhung der Leistungsvergütung um lediglich acht Prozentpunkte gegenüber. Über die Hälfte der Personalkostensteigerungen wurden in den letzten neun Jahren nicht refinanziert. Deshalb schreiben immer mehr ambulante Pflegedienste der freien Wohlfahrtspflege rote Zahlen. Nur durch die Unterstützung von Krankenpflegevereinen, Kirchengemeinden, teilweise durch Kommunen sowie durch Spenden können viele Dienste die Versorgung der kranken und pflegebedürftigen Menschen in unserem Land noch aufrechterhalten. Die Wohlfahrtsverbände haben in den Verhandlungen gefordert, dass die Tarifbindung der ambulanten Dienste von den Kassen anerkannt wird. Nur durch höhere Preise kann der Fortbestand einer qualitativ hochstehenden und flächendeckenden Versorgung im Land gewährleistet werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Dienste schließen müssen und die Versorgung insbesondere im ländlichen Raum gefährdet ist. Angesichts des weiter steigenden Bedarfs der Pflege ist es nach Meinung der Träger der ambulanten Pflege unverantwortlich, dass auch nach langwierigen Verhandlungen keine Vergütungserhöhung erzielt werden konnte, die den nachweislich vorhandenen Kostensteigerungen entsprochen hätte. pr

4 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 4 Weitere Informationen: Peter Ruf, Pressesprecher, Tel.: 0711/ ,

5 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 5 Die Basis in diakonischen Altenpflegeheimen erhebt die Stimme Die Pflege krankt in Deutschland. Sie braucht mehr gesellschaftliche Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Das sagte Kirchenrätin Heike Baehrens, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg, bei der Übergabe eines Memorandums im Landtag. Seit Jahren wachse der Anteil pflegebedürftiger Menschen in der Gesellschaft und damit auch die Herausforderungen, denen sich engagierte Pflegekräfte tagtäglich stellen müssten. Jetzt ist eine Grenze erreicht und leider zu oft auch überschritten, meinte Dr. Eberhard Goll, Vorsitzender des Württembergischen Evangelischen Fachverbands für Altenpflege. Erstmals haben deshalb Pflegekräfte aus eigenem Antrieb das Wort erhoben und Sozialministerin Katrin Altpeter ein Memorandum übergeben, in dem sie dringenden Handlungsbedarf in der Altenpflege benennen. Stuttgart. Besonders wichtig war den Pflegedienstleitungen, dass sie einen Dialog zwischen Politik, Verbänden und Trägern beginnen. Hans-Peter Besteck, Haus- und Pflegedienstleiter des Samariterstifts Ammerbuch, betonte: Wir fordern Interesse! Das Thema Pflege solle in der Gesellschaft präsent sein. Dadurch sei es möglich Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Doch auch die Rahmenbedingungen während der Arbeit sollen verbessert werden. Dabei war den Pflegedienstleitern wichtig, dass der Personalschlüssel, der seit etwa 20 Jahren unverändert ist, den aktuellen Gegebenheiten angepasst wird. Der Anteil von Patienten mit chronischen Schmerzen oder Demenz ist gestiegen. Darüber hinaus fordern sie eine Entbürokratisierung der Pflege, die Vermeidung von Doppelkontrollen und die Einführung einer Pflegekammer. Steffen Till von der Evangelischen Heimstiftung fasste zusammen: Wir brauchen die richtigen Rahmenbedingungen, damit wir die Arbeit, die wir gern tun, auch tun können. Sozialministerin Altpeter dankte für das Memorandum. Ihr sei ein wichtiges Anliegen, dass der Pflege mehr Wertschätzung zuteil wird. Zudem bekräftigte sie: Wir brauchen eine Reform der Pflegeversicherung und zwar dringend. Eine weitere Forderung aufgreifend, sagte sie, freiwilliges Engagement sei wichtig, um junge Menschen für soziale Berufe zu interessieren. Allerdings betonte sie, dass viele der Probleme nicht allein von der Politik gelöst werden können, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellen. Beispielsweise bei der Frage der Personalschlüssel sei das Land nur indirekt involviert. Dennoch halte sie das Memorandum für einen wichtigen Schritt, um die Herausforderungen beim Thema Pflege anzugehen. Das Memorandum wird nun gemeinsam mit Unterschriftenlisten an Altenpflegeheime geschickt, um die Forderungen weiter publik zu machen und Unterstützer zu sammeln. Denn dieses Memorandum soll nicht in der Schublade verschwinden, wie die Sozialministerin betonte.

6 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 6 An der Formulierung und Übergabe des Memorandums waren beteiligt: Hans-Peter Besteck, Haus- und Pflegedienstleitung Samariterstift Ammerbuch; Dagmar Hennings, Regionalleitung Zieglersche, Altenhilfe; Heiko Lorenz, Pflegedienstleitung Seniorenstift Marbach; Angela Roller, Pflegedienstleitung Evangelischer Diakonieverein Sindelfingen; Katja Thiele, Pflegedienstleitung Wilhelmshilfe, Pflegeheim Bartenbach; Steffen Till, Evangelische Heimstiftung, Referat Pflege. el Weitere Informationen: Claudia Mann, stv. Pressesprecherin, Tel: 0711/ , E- Mail:

7 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 7 Wir sind an einer Grenze angelangt Zehn Jahre nach Einführung des neuen Abrechnungssystems haben die konfessionellen Kliniken und Krankenhäuser Baden-Württembergs in Heidelberg Bilanz gezogen. Auf ihrem Landestreffen waren sich die Verantwortlichen einig darin, dass das sogenannte DRG-System* die Erwartungen nicht erfüllt hat. Heidelberg. Das DRG-System bedeute vor allem eine Ökonomisierung des Krankenhauswesens. Dadurch, so die Teilnehmer, sei es zu einem Konflikt zwischen Ethik und Effizienz gekommen. Der Patient muss als Mensch gesehen werden, nicht als Kostenfaktor, betonte Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorsitzender des Evangelischen Krankenhausverbands Baden-Württemberg. Er nannte es als Aufgabe der christlichen Krankenhäuser, nicht nachzulassen bei der Versorgung der Menschen. Der Chefarzt des Freiburger Diakoniekrankenhauses, Prof. Hans-Peter Allgaier, sagte, das Ziel des DRG-Systems, die Kosten zu senken, sei nicht erreicht worden. Stattdessen sei seit der Einführung 2004 eine deutliche Zunahme des Verwaltungsaufwands zu beobachten. Das sei nicht nur teuer, sondern auch äußerst zeitintensiv. Allgaier warnte vor weiteren Rationalisierungsmaßnahmen. Sie würden zu einer ethischen Verarmung führen. Schon jetzt habe das Pflegepersonal kaum Zeit für die Patienten. Unterstützung bekam der Mediziner von Charlotte Schneidewind-Hartnagel, frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im baden-württembergischen Landtag. Immer mehr Leute würden von immer weniger Pflegekräften versorgt. Das sei schlichtweg erschreckend. Auch von Privatdozent Dr. Arne Manzeschke von der Universität München kam Kritik. Tatsächlich sei zu beobachten, dass die Kosten sogar leicht gestiegen seien. Effizienz und Qualität der Leistungen hätten eher abgenommen. Manzeschke warnte davor, durch übertriebene Rationalisierungsmaßnahmen die Kliniken zu Medizinfabriken verkommen zu lassen. Damit könne man in kurzer Zeit öffentliches Vertrauen verspielen, dass über Jahrzehnte aufgebaut worden sei. Seit Einführung des DRG- Systems sei der Bogen überspannt worden. Das zeige der massive Stellenabbau der vergangenen Jahre. Die verbliebenen Pflegekräfte hätten deutschlandweit inzwischen neun Millionen Überstunden erarbeitet und das für einen Armutslohn. Die Folge seien Motivationsverlust und die Bereitschaft von Ärzten zu Abwanderung ins Ausland. Erstaunlicherweise habe es seit der Einführung der DRGs aber keine Einbußen bei der Qualität gegeben.

8 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 8 Karin Sprekelmeyer von der AOK Baden-Württemberg hielt dem entgegen, dass die Einführung der DRGs zu deutlich mehr Wirtschaftlichkeit der Krankenhäuser geführt habe. Es gebe ein Plus bei der Preistransparenz und der Leistungseffizienz. Es sei gelungen, die Ausgaben der Gesetzliche Krankenversicherungen zu stabilisieren. Sprekelmeyer warf den Krankenhäusern vor, Ressourcen zu vergeuden. Zu viele Häuser würden die gleichen Leistungen anbieten. Sprekelmeyer sprach von einer Fehlentwicklung und forderte mehr Klasse statt Masse, mehr Spezialisierung und Bündelung der Kräfte. Auch der Vorstandsvorsitzende der St. Vincentius-Kliniken Karlsruhe, Richard Wentges, bewertete das DRG-System als prinzipiell gut. Er sehe dieselben Vorteile wie die AOK. Allerdings komme seit der Einführung die menschliche Zuwendung zu kurz. Außerdem berücksichtigten die DRGs nicht die unterschiedlichen Strukturen kleiner und großer Häuser. Das System laufe also Gefahr, bei der Finanzierung der Krankenhäuser der Realität nicht gerecht zu werden. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion waren sich die Klinik-Vertreter einig darin, dass man in den vergangenen Jahren zu sehr auf Effizienzsteigerung geachtet und dabei die Grenze der Belastbarkeit der Mitarbeiter außer Acht gelassen habe. Hier müsse man gegensteuern, das DRG-System reformieren. Der Theologe Manzeschke sagte: Wir müssen uns fragen ob wir Geld brauchen, um Kranken zu helfen, oder ob wir Kranke brauchen, um damit Geld zu machen. * Deutsche Krankenhäuser rechnen seit 2004 verpflichtend ihre Behandlungsfälle über die diagnosebezogenen Fallpauschalen des sogenannten DRG-Entgeltsystems ab. DRGs oder diagnosebezogene Fallgruppen (Diagnosis Related Groups) bilden die Grundlage für ein leistungsorientiertes Entgeltsystem, mit dem die allgemeinen Krankenhausleistungen nach pauschalierten Preisen vergütet werden. ck Weitere Informationen: Claudia Mann, stv. Pressesprecherin, Tel: 0711/ , E- Mail:

9 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 9 Inklusion braucht Mentalitätswandel in Politik und Gesellschaft Inklusion ist das zentrale Thema der diesjährigen Woche der Diakonie, die erstmals gemeinsam von der Diakonie Baden und Württemberg begangen wurde. Unter dem Motto Ich glaube, dass Glück keine Behinderung kennt fanden zwischen 9. und 16. Juni in vielen Kirchengemeinden Gottesdienste und Veranstaltungen statt. In der Woche der Diakonie baten die Diakonischen Werke um Unterstützung für ihre Arbeit. Die Eröffnung der Aktionswoche, die die badische und württembergische Diakonie erstmals gemeinsam beging, war am 8. Juni in der Villinger Innenstadt mit großem Bühnenprogramm und fast 30 Marktständen. Stuttgart. Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg, sagte beim Pressegespräch: Wir müssen uns aufeinander zu bewegen und lernen, mit Vielfalt umzugehen. Inklusion betreffe alle Personengruppen von Menschen mit Behinderungen über arme Menschen, Arbeitslose, Menschen mit Migrationshintergrund, ältere Menschen. Und sie brauche politische und finanzielle Unterstützung. Kaufmanns badischer Kollege, Oberkirchenrat Urs Keller, betonte, dass die Diakonie nachdrücklich die UN-Behindertenrechtskonvention aus dem Jahr 2009 unterstützt. Sie begrüße die damit verbundene Chance und die Herausforderung zu einem gesellschaftlichen Paradigmenwechsel. In ihrer Behindertenhilfe gehe die Diakonie den Umbau von großen Komplexeinrichtungen an und unterstütze die Regionalisierung mit wohnortnahen Angeboten für Menschen mit Behinderungen. Mit dem Motto der Woche der Diakonie solle deutlich gemacht werden, dass Glück nicht in eine enge Verbindung mit der gesellschaftlichen Idealvorstellung von einem gelungenen Leben zu setzen ist. Die Diakonie wolle zu einem notwendigen gesellschaftlichen Mentalitätswandel in den Vorstellungen über Menschen mit Behinderungen beitragen. Bernd Schatz, Referent für Behindertenhilfe im Diakonischen Werk Württemberg, nannte Begegnung als Schlüssel zum Erfolg von Inklusion. Zunächst gehe es um die Möglichkeit der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Dazu gehörten auch bezahlbarer Wohnraum und ein besserer Zugang zum ersten Arbeitsmarkt. Beteiligung finde statt etwa im Beirat Behindertenhilfe der württembergischen Diakonie. Werner Bienert findet es gut, dass er trotz seiner Einschränkungen dort bei wichtigen Themen mitsprechen kann. Auch als Vorsitzender des Gesamt-Werkstattrates in Ludwigsburg und der Theo-Lorch-Werkstätten vertritt er die Interessen von Menschen mit Behinderung. Sozialpolitisch ist laut Kaufmann eine Grundlage notwendig, auf der Wohlfahrtsverbände wie die Diakonie Konzepte der Teilhabe weiter entwickeln können. Wir

10 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 10 stehen vor großen sozialpolitischen Herausforderungen. Jedes sechste Kind in Deutschland wachse dauerhaft oder vorübergehend in Armut auf. Aufwachsen in Armut belastet. Es hat für Eltern und Kinder negative Auswirkungen auf Bildungschancen, Gesundheit, Selbstbewusstsein und gesellschaftliche Teilhabe. Es bedürfe einer verlässlichen Infrastruktur von Ganztagesbetreuung und Angeboten für Familien. Statt eine Vielzahl von unterschiedlichen Leistungen wie Kindergeld, Kinderfreibeträge, Kinder-Zuschlag und Kinder-Regelsätze zu finanzieren, ist es besser, eine einheitliche soziale Sicherung für Kinder einzuführen mit bedarfsabhängiger Förderung bei Bedürftigkeit und infrastruktureller Förderung nach regionalem Bedarf. Angesichts der ungleichen Einkommensverteilung müsse auch über veränderte Steuergesetze nachgedacht werden. Kaufmann bezeichnete als Aufgabe des Staates, für einen gerechten Ausgleich zu sorgen. Es ist wichtig zu erkennen, dass Armut kein individuelles, sondern ein strukturelles Problem ist. Die Diakonie betreut und begleitet in Baden-Württemberg Menschen mit Behinderungen. cm Weitere Informationen: Claudia Mann, stv. Pressesprecherin, Tel.: 0711/ , E- Mail:

11 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 11 Film-Studierende arbeiteten für die Woche für das Leben Evangelische und katholische Kirche in Württemberg haben anlässlich der ökumenischen Woche für das Leben Studierende ausgezeichnet. Es ging uns nicht darum zu gewinnen, sondern um die Anerkennung, die das Projekt bekommt, so Nadine Schmid. Die 20-Jährige hatte zusammen mit ihren Kommilitoninnen ein Preisgeld von insgesamt 600 Euro erhalten. Stuttgart/Tübingen. Im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind vier Filme entstanden, die das Motto der diesjährigen Woche für das Leben verdeutlichen. Engagiert für das Leben - Zusammenhalt gestalten stand im Mittelpunkt der ökumenischen Aktion. Deshalb zeigen die Filme Projekte in Württemberg, die den Zusammenhalt zwischen Bürgern, Kirchen und Gesellschaft gestalten. Die Filme sind von Studierenden der Medienwissenschaft an der Universität Tübingen unter Anleitung des Zentrums für Medienkompetenz erstellt worden. Der besondere Supermarkt in Nufringen: CAP-Markt, die Aktion Rückenwind im Landkreis Göppingen, Kinder- und Jugendhospiz im Landkreis Esslingen oder PragA, der besondere Second-Hand-Shop in Stuttgart, sind die vier Themen, die verfilmt wurden. Über ein Facebook-Voting-Verfahren wurde ermittelt, welches Video am häufigsten angeklickt wurde. Rund Votes wurden abgegeben. Es war sehr knapp, deswegen haben wir zwei Gewinner, erklärte Peter Ruf, Pressesprecher des Diakonischen Werks Württemberg und teilte das Preisgeld zwischen den beiden Gewinnern Rückenwind und PragA auf. Mit Arianne Schmitt, Iris Hofmann und Christian Kretschmer hatte Nadine Schmid das Projekt Rückenwind vorgestellt, das für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien Kurse und Freizeitangebote macht. Die Anerkennung, die `Rückenwind mit dem Voting erhält, war unser Ziel und uns freut sehr, dass wir es erreichen konnten. PragA, eine Secondhandboutique, in der Langzeitarbeitslose einen Weg in den ersten Arbeitsmarkt finden können, wurde von Helen Baur, Katharina Rohm und Charlotte Faul inszeniert. Es war unser erster Film und wir wollten alles richtig machen. Jetzt haben sie die richtige Rückmeldung bekommen und bedanken sich auch bei den Projektmitarbeitern. Die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Landeskirche mit ihrer Diakonie sowie der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit ihrer Caritas war eine Bereicherung für die Universität und die Studierenden. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir hoffen auf zukünftige Projekte, meinte Kurt Schneider, der geschäftsführende Leiter des Zentrums für Medienkompetenz. Die Filme sind unter https://www.facebook.com/diakoniewuerttemberg.

12 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 12 Weitere Informationen: Peter Ruf, Pressesprecher, Tel.: 0711/ ,

13 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 13 Unterwegs im Dienst der Freiwilligen Das Diakonische Werk Württemberg mit seinen über Einrichtungen und Diensten bietet vielfältige Möglichkeiten, sich im sozialen Bereich zu engagieren. Die Abteilung Freiwilliges Engagement ist für die pädagogische Begleitung der Freiwilligen in den unterschiedlichen Diensten zuständig. Hierfür sind 45 pädagogischen Referentinnen und Referenten in ganz Württemberg unterwegs. Die Evangelische Kreditgenossenschaft eg (EKK) unterstützt diese Arbeit mit der Bereitstellung eines neuen VW up!. Stuttgart. Bei der Übergabe des neuen Autos freuten sich Robert Bachert, Finanzvorstand des Diakonischen Werks Württemberg (DWW), und Wolfgang Hinz-Rommel, Leiter der Abteilung Freiwilliges Engagement im DWW, über die großzügige Förderung der EKK. Das neue Auto macht uns noch flexibler beider pädagogischen Betreuung unserer Freiwilligen, sagte Hinz-Rommel. Im Freiwilligen Sozialen Jahr, im Freiwilligen Ökologischen Jahr sowie im noch recht jungen Bundesfreiwilligendienst sind neben dem praktischen Einsatz in einer diakonischen Einrichtung Bildungstage gesetzlich vorgeschrieben. Diese erfolgen in externen Tagungsstätten. Hier kommt das von der EKK gestiftete Fahrzeug u.a. zum Einsatz. Noch wichtiger ist der neue VW up! allerdings für die zahlreichen Einsatzstellen- und Freiwilligenbesuche durch die Referenten des Freiwilligen Engagements. Sie beraten in etwaigen Konflikt- oder besonderen Belastungssituationen und sorgen durch ihre Unterstützung dafür, dass der praktische Einsatz in den Einrichtungen der Diakonie Württemberg gut gelingt und für die Freiwilligen zu einer gewinnbringenden Lebenserfahrung wird. Wir haben uns ganz bewusst für die Abteilung Freiwilliges Engagement entschieden. Im Jahrgang 2012/13 waren ca Freiwillige in den verschiedenen Freiwilligendiensten in der württembergischen Diakonie tätig. Es beeindruckt uns sehr, dass sich so viele junge Menschen freiwillig sozial engagieren. Dieses tolle Engagement wollen wir fördern. Das wird uns durch den Zweckertrag des Gewinnsparens, durch den wir den VW up! finanziert haben, ermöglicht, so Bernhard Schumacher, Regionaldirektor der EKK-Filiale Stuttgart bei der Autoübergabe. Das Gewinnsparen vereint drei Ziele in einem Produkt: Helfen, Sparen und Gewinnen. Der Preis eines Gewinnsparloses beträgt monatlich 5 Euro. Davon werden 4 Euro gespart, 75 Cent werden für die Verlosung eingesetzt und 25 Cent werden dazu verwendet, Menschen in Not sowie soziale bzw. gemeinnützige Einrichtungen in der jeweiligen Region zu unterstützen. So konnte die EKK in Euro aus dem Zweckertrag des Gewinnsparens an gemeinnützige Einrichtungen übergeben. Insgesamt wurden damit bundesweit rund 80 Projekte gefördert. Die Evangelische Kreditgenossenschaft eg (EKK) mit Sitz in Kassel ist ein genossenschaftlich organisiertes Spezialinstitut. Die EKK wurde 1969 auf Initiative der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gegründet. Die Bilanzsumme beträgt per rund 4,3 Milliarden Euro. Mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

14 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 14 betreuen in 13 Filialen deutschlandweit mehr als institutionelle Mitglieder bzw. rund institutionelle und private Kunden. Seit 1998 ist die EKK auch in Österreich vertreten. cc Weitere Informationen: Peter Ruf, Pressesprecher, Tel.: 0711/ ,

15 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 15 Das Geriatrische Zentrum Esslingen-Kennenburg stellt sich neu auf Das Geriatrische Zentrum Esslingen-Kennenburg stellt sich für die Zukunft neu auf. In Vorwegnahme neuer heimrechtlicher Regelungen, die ab Herbst 2019 verbindlich werden, will der diakonische Altenhilfeträger Dienste für Menschen (DfM) in den nächsten Jahren mehrere Millionen Euro in das Altenpflegezentrum investieren. Zu der Neuausrichtung gehört auch, die Geriatrische Rehabilitationsklinik nur noch bis zum 31. März nächsten Jahres offen zu halten. Esslingen. Die Neuausrichtung hat auch finanzielle Gründe. In den letzten zehn Jahren sei es nicht möglich gewesen, kostendeckende Vergütungen für das Reha-Angebot zu erzielen, so DfM-Geschäftsführer Peter Stoll. Auch in den aktuellen Verhandlungen mit Kostenträgern habe sich für das gemeinnützige Unternehmen keine akzeptable Perspektive ergeben. Man habe daraufhin mit großem Bedauern in Aussicht genommen, sich von der Rehabilitationsklinik zu verabschieden. Die Mitarbeitenden sollen, soweit möglich, in anderen Teilen des Altenhilfeträgers weiterbeschäftigt werden. Geriatrische Rehabilitation gibt es in Esslingen seit DfM-Geschäftsführerin Gisela Rehfeld und Chefarzt Dr. Martin Runge haben die Geriatrische Rehabilitation seitdem weit über die Landesgrenzen hinaus zu einem Thema gemacht. Gemeinsam erklärten sie nun: Wehmütig gehen wir den Schritt, aber ohne eine auskömmliche Refinanzierung durch die Kostenträger kann ein gemeinnütziger Träger selbst beste Angebote nicht länger aufrechterhalten. Die vielfältigen Formen stationärer, teilstationärer und ambulanter Pflege stehen damit künftig noch stärker im Mittelpunkt des Geriatrischen Zentrums. Sie werden ergänzt durch das Wohnen mit Service im Quartier am Hainbach. Durch zusätzliche Angebote wird die Entlastung pflegender Angehöriger schrittweise erweitert. Wir richten uns ganz gezielt aus auf die sich verändernden Bedürfnisse und Bedingungen in der Pflege, so Gisela Rehfeld, Geschäftsführerin bei DfM. Die ersten Umbaumaßnahmen im Haus haben schon begonnen. pm Weitere Informationen: Dienste für Menschen ggmbh, Gabriele Ehrmann, Haußmannstraße 103A, Stuttgart, Tel.:

16 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 16 Es tut gut, dass wir Gemeinschaften wie Ihre haben Das Jubiläum ihres hundertjährigen Bestehens hat die Evangelische Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal in der Herrenberger Stiftskirche mit einem Festgottesdienst gefeiert. Landesbischof Frank Otfried July lobte die Glaubwürdigkeit der Schwestern und Brüder: Sie tun das, was Sie verkündigen. Unsere Landeskirche braucht solche Gemeinschaften der geistlichen und diakonischen Erneuerung. Herrenberg. Der Dienst der Diakonieschwestern und -brüder sei nicht nur durch Qualität und Professionalität gekennzeichnet, so der Landesbischof, sondern auch von der Erfüllung und dem Glanz, von der dienenden Schönheit der Gotteserwählung. Der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, sagte in seinem Grußwort, die Glaubens-, Dienst- und Weggemeinschaft der Diakonieschwestern sei auch eine Emanzipationsbewegung: Eine kostenlose Ausbildung, gerechter Lohn und flexible Arbeitszeiten hätten jungen Frauen schon vor hundert Jahren eine eigenständige Existenz und ein selbstständiges Berufsleben ermöglicht. Staatssekretär Ingo Rust überbrachte die Glückwünsche des Ministerpräsidenten und der ganzen Landesregierung: Es tut unserer Gesellschaft und unserem Land überaus gut, dass wir solche Gemeinschaften haben wie Ihre, sagte er Er würdigte die Entwicklung von einer rein evangelischen Schwesternschaft hin zu einer Gemeinschaft, in der heute Schwestern und Brüder, Ledige und Verheiratete sowie Menschen unterschiedlicher Konfessionen ihren Platz haben. Der Leitende Pfarrer der Diakonieschwesternschaft, Dr. Andreas Löw, berichtete von scharfem Gegenwind für die Aufgaben der Diakonieschwestern: Die Finanzbehörden hätten zum 1. Januar eine Umsatzsteuer eingeführt für so genannte Gestellungsverträge, nach denen die Diakonieschwesternschaft anderen Einrichtungen qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überlässt. Dies habe nicht finanziert werden können. Ein Erlass aus dem Finanzministerium vom 2. April, nach dem Gestellungsverträge umsatzsteuerfrei sind, sei für viele betroffene Einrichtungen zu spät gekommen. Pfarrer Dr. Löw appellierte an Politik, Kirche und Diakonie: Lassen Sie uns noch intensiver zusammenarbeiten, zum Wohl der Menschen! Die Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal ging 2007 hervor aus dem Zusammenschluss der 1913 gegründeten Herrenberger und der 1926 gegründeten Korntaler Schwesternschaft. Heute hat die Diakonieschwesternschaft 582 Mitglieder, davon 173 im Ruhestand. Die 409 aktiven Brüder und Schwestern arbeiten überwiegend in Gemeinden und Krankenhäusern im Raum Herrenberg, Pforzheim und Stuttgart, in eigenen Pflegeheimen der Schwesternschaft und im Herrenberger Mutterhaus. In der Ausbildung zur Kranken-, Alten- oder Familienpflege sind derzeit 136 Personen. pm

17 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 17 Weitere Informationen: Medienbeauftragter Peter Steinle, Hechinger Straße 13, Tübingen, Tel.: 07071/ ,

18 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 18 JobConnections feiert 15-jähriges Bestehen Sie sind jung und stehen beruflich schon im Abseits: Viele Jugendliche drohen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer Arbeitsstelle zu scheitern. Sei es, weil sie die Schule abgebrochen, schlechte Noten im Abschlusszeugnis oder soziale Probleme haben. Für diese jungen Stuttgarter gibt es seit 15 Jahren die Anlaufstelle JobConnections. Grund zum Feiern gab es beim Jubiläums- Festakt genug: 80 Prozent der jungen Kunden schaffen es mit Unterstützung von JobConnections, sich eine berufliche Perspektive zu erarbeiten. Und das, obwohl sie gemeinhin als schwer vermittelbar gelten. Die Mitarbeiter leisten Großartiges, lobte Michael Föll, Stuttgarts Erster Bürgermeister. Und diese Arbeit lohnt sich, weil jeder eine zweite Chance verdient hat. Und auch mal eine dritte oder vierte. Stuttgart. Seit der Gründung im Jahr 1998 hat das Team von JobConnections Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 17 und 27 Jahren beraten und in geeignete Angebote vermittelt. Weitere junge Leute haben das angeschlossene Bewerbungscenter besucht. Hier stehen elf PC-Arbeitsplätze für Jugendliche zur Verfügung, die nach Stellen suchen oder Bewerbungen schreiben möchten. Initiiert wurde JobConnections durch den damaligen Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster. Was vor 15 Jahren zunächst als Praktikums-Vermittlungsstelle für chancenarme Jugendliche begann, hat sich stetig weiterentwickelt: Berufsberatung, Bewerbungstraining, intensive Vorbereitungsseminare auf die Ausbildung und vieles mehr kamen hinzu. JobConnections ist da, wenn Jobcenter und andere Angebote nicht greifen, stellte Alfred Szorg, Geschäftsführer der Arbeitsagentur Stuttgart, fest. Seit Beginn wird das Angebot von der Evangelischen Gesellschaft (eva) getragen und durch die Stadt Stuttgart finanziert. Für Michael Föll liegt das Erfolgsrezept zum einen in der guten Vernetzung mit Ausbildungsbetrieben, der Arbeitsagentur, dem JobCenter U25 oder dem Jugendamt. Zum anderen aber darin, dass die Berater jeden einzelnen Jugendlichen individuell betreuen. Sie versuchen mit viel Kreativität, für jeden einen beruflichen Maßanzug zu schneidern, sagte Föll beim Festakt. Das kann ein Job im allgemeinen Arbeitsmarkt, eine Berufsausbildung oder ein Platz in einem Jugendarbeitsprojekt sein. Seit Bestehen von JobConnections steigt die Zahl der jungen Kunden Jahr für Jahr an. Den Grund sieht Heinz Gerstlauer, Vorstandsvorsitzender der eva, nicht zuletzt in der Verlässlichkeit des Angebots: Die Jugendlichen wissen: Ich kann kommen, wie ich bin, und treffe da auf Mitarbeiter, die sich Zeit nehmen und mich individuell beraten. pm

19 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 19 Weitere Informationen: Evangelische Gesellschaft Stuttgart, Pressestelle, Annette Kosakowski, Büchsenstraße 34/36, Stuttgart, Tel.: 0711/ ,

20 Informationsdienst der Diakonie Nummer 2 - Juli 2013 S. 20 Freude und Verantwortung im Ehrenamt Im Behindertenzentrum (bhz) Stuttgart engagieren sich mehr als 50 Menschen in ihrer Freizeit für und gemeinsam mit Menschen mit Behinderung. Stuttgart. Sie begleiten Menschen mit Handicap zum Tanzen oder zu einem Stadtteilfest, übernehmen Besuchs- und Fahrdienste oder helfen beim Verkauf auf Weihnachtsmärkten: Das bhz Stuttgart bietet vielfältige Möglichkeiten, sich ehrenamtlich einzubringen. Die Freiwilligen leisten in den Wohnheimen des bhz in Birkach und Plieningen Besuchsdienste, helfen als Nachbarn bei den offenen Wohnangeboten in Feuerbach oder begleiten Menschen mit Behinderung in der Freizeit. Die meisten von ihnen arbeiten aber im vom bhz betriebenen Feuerbacher Tafelladen. Dort werden Lebensmittel, die im Handel nicht mehr verkauft werden können und weggeworfen werden würde, aber dennoch uneingeschränkt für den Verzehr geeignet sind, zu stark reduzierten Preisen angeboten. Sozial Benachteiligte, Hartz-IV- Empfänger oder Personen, deren Einkommen die Bemessungsgrenze der Sozialhilfe nicht übersteigt, haben einen entsprechenden Berichtigungsschein für den Laden in der Hohnerstraße 21. Das Besondere am Tafelladen ist, dass hier unter Anleitung von hauptamtlichen Mitarbeitenden neben den Ehrenamtlichen auch Menschen mit Behinderung, die die Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt anstreben, beschäftigt sind und direkt mit ihnen zusammenarbeiten. 24 Freiwillige sind im Feuerbacher Tafelladen beschäftigt. Ohne das gute Miteinander von ehrenamtlichen und Beschäftigten des bhz wäre die Arbeit im Tafelladen gar nicht möglich., betont Dekan i.r. Walter Blaich, Ehrenamtsbeauftragter des bhz. Die Kooperation mit den Menschen mit Behinderung empfinden alle Ehrenamtliche als bereichernd: Man bekomme sofort eine Reaktion, sagt der Ehrenamtliche Bernd Salzer. Dies ist ein sehr ehrlicher Umgang. Ich erlebe es als direktes Feedback auf mein eigenes Verhalten. Wenn jemand neu ist müsse man sich natürlich zuerst kennenlernen, aber sehr schnell entstehe großes Vertrauen untereinander. Das bhz legt Wert darauf, die Ehrenamtlichen als gleichberechtigte Mitarbeiter zu behandeln, betont Rainer Sommerer, Leiter des Tafelladens. Wer sich für ein Engagement bei bhz entscheidet, wird daher umfassend in die Aufgaben und Arbeitsweise des Teams eingewiesen und über verschiedene Formen der Behinderung informiert. Alle bhz-ehrenamtlichen erhalten eine kleine Aufwandsentschädigung und sind für die Zeit ihres Einsatzes unfall- und gegebenenfalls zusätzlich haftpflichtversichert.

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