Die gruppendynamischen Rollen innerhalb einer Gruppe

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1 Geisteswissenschaft Isabel Fallenstein Die gruppendynamischen Rollen innerhalb einer Gruppe Studienarbeit

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3 1. Einleitung Der einzelne Mensch wird in der Gruppe Teil eines neuen Ganzen, dessen Charakter von den Eigenschaften aller Gruppenteilnehmer bestimmt wird. Jedes Ich in der Gruppe nimmt etwas vom anderen und gibt etwas her. (Adolf Friedmann) Das Zitat von Adolf Friedmann charakterisiert die Merkmale einer Gruppe sehr gut. Gleichzeitig ist es eine Definition, wie die Gruppenmitglieder aufeinander einwirken und Einfluss aufeinander haben. Jedes Individuum ist anders und hat Persönlichkeitsmerkmale, die sich in einer Vereinigung mit anderen Personen zeigen. Der Mensch nimmt sich bestimmte Merkmale von anderen an und andere nehmen sich wiederum Merkmale von ihm an. Es ist also ein Kreislauf. Das Individuum nimmt sich von seinem Umfeld sehr viel an und versucht dies umzusetzen. Abhängig von seiner Gruppe, ist der Mensch veränderbar und anpassungsfähig. Die Vorteile einer Vereinigung können zum einen der Schutz nach außen sein. In der Gemeinschaft fühlen sich die Menschen stark. Man traut sich etwas, was man alleine nicht machen würde. Des weiteren ist die gemeinsame Interessenvertretung zu nennen. Die Gruppenmitglieder haben gemeinsame Vorlieben und können diese zusammen ausleben. Der einzelne Mensch findet Orientierung und Sicherheit durch Anerkennung in der Gruppe. Die negativen Seiten von einer Zugehörigkeit zu einer Bande können Erniedrigung, Spott und Unverständnis sein. Des weiteren ist der Gruppenzwang als schlechter Aspekt zu nennen. Wenn man dann aus der Gruppe wieder aussteigen möchte, kann dies schwieriger werden als gedacht. Kriminalität und Gewalt können in einer Gemeinschaft häufiger auftreten. 1

4 Überall auf der Welt leben die Menschen in Gruppen. Kinder wachsen in Gruppen auf, sie lernen und spielen in Gruppen. Erwachsene arbeiten mit Kollegen zusammen und verbringen die Freizeit mit Freunden und Bekannten. Die kleinste Gruppe ist das Paar: Zwei Freunde, Mann und Frau, Mutter und Kind. Gruppen sind so etwas wie das Lebenselement von Menschen (Marmet 1999, S.23). Aufgrund der Tatsache, dass der Mensch ständig von Gruppen umgeben ist und Gruppen allgegenwärtig sind, habe ich mich dazu entschlossen, eine Seminararbeit zum Thema: Die gruppendynamischen Rollen innerhalb einer Gruppe zu schreiben. Dazu möchte ich zunächst die Begriffe Gruppe und Rolle definieren. Daran anführend werde ich die Phasen der Gruppenentwicklung aufzeigen. Speziell möchte ich hier auf die einzelnen Phasen der Gruppe eingehen. Im Praxisbeispiel möchte ich dann aufzeigen, in welcher Phase sich die Regelgruppe befindet. Die einzelnen Phasen werden hier beschrieben, da die Phasen wichtig sind, um das System Gruppe und damit die Rollen besser zu verstehen. Desweiteren möchte ich die gruppendynamischen Rollen in einer Gruppe vorstellen. Damit der Rahmen dieser Arbeit nicht gesprengt wird, werde ich mich auf die am Häufigsten auftretenden Rollen beschränken. Diese werden sein, der Anführer, der Außenseiter, der Mitläufer und der Clown. Diese Formen werde ich in einem theoretischen Teil definieren und die Merkmale zu diesen Rollen nennen. Dabei möchte ich auf zwei Fragen eingehen. Diese Fragen werden das Hauptaugenmerk dieser Arbeit bilden und lauten: Gibt es überhaupt Gruppen ohne Rollenzwang? und Ist es möglich, als Gruppenmitglied ganz sich selbst zu sein? Um diese Fragen auch praxisnah mit einbeziehen zu können, werde ich in meinem vierten Punkt die Kindervilla als Praxisbeispiel mit einbringen. Dabei werde ich den Kindern, die in dieser Gruppe leben, ihren Rollen zuordnen und aufzeigen, was geschieht, wenn ein neues Mitglied hinzu kommt. Den Abschluss dieser Arbeit wird eine Zusammenfassung bilden. 2

5 2. Definitionen 2.1 Gruppe Der Gruppenbegriff ist kein eindeutiger Begriff. Die Soziologie bezeichnet die Gruppe als intermittierendes soziales System. Das bedeutet, dass eine Gruppe auch dann fortbesteht, wenn ihre Mitglieder nicht an einem Ort versammelt sind. Die Gruppe ist personengebunden und nicht sachgebunden. Das bedeutet, dass die Austauschbarkeit von Personen in einer Gruppe begrenzt ist und das die Gruppe sich nicht unbedingt wegen einem klaren Zweck versteht. Trotz der großen Bedeutung der Einzelpersonen für die Gruppe muss die Personalität begrenzt bleiben (vgl. ) Wenn Menschen über längeren Zeitraum miteinander kommunizieren, beginnen sie ihre Beziehungen zu strukturieren. Sie werden dadurch eine Gruppe. Kommunikation, Normen, Ziele, Rollen und Themen sind die wesentlichen Elemente der Gruppenstruktur (vgl. Marmet 1999, S.25). Eine Gruppe setzt sich aus einer Anzahl von Personen zusammen, die in einem bestimmten Zeitraum durch relativ regelmäßige und feste Beziehungen miteinander in wechselseitiger Verbindung stehen. Eine Reihe von Merkmalen lässt die Gruppe präziser beschreiben: Zusammengehörigkeitsgefühl: Je nachdem wie häufig eine Gruppe miteinander Kontakt hat, wird auch ihr Zusammenhalt sein. Für das Entstehen eines Wir- Bewusstseins ist von Bedeutung, ob sich die Gruppe freiwillig oder aufgrund äußeren Drucks trifft. Die Stärke des Zusammengehörigkeitsgefühls entscheidet auch über Unterscheidung und Abgrenzung der Gruppe nach außen. Dauerhaftigkeit: Eine zeitweilige oder dauernde Beständigkeit zeichnet eine Gruppe aus, womit sie sich von einer flüchtigen Begegnung von Menschen oder einer Masse unterscheidet. 3

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