Gruppen und Systeme. Kurs: GK Soziologie Dozent: Sasa Bosancic Di Referenten: Amelie Schuster & Gesa Bürger

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1 Gruppen und Systeme Kurs: GK Soziologie Dozent: Sasa Bosancic Di Referenten: Amelie Schuster & Gesa Bürger

2 Referat: Gruppe und System (Parsons II) Gliederung: 1. Bedeutung der sozialen Gruppe 2. Die Selbsterhaltung der sozialen Gruppe nach Georg Simmel 3. Definition von Gruppe 4. Gruppenbegriffe: 1. Formelle und informelle Gruppe 2. Groß- und Kleingruppe 3. Gemeinschaft & Gesellschaft 4. Statische Gruppen 5. soziale Aggregate 6. Soziale Gruppen 7. Primär- bzw. Sekundärgruppen 5. Das Aschexperiment

3 1. Die Bedeutung der sozialen Gruppe Um eine Gesellschaft zu begreifen, muss man zuerst die Arten von Gruppen, danach ihre charakteristische Zusammensetzung zu einer Gesellschaft erkennen. (Friedrich Tenbruck) Anthropologisch: Mensch von Organaustattung her ein Gruppenwesen Geschichtlich: Besonderen Stellenwert, z.b. Horden, Klans, Stammesorganisationen Noch heute verbreitetes der sozialen Gebilde, Umfassen alle sozialen Handlungsbereiche, z.b. Familie, Schulklasse Notwendig zur Erfüllung bestimmter Grundbedürfnisse Verbindet in einzigartiger Weise die Individualnatur des Menschen mit seiner Sozialnatur Paradigma der Vergesellschaftung und Vergemeinschaftung (Schwonke)

4 Im Vergesellschaftungsprozess der modernen industriell-bürokratischen Gesellschaft: Durch Prozesse der Industrialisierung, Verstädterung, Bürokratisierung usw. wurden frühere selbstverständliche Handlungs- und Sozialbeziehungen abgelöst soziales Handeln und alle übrigen Lebens- und Handlungsbedingungen nahmen immer mehr Charakter des Organisierten, des Formalen und des Gesellschaftlichen und Kollektiven an z.b.: Produktionsprozess Reflex auf gesamtgesellschaftliche Entwicklungen (Schäfers) Bsp. Der neuen Gruppenentwicklungen des 20. Jahrhunderts: Peer, Gang, Gruppen der politischen oder sozialen Identitätsfindung und Selbstbehauptung meist sozial oder politisch aktive Gruppen und `Zufluchtsort` des Individuums

5 Georg Simmel ( )

6 2. Die Selbsterhaltung der sozialen Gruppe (ex Georg Simmel: Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung) Rätsel Was ist Gesellschaft? Lösung: Blick auf die Bindungen, Wechselwirkungen zwischen den Mitgliedern Frage Wie erhält sich diese Einheit? Lösung: 8 Prinzipien 1. Allmählichkeit der Veränderungen 2. Schulung des Nachwuchses 3. Loyalität gegenüber den führenden Personen oder dem herrschenden Prinzip 4. Loyalität gegenüber sachlichem Symbol 5. Ehre

7 6. Herausbildung differenzierter Organe 7. Form - Möglichste Konservierung ihrer Form - Möglichste Variabilität derselben 8. Größte Kraft: Prinzip der Gegensätzlichkeit Unterschiedsempfindlichkeit in zwei Dimensionen, gegen äußeren Feind und innerhalb der Gruppe

8 3. Definition von Gruppe Bestimmte Zahl von Mitgliedern Existenz gemeinsamer Ziele, Motive und Interessen Entwicklung von Wir-Bewusstsein, bestimmt wer dazugehört und Abgrenzung zu den Anderen Aufnahme von Beziehungen untereinander Gemeinsames Werte und Normensystem bestimmt Identität, beeinflusst die sozialen Beziehungen und gibt Orientierung Ansätze oder Ausbildung von einer Rollenstruktur und Statusdifferenzierung

9 4. Gruppenbegriffe 4.1 Formelle und informelle Gruppe Formelle Gruppe: - Zielerfüllung aufgrund organisatorischer Festlegung Zweckcharakter - Positionen und Rollenerwartungen vorbestimmt und definiert - Idealfall: Individualität zählt nicht, Sozialbeziehung und Kommunikation auf Austausch der Einzelleistungen beschränkt - Bsp. Firma

10 Informelle Gruppe: - Oft Folge oder Ursache von Spannungen oder Problemen innerhalb der formalen Gruppe - Vergleichsweise klein - Beruhen auf persönlicher Sympathie, ähnlichen Gefühlslagen, gleichen Interessen und Erwartungen - Aufgabe: Befriedigung persönlicher, kommunikativer und emotionaler Bedürfnisse - Haben oft positive (funktionale) oder negative (dysfunktionale) Auswirkungen

11 Groß- und Kleingruppe Großgruppe basieren auf abstrakten, gemeinsamen geltenden Vorstellungen bis zu einem bestimmten Grad organisiert Begriff oft mit zu vielen Merkmalen besetzt ist Kleingruppe Knotenpunkt besondere Formen: Dyade und Triade oberen Grenze (face-to-face-relation)

12 Summe der Zweierbeziehungen: n(n-1) 2 Die Summe der hieraus gruppeninternen Beziehungen: (3 n - 2n+1 ) 2

13 Gemeinschaft & Gesellschaft Gemeinschaft: Gefühle, ethnischer und blutsmäßiger Zusammengehörigkeit. Gesellschaft: sozialer Erfahrungen oder gemeinsames Ziel Tönnies` Gemeinschafts-Gesellschafts- Dichotomie

14 Statistische Gruppen keine emotionale Verbundenheit dieser Gruppenangehörigen sondern rein terminologische Gemeinschaft, haben ein gemeinsames äußeres Merkmal

15 Soziale Aggregate Merkmale Personen sind anonym sie sind nicht organisiert nur sehr beschränkte soziale Kontaktmöglichkeit territorial begrenzt vorübergehenden Charakter

16 Soziale Kategorie bzw. Quasigruppe mehr als eine statische Mehrheit da sie aufgrund eines gemeinsamen Merkmals eine Einheit bilden meist weitreichende Soziale Konsequenzen meist gleiche Interessen oft zur Formierung von Gruppen

17 Primär- & Sekundärgruppe Primärgruppen: face to face relations Sekundärgruppe gesellschaftlichen Beziehungen eines Individuums ist auf bestimmte Ziele ausgerichtet sprechen den Menschen nur auf bestimmte spezifische Fähigkeiten hin an keine emotionale Bindungen

18 Das Asch Experiment: Ziel: das Verhalten des Individuums in der Unterzahl zu erforschen Ergebnis: die Independent und die Yielding

19

20 Independent: Selbstbewusst trotz aller Unterschiede Introvertierten Von Zweifel geplagten Yielding: Das die eigene Wahrnehmung falsch ist Vermeidung von Exklusion

21 Vielen Dank für die Aufmerksamkeit Amelie und Gesa

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