Individualhygiene. Kurs Hygienebeauftragte Dient sowohl dem Schutz der eigenen Person, als auch dem Schutz des Patienten.

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1 Individualhygiene Kurs Hygienebeauftragte 2014 Individualhygiene Dient sowohl dem Schutz der eigenen Person, als auch dem Schutz des Patienten. Die Vorbildfunktion des ärztlichen Personals ist von enormer Bedeutung. Das Nichteinhalten von Standards führt häufig zu Spannungen innerhalb des Teams.

2 Grundsätzlich beachten! Nicht in Privatkleidung am Patienten arbeiten. Der Arbeitgeber muß angemessene Arbeitsund Schutzkleidung in aus-reichendem Umfang zur Verfügung stellen. Bei sichtbarer Verschmutzung ist die Arbeitskleidung zu wechseln. Grundsätzlich beachten! Ringe und Unterarmschmuck vor Beginn der Tätigkeiten am Patienten ablegen, am besten zu Hause lassen. Eine Armbanduhr ist vor Arbeiten mit Patientenkontakt ebenfalls abzulegen. Bei frei hängendem Ohr- und Halsschmuck besteht ein erhebliches Verletzungsrisiko.

3 Grundsätzlich beachten! Fingernägel kurz halten, nicht lackieren. Lange Haare eng am Kopf ordnen, ein Kontakt zum Patienten muß ausgeschlossen sein. Piercing nur an Körperstellen, die von der Arbeitskleidung vollständig überdeckt sind Vorsicht bei: Entzündung/Infektion! Grundsätzlich beachten! Betreuen Sie Patienten, die durch Infektionen besonders gefährdet sind Dann achten Sie auf ausreichende Immunität gegenüber: -Windpocken, Masern, Mumps, Keuchhusten und Röteln bzw. Virusgrippe

4 Grundsätzlich beachten! Bitte beachten Sie strikt die in Ihrer Einrichtung geltenden Vorgaben bei der Isolierung infektiöser Patienten! Zeigen Sie an, wenn Sie an einer - akuten Gastroenteritis - einer akut aufgetretenen oder sich akut verschlechternden Hauterkrankung - einer eitrigen Angina oder Rhinitis - Infektionen im Finger-Hand-Bereich leiden

5 Händehygiene Warum ist Händehygiene so wichtig? Die Hände haben am häufigsten Kontakt zum Patienten, sie sind am stärksten von Keimbelastungen und Verschmutzungen betroffen Mängel in der Händehygiene erhöhen das Übertragungsrisiko dramatisch Patienten werden häufiger mit möglichen Erregern. konfrontiert, das Risiko für Infektionen steigt deutlich

6 Warum ist Händehygiene so wichtig? Gilt weltweit als einfachste, preiswerteste und effektivste Maßnahme zur Vermeidung einer Keimübertragung Die in Deutschland schon lange eingesetzten alkoholischen Präparate setzen sich weltweit immer mehr durch Sie sind deutlich anwendungs- und hautfreundlicher als die Händewaschung mit antiseptischen Seifen Was behindert die Händehygiene? Fehlende Kenntnisse Fehlende Vorbilder Fehlende Spender Fehlende Zeit Aber auch:!ringe, Unterarmschmuck, Armbanduhr! Verletzungen, Hauterkrankungen

7 Wann? 1 = VOR Patientenkontakt 2 = VOR einer aseptischen Tätigkeit 3 = NACH Kontakt mit potentiell infektiösen Materialien 4 = NACH Patientenkontakt 5 = NACH Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung VOR Patientenkontakt Die Händedesinfektion erfolgt, bevor der Mitarbeiter den Patienten direkt berührt. Zum Beispiel: Vitalfunktionen messen Auskultieren Palpieren vor dem Anlegen der Handschuhe

8 VOR aseptischen Tätigkeiten Die Händedesinfektion erfolgt unmittelbar vor einer aseptischen Handlung Zum Beispiel: Kontakt mit invasiven Devices (Katheter, Vorbereitung i.v. Medikation etc.) Kontakt mit nicht intakter Haut (Verbände, Injektionen etc.) Schleimhautkontakt (Augentropfen, Mundpflege, Absaugen) NACH Kontakt mit potentiell infektiösen Materialien Die Händedesinfektion erfolgt unmittelbar nach Kontakt zu potentiell infektiösem Material Zum Beispiel: Schleimhautkontakt (Mundpflege, Absaugen) Kontakt mit nicht intakter Haut (Verbände) Kontakt mit invasiven Devices (Blutentnahme über Katheter, Wechsel von Sekretbeuteln, Absaugen etc.) Kontakt mit Blut, Urin, Stuhl, Erbrochenem, etc.

9 NACH Patientenkontakt Die Händedesinfektion erfolgt nach Patientenkontakt Zum Beispiel: Waschen klinische Tätigkeiten wie Puls/Blutdruck messen, Auskultieren, Palpieren nach dem Ausziehen der Handschuhe NACH Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung Die Händedesinfektion erfolgt nach Verlassen der unmittelbaren Patientenumgebung, auch wenn es nicht zu direktem Patientenkontakt kam. Zum Beispiel: direkter Kontakt mit Bett, Infusomaten, Monitoren am Bettplatz, Beatmungsgerät etc. persönliche Gegenstände des Patienten

10 1847 Hände waschen mit chlorhaltiger Lösung nach jeder Patientin Mortalität unter Wöchnerinnen von 12,3% auf 1,3 % gesenkt

11 Beim Einreiben des Händedesinfektionsmittels Benetzungslücken vermeiden! Besonders gefährdet: Fingerspitzen und Nagelfalze, Daumen, Zwischenfingerbereich Händewaschung Nur noch bei tatsächlicher Verschmutzung erforderlich Spender mit Ellbogen betätigen, Armatur mit Ellbogen bedienen, falls nicht möglich: Einweghandtuch als Barriere nutzen Verspritzen vermeiden.

12 Handschuhgebrauch Nur frisch entnommene Handschuhe verwenden Hände müssen trocken sein, keinesfalls Reste des Desinfektionsmittels unter dem Handschuh fangen! Rechtzeitig wieder ausziehen!!!!!! Nicht vergessen: danach erneut hygienische Händedesinfektion Handschuhe sind kein Ersatz! Handschuhe sind ein wichtiger und sinnvoller Schutz des Personals. Handschuhe vermindern die Keimlast an den Händen des Personals, v. a. bei der Pflege von Patienten (mit multiresistenten. Erregern) Handschuhe können eine Übertragung nicht sicher verhindern! Deshalb ist auch nach Handschuhgebrauch eine HD durchzuführen

13

14 Hautpflege Wichtig!!! Die unverletzte Haut ist der beste Handschuh. Hautschutz- und -pflegepräparate müssen vom Arbeitgeber gestellt werden Bitte auch nutzen: vor längeren Arbeitsunterbrechungen, nach Arbeitsende auftragen

15 Zusammenfassung Aktives Wahrnehmen der Vorbildfunktion ist entscheidend für die Steigerung der Compliance Selber durchführen! Andere auffordern, dem eigenen Beispiel zu folgen Sich gegenseitig auf erkannte Lücken aufmerksam machen, positiv rückkoppeln Händehygienische Maßnahmen grundsätzlich positiv bewerten, nicht durch abwertende Äußerungen diskreditieren Dran denken: Der Handschuh ist kein Ersatz, sondern Ergänzung!

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