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1 münchen 2015 Heft 28 Věra Chytilová Deutsche Filme 2014 DEFA: Die besten Jahre Naher Osten Jacques Tati Audiodeskription Architekturfilmtage Kriegsende 1945 Fassbinder / Schroeter / Wenders Franz Josef Strauß Avi Mograbi Hou Hsiao-Hsien John Smith Edmund Meisel Paul Thomas Anderson Pedro Costa Orson Welles

2 Eintrittspreise 4 (3 für MFZ-Mitglieder). Ab 120 Minuten Film - länge oder mit Gästen: 1 Aufschlag. Ab 180 Minuten, mit Live-Musik oder bei 3D: 2 Aufschlag. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse. Kartenreservierung Kartenreservierungen sind bis zu vier Wochen im vor - aus möglich und können unter der Telefonnummer 089 / auf Band gesprochen werden. Vor be - stell te Karten müssen bis 20 Minuten vor Vorstellungs - beginn an der Kasse abgeholt worden sein, ansonsten verfällt die Reservierung. Kartenvorverkauf Karten können bis zu vier Wochen im voraus gekauft werden. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unmittelbar vor Vorstellungsbeginn bei starkem Besucher - andrang kein Kartenvorverkauf erfolgt. Kar ten behalten ihre Gültigkeit nur bis Vorstellungs beginn. An der Abendkasse können vorverkaufte Karten bis 20 Minuten vor Vorstellungsbeginn gegen Kostenerstattung wieder zurückgegeben werden. Programmabonnement Das Kinoprogrammheft und unseren Newsletter können Sie unter kostenlos abonnieren. Das Programmheft wird an Mitglieder des MFZ auf Wunsch kostenlos versandt. Ansonsten bitten wir um die Zusendung eines adressierten und mit 1,45 frankierten DIN A5-Brief - umschlages an die Adresse des Filmmuseums. Den täglich aktualisierten Spielplan finden Sie auch auf Mitgliedschaft Wer sich für die Arbeit des Filmmuseums interessiert, kann Mitglied im Verein der Freunde des Filmmuseums München, dem Münchner Filmzentrum e.v. (MFZ) werden. Mitgliedsanträge sind an der Kinokasse erhältlich. Der Jahresbeitrag beträgt 20 und berechtigt zum ermäßigten Eintritt ins Filmmuseum sowie zur Teil - nahme an den Mitgliederversammlungen des MFZ, in denen die Programmplanungen des Filmmuseums diskutiert und Projekte entwickelt werden. Weitere Informationen erhalten Sie unter Tel / und Rollstuhlfahrer / Hörgeschädigte Der Kinosaal im Untergeschoss ist über einen Aufzug für Rollstuhlfahrer zugänglich. Die Behindertentoilette befindet sich im Untergeschoss neben dem Kino ein - gang. Das Kino ist mit einer Induktionsschleife für Hör - gerätebesitzer ausgestattet. Saalmikrofon Das Kino verfügt über ein Saalmikrofon zur Kontrolle des Kinotons durch die Filmvorführer. Verkehrsverbindung Sie erreichen das Filmmuseum in 5 Gehminuten vom U/S-Bahnhof Marienplatz oder in 7 Gehminuten vom U-Bahnhof und der Trambahnhaltestelle Sendlinger Tor. MitgliederversammlungendesMünchnerFilmzentrumse.V.(MFZ) Die für alle Interessierten öffentlichen Mitgliederversammlungen des Fördervereins des Filmmuseums finden einmal im Monat montags um 19 Uhr im Gotischen Zimmer des Ignaz-Günther-Hauses (St.-Jakobs-Platz 20, München, 1. Stock) statt. Termine: 9. März 2015, 13. April 2015, 4. Mai 2015, 8. Juni 2015 und 13. Juli Informationen: Die Termine am Donnerstag sind teilweise für aktuelle Sonderveranstaltungen reserviert. Das Programm wird spätestens acht Tage vorher festgelegt und in den Schaukästen an der Kinokasse, im -Newsletter, unter auf Facebook, auf Twitter und durch Ankündigungen in der Tagespresse bekannt gegeben. Impressum Landeshauptstadt München. Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, München, 089/ , Redaktion: Stefan Drößler, Claudia Engelhardt, Christoph Michel, Klaus Volkmer Gestaltung: Heiner Gassen, München Druck: BluePrint AG, München

3 Jahrgang 1945, Hammett, Welles, Audiodeskription Gleich drei deutsche Filmemacher, deren Werke Schwerpunkte in unserer Filmsammlung bilden, haben in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag: Werner Schroeter (7. April), Rainer Werner Fassbinder (31. Mai), Wim Wenders (14. August). Jedem von ihnen wieder einmal eine vollständige Einzelretrospektive zu widmen, hätte unser Programm weitgehend ausgefüllt. So entstand die Idee, die Werke der drei miteinander in Beziehung zu setzen: Alle drei haben Ende der 1960er Jahre angefangen, in München Filme zu drehen, alle drei kannten sich und haben in unterschiedlichen Konstella tionen miteinander gearbeitet oder sich untereinander geholfen, alle drei haben sich in ihren Filmen mit Deutschland und mit deutscher Geschichte aus - einandergesetzt, und alle drei haben bereits in den 1970er Jahren an - gefangen, auch im Ausland zu filmen. Es ist spannend zu sehen, wie sich die sehr unterschiedlichen Werke entwickelt haben. Eine ganz besondere Sensation stellt die Präsentation der Arbeitskopie der ursprünglichen Fassung von Wim Wenders HAMMETT dar, die als verloren gilt. Produzent Francis Ford Coppola, der die Fassung verwarf und Wim Wenders zum Neudreh mit z. T. anderen Darstellern zwang, hat angeblich alles Material des ersten Drehs vernichten lassen. Überlebt hat aber ein vom Schneidetisch abgefilmtes Amateurvideo der Arbeitskopie in sehr schlechter Bildqualität, welches das Filmmuseum so gut es geht restauriert hat und erstmals zeigt. Gleich zwei»jubiläen«hat Orson Welles 2015 aufzuweisen: Seinen 100. Geburtstag (6. Mai) und seinen 30. Todestag (10. Oktober). Auch sein filmisches Werk wird im Filmmuseum aufbewahrt. Viele seiner unvollendeten Fragmente sind in München restauriert worden und laufen in diesem Sommer und Herbst auf Symposien, Konferenzen und in Retrospektiven in Europa, in den USA und in Asien. Die Werke von Orson Welles und Rainer Werner Fassbinder miteinander in Beziehung zu setzen, wäre sicherlich auch einmal eine interessante Idee: Beide waren ungeheuer produktiv und haben mit einer starken Gruppe im Hintergrund angefangen, Welles mit dem Mercury Theatre, Fassbinder mit dem antiteater, beide kamen über das Theater zu Radio, Kino und Fernsehen, beide traten als Schauspieler, Regisseur und Autor in Erscheinung, beide haben Genrefilme und aufwändige Literaturadaptionen gedreht, aber auch sehr persönliche Formen des Essayfilms ent wickelt. Es bleibt ein Projekt für die Zukunft, diese Gedanken weiterzuspinnen und auszuarbeiten. In diesem Programm sind Werke beider Filmemacher zu sehen, aber nicht in direktem Bezug zueinander. Erstmals zeigt das Filmmuseum im Rahmen eines Inklusionsprojekts vier Filme mit Audiodeskription für blinde und sehbehinderte Menschen: Einen Spielfilm, einen Dokumentarfilm, einen Stummfilm und zwei Slapstickkomödien, die die Deutsche Hörfilm ggmbh für das Film museum München be - arbeitet hat. Wir stellen die Audiodeskription als eigene künst lerische Form vor, die auch für Sehende interessant ist. Lassen Sie sich einmal auf das Experiment ein, Ihre Sehgewohnheiten hörend zu ergänzen und zu vergleichen! Am 14. April wird nach der Vorführung von Percy Adlons ZUCKERBABy mit Audiodeskription ein Podiumsgespräch über diese Form der Filmvermittlung stattfinden. Ihr Filmmuseum 3 Věra Chytilová Deutsche Filme DeFa: Die besten Jahre Naher Osten Film und Psychoanalyse Jacques Tati audiodeskription architekturfilmtage Kriegsende Fassbinder / Schroeter / Wenders Franz Josef Strauß avi Mograbi Hou Hsiao-hsien John Smith edmund Meisel Paul Thomas anderson Zuschauerkino Pedro Costa Orson Welles Kalenderübersicht... R = Regie B = Drehbuch K = Kamera M = Musik S = Schnitt D = Darsteller P = Produktion OF = Originalfassung OmU = Originalfassung mit deutschen Unter titeln OmeU = Originalfassung mit englischen Unter - titeln OmfU = Originalfassung mit fran zösischen Untertiteln OmÜ = Ori - gi nalfassung mit deutscher Über set - zung dtf = deutsche Synchronfassung = Livemusikbegleitung

4 Rückblick 14. September 2014: marianne Sägebrecht und percy adlon im foyer des filmmuseums bei der vorstellung des films zucker - baby im Rahmen der percy-adlon-retrospektive. 18. September 2014: Der philippinische Regisseur Kidlat Tahimik präsentiert den Klassiker DeR parfümierte albtraum und Teile seines neuen films memories of overdevelopment. 24. September 2014: Die biermösl blosn geben ein Konzert nach der vorführung des Dokumentarfilms plattln in umtata von peter heller zur feier von 30 Jahren filmstadt münchen e.v. 14. Dezember 2014: Simone fürbringer, michaela Dietl, frederick Reuss und nicolas humbert nach der aufführung der multimediapräsentation max mohr exil ShanGhai. 17. Dezember 2014: Stefan Drößler und Rob houwer, der seine deutschen filmproduktionen aus den 1960er und 1970er Jahren dem filmmuseum münchen zur einlagerung übergibt. 11. Januar 2015: Waltraud burger (Kz-Gedenkstätte Dachau), max mannheimer und filmemacherin carolin otto nach der vorführung des films DeR WeiSSe Rabe max mannheimer.

5 Retrospektive Věra Chytilová věra chytilová bei Dreharbeiten in den 1960er Jahren Věra Chytilová 3 Věra Chytilová ( ) war eine einzigartige Erscheinung in der tschechischen Filmszene. Eine Regisseurin, die ihre Vision von Kunst und Regie konsequent und kompromisslos verfolgte wie nur wenige ihrer Kollegen von ihren Kolleginnen ganz zu schweigen. Für viele Schauspieler, Kameraleute, Beleuchter oder Toningenieure war sie eine gefürchtete (und manchmal unberechenbare) Herrscherin am Set, doch mit ihrem sozialen Empfinden überraschte sie immer wieder. Meistens erreichte sie, was sie sich vorgenommen hatte. Im Jahr 1957 war sie als einzige Frau zum Studium an der Prager FAMU (Film- und Fernsehfakultät der Akademie der Musischen Künste) aufgenommen worden und musste sich in einer reinen Männerdomäne behaupten. Vielleicht wurden daher die Frauen mit ihren Schicksalen in verschiedenen Zeiten, Lebenssituationen und sozialen Umgebungen eines ihrer Hauptthemen so wie in den Filmen PyTEL BLECH (EIN SACK FLÖHE, 1962), STROP (DIE DECKE, 1962), O NĚČEM JINÉM (VON ETWAS ANDEREM, 1963), SEDMIKRÁSKy (TAUSENDSCHÖNCHEN, 1966), HRA O JABLKO (EIN BISSCHEN SCHWANGER, 1977), PASTI, PASTI, PAS- TIČKy (GROSSE FALLEN, KLEINE FALLEN, 1998) oder HEZKÉ CHVILKy BEZ ZÁRUKy (SCHÖNE MOMENTE, 2006). Zu einer Persönlichkeit von europäischem Format wurde sie Mitte der 1960er Jahre durch die Konsequenz, mit der sie gesellschaftliche Missstände aufzeigte und menschliche Unzulänglichkeiten aufs Korn nahm. In dieser Hinsicht war sie eine fundamentale Moralistin, deren Waffen der Sarkasmus und die Kompromisslosigkeit waren. Nicht zufällig nannte die britische Tageszeitung The Guardian sie die»margaret Thatcher des tschechischen Kinos«. Zum Film kam sie durch das künstlerische Umfeld ihres ersten Ehemanns, des Fotografen Karel Ludwig, und ihre kurze Karriere als Mannequin. Ihrem attraktiven Äußeren verdankte sie auch kleinere Filmrollen. Die Welt des Films fesselte sie so sehr, dass sie von 1953 bis 1957 in den Barrandov-Filmstudios als Scriptgirl und Regieassistentin arbeitete. Das alles half ihr entscheidend bei der Bewerbung an der FAMU. Und auch ihre Courage:»Es gefällt mir nicht, wie man bei uns Filme dreht. Ich will es besser machen!«diesen denk-

6 Věra Chytilová 4 würdigen Satz trug sie beim Auswahlgespräch für die FAMU vor. Damit beeindruckte sie sogar den strengen Chef am Lehrstuhl für Regie Otakar Vávra. Mit ihrem Mut und ihrer klaren Vision gewann Chytilová bald schon den Respekt ihrer Mitstudenten, die die damalige tschechoslowakische Neue Welle begründeten: Jiří Menzel, Evald Schorm, Jan Němec, Pavel Juráček, Ivan Passer, Antonín Máša und Jan Schmidt. Bei aller Verschiedenheit besaßen die Filme dennoch Gemeinsamkeiten wie improvisierte Dialoge, die häufige Besetzung mit Laien, den absurden Humor, den Zauber des Zufalls, die ungeschönte Darstellung von Liebesirrungen und -verwirrungen. Mit ihren vier Mitstudenten Menzel, Němec, Schorm und Jireš drehte Chytilová gemeinsam den Episodenfilm PERLIČKy NA DNĚ (PERLEN AUF DEM MEERESGRUND, 1965). Letztlich ging sie jedoch ihren eigenen Weg einen Weg, der die damals gefeierte Methode des cinéma vérité genauso anzweifelte wie die weit verbreiteten Stilisierungen. Chytilová erarbeitete sich eine ganz eigene Handschrift: Filme ohne feste Geschichten, aufbauend auf einer ruhelosen Kamera, einer scheinbar inhomogenen Schnittkomposition und auf Übertreibungen. Sie war eine echte Autorenfilmerin, die sich immer treu blieb. Ihre Filmbesessenheit wurzelte schon in der Kindheit: Als Kind saß sie im Kino wie angekettet im Sessel und war nicht bereit, diesen vor Filmende zu verlassen, selbst dann nicht, wenn sie auf die Toilette musste. Und so machte sie ein paarmal in ihre Gummistiefel, die sie an den Füßen trug. Als sie fürchtete, aus der FAMU wegen eines dummen Vorwandes entlassen zu werden, versuchte sie sich das Leben zu nehmen. Das Unkonventionelle, das ihr eigen war, projizierte sie in ihre Charaktere. Gegen alle Normen rebellierten beispielsweise die beiden Protagonistinnen in SEDMI- KRÁSKy, ein formales Experiment mit herausragender visueller Aufladung, das Chytilová als ihren besten Film bezeichnete. Daran beteiligt war auch die ebenfalls eigenwillige Künstlerin, Drehbuchautorin und langjährige Freundin Ester Krumbachová und Věras zweiter Ehemann, der Kameramann Jaroslav Kučera. Ihr nächster Film, OVOCE STROMŮ RAJSKÝCH JÍME (FRÜCHTE DES PARADIESES, 1970), stellt in ebenso origineller Bildsprache Überlegungen zu Wahrheit und Lüge an, die sich aus biblischer Symbolik ableiten, konkret aus der Geschichte von Adam und Eva. In der Dreiecksgeschichte denkt Chytilová über die Schlüsselfrage des Vertrauens in der Beziehung zwischen Mann und Frau nach und fragt, ob es besser ist, die Früchte vom Baum der Erkenntnis zu essen und die Konsequenzen zu tragen, oder sie nicht zu essen und glücklich zu sein. Genau dieses Dilemma aber lastete auf den tschechischen Filmemachern mit dem ganzen Gewicht der Zensur nach der Augustokkupation Schon die provokative Groteske SEDMIKRÁSKy über einen»teufelskreis aus Pseudowerten und Pseudo - beziehungen«(chytilová) hatte im Mai 1967 eine parlamentarische Anfrage in der Nationalversammlung ausgelöst.»wir sind davon überzeugt, dass zwei Filme, die wir gesehen haben [ ], auf einen grundlegenden Weg unseres Kulturlebens hinweisen, auf dem kein redlicher Arbeiter, Bauer oder Intellektueller gehen kann und gehen wird [ ]. Wie lange werden sie mit den Nerven des Arbeiters und Bauern spielen und überhaupt, welche Demokratie bringen sie?«, entrüstete sich der Abgeordnete Jaroslav Pružinec über SEDMIKRÁSKy und Jan Němecs Film O SLAVNOSTI A HOSTECH (VOM FEST UND DEN GÄSTEN, 1966). Die Anfrage wurde von 21 Abgeordneten unterschrieben. Der Vorfall war ein Vorbote für die zahlreichen Schwierigkeiten mit den kommunistischen Machthabern, die Chytilová das Arbeiten zeitweise unmöglich machten. Dem großen Druck und den Auseinandersetzungen mit den höchsten Rängen des Regimes zum Trotz drehte die Regisseurin nach einer sechsjährigen Zwangspause ab Mitte der 1970er Jahre einige bemerkenswerte Filme, die zum Besten gehören, was in dieser Zeit in der tschechischen Kinematografie entstand. ovoce STRomŮ RaJSKých Jíme (früchte DeS paradieses)

7 Kaum einer ihrer Kollegen bezog so suggestiv und erbarmungslos Stellung zur Auszehrung der sogenannten»normalisierungszeit«der 1970er und 1980er Jahre wie Chytilová mit HRA O JABLKO, PANELSTORy (GE- SCHICHTE DER WÄNDE, 1980), KALAMITA (KALAMITÄ- TEN, 1982) und FAUNOVO VELMI POZDNÍ ODPOL- EDNE (FAUNS ALLZU SPÄTER NACHMITTAG, 1983). Unter anderem belegen diese Filme, dass Chytilová nicht nur auf Frauenthemen festgelegt war. Allerdings schildert sie eine Männerwelt, in der die Frauen sich selbstbewusst und kompromisslos behaupteten. Ob es nun die Moral des Doktors in HRA O JABLKO ist, wo sie die männliche Hauptrolle mit ihrem ehemaligen Mit - studenten aus der FAMU, dem Regisseur Jiří Menzel, besetzte, oder die bissige Studie über männliche Eitelkeit und Willensschwäche in FAUNOVO VELMI POZDNÍ ODPOLEDNE die Männer gehen aus der Konfrontation mit den Frauen stets mit moralischen Schrammen hervor und erscheinen als die Schwächeren. Bis heute beeindruckt auch die für viele Jahre verbotene Satire PANELSTORy. Sie spielt in einer matschigen, unfertigen Wohnsiedlung, in der die Regisseurin erbarmungslos die Plattheit von Beziehungen und Charakteren aufdeckt, die grotesk selbstverliebt und gleichgültig dem gegenüber sind, was um sie herum passiert. Stilbildend für den Film war die Handkamera von Jaromír Šofr, mit dem die Regisseurin die Mehrheit ihrer Filme bis Mitte der 1980er Jahre drehte. Aufmerksamkeit verdient auch ein Dokumentarfilm, der in dieser Zeit als Auftragsarbeit als Bestandteil einer italienischen Serie über die Kulturzentren des alten Kontinents entstand, PRAHA NEKLIDNÉ SRDCE EVROPy (PRAG, DAS UNRUHIGE HERZ EUROPAS, 1984). Chytilová zog darin das gängige Bild von Prag als Stadt mit historischer und kultureller Kontinuität in Zweifel und bewies, dass ihr Talent über die Grenzen des Spielfilms hinausreichte. Dem Mozart-Film MÍ PRAŽANÉ MI RO- ZUMĚJÍ (MEINE PRAGER VERSTEHEN MICH, 1991) dagegen fehlte ein stringenter Aufbau. VZLETy A PÁDy (AUFSTIEG UND FALL, 2000) war ein Tribut an ihren ersten Mann Karl Ludwig, wies aber weit über die persönliche Ebene hinaus. Er feierte zugleich das künstlerische Schaffen der Gesellschaft in den 1950er und 1960er Jahren und zeigte die unsinnigen Praktiken und Verbrechen des totalitären Regimes. PÁTRÁNÍ PO ESTER (ESTER, 2006) war ein bemerkenswertes Porträt ihrer Freundin und Mitarbeiterin Ester Krumbachová, in dem sie die Persönlichkeit dieser progres - siven Künstlerin und Drehbuchautorin nachzeichnet, die mit ihrer künstlerischen Haltung eine ganze Generation an Filmemachern beeinflusst hat. Die zweite Hälfte der 1980er Jahre war für Chytilová geprägt von der Suche nach neuen Themen und Genres. Die scharfe Gesellschaftskritik trat dabei etwas in den Hintergrund. Chytilová drehte chiffrierte Gleichnisse wie ŠAŠEK A KRÁLOVNA (DER NARR UND DIE KÖNIGIN, 1988), über die Macht und ihr Gegenstück, und den suggestiv-beklemmenden VLČÍ BOUDA (DIE WOLFSBAUDE, 1987), ihren einzigen Horrorfilm. KOPy- TEM SEM, KOPyTEM TAM (EINMAL HIN, EINMAL HER, 1988), der erste tschechische Film über das Thema AIDS, erinnerte im moralischen Anspruch an ihre früheren Filmarbeiten. Die Kritik richtete sich hier aber weniger gegen gesellschaftliche Mechanismen, als gegen den promisken Lebensstil der jungen Leute. Dennoch stand auch hier die durchdringende Studie mensch - licher Charaktere im Zentrum. Danach folgte mit DĚDICTVÍ ANEB KURVAHOŠIGUTNTAG (DAS ERBE ODER: FUCKOFFJUNGSGUTNTAG, 1992) ein Film, der die Restitutionspraktiken anprangert. Chytilová versuchte sich zum ersten Mal an einer volkstümlichen Komödie, die ihr jedoch künstlerisch nicht ganz gelang. Paradoxerweise traf die Schaffenskrise sie in einer Zeit, als die»samtene Revolution«endlich die absolute künstlerische Freiheit gebracht hatte. Wie eine Reminiszenz auf ihre alten Filme wirkte PASTI, PASTI, PASTIČKy (GROSSE FALLEN, KLEINE FALLEN, 1998) über eine brutale weibliche Rache für eine Vermí pražané mi RozumĚJí (meine prager verstehen mich) Věra Chytilová 5

8 Věra Chytilová 6 gewaltigung, in dem die Regisseurin es letztmals mit egoistischen und arroganten Männern»aufnahm«. Schauspielerisch brillierte Zuzana Stivínová. VyHNÁNÍ Z RÁJE (VERTREIBUNG AUS DEM PARADIES, 2001) knüpfte an die biblische Symbolik von OVOCE STROMŮ RAJSKÝCH JÍME (FRÜCHTE DES PARADIESES) an: Wieder wurde das Thema der Erkenntnis, in diesem Fall der absoluten Freiheit, durch die Nacktheit der Protagonisten symbolisiert. Von den Kinozuschauern verabschiedete sich Chytilová mit einer unterhaltsamen Studie über eine Psychologin und ihre Beziehungen, in der ihre ironischen Übertreibungen noch einmal aufblitzen: HEZKÉ CHVILKy BEZ ZÁRUKy (SCHÖNE MO- MENTE, 2006). Die Trägerin des prestigeträchtigen Preises Český lev (Tschechischer löwe) für ihren langjährigen künstlerischen Beitrag zum tschechischen Film und die Mutter der Schauspielerin und Künstlerin Tereza Kučerová und des Kameramannes Štěpán Kučera blieb eine hart - näckige Kämpferin. Nach der Revolution engagierte sie sich für den Kampf gegen die Privatisierung der Barrandov-Studios und des tschechischen Films, sie wirk - te im Rat der Hauptstadt Prag mit und kandidierte erfolglos für den Senat. Sie blieb eine grimmige Moralistin, die allerdings vom Alter und der Verbitterung über die Richtung, in die sich das tschechische Kino nach 1989 entwickelte, geschwächt war. Davon zeugt auch das Dokument CESTA (REISE, 2004), das die junge Filmemacherin Jasmina Bralić-Blažević über sie drehte.»věra fing manchmal an zu weinen, solche Situationen waren schwer. Ich muss sagen, dass es mich viel Mut gekostet hat, in solchen Momenten nicht die Kamera auszuschalten«, bekennt die Dokumentarfilmerin. Es ist fast symbolisch, dass Chytilová das letzte große Projekt, um das sie sich viele Jahre bemüht hat, nicht mehr realisieren konnte. Das Drehbuch über die rebellierende tschechische Schriftstellerin Božena Němcová im 19. Jahrhundert trug den Arbeitstitel TVÁŘ NADĚJE (DAS GESICHT DER HOFFNUNG) und entstand schon Ende der 1970er Jahre. Damals war es aber nicht»erwünscht«. Nach der Revolution gelang es Chytilová, für das Projekt staatliche Unterstützung zu erhalten. Die Restfinanzierung des anspruchsvollen historischen Werks konnte sie aber in einer Zeit, in der immer mehr billige Kommerzfilme gewünscht waren, nicht mehr zusammenbringen. Auf dem art film fest in Trenčianske Teplice im Jahr 2009 merkte sie an:»auf der Welt fehlt immer noch das Mitgefühl. Die Moral steht am Rande des gesellschaftlichen Interesses. Wenig Aufmerksamkeit widmet man der Kultur. Es regieren dumme Menschen, und noch dazu Männer.«Jana podskalská Die Retrospektive Věra Chytilová findet in Zusammen arbeit mit dem Tschechischen Zentrum München und dem Národní filmový archiv in Prag statt. Strop (Die Decke) ČSSR 1962 R+B: Věra Chytilová K: Jaromír Šofr M: Jan Klusák D: Marta Kanovská, Julián Chytil, Josef Abrhám, Jiří Menzel, Ladislav Mrkvička 42 min OmU Chytilovás Abschlussfilm an der Filmhochschule beschreibt einige Tage im Leben einer Medizinstudentin, die ihr Studium aufgibt, um Model zu werden. Doch die Abkehr vom bisherigen Alltag bringt nicht die gewünschte Veränderung. Pytel blech (Ein Sack Flöhe) ČSSR 1962 R+B: Věra Chytilová K: Jaromír Šofr D: Helga Čočková 43 min OmU Die scheue Eva fängt als Lehrmädchen in einer Textilfabrik an und muss sich mit ihren Zimmergenossinnen im Wohnheim arrangieren. Sie fasst Vertrauen zu der aufmüpfigen Jana.»Ich provozierte die Mädchen und die Aufsichtspersonen im Wohnheim, spontan zu reagieren, ich wollte, dass sie sie selbst sind. Die Dialoge sind improvisiert, ich wusste nicht im voraus, was die Darsteller sagen werden und genau das macht den Film so überzeugend.«(věra Chytilová) Freitag, 6. März 2015, Uhr O něčem jiném (Von etwas anderem) ČSSR 1963 R+B: Věra Chytilová K: Jan Čuřík M: Jiří Šlitr D: Eva Bosáková, Věra Uzelacová, Josef Langmiler, Jiří Kodet, Milivoj Uzelac, Miroslava Matlochová 90 min OmU»Die Regisseurin konfrontiert ohne vordergründige Parteinahme den Alltag zweier Frauen einer bekannten Sportlerin, deren Leben mit rastlosem Training aus - gefüllt ist, und den einer Hausfrau und Mutter, die unter der Leere ihres Daseins leidet; während das Training der Sportlerin dokumentarisch gezeigt wird, ist die zweite Handlungslinie fiktiv. Die beiden Geschichten berühren sich nie, aber spiegeln sich aneinander, jedes Leben stellt das andere in Frage.«(Ulrich Gregor)»Der ganze Film ging um das Thema: Ähnlich oder nicht ähnlich? Gleich oder verschieden? Und immer von neuem entdeckt man, dass jede von ihnen etwas anders ist, als man zunächst annahm.«(věra Chytilová)»So böse ist selten gezeigt worden, welche Chancen der Selbstverwirklichung Frauen haben.«(frieda Grafe) Samstag, 7. März 2015, Uhr Perličky na dně (Perlen auf dem Meeresgrund) ČSSR 1965 R: R+B: Jiří Menzel, Jan Němec, Evald Schorm, Věra Chytilová, Jaromil Jireš, nach Kurz - geschichten von Bohumil Hrabal K: Jaroslav Kučera M: Jan Klusák, Jiří Šust D: Emil Iserle, Miloš Čtrnáctý,

9 Josefa Pechlátová, Vladimír Boudník, Dana Valtová 105 min OmU Ein»Anthologiefilm der Neuen tschechischen Welle«(Ulrich Gregor), der sich von tragikomischen Erzählungen von Bohumil Hrabal über die Poesie des Alltags inspirieren ließ. Fünf Episoden: DER TOD DES HERRN BALTHASAR, DIE SCHWINDLER, HAUS DER FREUDE, IMBISSSTUBE»DIE WELT«und RO- MANZE. In Chytilovás Episode IMBISSSTUBE»DIE WELT«wird während der Hochzeitsfeier in einem Restaurant eine junge Frau gefunden, die Selbstmord begangen hat. Als die Polizei eintrifft, stößt sie auf eine angetrunkene Hochzeitsgesellschaft und verhaftet den Bräutigam. Die Braut bleibt allein zurück. Sonntag, 8. März 2015, Uhr Sedmikrásky (Tausendschönchen) ČSSR 1966 R: Věra Chytilová B: Věra Chytilová, Ester Krumbachová, Pavel Juráček K: Jaroslav Kučera M: Jiří Šlitr, Jiří Šust D: Ivana Karbanová, Jitka Cerhová, Julius Albert, Jan Klusák, Marie Češková, Jiřina Myšková, Marcela Březinová 76 min OmU»Eine närrische, dada - istische Komödie, eine Orgie spektakulärer visueller Köstlichkeiten, sinnlicher Dekors und wunderbarer Farbexperimente, eine groteske Farce, die trotzdem voll heiterer Weisheit ist. Zwei leichtsinnige junge Mädchen, gelangweilt und respektlos, sich weder der Vergangenheit noch der Zukunft bewusst, stolpern durch eine bizarre Reihe von Zufallsbekanntschaften, wilden Abenteuern, Fressorgien und Kuchenschlachten.«(Amos Vogel) Cesta portrét Věry Chytilové (Die Reise: Porträt Vera Chytilova) Tschechien 2004 R+B: Jasmina Bralić-Blažević K: Štěpán Kučera M: Petr Hromádka Mit Věra Chytilová, Tereza Kučerová 53 min OmeU Freitag, 13. März 2015, Uhr Ovoce stromů rajských jíme (Früchte des Paradieses) ČSSR 1970 R: Věra Chytilová B: Věra Chy - tilová, Ester Krumbachová K: Jaroslav Kučera M: Zdeněk Liška D: Jitka Nováková, Karel Novák, Jan Schmid, Julius Albert, Alice Auspergerová 99 min OmU»Äußerlich geht der Film von der Geschichte des Sündenfalls aus, dessen Protagonisten hier Eva und Joseph heißen; die Schlange erscheint in Gestalt eines bärtigen, ganz und gar in Rot gekleideten Verführers namens Robert. Es geht um die Frage des Weiter - lebens nach der Erkenntnis der Wahrheit; zwischen den Zeilen sind symbolisch-allegorische Anspielungen Věra Chytilová 7 SeDmiKRáSKy (TauSenDSchönchen)

10 Věra Chytilová 8 auf die Besetzung der ČSSR 1968 zu erkennen.«(ulrich Gregor)»Eine Frage beschäftigte mich immer wieder intensiv: Wir befanden uns auf einer ständigen Suche nach Wahrheit, aber waren wir damit zugleich auch imstande, sie zu ertragen? Ist die Wahrheit vereinbar mit absoluter Harmonie? Erkenntnis mit Liebe?«(Věra Chytilová) Samstag, 14. März 2015, Uhr Hra o jablko (Spiel um den Apfel / Ein bisschen schwanger) ČSSR 1977 R: Věra Chytilová B: Věra Chytilová, Kristina Vlachová K: František Vlček M: Miroslav Kořínek D: Jiří Menzel, Dagmar Bláhová, Evelyna Steimarová, Jiří Kodet, Nina Popelíková 100 min OmU Die Heb amme Anna kommt aus der Provinz in eine Prager Entbindungsklinik, wo der Chefarzt Dr. Josef John sich immer wieder mal unter dem weiblichen Personal oder den Patientinnen eine sexuelle Beziehung sucht. Obwohl sich Annas und Josefs Auffassung vom Gebären deutlich unterscheiden er sieht darin lediglich Routine und nichts Einmaliges, kommen sich die beiden näher. Alles scheint gut, bis sie von ihm ein Kind erwartet.»obwohl an der Oberfäche in einem scheinbar unverbindlichen Stil angelegt, offenbart der Film zwischen den Zeilen Věra Chytilovás besonderes Temperament, ihre Sensibilität und Phantasie; deutlich ist der Film aus der Perspektive der Heldin erzählt.«(ulrich Gregor) Sonntag, 15. März 2015, Uhr Panelstory aneb Jak se rodí sídliště (Geschichte der Wände) ČSSR 1980 R: Věra Chytilová B: Věra Chytilová, Eva Kačírková K: Jaromír Šofr M: Jiří Šust D: Lukáš Bech, Antonín Vaňha, Eva Kačírková, Oldřich Navrátil, Jiří Kodet 96 min OmU Am Rande von Prag entsteht eine Neubausiedlung. Die Bauarbeiten sind noch lange nicht abgeschlossen, doch die meisten Wohnungen werden bereits bezogen. Mehr schlecht als recht beginnt sich der Alltag in den Provisorien einzurichten. Ein kleines Kind und ein alter Mann ver - suchen, sich im Chaos der Baustelle zu orientieren. Von nun an kreuzen sich beständig ihre Wege, auch jene der anderen Bewohner, und flechten ein nervöses Gespinst von Verständigung und Sprachlosigkeit.»Meine Arbeitsweise war bei diesem Film sehr chaotisch und spontan. Eigentlich mag ich das nicht und leide darunter, aber Ordnung ist steril, und hinter dem Chaos kann vielleicht die Wahrheit stecken.«(věra Chytilová) Freitag, 20. März 2015, Uhr Faunovo velmi pozdní odpoledne (Fauns allzuspäter Nachmittag) ČSSR 1983 R: Věra Chytilová B: Věra Chytilová, Jiří Brdečka, Ester Krumbachová, nach der Erzählung von Jiří Brdečka K: Jan Malíř M: Miroslav Kořínek, Jiří Stivín D: Leoš Suchařípa, Vlasta Špicnerová, Libuše Pospíšilová, Jiří Hálek, Tereza Kučerová 99 min OmU»Ein eitler Frauenheld, Ingenieur in einem Baubüro in Prag, kann sich mit dem Älterwerden nicht anfreunden und steigt noch im Herbst seines Lebens unermüdlich jungen Frauen nach. Eine subtile Tragikomödie um die nimmermüde Suche eines liebenswerten Lüstlings, hervorragend gespielt und von einer extrem bewegten Kamera ein - gefangen. Humorvoll und unterhaltsam, manchmal ins Groteske übersteigert, macht sich der Film über die Spiele und Verführungskünste der Männer ebenso lustig wie über manche Unverfrorenheit der Frauen, wobei unter der Oberfläche die Angst der Menschen, das Leben verpasst zu haben, sichtbar wird.«(lexikon des Internationalen Films) Samstag, 21. März 2015, Uhr Praha neklidné srdce Evropy (Prag das unruhige Herz Europas) ČSSR 1984 R+B: Věra Chytilová K: Jan Malíř M: Michael Kocáb 59 min OmU Chytilová zeigt ein Porträt ihrer Stadt Prag, in dem sie nicht Daten oder Fakten aufzählt, sondern durch die Jahrhunderte hinweg zeitgeschichtliche Zusammenhänge und Traditionen aufzeigt, die von der Architektur, Musik und Mythologie Prags geprägt wurden. Mí Pražané mi rozumějí (Meine Prager verstehen mich) Tschechien 1991 R: Věra Chytilová B: Věra Chytilová, Zdeněk Mahler K: Jaroslav Brabec M: Miroslav Kořínek D: Milan Šteindler, Tereza Kučerová, Lenka Loubalová, Miloslav Mejzlík, Bronislav Poloczek 59 min OmeU Eine fiktive Geschichte über Mozarts Aufenthalt in Prag. Die Architektur der Stadt wird mit Mozarts Musik unterlegt und macht die Veränderungen

11 deutlich, die sich während Mozarts zweihundertjähriger Abwesenheit in der Stadt vollzogen haben. Freitag, 27. März 2015, Uhr Vlčí bouda (Die Wolfsbaude) ČSSR 1987 R: Věra Chytilová B: Věra Chytilová, Daniela Fischerová K: Jaromír Šofr M: Michael Kocáb D: Miroslav Macháček,Tomáš Palatý, Štěpánka Červenková, Jan Bidlas, Rita Dudusová 92 min OmU Elf Jugendliche treffen sich zu einem Skikurs in einer von der Umwelt abgeschotteten Berghütte. Es stellt sich bald heraus, dass irgendetwas mit dem Kursleiter nicht stimmt. Die Atmosphäre wird bedrohlich.»in DIE WOLFSBAUDE scheint Chytilová die Themen ihrer frühen Filme fortzuführen, allerdings diesmal im Gewand eines kommerziell erfolgversprechenden Science-Fiction- und Horrorfilms. Die sozialkritischen und politischen Implikationen sind stets vorhanden, wenn man unter die Oberfläche des Geschehens schauen möchte, aber dies ist kein aufdringlicher Film mit einer Botschaft und kann auch ganz einfach nur als ambivalenter und oft effektiver und unheimlicher Genre-Film genossen werden.«(justin McKinney) Samstag, 28. März 2015, Uhr Vzlety a pády (Aufstieg und Fall) Tschechien 2000 R+B: Věra Chytilová K: Štěpán Kučera M: Josef Spitzer Mit Václav Chochola, Karel Ludwig, Zdeněk Tmej, Věra Chytilová, Blanca Chocholová 108 min OmeU»Chytilovás eindrucksvollstes Werk nach der Samtenen Revolution ist der zweiteilige Dokumentarfilm AUF- STIEG UND FALL, der die Geschichte von drei tschechischen Fotografen von 1930 bis in die Gegenwart untersucht. Zu Beginn ihrer Karriere, als sie als Model arbeitete, war Chytilová mit Karel Ludwig verheiratet, der sich auf Porträts von Schauspielerinnen im Hollywood-Stil spezialisiert hatte. Chytilová unternimmt eine faszinierende Reise in eine verborgene Kultur, in der sie selber mitgewirkt hat.«(peter Hames) Der Film zeigt, wie sich Václav Chochola, Karel Ludwig, Zdeněk Tmej trotz politisch wechselnder Zeiten nicht von ihren ästhetischen und politischen Konzepten haben abbringen lassen. Sonntag, 29. März 2015, Uhr Šašek a královna (Der Narr und die Königin) ČSSR 1988 R: Věra Chytilová B: Boleslav Polívka, Věra Chytilová K: Jan Malíř M: Jiří Bulis D: Boleslav Polívka, Chantal Poulain, Jiří Kodet, Vlastimil Brodský, Jiří Pecha 116 min OmU Bolek Polívka, der Autor der gleichnamigen Theaterinszenierung, die dem Film zugrunde liegt, spielt einen Schlossverwalter. In seinen Visionen verwandelt er sich in einen Hofnarren, der die Launen einer despotischen Königin zu erdulden hat. Die Visionen fangen an, sich in der Realität fortzusetzen.»die Geschlechter erproben wechselseitige Mechanismen der Unterdrückung, flechten ein Netz von Abhängigkeiten, Positionen oder Ränge in der sozialen Hierarchie, setzen Akzente, bestimmen den Ausgangspunkt oder lösen schließlich den Knoten. Der Narr von einst ist ein Museumsdomestike von heute, die egozentrische Herrscherin mit ihren delikat-perversen Spielchen ist zur exzentrischen Touristin transformiert.«(fred Gehler) Freitag, 3. april 2015, Uhr Kopytem sem, kopytem tam (Einmal hin, einmal her) ČSSR 1989 R: Věra Chytilová B: Věra Chytilová, Pavel Škapík K: Jaroslav Brabec M: Jiří Chlumecký, Jiří Veselý D: Tomáš Hanák, Milan Šteindler, David Vávra, Tereza Kučerová, Bára Dlouhá, Ivana Kuntová 129 min OmU»Drei Freunde vertreiben sich die Langeweile mit Blödeleien und Affären. Das Leben scheint ein Spiel ohne Einsatz zu sein. Als einer von ihnen an AIDS erkrankt, ändert sich alles schlagartig. Der Spaß weicht der Suche nach einem sinnvollen Leben. Ein ernster Film über die selbstzerstörerischen Tendenzen des Menschen und die Bedrohung, die von ihm selbst ausgeht.«(lexikon des Internationalen Films)»Ich war immer der Überzeugung, dass ein Film eine Botschaft in sich tragen muss, dass er Zeugnis ablegen muss über die Moral der Zeit Es ist wichtig, die Menschen an ihre Würde, den Mut, die Ehre und die Hoffnung zu erinnern.«(věra Chytilová) Samstag, 4. april 2015, Uhr Dědictví aneb Kurvahošigutntág (Das Erbe oder: Fuckoffjungsgutntag) Tschechien 1993 R: Věra Chytilová B: Věra Chytilová, Bolek Polívka K: Ervin Věra Chytilová 9

12 Věra Chytilová 10 Sanders M: Jiří Bulis D: Bolek Polívka, Miroslav Donutil, Anna Pantůčková, Jozef Kroner, Dagmar Havlová 120 min OmeU Ein Dorf in Mähren, 1991: Ein tschechischer Hinterwäldler, der in einer verfallenen Hüt te am Existenzminimum lebt, wird durch eine un - erwartete Erbschaft zum Millionär.»Chytilovás Ko - mödie wurde ein kommerzieller Erfolg, fiel in der Kritik aber durch. Als einer der wenigen Filme zu Beginn der 1990er Jahre griff er die kapitalistische Moral an und betrachtete kritisch deren Ausschweifungen und Maßlosigkeiten.«(Heike Guggi)»Ich hatte erwartet, dass nach dem erzwungenen Materialismus geistige Probleme Vorrang bekommen würden. Aber weit gefehlt. Heute haben wir einen Materialismus, der materialistischer ist, als es der Marxismus jemals war. Früher regierte die Propaganda, heute das Geld.«(Věra Chytilová) Sonntag, 5. april 2015, Uhr Pasti, pasti, pastičky (Große Fallen, kleine Fallen) Tschechien 1998 R: Věra Chytilová B: Věra Chytilová, Eva Kačírková, Michal Lázňovský K: Štepán Kučera M: Jiří Chlumecký D: Zuzana Stivínová, Miroslav Donutil, Pavel Zatloukal, Břetislav Rychlík, Pavel Brichta 124 min OmeU»Eine Anhalterin wird von zwei Männern vergewaltigt. Die Frau, Lenka, lädt die beiden in ihr Haus ein, wo sie sie unter Drogen setzt und als ausgebildete Tierärztin fachmännisch kastriert. Dies ist nur der Anfang von Chytilovás feministischer schwarzer Komödie : Die beiden Männer bewahren ihre Hoden in Gefäßen auf und hoffen auf ein Wunder, während sie ihrerseits auf Rache sinnen. Die Tatsache, dass einer der Männer als Minister in der Regierung sitzt, verleiht der Geschichte eine politische Dimension.«(Peter Hames)»Die beiden Hauptdarsteller, die auch den größten Irrwitz mit unübertrefflichem Professionalismus spielen, verleihen dem Film erst seine schmerzlich-komische Wirkung.«(David Stratton) Montag, 6. april 2015, Uhr Vyhnání z ráje (Vertreibung aus dem Paradies) Tschechien 2001 R: Věra Chytilová B: Věra Chytilová, Bolek Polívka, nach dem Roman von Desmond Morris K: Klaus Fuxjäger D: Bolek Polívka, Věra Havelková, Jan Antonín Pitínský, Milan Šteindler, Veronika Bellová, Arnošt Goldflam 124 min OmeU Am Nudistenstrand»Paradisio«wird ein Film gedreht. Die Produktion verläuft keineswegs störungsfrei, weil alle Beteiligten eine andere Vorstellung davon haben, was das Endprodukt sein soll. Der Regisseur möchte eine»künstlerische, experimentelle Metapher über Adam und Eva«schaffen. Der neureiche russische Produzent erwartet einen erotischen Film, der Drehbuchautor spricht von einer»positiven Sicht auf die Realität«. Die Statisten machen aus Neugierde, wegen des Geldes oder aus reinem Exhibitionismus mit. Eine Satire auf das Filmemachen, die»einige umwerfende und groteske Bilder und interessante Ideen beinhaltet«, deren Geschichte aber»zu lose konstruiert ist«(peter Hames). Freitag, 10. april 2015, Uhr Pátrání po Ester (Ester) Tschechien 2005 R+B: Věra Chytilová K: David Čálek Mit Věra Chytilová, Jan Němec, Ivan Vyskočil, Květa Fialová, Jiří Krejčík 128 min OmeU Porträt der Künstlerin und Drehbuchautorin Ester Krumbachová ( ).»In der ersten Einstellung des Films sagt Chytilová (mit dem Rücken zur Kamera) mit einer fragenden und unsicheren Stimme wie zu sich selbst: Ich dachte, ich kenne sie. Und dann, in ihrem typischen, rücksichtslosen Stil, beginnt sie eine Recherche. Sie interviewt mit bohrenden und manchmal skrupellosen Fragen eine ganze Reihe von Esters Bekanntschaften, die von engen Freunden über bekannte Persönlichkeiten bis hin zu anonymen Saufkumpanen im legendären Pub Zum grünen Fuchs reichen. Chytilová will ihrer Freundin kein ehrfürchtiges Denkmal setzen, noch ist sie an Enthüllungsjournalismus interessiert. Sie lässt Esters Persönlichkeit lebendig werden mit all ihren Facetten und Widersprüchlichkeiten.«(Stanislava Přádná) Samstag, 11. april 2015, Uhr Hezké chvilky bez záruky (Schöne Momente) Tschechien 2006 R: Věra Chytilová B: Věra Chytilová, Kateřina Irmanovová K: Martin Štrba M: David Kraus D: Jana Janěková, Jana Krausová, Bolek Polívka, David Kraus, Igor Bareš 108 min OmeU Die Psychologin Hana hat Probleme auf allen Ebenen: Ihr arbeitsloser Ehemann verlässt sie wegen einer anderen, ihr pubertierender Sohn interessiert sich nur für seine Computerspiele, und in ihrer Praxis gehen Frauen und Männer aller Altersstufen ein und aus, die auf der Suche nach Balance und Glück sind. Eine bittere Komödie:»Ich versuche herauszufinden, warum wir un - fähig sind, objektiv zu sein und uns nicht nur um uns selbst zu drehen. Ich hoffe, dass dieser Film unsere heutige Gesellschaft widerspiegelt. Wir haben alle unsere Probleme, aber wir müssen uns bewusst sein, dass es allein von uns selbst abhängt, was wir mit unserem Leben anfangen.«(věra Chytilová) Sonntag, 12. april 2015, Uhr

13 Deutsche Filme 2014 phoenix Deutsche Filme Wie in den Vorjahren hat das Filmmuseum wieder drei Filmkritiker gefragt, ihre Favoriten zu benennen. Es geht nicht darum, Publikumslieblinge auszuwählen, sondern deutsche Filme, die 2014 im Kino anliefen und die als wirklich interessant, künstlerisch relevant und innovativ gelten können. Das Ergebnis der kleinen Umfrage erstaunt. Nur ein Film wurde von allen dreien genannt: PHOENIX von Christian Petzold wenn auch von Ralf Schenk nur auf dem vorletzten Platz»mit deutlichen Bauchschmerzen«. Sechs Filme haben immerhin zwei Stimmen erhalten. Viele der Filme sind im Kino nur kurz gelaufen und in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen worden. Insgesamt zeigt die Auswahl ein weit vielfältigeres und spannenderes Bild des deutschen Films, als es Pub - likumshits wie DER MEDICUS, FACK JU GÖHTE oder HONIG IM KOPF vermuten lassen. So lädt die Filmreihe des Filmmuseums nicht nur dazu ein, Versäumtes nachzuholen, sondern auch Neues zu entdecken. Von den nachfolgend aufgelisteten Top 10-Listen der Kri - tiker wurden jeweils die ersten vier Titel berücksichtigt, durch Überschneidungen kam dann jeweils meist mindestens noch ein fünfter und sechster Titel hinzu. Ronald Zehrfeld spielt in drei der ausgewählten Filme mit: PHOENIX, DIE GELIEBTEN SCHWESTERN und RICO, OSKAR UND DIE TIEFERSCHATTEN. Rainer Gansera (Süddeutsche Zeitung) 1 Rico, Oskar und die Tieferschatten 2 Der blinde Fleck 3 Im Labyrinth des Schweigens 4 Westen 5 Kofelgschroa. Frei. Sein. Wollen 6 Meine Schwestern 7 Phoenix 8 Ein Geschenk der Götter 9 The Airstrip 10 Love Steaks Ralf Schenk (Defa-Stiftung) 1 Anderson 2 Städtebewohner 3 Kreuzweg 4 Westen 5 Fräulein Else 6 Zeit der Kannibalen 7 Die geliebten Schwestern 8 Jack 9 Phoenix 10 Über-Ich und Du Christiane Peitz (Tagesspiegel) 1 Die geliebten Schwestern 2 Phoenix 3 Kreuzweg 4 Jack 5 Love Steaks 6 Über-Ich und Du 7 Citizenfour 8 Domino-Effekt 9 Städtebewohner 10 Das finstere Tal Erstmals zeigen wir fast alle Filme in englisch untertitelten Originalfassungen, um sie auch fremdsprachigen Zuschauern zugänglich zu machen.

14 Deutsche Filme Der blinde Fleck D 2013 R: Daniel M. Harrich B: Daniel M. Harrich, Ulrich Chaussy K: Walter Harrich, Tobias Corts M: Ian Honeyman D: Benno Fürmann, Nicolette Krebitz, Heiner Lauterbach, August Zirner, Jörg Hartmann, Isolde Barth 92 min OmeU Realen Begebenheiten folgend erzählt der Film vom Münchner Rundfunkjournalisten Ulrich Chaussy, der sich nicht damit zufrieden gibt, dass das Oktoberfestattentat vom 26. September 1980 der schwerste Terroranschlag in der BRD-Geschichte mit 13 Toten und über 200 Verletzten zur Aktion eines verwirrten Einzelnen erklärt wird. Chaussy findet Hinweise, dass der Täter Verbindungen zur rechtsradikalen Szene, also Hintermänner hatte. Er stößt auf skandalöse Ver tuschungen, haarsträubende Manipulationen der journalistischen Arbeit, und lässt über drei Jahrzehnte hinweg nicht locker mit seinen Nachforschungen. Ein Politthriller, der das Formelhafte des Genres vermeidet, auf Pathos und Rührseligkeiten verzichtet. Gerade so gelingt es, der präzis recherchierten Geschichte bezwingende Nähe, Evidenz und brisante Aktualität zu verleihen. (Rainer Gansera) Freitag, 6. März 2015, Uhr Dienstag, 10. März 2015, Uhr Phoenix D 2014 R: Christian Petzold B: Christian Petzold, Harun Farocki, nach Motiven des Romans»Le retour des cendres«von Hubert Monteilhet K: Hans Fromm M: Stefan Will D: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Nina Kunzendorf, Michael Maertens, Daniela Holz 98 min OmeU Der umstrittenste deutsche Film des Jahres: Christian Petzold arrangiert die große deutsche Frage von Schuld und Verstrickung und dem Zusammenleben von Opfern und Tätern nach dem Ende des Nationalsozialismus zum Melodram. Eine Versuchs - anordnung: Eine Jüdin kehrt aus dem Konzentrations - lager zurück, mit verbranntem und wiederhergestelltem neuem Gesicht, und die Liebe ihres Lebens erkennt sie nicht mehr. Im Gegenteil: Er will diese vermeintlich andere Frau nach dem Ebenbild seiner vermeintlich toten Nelly formen. Lager-Rückkehrer-Filme sind eine Rarität im deutschen Film, Petzold betritt Neuland mit seinem von Noir-Anleihen durchsetzen Nachkriegsdrama. Und macht eine Wahrscheinlichkeitsrechnung auf erkennt er sie, erkennt er sie nicht? Aber ist wahres Erkennen zwischen Verblendung und Verdrängung überhaupt möglich? (Christiane Peitz) Samstag, 7. März 2015, Uhr Mittwoch, 11. März 2015, Uhr Fräulein Else D 2013 R+B: Anna Martinetz, nach der Novelle von Arthur Schnitzler K: Jakob Wiessner M: Markus Lehmann-Horn D: Korinna Krauss, Michael Kranz, Martin Butzke, Marion Krawitz 67 min OmeU Während ihres Urlaubs in einem indischen Luxushotel erfährt eine junge Frau von der drohenden Insolvenz und Verhaftung ihres Vaters. Um diese Gefahr abzuwenden, soll sie einen anderen Hotelgast, einen Kunsthändler, bitten, ihrer Familie das Geld zu leihen. Doch der Mann stellt eine Bedingung: Er verlangt, ihren Körper nackt zu sehen. Anna Martinetz übersetzt Arthur Schnitzlers Novelle in eine audiovisuelle Sinfonie subjektiver Welt- und Selbstsichten. Souverän montiert die Debütregisseurin Gedanken und Gefühle der Hauptfigur, Träume und Visionen, Bewusstes und Unbewusstes zu einem vielschichtigen Per sönlichkeitsbild. Zugleich sprengt sie das Private und erweitert es zu einer Studie von Ängsten und Flucht bewegungen einer saturierten Gesellschaft in den Strudeln der Zeit. (Ralf Schenk) Sonntag, 8. März 2015, Uhr Zu Gast: anna Martinetz

15 Städtebewohner D 2014 R+B: Thomas Heise K: Robert Nickolaus M: Bowen Liu 90 min OmeU In einem Gefängnis in Mexiko-Stadt, in der Comunidad San Fernando, leben mehr als zweihundert Straftäter. Als sehr junge Männer, fast Kinder noch, wurden sie hier eingewiesen, als Erwachsene werden sie sich irgendwann wieder in der vermeintlichen Freiheit zurechtfinden müssen. Thomas Heise, der mehrere Wochen lang den Alltag der Gefangenen teilte, beobachtet drei von ihnen bei ihren Verrichtungen, beim Besuch von Freundinnen und Kindern, beim Umgang mitein - ander. Sein Fokus ist die Gegenwart, nicht die Vergangenheit, das Verbrechen von einst interessiert ihn nicht. Statt dessen leistet er sich einen kühlen, klug zwischen Distanz und Nähe austarierten Blick auf eine Mikro - gesellschaft der besonderen Art: Was geschieht mit dem Individuum unter den rigiden Regeln eines erzwungenen Kollektivs? Und was hat das Universum des Gefängnisses mit der umgebenden Wirklichkeit zu tun? (Ralf Schenk) Freitag, 13. März 2015, Uhr Die geliebten Schwestern D 2014 R+B Dominik Graf K: Michael Wiesweg M: Sven Rossenbach, Florian van Volxem D: Hannah Herzsprung, Florian Stetter, Henriette Confurius, Claudia Messner, Ronald Zehrfeld, Maja Maranow 139 min / 171 min (Director s Cut) Die Liebe, die Gefühle, das Briefeschreiben, das Reisen, das Reden, das Träumen, Beziehung, Familie: Das alles funktionierte anders zu Schillers Zeiten, wir wissen heute nicht, wie. Dominik Graf stellt es sich vor, er wünscht es sich herbei, wie er sagt, weil er den Menschen aus der Vergangenheit nicht auf den Pelz rücken will wie ein Arzt mit dem Hörrohr. Und doch kommt seine ménage à trois zwischen Schiller (Florian Stetter) und den Schwestern von Lengefeld (Hannah Herzsprung, Henriette Confurius) der Vergangenheit nahe wie lange kein deutscher Kostümfilm. Der Unbedingtheit der Gefühle, der Intensität und Geschwindigkeit der Kommunikation im Postkutschen-Zeitalter, der Radikalität des Dichters, der Klugheit der Frauen mit Herz und Verstand. (Christiane Peitz) Samstag, 14. März 2015, Uhr (Director s Cut) Dienstag, 17. März 2015, Uhr Rico, Oskar und die Tieferschatten D 2014 R: Neele Leana Vollmar B: Christian Lerch, Andreas Bradler, Klaus Döring, nach dem Roman von Andreas Steinhöfel K: Torsten Breuer M: Oliver Thiede D: Anton Petzold, Juri Winkler, Karoline Herfurth, Axel Prahl, Ronald Zehrfeld, Ursula Monn, Anke Engelke, Katharina Thalbach 96 min Wortwitz und Skurril- Charme von Andreas Steinhöfels preisgekröntem Kinderbuch kann Neele Leana Vollmar kongenial auf die Leinwand übersetzen. Rico: der»tiefbegabte«zehn - jährige, der etwas langsam denkt, aber die Welt un - gemein intensiv wahrnimmt. Oskar mit Helm: der hochbegabte und überängstliche Achtjährige, der nicht nur die ersten 110 Primzahlen auswendig aufsagen kann, sondern auch sämtliche Unfall statistiken parat hat. Die beiden Außenseiter-Jungs entdecken, dass Freundschaft eine prima Sache ist, und dass sie gemeinsam auch den mysteriösen»mister 2000«, dessen Kindesentführungen Berlin in Atem halten, zur Strecke bringen können. Krimi, philosophischer Diskurs, Milieu - studie Berlin-Kreuzberg, grandioser Abenteuerfilm. Auch für Erwachsene äußerst empfehlenswert. (Rainer Gansera) Sonntag, 15. März 2015, Uhr Mittwoch, 18. März 2015, Uhr Deutsche Filme

16 Deutsche Filme Im Labyrinth des Schweigens D 2014 R: Giulio Ricciarelli B: Elisabeth Bartel, Giulio Ricciarelli K: Martin Langer, Roman Osin M: Niki Reiser, Sebastian Pille D: Alexander Fehling, André Szymanski, Friederike Becht, Johannes Krisch, Hansi Jochmann 123 min OmeU BRD 1958: Petticoat und Rock n Roll, das Wirtschaftswunder boomt. Peinliche Erinnerungen an die jüngste Vergangenheit sind nicht erwünscht. Als der junge, ehrgeizige Staatsanwalt Johann Radmann in Frankfurt gegen einen ehemaligen Auschwitz-Wärter, der mittlerweile im Schuldienst tätig ist, ermitteln will, muss er sich gegen eine mächtige Mauer des Verdrängens und Vergessenwollens behaupten. Aber er erhält Unterstützung von Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Gert Voss in seiner letzten Rolle), der die Ermittlungen bedeutend ausweitet. Regisseur Giulio Ricciarelli gelingt die Kombination von Genre-Drama, gesellschaftlichem Zeitbild und Lehrstück, wenn er die Ermittlungen Radmanns zum Diskurs über die Schuldfrage und die Mechanismen ihrer Verdrängung macht. Ein Wendepunkt der deutschen Nachkriegsgeschichte im Gewand eines packenden Justizthrillers. (Rainer Gansera) Freitag, 20. März 2015, Uhr Dienstag, 24. März 2015, Uhr Anderson D 2014 R+B: Annekatrin Hendel K: Frank Riebe, Jule Cramer Mit Sascha Anderson, Wilfriede Maaß, Lars Barthel, Thomas Plenert, Bert Papenfuß, Roland Jahn 95 min OmeU Sascha Anderson, Jahrgang 1953, galt als der charismatische Pop-Star der oppositionellen Ost-Berliner Künstlerszene im Prenzlauer Berg. Doch nach dem Fall der Mauer stellte sich heraus, dass er zugleich als übereifriger Informant der Staatssicherheit tätig war. Der Film holt den schillernden Dichter vor die Kamera, fragt ihn nach damaligen Motivationen und heutigen Haltungen. Schuld und Reue sind für Anderson noch immer keine Kriterien, die ihn wirklich betreffen, doch bei denen, die mit ihm zu tun hatten, sitzen die Verletzungen tief. Wie schon in ihrem Vorgängerfilm VATERLANDSVER RÄTER entwirft Annekatrin Hendel ein Mosaik aus Erinnerungssplittern, das sie zum Gleichnis über Vertrauen und Verrat, Ehrgeiz und Geltungsbewusstsein, das Spiel mit der Macht und den dafür zu zahlenden Preis verdichtet. (Ralf Schenk) Samstag, 21. März 2015, Uhr Love Steaks D 2013 R: Jakob Lass B: Jakob Lass, Ines Schiller, Timon Schäppi, Nico Woche K: Timon Schäppi M: Golo Schultz D: Lana Cooper, Franz Rogowski, Georg Ludwig-Grosse, Simone Düring, Eric Popp, Gisela Köster, Björn Küssner 90 min OmeU Ein tolldreistes Debüt: LOVE STEAKS, die spröde Romanze zwischen einer Hilfsköchin (Lana Cooper) und einem Masseur (Franz Rogowski) in der prekären Arbeitswelt eines Wellness hotels. Lana ist Trinkerin, impulsiv, unberechenbar, Clemens hingegen linkisch und schüchtern eine unmögliche amour fou. Regisseur Jakob Lass hat frei nach seinem»fogma«-manifest als Kampfansage»gegen die Panikstarre«des deutschen Films ohne Script gedreht und ohne Fördergelder, in einem realen Luxushotel an der Ostsee. Mit Laien als Nebendarstellern, den Küchenhilfen, Service-Angestellten und Gästen. Kein Meisterwerk, aber ein wildes, raues Stück Kino, die Wiedergewinnung einer hierzulande verschütteten erzählerischen Freiheit. (Christiane Peitz) Sonntag, 22. März 2015, Uhr Mittwoch, 25. März 2015, Uhr

17 Kreuzweg D 2014 R: Dietrich Brüggemann B: Dietrich und Anna Brüggemann K: Alexander Sass D: Lea van Acken, Franziska Weisz, Florian Stetter, Lucie Aron, Klaus Michael Kamp, Birge Schade, Anna Brüggemann, Hanns Zischler 110 min OmeU Das Seelenleben der Hauptfigur ist, mit seinen langen, flächigen Einstellungen, an die 14 Bilder des Kreuzweges angelehnt von»jesus wird zum Tode verurteilt«bis»der heilige Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt«. Maria scheint zunächst ein»normaler«teenager zu sein, doch ihre Mutter zwingt sie mit harter Hand dazu, all ihr Tun den Regeln der Priesterbruderschaft Pius XII. anzupassen und unterzuordnen. Als der kleine Bruder schwer erkrankt und ein»opfer«benötigt wird, fühlt sich Maria dazu berufen, ihr Leben ins Spiel zu bringen. Kein Lehrer, kein Arzt kann sie davon abhalten. So nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Dabei ist KREUZ- WEG keine Abrechnung mit Religiosität schlechthin, sondern mit der ins Fanatische und Aberwitzige gesteigerten Auslegung des Glaubens. (Ralf Schenk) Freitag, 27. März 2015, Uhr Dienstag, 31. März 2015, Uhr Westen D 2013 R: Christian Schwochow B: Heide Schwochow, frei nach dem Roman»Lagerfeuer«von Julia Franck K: Frank Lamm M: Lorenz Dangel D: Jördis Triebel, Tristan Göbel, Jacky Ido, Alexander Scheer, Anna Antonowicz, Stefan Lampadius, Andreas Nickl 102 min OmeU Einer jungen Mutter gelingt Mitte der Siebzigerjahre die legale Ausreise aus der DDR, und sie landet im West-Berliner Notaufnahme - lager Marienfelde. Sie muss demütigende Aufnahmeprozeduren und peinliche Befragungen durch alliierte Geheimdienstler über sich ergehen lassen. Lagerödnis grau in grau, geplatzte Träume vom besseren Leben aber eine Heldin, die tapfer die bunten Farben des Lebens verteidigt. Regisseur Christian Schwochow, 36, bekannt geworden mit NOVEMBERKIND und DIE UNSICHTBARE, ist ein Meister intimer Erforschung von Charakteren, Milieus und Stimmungslagen. Er mixt Agententhriller-Spannung mit deutsch-deutschem Sehnsuchtsmelodram und schenkt Jördis Triebel eine Glanzrolle als DDR-Emigrantin auf der Suche nach der Freiheit des Westens. (Rainer Gansera) Samstag, 28. März 2015, Uhr Mittwoch, 1. april 2015, Uhr Jack D 2014 R: Edward Berger B: Edward Berger, Nele Mueller-Stöfen K: Jens Harant M: Christoph M. Kaiser, Julian Maas D: Ivo Pietzcker, Georg Arms, Luise Heyer, Nele Mueller-Stöfen, Odine Johne, Jacob Matschenz, Johann Jürgens 102 min OmeU Siemensdamm, Stadtautobahn, Shoppingmall, Tiefgarage Regisseur Edward Berger hat Berlins Peripherie als Schauplatz gewählt, die gesichtslose, indifferente Seite der Stadt. Der Junge Jack ist allein auf sich gestellt, atemlos, stur, überfordert. Er muss den kleinen Bruder versorgen, ihre blutjunge Mutter lässt sie im Stich. Die beiden sind Verlorene, Getriebene, immer auf der Suche, immer auf der Flucht. Ein Nachtfilm mit Handkamera, auf Augenhöhe seiner Protagonisten gedreht, ohne hektische Schnitte, mit langen Plansequenzen. Ein Film über Bedrängnis und Verlorenheit, über Kinder in der Großstadt, die keine Kinder sein dürfen. Ivo Pietzcker gibt der Tapferkeit ein Gesicht, das man nicht mehr vergisst. (Christiane Peitz) Sonntag, 29. März 2015, Uhr Deutsche Filme

18 DEFA in den 1960ern: Die besten Jahre DaS Kaninchen bin ich DeFa: Die besten Jahre 16 Die Babelsberger DEFA zwischen 1960 und 1970 Die 1960er-Jahre waren das spannendste Jahrzehnt der DEFA. Eine junge Generation von Filmemachern wagte sich an schwierige gesellschaftliche Fragen und suchte zugleich nach neuen formalen Mitteln. Sie wollte die aus Ufa-Zeiten ererbte ideelle und ästhetische Behäbigkeit der Babelsberger Filmfabrik abschütteln und wandte sich im selben Atemzug von dem in Köpfen und Herzen durchaus präsenten Stalinismus ab. Im Schatten der Mauer, mit deren Bau im August 1961 begonnen worden war und in deren Folge die Hoffnung aufkeimte, unabhängig von den Einflüssen des Westens freier und offener über eigene Probleme reflektieren zu können, wurden auch die Filme selbstbewusster. Man nahm regen Anteil an der wachsenden Souveränität der jungen polnischen, tschechischen, ungarischen, sowjetischen Regisseure und wollte dem nicht nachstehen. Was die französische nouvelle vague, das britische free cinema, was Antonioni, Pasolini und Fellini in Italien leisteten, wurde an der Babelsberger Filmhochschule und in den DEFA-Studios enthusiastisch debattiert. In Künstlerklubs in Ost-Berlin waren sowohl der erfahrene Billy Wilder als auch der junge, vielversprechende Andrej Tarkovskij zu Gast. Joris Ivens und Chris Marker ermunterten die Teilnehmer des Leipziger Dokumentarfilmfestivals, sich konsequenter und mutiger als bisher der Wirklichkeit zu öffnen. Tatsächlich brach sich, es klingt paradox, in dem nach außen hin streng abgeriegelten Land eine neue, mit internatio - nalen Entwicklungen vielfältig verbundene filmische Modernität Bahn. Es ist hier nicht der Raum, komplex auf Ursachen und Wirkungen einzugehen, nur so viel: Das alles hatte natürlich mit Politik zu tun. Innerhalb der Führung der DDR hatte sich neben den Altkadern, die noch jede Entwicklung kritisch beäugten, eine junge Funktionärselite etabliert, der die Luft im Lande zu stickig geworden war und die für frischen Wind sorgen wollte: ökonomisch, indem den Betrieben mehr Raum zu Eigenverantwortlichkeit eingeräumt werden sollte (dieser Prozess nannte sich»neues Ökonomisches System der Planung und Leitung«); politisch, indem zum Beispiel der jungen Generation ein sehr viel größeres Selbstbestim-

19 mungsrecht als zuvor eingeräumt wurde (gestützt durch ein»jugendkommuniqué«) oder indem die alte, stalinistische Gerichtsbarkeit durch einen neuen Rechtspflegebeschluss abgelöst wurde. Die Kunst wurde zur Triebkraft, Zeugin und kritischen Wegbegleiterin dieser Prozesse; so viele erregende Bücher, Theaterstücke, Gedichte oder Filme wie in der ersten Hälfte der 1960er-Jahre hatte es im ganzen Jahrzehnt zuvor nicht gegeben. Freilich streckten die politischen Hardliner nicht ihre Waffen. Die Staatspartei SED (ihre vier Blockparteien CDU, LDPD, NDPD und Bauernpartei können wir hier vernachlässigen) zerfiel immer deutlicher in zwei Lager: das der vergleichsweise liberalen Reformer, an deren Spitze sich, von Moskau und dem dortigen Parteiführer Nikita Chruschtschow bekräftigt, Walter Ulbricht höchstselbst gestellt hatte; und das der Traditionalisten, die auf der»reinen Lehre«beharrten und jeden Versuch der gesellschaftlichen Modernisierung als»revisionismus«denunzierten (Beispiele: Paul Verner, Erich Honecker oder der Leipziger SED-Chef Paul Fröhlich). Keine Frage, dass der gesamte Reformprozess der frühen 1960er-Jahre von herben Rückschlägen begleitet war, ähnlich wie in der Sowjetunion. Und als dort, in Moskau, die Hardliner wieder die Oberhand gewannen und Leonid Breshnew zum neuen Parteichef berufen wurde, musste dies auch gravierende Auswirkungen auf die Politik und besonders die Kulturpolitik der DDR haben. Welche Entwicklungen gab es in dieser Zeit im Film, welche Rolle spielte das Kino? Der DEFA-Spielfilm schien am Anfang des Jahrzehnts von jedem Glück verlassen. Slatan Dudow (KUHLE WAMPE), einer der Spitzenregisseure der DEFA, konstatierte, dass man sich»im Hafen der Mittelmäßigkeit«bequem eingerichtet habe. Zwar entstanden 1960/61 um die dreißig Kinospielfilme pro Jahr, doch kaum einer davon blieb im Gedächtnis, und das Publikum wanderte immer mehr zum Fernsehen ab. In dieser Situation kam eine neue Führungsmannschaft ins DEFA-Studio: der neue Direktor Jochen Mückenberger, der neue Chefdramaturg Klaus Wischnewski, der neue Parteisekretär Werner Kühn; außerdem wurde mit Günther Witt ein neuer Filmminister eingesetzt und mit Hans Bentzien ein neuer Kulturminister. Alle waren zwischen dreißig und vierzig Jahre alt, ehrgeizig, mutig, mit dem Willen, Fenster zu öffnen. Zu ihrer gemeinsamen Strategie, die Zuschauer zurück ins Kino zu holen, gehörten zwei feste Vorsätze: Filme über die Gegenwart sollten problembewusst sein, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch begleiten, mehr Fragen stellen als Antworten geben. Neben solcher Art eingreifendem Kino wollte man den lange vernachlässigten, publikumswirksamen Genrefilm wieder stärken: mit gut gemachten Krimis, Komödien, Musicals, Abenteuer- und Science-fiction- Filmen (möglichst im 70-mm-Format, an dessen technischen Voraussetzungen fleißig getüftelt wurde), auch Western (die in der DDR»Indianerfilm«hießen, um schon im Namen den Fokus deutlich werden zu lassen). Beide Entwicklungen wurden unter der neuen Studioleitung vorangetrieben, und viele der jungen Filmemacher zeigten sich hoch engagiert. Zumal auch der inner - betriebliche Entscheidungsprozess deutlich demokratischere Formen annahm: Die von Autoren und Regisseuren seit Mitte der 1950er-Jahre geforderten»künstlerischen Arbeitsgruppen«bekamen mehr Eigenständigkeit, konnten selbständig, ohne lange Zensurprozesse und damit verbundene Einsprüche von»oben«, Stoffe und Szenarien entwickeln. Erst die Freigabe zum Dreh musste vom Studiodirektor getroffen werden, und DeFa: Die besten Jahre 17 SpuR DeR STeine

20 DeFa: Die besten Jahre 18 erst nach Fertigstellung des Films trat die Hauptverwaltung Film auf den Plan, die eine staatliche Zulassung erteilen musste. Dieses bisher nie gekannte Maß an Freiheit galt indes nur kurze Zeit: 1964/ sollte für die DEFA dann ein Schicksalsjahr werden. Die SED war mit ihrer Wirtschaftspolitik, aus - gehend von einem massiv verstärkten ökonomischen Druck aus der Sowjetunion, in eine Krise geraten. Da diese Krise evident war, aber tabuisiert werden musste, brauchte die SED für ihre Dezembertagung 1965, das so genannte 11. Plenum des Zentralkomitees, einen Sündenbock. Und fand ihn gleichsam über Nacht in der Kultur und Kunst. In Film, Theater, Fernsehen und Literatur, so konstatierte Honecker in seinem Referat, gäbe es Entwicklungen, die dem Sozialismus schädlich, ja feindlich gegenüber stünden. Vor allem die DEFA wurde an den Pranger gestellt: Zwei ihrer (bis dato noch nicht in der Öffentlichkeit gezeigten) Filme liefen vor den Delegierten des Plenums, DAS KANINCHEN BIN ICH von Manfred Bieler und Kurt Maetzig und DENK BLOSS NICHT ICH HEULE von Manfred Freitag, Jochen Nestler und Frank Vogel. Beide riefen höchste Missbilligung hervor. Sozialistische Kunst, so der Duktus der Anklagenden, dürfe sich nicht zum Richter über die Gesellschaft aufspielen. Kunst müsse parteilich sein, das Positive der Entwicklung zeigen und nicht im»dreck«, im»abseitigen«herumwühlen. Der mit allen Wassern des Machtinstinks gewaschene Walter Ul - bricht hängte sein Fähnchen sofort in den Wind. In einem»offenen Brief«an Kurt Maetzig, der am 23. Januar 1966, einen Monat nach dem Plenum, im neuen Deutschland veröffentlicht wurde, machte er sich komplett die Denkungsart der Hardliner zu eigen und verurteilte die liberalen Aufbrüche in der Kunst erbarmungslos:»manche Künstler«, so schrieb er,»genießen heute den Zweifel an allem wie Rauschgift. ( ) Glauben die Künstler, mit krassem Naturalismus, faktografischer Aneinanderreihung negativer Verhaltensweisen, gemischt mit grobem Sexualismus eine sozialistische Kunst schaffen zu können?«viele DEFA-Künstler wussten nach dem 11. Plenum nicht, wie ihnen geschah. Sie begannen, die Fehler bei sich selbst zu suchen. Manche glaubten, durch Schnitte an ihren neuen Filmen noch zu retten, was nicht mehr zu retten war. Sie hatten den tiefen Riss, der durch die Gesellschaft, die Partei ging, noch längst nicht in seinen Dimensionen begriffen. Sie ließen, auch weil sie ihre auf die Gesellschaft bezogenen Utopien und Hoffnungen dann vollkommen hätten in Frage stellen müssen, den Gedanken nicht zu, dass viele jener Antifaschisten und Remigranten, die 1945 begonnen hatten, im deutschen Osten ein»neues Deutschland«beRlin um Die ecke

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