G B E. Gender Mainstreaming in der Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gliederung. Gesundheitspolitischer Regelkreis.

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1 Gliederung Gender Mainstreaming in der Gesundheitsberichterstattung des Bundes Cornelia Lange Robert Koch-Institut 21. November 26 Berlin, 12. November 22 Cornelia Lange GBE des Bundes Gesundheitspolitischer Regelkreis Ziel Basis Die GBE des Bundes liefert daten- und indikatorengestützte Beschreibungen zu allen Bereichen des Gesundheitswesens. Damit stellt sie eine fachliche Grundlage für politische Entscheidungen bereit und bietet allen Interessierten eine datengestützte Informationsgrundlage. Darüber hinaus dient die GBE der Erfolgskontrolle durchgeführter Maßnahmen und trägt zur Entwicklung und Evaluierung von Gesundheitszielen bei. repräsentative, valide und kontinuierlich erhobene Daten (z.b. Amtliche Statistik, Surveydaten, Prozessdaten, Register, Sentinels, Studien) Indikatoren Auswahl von Themen, Methoden, Standards Gesundheitsziele, Prävention, Intervention Geschlechtsspezifische Prioritäten, Handlungsbedarf Gesundheitspolitischer Regelkreis Adressat(inn)en, Gesundheitspolitik für und Bevölkerung: und Geschlechtsdifferenzierte Datenquellen Gesundheitsberichterstattung für und G B E Primäre und sekundäre Datenquellen Aufgaben einer geschlechtersensiblen Gesundheitsberichterstattung für und Identifizierung spezifischer Präventionsbedarfe, Aufdecken spezifischer Präventionspotentiale von und n Darstellung der (unterschiedlichen) Versorgungsbedarfe und Versorgungszugänge für und Aufgreifen von blinden Flecken hinsichtlich Gesundheit und Krankheit, Versorgung und Prävention bei und n Identifizierung von Über-, Unter-, Fehlversorgung bei und n Identifizierung von Medikalisierungen (z.b. Hormontherapie) Beitrag zur Verbesserung der Prävention und der Versorgungsqualität Erklärungsansätze im theoriegeleiteten Vergleich der Geschlechter

2 Größere Häufigkeit von HIV/AIDS durch Nadelstichverletzungen bei Größere Häufigkeit von Kleinwüchsigkeit und Fehlentwicklung der Gonaden bei mit Turner-Syndrom Zusammenfassende Erklärungsansätze Biologische Faktoren Methodische Probleme und Artefakte (Gender Bias) Geschlechtsspezifische Arbeits- und Lebensbedingungen Geschlechtsspezifische Körpersozialisation Geschlechtsspezifische Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem Häufigere Überweisungen von n als von in spezialisierte Einrichtungen zur Versorgung akuter koronarer Ereignisse

3 GBE Gender Matrix GBE Themen Geschlechtsspezifische Gesundheitsberichte: Brustkrebs Prostataerkrankungen Gebärmuttererkrankungen Geschlechtersensible Gesundheitsberichte: Gesundheit in Deutschland Gesundheit von und n im mittleren Lebensalter Berücksichtigung geschlechtersensibler Aspekte (Beispiele): Gesundheit alleinerziehender Mütter und Väter Ungewollte Kinderlosigkeit Angststörungen Hautkrebs Zugang der GBE: Querschnittsaspekte Zugang der GBE: Daten Thema 1 Thema 1 Geschlecht Teilhabe Qualität Benchmarking Verknüpfbare Daten zu gesundheitsrelevanten Themen (wie Krankheiten, Beschwerden, subjektive Gesundheit, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Gesundheitsverhalten, Gesundheitsversorgung) und zur sozialen Lage und Lebenssituation (wie Erwerbsarbeit, Einkommen, Ausbildung, Familie, Wohnen, soziale Unterstützung) Surveys: Bundes-Gesundheitssurvey 1998; Telefonische Gesundheitssurveys (ab 23) Integration von Gesundheitsdaten und theoretischen Erklärungsmodellen perspektivisch: Formulierung geschlechtsrelevanter Indikatoren (z.b. zu prekären Gesundheitssituationen, sozialer Unterstützung, Zugang und Zufriedenheit mit der Versorgung) Zeitpunkt 1 Zeitpunkt 2 Gliederung Ablauf: Erstellung eines GBE-Heftes Vorschläge (RKI) Auswahl von Themen Ausschreibung Bewertung und Auswahl der Angebote Erstellung des Berichts Reviewing Endredaktion

4 Fragestellungen für eine geschlechtersensible Berichterstattung (1) Fragestellungen für eine geschlechtersensible Berichterstattung (2) Arbeitsschritt: Zusammenstellung und Aufbereitung möglicher Berichtsthemen Akteur: Robert Koch-Institut Gibt es Informationsdefizite bezüglich wichtiger Gesundheitsbedingungen von und n? Sind Daten zu diesen Aspekten verfügbar? Welche konkreten Informationsbedürfnisse bestehen hinsichtlich bestimmter Gesundheitsbedingungen von und n? Welche Relevanz hat das Thema für, welche für? Sind unterschiedliche Ergebnisse für die Geschlechter zu erwarten? Wie wird das Thema üblicherweise diskutiert und rezipiert? Ist von einem Gender Bias in der öffentlichen Wahrnehmung auszugehen? Arbeitsschritt: Auswahl der Berichtsthemen Akteur: Kommission Gesundheitsberichterstattung Auswahl entlang der Kriterien Relevanz, Dynamik, Komplexität Zur Relevanz: Prävalenz bei und n individuelle, gruppenspezifische, gesellschaftliche und internationale Relevanz für und gesetzliche und politische Vorgaben Zur Dynamik: individuelle und populationsbezogene Dynamik bei und n Zur Komplexität: Müssen für und unterschiedliche Fassetten berücksichtigt werden? Sind die Auswirkungen für und unterschiedlich? Fragestellungen für eine geschlechtersensible Berichterstattung (3) Gliederung Arbeitsschritt: Redaktion und internes Review Akteur: Robert Koch-Institut Wurden die Gender-Aspekte berücksichtigt? Sind in Abbildungen und Tabellen beide Geschlechter aufgeführt? Wird bei den Schlussfolgerungen auf geschlechtsspezifische Besonderheiten eingegangen? Wird analysiert, welche Ursachen den gefundenen Unterschieden zugrunde liegen könnten? (Ungleichbehandlung der Geschlechter, biologische Ursachen etc.) Wird deutlich gemacht, auf welche theoretischen Erklärungsmodelle dabei Bezug genommen wird? Werden Empfehlungen formuliert, wenn Unterschiede oder Besonderheiten gefunden wurden? Wird aufgezeigt, welche Ressourcen oder Unterstützungssysteme verfügbar sind oder ausgebaut werden sollten, um die geschlechtsspezifischen präventiven Potenziale zu stärken und die Versorgungssituation für und zu verbessern? Gesundheit von und n im mittleren Lebensalter Gesundheit von und n im mittleren Lebensalter - Gliederung 1. Einleitung 2. Das mittlere Lebensalter 3. Soziodemografische Lage 4. Gesundheitliche Lage 5. Gesundheitsbeeinflussende Lebensweisen und Lebenslagen 6. Bedeutende Gesundheitsprobleme 7. Inanspruchnahme gesundheitlicher Versorgung 8. Erklärungsansätze 9. Perspektiven für die gesundheitliche Versorgung und Prävention

5 Übersterblichkeit der Abb. 4.1 Übersterblichkeit der nach Haupttodesursachen Zeitliche Veränderung des durchschnittlichen Einstiegsalters beim Rauchen, Abb gesamt 21,78 2,6 Neubildungen Kreislauf Jahre 3-45 Jahre Einstiegsalter in Jahren ,61 18,17 17,45 17,16 16,45 16,33 15,94 15,76 Äußere Ursachen 5 Verdauungsorgane ,5 1 1,5 2 2,5 3 3,5 4 Geburtskohorte Quelle: Lampert, Burger 24 Entwicklung des Tabakkonsums in der 25- bis 69-jährigen Bevölkerung Deutschlands nach Geschlecht, Abb Entwicklung des Tabakkonsums in der 25- bis 69-jährigen Bevölkerung Deutschlands * Entwicklung der Lungenkrebsmortalität nach Geschlecht 8 Sterblichkeit an Lungenkrebs (altersstandardisiert) Prozent ,6 26,7 39, 27,5 38,4 28,8 38, 3,1 Gestorbene/1. Einwohner ,9 71, , ,5 66,7 65,6 64,7 62,3 62,7 59,9 58,8 57, ,5 12,1 12,3 12,8 13,4 13,4 13,7 14,3 14, ,7 15,8 16,3 16, Jahr * Angaben für beziehen sich nur auf das alte Bundesgebiet; Datenquellen: Gesundheitssurveys des Robert Koch-Instituts Quelle: Todesursachenstatistik, Statistisches Bundesamt Gesundheit in Deutschland Kap. 3: Was leistet das Gesundheitswesen für Prävention und Gesundheitsförderung? 3.1 Spektrum der Präventionsangebote Ziel und Stellenwert von Prävention und Gesundheitsförderung Historische Entwicklung der Präventionsorientierung im deutschen Gesundheitswesen Gegenwärtige Präventionsorientierung im deutschen Gesundheitswesen 3.2 Inanspruchnahme von Präventionsangeboten Primäre Prävention Sekundäre Prävention Zahnmedizinische Prävention Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen 3.3 Gruppenspezifische Inanspruchnahme von Präventionsangeboten

6 3.3 Kernaussagen Teilnahme an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen seit 1991; Abb Vor allem jüngere beteiligen sich an der Krebsfrüherkennung 6 Check-up s sind weder bei noch bei n sonderlich beliebt 5 informieren sich intensiver über Gesundheitsthemen als 4 wollen Prävention ohne Aufwand Menschen in sozial benachteiligter Lage fragen Präventionsangebote weniger nach Prozent 3 2 In Ost- und Westdeutschland hat Prävention einen unterschiedlichen Stellenwert Nutzung von Gesundheitsinformationen Abb Gliederung Bücher Zeitungen 9,6 15,7 17,1 19,1 Arzthotline der Krankenkasse Apotheken Infos 1,3 1,4 12,6 26,8 Krankenkassen Infos 18 27,4 Internet 8 13,6 Radio oder Fernsehen 39,7 44, Prozent Daten- und Wissensbasis ausbauen Sex und Gender sind bedeutsam Soziale und psychosoziale Kontexte sind nur teilweise anhand der vorhandenen Daten abbildbar Gesundheitssurveys sind auch deshalb aus Sicht des Gender Mainstreaming eine besonders wichtige Datenquelle der GBE Die Verknüpfung mehrerer Datenquellen kann bereits vertieften Aufschluss bringen; Beispiel: Prozentsatz der Gepflegten in der Bevölkerung 8 bis unter 85 Jahre 14,7 2,5 85 bis unter 9 Jahre 27,7 4,7 9 Jahre und älter 37,5 62,7 Über drei Viertel der pflegebedürftigen und knapp zwei Drittel der pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt Im Alter von über 8 Jahren leben knapp 1 % der und über 5 % der mit einem Ehepartner zusammen. Über 7 % der über 8-jährigen und über 3 % der über 8-jährigen wohnen alleine. Pflegestatistik und Mikrozensus (23) Modelle einbeziehen: Zusammenhang zwischen sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit Soziale Ungleichheit von und n (Unterschiede in Wissen, Geld, Macht und Prestige) Unterschiede in den gesundheitlichen Belastungen von und n (z.b. physische und psychische Belastungen in Familie und Arbeitsplatz, Stress, Ausgrenzung) Nach: Rosenbrock 21 Unterschiede in den Bewältigungsressourcen von und n (z.b. Bildung, Teilhabechancen, soziale Unterstützung, soziale Netzwerke, Verhaltensspielräume, Selbstbewusstsein) Unterschiede im Gesundheitsverhalten Unterschiedliche gesundheitliche Versorgung (z.b. Zugang zur gesundheitlicher Versorgung, zeitliche Ressourcen, Gesundheitswahrnehmung, Über-, Unter-, Fehlversorgung Gesundheitliche Ungleichheit von und n

7 Geschlechtsrollen-Konstrukte berücksichtigen Lit.: Sieverding M (24): Achtung! Die männliche Rolle gefährdet ihre Gesundheit!

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