Parkhäuser Schutz vor Chloridschäden Dipl.-Ing. Herbert Gottschalk Kundentag, 3. März 2011 in München

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1 Schutz vor Chloridschäden Dipl.-Ing. Herbert Gottschalk Kundentag, 3. März 2011 in München TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 1

2 Thema In September 2010 wurde die Neuauflage des Merkblattes Parkhäuser und Tiefgaragen des Deutschen Beton- und Bautechnikvereins (DBV-Merkblatt) im Weißdruck veröffentlicht. Dieses Merkblatt dürfte aufgrund des eigenen Anspruchs und der Konformität zu DIN 1045 und zu den Heften des DAfStb, Heft Heft 526 allgemein anerkannte Regel der Technik sein. Im DBV-Merkblatt werden alle Arten des Schutzes des Betons, von nur lokaler Rissbehandlung bis zu bituminösen Bauweisen gleichwertig dargestellt. Können Parkflächen wieder ohne Schutz durch Beschichtungen gegen Chlorideintrag errichtet werden? Im DBV-Merkblatt wird das Thema Wartung deutlich herausgestellt. Wer ist dafür verantwortlich? TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 2

3 Eigener Anspruch des DBV-Merkblattes Wesentliche anerkannte Regeln der Technik zum Schutz der Bewehrung vor Chlorid-Schädigung sind in DIN 1045 (Beton) und in den Heften des DAfStb, Heft Heft 526 zusammengefasst. In diesen Heften wird hinsichtlich der Dauerhaftigkeit auf das DBV Merkblatt verwiesen. Das DBV-Merkblatt ist im Sinne der Verfasser die zusammenfassende Regel der Technik, die hinsichtlich der Dauerhaftigkeit den Schutz der Bewehrung beschreibt. TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 3

4 Anerkannte Regeln der Technik, Generelle Planungsgrundsätze Die Bewehrung muss vor Chloridbelastung geschützt werden. Grundsätzlich wird durch die Vorgaben der DIN 1045 der Schutz des Stahls vor Korrosion durch Chloridangriff durch die Betonfestigkeitsklasse und die Betonüberdeckung im ungerissenen Beton sichergestellt. Es ist und war immer so, dass dort wo der Beton nicht gerissen ist kein zusätzlicher Schutz durch Beschichtungen oder Abdichtungen notwendig ist. Die einfachen Fragen sind immer: Wie werden Risse vermieden? Wo entstehen Risse? TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 4

5 Anerkannte Regeln der Technik, Generelle Planungsgrundsätze Bei der Planung des Schutzkonzeptes und der generellen Randbedingungen sind die wesentlichen Einflussfaktoren hinsichtlich der Dauerhaftigkeit zu berücksichtigen: Belastungen (Größe der Garage, Fahrzeugwechsel), - Risse (ja, nein, Breite, Tiefe) Betondeckung, Betonqualität - Gefälle Ebenheit - Entwässerung Wartungskonzept Denklogisch gibt es Abhängigkeiten zwischen diesen Kriterien Beispielsweise würde bei einer Kleingarage mit Abdichtung nach DIN 18195, grobkörnigem Asphaltbelag und erhöhter Ebenheit ein Gefälle nichts bewirken, da im praktischen Leben nie soviel Wasser eingetragen würde, dass es zu einer Entwässerung laufen würde. Insofern kann es nicht richtig sein generell auszusagen: Ein Gefälle ist nach Regel der Technik immer erforderlich. Gleichwohl wird ein Gefälle bei größeren Garagen und häufigen Nutzerwechseln unumgänglich sein. TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 5

6 Schutzsysteme gegen Chlorideintrag Risse-freie Bauweisen (Vorspannung) bzw. Bewehrung aus Edelstahl OS 11 Beschichtungen, also Beschichtungen, die Risse überbrücken OS 8 Beschichtungen, also Beschichtungen die starr sind und ein Wartungskonzept erfordern. Im Rahmen dessen sind die entstehenden Risse zu bearbeiten Bituminöse Systeme, also Abdichtungen und Schutzbeläge In den vergangenen Jahren haben sich am Markt insbesondere die Beschichtungen durchgesetzt. Es ist der Eindruck entstanden, dass nur flächige Beschichtungen die anerkannten Regeln der Technik erfüllen TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 6

7 Neue Darstellung im DBV-Merkblatt Die Lebenszeit wird auf 50 Jahre festgelegt bzw. muss mit dem Bauherrn vereinbart werden Es werden die Abhängigkeiten von Belastung, Nutzung, Betonerfordernissen und Schutzsystem dargestellt. Bei einem entsprechenden Schutzsystem kann die Betondeckung und die Betonqualität reduziert werden Die Wartung wird besonders herausgestellt. Es wird zwischen Wartung und erweiterter Wartung unterschieden TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 7

8 Neue Darstellung im DBV-Merkblatt Es werden Varianten dargestellt TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 8

9 Neue Darstellung im DBV-Merkblatt Varianten Unabhängig eines Oberflächenschutzes mit Beschichtungen werden Betoneigenschaften (Qualität und Betondeckung) von der Art der Wartung abhängig gemacht (nicht nur von einer flächigen Beschichtung). Bei einer bituminösen Abdichtung kann nennenswert Betondeckung und Betonqualität gespart werden Es ist möglich in der Fläche nicht zu beschichten und nur mit lokalen Schutzmaßnahmen (Bandagen) zu arbeiten. (Entwurfsgrundsatz c, Variante 1a lokaler Schutz, Tabelle 7) TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 9

10 Variante: Bituminöse Abdichtung Es ist und war anerkannte Regel der Technik den notwendigen Schutz mittels bituminöser Abdichtung herzustellen. Das DBV-Merkblatt beschreibt die dabei erlaubten Einsparungen bei der Betonqualität und insbesondere der Betondeckung. Es entspricht dem Stand der Technik die klassische Abdichtung nach DIN mit Abdichtungen mittels Flüssigkunststoffen (Kemperol o. ä.) bei den aufgehenden Bauteilen zu kombinieren. Damit können Verblechungen und mechanische Befestigungen der Hochzüge eingespart werden. TÜV SÜD beurteilt die Variante mit Einsparung an Betondeckung, Abdichtung nach DIN 18195, Rissebeschränkung (2 mm) und Einsatz von Flüssigkunststoffen bei aufgehenden Bauteilen als sehr wirtschaftlich. Es sollte eine vertragliche Festlegung formuliert werden. TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 10

11 Variante: Lokale Schutzmaßnahme / Bandagen In der ungerissenen Fläche ist keine Beschichtung erforderlich. Betonqualität und Betondeckung müssen hochwertig sein. Nutzung, Gefälle usw. müssen konform sein. Ein entsprechender erweiterter Wartungsplan muss vereinbart sein. An aufgehende Bauteile muss ein zusätzlicher Schutz angebracht werden TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 11

12 Variante: Lokale Schutzmaßnahme / Bandagen Risse müssen mit fachgerechten Bandagen geschlossen werden. Davor ist bei Bedarf eingedrungenes Chlorid zu entfernen. Je nach Ausmaß der Bandagen ist das optische Erscheinungsbild zu korrigieren (Flächige dauerhafte Bodenfarbe mit Untergrundvorbereitung) TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 12

13 Variante: Lokale Schutzmaßnahme / Bandagen Es ist ein erweiterter Wartungsplan zu vereinbaren TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 13

14 Variante: Lokale Schutzmaßnahme / Bandagen Es ist ein erweiterter Wartungsplan zu vereinbaren Der Wartungsplan muss zur Abnahme vorliegen Es ist zu regeln wer in welchen Abständen verantwortlich Prüfungen durchführt Der Wartungsplan muss regeln wer, wann und wie in Risse eingedrungenes Chlorid beseitigt und Risse dauerhaft schließt TÜV SÜD beurteilt, dass die Variante Lokale Schutzmaßnahme nur auf den ersten Blick eine günstige Variante ist. Betonqualität und Betondeckung sowie Rissebeschränkung erfordern schon hohe Kosten. In vielen Fällen (mehrere wilde Risse) werden aufwändige Arbeiten während der Gewährleistungszeit folgen. Maßnahmen zur Optik sind nach Bandage-Arbeiten oft unumgänglich TÜV SÜD beurteilt, dass die komplette Leistung Dauerhaftigkeit der Konstruktion im Bauträgervertrag erst mit Bearbeitung der Risse abgeschlossen ist. Demzufolge müssen im Bauträgervertrag die Wartungen in den ersten 5 Jahren wohl vom Bauträger durchgeführt werden. Juristisches Risiko: Ende der Gewährleistungszeit? Wann sind andere Formulierungen laiengerecht? Stichwort: Insolvenzrisiko? TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 14

15 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit TÜV SÜD Industrie Service GmbH Bautechnik Westendstraße München Herbert Gottschalk Telefon +49 (0) TÜV SÜD Industrie Service GmbH Parkhäuser / Herbert Gottschalk / Kundentag in München / 3. März 2011 / 15

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