1.1. Feedback statt Beurteilung

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1 1.1. Feedback statt Beurteilung Nadine Hirt Sophia Oertel Das Feedback ist eine Gesprächsform, anderen etwas darüber zu sagen, wie ich sie sehe bzw. zu lernen, wie andere mich sehen. Feedback besteht daher aus zwei Komponenten, nämlich dem Feedback-Geben und dem Feedback-Nehmen. 1 Feedback ist keine Bewertung oder Beurteilung. Stattdessen geht es um den gegenseitigen Einblick in verschiedene Wirklichkeiten. Als Lehrer würde man gerne in den Kopf der Schüler hineinschauen, um zu wissen, was diese denken und wie sie sich fühlen. Da dies nicht möglich ist, benötigt der Lehrer das Feedback. Abb. : Schülerhirn, eine Art Black Box. Feedback-Regeln 2 Damit ein Feedback am Ende etwas Sinnvolles und Hilfreiches darstellt, müssen einige Regeln auf Seiten des Feedback-Nehmers und des Feedback-Gebers eingehalten werden. Generell ist ein Feedback immer gegenseitig und freiwillig. Außerdem soll das Feedback Interesse an weiteren Rückmeldungen bringen. 1 Datum: , Uhrzeit: 07:42Uhr, letzter Aufruf: Datum: , Uhrzeit: 08:47Uhr, zuletzt aufgerufen:

2 Regeln für den Feedback-Geber Das Feedback sollte... beschreibend sein, d.h. Bewertungen sind außen vor zu lassen. Kritik sollte immer sachlich formuliert werden. Das Feedback hält dem Feedback-Nehmer eine Art Spiegel vor. konkret sein. Mit ungenauen, zu allgemeinen Aussagen kann der Empfänger nichts anfangen, weil er nicht genau weiß, was damit gemeint ist und so die Gefahr besteht zu verunsichern. Also: Je konkreter, desto besser. als Ich-Botschaft formuliert sein, denn wenn man seine eigenen Beobachtungen oder Eindrücke preisgibt, hilft dies dem Empfänger mehr, als wenn man in der Wir-Form spricht. Positives zuerst enthalten. Das Feedback sollte Lust auf mehr machen und nicht so formuliert sein, dass der Empfänger sich eventuell in Zukunft keines mehr einholen will. Es ergibt auch Sinn, das Negative überhaupt nicht zu beachten. konstruktiv sein, d.h. der Empfänger sollte einen Nutzen davon haben und die Möglichkeit dazu haben, die Kritik in Zukunft umzusetzen, wenn es für ihn passend ist. Regeln für den Feedback-Nehmer Als Empfänger von einem Feedback sollte man... den Feedback-Geber ausreden lassen. sich nicht verteidigen oder rechtfertigen. Man muss sich vor Augen halten, dass der andere nur beschreibt, wie man auf ihn wirkt, was aber nicht heißen muss, dass man wirklich so ist. Es ist wichtig die Wahrnehmung des anderen zu akzeptieren und darüber nachzudenken. nachfragen, wenn man das Feedback nicht richtig verstanden hat. dieses richtig einordnen, denn eine solche Rückmeldung stellt keinen Befehl oder Appell dar, sondern ist eine Möglichkeit, um einen Einblick in sein Wirken auf andere zu erhalten. dankbar sein für das Feedback und dieses gerne annehmen, denn es ist ein Geschenk und eine Hilfe für einen selbst. Man kann erfahren, wie sein Auftreten und seine Art bei anderen ankommen. Je nachdem kann er Dinge ändern. Konkrete Umsetzung Die vorgestellte Variante des Feedbacks ist als eine Möglichkeit zu sehen, wie man das Feedback in einer Klasse durchführt.

3 Durchführung Bevor das Feedback z. B. zu jeder Unterrichtseinheit oder nach jeder Klassenarbeit durchgeführt wird, wird gemeinsam mit den Schülern an der Tafel gesammelt, was in dieser Einheit geschehen ist. Damit wird vermieden, dass beim Feedback nur ein kleiner Ausschnitt berücksichtigt wird. Stattdessen wird ein Gesamtüberblick über die Einheit geschaffen. Da das Feedback immer gegenseitig ist, beteiligt sich auch der Lehrer. Dies kann z.b. dadurch geschehen, dass er mit seinem Feedback an die Klasse beginnt. Somit gibt er ein Beispiel für Feedback. Im Anschluss formuliert der Lehrer eine oder mehrere konkrete Fragen, zu denen das Feedback geäußert wird. Jeder in der Klasse, der nun ein Feedback geben möchte, schreibt zunächst auf ein Blatt Papier seinen Namen und erst im Anschluss das Feedback. Nachdem jeder Schüler sein Blatt Papier mit einem Klebestreifen an die Wand geklebt hat, geht er durch den Raum, um die Äußerungen der Mitschüler zu lesen. Wenn ihm eine Äußerung eines Mitschülers persönlich gut gefällt und er ihr zustimmt, schreibt er seinen Namen zu der Äußerung dazu. Durch den Namen wird das Feedback zu einer Art Selbstoffenbarung.

4 Die Blätter werden im Nachhinein vom Lehrer eingesammelt. In der nächsten Stunde können von ihm verschiedene Aspekte, die genannt wurden, im Plenum angesprochen werden. Er kann auch, da die Blätter mit Namen versehen sind, einzelne Personen direkt ansprechen, um z.b. konkrete Rückfragen zu stellen. Kritik sollte wertgeschätzt werden, da es für den Kritik-Geber auch nicht immer einfach ist Kritik zu äußern. Weitere Möglichkeiten zum Feedback Nonverbales Anzeigen Neben dieser Art des Feedbackgebens gibt es noch weitere Möglichkeiten, z.b. nonverbal durch das Aufzeigen des Daumens. Für die verschiedenen Stellungen des Daumens werden unterschiedliche Antwortabstufungen auf die Frage des Lehrers festgelegt. Nachdem der Lehrer seine Frage gestellt hat, zeigen die Schüler durch ihren Daumen an, für welche Antwort sie sich entschieden haben. Diese Art bietet sich zum einen besonders bei Fragen an, deren Antwortmöglichkeiten eine Tendenz enthalten, z.b. Seid ihr noch aufnahmebereit für neue Inhalte? oder Hat euch diese Übung gefallen?. Zum anderen bietet sie sich an, um kurz und knapp einen Überblick zu gewinnen. Passend/ unpassend - Zettel Eine weitere Alternative dazu ist die Methode des passend/unpassend Zettel. Wenn sie allerdings nicht den Anspruch auf Objektivität erhebt und sie als Möglichkeit wahrgenommen wird, in die Wirklichkeit der Schüler Einblicke zu erhalten, ist sie eine Variante des Feedbacks. Bei dieser Methode schreiben die

5 Schüler auf ihren passend/unpassend Zettel ihr Feedback, der im Nachhinein vom Lehrer eingesammelt wird. Abb.: passend/ unpassend Zettel für das Feedback.

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