Die Schönheit des Alters

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1 Ausgabe 02/2014 IN DIESER AUSGABE: Zeitung Die Schönheit des Alters Es gibt Schönheit, die sich nicht über Modelmaße definiert, der auch graue Haare nichts anhaben können. Die, selbst wenn sich das Leben in Form von Falten ins Gesicht geschrieben hat, von innen über die Augen nach außen strahlt. Und damit auf andere wirkt und attraktiv macht Seite 20 Mark Mast Der Dirigent der Bayerischen Philharmonie feiert in diesem Jahr 20-jähriges Jubiläum. Was er noch alles vor hat, erzählte er uns exklusiv im Interview. Seite 4 Das Team von Lichtblick stellt sich vor Machen Sie sich ein Bild von den Mitarbeiterinnen des Vereins. Seite 9 Hallo Ober! Hallo Gast! Was ist eigentlich guter Service? Autorin Susanne Wess ist der Sache auf den Grund gegangen. Seite 13 Das älteste Wirtshaus Bayerns Autor Christian Sturm hat die Wirtschaft Zum Peiß im Dachauer Hinterland besucht und danach viel zu erzählen gehabt. IN EIGENER SACHE Es gibt eine wachsende Zahl von Mitbürgern, deren Rente trotz langjähriger Arbeit einfach zu gering ausfällt, um damit im Alter auszukommen. Wegen fehlender finanzieller Mittel sind sie von permanentem Mangel, Einsamkeit und den weiteren Folgen der Armut bedroht. Diesen Menschen reicht Lichtblick Seniorenhilfe e.v. helfend die Hand. Der Verein wurde 2003 von Lydia Staltner, 1. Vorsitzende, gegründet. Ziel ist es, möglichst vielen bedürftigen Rentnerinnen und Rentnern, die aus finanziellen Gründen Not leiden müssen, schnell und unbürokratisch Hilfe sowie dauerhafte Unterstützung zu bieten unterstützte der Verein rund Bedürftige in München, Bayern und ganz Deutschland auf vielfältigste Weise: von der finanziellen Soforthilfe über Patenschaften bis hin zur Teilnahme an regelmäßigen Veranstaltungen. Der Verein möchte ein Lichtblick für alle Senioren sein, die in Not geraten sind. Er erhält keinerlei staatliche Mittel und finanziert seine Arbeit ausschließlich über Spenden. Die Hose lag im Schaufenster einer Boutique. Eine ganz besondere Hose. Eine, die Waltraud Sonnenburg an ihre Jahre in Paris erinnerten. Damals, Anfang der 60-er Jahre, waren sie in Mode gewesen, und sie hatte sie geliebt. Ich musste die Hose unbedingt haben! Auch wenn sie, gemessen an meinem Gehalt, unglaublich teuer war, erinnert sich Waltraud Sonnenburg. Ein paar Tage später sah sie auf der Straße ein junges Mädchen mit derselben Hose. Für Waltraud Sonnenburg ein Schlüsselerlebnis. Sie erkannte, dass der Hosenkauf nur ein nostalgischer Ausflug in die Vergangenheit gewesen war. Ich wollte mich nicht mit Jugendlichkeit überdecken. Beim Blick in das Gesicht des Mädchens begriff ich, dass ich die Schönheit aus jungen Jahren nicht mit Kleidern oder Accessoires zurückholen konnte. Kurzerhand brachte sie das Kleidungsstück in einen Secondhandladen. Mit diesem Schritt nahm sie sich so an, wie sie war. Eine Frau Mitte 50, mit Falten und dünner werdendem Haar. Falsche Vorstellungen Um der eigenen Idealvorstellung von Schönheit so nah wie möglich zu kommen, haben sich im Jahr 2011 rund Menschen, mehrheitlich Frauen, einer Schönheitsoperation unterzogen. Hinzu kommen fast Faltenunterspritzungen mit Botulinumtoxin, Hyaluronsäure und anderen Präparaten. Doch die meisten verfolgen ihren Wunsch, attraktiv auszusehen, nach wie vor mit eher traditionellen Mitteln. Sie vertrauen auf Hautcremes und unterschiedliche Gesichtsmassagen, treiben Sport und ernähren sich gesund, betreiben Trinkwasser-Heilkuren und setzen auf Ayurveda-Anwendungen. Klingt gut, beschreibt aber nur die halbe Wahrheit. Keine noch so ausgewogene Diät hebt nach unten hängende Mundwinkel an. Und eine Extradosis Amelie Fried, 55 Moderatorin und Schriftstellerin Schönheit hat für mich viel mit Authentizität zu tun. Menschen, die in sich ruhen und sie selbst sind, strahlen etwas Besonderes aus. Ich finde es wichtig, sich mit dem eigenen Älterwerden zu versöhnen und nicht gegen Dinge anzukämpfen, die ohnehin nicht zu ändern sind. Sich gesund zu ernähren, sich zu bewegen und zu pflegen ist wichtig. Aber mit Falten zu hadern, ist sinnlos und kostet Lebensenergie, die wir lieber für Wichtigeres einsetzen sollten! Foto: Annette Hornischer Vitamin A ist kein Ersatz für ein erfülltes Leben. Wer einmal in ein junges aber trauriges Gesicht geschaut hat, weiß, dass wahre Schönheit einen anderen Nährboden braucht. Waltraud Sonnenburg akzeptierte nicht nur, dass sich jugendliche Schönheit nicht auf Dauer konservieren lässt, sondern begriff, dass an ihre Stelle etwas rückt, das tiefer reicht. Eine Erkenntnis, die sie erleichterte, ja geradezu befreite: Als ich jünger war, wollte ich unbedingt jede Mode mitmachen, habe mich wie Brigitte Bardot geschminkt. Ich wollte auffallen, um geliebt zu werden, und wusste selbst nicht, wer ich bin. Innerer Reichtum ersetzt jugendliche Schönheit Also machte sie sich auf den Weg, herauszufinden, wer sie wirklich ist. Ich erlaubte mir endlich, nicht mehr in der ersten Reihe stehen zu müssen. Es war so entspannend, nicht mehr über äußerliche Attraktivität auf andere Menschen wirken zu wollen. Mit der neuen Gelassenheit und dem Mut, zu sich zu stehen, entdeckte Waltraud ihre Kreativität. Seit mehr als zehn Jahren besucht sie schon einen Lyrikkurs an der VHS Karlsruhe. Die Badenerin malt und gestaltet Collagen. Mit ihren Werken nimmt sie an Lesungen und Ausstellungen teil. Auch das Zwischenmenschliche gewann im Laufe der Jahre immer mehr an Wert. Als Frau Sonnenburg vor fünf Jahren in den Ruhestand ging, hat sie bewusst entschieden, die Beziehungen zu ihren Nachbarn zu vertiefen. Die meisten meiner Nachbarn haben das dankbar aufgenommen. Nun helfen und stützen wir uns gegenseitig, ohne dass wir ständig zusammenglucken und Kaffee trinken. Das wäre ihr dann doch zu nah. Waltraud Sonnenburg sitzt an ihrem Esstisch und strahlt Ruhe und innere Zufriedenheit aus. Die Gelas- Christine Kaufmann, 69 Schauspielerin und Buchautorin ( Lebenslust, Nymphenburger Verlag) Man kann das Leben mit dem Alter wie eine Sanduhr betrachten: Entweder blickt man darauf, dass der Sand oben weniger oder aber darauf, dass er unten mehr wird. Ich fühle mich jünger, erotischer, gelassener denn je. Das Alter zu akzeptieren heißt nicht, sich gehen zu lassen. Für mich ist eine vegetarische, vitaminreiche Ernährung ebenso wichtig wie tägliche Gymnastik und regelmäßige Darmentschlackung. Ein sauberer Körper ist ein gesunder Körper. Für den Geist gilt es, offen, neugierig zu bleiben. Ich zum Beispiel schwöre auf afrikanischen Tanz. Ich werde noch mit 70 in Tanzclubs gehen. Sich mit Wollust zu bewegen das macht schön. Foto: Hans-Günther Kaufmann Erika Pluhar, 75 Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin Schönheit ist ein oft missbrauchtes Wort, für mich ebenso behutsam zu nutzen wie das Wort Glück. Wenn nun im Alter Schönheit zu finden ist, dann sicher nicht auf die uns medial und konsumhörig aufgezwungene Weise. Schön ist, wenn man im Alter gesund sein darf, sowohl körperlich als auch geistig. Schön ist, wenn man im Alter Gelassenheit gefunden hat und sich am Gegenwärtigen erfreuen kann. Schön ist vor allem, wenn man sein Alter bejahen kann und es nicht nur beklagt. Und wenn man bereit ist, Abschiede zu akzeptieren. Auch den eigenen, der immer absehbarer wird. Wenn man mit seinem erreichten Lebensalter übereinstimmt, ist Alter schön. Schön ist immer das, was stimmt. Foto: Erika Pluhar Ausstrahlung und Charisma das Geheimnis ewiger Schönheit Foto: Fotolia senheit im Umgang mit sich selbst, lässt sie weich wirken. Ihr Leben ist erfüllt und reich. All das kann man an ihrem Gesicht ablesen. Selbstbewusstsein stärken Trotzdem will sie auch von außen ein bisschen nachhelfen, und geht daher regelmäßig joggen und macht Gymnastik. Mit Stolz in den Augen steht sie vom Esstisch auf und vollführt in ihrem Wohnzimmer beeindruckend tief gehende Kniebeugen. Mir ist wichtig, mein Inneres zu pflegen. Mit Schreiben und Malen meine Seele zu nähren und aktiv am Leben teilzunehmen. Aber genauso wichtig ist es mir, den Rollator so lange wie möglich zu vermeiden. Es schaut einfach nicht so gut aus, wenn man so gebeugt ein Wägelchen vor sich herschiebt. Dann sieht man wirklich alt aus. Sagt s und hat dabei ein ebenso entschlossenes wie bezauberndes Lächeln im Gesicht. n BS WAS IST FÜR SIE SCHÖNHEIT IM ALTER? LICHTBLICK FRAGTE PROMINENTE

2 2 SCHWERPUNKT -Zeitung 2/2014 EDITORIAL Zur Kasse, bitte! Tagtäglich wird Lichtblick Seniorenhilfe e.v. mit dem Thema Zuzahlungen zur gesetzlichen Krankenversicherung konfrontiert. Kosten, die von den Kassen nicht übernommen werden, können von den Bedürftigen nicht gezahlt werden und bedrohen sogar ihre Existenz und Gesundheit Mit dem geplanten Reformstart Anfang 2015 soll der Beitragssatz für alle Krankenkassen von 15,5 auf 14,6 Prozent sinken, so die Bundesregierung. Ein Sonderbeitrag von 0,9 Prozent zulasten der Kassenmitglieder soll entfallen. Stattdessen sollen die Kassen Zusatzbeiträge nehmen können, die vom Einkommen abhängig sein werden. Mittelfristig werden dadurch höhere Beiträge auf Millionen Versicherte zukommen. Hinzu kommen die gesetzlich geregelten Zuzahlungen. Für Geringverdiener und Rentner sind die zusätzlichen Kosten oftmals kaum zu stemmen. Ein Überblick über das Ausmaß: Interview mit Matthias Schmid, AOK Bayern Foto: AOK Bayern Liebe Leserinnen und Leser, können Sie sich an ihr letztes Dankeschön erinnern? Merci, Grazie oder ganz gleich in welcher Sprache. Einfach ein Danke wissen Sie s noch? Mitunter erinnert mich heute das Leben in meiner Stadt an eine oberflächliche Welt. Einen Großstadtdschungel voll von Egomanen, Einzelkämpfern und Individualisten, in der nur der gewinnt, der die Ellbogen am weitesten ausfährt. Frei vom Gefühl für das Miteinander, von Manieren und dem einfachen Satz Bitte nach Ihnen oder einem Guten Tag im Fahrstuhl anstatt unhöflichen Schweigens. Das mag altmodisch klingen, aber mich ärgert es mittlerweile, wenn ich in einem vollen Bus mitansehen muss, wie junge Leut einfach auf dem Sitzplatz sitzen bleiben, während ältere Frauen mit einem Rollator stehen müssen. Es macht mich wütend, wenn ich wild gewordenen Radlfahrern auf dem Bürgersteig ausweichen muss, obwohl diese nichts auf dem Gehweg zu suchen haben. Tür aufhalten passé, ein nettes Wort für den älteren Menschen, der nicht mehr so mobil ist, eine Hilfestellung, wenn s schwierig wird oft leider nur ein Wunschtraum. Genauso selten geworden ist der Kellner, der den Gästen in den Mantel hilft, die Verkäuferin, die wirklich noch beraten will oder der Taxifahrer, der anstatt den Musikregler laut aufzudrehen erst einmal fragt, ob der Fahrgast es lieber ruhig mag. Der Werteverfall ist schleichend, und wir sehen ihm tatenlos zu. Wen kümmert es schon, wenn die Leut mit Bierflasche nebst Zigarette in der Straßenbahn hocken und andere Fahrgäste anpöbeln? Kaum jemand. Häufig genug scheint sich jeder selbst der Nächste zu sein. Dabei machen gerade Moral, Wertevorstellungen, ein pfleglicher, zuvorkommender Umgang unser Zusammenleben zu dem, was es ist: eine funktionierende, zivile Gemeinschaft. Einer achtet auf den anderen, einer schaut auf den nächsten. Das klingt pathetisch und ein wenig weltfremd und ist doch wahr! Misch dich dort ein, wo du etwas tun kannst! Und wenn du nur aufstehst, um dem älteren Menschen den eigenen Sitzplatz anzubieten. Vielleicht sollte man den Schulunterricht auch wieder dazu nutzen, neben komplizierter Mathematikformeln Grundregeln menschlichen Zusammenseins einzuüben. Auf den Lehrplan gehört auch ein Dankeschön und ein Bitte nach Ihnen. n Verschreibungspflichtige Arznei- und Verbandmittel Zuzahlung von 10 Prozent des Preises, jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Mittel. Die Zuzahlung ist begrenzt auf die tatsächlichen Kosten des jeweiligen Mittels. n Heilmittel und häusliche Krankenpflege Zuzahlung von 10 Prozent der Kosten des Mittels bzw. der Leistung zzzüglich 10 Euro je Verordnung (bei häuslicher Krankenpflege auf 28 Tage pro Kalenderjahr begrenzt). Wenn z.b. auf einem Rezept sechs Massagen verordnet werden, beträgt die Zuzahlung 10 Euro für diese Verordnung und zusätzlich 10 Prozent der Massagekosten. n Hilfsmittel Zuzahlung von 10 Prozent für jedes Hilfsmittel (z.b. Hörgerät, Rollstuhl), jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro. In jedem Fall nicht mehr als die Kosten des Mittels. Ausnahmen bilden Hilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind (z.b. Inkontinenzhilfen): Zuzahlug von 10 Prozent je Verbrauchseinheit, maximal 10 Euro pro Monat. n Krankenhausaufenthalt Zuzahlung von 10 Euro pro Tag, aber begrenzt auf maximal 28 Tage pro Kalenderjahr. n Stationäre Vorsorge und Rehabilitation Zuzahlung von 10 Euro pro Tag, bei Anschlussheilbehandlungen begrenzt auf 28 Tage. Tage für vorhergehende Krankenhausaufenthalte werden bei Anschlussheilbehandlungen mit angerechnet. n Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel werden von den gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich nicht mehr erstattet. Ausnahmen: Bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen, wenn solche Arzneimittel zum Therapiestandard gehören sowie bei Kindern bis zum 12. Lebensjahr. Dabei fällt eine Zuzahlung von 10 Prozent des Preises, mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Arzneimittel an. In jedem Fall nicht mehr als die Kosten des Medikaments. n Lifestyle-Präparate Arzneimittel, die überwiegend der Verbesserung der privaten Lebensführung dienen (z.b. Viagra), werden nicht mehr erstattet. n Soziotherapie, Haushaltshilfe Zuzahlung von 10 Euro pro Tag, jedoch höchstens 10 Euro und mindestens 5 Euro. n Fahrkosten Fahrkosten zur ambulanten Behandlung werden grundsätzlich nicht mehr von der Krankenkasse übernommen. Bei genehmigten Fahrkosten müssen 10 Prozent, aber höchstens 10 Euro und mindestens 5 Euro pro Fahrt zugezahlt werden. Die Zuzahlung ist begrenzt auf die tatsächlich entstandenen Fahrkosten. Ausnahmen sind zwingende medizinische Gründe. Hier kann die Krankenkasse in besonderen Fällen eine Genehmigung erteilen und Fahrkosten übernehmen. Im Übrigen übernimmt die Krankenkasse die Fahrkosten bei Leistungen, die stationär erbracht werden, Rettungsfahrten zum Krankenhaus auch ohne stationäre Behandlung, Krankentransporten mit aus medizinischen Gründen notwendiger fachlicher Betreuung oder in einem Krankenkraftwagen, Fahrten zu einer ambulanten Behandlung sowie bei Fahrten zu einer vor- oder nachstationären Behandlung oder einer ambulanten Opera- tion im Krankenhaus, wenn dadurch eine an sich gebotene stationäre oder teilstationäre Krankenhausbehandlung vermieden oder verkürzt wird. n Sehhilfen, Brillen Grundsätzlich übernehmen Krankenkassen keinen Zuschuss mehr. Ein Leistungsanspruch besteht weiterhin für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sowie für schwer sehbeeinträchtigte Menschen. n Sterbegeld, Entbindungsgeld Wurden 2004 komplett aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gestrichen. n Zahnersatz Seit dem 1. Januar 2005 zahlen Krankenkassen Festzuschüsse zu den Kosten von Zahnersatz. Die Zuzahlung orientiert sich am Befund, nicht an der Versorgungsart. Die Höhe des Festzuschusses entspricht etwa 50 Prozent der Kosten der sogenannten Standardtherapie. Darunter fallen aber nicht z. B. teure Implantate! Wer regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen geht und sein Bonusheft führt, erhöht seinen Festzuschuss: Bei 5 Jahren lückenloser Führung um 20 Prozent und bei 10 Jahren um 30 Prozent. Oftmals gibt es bei einer professionellen Zahnreinigung einen Zuschuss von der Krankenkasse. n Kuren Alle 4 Jahre kann für ca. 3 Wochen eine ambulante Kur bewilligt werden, sofern sie notwendig ist, um einer drohenden Behinderung vorzubeugen, eine Behinderung zu beseitigen, zu bessern oder eine Verschlimmerung zu verhüten. Dabei werden die Arzt- und Behandlungskosten voll übernommen; für Unterbringung und Verpflegung können Zuschüsse gewährt werden. n SB LICHTBLICK: Viele unserer Rentnerinnen und Rentner leben am Existenzminimum. Zuzahlungen zu Behandlungen etc. können oft nicht gezahlt werden. Wann, wie und wo kann eine Befreiung beantragt werden? Matthias Schmid: Alle Versicherten haben eine Zuzahlung bis zu einer individuellen Belastungsgrenze zu leisten. Diese beträgt zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen des Familienhaushalts abzgl. bestimmter Freibeträge für Ehegatten/ Lebenspartner und Kinder. Bei schwerwiegend chronischen Erkrankungen ist die Belastungsgrenze auf ein Prozent reduziert, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Werden diese Grenzen im Laufe eines Kalenderjahres überschritten, stellt die Krankenkasse dem Versicherten eine Befreiungsbescheinigung aus, sodass für den Rest des Jahres keine Zuzahlungen mehr geleistet werden müssen. Den Antrag können Versicherte in den örtlichen Beratungsstellen, telefonisch, online oder per bei ihrer Krankenkasse anfordern. Viele Krankenkassen machen ihren Versicherten, meist am Jahresende, ein Angebot zur Befreiung von Zuzahlungen für das Folgejahr. Dann müssen sie in dieser Zeit keine Belege sammeln. Es bleibt den Versicherten überlassen, ob sie dieses Angebot nutzen möchten. Auch hier errechnet sich der Betrag aus dem voraussichtlichen jährlichen Bruttoeinkommen. Viele Bedürftige würden das Angebot zur Befreiung gern annehmen, können aber den einmaligen Betrag nicht zahlen. Was heißt das dann für sie? Dann müssen die Versicherten weiterhin ihre Zuzahlungen leisten und die Belege sammeln. Erst wenn die Belastungsgrenze erreicht ist, können wir sie für das laufende Jahr von den Zuzahlungen befreien. IMPRESSUM Die nächste Lichtblick-Zeitung erscheint am 1. September 2014 Herausgeber: Projekt Lichtblick GmbH Balanstr. 45, D München Telefon: 089 / Telefax: 089 / V.i.S.d.P.: Lydia Staltner Projektleitung: Sandra Bisping Grafik-Design: Heide Blut Mitarbeiter dieser Ausgabe: Herbert Barnehl, Monika A. Gimpel, Rotger Kindermann, Heike Pöhlmann, Marika Schärtl, Barbara Schlund, Rudolf Stürzer, Christian Sturm, Susanne Wess, Thomas Winzker, Susanne Wittlich, Eckart Witzigmann, Gisela Wunderskirchner, Sandra Zistl Ihre Lydia Staltner

3 -Zeitung 2/2014 ICH-MOMENTE 3 Noch einmal Pennäler sein: Schulbank 40plus Lang ist es her, dass ich Hausaufgaben machen musste oder Vokabeln gebüffelt habe. Jetzt bin ich 45, und es reizt mich, noch einmal die Schulbank zu drücken. Ich beschließe, mein Spanisch aufzufrischen, unter der südlichen Sonne Valencias. Was mich da wohl erwartet? Wie war das noch damals? Früh aufstehen, schnell einen Tee trinken, am Küchentisch die letzten Hausaufgaben hinkritzeln, und los, damit einen der Lehrer wegen Zuspätkommens bloß nicht auf dem Kieker hat. Als ich diese Situation zuletzt erlebt habe, war ich 18, jetzt bin ich 45 und merke, dass an meinem ersten Schultag die gleichen Gefühle und Befürchtungen in mir aufsteigen wie damals: Wie werden die Lehrer sein? Sind die Mitschüler sympathisch? Ist der Stundenplan zu eng und packe ich das alles überhaupt? Ich habe nämlich gut 25 Jahre nach meinem Abitur und etwa 20 Berufsjahren beschlossen, noch einmal Schülerin zu sein. Ich möble meine rudimentären Spanischkenntnisse auf, hier in Valencia, wo es nicht nur für ganz junge Leute, sondern auch für meine Altersgruppe Sprachkurse gibt. Fast so nervös wie damals mit der Schultüte Am ersten Tag klingelt der Wecker um halb acht für einen eingefleischten Freiberufler wie mich eine nachtschlafende Zeit. Bewaffnet mit einem Vokabelheft und einem kleinen Wörterbuch trete ich um halb neun in meiner Spanischschule in der wunderschönen Altstadt von Valencia an. Ein Glück, dass es hier rundherum viele Cafés, Bäckereien und kleine Imbissläden gibt, denn Zeit zum Frühstücken hatte ich heute Morgen nicht. Die Schule erinnert mich Gottseidank keineswegs an den früheren Mief meines Gymnasiums. Alles leuchtet in bunten Farben, jedes Klassenzimmer ist anders gestaltet, und und die Schüler sitzen nicht an Schulbänken, sondern einfach an einem farbigen Konferenztisch im Kreis. Und, ja klar, das gab s früher noch nicht: im Aufenthaltsraum stehen fünf Computer mit Internetanschluss, an der Wand klebt ein Plakat mit dem Passwort fürs WLAN. Das nenne ich Lernen 2.0. Und ich bin schon ein wenig erleichtert, als ich den einen oder anderen Herrn mit grauen Schläfen entdecke, der allem Anschein nach kein Lehrer ist. Auch in meiner Klasse, Wissensstufe 4 von 7, scheine ich nicht die Älteste zu sein: Da sind immerhin noch Andreas, ein Architekt aus Wien um die 50, Ibrahim aus Ägypten, Mitte 40, und der Mittdreißiger Johan aus London, der sich auch in etwa in unsere Altersgruppe einreiht. Alles andere ist Junggemüse mit Partyringen unter den Augen und schicken neonfarbenen Sonnenbrillen im Haar. Google statt Gehirnschmalz Foto: Freddy Leitner Lehrerin Ana (re.) bringt ihren Schülern (li. Susanne Wess) mit Geduld und Enthusiasmus die manchmal komplizierte spanische Grammatik nahe Die erste Lehrerin des Tages heißt Ana und ist 27: Sie könnte also rein theoretisch meine Tochter sein. Ist schon ein eigenartiges Gefühl. Brav stellt sich jeder von uns vor, natürlich auf Spanisch, und ich bin durchaus aufgeregt, als ich an der Reihe bin fast so als gäbe es hier Noten wie damals, als man an die Tafel gerufen wurde, um irgendein lateinisches Verb zu konjugieren. Aber Ana ist netter als die Lateinlehrerin von damals. Und wenn man mal eine Vokabel nicht weiß, hilft der Internet- Terminal an der Wand oder natürlich die Suche auf dem Handy. Willkommen in der Schul-Moderne. Nun geht es ans Eingemachte: Grammatikformulare ausfüllen, Konversation betreiben, Anas Erklärungen zu idiomatischen Wendungen und zur Verwendung des Futurs lauschen. Ja, das alles will ich lernen, doch ich merke, wie ich nach exakten eineinhalb Stunden anfange, auf die Uhr zu schauen und die Pausenglocke herbeisehne. Auch daran hat sich nichts geändert und das, obwohl ich doch freiwillig hier bin. Trotz Computer, Handy und Internet erinnert mich vieles an früher: die Federmäppchen der Schüler, die Radiergummis, die wir noch Ratzefummel nannten,das heimliche Schreiben von Nachrichten unter der Schulbank nur eben jetzt in Form von SMS. Ich freue mich über den Schwatz mit meinen jungen Mitschülern und finde es auch nicht besonders schlimm, dass ich mir den spanischen Ausdruck für Schulbank auch nach der dritten Wiederholung nicht merken kann. Es hat sich halt im Laufe von 45 Jahren so einiges an Infos im Gehirn angesammelt. Das führt manchmal zu Überlastung. Aber als es schließlich heißt: Als Hausaufgabe schreibt ihr morgen euer schönstes Ferienerlebnis auf Spanisch auf, freue ich mich richtig darauf. Ich setze mich in ein Straßencafé und schreibe: Mein schönstes Ferienerlebnis hatte ich vor Kurzem, als ich noch einmal in Spanien zur Schule ging... n SW Foto: Freddy Leitner Die Unterrichtsräume: Bunte Farben und großzügige Einrichtung sorgen für eine lockere Atmosphäre F.E.D.E.L.E COMUNIDAD VALENCIANA Kontakt: F.E.D.E.L.E (Federación española de Escuelas De Español como Lengua Extranjera / Spanish federation of Spanish language schools for foreigners) Zu dieser 2002 gegründeten, übergeordneten Organisation gehören 90 Schulen in Valencia, Castellón, Alicante und Denia, die den Teilnehmern nicht nur die Sprache, sondern auch Kultur, Land und Leute näherbringen. Alle Mitglieder dieser Organisation sind beim Istituto Cervantes mit seinen hohen Qualitätsstandards registriert. Die Schulen von F.E.D.E.L.E bieten nicht nur reguläre Kurse und Intensivunterricht an, sondern zu bestimmten Daten auch Kurse für Erwachsene mittleren Alters unter dem Titel Spanisch lernen 30/40 plus. Neben dem Unterricht offerieren etwa die Schulen in Valencia zudem ein weitreichendes Angebot zur Freizeitgestaltung wie etwa Kochkurse, Salsa- oder Flamencogitarrenunterricht, Ausflüge an den Stadtstrand Malvarrosa, zu den umliegenden Reisfeldern in der Albufera oder in die Berge sowie gemeinsame Paella- und Tapasabende. Sogar ein zweiwöchiges Abonnement in einem Fitnessstudio kann über die Schule gebucht werden. Und natürlich kümmert sich Direktor Fernando mit seinem Team auch gern um die Unterkunft seiner Schüler egal ob Unterbringung in einer spanischen Familie, eigenes Apartment, Bed & Breakfast, Hotelzimmer oder eine Wohnung mit Gleichgesinnten. Für Spaß a la española ist Wunsch jedenfalls stets gesorgt. Kursbeginn, auch für die Erwachsenenkurse, ist jeden Montag, wobei vorab ein Einstufungstest in schriftlicher und mündlicher Form erfolgt. Weitere Informationen über Valencia und den Sprachunterricht unter: und

4 4 WIR ÜBER UNS -Zeitung 2/2014 Gemeinsam etwas bewegen und anderen helfen das ist unser Motto. Mit viel Freude und großem Engagement sorgen wir tagtäglich dafür, dass den Rentnerinnen und Rentnern, die in Not geraten sind und dringend Hilfe benötigen, schnell geholfen wird. Wir haben immer ein offenes Ohr, und auch die Tür in unserem Ladenbüro in der Balanstraße in München steht Ihnen zu den Bürozeiten immer offen. Gibt es etwas Besonderes zu besprechen oder wird Hilfe beim Ausfüllen des Antrags benötigt, bitten wir darum, einen Termin zu vereinbaren, damit wir uns ausreichend Zeit nehmen können. Das Lichtblick-Team stellt sich vor Lydia Staltner Durch diesen Verein habe ich das erste Mal in meinem Leben wirkliches Glück fühlen dürfen. Denn wer anderen Menschen eine Freude bereitet, ist zufrieden und glücklich. Monika Gimpel Als Seniorenbeauftragte bin ich immer am Puls unserer RentnerInnen und kenne ihre Sorgen und Nöte. Zu unserer Lebensaufgabe gehört es, diesen Menschen Respekt zu zollen, ein würdevolles Leben im Alter zu ermöglichen und sie aus der Isolation und Einsamkeit zu holen. Jelica Komljenovic Seit vier Jahren gehöre ich nun schon zum Team von Lichtblick. Mir liegt es sehr am Herzen, den SeniorInnen schnell und unbürokratisch zu helfen. Der Dank, beispielsweise ein Lächeln, bedeutet mir mehr als tausend Worte. Sandra Bisping Nach jahrelanger Tätigkeit in der Medienbranche freue ich mich sehr, nun Menschen helfen zu können, denen es nicht so gut geht. Anderen einen Lichtblick zu schenken macht einfach glücklich, zufrieden und motiviert mich jeden Tag aufs Neue. Einfach eine geniale Idee von Lydia Staltner. Rosina Bauer Arm, alt und allein. Wo andere wegschauen, packen wir an. Es ist mir ein Bedürfnis, mich um ältere Menschen zu kümmern, die im Alter finanziell so eingeschränkt sind, dass ihnen die Lebensfreude fehlt. Mit unserer Arbeit schenken wir ihnen neuen Lebensmut und Selbstachtung. Das macht mich glücklich! Sonja Pejhan Lichtblick ist ein Lichtblick für ältere Menschen, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Sie haben unser Land aufgebaut und deswegen unsere Unterstützung mehr als verdient. Jetzt sind wir dran, ihnen etwas zurückzugeben. Geben und Nehmen sollte niemals in Vergessenheit geraten. Brigitte Grung Mir geht es gut, weil diese älteren Menschen in die Hände gespuckt und unser Land aufgebaut haben. Zu sehen, wie viele dieser Rentnerinnen und Rentner am Existenzminimum leben, ohne Würde und Perspektive, hat mich motiviert, bei Lichtblick mitzuarbeiten. Diesen Menschen das Gefühl zu geben Ihr gehört zu uns, Ihr seid uns wichtig, ist mir eine Herzensangelegenheit. Einfach genießen und Gutes tun... gibt s ein schöneres Rezept zum Glücklichsein, ja, zum Menschsein? Ich denke nicht, so Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender der REWE Group. Schwerpunkte der Unternehmensphilosophie sind die besondere Verantwortung für den Schutz der Umwelt, den fairen Umgang mit Mitarbeitern und Partnern sowie für die Gesellschaft insgesamt. Vor diesem Hintergrund entstand das Charity-Kochbuch Foto: REWE Group n Lichtblick: Herr Caparros, was haben Sie gedacht, als man Ihnen zum ersten Mal die Idee mit dem Charity-Kochbuch für den Verein Lichtblick Seniorenhilfe vorgestellt hat? Alain Caparros: Ich habe in den vergangenen 30 Jahren in meiner beruflichen Laufbahn eine Menge Sachen gemacht. Aber ein Kochbuch für den guten Zweck war auch für mich eine Premiere. Dass der Verein Lichtblick Seniorenhilfe die REWE Group gefragt hat, ob wir gemeinsam dieses Charity-Projekt realisieren können, war eine super Idee der Vorsitzenden Lydia Staltner. n Was hat Sie an Lichtblick Seniorenhilfe e.v. so beeindruckt? Der Verein macht auf ein riesiges Problem in Deutschland aufmerksam, das leider in Zukunft noch viel größer werden wird: Menschen haben ein Leben lang gearbeitet bekommen Rente und sind trotzdem arm. Das ist leider eine traurige, bittere Realität. Lichtblick Seniorenhilfe e.v. sorgt dafür, dass bedürftigen Rentnern geholfen wird. Und mit jedem Euro, der als Erlös beim Verkauf des Kochbuchs dem Verein zufließt, kann weiter geholfen werden. Wir als REWE Group unterstützen das Projekt nur allzu gern. n Wie genau sieht die Kooperation aus? Der REWE Verlag in Köln hat die Produktion des Kochbuchs übernommen. Bisher wurden gut Exemplare bundesweit in REWE-Supermärkten verkauft, die restlichen Bücher veräußern Lichtblick und wir über spezielle Internet-Links auf unseren Homepages. On top spenden wir rund Euro an den Verein. Aber vielleicht ist das alles nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein wie man in Deutschland sagt. Doch selbst dann wünsche ich mir, dass wir mit dieser Aktion und dem Kochbuch ein Vorbild sein können. Ein Vorbild, das anderen den Anstoß gibt, sich ebenfalls gegen die Altersarmut in Deutschland zu engagieren. n Alain Caparros Vorstandsvorsitzender REWE Group

5 -Zeitung 2/2014 LICHTBLICK-AKTIV 5 Hier waren WIR aktiv Ein offenes Ohr, Trost und natürlich auch die wichtige materielle Zuwendung: Einige Beispiele, wie dringend notwendig die Unterstützung von Lichtblick Seniorenhilfe e.v. gebraucht wird Lichtblick Seniorenhilfe e.v. unterstützt derzeit circa 4000 bedürftige Rentnerinnen und Rentner in ganz Deutschland. Unbürokratisch und innerhalb kürzester Zeit helfen wir beispielsweise bei Zuzahlungen von Medikamenten, Anschaffung einer neuen Matratze, neuer Schuhe oder mit einer monatlichen Patenschaft. Auch die kostenlose Teilnahme an den zahlreichen Veranstaltungen zaubert unseren Seniorinnen und Senioren stets ein Leuchten in die Augen. Aufgrund ihrer angespannten finanziellen Situation sind sie oft sehr einsam und von der Außenwelt abgeschnitten. Wenn auch Sie mit einer Spende einen Lichtblick schenken möchten, freuen wir uns sehr. Mit unserem kleinen Wegweiser kommt Ihre Spende immer sicher an. Richtig spenden so geht s SPENDENFORMEN Es bleibt natürlich Ihnen überlassen, ob Sie einmal oder regelmäßig spenden möchten, zum Beispiel in Form einer Patenschaft (35,00 Euro im Monat). ANGABEN Bitte teilen Sie uns auf Ihrer Überweisung bzw. Dauerauftrag Ihre vollständige Adresse mit, damit wir uns bei Ihnen bedanken und eine Spendenquittung zukommen lassen können. ÜBERWEISUNGSFORMEN Sie können sowohl unser Onlineformular auf für einen Lastschrifteinzug nutzen, als auch einen Überweisungsträger ausfüllen und an Ihre Bank weitergeben. Daueraufträge richten Sie am besten per Onlinebanking ein. Bitte geben Sie neben Ihrer Adresse die IBAN und BIC an. SPENDENQUITTUNG Das Finanzamt akzeptiert in der Regel einen Kontoauszug bei Spenden bis 200 Euro. Bei regemäßigen Spenden, wie beispielsweise einer Patenschaft, erhalten Sie zu Beginn des Folgejahres eine Sammelspenden-Quittung. Wichtig dafür ist, dass Sie bei der Überweisung Ihre Adresse angeben. BITTE SPENDEN SIE! SPARDA-BANK MÜNCHEN KTO BLZ IBAN: DE BIC: GENODEF1S04 STADTSPARKASSE MÜNCHEN KTO BLZ IBAN: DE BIC: SSKMDEMM Lichtblick Seniorenhilfe e.v. Balanstraße München Tel.: 089 / Fax: 089 / Hinweis: Diese Zeitung finanziert sich ausschließlich durch Anzeigen.

6 6 LICHTBLICK-AKTIV Vielen Dank, Lichtblick! Immer wieder erreichen uns zahlreiche Dankschreiben von Rentnerinnen und Rentnern. Sie bestärken uns in unserer Arbeit und motivieren uns jeden Tag aufs Neue, uns für sie einzusetzen. Gerne möchten wir Sie daran teilhaben lassen. Hier waren WIR aktiv Ein offenes Ohr, Trost und natürlich auch die wichtige materielle Zuwendung: Die Dankbarkeit unserer Seniorinnen und Senioren kennt keine Grenzen. -Zeitung 2/2014 Keine Mühe ist ihnen zu groß Ob gebastelt oder gemalt in liebevoller Handarbeit erreichen den Verein immer wieder zahlreiche Briefe und Karten, über die sich die Mitarbeiterinnen von Lichtblick riesig freuen Lichtblick im Fernsehen Am berichtete der BR in seiner Reportage Heute jung, morgen arm: Wovon im Alter leben? unter anderem über die Arbeit von Lichtblick Seniorenhilfe e.v. Die Resonanz war sehr groß zahlreiche Anträge auf Unterstützung gingen binnen kürzester Zeit bei Lichtblick ein Der Freistaat steht wirtschaftlich an der Spitze trotzdem sind in Bayern mehr Menschen von Altersarmut bedroht als in jedem anderen Bundesland. Die Renten liegen unter dem Bundesdurchschnitt, jeder Fünfte ab 65 Jahren in Bayern ist armutsgefährdet. Der Wohlstand ist gerade im Alter nicht gerecht verteilt. Junge Menschen werden bereits beim Einstieg in Ausbildung und Berufsleben mit dem Thema Rente konfrontiert spätestens aber, wenn die eigenen Eltern bedürftig werden. Wie blicken sie in die Zukunft? Wann macht es Sinn, mit der Altersvorsorge zu beginnen und welches Modell verspricht Sicherheit? Lohnt sich eine staatlich geförderte Vorsorge? Zum Beispiel die Riester-Rente: sinnvoller Rentenzusatz oder doch eher Mogelpackung? Gibt es Alternativen dazu? Moderator Rainer Maria Jilg sprach mit Rentnern in Bayern, für die Armut zum Alltag geworden ist. Auch die erwachsenen Kinder berichten, wie schwierig es ist, wenn die Eltern unter Altersarmut leiden. Der Moderator ließ Renten-Experten zu Wort kommen und suchte gemeinsam mit ihnen nach Lösungen zur drohenden Altersarmut. Monika Gimpel von Lichtblick e.v. betonte, dass die von Andrea Nahles (SPD) propagierte Mütterrente mit 63 eine absolute Nullrechnung ist. Beziehen Seniorinnen Grundsicherung, wird die Mütterrente davon abgezogen. Ihnen bleibt also Monika Gimpel im Gespräch mit BR- Moderator Rainer Maria Jilg Foto: Bayerischer Rundfunk genauso wenig wie zuvor. Leider wird darüber in der Politik nicht gesprochen. Dieser Beitrag hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig die Arbeit von Lichtblick Seniorenhilfe e.v. ist. Viele Bedürftige wandten sich aufgrund der Reportage an den Verein und baten um Unterstützung. n SB Wer die Sendung verpasst hat, kann sie sich jederzeit in der Mediathek unter anschauen.

7 -Zeitung 2/2014 LICHTBLICK-AKTIV 7 Starkes Engagement der Katholischen Frauengemeinschaft Ampermoching Nachhaltigkeit gewinnt in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung. Zu diesem Thema wird viel geforscht und an Informationen gesammelt. Für die 144 Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft Ampermoching (Kfd) ist Nachhaltigkeit einfach selbstverständlich und ein wichtiger sozialer Aspekt für ihr starkes persönliches Engagement in der Unterstützung von Senioren, die ein sehr geringes Einkommen haben Und so konnte die Kfd Ampermoching in ihrer Mitgliederversammlung auch in diesem Jahr wieder eine Spende in Höhe von 500 Euro an Lichtblick Seniorenhilfe e.v. übergeben. In der Wirtsstube des Gasthauses Zigldrum in Sulzrain informierte Monika A. Gimpel, Seniorenbeauftragte von Lichtblick Seniorenhilfe e.v. die Mitglieder über die wichtige Vereinsarbeit von Lichtblick und die einzelnen Projekte, insbesondere über die Aktion der Patenschaften für bedürftige Rentner. Es gab viele Fragen und eine große Anteilnahme der anwesenden Frauen der Kfd Ampermoching an dem schweren Lebensalltag vieler bedürftiger Senioren. Ein herzliches Vergelt s Gott an alle Mitglieder der Kfd Ampermoching (und an Frau Zigldrum für ihre Bewirtung mit selbst gebackenen Kuchen und Kiacherln. n MG Foto: Klaus Rabl Die Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Ampermoching Inge Lehner mit Käthe Reindl und Monika Gimpel, Seniorenbeauftragte Lichtblick Seniorenhilfe e.v. (v. l. nach r.) Mit unseren SeniorInnen UNTERWEGS Ein Stück Einsamkeit hinter sich lassen, etwas Neues sehen oder hören unter diesem Credo lädt Lichtblick Seniorenhilfe e.v. bedürftige Rentner zu kostenlosen Ausflügen, Museumsbesuchen, Konzerten oder anderen Events ein Carl Orffs Carmina Burana trifft auf Konstantin Weckers Carmina Bavariae Höhepunkt der diesjährigen»klangzeit«war für die 100 Senioren von Lichtblick Seniorenhilfe e.v. das Jubiläumskonzert in der Philharmonie im Gasteig. Hier traf Carl Orffs»Carmina Burana«in großer Chor- und Orchesterbesetzung unter Leitung und Dirigat von Mark Mast auf das annähernd gleich besetzte Werk»Carmina Bavariae«des Komponisten und Liedermachers Konstantin Wecker. Erstmals aufgeführt in der Philharmonie im Münchner Gasteig applaudierten die 2400 Zuhörer begeistert der so eindrucksvollen und gewaltigen Interpretation und Aufführung des berühmten Orff schen Symphoniewerkes Carmina Burana. Nach der Pause wurden unter Chefdirigent Mark Mast die»carmina Bavariae«von und mit Konstantin Wecker zur Aufführung gebracht. Wie der Münchner Liedermacher und Komponist erzählte, hatte er in den Siebzigerjahren Carl Orff zwei Jahre vor Orffs Tod einige Male persönlich getroffen. Bei einer seiner Begegnungen mit Carl Orff bat dieser ihn ans Klavier. Als Wecker fertig war, sagte Orff zu ihm:,komisch Klavier spuilst du. Du bist koa Schubert, koa Mozart. Du bist der Wecker. Darüber freut sich Wecker Komisch Klavier spuilst du. Du bist koa Schubert, koa Mozart. Du bist der Wecker noch heute, und er hatte damals nicht gedacht, dass sich mit seinem Werk Carmina Bavariae Weg und Werke von Carl Orff so bedeutend verbinden würden. Andreas Giebel präsentiere sich als der wahrhaftige Haberer im Lied Haberfeldtreiben! mit dem packenden Refrain Haberer, is wahr, auf solche wie die, da wart ma scho lang! Unter die Haut gehend war die Interpretation des Liedes Die Weiße Rose Mensch gib acht! Sophie Scholl, gestorben unter dem Fallbeil am 22. Februar 1943 in München-Stadelheim, wäre am Tag der Aufführung am 9. Mai 93 Jahre alt geworden! Mit seinem Lied Nur dafür lasst uns leben das soll dann alles gewesen sein zeigte Konstantin Wecker einmal mehr, dass er nicht nur ein großer Liedermacher und Komponist ist, vielmehr auch ein politischer Zeitgeist und bekennender Pazifist. Mit tosendem Applaus und Standing Ovations bedankte sich das Publikum bei ihm. Und wie eine Rentnerin sagte: Das war ein erfüllter Abend, an dem ich Trost verspürte, aber auch Hoffnung auf ein positives Umfeld. Es war ein musikalischer Hochgenuss und ein Abend, der noch lange in uns Lichtblicklern nachwirken wird. Unser herzlicher Dank geht in memoriam an Carl Orff und seine Schüler im 21. Jahrhundert: Mark Mast und Konstantin Wecker! n MG Pompeji Leben und Tanz auf dem Vulkan Begeistert folgten die Senioren von Lichtblick Seniorenhilfe der Führung durch die Ausstellung Pompeji Leben auf dem Vulkan in der Hypo-Kunsthalle. Foto: Fotolia Straße in Pompeji Die Ausgrabungen zeugen von einer einst großen Kultur Wie das Kuratoren-Team der Ausstellung bereits stolz ankündigte, zeigte diese phänomenale Ausstellung wirklich spektakuläre Exponate und einen anschaulichen Einblick in die faszinierende Kunst und Kultur sowie das damalige Lebensgefühl dieser Region um den Vesuv in den antiken Städten Pompeji und Herkulaneum. Man konnte sich förmlich hineinfühlen in diesen grauenvollen Tag im Jahr 79 n. Chr., als die Menschen durch den Ausbruch des Vesuvs so plötzlich bedroht wurden. Und als dann dieser große gewaltige Ascheregen und die Lava kamen, war es für eine Flucht zu spät. Campania felix hieß dieses Gebiet schon seit der Antike glückliches Kampanien. Wegen des fruchtbaren Bodens war es ein reicher Handelsplatz. Dank der Ausgrabungen zeugen die originalen Wandmalereien, Bronze- und Marmorskulpturen sowie Goldschmuck und Silbergeschirr und verschiedene Alltagsgegenstände noch von dieser ehemals großen Kultur. Der Vesuv ist auch heute noch ein lebender Vulkan und in seiner Region leben Millionen Menschen Gott sei Dank wissen wir heute sehr viel mehr über Vulkanausbrüche so Kurator Esra Dozio zur Aktualität des Themas Pompeji. n MG

8 8 LICHTBLICK-AKTIV -Zeitung 2/2014 Ein musikalischer Hochgenuss Frühlingsklänge in der Bayerischen Philharmonie Im März präsentierten das Münchner Jugendorchester und die Kinderphilharmonie München der Bayerischen Philharmonie pünktlich zum Frühjahrsbeginn ein neues gemeinsames Programm. Es wurden die Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Sinfonie Nr. 1 in Es-Dur, KV 16; von Giovanni Bottesini mit dem jungen Virtuosen Dominik Wagner am Kontrabass sowie das Werk von Igor Strawinsky, Pulcinella-Suite für Orchester mit dem Dirigenten Armando Merino aufgeführt. Dieser Abend war für unsere Senioren wieder ein Hochgenuss an klassischer Musik. n MG Kloster Benediktbeuern Ova burana artistica im historischen Kreuzgang Auch in diesem Jahr besuchten wir mit unseren Senioren wieder den Eier-Kunst-Markt im Historischen Kreuzgang des Klosters Benediktbeuern. Die»Ova burana artistica im Kreuzgang des Kosters ist für Kenner, Liebhaber und Interessierte schon längst kein Novum mehr. Dieser friedvolle und festliche Rahmen zusammen mit dem vielseitigen Ei-Kunsthandwerk internationaler Künstler verleihen der Ausstellung ihren ganz besonderen Charakter. Es gibt mannigfaltige Kunst am Ei zu bestaunen: seidenbestickte Eier, gedrexelte Eier mit Kerbschnitzerei, Eier mit Metallauflage, gebatikte Eier, Gebetseier, Wachsstöckleier mit Technik der Klosterarbeit und natürlich das rote Brauchtums-Ei. Lassen Sie sich verzaubern! Und wir waren wirklich alle verzaubert, und wie schon Augustinus konstatierte: Die Seele nährt sich von dem, woran sie sich erfreut. Es war für alle ein wunderschöner vorösterlicher Tag. n MG Klein, aber oho! Mozart s Die Zauberflöte im Taschenbuchformat Johannes Erkes, Musikdirektor der Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation Stiftung führte in der Allerheiligen Hofkirche der Residenz mittels seines Konzeptes Mozarts Zauberflöte so auf, dass die eingeladenen Senioren und Kinder, die große Oper sehr authentisch und nah im Kleinen hautnah erleben konnten: Das Streichquartett als Orchester und die fünf Sänger brachten alle wesentlichen Arien und Ensembles von Mozarts weltbekanntem Meisterwerk auf die Bühne. Das Publikum war von der lebendigen Moderation und der besonderen musikalischen Opernaufführung im festlichen Rahmen der Münchner Allerheiligen Hofkirche mehr als begeistert und freut sich schon heute auf eine weitere bekannte Oper im Taschenbuchformat. Im Stillen gewünscht wurden, z.b. Verdi`s Aida oder Bizet`s Carmen. n MG Foto: Oliver Rehbinder Mit unseren SeniorInnen UNTERWEGS Ein Stück Einsamkeit hinter sich lassen, etwas Neues sehen oder hören unter diesem Credo lädt Lichtblick Seniorenhilfe e.v. bedürftige Rentner zu kostenlosen Ausflügen, Museumsbesuchen, Konzerten oder anderen Events ein Und nicht vergessen ist der Auftritt von Toni Meggle im Fernsehen, in jenem legendären TV-Spot der Neunzigerjahre, in dem Marilyn Monroe ihm persönlich gestand, ein Gourmeggle zu sein. Toni Meggle hat die oberbayerische Käserei in Reitmehring bei Wasserburg zu einem weltweit operierenden Unternehmen entwickelt. Toni Meggle ist seit Gründung von Lichtblick Seniorenhilfe e.v. ein wichtiger Förderer und wohlwollender Berater für den Verein. Er lud Senioren von Lichtblick Seniorenhilfe persönlich zu einer Besichtigung seines Unternehmens in Wasserburg- Reitmehring ein. Nach einem persönlichen herzlichen Empfang bei einer Butterbrezn mit echter Meggle- Butter wurden die Rentner durch den Weberhof geführt, den Josef Anton Meggle im Jahr 1902 erworben hat und der heute als Museum eingerichtet ist. Entwicklung und Geschichte der Molkerei Meggle als auch der Familie Meggle (in der dritten Generation) und des Weberhofes gehören eng zusammen. Toni Meggle betonte, dass der Weberhof auch für den Respekt gegenüber den Vorfahren und für die Dankbarkeit, die die Erinnerung des Herzens ist steht. Von der kleinen Käserei zum Global Player Moderne neben Tradition: Der neu gebaute Empfang der Molkerei Meggle neben dem Weberhof ist umgeben von einem japanischen Garten mit Kiefern und Steinwegen, weil in Japan Meggle 1977 seine erste Auslandsniederlassung gründete. In diesem Zusammenhang verwies Meggle aber auch auf die Herausforderungen in all den Jahren und Die Meggle Unternehmensgruppe in Wasserburg Zeichen für Tradition und Innovation Wer kennt sie nicht, das blaue Kleeblatt von Meggle, die grüne Kräuterbutter oder die Meggle-Portionsbutter und viele andere Meggle-Produkte? heute. Gemeinsam könne man zuversichtlich in die Zukunft blicken, auch wenn der Weg angesichts des weltweiten, engen Wettbewerbs nicht bequem werde. Die Unternehmergeschichte der Meggles wurde bei der Besichtigung unseren Rentnern anschaulich vermittelt, von den Anfängen Josef Anton Meggles I., der 1877 eine kleine Käserei in Wimmern erwarb, von den vielen schweren Rückschlägen bis zum heutigen Großunternehmen von Josef Anton Meggle III. Geradezu begeistert waren die Senioren von der Pyramide, dem Megglenium, wie der neue Bau auch genannt wird. Auch um der Umgebung, den landwirtschaftlich genutzten Flächen Rechnung zu tragen, schwebt der Bau auf einem Sockel. Spektakuläre Show Man glaubt, in anderen Sphären zu sein und die verschiedensten Meggle-Produkte beginnen in den schönsten Formationen mittels einer vierfachen HD-Auflösung zu tanzen, oben, unten, rechts, links, überall, weil Spiegelflächen den Raum von Boden, Decke und Wand befreien. In beeindruckender und faszinierender Weise wird mittels Computeranimation die Welt der Meggle-Produkte, der nationalen und internationalen Produk- Ulrike Hofmann wollte im Sinne ihres verstorbenen Vaters Euro bedürftigen Senioren zugute kommen lassen. Diesem Wunsch ist die Stiftung gern nachgekommen und hat Lichtblick Seniorenhilfe e.v. als Empfänger der Zuwendung ausgewählt. Darüber hat sich die Vorsitzende des Vereins, Lydia Staltner, sehr gefreut. Hinter der Stiftung stehen um Anselm Bilgri als Vorsitzenden eine Reihe namhafter Persönlichkeiten der Stadt München. Mit der großzügigen Spende kann der Verein wieder ein Lichtblick für bedürftige Rentner sein, deren Rente für den notwendigsten Lebensunterhalt nicht ausreicht. n SB Foto: Brigitte Grung Lauschten interessiert Die Senioren bei der Führung durch den Betrieb Foto: Brigitte Grung Eine Betriebsbesichtigung, die begeisterte Unsere Senioren zusammen mit Firmeninhaber Toni Meggle und Lydia Staltner, 1. Vorsitzende von Lichtblick Seniorenhilfe e.v. Großzügige Nachlass-Spende tionsstätten und Standorte mit Realszenen dargestellt. Und so erfuhren die Besucher, dass die Meggle AG heute ein international aufgestelltes Unternehmen ist nicht nur bekannt für seine Butterzubereitungen, sondern auch marktführend bei Pharma-Lactose in Deutschland für die Herstellung von Pharma-Lactose-Tablettose. Erfolgreicher Familienbetrieb seit 1902 Drei Generationen (Großvater, Vater und Sohn) haben über mehr als ein Jahrhundert lang die Geschicke von Meggle geprägt. Toni Meggle, heute Aufsichtsratsvorsitzender, hat dem Unternehmen die Welt erschlossen wurde das Familienunternehmen 125 Jahre alt. Bemerkenswert ist Toni Meggles Devise: Ein Unternehmen hat ein Recht auf sein eigenes Leben : Das Unternehmen soll wie ein Baum aus seinen Wurzeln weiterwachsen. Die Senioren von Lichtblick Seniorenhilfe waren begeistert von der Unternehmerpersönlichkeit Toni Meggle und seiner Erfolgsgeschichte. Zum Abschied gab es für alle zum Mitnehmen noch Meggle-Produkte, hinweisend auf die neuen TV-Spots mit Helene Fischer: Grillen ohne Meggle? Das wäre ja wie ein Sommer ohne Sonne! n MG Die im Jahr 2013 gegründete Stiftung München hat es sich zur Aufgabe gemacht, bürgerschaftliche Aktivitäten zu fördern und auszubauen. Über einen früheren Kontakt aus Klosterzeiten wurde der Vorsitzende der Stiftung München und frühere Prior von Kloster Andechs, Anselm Bilgri, von einer Spenderin angesprochen Foto: Sandra Bisping Großzügige Spende Ulrike Hofmann (li.) übergab zusammen mit Pater Anselm Bilgri (M.) im Sinne ihres Vater den Scheck an Lydia Staltner von Lichtblick Seniorenhilfe e. V.

9 -Zeitung 2/2014 MODERNES LEBEN 9 Manchmal muss man nur geradeaus gehen, damit eine Biografie gelingt., sagt Prof. Dr. Kristina Reiss Das klingt bescheiden für eine Frau, die nach Studium und Promotion im Fach Mathematik 1992 zu einer Minderheit von 2,7 Prozent weiblicher ordentlicher Professoren gehörte Kristina Reiss ist seit 2009 Lehrstuhlinhaberin für Didaktik der Mathematik an der Technischen Universität München. Immer wieder betont sie, dass es auf ihrem Weg dorthin keine besonderen Hindernisse gab, die sie hätte überwinden müssen, keine Ressentiments, gegen die sie kämpferisch hätte angehen müssen. Doch das alleine kann den Werdegang und den Erfolg der 1952 geborenen Professorin nicht erklären. Schwierige Situtionen schon früh gemeistert Weil ihr Vater Offizier der Bundeswehr war, ist ihre Kindheit, und die ihrer beiden Geschwister, von häufigen Umzügen geprägt. Im Schnitt wechselt sie alle drei bis vier Jahre die Schule. Sie weiß, dass andere Kinder darunter gelitten haben, immer wieder neue Freunde finden und sich an andere Schulen gewöhnen zu müssen. Doch Kristina Reiss hat es nur wenig ausgemacht. Sie war eine sehr gute Schülerin, marschierte ohne Probleme durch diese Zeit. Vielleicht aber deutete sich hier ein Wesenszug an, der ihre Karriere begünstigte. Die Eigenschaft, schwierige Umstände wahrzunehmen, sich davon aber nicht sonderlich beeinflussen zu lassen. Gefragt, ob sie ein typisches Der Auftakt Der Abend beginnt. Man möchte erst einmal ankommen. Im Wirtshaus fühlt man sich schon mit einem herzlichen Grüß Gott willkommen, im Speiselokal erwartet man, dass einem nach der Begrüßung der Mantel abgenommen wird. Ein Dauert s noch lange? ist nicht sehr nett. Autorenerfahrung Nummer eins. Schön ist dann, wenn man auf Brot und Karte nicht zu lange warten muss. Aber wie lange ist nicht zu lange? Bei Hochbetrieb ist wohl jeder Gast mit einem Entschuldigen Sie, ich bin gleich bei Ihnen zu Geduld bereit. Kommunikation ist im Service die halbe Miete. So auch bei der Weinberatung, die über die Aussage Wir haben Weißen oder Roten durchaus hinausgehen darf. Autorenerfahrung Nummer zwei. Sind die Speisen einmal ausgewählt, möchte man diese dem Kellner zeitnah mitteilen können. Auch hier ist also Aufmerksamkeit gefragt. Mit Mathematik zum Erfolg auch ohne Frauenquote Prof. Dr. Kristina Reiss Sie hat dazu beigetragen, dass der Anteil an Professorinnen heute mittlerweile bei 15 Prozent liegt Mädchen gewesen sei, antwortet sie: Ich habe mit Jungs und Mädchen gespielt. Aber ich bin lieber auf Bäume geklettert, als mit Puppen zu spielen. Und sie sagt über sich, sie sei weniger schüchtern gewesen als die Mädchen, die sie kannte. Schon als Kind habe sie offen und mutig in die Welt geblickt. Für ihre Eltern war es selbstverständlich, dass sie und ihre Schwester, genauso wie ihr Bruder, Abitur machen und studieren konnten. Unsere Eltern haben uns immer gleich behandelt und bestmöglich gefördert. In der Schule begeisterte sie sich für Kunst und Sprachen mehr als für Mathematik. Trotzdem schlugen ihre Eltern, als es um die Wahl des Studienfaches ging, Mathematik vor. Sie argumentierten, dass das nicht jeder beherrscht, aber wenn man Hallo Ober! Hallo Gast! oder die Frage: Was ist guter Service? Herr Ober, dürfen wir Ihnen vielleicht etwas bringen?, fragt Loriot in Pappa Ante Portas leicht enerviert, nachdem der Kellner bereits mehrfach vorbeigeschwebt ist. Service Fehlanzeige. Doch was ist eigentlich guter Service? Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und Professionalität und zwar über den ganzen Abend verteilt. Ein Erfahrungsbericht in drei Akten: Das Mittelstück Schön, wenn die Speisen der einzelnen Gäste in zeitnaher Abfolge kommen schließlich will man ja gemeinsam essen. Auch frisches Besteck zur Hauptspeise ist ein Muss! Das Zurücklegen von benutzten Gabeln an den Platz des Gastes ist wohl eher ein Fehler aus der Berufsfachschule im ersten Jahr, Autorenerfahrung Nummer drei. Doch nun geht es um den genüsslichen Teil, dessen zentraler Teil das Tischgespräch ist. Und da kann es durchaus kommunikationslähmend sein, wenn sich ein Gast ständig den Hals verrenken muss, um für eine Getränkebestellung den Blick der Servicekraft zu erhaschen. Auch die Musik ist ein weiterer Punkt zum Thema Gespräch. Wenn ein Restaurant im Laufe des Abends zur Sitz-Disco mutiert, ist dies nicht gerade der optimale Dienst am Gast. So manche Liebeserklärung hat nicht gefruchtet, weil es beherrscht, könne man sehr erfolgreich damit sein. Eher probehalber begann sie an der Universität in Heidelberg Mathematik und Physik zu studieren, mit dem Ziel, Lehrerin zu werden. Doch schon nach kurzer Zeit war klar, dass das wirklich ihr Fach ist. Gegen Vorurteile musste sie nicht kämpfen Zu Beginn ihres Studiums war der Anteil der Frauen an ihrer Fakultät relativ hoch. Reiss schätzt, dass er bei 20 Prozent lag. Sie musste nicht gegen das Vorurteil kämpfen, dass Frauen und Mathematik nicht zusammenpassen. Bei anderen technisch orientierten Studiengängen, resümiert Reiss, sei das heute immer noch anders. Eine Frau, die bei- Foto: Fotolia sie der Liebsten zu Hells Bells ins Ohr gebrüllt wurde. Über die Frage, ob man zufrieden war, freut sich am Ende jeder Gast. Sollte dies einmal tatsächlich nicht der Fall gewesen sein, wäre es wünschenswert, dass als Reaktion mehr als nur ein Achselzucken folgt. Autorenerfahrung Nummer vier. Das Ende Foto: Astrid Eckert/TU Muenchen Gewiss, nach einem ganzen Tag auf den Beinen, ist man als Kellner froh, wenn man sich am späteren Abend auch mal ausruhen kann. Den Gast dabei vergessen, sollte man jedoch nicht. Zudem fällt das Trinkgeld sicher üppiger aus, wenn die Frage nach Kaffee oder Dessert nicht ganz unter den Tisch fällt. Leider erlebt man jedoch immer wieder, dass Service zunächst ganz spielsweise Bauingenieurin werden möchte, müsse sich in einer Welt durchsetzen, in der die Meinung vorherrsche, dass das Wissen darüber, wie ein Haus gebaut wird, genetisch bedingt ist. Ich musste nur denken können, um zu demonstrieren, was ich kann. Nach dem zweiten Staatsexamen entschied sie sich gegen den Schuldienst und promovierte stattdessen. In dieser Phase hat sich der Männeranteil tatsächlich wesentlich erhöht. In ihrer Arbeitsgruppe war sie die einzige Frau. Doch sie betont: Ich habe zu keinem Zeitpunkt Nachteile erfahren, weil ich eine Frau bin. Auch wenn sie mit ihrem Werdegang kein klassisches Stück Emanzipationsgeschichte geschrieben hat, ist ihr bewusst, heute jungen Wissenschaftlerinnen als Vorbild zu dienen. Sie selbst war sich ihrer so sicher, dass sie keine weiblichen Vorbilder brauchte, um immer weiter geradeaus zu gehen und schließlich auch die Hürde zur Professur zu nehmen. Letztlich hat sie damit dazu beigetragen, dass der Anteil an Professorinnen heute bei rund 15 Prozent liegt und nicht mehr bei 2,7 Prozent, wie 1992, als sie ihre erste richtige Professorenstelle erhielt. Dass es auch ganz anders hätte kommen können, erzählt Kristina Reiss ganz zum Schluss. Als sie nach der 10. Klasse das Schreinerhandwerk erlernen wollte, überzeugten ihre Eltern sie, erst das Abitur zu machen. Doch vermutlich hätte es keinen Unterschied gemacht. Denn bestimmt hätte sie in dieser Männerdomäne auch ihre Frau gestanden und die Schwierigkeiten wahrgenommen, ohne sich von ihrem Weg abbringen zu lassen. Manche Leben wollen einfach gerade gelebt werden. n BS Freundlichkeit und Aufmerksamkeit sind die Attribute eines guten Service. In vielen Lokalen jedoch fühlt man sich als Gast leider eher vernachlässigt stark anfängt, um dann umso stärker nachzulassen. Ein wenig Durchhaltevermögen wäre an dieser Stelle wünschenswert. Wirte sollten zudem der Bitte nach der Rechnung so zügig nachkommen, dass man nicht am Ende eines schönen Abends befürchten muss, die letzte U-Bahn zu verpassen. Und wer dem Gast zur Verabschiedung noch die Tür aufhält, kann punkten und hat diesem damit vielleicht den Weg zum Stammgast geebnet. n SW IN KÜRZE Einer für mich einer für dich In über fünfzig deutschen Kaffeehäusern ist der Suspended Coffee angekommen. Das Prinzip ist einfach: Der Kunde bestellt zwei Kaffee, der eine ist zur Eigenversorgung, der zweite für einen Mitmenschen, der sich keinen leisten kann. Die Spende liegt auf dem Verkaufstresen und kann vor Ort eingelöst werden. Er wird auch liebevoll Aufgeschobener Kaffee genannt. Diese Bewegung entstand nach dem Weltkrieg in Neapel. Damals konnten sich viele Menschen keinen Kaffee im Café mehr leisten. Viele Bürger waren allerdings der Meinung, dass es sich um ein Grundrecht jedes Italieners handeln sollte. Deshalb zahlten Neapolitaner gleich doppelt, damit andere in den Genuss eines Espressos oder Cappuccinos kommen konnten. Diese bemerkenswerte Aktion erfährt in Europa nun eine Renaissance. In Deutschland bereits flächendeckend verbreitet, ist der Suspended Coffee nur noch nicht in München angekommen. Man fragt sich mal wieder: warum nicht? Näheres zum Mitmachen unter: oder n HB Erhöhte Obergrenzen bei Mietkosten-Übernahme Das Sozialreferat der Stadt München hebt rückwirkend zum 1. März 2014 aufgrund der jüngeren Rechtssprechung des Bundessozialgerichts und angesichts der stark gestiegenen Mieten die Obergrenzen für die Kosten der Unterkunft an, die im Rahmen des Sozialgesetzbuches (SGB) II und XII übernommen werden. Künftig gilt für eine Person eine Bruttokaltmiete von 590 Euro als angemessen. Bisher waren es 449,21 Euro. Zwei Personen erhalten demnach 724 Euro (vorher 562,59). Wer Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld, Hilfe zum Lebensunterhalt oder Grundsicherung im Alter den Regelsatz zur Sicherung des Lebensunterhalt bezieht, hat Anspruch auf die Erstattung der Kosten für Unterkunft und Heizung. Wird die jeweilige Mietobergrenze überschritten, muss der Betroffene nach einer Karenzzeit eine günstigere Wohnung suchen. Da dies in München kaum realisierbar ist, wird im Einzelfall geprüft, ob Gründe wie hohes Alter, lange Wohndauer oder eine schwere Erkrankung einen Umzug vermeiden lassen. Auskünfte und Anträge können bei den Sozialbürgerhäusern abgerufen werden. n HB

10 10 SERVICE -Zeitung 2/2014 Viele Handwerksbetriebe in Bayern kämpfen um ihre Existenz oder mussten bereits schließen. Eine junge Frau aus Niederbayern hat sich in den Kopf gesetzt, diesen Prozess aufzuhalten: Mit neuen Designs stellt Susanne Kraus anhand alter Techniken stilvolle Taschen und Tische her Skeptisch war Josef Fromholzer schon, als die junge Frau aus Plattling zum ersten Mal in seiner Werkstatt im niederbayerischen Ruhmannsfelden stand. Sie hat sich alles zeigen und ganz genau erklären lassen, erinnert sich der Chef der mehr als 400 Jahre alten Färberei. Ähnlich lang, nämlich bereits seit mehr als 360 Jahren, setzt sich die Tradition des Färbens und Blaudruckens in der Familie Fromholzer fort und seit 180 Jahren in dem Betrieb in Ruhmannsfelden. Diese Zahlen sind schon ziemlich beeindruckend. Aber es gibt noch mehr davon: Etwa 3000 alte Modeln und Druckmuster der Firmen Fromholzer und Wallach liegen sortiert in den Schränken des Traditionsbetriebes, manche sind mehrere Hundert Jahre alt. Genau aus diesem Grund hatte die damalige Industriedesign-Studentin Susanne Kraus diese Firma ausgewählt. Das Wissen um alte Techniken bewahren Die 27-Jährige, die bereits eine Ausbildung zur Glasbildnerin in Zwiesel abgeschlossen hatte, beschäftigte sich während des Industriedesign-Studiums an der Hochschule München mit der Geschichte ihrer Region. Sie besichtigte alte Höfe und stellte eine Gemeinsamkeit fest: Früher gab es in fast jeder Stube eine Ecke, in der im Winter genäht, Körbe geflochten oder Besen ge- Feldzug gegen den Zeitgeist Fotos: Franziska Feuchtmeier bunden wurden. Das Handwerk war ein ganz wichtiger Teil der Gesellschaft. Die Erkenntnis, die darauf folgte, war ein Schock: Es gibt so viel Wissen, und wenn wir nichts tun, wird das meiste davon verloren gehen. Tatsächlich sprechen die Zahlen der Handwerkskammer nicht gerade dafür, dass alte Techniken wie die des Handmodeldrucks, die sich nicht für die industrielle Massenfertigung eignen, noch lange erhalten bleiben werden. Von den aktuell Auszubildenden in Bayern tummeln sich nach Angaben der Handwerkskammern mehr als in fünf Branchen: Kfz-Mechatroniker, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Anlagenmechaniker, Friseur und Metallbauer sind seit Jahren die fünf beliebtesten Ausbildungsbereiche. Zum Drucker oder wie es heute heißt: Medientechnologe Druck werden aktuell gerade einmal 17 junge Bayern ausgebildet. Selbst die Tatsache, dass sieben von ihnen in Niederbayern und der Oberpfalz lernen, ändert nichts an der These, die Josef Fromholzer aufstellt: Die Zukunft der Textilindustrie liegt in China, sagt er. Gut findet er das nicht. Und Susanne Kraus auch nicht. Die junge Frau hat sich entschieden, auf ihre persönliche Art und Weise etwas dafür zu tun, dass alte Handwerkstechniken erhalten und in der Region bleiben. Ihr Rezept sind neue Designs Neues Design aus alten Mustern: Taschen wie die Modelle Vogelsang (l.o.) oder Hirschenstein (l.u.) passen zu einer modernen, urbanen Bevölkerung. Sieht auf dem Bild aus wie eine kleine Schachtel, ist aber in Wirklichkeit ein Designer- Beistelltisch made im Bayerischen Wald. aus alten Mustern. Für ihre Bachelorarbeit in Industriedesign hat sie deshalb sechs Betriebe in Niederbayern und der Oberpfalz besucht. Sie hat Menschen wie Josef Fromholzer bei seiner Arbeit über die Schulter geblickt, sich die Techniken erklären lassen, Bücher dazu gewälzt und selbst herumprobiert und schließlich neue Produkte entwickelt. Unterwegs mit dem Kleinen Falkenstein Bei Franz Pillmeier, einem Spanschachtelhersteller in vierter Generation aus der Nähe von Cham, hat sie ovale Schachteln herstellen lassen, die sie als Beistelltische anbietet und die gut in einen Katalog für Interiordesign passen würden. Taschen, die sie mit Fromholzer-Mustern bedruckt, passen zum Lebensstil einer jungen urbanen Bevölkerung: Mappen oder Notizblöcke finden darin Platz, kleine Extra-Fächer sorgen dafür, dass man nicht lange nach dem Handy oder dem Portemonnaie kramen muss. Und wer viel unterwegs ist, kann sich die Modelle Vogelsang, Kleiner Falkenstein oder Großer Osser auch einfach wie einen Rucksack auf den Rücken schnallen. Auf der Website tagwerkshop.de bietet Susanne Kraus sie zum Verkauf an. n SZ EINE WUNDERBARE GESCHENKIDEE Einfach raffiniert: Leckere Karottensuppe mit Ingwer (Johann Lafer), knusprige Schweineschulter (Eckart Witzigmann) oder ein Holunderblütensüppchen als feines Dessert (Klaus Erfort) Die Liste der Mitwirkenden liest sich wie das Who ist Who deutscher Spitzenköche: Neben Kochlegende Eckart Witzigmann kreieren Tim Mälzer, Johann Lafer, Nelson Müller, die Sterne-Könner Harald Wohlfahrt, Klaus Erfort und Hans Haas sowie Hans Jörg Bachmeier raffinierte Rezepte. Das Buch selbst, das für 9,90 Euro (inkl. MwSt. & Versand) erhältlich ist, dient einem guten Zweck: Dem Kampf gegen die wachsende Altersarmut. Mit dem Kauf dieses Kochbuchs spenden Sie 1 an die Lichtblick Seniorenhilfe e.v. BESTELLEN SIE JETZT IHR PERSÖNLICHES EXEMPLAR UNTER Bitte geben Sie die gewünschte Anzahl der Bücher sowie Ihre Rechnungs- und Lieferadresse an. IHR GUTES RECHT Rechtsanwalt Rudolf Stürzer Vorsitzender HAUS + GRUND MÜNCHEN Untervermietung an Touristen ist unzulässig Der Vermieter ist zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses berechtigt, wenn der Mieter die Mieträume unbefugt, d.h. ohne Erlaubnis des Vermieters einem Dritten überlässt, z. B. untervermietet. Dies ist auch der Fall, wenn der Mieter die Wohnung geschäftsmäßig als Ferienwohnung weiter vermietet. Die Weitervermietung stellt eine erhebliche Pflichtverletzung dar, sodass der Mieter auch zur Erstattung von Kosten einer Detektei verpflichtet ist, die zur Beweissicherung nach einem konkreten Verdacht (hier: Internetanzeige) eingeschaltet wurde (so bereits LG Berlin, Beschluss v , 63 S 435/09, GE 2010, S. 204). Eigenbedarf 102 qm für 18-Jährige sind zu viel Eine 5-Zimmer-Wohnung mit 102 qm Wohnfläche darf nicht wegen Eigenbedarfs für die 18-jährige Tochter der Vermieterin gekündigt werden, wenn die Tochter in der Stadt lediglich ein Praktikum machen will, aber weder über eine Ausbildungsstelle oder einen Arbeitsplatz noch über ein eigenes Einkommen verfügt, da eine Wohnung dieser Größe nach Auffassung des Mietgerichts dann nicht (i. S. v. 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB) benötigt wird (AG Köpenick, Urteil v , 14 C 16/13, WuM 2013, S. 678). Veraltete Heizung Hohe Heizkosten sind kein Mangel Der BGH hat entschieden, dass eine Heizungsanlage, die zwar nicht den aktuellen, aber den im Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes maßgeblichen technischen Standard entspricht und fehlerfrei arbeitet, nicht schon allein deshalb mangelhaft ist, weil sie hohe Energiekosten verursacht. Ein hoher Energieverbrauch ist nach Ansicht des BGH für die Beurteilung eines Mangels nicht von Bedeutung, sofern die Anlage fehlerfrei arbeitet. Ein Vergleich der Heizkosten der älteren Anlage mit der Wirtschaftlichkeit einer modernen Anlage verbietet sich schon deshalb, weil der Vermieter ansonsten gehalten wäre, die Anlage technisch laufend zu verändern und auf dem neuesten Stand zu halten. Eine solche Modernisierungspflicht ist im Gesetz jedoch nicht vorgesehen (BGH, Urteil v , XII ZR 80/12).

11 -Zeitung 2/2014 SERVICE 11 Wer sich nicht wehrt lebt verkehrt. Getreu dem alten Sponti-Spruch wollen einige Frührentner aus München soziale Ungerechtigkeiten nicht länger hinnehmen. Sie schlossen sich zur Aktion demokratische Gemeinschaft zusammen und kämpfen für ein gerechteres Rentensystem Fotos: Fotolia Am Anfang waren Wut und Enttäuschung. Der vermeintlich sichere Arbeitgeber Siemens drängte etliche damals 55-Jährige in den vorzeitigen Ruhestand. Und dann mussten die Frührentner wider Willen auch noch feststellen, dass der Rentenbescheid nicht das Papier wert ist, auf dem er steht. Durch Gesetzesänderungen hatte sich der Staat rückwirkend ordentlich bei den Sozialkassen bedient. Ihre eigenen Bezüge fielen dadurch um einiges geringer aus als erwartet. Jetzt reicht es, dachte sich das Grüppchen Aufrechter, und gründete die Aktion Demokratische Gemeinschaft e.v. (ADG). So geschehen im Herbst Finger raus aus der Rentenkasse, Politiker! Einige Jahre später stieß Hendrik Hein zu dem Verein. Auch er war Siemensianer. Er hatte im Konzern als Informatiker Betriebssysteme für Großrechner entwickelt. Die Sparte lief schlecht, Siemens stieg aus und Hendrik Hein musste mit 53 Jahren einen Auflösungsvertrag unterschreiben. Zur Enttäuschung über den Verlust des Arbeitsplatzes kam der Frust über den Staat. Es ärgerte ihn, dass die Basis für seine Rente im Laufe der Jahre immer schmaler geworden war. Dass Ausbildungszeiten nur noch acht Jahre als Anwartschaft aber nicht länger rentenerhöhend angerechnet wurden. Dass er auf seine Direktversicherung rückwirkend für zehn Jahre den vollen Krankenkassenbetrag zahlen musste. Ein Vortrag, der sich mit all Foto: Bayerischer Rundfunk Teilnehmer der Aktion Demokratische Gemeinschaft e.v. wehren sich gegen die Willkür der Bürokratie diesen Ungereimtheiten beschäftigt, brachte ihn schließlich zur ADG, deren Vorsitzender der 64-Jährige inzwischen ist. Otto Teufel ist der Rentenfachmann des Vereins. In der sogenannten Teufel- Tabelle hat er akribisch aufgelistet, mit welchen Beträgen der Staat sich in der Rentenkasse bedient für Leistungen, die mit Altersversorgung nichts zu tun haben. Da kann Teufel richtig in Rage geraten. Die Politiker sollen ihre Finger aus dem Rententopf raushalten, schimpft er. Dann wäre der gesetzlichen Altersversorgung geholfen. Die ADG will Öffentlichkeit für dieses Thema. Seit Jahren tourt Teufel mit seinem Vortrag Vom Zwei-Klassenrecht zur Zwei-Klassengesellschaft durch die Lande. Auf der Messe Die 66 in München bauen die Aktiven einen Stand auf. Aber vor allem beschäftigt der Verein die Gerichte. Mit zahllosen Klagen gegen Rentenbescheide und Versorgungsregelungen ist er bereits vor den Kadi gezogen bis hinauf zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Meist werden die Klagen abgewiesen. Nur in Details konnten bislang Erfolge erstritten werden. Sinnlos sei die Arbeit dennoch keineswegs, sagt der Vorsitzende Hein fest. Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen, denn irgendwann trifft das Thema jeden oder wenigstens fast jeden. Über mangelndes Interesse kann sich der Verein nicht beklagen. Inzwischen zählt er stolze 200 Mitglieder. n SWi Pure Lebensfreude Zusammen kochen, essen, spazieren gehen und Vieles mehr. In einer Senioren-WG hat Einsamkeit keine Chance Senioren-WG ganz privat und doch gemeinsam Alt und allein? Das muss nicht sein. Eine Reihe von Initiativen bemüht sich, Menschen zusammenzubringen, die auch im Alter mit anderen zusammen wohnen wollen. In München kümmert sich der Verein Nachbarschaftlich leben für Frauen im Alter darum, dass sich die passenden Frauen auch finden Alter muss nicht grau und langweilig sein, gibt sich Christa Lippmann überzeugt. In diesem Sinne leitet die promovierte Psychologin den von ihr mitbegründeten Verein Nachbarschaftlich leben für Frauen im Alter. Dieser bringt Frauen zusammen, die in München gemeinsam leben möchten. Zwei Wohngruppen gibt es bereits, eine in Pasing, eine am Ackermannbogen. Aktuell entsteht in der Deisenhofener Straße in Obergiesing eine neue Gemeinschaft für zwölf Frauen im Alter zwischen 57 und 70 Jahren. Alle haben ein Auge aufeinander Die Giesinger Wohngemeinschaft zieht in einen Neubau, der Ende 2014 fertiggestellt wird. Im vierten und fünften Obergeschoss (Lift vorhanden) liegen Ein- und Zweizimmerwohnungen mit einer Größe von 30 bis 50 Quadratmeter. Jede Wohnung hat eine Kochnische und ein eigenes Bad. Hier ist jede Bewohnerin privat. Zudem gibt es eine große Küche für alle, einen Gemeinschaftsraum, ein Pflegebad in jeder Etage und ein bisschen Luxus darf schon sein eine Dachterrasse. Denn einsam, soll ja eben keine sein. Die Frauen haben ein Auge aufeinander und sind durch die Gemeinschaft gefordert und im sozialen Leben eingebunden. Sie passen ein wenig aufeinander auf, erklärt die Organisatorin des Ganzen, Christa Lippmann. Wie gut dies dann auch tatsächlich funktionieren kann, spricht eine Bewohnerin der Wohngruppe am Ackermannbogen aus. Eigentlich bin ich gar nicht wegen der Wohnung eingezogen, sondern wegen der tollen Gruppe. Ein echtes Kompliment für die Gemeinschaft und für die Idee. Bezahlbare Mieten Geld sollte nicht das Kriterium sein, damit Frauen, die sich verstehen, gemeinsam leben können. Bezahlbare Wohnungen zu finden, war allerdings eine echte Herausforderung. Sechs Jahre dauerte es, bis Christa Lippmann auf ein geeignetes Objekt für die erste Gruppe stieß. Alle drei Wohnungen der Nachbarschaftlich leben - Gruppen gehören der städtischen Baugesellschaft Gewofag. Der Mietpreis pro Quadratmeter ist vergleichsweise niedrig. Das München Modell Miete fördert die Projekte. Vor allem ältere Frauen brauchen in München dringend günstige Wohnungen. Gerade sie haben oftmals nur eine viel zu kleine Rente, weiß Lippmann. Und gerade, wenn das Geld zu knapp ist, um ausgiebig am sozialen Leben der Stadt teilzunehmen, genießen die Frauen das Beisammensein. Eine Bewohnerin vom Ackermannbogen berichtet: Wir treffen uns im Gemeinschaftsraum, trinken Kaffee zusammen, gehen spazieren und können unsere Probleme bereden. Im normalen Leben ist eine Frau mit bescheidenem Einkommen leicht ausgegrenzt. Frauen unter sich Männer sind in den Wohngemeinschaften nicht vorgesehen bestenfalls als Gäste. Gemischte WGs funktionieren nicht so gut, weiß Psychologin Lippmann. Warum auch immer. Über Nachfrage kann sie sich dennoch nicht beklagen. Immer mehr Frauen rufen an und wollen raus aus ihrer Altbauwohnung im dritten Stock, sagt Lippmann. Dabei stellt sie auch fest, dass die Interessentinnen jünger werden. Waren es bei den ersten beiden Projekten vor allem 60-Jährige und älter, melden sich jetzt auch jüngere Frauen, die noch arbeiten, sich aber darüber Gedanken machen, wie sie im Alter leben wollen. Natürlich sind auch Youngsters willkommen. Schließlich sollten die Bewohnerinnen zum Zeitpunkt des Einzugs noch so fit sein, dass sie Schwächere unterstützen können. Sonst funktioniert die ganze Idee nicht. (Weitere Informationen unter nswi

12 12 GESUNDHEIT -Zeitung 2/2014 IN KÜRZE Zahnseide beugt Demenz vor Eine gute Zahnpflege, also tägliches Zähneputzen und die Verwendung von Zahnseide, kann das Risiko reduzieren, an Alzheimer zu erkranken. Eine Studie der University of Central Lancashire, in Preston, UK, belegt eine direkte Verbindung zwischen Zahnfleisch-Erkrankungen und Alzheimer. Die Forscher konnten Bakterien, die entzündliche Zahnfleischerkrankungen (Parodontitis) hervorrufen, im Gehirn von Alzheimer-Patienten nachweisen. Die Erreger können durch Essen, Zähneputzen oder Zahnbehandlungen in den Blutkreislauf gelangen, und so auch ins Gehirn. Neurowissenschaftler vermuten, dass die Bakterien auch im Gehirn Entzündungen verursachen. n Klavierspieler leben länger In die Tasten hauen lohnt sich: Darüber sind sich die Wissenschaftler einig. Denn wer seine Finger flink bewegt und über die schwarz-weiße Tastatur gleiten lässt, hält nicht nur Fingergelenke in Schuss, sondern trainiert damit gleichzeitig seine Gehirn und hält es lange auf Trab. Nach dem Prinzip der Akupressur stimuliert die intensive Fingerbewegung die hochsensiblen Fingerkuppen, die mit einem dichten Nervennetz durchzogen sind. Das sorgt für eine bis zu 70 Prozent umfassendere Durchblutung der Hirnareale und steigert so die Gedächtnisleistung man müsste eben Klavierspielen können. Aber vielleicht hilft ja schon das Fingertrommeln auf dem Tisch? Dann wären nervöse Zeitgenossen eindeutig im Vorteil. n Senioren denken langsam, weil sie so viel wissen Wer alt wird, vergisst und denkt langsam. Das ist eine gängige Meinung über Senioren. Wissenschaftler der Universität Tübingen sehen das jedoch anders: Senioren denken zwar langsamer, aber nur weil das Gehirn so viel gespeichert hat. Das Denkvermögen älterer Menschen lässt nicht etwa nach, sondern wird mit zunehmendem Alter sogar besser nur eben auch langsamer. Mit Ausnahme von Demenzpatienten würde das Gehirn von Senioren, ähnlich wie bei einer sehr vollen Festplatte, einfach nur länger brauchen, um alle Daten zu verarbeiten. n Haarige Aussichten! Geheimratsecken, kahle Stellen auf dem Kopf? Kein Problem mehr, wenn Mann das nötige Kleingeld hat. Für Direct Hair Implantation, die neueste Haartransplantationsmethode. Ganz ohne Stiche und Nadeln, ohne Schmerzen und Narben. Und mit raschem nachhaltigem Erfolg Gepflegt und voll: So soll es sein, unser Haar, Schönheitsideal und wichtiges Lockmittel bei der Partnerwahl. Nicht Kleider, nein, Haare machen Leute kaum etwas anderes sagt so viel über unsere Persönlichkeit aus. Umso schlimmer, dass 25 Prozent aller Männer um die 30 bereits unter schütterem Haar oder beginnender Glatzenbildung leiden. Oder Geheimratsecken, so wie ich. Expertenrat ist gefragt Rat suche ich daher beim Dermatologen und Haarexperten Dr. Hans-Peter Schoppelrey vom Haut- und Laserzentrum an der Oper in München, wo ich auch über die Ursachen von Haarschwund Aufschlussreiches erfahre: Eine seltsame Laune der Natur hat es eingerichtet, dass die Wurzeln des Kopfhaars im Gegensatz zur Körperbehaarung Rezeptoren für ein Abbauprodukt von Testosteron haben. Denn während Letzteres, das Männlichkeitshormon, für dichte Haarpracht sorgt, lässt ausgerechnet das daraus entstehende Dehydrotestosteron die Haarwurzel verkümmern. Dagegen nur bedingt vorbeugend helfen durchblutungsfördernde Kopfmassagen, Koffeinshampoos, Infrarotbestrahlungen sowie Nahrungsergänzungspräparate mit Eisen, Kieselerde Vegan mit Köpfchen Seit Attila Hildmann ist vegane Ernährung en vogue, vor allem auch bei jungen Menschen. Der deutschtürkische Starkoch aus Berlin hat diese tierfreie Ernährung mit seinen Kochbüchern und TV-Auftritten aus der Alternativ-Ecke geholt und einen neuen Lifestyle daraus gemacht. Ihm ging es anfangs vor allem um die Senkung des Cholesterin-Spiegels und um Gewichtsabnahme, was ihm eindrucksvoll gelungen ist. In Deutschland ernähren sich etwa fünf Millionen Menschen vegetarisch, davon ca vegan. Zusätzlich zum Verzicht auf Fleisch und Fisch essen sie nichts, was vom Tier kommt: keine Milchprodukte, keine Eier und keinen Honig. Viele gesundheitliche Vorteile Durch Veganismus werden Tiere und Umwelt geschont, und auch die Krankenkassen sollten sich freuen: Studien und Ernährungswissenschaftler berichten von vielen Vorteilen: Vegane Ernährung macht schlank und senkt den und Vitamin-B-Komplex. Bewährte Medikamente gegen Alopezie, Minoxidil oder Propecia, wirken da zwar deutlich besser, nur können auch die den fortschreitenden Haarverlust auf Dauer nicht stoppen. Umso besser, dass es seit Neuestem die Haarverpflanzungsmethode Direct Hair Implantation gibt, die nicht nur die Problemzonen der Herren regenerieren kann, sondern auch die der Damen, z.b. ganz gezielt bei zu Tode gezupften Augenbrauen, wo die Mesotherapie, die auf Frauen zugeschnittene Hormonbehandlung nicht mehr helfen kann. Die DHI, so der Fachmann, vereine gegenüber herkömmlicher Transplantation gleich mehrere entscheidende Vorteile. Während bei der Streifenmethode ein Hautband mit Haarfollikeln entnommen wird, das aufwendig zu teilen und konservieren ist, bevor das Haar verpflanzt wird, arbeitet man bei DHI mit hauchdünnen Nadeln gleich im Detail. Mit den nur 0,7 mm-mikrostanzen werden die Follikel einzeln entnommen blutungsarm und trotz nur geringfügiger Anästhesie nahezu schmerzfrei und ohne Zeitverlust implantiert. Dadurch erhöhen sich die Überlebenschancen der Follikel auf 80 Prozent und die Schnelligkeit des Haarwuchses. Vegan für Youth so heißt das neueste Kochbuch von Attila Hildmann, der sich geschickt als lebendes Beispiel für dieses neue Wundermittel vermarktet. So gesund vegane Ernährung tatsächlich ist, sie will gut zusammengestellt sein und ist nicht für jeden geeignet Foto: Schoppelrey Dr. med. Hans-Peter Schoppelrey vom Haut- und Laserzentrum an der Oper, München Blutdruck. Auch bei Rheuma, Diabetes, Neurodermitis, Reizdarm und anderen Zivilisationskrankheiten verspricht die vegane Ernährung Besserung. In Vegan for Youth wirbt Hildmann sogar damit, dass diese Ernährungsweise den Alterungsprozess verlangsamen kann. Ernährung sorgfältig planen Doch tierfreie Ernährung meint nicht Pommes, Weißbrot oder Tütensuppe. Hildmann empfiehlt: Mit frischen Zutaten arbeiten, Obst, Gemüse, Früchte, Kräuter, Nüsse und ab und zu mal Tofu. Wer sich vegan ernährt, muss gut informiert sein. Veganer sollten ihre Ernährung sorgfältig planen, um alle essenziellen Stoffe in den nötigen Mengen aufzunehmen. Pflanzenkost enthält viele wichtige Nährstoffe und Vitamine, die Fleischesser oft nicht in genügenden Mengen zu sich nehmen. Aber als kritisch gilt die pflanzliche Versorgung mit Eiweiß, Eisen und den Vitaminen D und B 12. Volles, kräftiges Haar ein Wunsch vieler Männer. Sie reagieren besonders empfindlich, wenn mit zunehmendem Alter das Haupthaar lichter wird Und nach dem Eingriff? Nur drei Tage Kochsalzspray zur Nachbehandlung seien nötig. Keine Nähte mehr, kein Verband, kaum Schwellungen. Und keine Narbenbildung mehr, wo die Follikel am häufigsten entnommen werden: am Haarkranz des mittleren Hinterkopfs. Dieser Bereich, der zur Körperbehaarung gehört, ist fast nie von Haarausfall betroffen und somit ideal für eine Entnahme. Doch auch Follikel aus Bart-, Brust- oder Schambereich sind möglich., erklärt Dr. Schoppelrey. Denn trotz aller Unterschiede in Beschaffenheit, Länge und Farbe gleichen sich verpflanzte Haare innerhalb eines Jahres ihrer Umgebung an. Im Übrigen könne auch ohne Rasur implantiert werden, wegen des erhöhten Aufwands gegen einen Aufpreis. Ein Veganer muss genau wissen, wie er zu diesen Stoffen kommt, notfalls auch durch die entsprechenden Nahrungergänzungsmittel. Senioren sollen schrittweise umstellen Schwangeren, stillenden Müttern und Kindern rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE allerdings von veganer Ernährung ab. Ein Vitamin- B-12-Mangel, der bei Veganern häufig vorkomme, könne zu Fehlgeburten führen und das Nervensystem des Kindes Neue Haarpracht nicht für jedermann Der Patient sieht das Resultat gleich, er muss nicht mehr warten, bis alles nachgewachsen ist. Trotz der vielen Vorzüge von DHI: Einen Nachteil gäbe es doch. Geduld müsse man mitbringen. Um einen Termin zu bekommen, könne schon ein Monat vergehen, weil es in Deutschland nur zwei DHI-Zentren gibt. Zudem dauere die Implantation bis zu sechs Stunden. Vier Stunden müsste man ansetzen, um meinen Geheimratsecken eine neue haarige Zukunft zu geben. Vier Stunden à 5000 Euro, pro Seite wohlgemerkt. Dabei kann ich mich glücklich schätzen: Bei völligem Kahlschlag auf dem Kopf sei die neue Methode nämlich eher ungeeignet. n TW Sich jung kochen Wirsing-Wraps mit Bananen-Erdnuss-Dip, ein Rezept aus dem Kochbuch Vegan für Youth von Attila Hildmann, aus dem Becker Joest Volk Verlag Foto: Fotolia Foto: Justyna Krzyzanowska schädigen. Auch für Kinder sei eine vielseitige Mischkost mit Obst, Gemüse, Fleisch, Eiern und Milch vorzuziehen. Senioren sollten bei der Umstellung auf vegane Kost Vorsicht walten lassen, allerdings aus anderen Gründen: Ältere Menschen haben mitunter Verträglichkeitsprobleme durch den erhöhten Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln, insbesondere auch von unerhitzter Frischkost, sagt Ernährungswissenschaftler Markus Keller. Davon sollten sich Senioren aber nicht abschrecken lassen. Bei einer schrittweisen Umstellung sei vegane Kost auch für die ältere Generation eine gesunde Alternative. n HP

13 -Zeitung 2/2014 KULINARISCHES 13 Rosina streift mit den mageren, faltigen Händen, denen man die viele Arbeit in ihrem Leben ansieht, verlegen über die gestärkte, blendend weiße Schürze und sagt: Heut kommen ja nicht mehr so viele Gäste. Aber ein paar treue Seelen sind mir geblieben. Für die sperr i gern auf. Seit 1966 führt Wirtin Rosina das Gasthaus Urkundlich erwähnt wurde die Deutenhausener Dorfwirtschaft im Jahr Die damalige Steuerakte führte den Landwirt Michael Schwarzmann als ersten Wirt auf. Zum Besitz gehörten auch fünf Rösser, zehn Kühe und ein Jungrind. 22 Generationen betrieben die Dorfschänke bis zum heutigen Tag. Fest steht, wenn die Rosi, so nennen die Stammgäste liebevoll die Wirtin, nimmer mag oder kann oder nicht mehr sein wird, dann bleibt das Wirtshaus für immer geschlossen. Niemand will das unter Denkmalschutz stehende Gasthaus übernehmen. Es gibt keinen Nachfolger mehr. Das Haus mit den schiefen Balken und Dielen stirbt dann. Schon der berühmte Räuber Kneißl war hier Gast Um 1900 ging Mathias Kneißl beim Peiß ein und aus. Die Gendarmerie suchte den Hias wegen Totschlags, Raubüberfällen, Einbruch und Diebstahl. Wenn die Polizisten vorn ins Wirtshaus kamen, flüchtete der Kneißl Regensburg ist eines der schönsten Städte Deutschlands. Die Römer waren hier und wollten eigentlich gar nicht mehr weg. Im Jahr 79 vor Christus wurde Castra Regina oder Ratisbona, wie Regensburg auf Lateinisch heißt, zum ersten Mal erwähnt. Und was blieb von den Römern? Der Limes, die Steinerne Brücke, gewaltige Gebäude und ja, Essen, Gastlichkeit und jede Menge Gemütlichkeit. WEINTIPP Hier schrieb Ludwig Thoma seine berühmten Filser-Briefe Vor knapp 400 Jahren kamen die ersten Gäste und fühlten sich wohl. Der Heimatdichter Ludwig Thoma trank hier sein Bier, ebenso der legendäre Räuber Hias Kneißl. Die Dorfwirtschaft Zum Peiß ist der Treffpunkt in Deutenhausen im Dachauer Hinterland. Das älteste Gasthaus Bayerns gibt s noch und Rosina, 83, ist die Wirtin Wirtin Rosina ist bei ihren Gästen beliebt Die Dorfwirtschaft ist regelmäßiger Treffpunkt der»rosstäuscher«hinten durch die Küche in den Wald. Schließlich wurde er doch gefasst und an einem Montag im Februar 1902 zur Guillotine geführt. De Woch fängt ja guat o, waren seine letzten Worte. Und der junge Advokat Ludwig Thoma betrieb in der Wirtsstube bei einer Maß Bier seine Studien über die Bauern. Im nahen Dachau schrieb er dann die Filser-Briefe und Der Wittiber. Seit Jahrzehnten treffen sich hier die Rosstäuscher. Jeden ersten Dienstagabend im Monat kommen die 25 Männer in der Stube zusammen. Alle in der Dachauer Tracht: Leder-hose, Stiefel, Wams mit Silberknöpfen. Und erst spät in der Nacht gehen sie wieder und singen dabei: Fein sein, beinander bleibn. Mags regn, windn oder schneibn. Fein sein, beinander bleibn. Das älteste Gasthaus der Welt die Röhrl Taverne zu Eilsbrunn Ob da auch etwas in Eilsbrunn zurückblieb? Man weiß es nicht. Wo liegt Eilsbrunn eigentlich? Das Navi führt spielend durch Regensburg oder auch ein wenig außen herum, und plötzlich steht man vor einem mächtigen Gebäude. Auf dem Navi steht: Ziel erreicht, Eilsbrunn, ältestes Gasthaus der Welt. Tatsächlich, im Guinness Buch der Rekorde wird die Röhrl-Gaststätte als das älteste Wirtshaus der Welt aufgeführt Moscato d Asti La Caliera Borgo Maragliano, Piemont Die Familie Galliano ist seit 1790 in Loazolo ansässig. Und damals schon haben Sie fast nur Moscato-Weine produziert. Heute wird das Weingut von Carlo und Silvia geführt, und die Kinder Giovanni, Francesco und Federico bilden die Basis dafür, dass das Weingut auch in Zukunft in Familiehand bleibt. Der Moscato Perlwein ist ein willkommener Begleiter im Frühling für die ersten Obstdesserts der Saison. Seine fünf Prozent Alkohol und seine ausgesprochene Frische und traubige Art laden ein, ein Gläschen mehr zu trinken. 0,75 l-flasche 10,50 Euro erhältlich bei: Geisels Weingalerie Karlsplatz München Tel Foto: Oliver Bodmer 1658 heiratete Andreas Röhrl die Tochter des Bierbrauers und Taverners Hofmeister. Seit diesem Tag heißt die Wirtschaft Röhrl und wird heute in der zwölften Generation von Karin und Muk Röhrl geführt. Ein Juwel. Die Segmentbogenfenster zeugen von 356 Jahren Vergangenheit. Und in diesen Gewölben serviert Karin bayerische Spezialitäten wie jeden Montag Ripperln so vui wias zwinga für 9,90 Euro. Der Kalbs- Von den 565 Einwohnern gibt s nur noch sechs Bauern. Und das sind Stammgäste an jedem Sonntagabend. Nach dem Melken der Kühe kehren sie bei Rosina ein und trinken ihre Maß (4,80 Euro). Der Letzte beim Hoamgeh war allerweil der oide Burgamoasta. Der hod bis fünfe in der Friah ausghoitn, erzählt sie. Der neue Bürgermeister kommt nicht. Er hat selbst eine Wirtschaft. Aber drei Polizisten vom Landeskriminalamt und der Landpolizei sind da gemeinsam mit den Jagdhornbläsern und dem Doktor, der selten zahlt. Das TV hat die alte Gaststube ebenfalls entdeckt Der bekannte Regisseur Marcus H. Rosenmüller drehte in der holzgetäfelten Stube den Krimi Dampfnudelblues. Außerdem noch Schwere Jungs. Auch Tobias Moretti stand hier für den Film Mobbing vor der Kamera. Rosina sperrt nur noch an zwei oder drei Tagen in der Woche auf. I bin nimmer so guat auf de Fiaß, sagt sie. Essen gibt s nicht mehr, aber zum Trinken. Beim Abschied sagt sie wehmütig: Griaß di Gott, des hör i gern. Aber beim Pfiat di Gott, da muaß i rearn. Wie lange das alte Wirtshaus noch offen bleibt, wo die Gastlichkeit von Herzen kommt, weiß keiner. Auch Wirtin Rosina, mit ihren 83 Jahren, nicht. n CS nierenbraten mit Serviettenknödel von Koch Muk Röhrl kostet 15,50 Euro. Dazu wird Bischofshof-Bier, Röhrl- Bier, Schneider Weiße oder Klosterbier von Weltenburg kredenzt. Die Römer haben offensichtlich in Eilsbrunn auch Spuren hinterlassen. Womöglich ebenso im ältesten Wirtshaus der Welt, obwohl die Römer da schon längst wieder verschwunden waren. Gutes Essen, Gastlichkeit und Gemütlichkeit sind geblieben. n BEEREN- TÖRTCHEN Sternekoch Eckart Witzigmann ZUTATEN (für 2 Personen) PINIENKERN-TEIGTALER 30 g geröstete, gemahlene Pinienkerne 50 g weiche Butter Schale von ½ Biozitrone 40 g Zucker 75 g Mehl ZUBEREITUNG: Die abgekühlten Pinienkerne mit den übrigen Zutaten rasch zu einem homogenen Teig verarbeiten. Etwa 30 Minuten kühl stellen. Teig auf bemehlter Arbeitsfläche ½ cm dick ausrollen, daraus Kreise mit einem Durchmesser von 8 cm ausstechen. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech im auf 175 Grad vorgeheizten Ofen etwa 10 Minuten goldbraun backen. Auskühlen lassen. MASCARPONE-CREME 60 g Mascarpone 1 EL Zucker 60 ml Sahne Saft von ½ Limette ZUBEREITUNG: Mascarpone, Zucker und Sahne mit dem Schneebesen des Handrührgeräts zu einer nicht zu festen Creme schlagen. Den Limettensaft unterziehen. Kalt stellen. ZUM ANRICHTEN: 100 g gemischte rote Beeren (Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Waldbeeren) Zesten (Streifen von der Schale) von Biolimetten geröstete Pinienkerne Minzeblättchen 6 EL Himbeersauce (50 g Himbeeren mit 250 g Zucker einmal aufkochen, etwas abkühlen lassen und durch ein Sieb streichen) ANRICHTEN: Auf jeden Teller einen Teigtaler setzen (restliches Gebäck anderweitig verwenden), die Mascarpone- Creme mithilfe des Ausstechers auf dem Taler verteilen. Beeren auf die Creme setzen. Mit Limettenzesten, Pinienkernen und Minze garnieren. Mit Himbeersauce überziehen.

14 14 ANZEIGE -Zeitung 2/2014 Hans Jörg Bachmeier Genießen und Gutes tun H Sterneküche für jedermann mit dem neuen Kochbuch von Witzigmann & Freunde Klaus Erfort Hans Haas Johann Lafer Tim Mälzer * Der Verein unterstützt inzwischen finanziell mehr als 3500 von Altersarmut betroffene Menschen und wurde 2007 durch Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs Start Social für sein Engagement ausgezeichnet. Nelson Müller Harald Wohlfahrt Einzigartige Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts kreiert von Deutschlands Spitzenköchen in jedem Haushalt einfach nachzukochen. Zaubern Sie aus preiswerten Zutaten raffinierte Menüs! Ein kulinarischer Lichtblick für jeden Tag. Eckart Witzigmann Erhältlich für 9,90 (inkl. MwSt. und Versand) unter oder direkt beim REWE Verlag unter

15 -Zeitung 2/2014 REISE 15 Ab in den Urlaub und zwar allein! Warum verreist man allein? Man ist vielleicht gerade Single, der Partner ist mit seinen Kindern unterwegs oder die Freundin bekommt keinen Urlaub. Allein verreisen kann Spaß machen, und zwar mit Reiseveranstaltern, die besonders auf diese Zielgruppe spezialisiert sind Für sportlich Aktive Sport bringt Menschen zusammen. Viele Sportarten eignen sich wunderbar, um sie in der Gruppe auszuüben und auch gemeinsam Erfolge und schöne Momente zu erleben. Daher hat der Reiseveranstalter für Aktivurlaub Froschreisen ein ganz besonderes Single-Sportreisen-Programm entwickelt, und zwar in Deutschland, Italien, Portugal, Spanien, Kroatien und Griechenland. So macht es etwa besonders Spaß bei mediterranem Klima auf Chalkidiki Touren auf der sanften Kassandra oder der wilden Sithonia zu unternehmen, und dabei nicht nur die bergige Natur und die schönen Strände, sondern auch die fröhliche Gesellschaft gleichgesinnter Wandersleute zu genießen. Die Unterbringung in schönen Einzelzimmern kostet nur einen geringen Aufpreis, fach- und ortskundige Wanderführer sowie die Transfers sind natürlich in dem Single-Sorglos-Paket enthalten. Für kulturell Interessierte Kultur verbindet und schafft Gesprächsthemen. Ob Interesse an Kirchen, Archäologie oder moderner Kunst bei Studiosus Reisen finden kulturinteressierte alleinreisende Gleichgesinnte, mit denen sie Geschichte und Geschichten anderer Länder gemeinsam erkunden können. Unter dem Motto Me & More bietet der Studienreiseveranstalter Gruppenreisen zu so spannenden Zielen wie zu den Oasenstädten im Oman, zu Naturerlebnissen in Estland oder nach Vietnam an, wo man z.b. gemeinsam auf einer Dschunke in der Halongbucht übernachtet. Reiseangebote gibt es auch an Feiertagen wie Silvester oder Weihnachten, damit auch diese Tage für Singles zu einem besonders schönen Erlebnis werden. Studiosus achtet bei der Auswahl der Hotels außerdem darauf, dass nur Häuser in das Programm aufgenommen werden, die auch schöne Einzelzimmer zu bieten haben. Gemeinsame Mountainbike-Tour In der Gruppe aktiv sein sorgt für gute Laune und schweißt zusammen Für Partyfreudige Für Alleinreisende sind Clubreisen eine gute Möglichkeit, nicht nur einen Wochenendtrip solo zu wagen, sondern die weite Welt zu entdecken eröffnete im Jandía auf Fuerteventura der erste Robinson Club überhaupt direkt am Meer. Die Anlage erfreut sich auch heute noch großer 5 HILFREICHE TIPPS FÜR ALLEINREISENDE: Wenn Sie die folgenden fünf Regeln beherzigen, steht Ihrem Traumurlaub bestimmt nichts mehr im Wege: 1. In der Regel gilt: Je teurer das Angebot, desto höher das Durchschnittsalter des Publikums. Ein ausgiebiges Partyprogramm und Trendsportarten richten sich mehr an die jüngere Generation. 2. Im Club knüpft man schnell Kontakte zu anderen Mitreisenden und Gleichgesinnten. Sich von Zeit zu Zeit mal zurückzuziehen ist jedoch legitim. 3. Meiden Sie die Hauptreisezeiten für Familien, die großen Ferien, oder wählen Sie einen Club/ein Hotel für Gäste ab 18 Jahren. Meist empfiehlt der Katalog auch spezielle Alleinreise-Angebote, z. B. auch für die Vorsaison. 4. Um keine unangenehmen Überraschungen in Form von horrenden Extrakosten zu erleben, ist es sinnvoll, sich zu informieren, was all inclusive alles einschließt. 5. Individualisten mit ausgeprägtem Freiheitssinn, die zum Lagerkoller neigen, sind in einem Club eher fehl am Platz und sollten daher besser einen Hotelurlaub oder eine andere Reiseform vorziehen. Foto: Frosch Sportreisen Beliebtheit. Sie lockt mit Sport- und Partywochen und im Herbst mit einem Beachvolleyball-Camp. Sie ist daher oft schon früh ausgebucht. Ungezwungene Kommunikation und wertvolle Kontakte werden bei Robinson großgeschrieben: Etwa drei Viertel der Gäste kommen wieder, ob auf die Kanaren, nach Cala Serena im Südosten Mallorcas oder in den türkischen Club Camyuva. Für die Generation 50plus Wer als Single in der Gruppe verreist, freut sich sicher über mehr oder weniger gleichaltrige Mitstreiter, da hier Interessen oder auch der Urlaubsrhythmus besser in Einklang zu bringen sind. Viele Angebote bietet das Portal Lebensfreude 50, das mit spezialisierten Anbietern zusammenarbeitet. Ob Kameltrekking in Marokko, Türkeitrip abseits ausgetretener Touristenpfade oder Yogareise nach Thailand die Angebote sind vielfältig und stets so abgestimmt, dass die Gruppe harmoniert. Die Kosten, gerade für schöne Einzelzimmer, sprengen den Geldbeutel der Alleinreisenden nicht. n SW IN KÜRZE Veranstalter haften für Sturz vom Kamel Bei Pauschalreisen in den Nahen Osten oder nach Nordafrika ist beliebter Programmpunkt ein Ritt durch die Wüste auf dem Kamel. Was aber, wenn dabei ein Tourist vom Kamel stürzt? Das Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz gibt Klarheit über die Haftung: Der Reiseveranstalter muss im Falle des Sturzes Schadensersatz leisten. Wenn der Kamelritt Bestandteil des gebuchten Reiseprogramms ist, muss er Sorge tragen, dass sich keiner seiner Gäste verletzt. n Foto: Fotolia Sattelfest? Bei einem Sturz haftet der Reiseveranstalter Airbus: Geräte dürfen eingeschaltet bleiben Airbus-Passagiere können sich freuen. Auch bei Start und Landung darf die DVD weiterlaufen, vorbei das lästige Abschalten des E- Readers mitten im Kapitel und die uncoole Unterbrechung beim Musikhören. Damit haben Lufthansa, Germanwings und Ryanair die seit März gültige Zulassung der Europäischen Agentur für Flugsicherung (EASA) in die Tat umgesetzt. Doch aufgepasst: Die elektronischen Begleiter müssen sich weiterhin im Flugmodus befinden. n Auf Schlössertour durch die Steiermark Österreichs Grünes Herz, so wird die Steiermark gern genannt. Kein Wunder, zieren sie doch endlose Wälder, saftige Almwiesen, bizarre Gipfel und liebliche Weinberge Foto: Thomas Winzker Die barocke Kulisse von Schloss Gamlitz In den besonders liebevoll eingerichteten Zimmern des Schlosses, zu dem auch das Weingut Melcher gehört, kann man herrlich entspannen Foto: Fotolia Doch nicht nur mit prachtvoller Natur wartet das österreichische Bundesland zwischen Dachstein, Ausseerland und Hochschwab, zwischen Thermenland und südlichen Rebhügeln auf. Auch prächtige Schlösser und, Burgen, reiche Kirchen und Klöster gibt s zuhauf. Und das Schönste: Das alles lässt sich verbinden mit Entspannung in Thermal-Spas und Dinners in haubengekrönten Restaurants. Klingt nach perfektem Urlaub, vor allem, wenn man die Reiseroute etwas nach Schlössern und Burgen ausrichtet, die Übernachtungsgäste willkommen heißen. Unsere Tour beginnt Wir starten in der pannonischen Tiefebene östlich von Graz, wo ein Schloss nach dem anderen nahe bekannter Kurbäder aufgereiht liegen. Erste fürstliche Residenz ist Schloss Stubenberg, ein architektonisches Juwel mit eleganten Doppelarkadengängen: Renaissance vom Feinsten! Von dort aus statten wir dem imposanten Augustinerchorherrenstift Vorau einen Besuch ab, während wir im reizenden Pöllauberg neben der Wallfahrtskirche im wunderschönen Blumengasthof König einkehren. Nobelste Herberge der Region und auch ein beliebtes Hochzeitsdomizil ist das schöne Schloss Obermayerhofen (www.obermayerhofen.at) mit schmuckem Arkadenhof und eigener Kapelle. Von hier besuchen wir das Rogner Bad Blumau, das mit seiner Hundertwasser-Architektur Österreichs spektakulärstes Thermal-Spa ist. In ebenso schöner Erinnerung bleibt auch Schloss Kapfenstein (www.schloss-kapfenstein. at). Das liegt an den guten Weinen aus eigener Kellerei und an den besonders herzlichen Gastleuten. In der Umgebung liegt die Riegersburg, einst größtes Bollwerk der Christenheit, und das Dörfchen Kaag, wo die skurrile Gsellmanns Weltmaschine aufgestellt steht: Mit zahllosen beweglichen Teilchen und Lichtern soll es ausdrücklich keinem produktiven Zweck dienen. Nächstes Domizil ist das behagliche Weingut Schloss Gamlitz (www.melcher.at) in der Südsteiermark. Gegen den Durst gibt s hier köstliche Tropfen den Gästen kredenzt vom betagten, doch putzmunteren Hausherrn. Jedes Schloss hat seinen eigenen Reiz Von ganz anderer Prägung ist Burg Deutschlandsberg (www.burghotel-dl. at): Hinter trutzigen Mauern verbergen sich gemütliche Zimmer und ein Gourmetrestaurant im riesigen Rittersaal. Der ideale Standort, um Graz, die Landeshauptstadt mit mediterranem Flair kennenzulernen. Und natürlich versäumen wir nicht, dem weltberühmten Lipizzanergestüt in Piber einen Besuch abzustatten. Im Murtal gelegen ist Schlosshotel Gabelhofen (www.gabelhofen.at) eine elegante Symbiose aus Alt und Neu. Wie auch Schloss Pichlarn (www. schloss-pichlarn.at), gelegen im pittoresken steirischen Salzkammergut, das ebenfalls einen Aufenthalt vom Feinsten garantiert, Wellnesstempel und Gourmetrestaurant inklusive. Das hat seinen Preis, doch kann man von hier aus die zauberhaften Seen des Ausseerlandes und die bizarre Bergwelt des Gesäuses erkunden und auch die weltberühmte barocke Stiftsbibliothek von Admont besuchen. Die letzte Fürstenresidenz auf unserer Fahrt ist Schloss Thannegg (www.schloss-moosheim.at) im malerischen Ennstal. Im Rittersaal serviert der engagierte Hausherr seinen Gästen von Wanderungen im Dachstein- Massiv hungrig deftige Steirerkost, bevor sie erschöpft in die Betten der Zirbelholzzimmer sinken. So wie wir, an diesem letzten Abend unserer herrlichen Tour durch Österreichs Grünes Herz. n TW Seekrankheitenversicherung der Rettungsring für Betroffene Versicherung gegen Seekrankheit Durch anhaltende Seekrankheit kann die Traumreise auf einem Kreuzschiff schnell zum unangenehmen und auch gesundheitsgefährdenden Fiasko werden. Zwar werben die Reedereien mit der Aussage, dass Passagiere auf den großen Oceanlinern durch Stabilisatoren den Seegang kaum spüren, doch die Angst bleibt, dass der Urlaub ruiniert, das Geld bei Abbruch der Reise verloren ist. Gegen Letzteres kann man sich nun absichern: mit einer Seekrankheiten-Versicherung. Kann ein seekranker Reisender bei Windstärken bis fünf für mindestens 24 Stunden weder Krankenstation noch Kabine verlassen, wird ein Tagegeld ausbezahlt. Bei stärkeren Stürmen gibt es allerdings kein Geld. n

16 16 DIE GRÜNE SEITE -Zeitung 2/2014 Honigbienen brauchen blühende Landschaften Seit Jahren erreichen uns die Nachrichten vom weltweiten Sterben der Bienen. Was sind die Ursachen, und was können wir dagegen tun? Wir haben den Hobby-Imker und Biologen Jörg Stockhaus besucht, der seine Bienen auf natürliche Weise hält Vor den Bienenstöcken am Schloss Geiselbullach in Olching herrscht ein reges Treiben. Es ist ein sonniger Frühlingstag, und die Bienen fliegen aus, um Nektar zu sammeln. In jedem Bienenstock wohnt ein Volk mit Arbeitsbienen, die je nach Alter verschiedene Aufgaben erfüllen. Jörg Stockhaus zeigt auf einzelne Bienen am Eingang eines Bienenstocks: Das sind die Wächterinnen, die aufpassen, dass keine fremden Bienen eindringen und den Honig stehlen. Stockhaus lupft den Deckel eines Stocks und zieht einen Holzrahmen mit einer Wabe aus Wachs heraus. Die sechseckigen Zellen des von den Stock-Bienen gebauten Kunstwerks sind teils mit Honig gefüllt und teils mit der Brut der Bienen. Behutsam gibt er die Wabe wieder an ihren Platz. Ich möchte die Bienen so wenig wie möglich stören. So lebendig alle seine Bienen gerade herumschwirren, so hat Stockhaus immer wieder den Verlust eines Volkes zu beklagen. Es kann viele Gründe geben, warum ein Volk stirbt, auch ganz natürliche wie lange Kälteperioden und Nahrungsmangel im Winter. Die Varoamilbe setzt den Bienen stark zu In früheren Jahren beklagten deutsche Imker bei Frühlingsbeginn den Verlust von etwa zehn Prozent ihrer Bienenvölker. Seit einiger Zeit sind es jedoch 25 Prozent und mehr. Neben Foto: Jörg Stockhaus Imker Jörg Stockhaus: Die europäische Honigbiene war auf die asiatische Varoamilbe in keiner Weise vorbereitet. Er hofft, dass diese in Zukunft einen verstärkten Putztrieb entwickelt, um so die Milbe schnell loszuwerden dem Einsatz von Pestiziden und der Nahrungsarmut durch Monokulturen ist es vor allem die Varoamilbe, die den Bienen stark zusetzt. Diesen Blutsauger hatten Bienenforscher in den 1980er-Jahren aus Indien eingeschleppt. Stockhaus bekämpft sie mit biologischen Mitteln, auf Pestizide verzichtet er ganz bewusst. Als Hobby-Imker habe ich keinen finanziellen Druck. Daher kann ich mich auf die Qualität des Honigs und das Wohlergehen der Bienen konzentrieren. Die Biene ist eines der wichtigsten Nutztiere des Menschen. Wenn sie ausstirbt, ist unsere Ernährung nicht mehr gesichert, denn die meisten unserer Obst- und Gemüsesorten sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Aber was können wir tun, damit es nicht so weit kommt? Stockhaus fordert: Pflanzenschutzmittel müssen langfristig bienenverträglich sein. Darüber hinaus sind blühende Landschaften für die Honigbiene überlebenswichtig. Jeder von uns könne auf seinem Balkon oder in seinem Garten Nahrung für Bienen pflanzen: Saalweide, Haselnuss, Obstbäume und Wiesenblumen. n HP Tipps für eine reiche Tomatenernte Sie sind wärmebedürftig, sehr hungrig und durstig und durch Pilzkrankheiten bedroht. Damit Tomaten eine reiche Ernte bringen, müssen sie richtig gepflanzt und gepflegt werden PFLANZUNG: Reservieren Sie Tomaten den sonnigsten Standort im Garten oder auf der Terrasse. Allgemein günstig ist die Kultur an Südwänden, unter durchsichtigen Abdeckungen oder in luftigen Gewächshäusern, denn Regen mögen die Pflanzen gar nicht. Pflanztermin im Freiland ist frühestens nach den Eisheiligen Mitte bis Ende Mai. Da Tomaten aus den Stängeln Wurzeln treiben können, setzt man sie tiefer als angezogen bis zum untersten Blattpaar. PFLEGE: Tomaten sind nicht standfest und müssen an einem Stab aufgebunden werden und als Starkzehrer brauchen Sie reichlich Nährstoffe. Im Hochsommer ist der Wasserbedarf groß sonst stockt das Wachstum und die Früchte platzen. Gießen Sie aber nur auf den Boden, denn nasse Blätter fördern die gefürchtete Pilzerkrankung Braunfäule. Tomaten bilden in den Blattachseln mit der Zeit Seitentriebe. Bei großfruchtigen Sorten wie Fleischtomaten sollten Sie diese Geiztriebe ausbrechen kleine Kirschtomaten hingegen bilden gerade an mehrtriebigen Pflanzen besonders viele Früchte aus. Damit die Foto: Fotolia Gärtnerglück Eine üppige Tomatenernte Tomaten gut ausreifen, entfernen Sie am besten spätestens ab Mitte August alle neuen Blüten sie schwächen die Pflanzen nur unnötig. Und gegen kalte Witterung im Freiland helfen ab Mitte September sogenannte Tomatenhauben. Die letzte Ernte erfolgt spätestens vor den ersten Nachtfrösten noch grüne Früchte reifen dann im warmen Zimmer nach. n JK Was hilft gegen Schnecken? Schnecken sind eine Plage frisch gepflanzten Kopfsalat können sie über Nacht kahl fressen. Doch es ist möglich, die Biester zu vertreiben Der einzige dauerhafte Schutz ist ein Schneckenzaun aber nur, wenn Sie alle drinnen verbliebenen Exemplare abfangen und keine neuen über Kompostgaben oder überhängende Blätter hineinkommen lassen. Ohne Schneckenzaun sind alle Maßnahmen nur von kurzer Dauer, da die Tiere schon bald wieder nachwandern. Das Leben schwermachen können Sie den Schnecken aber schon: l Mit Ködern aus Küchenabfällen werden sie nachts angelockt und Foto: Fotolia können dann abgesammelt werden. l Auch Unterschlupfmöglichkeiten wie auf dem Boden liegende Bretter oder große Rhabarberblätter werden von den ständig durch Trockenheit bedrohten Tieren dankbar angenommen. Darunter können sie auch tagsüber abgesammelt werden. l Wenn Sie Schneckenkorn verwenden, dann solches mit Lockwirkung und innerhalb kleiner überdachter Schneckenfallen, die im Handel erhältlich sind. So gelangt der Wirkstoff nicht in den Boden, ist vor Regen geschützt und kann daher viel sparsamer eingesetzt werden. n JK ASTROVORSCHAU JUNI JULI AUGUST 2014 m Widder Lassen Sie sich durch Hindernisse nicht aus der Fassung bringen. Überlegen Sie zweimal, was Sie sagen sowohl im Privatleben als auch im Beruf. Seien Sie vernünftig und achten Sie auf Ihre Gesundheit! Ab Mitte Juli haben Sie wieder grünes Licht auf allen Ebenen, denn dann kommt der Glücksplanet Jupiter ins Spiel. Sommer-Motto: Ich folge meinem inneren Plan! n Stier Mars verleiht Ihnen bis Ende Juni viel Energie. Bringen Sie Ihre Schäfchen ins Trockene, vor allem im Beruf. Verschieben Sie nichts auf morgen, was heute erledigt werden kann. Mit etwas Diplomatie können Sie Eifersüchteleien entgegenwirken und diesen Sommer zu zweit genießen! Sommer-Motto: Ich erschaffe mein Leben nach meinen Wünschen! o Zwillinge Bis Ende Juli gibt Ihnen Mars die Power, endlich wieder frischen Wind in Ihre Partnerschaft zu bringen. Ihre unbändige Abenteuerlust können Sie ab Mitte Juni auf individuellen Reisen ausleben. Auch ein Jobwechsel wäre in diesem Sommer denkbar. Denken Sie nicht zu lange nach, sondern handeln Sie! Sommer-Motto: Jeder Tag ist ein potenzielles Abenteuer! Astrologie & Kabbala Marianne Scherer Sedanstraße München Telefon 089 / p Krebs Wenn da nicht diese innere Unruhe wäre, könnten Sie es sich in diesem Sommer richtig gut gehen lassen. Jupiter gibt Ihnen bis Mitte Juli in Sachen Job und Finanzen einen großen Spielraum. Vermeiden Sie Streitigkeiten in der Partnerschaft, indem Sie offen miteinander reden. Und vergessen Sie nicht, Ihre kreative Seite auszuleben. Sommer-Motto: Ich lasse mich von der Schönheit der Natur inspirieren! q Löwe Freuen Sie sich bis Ende Juni über Ihre beruflichen Erfolge und handeln Sie neue Konditionen für sich aus. Falls Sie solo sind, müssen Sie das nicht länger bleiben. Am Beziehungshimmel geht nämlich spätestens im Juli die Sonne so richtig auf. In einer langfristigen Beziehung wäre ein romantischer gemeinsamer Urlaub das Richtige. Sommer-Motto: Ich zeige, was ich kann und ich genieße es! Mars, Uranus, Neptun und Pluto mischen in diesem Sommer unser Leben so richtig auf. Es können ganz unverhoffte Dinge geschehen, die unser Leben in eine neue Richtung lenken. Gott sei Dank sind Jupiter und Venus auch mit im Spiel und sorgen dafür, dass sich die Wogen immer wieder glätten und auch dafür, dass wir die Gunst der Stunde nutzen. Je weniger Widerstände wir den kosmischen Einflüssen entgegensetzen, desto glatter läuft alles! r Jungfrau Denken Sie in diesem Sommer doch auch mal wieder an sich selbst. Gefragt sind Eigeninitiative und neue Ideen. Trauen Sie sich, die Dinge anzugehen, vor denen Sie schon länger zurückschrecken. Das gibt neue Energie, und im August stehen Sie dann schon viel selbstbewusster da. Das wird auch Ihr Schatz gut finden! Sommer-Motto: Ich bringe eine neue Klarheit in mein Leben! s Waage Wollen Sie sich neu verlieben? Dann sollten Sie jetzt aktiv werden, denn bis Ende Juni sind die Sterne auf Ihrer Seite. Sie sollten im Job und mit Kollegen jetzt auch mal schwierige Themen ansprechen. Im Juli kann sich da bereits einiges klären. Behalten Sie Ihren Kontostand in der nächsten Zeit im Auge und lassen Sie sich auf keinen Fall zu unüberlegten Ausgaben hinreißen. Sommer-Motto: Ich gehe Schwierigkeiten nicht aus dem Weg! t Skorpion Kümmern Sie sich mehr um Ihren Körper. Treiben Sie Sport und gehen Sie viel in die Natur. Das gibt neue Energie und auch die Kraft, Ihre Liebesangelegenheiten ins Reine zu bringen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, wenn Sie in Ihrer Beziehung unzufrieden sind. Das bringt neuen Schwung in die Liebe. Sommer- Motto: Ich darf ganz genau so sein wie ich bin! u Schütze Plötzlich geht ganz von selbst, was Sie schon so lange vorhatten. Genießen Sie die Gunst der Sterne und machen Sie in diesem Sommer in jeder Hinsicht Nägel mit Köpfen. Überholtes kann sich jetzt ganz plötzlich auflösen, sei es im Beruf oder in familiärer Hinsicht. Was nicht mehr passt, gerät ins Wanken. Im August könnte ein Umzug anstehen. Ob allein oder zu zweit entscheiden Sie! Sommer-Motto: Ich stehe mir nicht selbst im Weg! v Steinbock Dieser Sommer wartet mit stabilen Verhältnissen auf. Schmieden Sie jetzt zusammen Zukunftspläne. Im Job begegnen Ihnen Ihre Kollegen mit Wohlwollen. Kommen Sie Ihnen genauso entgegen und halten Sie Ihren Ehrgeiz im Zaum. Denken Sie auch mal an Urlaub, denn Ihre Ressourcen sind nicht unerschöpflich. Sommer-Motto: Ich vertraue auf meine eigenen Ressourcen! w Wassermann Langeweile werden Sie in den Sommermonaten ganz bestimmt nicht haben! Erkunden Sie die Welt auf Reisen! Auch im Alltag lohnt es sich, aktiv zu werden. Gestalten Sie Ihre Umgebung neu. Alles ist gut, was Ihren Horizont erweitert. Beruflich sollten Sie sich ab Ende Juli etwas mehr engagieren. Sommer-Motto: Ich liebe das Leben, und es liebt mich! x Fische Setzen Sie sich in Szene und zeigen Sie Ihre Talente. Machen Sie diesen Sommer zu einem einzigartigen kreativen Event. Jupiter hilft Ihnen dabei! Spätestens im August werden Sie selbst staunen, was Sie Erstaunliches auf die Beine gestellt haben. Auch in Liebesangelegenheiten. Sommer-Motto: Ich fühle mich pudelwohl und zeige das auch!

17 -Zeitung 2/2014 KUNST & KULTUR 17 Prächtiges und musikalisches Treiben in der Stadt Mit dem Sommer starten die großen Münchner Festivals: Klassik am Odeonsplatz, Tollwood, der Corso Leopold und die Oper für alle. Lichtblick hat kleine, aber feine Alternative Veranstaltungen gefunden Tag der Laienmusik im Gasteig Zum nunmehr achten Mal haben Laienmusiker am Sonntag, den 13. Juli, die Chance wieder auf den vier Bühnen des Gasteigs vor großem Publikum zu musizieren. Über vierzig Ensembles, Orchester, Chöre und Solisten präsentieren Musikauftritte auf höchstem Niveau. Ob Klassik oder Folklore, ob Musik aus Afrika oder China, ob Jazz oder Pop: Die in München ansässigen Hobby- und Laienmusiker spielen, und das ist die wichtigste Voraussetzung, ohne elektronische Verstärkung. Im halbstündigen Rhythmus werden zwischen 14 und 19 Uhr die Bühnen des Carl-Orff-Saals, des kleinen Konzertsaals, die Black Box und das Foyer der Glashalle bespielt. Bei freiem Eintritt erlebt der Zuhörer eine musikalische Entdeckungsreise rund um die Welt. Das Programm liegt in der Stadtinformation am Marienplatz, den Stadtbüchereien und am Gasteig aus. Die Sprayer in der Färberei Hinter der Fassade eines Jugendstilhauses in der Giesinger Au verbirgt sich seit 1999 eine besondere Kultureinrichtung der Stadt München: das Projekt Die Färberei. Sie fördert und unterstützt junge Künstlerinnen und Künstler, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 28 Jahren. Es entstand als offener Wirkungsraum aus Mitgliedern der Graffiti- und Hip-Hop-Szene. Heute reicht das Spektrum von Graffiti, Streetart, Malerei, Fotografie, Siebdruck bis zu Installationen. Im Rahmen der städtischen Kampagne Kunst Kultur Respekt positioniert sich die Färberei leidenschaftlich mit den Mitteln des künstlerischen Ausdruck gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt. Die ständig wechselnden Ausstellungen beeindrucken durch die Intensität, wie aktuelle politische Reizthemen in Installationen oder Skulpturen umgesetzt werden können. Es lohnt sich also ein Ausflug in die Giesinger Au. Die Färberei in der Claude-Lorrain-Straße 25 aktuelle Ausstellungen sind unter zu finden. Frecher und schriller Auftritt Das A-Capella-Quartett ReifeFrüchtchen begeisterte schon im letzten Jahr das Publikum im Gasteig Die Tanzwerkstatt Seit fünfzehn Jahren versammelt die Tanzwerkstatt Europa jeden Sommer über dreihundert Tanzbegeisterte, Tänzer und Künstler aus Bayern und der ganzen Welt in München. In der Kombination von Workshops und Performances ist es eine einmalige Form in der künstlerischen Darbietung. Auf der einen Seite die Auseinandersetzung mit der Form des zeitgenössischen Tanzes, Inspirationen für neue Ausdrucksformen im Dialog mit den Teilnehmern zu empfangen und diese dann bei den Publikumsveranstaltungen umzusetzen: in ungeahnte Bewegungen, die nur das Ausdrucksmittel Tanz zu leisten vermag. Für die Zuschauer bietet sich während der Performances die Möglichkeit, im Vorfeld oder im Anschluss der Vorstellungen in Künstlergesprächen und Einführungen, sich mit dieser Kunstform auseinanderzusetzen. Die Tanzwerkstatt Europa gastiert in diesem Jahr wieder vom 30. Juli bis zum 9. August in München. Spielstätten sind die Muffathalle und Schwere Reiter. Weitere Informationen über Termine und Künstler unter Foto: Johannes Gellner Modern Die Tänzer des Loose Collectives mit ihrer Interpretation des Tanz-Musicals Here comes the Crook (hier kommt der Gangster). Premiere am Broadway 1866 Genießen vor der Feldherrenhalle Zum dritten Mal locken bayerische Spezialitäten zum Verweilen auf dem Odeonsplatz, der für die fränkischen Winzer, die dort ihr flüssiges Gold präsentieren, zur längsten Weinbar wird. Das facettenreiche Angebot für den Gaumen reicht von Käsespezialitäten über heimischen Fisch bis zu Seminaren, die über die Herstellung der regionalen Produkte informieren. Für den Ohrenschmaus sorgt ein musikalisches Programm: von Country, Folk, Jazz bis Musikkabarett ist für jeden etwas dabei. Traditionsgemäß eröffnet am 1. August um 14 Uhr die neue fränkische Weinkönigin das Fest. Es endet am 3. August um 22 Uhr. n HB Foto: ReifeFrüchtchen Black Sabbath Ozzy Osborne kommt Die Griechen in der Glypthotek müssen sich die Ohren zuhalten. Nach über drei Jahrzehnten erleben Rockfans die Rückkehr von Black Sabbath. Auf dem Königsplatz rocken sie ihr neues Album und ältere Klassiker. Ein lautes Wiedersehen mit Ozzy Osborne (Vocals), Tomy Iommi (Guitar) und Tony Geezer (Bass). Königsplatz München am 13. Juni mit Soundgarden als Vorgruppe, Preiskategorie 77,75 Euro. 04. bis Mandela Trilogy Eine Reise in Richtung Freiheit Nach Gandhi ist Nelson Mandela wohl der größte Held im Kampf um Gerechtigkeit, Freiheit und gegen die Apartheid in Südafrika. Mit der Folk-Oper Mandela Trilogy setzt die renommierte Cap Town Opera dem Leben und Wirken dieses außergewöhnlichen Politikers ein musikalisch beeindruckendes Denkmal. Die Trilogie begleitet Mandelas Lebensabschnitte: Im ersten Akt werden die Jugendjahre im Qunu Oratorium des ländlichen Südafrika erzählt. Der zweite Akt begleitet sein Wirken als Anwalt in Sophiatown und den Beginn seines Freiheitskampfes. Die Oper endet im dritten Akt mit seiner Freilassung. Die Solisten und der 25-köpfige Chor werden von den Münchner Symphonikern begleitet im Jazz-Musikstil der 50er Jahre. Deutschland-Premiere im Deutschen Theater vom 4. bis 15. Juni 2014, Beginn 20 Uhr, Preiskategorien 29,10 bis 85,60 Euro bis LaBrassBanda Der barfüßige Bayernwahnsinn Fünf Typen in Lederhosen und T-Shirts erobern mit Posaune, Tuba, Schlagzeug, Bass und Chiemgauer Dialekt die besten internationalen Musikfestivals von Roskilde bis Sziget und das barfuß. In diesem Jahr startet nun folgerichtig ihre Bierzelttour durch die bayerische Heimat. Eine schöne Idee für einen fetzigen Sommerausflug in die Region. Mehr Informationen und Termine unter 19. bis Die Zirkusprinzessin Liebestaumel zwischen Adel und Artisten Emmerich Kálmáns wohl beliebteste Operette spielt in St. Petersburg, in einem Prinzen-Palais und Wiener Hotel. Es beginnt ein Liebesreigen, in dem Zirkusvolk, Fürsten und die Wiener Boheme um die Gunst einer Zirkusreiterin und einer russischen Fürstin buhlen. Bis das Maskenspiel mit all seinen Intrigen entlarvt wird, genießt der Zuschauer die unvergessenen Melodien, hinreißende Tanzeinlagen mit üppigen Kostümen und verliert sich in der heilen Welt der Operette. Eine Inszenierung des Gärtnerplatztheaters im Circus Krone, 19. bis 30. Juli 2014, unterschiedliche Anfangszeiten, Preiskategorien von 16,60 bis 56,20 Euro.

18 18 MULTIMEDIA -Zeitung 2/2014 Wie viel darf ich mitnehmen? Damit es beim Zoll keinen Ärger gibt. Mit der App Zoll und Reise lässt sich schnell und einfach herausfinden, welche Waren bei der Einreise nach Deutschland erlaubt sind. Preis: gratis. Benötigt keine Internetverbindung (keine Roaming-Gebühren). Was gibt es zu sehen? Tales & Tours ist ein multimedialer City-Guide in deutscher und englischer Sprache. Es gibt Infos zu Geschichte und Sehenswürdigkeiten für Hunderte Städte auf dieser Welt. Preis: erste Tour gratis, jede weitere 89 Cent. Wo ist noch ein Zimmer frei? Wer kurzfristig eine Unterkunft sucht, dem hilft die App Tonight. Sie zeigt Hotels in der Nähe des Nutzers, die noch ein Bett frei haben, in Europa, USA, Mexiko. Preis: gratis.n Im Bett bei Sinatras oder bei wem auch immer Privatleute bieten hier weltweit Zimmer und Wohnungen zur Untermiete an. Fernab vom Massentourismus. Für eine Nacht oder für Monate. Im Angebot ist sowohl die Zweizimmer-Wohnung an den Ramblas in Barcelona als auch ein Baumhaus in Australien oder deutlich luxuriöser die für Frank Sinatra und seine Frau Nancy gebaute Twin Palms - Villa in Palm-Springs. Hier findet jeder, was er sucht, oder kann seine Wohnung anbieten. Das Portal stellt den Kontakt zwischen Vermieter und Interessenten her und wickelt die Bezahlung ab. n Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch beim Reisen. Johann Wolfgang von Goethe Ein Portal für Liebhaber der Berge Rauf auf den Gipfel, oder wenigstens auf den Weg dahin, zu jeder Jahreszeit. Das Portal monte.travel nimmt Freunde alpiner Lebensart an der Hand. Es führt sie zu ausgewählten Hütten, in Täler, wo selbst in diesem Winter Schnee lag, oder gibt Einblicke in die verwandtschaftlichen Beziehungen der Wirtsleute im Grödnertal. Außerdem finden sich jede Menge Tipps für angenehme Hotelunterkünfte. Das App-Magazin Monte-Magazin nähert sich den Bergen dann noch mal mit ganz vielen Geschichten. Das alles ist liebevoll und mit Herzblut gemacht. n BUCH Dieses Buch ist ein Aufschrei. Die Autoren berichten, wie die Würde alter Menschen in Deutschland tagtäglich verletzt wird. Claus Fussek und Gottlob Schober schildern, wie betagte, demente und behinderte Menschen in Pflegeheimen aber auch in ihren eigenen vier Wänden misshandelt werden. Die Alten werden gefesselt, obwohl sie noch gehen können. Sie werden über Magensonden ernährt, obwohl sie noch essen können. Sie werden eingesperrt, obwohl sie an die frische Luft möchten. Ihnen werden Windeln verpasst, obwohl sie noch auf die Toilette gehen können. Das sei Folter, meinen die Autoren. Ihre Bestandaufnahme über die Situation von Pflegebedürftigen ist erschütternd und Grund genug zur Empörung. Claus Fussek, Gottlob Schober: Es ist genug! Auch alte Menschen haben Rechte, Knaur-Verlag, 7 Euro. n FOTO Klein, aber oho. Die Canon Power- Shot S 110 überzeugt im Taschenformat mit hervorragender Bildqualität. Im stabilen Metallgehäuse steckt ein recht großer Bildsensor im 1/1,7-Zoll-Format. Zwölf Megapixel liefern gestochen scharfe Bilder. Die Lichtstärke der Linse mit F2,0 kann sich sehen lassen. Zudem bietet die Kamera eine Menge Einstellmöglichkeiten, von manuell bis voll automatisch. Die einschlägigen Testberichte titulieren die Canon PowerShot S110 als rundum empfehlenswert, überaus hochklassig oder attestieren: Sie werden keine andere derart kompakte Kamera finden, die so schöne Fotos schießt. Und das Beste: Noch vor einem guten Jahr kostete der Apparat 470 Euro. Jetzt ist er schon für um die 230 Euro zu haben. n IN KÜRZE Kino ist gut für Kids Endlich ist es wissenschaftlich bewiesen: Filme leisten einen hervorragenden Beitrag für die Persönlichkeitsentwicklung von Teenagern. Zu diesem Ergebnis kam die Studie Medienkompetenz und Jugendschutz IV im Auftrag des Jugendministeriums Rheinland-Pfalz und der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK). Die mit 517 Schüler zwischen 12 und 15 Jahren ist dies die bisher umfangreichste Untersuchung dieser Art. Kinofilme helfen demnach, Vorurteile abzubauen und führen zu einer zunehmenden Weltläufigkeit. Kurzum: lauter positive Effekte. Die Kids haben das wahrscheinlich schon immer gewusst. n Kinderbuch vom Rock-Opa Der Gitarrist der Rolling Stones, Keith Richards, wechselt seinen Job. Der 70-jährige Rock n Roller arbeitet derzeit an einem Bilderbuch für Kinder. Richards erzählt darin die Geschichte seines Großvaters Gus, der Jazzmusiker war, und ihn zur Musik brachte. Richards Tochter Theodora wird das Werk illustrieren. Ich bin zum fünften Mal Opa geworden, ich weiß, wovon ich spreche, sagte Richards und schwärmt von der besonderen zwischen Großeltern und Enkeln. Das Buch soll den Titel tragen Gus und ich. Die Geschichte meines Großvaters und meiner ersten Gitarre und noch in diesem Jahr erscheinen. n Der Krieg der Sterne geht weiter Die Fortsetzung des legendären Star Wars wird derzeit gedreht. Gerüchte gab es schon länger, jetzt ist die Klappe für Krieg der Sterne: Episode VII gefallen. Die Geschichte ist 30 Jahre nach der sechsten Episode Rückkehr der Jedi Ritter angesiedelt. Wer mitspielt, ist noch eines jener Hollywood-Geheimnisse. Nur so viel verraten die Macher. Es werden neue Stars und gewohnte Gesichter sein. Regisseur J.J. Abrams ( Mission: Impossible III ) inszeniert das neue Science-Fiction-Abenteuer. n DIE GEWINNER UNSERER BUCHVERLOSUNG IN AUSGABE 01/2014: je 1 Exemplar Enkel der Echse von Désirée von Trotha gewannen: Inge Steinberger, Geretsried Maria Anna Böhm, Augsburg Erich Niedermaier, Burgkirchen

19 -Zeitung 2/2014 MOBILES LEBEN 19 Auf der sicheren Seite Moderne elektronische Alarmanlagen zeichnen sich durch ausgefeilte Technik aus. Je nach Preis bieten sie entsprechenden Sicherheitskomfort Foto: Initiative Nicht bei mir! So haben Einbrecher keine Chance Durch elektronische Alarmsysteme ein sicheres Zuhause Während der Urlaubszeit steigt die Zahl der Einbrüche. Dann sind die Bedingungen für Diebe fast ideal. Das wissen allein im Freistaat Bayern weit über 6000 Betroffene, in deren Haus oder Wohnung 2013 gewaltsam eingebrochen wurde. Dabei kann moderne Technik das Risiko deutlich reduzieren Wenn Gertrud Hinterdobler vom Einkaufen zurückkommt und die Treppen zu ihrer Wohnung hinaufsteigt, hat sie immer noch dieses mulmige Gefühl. Könnte wieder ihre Wohnungstür aufgebrochen sein? Wieder durchwühlte Schränke und Kommoden? Noch nicht vergessen ist der Albtraum, als ihr gesamter Schmuck gestohlen wurde. Nun überlegt Frau Hinterdobler, ob sie sich eine elektronische Alarmanlage anschaffen soll. Expertenrat hat sie bereits eingeholt und weiß, dass sie fast 1000 Euro ausgeben muss, wenn die Installation wirklich Sicherheit bieten soll. Die Alarmmeldetechnik von heute ist ausgeklügelter denn je. Durch neue Kommunikationstechnologien ist es möglich, sich bei Abwesenheit jederzeit zu vergewissern, dass zu Hause alles in Ordnung ist. Wer keine Kosten scheut, der kann seiner Anlage von jedem Ort aus Befehle erteilen: z. B. Lichtquellen an- oder ausschalten, Rollläden nachträglich schließen oder sogar feststellen, ob ein Wasserschaden aufgetreten ist. Moderne Kommunikationstechnolgie Spezielle Apps erlauben eine Fernsteuerung und Überwachung, zeigen Videobilder auf Smartphones und Tablet-PCs, während man in Ruhe den Urlaub genießen kann. Entdeckt eine moderne Alarmanlage ungebetene Besucher, verschickt das System eine Warnmeldung an den beauftragten Wachdienst, der dann wirkungsvolle Gegenmaßnahmen einleiten kann. Eine Alarmanlage ist ein kompliziertes System, mit dem man sich vor Kauf und Installation genau auseinandersetzen sollte. Welche Melder werden eingesetzt? Lichtschranken, Mikrowellenschranken, Bodenüberwachungssysteme, Magnetkontakte, Glasbruchmelder? Braucht man zusätzlich eine Videoüberwachung? Kostenlose fachmännische Beratung gibt eine Initiative für aktiven Einbruchschutz unter dem Namen Nicht bei mir!, ein Zusammenschluss von Verbänden der Sicherheitswirtschaft und der Polizei. Jeder muss selbst entscheiden, ob für seine private Sicherheit ein Baumarkt-Billigprodukt ausreicht oder ob er Expertenrat von qualifizierten Betrieben braucht. Weitere Informationen unter: Weitere Informationen unter: n RKH Fit durch den Alltag Tretroller für die Generation 50plus Meist ist heute das Fahrrad unser liebstes Fortbewegungsmittel, um fit und aktiv zu bleiben. Doch oft wird das Auf- und Absteigen im Alter zur Stolperfalle. Ein Tretroller speziell für Senioren und Menschen mit Handicap sorgt für Abhilfe und Riesenspaß. Die Mobilität zu bewahren wird für Menschen der Generation 50plus immer wichtiger, z.b. durch regelmäßiges Fahrradfahren. Ansprüche und Bedürfnisse jedoch unterscheiden sich dabei beträchtlich. Sportliche Eigenschaften rücken gegenüber Komfortaspekten in den Hintergrund. Maßstab beim Kauf eines Rades sind eigene Erfahrungen, die vorhandene Beweglichkeit und das ganz persönliche Lebenskonzept. Und genauso unterschiedlich sehen auch die richtigen Räder aus. Seit einiger Zeit gibt es zum klassischen Fahrrad eine echte Alternative: Tretroller werden immer beliebter und immer mehr zum Trendsportgerät für ältere Menschen. Reha-Scooter als Therapie Auf einem Fahrrad fühlen sie sich oft nicht mehr sicher, weil die Sitzposition relativ hoch ist. Bei Tretrollern liegt dagegen der Schwerpunkt wesentlich tiefer, sie haben eine geringe Einstiegshöhe bzw. Trittfläche. Ein Merkmal, das für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit von großer Bedeutung ist. Deshalb wird diese Art Fortbewegungsmittel auch als Reha-Scooter bezeichnet. Bauliche Besonderheiten sind das große Vorder- und das kleinere Hinterrad, sowie ein verstellbarer Fahrradsattel. Roller-/Scooterfahren ist Ganzkörpereinsatz. Sportmediziner haben herausgefunden, dass mehr Kraft benötigt und mehr Muskelpartien beansprucht werden als z.b. beim Fahrradfahren. Darum setzt man diese Gefährte auch oftmals zur Therapie ein. So werden Rückenbeschwerden durch Aufbau der Wirbelsäulenmuskulatur vermindert. Und ähnlich wie beim Skilanglauf oder Nordic Walking bringt Rollerfahren den Kreislauf kontrolliert in Schwung. Foto: Mit 87 Jahren noch flott unterwegs Der Tretroller als altersgerechte Fortbewegungsalternative zum Fahrrad Immer mit Helm Ein Argument für Roller oder Scooter kann der verringerte Wartungsaufwand sein. Hier entfällt unter anderem die regelmäßige Kontrolle von Schaltung und Kettenspannung. Hinzu kommt ein emotionaler Effekt: Wer erinnert sich bei dieser Fortbewegung nicht gern an unbeschwerte Kinderzeiten. Aber es gibt auch Bereiche, da sind sich Fahrrad oder Tretroller absolut gleich: Die Generation 50plus sollte sich nie ohne Helm auf den Sattel setzen bzw. auf das Trittbrett stellen. n RKH IN KÜRZE Ziel Paralympics Das seit 1927 verliehene Goldene Band ist die älteste deutsche Sportauszeichnung. Jetzt hat sie der Cottbuser Turner Ronny Ziesmer erhalten, der seit einem Unfall 2004 im Rollstuhl sitzt. Doch der querschnittsgelähmte Sportler, auch bekannt als TV-Kommentator aus dem ZDF, arbeitet intensiv an seiner Rückkehr in den Hochleistungssport. Seinen Traum von den Olympischen Spielen will er sich 2016 bei den Paralympics in Rio de Janeiro im Rennrollstuhl erfüllen. Ziesmer trainiert für den Start in den Sprintdistanzen von 100 und 400 Metern. n Aushängeschild für Fußballsport Während Millionen Deutsche der Fußball-WM entgegenfiebern, gab es in Dortmund schon mal Anlass, zu feiern. Grund war das Richtfest des Deutschen Fußball- Museums, das im Frühjahr 2015 eröffnet werden soll. DFB-Chef Wolfgang Niersbach und Bundestrainer Joachim Löw sprachen von einem historischen Meilenstein, das Museum werde ein Aushängeschild für den Fußballsport. Die Kosten für das Projekt (36 Mio. Euro) teilen sich das Land NRW, der DFB und Sponsoren. n Test im Radlabor Wie sitzt man beschwerdefrei auf einem Fahrrad? Um dies sicherzustellen, nutzt die Radlabor GmbH ihre Erfahrungen aus über Tests und Analysen bei Radprofis und Freizeitradlern. Zu ihren Zielen gehört es, den Mobilitätsradius älterer Menschen zu steigern. Das bayrische Radlabor- Kompetenzzentrum ist in der Implerstraße 7, München- Sendling.

20 20 LEUTE -Zeitung 2/2014 Das war wie Amerika entdecken Er wird als erfolgreicher Dirigent der Bayerischen Philharmonie verehrt und gefeiert, hält Vorträge für Manager und ist in der ganzen Welt unterwegs. Sandra Bisping von Lichtblick hat den sympathischen und humorvollen Dirigenten in der Bäckerstraße in München besucht und dabei Erstaunliches erfahren n Lichtblick: Sie feiern dieses Jahr 20 Jahre Bayerische Philharmonie. Was bedeutet das persönlich für Sie? Mark Mast: Das bedeutet mir sehr viel, es ist mein Lebenswerk. Man hat sich die ganzen Jahre weiterentwickelt. Beim 5-, 10-, und 15-jährigen Jubiläum hat man kurz innegehalten, aber wegen des damaligen Projektdrucks wenig zurückgeschaut. Wir sind ein konstantes Team. In dieser ganzen Struktur geht es mir hervorragend, weil ich heute schon die Bestätigung habe, daß es sich gelohnt hat, schon in jungen Jahren dieser Vision Raum zu geben. Ich bin sehr glücklich, diesen Freiraum für die Menschen und die Musik entwickelt und geschaffen zu haben. Wir haben die Vision, allen Menschen frei von Herkunft und Alter den Zugang zur Musik zu schaffen. n Auf welche Besonderheiten dürfen wir uns im Jubiläumsjahr freuen? Jede Menge! Am 9. Mai fand bereits das Jubiläumskonzert in der Philharmonie mit unserem Freund und Gast Konstantin Wecker, der in unserem Auftrag ein Werk geschrieben hat, die Carmina Bavariae, statt. Es war ein unfassbar schönes und emotionales Fest. Ein ganz besonderes Highlight ist in diesem Jahr auch Die Klassikreise auf der MS Deutschland dem Traumschiff. Los geht s am von Rom. Wir fah- ren durchs Mittelmeer bis nach Istanbul. Es wird 7 Konzerte mit unserem Kammerorchester an Bord und zu Land geben, das ganze vermittelt durch unsere Partneragentur Zeitklänge, mit der wir 2014 viele spannende Projekte umsetzen. Aber damit noch nicht genug. Wir möchten zum Jubiläum auch etwas verschenken. Deswegen haben wir den Klangengel ins Leben gerufen. Das bedeutet, dass alle Babys, die im Jahr 2014 in Pasing/Obermenzing geboren werden, von der Bayerischen Philharmonie eine 7-jährige Patenschaft geschenkt bekommen. Vom ersten klanglichen Erlebnis bis zur Heranführung an ein Instrument. n Können Sie sich noch an Ihr erstes Konzert, welches Sie dirigiert haben, erinnern? Oh ja! Es war in einem Seniorenheim. Das war für mich ein sehr berührendes Erlebnis. Junge Menschen die musizieren, Senioren die zuhören. Was da passierte, war einfach großartig. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Die neue Generation kann den Senioren damit was geben und auch zurückgeben. Vorher bei der Probe, beim Aufbau, nach dem Konzert gibt es immer wieder Begegnungen untereinander und die Möglichkeit, sich auszutauschen. n Junge Talente liegen Ihnen sehr am Herzen. Wer hat Sie in Ihrer Kindheit und Jugend gefördert? Meine Eltern haben es ermöglicht. Da ich vom Land komme, war die klassische Musik eine Randerscheinung. Ich wollte als Kind unbedingt Klavier spielen. Später kamen dann noch die klassische Gitarre und das Saxofon dazu. Von der Trachtenvereinskapelle, übers Akkordeonorchester bis hin zur Straßenmusik und Jazz-Bigband selbst im Irish-Folk- Ensemble habe ich gespielt. Das Musizieren in der Gemeinschaft war für mich immer das treibende Element. Ich wollte Straßenmusiker werden, das war mein Lebenstraum. Mit 18 war ich es dann auch ein Jahr lang. Es war damals Foto: Bayerische Philharmonie eine großartige Zeit in Heidelberg. Dann habe ich gemerkt, dass ich es studieren und professionell ausüben möchte. Mein Vater war Holzhändler, meine Mutter Hausfrau. Die größte Leistung meines Vaters war, dass er mich gelassen hat. Dass er respektiert hat, dass ich meinen Weg finden muss. Und die größte Herausforderung, die ich annehmen musste war, dass es ja keine Vorbilder gab. Für mich war das wie Amerika entdecken. n Sie sind auch Manager und halten Vorträge. Wie können wir uns das vorstellen? Ich werde in meiner täglichen Arbeit zwangsläufig immer mit dem Spannungsfeld Kunst, Finanzen und Management konfrontiert. Aus der Begegnung zwischen den beiden Welten Kunst und Management habe ich über die Jahre festgestellt, dass es Analogien gibt, wie Führung funktioniert. So entstand u.a. mein Vortrag Was Unternehmen von Orchestern lernen können. Ich habe erst kürzlich einen Vortrag auf der Steuer-/Wirtschaftsprüfertagung mit 1500 Teilnehmer gehalten. Ich bringe den Teilnehmern Gesetzmäßigkeiten nahe und vermittle meine Erfahrungen über Beispiele und Bilder, sensibilisiere sie für bestimmte Zusammenhänge. Aber der entscheidende Punkt ist, dass ich mit ihnen singe. Nach einer Stunde singen sie vierstimmig. Bei diesem Prozess des Singens vom einzelnen Ton zum Intervall erlebt jeder Einzelne Verhaltensweisen, die er unglaublich gut in seinen Arbeitsalltag integrieren kann. n Was wünschen Sie sich für die nächsten 20 Jahre? Haben Sie ein besonderes Ziel? Das erste Ziel für die bayrische Philharmonie ist, dass die Finanzierung ganz stabil und unabhängig von der Tagesentwicklung ist. Ich möchte die Bayerische Philharmonie dauerhaft auf der Landkarte etablieren. Das zweite Ziel ist, sich künstlerisch und pädagogisch immer weiterzuentwickeln, innovativ zu bleiben. Durch die Innovation geben wir ständig Impulse. Und diese Impulsgeberfunktion möchte ich unbedingt erhalten bzw. weiter ausbauen. Warum? Um unsere Mission armen Menschen stets frei und frohen Mutes den Zugang zur Musik zu ermöglichen. Mark Mast Der aus Mitteltal im Schwarzwald stammende Mark Mast studierte Musik zunächst in Heidelberg, später in Paris und München. Wichtige Impulse erhielt er von Leonard Bernstein und insbesondere durch sein Meisterklassenstudium bei Sergiu Celibidache. Er begann seine Dirigentenlaufbahn im Jahr 1992 in München, wo er seit 1994 als Intendant der Bayerischen Philharmonie und deren Chefdirigent intensiv künstlerisch und pädagogisch tätig ist. In Verbindung mit dem musikpädagogischen Programm ist es für die Bayerische Philharmonie gleichzeitig von großer Bedeutung, sich ebenbürtig dem sozialen Engagement zu widmen. Im Rahmen des sozialen Engagements stehen regelmäßige Konzerte in Seniorenheimen in ganz Bayern auf dem Spielplan. Bei diesem intergenerativen Modell Kinder und Jugendliche musizieren für Senioren werden die soziale Kompetenz, das Selbstwertgefühl und das Einfühlungsvermögen bei allen Beteiligten gestärkt und gefördert. n Unser Titelthema heißt Die Schönheit im Alter. Was assoziieren Sie damit? Es gibt keinen schöneren Gesichtsausdruck als bei Menschen, die dem Prozess von Hören übers Hinhören bis zum Lauschen vollzogen haben. Ich behaupte sogar: Im Hin- und Zuhören wird der Mensch schön. Wenn man jetzt ein Ratgeber schreiben würde, würde der Hör dich schön heißen. Wenn ich eine Mozartsinfonie erlebe und mich durch den Klang berühren lasse, dann macht etwas was mit mir. Der hörende Mensch verwandelt sich beim Hören. Er wird schön, weil er zu dem wird, was er ist. n Sie bieten Ihre Räume in der Bäckerstraße auch für Proben, Workshops, Vorträge und Tagungen an. Wird das oft genutzt? Oh ja, sehr oft! In einer Atmosphäre der Kreativität, der Muße und des Willkommenseins können Interessenten sich stundenweise, einen Tag oder ein ganzes Wochenende einmieten. Unsere Räume sind renoviert und mit Holzfußboden ausgelegt, und auch der große Garten kann mitgenutzt werden. Auf Wunsch beraten wir Musiker auch sehr gern in allen Fragen rund um musikalische Rahmenprogramme und vermitteln bei Bedarf das passende Ensemble junger Musiker. n Was macht ein Herr Mast, um zu entspannen? Ich lebe ein gesegnetes Leben in der Fülle und im Glück. Ich lebe meine Leidenschaft. Gibt es etwas Schöneres? Dennoch braucht es eine Balance zwischen Aktivität und konzentriertem Arbeiten und natürlich auch Ruhephasen. Ich entspanne großartig mit meiner Familie beim Skifahren oder auch mit Freunden. Ich bin ein sehr geselliger Mensch. Feiern, sich begegnen, austauschen, ist für mich Entspannung. In jeder Begegnung steckt Inspiration. Seit einem Jahr habe ich allerdings zufällig eine neue Leidenschaft entdeckt: das Golfen. Ich scheine ein Talent zu sein. Was wohl daran liegen mag, dass ich mich zehn bis zwölf Jahre mit der Bewegung meiner Arme beschäftigt habe. Wozu das alles gut sein kann, hätte ich auch nicht gedacht (lacht). n

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