Zur Einführung II: Perspektiven und Orientierungen. Gleichheit, Differenz, De/Konstruktion. Gleichheit vs. Differenz

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2 ... Gleichheitsansatz Medienforschung: Frauen als Opfer des Mediensystems: Analyse stereotyper Frauenbilder; Diskriminierung von Journalistinnen Kritik/Probleme: Ungleiche gleich behandeln; Frauen als Opfer/Defizitwesen; Anpassung/Orientierung an männlicher Norm Interesse an und Neubewertung von weiblichen Eigenschaften und Bereichen Differenzansätze Fokus auf Frauen und Männer als geschlechtsgebunden Handelnde; differente Lebenswelten Unterschiedliche Differenzansätze: Sozialstruktureller Differenzansatz Ökofeminismus Italienerinnen : symbolische Ordnung, affidamento Medienforschung: Frauen als aktiv Handelnde; geschlechtsgebundene Kommunikationsstile; weiblicher Journalismus; Medienangebote für Frauen; Frauenöffentlichkeiten Gleichheit und Differenz: Kritik/Probleme: Essentialisierung von Geschlecht; Reproduktion des Geschlechterdualismus und Geschlechterstereotypien Gleichheit und Differenz, egalitäre Differenz Gleiche Rechte, Teilhabe erfordert Anerkennung von Differenzen, von Vielfalt Unterschiedliche Arten von Differenzen (Fraser): Effekte von Unterdrückung abschaffen Einseitig zugeordnet, aber wertvoll universalisieren Ausdruck menschlicher Vielfalt bewahren 2

3 De/Konstruktion von Geschlecht... Wie entsteht überhaupt Zweigeschlechtlichkeit? Die großen Voraussetzungen des kleinen Unterschieds Ausgangspunkte: Kritik des sex/gender-systems Biologie: uneindeutige Klassifikation, Kontinua Ethnologie: drittes Geschlecht,... Kritik am Kollektivsubjekt Frauen... De/Konstruktion von Geschlecht Geschlechterdualismus selbst als Ergebnis sozialer und historischer Prozesse; soziale und kulturelle Konstruktion von sex und gender; Herstellungsprozesse von Zweigeschlechtlichkeit Unterschiedliche Varianten, insbesondere: Sozialkonstruktivistische, interaktionistische Ansätze Poststrukturalistische, diskurstheoretische Ansätze Sozialkonstruktivistische Ansätze (Gildemeister/Wetterer 1992) Bedeutungs-/Identitätskonstruktionen in sozialen Interaktionen; (implizites) Alltagswissen/-handeln Geschlecht, nicht als etwas, was wir haben, sondern was wir tun: Doing Gender Dh: Geschlechterdifferenzierung ist ein Effekt sozialer Interaktionen im Zusammenspiel von Geschlechter-Wahrnehmung, -Zuschreibung und -Darstellung 3

4 Poststrukturalistische Ansätze: (Butler: Gender Trouble, dt. 1991) Geschlecht (auch sex) als Effekt von Bezeichnungs- und Regulierungspraxen; von Wiederholungen/Performativität Heterosexuelle Matrix : Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualität stützen sich gegenseitig; Normierung von sex, gender und Begehren Kritik von Identitätskategorien ( Frauen ) Queer Theorie: Normativitäts-/Identitätskritik De/Konstruktion von Geschlecht Medienforschung: Medien als technologies of gender (De Lauretis); mediale Genderingprozesse; Doing gender im Medienhandeln Kritik/Probleme: Konzentration auf die Mikroebene; Materialität des Körpers; Verlust politischer Handlungsfähigkeit und strategischer Essentialismus Achsen der Differenz/Intersektionalität Heterogenität der Genusgruppen, Individualisierung und Pluralisierung Multiple Positionierungen in unterschiedlichen Differenz- und Hierarchieachsen, Ungleichheitsund Machtverhältnissen Kritik an Homogenisierungen feministischer Theorie und einer Universalkategorie Frauen Mittelschichtbias; heterosexuelle Norm, Dis/Ability, Weißheit, Dominanzkultur, (Post)Kolonialismus, Nord-Süd/West-Ost... 4

5 Intersektionalität (Knapp 2008; Winker/Degele 2009) Oberbegriff für Perspektiven, die verschiedene Formen von Ungleichheit zusammendenken Begriff intersection/kreuzung sozialer Ungleichheits- Kategorien Herkunft black feminism (Kimberlé Crenshaw) Intersektionale Zugänge (Leslie McCall): anti-kategorial: Dekonstruktion der Kategorien intra-kategorial: Interne Differenzierung zb von Gender inter-kategorial: strukturelle Wechselwirkungen Welche Kategorien? Und wie viele? Kategorien der Ungleichheit, Machtverhältnisse race-class-gender; Herkunft/Ethnie, Sexualität, Religion, Alter, Behinderung Theoriegeleitet und/oder offen, unabgeschlossen; je nach Kontext, Forschungsinteresse, Kapazität zb: Degele/Winker: Intersektionale Mehrebenenanalyse: Strukturebene: Klasse, Rasse, Geschlecht, Körper sonst Ebene Repräsentation und Identität: offen für weitere Kategorien Differenzen/Intersektionalität Medienforschung: Dritte-Welt-Frau vs. westlich-emanzipierte Frau ; Migrantinnen; Re-/Konstruktionen von Weißheit ; globale Medienkulturen; Queer/lesbische Repräsentationen; Alter(n)... Kritik/Probleme: Handhabbarkeit/Komplexität, unendliche Kontextualisierungen (vgl. u.a.: Dines/Humes 2011; Wischermann/Thomas 2008; Valdivia 1995) 5

6 Zusammenfassend: Sex und Gender als soziale und kulturelle Konstruktion Gender als Struktur-, Prozeß- und Individualkategorie; Mehrdimensionalität von Gender Heterogenität von Gender; Verschränkungen mit anderen sozialen Kategorien; historisch und geografisch kontextualisiert Wandel und Beharrungstendenzen; Doing gender und Undoing gender Thematisierung von Gender ist immer in die Konstruktion von Gender involviert 6

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