Fachhochschule Potsdam. Studiengang Kulturarbeit. Bachelorarbeit

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1 Fachhochschule Potsdam Studiengang Kulturarbeit Bachelorarbeit Guck mal, wer da spricht! Vielfalt im Museum? Anspruch und Herausforderung diversitysensibler Kulturarbeit am Beispiel der Musealisierung der Migration in Deutschland Eingereicht am bei: Prof. Dr. Helene Kleine (Erstgutachterin) Prof. Dr. Gudrun Perko (Zweitgutachterin) Von: Stephanie Urgast Kontakt:

2 I. Gliederungsskizze 1 Einleitung: Museale Praxis in Zeiten gesellschaftlicher Pluralität 03 2 Museum und Migration begriffliche und kulturpolitische Konzepte Migration und Interkultur Institution Museum Kulturpolitische Ansätze und Tendenzen 13 3 (Anti)Diskriminierung und Diversity Politisiertes Diversity Diversitysensible Kulturarbeit 22 4 Museale Praxis Überblick: Sammeln, Ausstellen, Vermitteln Ausstellung 1: Gastarbeit. Vom Kommen, Gehen und Bleiben Ausstellung 2: ortsgespräche. stadt migration geschichte: vom halleschen zum frankfurter tor 36 5 Schlussbetrachtung: Diversity als Teil künftiger Museumspraxis 38 6 Quellenverzeichnis 42 7 Anhang 45

3 - 3-1 Einleitung: Museale Praxis in Zeiten gesellschaftlicher Pluralität Das kulturelle Konzept Museum sei nicht mehr zeitgemäß, subsumieren Belinda Kazeem, Charlotte Martinz-Turek und Nora Sternfeld (2009) ihr Unbehagen im Museum. In ihrem gleichnamigen Sammelband analysieren sie u.a., wie die Herstellung einer weißen Normalität in Abgrenzung zu migrantischer Andersartigkeit als Machtinstrument funktioniert, dabei migrantische Subjektivitäten negiert, marginalisiert oder exotisiert werden, und fragen, welche Rolle Museen bis heute dabei spielen. Ausstellungspraxen müssten überdacht werden: "Wer spricht? Wer definiert?" das sind Fragen, die in Zukunft gestellt werden müssen, so Kazeem. 1 Migration ist Teil politischer, wirtschaftlicher wie kultureller Lebenswirklichkeit für mehr als 20 Prozent der Bevölkerung Deutschlands. Wird das Thema Migration aber öffentlich verhandelt, eröffnen sich noch immer teils offen rassistische Debatten um gelungene oder nicht gelungene Integration. 2 Betont werden bildungs-, sozial- und sicherheitspolitische Argumente und Handlungsinstrumente, während der Kultur in der Auseinandersetzung häufig eine vermittelnde, indirekt regulative Rolle zukommt. Unter dem Stichwort Interkultur sollen politisch intendierte pädagogische Aufgaben erfüllt werden. 3 Hier genau setzen kulturpolitische Kritiken an, die die ausschließenden, wertestatisierenden Praxen deutscher Kulturstätten benennen, wie u.a. von Mark Terkessidis und Natalie Bayer. Neben dem regulativen Potential trägt Kultur maßgeblich zur Identitätsbildung bei. Doch was genau als Kultur anerkannt wird und durch welche gesellschaftlichen Gruppen dies bestimmt wird, bleibt weitgehend unreflektiert, so die Kritik. In der Folge würden Definitionen von und Zugang zu Kultur und Wissen durch dominierende herkunftsdeutsche Perspektiven in den Kulturinstitutionen re_produziert 4. 5 Während sich in den darstellenden Künsten, hier vor allem im Freien Theater, ein Bewusstseinswandel über aktivistische Interventionen in rassistische Aufführungspraxen bis hin zur Personalpolitik anzeigt, erscheint insbesondere die Institution des historischen Museums 1 Wösch, Laura ( ): Ein Koffer voll koloniales Erbe, taz.de, unter: (Stand: ). 2 Thematisiert werden häufig soziale Konflikte und an diesen orientierte politische und ökonomische Fragen, gelungene Aufstiege oder mangelnde Bildung, Jugendkriminalität oder Parallelgesellschaften. Zu aktuellen Debatten siehe u.a.: Foroutan, Naika (2012): Wird man doch noch sagen können, Der Spiegel 40/2012, unter: (Stand: ); MiGazin ( ): UN rügt Deutschland. Thilo Sarrazins Aussagen waren rassistisch, MiGazin.de, unter: thilo-sarrazins-aussagen-waren-rassistisch (Stand: ). 3 Vgl. Terkessidis, Mark ( ): Kulturbetrieb und Einwanderungsgesellschaft. Elefant im Giraffenhaus, taz.de, unter: (Stand: ). 4 Die von Lann Hornscheidt übernommene Verwendung des Unterstrichs innerhalb einzelner Worte ermöglicht, die vielfältigen Bedeutungsebenen dieser sprachlich hervorzuheben. Vgl. Hornscheidt, Lann (2012): feministische w_orte. ein lern-, denk- und handlungsbuch zu sprache und diskriminierung, gender studies und feministischer linguistik. 5 Vgl. Terkessidis, Mark (2010): Interkultur, S. 169ff.

4 - 4 - weiterhin mononational 6, wenig reformwillig 7 und könne kaum einem Realitätsabgleich mit einer längst super-diversen Gesellschaft Stand halten 8. Bayer und Terkessidis kritisieren hier die teils hektisch initiierten 'partizipative[n]' Sammlungsprojekte, bei denen selten eine klare Vorstellung darüber existiert, was Dinge als 'Migrationsobjekt' auszeichnet. 9 Gleichsam deuten jedoch auch erste kulturpolitische Maßnahmen, die sich auf kulturelle Vielfalt berufen, zumindest auf eine längerfristige Beschäftigung mit dem Thema hin. Das Konzept der Vielfalt wird als Diversity in Wissenschaft und Praxis breit diskutiert. Die wachsende Auseinandersetzung bedingt sich, so Regina Wonisch, aus weltweit ansteigenden Migrationsbewegungen, dem Globalisierungsdiskurs und der nicht länger zu leugnenden Tatsache praktizierter Einwanderungsgesellschaft, nicht zuletzt jedoch durch migrantische Initiativen, die selbst begannen, ihre Migrationsgeschichte zu dokumentieren und museale Repräsentation einzufordern. 10 Dies macht historische Museen bzw. Ausstellungsprojekte im Kontext Migration zum interessanten Ausgangspunkt für ein Nachdenken über diversitysensible Kulturarbeit, die versucht, multiperspektivisch zu arbeiten und vielfältige, damit auch marginalisierte Positionen in Inhalt und Institutionen einbezieht. Die Leitfrage lautet daher: Wie wird in deutschen historischen Museen Migration re_präsentiert? Lassen sich Handlungsmuster erkennen und mögliche Rückschlüsse für die zukünftige Gestaltung der Museumsarbeit im Sinne einer diversitysensiblen Kulturarbeit ziehen? Bei der Recherche zur Praxis in Bezug auf die Musealisierung der Migration 11 wurde deutlich, dass in der Literatur interkulturelle Bildung sowie jüngst die strategische Publikumsgewinnung betont werden. Nur wenige Ausarbeitungen behandeln jedoch die praktische Einbindung antidiskriminierender Konzepte im Kontext deutscher Museums- bzw. Kulturarbeit. Um diese Lücke in der Kulturarbeit weiter zu schließen, möchte diese zu größten Teilen deskriptive, theoretisch angelegte Arbeit einen kleinen Beitrag leisten. Dabei beruht die Bearbeitung auf der These, dass bestehende kulturelle Konzepte vor dem Hintergrund einer 6 Bluche, Lorraine/Miera, Frauke (2012): Partizipatives Sammeln in der Einwanderungsgesellschaft, in: Bluche, Lorraine/Gerbich, Christine/Kamel, Susan/Lanwerd, Susanne/Miere, Frauke (Hrsg.): NeuZugänge. Museen, Sammlungen und Migration. Eine Laborausstellung, S Schneider, Wolfgang (2011): Warum wir kein Migranten-Theater brauchen...aber eine Kulturpolitik, die in Personal, Produktion und Publikum der dramatischen Künste multiethnis ist, in: Schneider, Wolfgang (Hrsg.): Theater und Migration. Herausforderungen für Kulturpolitik und Theaterpraxis, S Bayer, Natalie/Terkessidis, Mark (2012): Zombie Attak! Ein Plädoyer für mehr Phantasie in der Debatte über Museum und Migration, in: Kulturpolitische Gesellschaft e.v. (Hrsg.): Kulturpolitische Mitteilungen. Kulturpolitik und Kreativwirtschaft, S Ebd.: Wonisch, Regina (2012): Museum und Migration. Einleitung, in: Wonisch, Regina/Hübel, Thomas (Hrsg.): Museum und Migration. Konzepte Kontexte Kontroversen, S Unter diesem Titel ist 2009 eine Publikation erschienen, die sich intensiv mit der Installation eines deutschen Migrationsmuseums anhand internationaler Vorbilder beschäftigt. Vgl. Baur, Joachim (2009): Die Musealisierung der Migration. Einwanderungsmuseen und die Inszenierung der multikulturellen Nation.

5 - 5 - vielfältigen Ist-Gesellschaft inhaltlich und strukturell reflektiert werden müssen und der Ansatz des Politisierten Diversity als handlungsleitendes Prinzip dazu beitragen kann, auch in der Kulturarbeit Multiperspektivität zu fördern. Der erste Abschnitt der vorliegenden Arbeit nähert sich dem Thema Museum und Migration weiter an. Der begrifflich-konzeptuellen Differenzierung von Migration und Interkultur folgen eine Verortung der Institution Museum in der pluralen Gesellschaft sowie die Vorstellung aktueller kulturpolitischer Ansätze zur Gestaltung von Museum und Migration. Im zweiten Abschnitt wird Diversity als Konzept der Vielfalt eingeführt. Grundlage für die weitere Auseinandersetzung bildet das hier skizzierte Politisierte Diversity von Leah Carola Czollek, Gudrun Perko und Heike Weinbach, die dieses im Rahmen von Social Justice als ganzheitlichen, pluralistischen, dominanzkritischen Ansatz in der Sozialen Arbeit vertreten. Diesem Kontext entlehnt wird vorgeschlagen, Grundzüge des Politisierten Diversity auf die kulturarbeiterische Praxis zu übertragen und die Überlegung einer diversitysensiblen Kulturarbeit angeregt. Den theoretischen Einführungen folgend, widmet sich der dritte Abschnitt der Arbeit der musealen Praxis. Die Praxisbeispiele basieren auf der Recherche publizierter Projektberichte sowie den Informationen aus Online-Datenbanken und Webseiten der Museen/Projekte. Für den Überblick wurden vorwiegend Projekte/Institutionen ausgewählt, die Migration als Immigration verhandeln, da insbesondere diese Migrationsform im öffentlichen Diskurs problematisiert wird. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Betrachtung historischer Ausstellungsprojekte als Orte der Geschichtsvermittlung. Zwei Ausstellungsprojekte, ortsgespräche. stadt migration geschichte: vom halleschen zum frankfurter tor ( ) sowie Gastarbeit in Hannover. Geschichten vom Kommen, Gehen und Bleiben (2011), werden schließlich in Bezug auf die Komponenten Programm, Personal, Publikum, ergänzt durch die Perspektiven auf Migration, vorgestellt. Abschließend werden mögliche Herausforderungen einer diversitysensiblen Kulturarbeit aus der dargestellten Theorie und Praxis abgeleitet. Im begrenzten Rahmen der Arbeit musste auf die internationale Debatte zum Thema sowie weitere Anregungen, z.b. der Gender Studies oder Kulturwissenschaft, verzichtet werden, die sicherlich weitere differenzierende Ansatzpunkte ermöglichen.

6 - 6-2 Museum und Migration begriffliche und kulturpolitische Konzepte In der kulturarbeiterischen Praxis, sei es in Projektdarstellungen oder -konzepten, werden häufig politisierte Begriffe ambivalent oder undifferenziert synonym und ohne einen jeweils konkret bestimmten politisch-historischen Bezugsrahmen verwendet. Dass aktuell auch unter dem Begriff der Migration kein einheitliches Verständnis herrscht, zeigt u.a. die Umfrage Migranten als Publikum in öffentlichen deutschen Kulturinstitutionen. 44,9 Prozent der befragten Kultureinrichtungen gaben an, keine klare Definition des Begriffes Migrant zu verwenden. 12 Dennoch, so ergibt die Umfrage, werden zunehmend migrantisierte 13 Gruppen als neues, spezifisches Zielpublikum bestimmt. Gerade unter dem Begriff der Interkultur sind museale Inhalte oder Vermittlungsangebote häufig gestaltet. In der Folge wird daher der hier grundlegende Begriff der Migration für die Arbeit eingegrenzt und in Bezug zu Interkultur gesetzt. Zudem wird das Konzept des (historischen) Museums hinsichtlich seiner identitätsstiftenden Funktion und Aktualität befragt. Die damit verbundene aktuelle gesellschaftspolitische Rolle des Museums aufgreifend, werden weiterführend erste Initiativen vorgestellt, die für die Musealisierung der Migration bundesweit kulturpolitische Leitlinien bzw. Orientierungshilfen vorgeben. 2.1 Migration und Interkultur Migration umfasst alle (grenzüberschreitenden) Wanderungsbewegungen von Menschen, die ihren Wohnsitz längerfristig oder dauerhaft wechseln, unabhängig von den Motiven oder Ursachen. 14 Der Migrationsbegriff kann jedoch räumlich wie zeitlich eng oder weit gefasst werden und damit auch sehr verschiedene Inhalte im Museum transportieren. Diverse Bewegungsformen, z.b. Ein- oder Auswanderung und Binnenmigration, wie auch unterschiedliche Ursachen, u.a. Flucht, Vertreibung oder Arbeitsmigration, bestimmen zudem das Spektrum der Migration. Während Migration als anthropologische Konstante 15, damit als der Menschheitsgeschichte immanent, betrachtet werden kann, ist das europäische Verständnis stark durch das Konstrukt der Nation geprägt, welches sich im 19. Jahrhundert schließlich 12 Allmanritter, Vera (2009): Migranten als Publikum in öffentlichen deutschen Kulturinstitutionen, S.20, unter: (Stand: ). 13 Um an bestimmten Textstellen auf den Konstruktionsprozess hinzuweisen, der Migrant_innen und Migration herstellt, wird in der Arbeit häufig die Benennung Migratisierte verwendet. Während Bezeichnungen wie Migrationshintergrund oder Migrationserfahrung Prozesse der Fremdzuschreibungen stark individualisieren, weist der von Alyosxa Tudor vorgeschlagene Begriff eher auf Macht- und Diskriminierungsverhältnisse hin. Vgl. Tudor, Alyosxa (2012): Rassismus und Migratismus. Die Relevanz einer kritischen Differenzierung, in: Nduka- Agwu, Adibeli/Hornscheidt, Antje Lann (Hrsg.): Rassismus auf gut Deutsch. Ein kritisches Nachschlagewerk zu rassistischen Sprachhandlungen, S Barwig, Klaus/Schumacher, Christoph (2003): Migration, in: Nohlen, Dieter (Hrsg.): Kleines Lexikon der Politik, S Wonisch 2012: 12f.

7 - 7 - weltweit nach unterschiedlichen Kriterien durchsetzte. Die ethnische Zugehörigkeit wurde dabei als Differenzmerkmal homogener Gesellschaften gesetzt. In Deutschland bildete sich zudem ein bildungsbürgerliches Selbstverständnis als Kulturnation (J. G. Herder) heraus. 16 Gemeinschaften können so mittels kultureller Merkmale, wie Sprache, Tradition oder Geschichte, als in sich homogen konstruiert und damit Kategorien des Fremden und Eigenen willkürlich wie nachhaltig hergestellt werden. Hegemonie (Antonio Gramsci) wird dabei durch die kulturelle Definitionsmacht einer dominanten sozialen Gruppe konstruiert. Bedeutung von Kultur für das Bewusstsein des Eigenen fand und findet dabei insbesondere in Europa durch die Förderung und Betonung der Hochkultur Ausdruck, zu der das Museum bis heute hinzugerechnet wird. 17 The major component in European culture is precisely what made the culture hegemonic both in and outside Europe: the idea of European identity as a superior one in comparison with all the non-european peoples and cultures. 18 Im aktuellen deutschen Kontext bedeutet dies, dass die hergestellte, herkunftsdeutsche Norm Ausgangspunkt der Betrachtung bleibt. Regina Wonisch merkt an: [D]ann haftet dem Phänomen Migration immer etwas Randständiges an. Doch wie bei der Repräsentation der Arbeiter- und Frauengeschichte geht es auch bei der Migrationsgeschichte nicht um ein Randthema, sondern um eine zentrale Dimension globalisierter Gesellschaften. 19 In Deutschland leben aktuell mindestens 16 Millionen Menschen, denen ein sogenannter Migrationshintergrund zugesprochen wird. Dieser wird im deutschen Kontext als Zuschreibung genutzt für alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem nach 1949 zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil 20. Diese formale Definition entspricht einem Bevölkerungsanteil von circa 20 Prozent bzw. einem Viertel bei den unter 25-Jährigen. 21 Zumeist betrifft diese Zuschreibung Migrantisierte der zweiten Generation, deren Eltern aus verschiedenen Gründen nach Deutschland migriert, die selbst jedoch bereits in Deutschland geboren sind. Deutsche Migrationsdiskurse fokussieren 16 Riescher, Gisela (2003): Nation, in: Nohlen, Dieter (Hrsg.): Kleines Lexikon der Politik, S. 321f. 17 Vgl. Allmanritter Said, Edward (1978): Orientalism, zitiert nach: Amelang, Katrin/Schupp, Oliver (2011): Postkoloniale Theorie und die Spurensuche nach Widerstand, unter: (Stand: ). 19 Wonisch 2012: Statistisches Bundesamt (2010): Fachserie 1, Reihe 2.2 Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Bevölkerung mit Migrationshintergrund, unter: &lv3= (Stand: ). 21 Bundeszentrale für politische Bildung (2012): Zahlen und Fakten - Die soziale Situation in Deutschland. Bevölkerung mit Migrationshintergrund I, unter: (Stand: ).

8 - 8 - dabei noch immer vornehmlich Arbeitsimmigration 22 sowie Integrationsprozesse, wobei Integration v.a. im Sinne einer einseitigen kulturellen Anpassung verstanden wird und nicht als ein gegenseitiger Prozess, der ebenfalls die deutsche Kultur transformieren soll_kann. Abgestellt wird noch häufig auf die angeblichen Defizite von Menschen, die der Norm (noch) nicht entsprechen. 23 Auch die Definitionsmacht, was also als deutsch, damit als integriert gilt, obliegt dabei der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft. Sollen in Diskursen positive Aspekte der Einwanderungsgesellschaft herausgestellt werden, wird in der Kulturarbeit häufig auf Interkultur im Sinne kultureller Vielfalt und Verständigung als Ressource verwiesen. In diesem Verständnis erscheint Interkultur auch als Folge bzw. Umgang mit Migration. Der Begriff vereint momentan zahlreiche nebeneinander bestehende Ansätze, die sich zu Teilen auch widersprechen. Bislang, konstatiert Hamid Yesa Yousefi, fehlt eine fundierte Theorie der Praxis, eine Praxis der Theorie und eine methodische Basis, welche das Wechselverhältnis dieser Theorien verdeutlichen könnte. 24 Der Deutsche Museumsbund beschreibt Interkulturalität als einen von Verständnis geprägten Dialog von zwei oder mehr Kulturen in einer Gesellschaft, der zu gegenseitiger Beeinflussung führt. 25 Oft wird betont, es bestehe kein statisches Abhängigkeits- oder Dominanzverhältnis der Kulturen 26, der Kulturbegriff in interkulturell besitze eine dynamische Qualität und solle keineswegs ethnisierend wirken. Terkessidis merkt an, dass die Betonung von Anerkennung folglich bedeutet, dass gewisse Unterschiede als fix gelten bzw. nicht angetastet werden sollen. Es ginge stets um die Kultur der anderen; die Kultur der Institution selbst, ihren impliziten Ein- und Ausschlussmechanismus stehen selten zur Disposition. 27 Auch Patricia Deuser bestätigt diese Einschätzung: [U]nwillkürlich [lenkt es] den Blick auf Gesellschaft als zunächst homogenes Gebilde, das sich im Angesicht von Migrationsbewegungen verändert und heterogen oder eben vielfältig geworden ist. 28 Der Interpretation getrennter Kulturen in einer globalisierten Welt wird u.a. auch der Begriff Transkultur entgegengesetzt, der die Verdichtung glokaler, grenzübergreifender 22 Bayer/Terkessidis 2012: Terkessidis, Mark (2008): Diversity statt Integration. Kultur- und integrationspolitische Entwicklungen der letzten Jahre, in: Kulturpolitische Gesellschaft e.v. (Hrsg.): Kulturpolitische Mitteilungen. PerspektivWechsel: Integration Interkultur Diversity, S Yousefi, Hamid Reza (2008): Phänomenologie des Eigenen und des Fremden, in: Fischer, Klaus/Braun, Ina/ Gerdsen, Peter (Hrsg.): Wege zur Kultur. Gemeinsamkeiten Differenzen Interdisziplinäre Dimensionen, S. 25f. 25 Arbeitskreis Migration des Deutschen Museumsbundes (2013): Museen, Migration und kulturelle Vielfalt. Handreichung für die Museumsarbeit. Zweiter Diskussionsentwurf, S. 23, unter: fileadmin/ak_migration/dokumente/2013_04-29_leitfaden-migration_dmb_v201.pdf (Stand: ). 26 Zum Begriff der Interkultur, siehe unter: (Stand: ). Das Institut Interkulturelle Kompetenz und Didaktik e.v. bietet u.a. Trainings, Fort- und Weiterbildungen für interkulturelle Projekte an, um die Institution und ihre Mitarbeiter_innen zum Thema zu sensibilisieren. 27 Terkessidis 2011: Deuser, Patricia (2012): Migration im Museum. Zum aktuellen Stand der Auseinandersetzung mit den Themen Migration und kultureller Vielfalt in deutschen Museen, S.5, unter: geschaefts/dokumente/wir_projekte/migration_im_museum_p.deuser.pdf (Stand: ).

9 Wirtschafts- und Sozialräume beschreibt Stuart Hall und Homi Bhabha haben darauf hingewiesen, man könne in der Moderne nicht mehr von einer einfachen Beziehung zwischen zwei Kulturen ausgehen, vielmehr bilde jede kulturelle Äußerung das Eine-im-Anderen ab. Alle kulturellen Artikulationen sind bei näherem Hinsehen ein kompliziertes Gemisch, entstanden in einer Gemengelage aus Unterdrückung, Diebstahl, Missverständnissen, Aneignungen, Anverwandlungen und abenteuerlichen Metamorphosen. 30 Um einer Kulturalisierung entgegenzuwirken, schlägt Terkessidis eine Definition von Interkultur vor, die sich als Kultur im Zwischen, als eine Struktur im steten Wandel versteht, bei der es nicht um die Frage unterschiedlicher kultureller Identitäten geht. Entgegen auch des Ansatzes von Multikultur, dem Nebeneinander von Kulturen in einem Nationalstaat, lehnt Terkessidis seine Ausrichtung an angelsächsische Definitionen wie der des britischen Projektes Intercultural Cities an: Der interkulturelle Ansatz geht über Chancengleichheit [...] hinaus [...], hin zu einer pluralistischen Transformation des öffentlichen Raumes, der zivilen Kultur und der Institutionen. Kulturelle Grenzen werden daher nicht als fix betrachtet, sondern als fließend und sich ständig erneuernd. 31 Nach diesem Verständnis von Interkultur geht es nicht um die Anerkennung kultureller Identitäten oder das Zusammenleben der Kulturen, sondern Veränderungen sind charakteristische Muster, die aktuell mit der Vielfalt nicht mehr übereinstimmen. Nach Terkessidis lassen sich diese Muster nur durch den bewussten Wandel in den Institutionen erschüttern. Im Sinne einer kulturellen Öffnung steht das Knüpfen neuer Beziehungen im Vordergrund. Das Museum als öffentlicher Raum kann potentiell ein Ort für dieses Knüpfen sein. Terkessidis greift auf die Begriffe Barrierefreiheit und Mainstreaming zurück, um zu verdeutlichen, dass es bei der Interkultur um eine umfassende Transformation geht, die neben der Publikumsansprache und den Programminhalten auch Fragen der Kultur der Institution, der Personalpolitik und materiellräumliche Aspekte mitdenkt. An diesen Ansatz soll in der Folge interkulturell verwendet werden. Als Konzept von Antidiskriminierung und Diversity wird dieser Ansatz unter 2.4 weiter beschrieben und vertieft. 2.2 Institution Museum Im Laufe der Jahrhunderte haben sich der Begriff und das Verständnis von Museum stark gewandelt: vom antiken Musentempel als Ort der Versammlung, über Wunder- und Kunstsammlung des Adels und der Kirche im 16. Jahrhundert, über das öffentliche Bürgermuseum des 19. Jahrhunderts bis zur heutigen Bildungseinrichtung in der pluralistischen 29 Wonisch 2012: Terkessidis 2011: Ebd.: 131f.

10 Gesellschaft. 32 Heute bilden die Kernaufgaben im Museum das Sammeln, Bewahren, Forschen sowie Ausstellen und Vermitteln. 33 Mit mehr als Museen, von denen 56 Prozent öffentlich gefördert sind, existiert in Deutschland eine breite Museumslandschaft, die sich u.a. nach Thematik, Größe, Lage, Status, Finanzierung, Funktion ausdifferenziert. 34 Dabei ist weder der Museumsbegriff geschützt, noch sind die Aufträge und Aufgaben gesetzlich festgelegt. Die Rahmenbedingungen für die Museumsarbeit ergeben sich u.a. aus den vom International Council of Museums (ICOM) verfassten und weitgehend als verbindlich anerkannten ethischen Richtlinien (Code of Ethics for Museums). Ein Museum wird nach ICOM (2006) definiert als: gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung, im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zum Zwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt. 35 Für die weitere konzeptionelle Fassung des Museums ist jedoch der Verweis von Joachim Baur auf den politischen Charakter des Museums relevant. Baur bestimmt dabei die Rolle der Museen als Produktionsstätte von Bedeutung und Welterzeugung, die wesentlich auf einer konstruktivistischen Auffassung des Konzepts der Repräsentation basiert: Museen, museale Sammlungen und Ausstellungen, entwerfen in aktiver Weise Bilder der Welt, die keine Spiegelbilder sind. Soziale, kulturelle, politische oder historische Phänomene werden im Museum nicht abgebildet, sondern re-konstruiert und kulturell kodiert. Museen sind dabei als kulturelle Produktionen abhängig von den Kontexten, aus denen sie entstehen und tragen im Gegenzug ihren Teil zu deren Konstitution bei. 36 Baur fasst unter Repräsentationen alle Darstellungen von Vorstellungen, die als solche Konstruktionsleistungen spezifisch positionierter Produzent_innen sind. Die Kenntnis um die Konstruktion von Geschichte durch Narration (Hayden White), damit die Möglichkeit, vergangene Wirklichkeiten zu repräsentieren und Geschichte aus der Gegenwart heraus zu be_schreiben, ist ebenso fester Wissensbestand einer kulturwissenschaftlich orientierten Geschichtswissenschaft. Dabei stellt in den meisten historischen und ethnologischen Museen, die aus ihrer Entwicklungsgeschichte heraus oft von nationalen Sichtweisen geprägt sind, unabhängig von ihrer örtlichen oder regionalen Ausrichtung, die deutsche Nationalgeschichte den Bezugsrahmen. 37 Als bürgerliche Institution des 19. Jahrhunderts hat das Museum zur Erfindung der Nation und auch zur Konstruktion von Wir-Identitäten beigetragen, die auf 32 Zur Geschichte des Museums u.a. Pomian, Krzysztof (1988): Der Ursprung des Museums: Vom Sammeln. 33 Deutscher Museumsbund e.v., unter: (Stand: ). 34 Vgl. Institut für Museumsforschung (2012): Statistische Gesamterhebung an den Museen der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2011, unter: Museumsforschung/Materialien/mat66.pdf (Stand: ). 35 ICOM Deutschland (2006): Museumsdefinition, unter: (Stand: ). 36 Baur, Joachim (2009): Die Musealisierung der Migration. Einwanderungsmuseen und die Inszenierung der multikulturellen Nation, S Arbeitskreis Migration des Deutschen Museumsbundes 2013: 7.

11 der Abgrenzung zum Anderen beruhten. So funktionieren Regional-, Stadtmuseen wie auch repräsentative Nationalmuseen, indem ein Ausgangspunkt für die Konstruktion gemeinsamer Geschichte gewählt wird. 38 Die weitere Besonderheit des Museums liegt in der Sammlung, Klassifikation und der Ausstellung von Objekten als unmittelbare[r] Kontakt mit dem originalen Gegenstand, mit dem authentischen Objekt 39. Nach Pomian sind Museumsobjekte Semiophoren, also Zeichenträger, Bedeutungsdinge, Verweisobjekte. Sie halten die Kommunikation aufrecht zwischen dem Unsichtbaren, aus dem sie kommen [...] und dem Sichtbaren, wo sie sich der Bewunderung aussetzen. 40 Das Museum ermöglicht scheinbar eine Verbindung zu vergangenen Zeiten und entfernten Orten. Eingebunden und überformt durch größere Ordnungen besteht nach Baur dieser Kontakt jedoch nie unmittelbar, sondern ist Teil der Inszenierung, dem Arrangieren von Exponaten im Raum im Zusammenspiel mit den Gegebenheiten von Licht, Ton etc. sowie der gezielten Zuweisung von Positionen für Ausstellungsbesucher in diesem Gefüge. 41 Eine ähnliche Konzeption ist bei Sharon Mcdonald zu finden: Any museum or exhibition is, in effect, a statement of position. It is a theory: a suggested way of seeing the world. 42 Baur interpretiert hier statement of position in zweierlei Hinsicht: Einerseits drücken Ausstellungen einen bestimmten Standpunkt spezifische Werte, Ideale, Deutungen aus, denn der Raum, in dem sie eingebunden sind, ist ebenso wenig neutral, wie die ausgestellten Informationen. Zudem geben Ausstellungen Auskunft über den raumzeitlichen Zustand einer Gesellschaft. 43 Indem die Handlungen des Museums, so Baur, auf der Autorität der Sache (Walter Benjamin) basieren, wird die Autorität der Macher_innen, die die museal inszenierten Exponate für etwas stehen lassen, entnannt und als adäquate Repräsentation mystifiziert (James Clifford). 44 Ein Hindernis der Bearbeitung des Themas Migration wird in der Praxis auch mit einem Fehlen adäquater materieller Überlieferung begründet, dem Problem also, Migration anhand von Objekten darzustellen. Die Verknüpfung bestimmter Objekte mit Bevölkerungsgruppen kann wiederum Stereotype befördern und zur Konstruktion des Anderen führen. So bilden sich im Bestand wie auch in den Leerstellen des Museums auch Machtverhältnisse ab: von kolonialer Eroberung oder kriegerischer Auseinandersetzung, von Geschmack und Einfluss herrschender 38 Wonisch 2012: Korff, Gottfried/Roth, Martin (1990): Einleitung, in: Korff, Gottfried (Hrsg.): Das historische Museum. Labor Schaubühne - Identitätsfabrik, S Korff, Gottfried (1997/2006): Fremde (der,die,das) und das Museum, in: Gottfried Korff (Hrsg.): Museumsdinge. Deponieren Exponieren, S Baur 2009: 29f. 42 Mcdonald, Sharon (1996): Introduction, zitiert nach: Baur, Joachim (2009): Die Musealisierung der Migration. Einwanderungsmuseen und die Inszenierung der multikulturellen Nation, S Baur 2009: Ebd.: 32.

12 Schichten, von patriarchaler Dominanz sowie allgemein von vergangenen und gegenwärtigen Interessenkonstellationen. 45 Interessant in diesem Zusammenhang ist der Hinweis von Baur auf die Frage der Macht in Abgrenzung zu individueller Erinnerung. Museen geben demnach autorisierten Versionen der Vergangenheit Gestalt und verankern so in institutionalisierter Form ein offizielles Erinnern. 46 Diese Form der Deutungshoheit durch memory makers, wie Kurator_innen oder Deutungseliten aus Wissenschaft, Politik und öffentlichem Leben, kann als master narrative bzw. Meistererzählung (Konrad Jarausch/Martin Sabrow) öffentliche Dominanz erreichen. Ist sie gesellschaftlich und kulturell legitimiert und wirkt bereits bis in den schulischen Bildungskanon hinein, ist es schwierig, ihren Konstruktionscharakter bewusstzumachen. 47 Diese Vorstellung einseitiger, unwidersprochener Deutungshoheit greift jedoch mittlerweile, gerade in einer pluralistischen Gesellschaft, zu kurz. Meistererzählungen wirkten sozial integrierend, [...] solang sie Identifikationsbedürfnisse in der Gesellschaft befriedigten. 48 Das Museum ist hier jedoch auch als Feld der Auseinandersetzung zu denken, räumt Baur ein, bis hin zum Austragungsort für Deutungskämpfe und mitunter konfligierende Identitätspolitiken 49. Identitätspolitik ist hier als Sammlung von Erzählungen zur Gegengeschichte, auch von nichtprivilegierten, minorisierten, teilweise ebenso migrantisierten Gruppen wie u.a. FrauenLesbenTrans*, zu verstehen, welche eine ausschließliche Geschichtsschreibung infrage stellt und damit das Museum nutzt, um unterschiedliche Positionen darlegen zu können und in diesem Sinne Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Durch ihre Gegenwartsneigung sind Museen daher nicht ausschließlich als Orte der Konstruktion und Authentisierung zu verstehen, sondern ebenso der Infragestellung von Geschichte_n. Wonisch verweist dabei auf die Kompensationswirkung von Museen, welche auftreten kann, wenn eine marginalisierte Gruppe aufgrund zunehmender gesellschaftlicher Wahrnehmung an Autonomie gewinnt. Die Aufnahme marginalisierter Geschichtsnarrative durch den historischen Kanon, wie z.b. die der Arbeiter_innen- oder Frauenbewegung, geht wiederum mit der Gefahr einher, von diesem vereinnahmt zu werden. 50 Insbesondere ethnologische Museen sind in den letzten Jahren international vor dem Hintergrund der Postcolonial Studies und des reflexiv turns zunehmend in ihrem Selbstverständnis diskutiert 45 Baur 2009: 33. Für einen Überblick zur theoretischen Einbettung durch u.a. Antonio Gramsci (kulturelle Hegemonie) oder Michel Foucault (Gouvernementalität). Vgl. Jaschke, Beatrice/Martinz-Turek, Charlotte/Sternfeld, Nora (Hrsg.) (2005): Wer spricht? Autorität und Autorschaft in Ausstellungen. 46 Baur 2009: Schönhuth, Michael (o.j.): Meistererzählung, siehe unter: (Stand: ). 48 Baur 2009: Ebd.: Wonisch 2012: 14.

13 worden. Die Relevanz kritischer Interventionen in bestehende museale Praxis zeigt u.a. die aktuelle Kontroverse um die Errichtung des Humboldt-Forums in der Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses. Mit dem wichtigste[n] kulturpolitische[n] Projekt in Deutschland am Beginn des 21. Jahrhunderts 51 wollen das Land Berlin und die Bundesrepublik bis 2018/19 die Hauptstadt unter den weltweit führenden Kultur- und Museumsstädte[n] etablieren. Unter dem Titel Soviel Welt mit sich verbinden als möglich sieht das Nutzungskonzept u.a. die Zusammenführung Berlins ethnologischer Sammlungen zur Erforschung außereuropäischer Kulturen vor. 52 Die Gegeninitiative No Humboldt 21!, ein Bündnis migrantischer Selbstorganisationen, fordert hingegen die öffentliche Debatte um das Großprojekt, dessen größter Teil der über Exponate durch koloniale Eroberungen nach Berlin kam. Die Initiative bezweckt die Offenlegung der Erwerbsgeschichten und die Befolgung der UN- Beschlüsse zur Rückführung von Kunstwerken in Länder, die Opfer von Enteignung wurden. Anknüpfend an die barocken, brandenburg-preußischen Wunderkammern ginge es vor allem um eine eurozentristische Repräsentation von Macht und globaler Bedeutung, welches dem Ziel eines gleichberechtigten Miteinanders in der Migrationsgesellschaft entgegenstünde. 53 Peggy Piesche erkennt hier eine Konstanz der Formierung rassifizierender Bilder und Blicke von den kolonialen Ursprüngen bis zu der Musealisierung der Migration, wie sie zu großen Teilen aktuell in Deutschland praktiziert wird Kulturpolitische Ansätze und Tendenzen im Kontext Museum und Migration In der politischen Diskussion gewannen Zuwanderungsprozesse und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen an Bedeutung. In den letzten Jahren lässt sich somit auch eine zunehmende Auseinandersetzung mit dem Thema kulturelle Vielfalt und Teilhabe feststellen. Dennoch gibt es für die unterschiedlichen Ebenen der politischen Gestaltung in der Bundesrepublik Bund, Länder und Kommunen kein einheitliches kulturpolitisches Konzept zum Umgang mit der bereits diversen Ist-Gesellschaft. Vielmehr bestehen teilweise gegensätzliche Ansätze von traditionellen Integrations- bis hin zu Diversity-Konzepten. Interkultur bzw. Migrantenkultur wurde erstmals 2007 auf die Ebene der Bundeskulturpolitik 51 Stiftung Berliner Schloss Humboldtforum (2011) (Hrsg.): Das Humboldt-Forum. Soviel Welt mit sich verbinden als möglich. Aufgabe und Bedeutung des wichtigsten Kulturprojekts in Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts, S Ausschnitte der Broschüre zum Nutzungskonzept des Humboldt-Forums machen deutlich, dass über Bilder und Texte (Beschriftungen, Überschriften) Konstruktionen des Fremden re_produziert werden. Siehe dazu Anhang Nr. 1 und 2, S Zu den Plänen des Humboldt-Forums sowie der Gegeninitiative unter: (Stand: ). 54 Vgl. Kazeem, Belinda/Al-Samarai, Nicola Lauré/Piesche, Peggy (2009): Museum. Raum. Geschichte: Neue Orte politischer Tektonik,

14 gehoben. 55 Nach jahrzehntelangen gesellschaftlichen und politischen Kontroversen, die häufig als Problemdiskurs geführt wurden, weist der Bericht der Enquete-Kommission Kultur in Deutschland auf die Notwendigkeit hin, auch über die Kultur, Integration zu fördern. Die Handlungsempfehlungen der Kommission beziehen sich dabei auf u.a. breitere Publikumsansprachen durch die Museen. Mit dem schließlich im gleichen Jahr erschienenen Nationalen Integrationsplan (NIP) erfolgte auf Bundesebene ein weiterer Anstoß zu einer interkulturellen Öffnung der Kulturinstitutionen und -programme. Dieser sah explizit neben der ökonomischen und sozialen auch die kulturelle Integration vor. Die Bundesregierung adressierte deutsche Kulturinstitutionen, für eine interkulturelle Öffnung im Selbstverständnis, in den inhaltlichen Programmen, in den Gremien und beim Personal einzutreten 56. Der NIP sollte die Integrationspolitik damit zur Querschnittsaufgabe erheben und kulturelle Integration, durch u.a. Museen, befördern. So heißt es im NIP: Die deutsche Gesellschaft steht vor einer Integrationsaufgabe, die die Kultur umfasst. Die Realität der Zuwanderungsgesellschaft ist auch eine kulturelle Herausforderung. [...] Bei der kulturellen Integration von Zuwanderern handelt es sich um einen wechselseitigen Prozess. 57 Zur Umsetzung formuliert der NIP keine konkreten Vorgaben, sondern empfiehlt unverbindliche Selbstverpflichtungen. Im Anschluss dessen wurde der Deutsche Museumsbund vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien zur Auseinandersetzung mit dem Thema Migration angeregt, woraufhin 2010 der bundesweit agierende Arbeitskreis Migration entstand. Ergänzend zum konstant arbeitenden Arbeitskreis gestaltet der Deutsche Museumsbund zwei bundesweite, temporäre Projekte jeweils von 2012 bis 2015, um erste Ansätze einer kulturellen Öffnung der Museumsarbeit durch praktische wie theoretische Auseinandersetzungen zu befördern. Die aktuellen Initiativen des Deutschen Museumsbundes folgen dabei den Leitideen Partizipation und Multiperspektivität. Gefördert vom Bundesinnenministerium unterstützt der Deutsche Museumsbund im Rahmen des ersten Projektes Alle Welt: Im Museum Kooperationsprojekte zwischen Museen und Migrationsorganisationen. Über eine bundesweite Ausschreibung wurden sechs Kooperationsideen ausgewählt, die in den folgenden Jahren realisiert werden sollen. Das zweite Projektmodul Kulturelle Vielfalt im Museum: Sammeln, Ausstellen, Vermitteln ist gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und setzt sich mit der kulturellen Öffnung als Querschnittsaufgabe für das gesamte Museum auseinander. Hier stehen zwei Teilaspekte im Fokus: Zum einen öffnen einzelne Museen unter dem Titel Sammlungen 55 Enquete-Kommission (2007): Schlussbericht. Kultur in Deutschland, S. 215f., unter: dip21/btd/ 16/070/ pdf (Stand: ). 56 Presse-und Informationsamt der Bundesregierung (2007): Der Nationale Integrationsplan. Neue Wege Neue Chancen, S. 52, unter: (Stand: ). 57 Ebd.: 127.

15 neu sichten ihre Sammlungen. 58 Museumsobjekte werden von Fokusgruppen museumsexternen Personen mit und ohne Museumsgeschichte betrachtet und diskutiert. Zum anderen sollen die Erfahrungen und Ergebnisse aller Projekte gebündelt und, u.a. für Museumsmitarbeiter_innen, zugänglich gemacht werden. Für zukünftige Studienfahrten ist ein Fortbildungskonzept in Zusammenarbeit mit der Bundesakademie für kulturelle Bildung geplant. Zudem verfasst der Deutsche Museumsbund derzeit eine Handreichung unter dem Titel Museen, Migration und kulturelle Vielfalt, die bisher als zweiter Diskussionsentwurf im Internet einzusehen ist. Wie bereits vorherige Publikationen, u.a. zu Inklusion und Barrierefreiheit (2013), soll die Handreichung Museen aller Größen und Sparten unterstützen und Praxishilfe nach unterschiedlichen Bedürfnissen und Ressourcen vermitteln. In der Zielformulierung der Handreichung des Arbeitskreises heißt es: Zukünftig sollen die Erfahrungen und Bedürfnisse der Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte für Museen und Ausstellungen eine größere Rolle spielen. Der Weg geht hin zu einem partizipativen und inklusiven Museum, das Teilhabe aller gesellschaftlicher Gruppen fördert und Integration als wechselseitigen Prozess versteht. 59 Auf Länderebene, so merkt Terkessidis an, sei positiv festzustellen, dass mittlerweile viele Länder Integrationskonzepte entwickelt haben. Oftmals werde aber jedoch noch immer rassistisch auf die Migrantisierten und deren angeblichen Defizite wie Bildungsferne fokussiert. 60 Nach Terkessidis finden aber gerade auf kommunaler Ebene auch konstruktive Debatten statt, welche er in den spürbaren Auswirkungen demographischer Entwicklungen für die Kommunen begründet sieht. Insbesondere auf kommunale Ebene käme es zu konkreten Veränderungen kulturpolitischer Prozesse. In zahlreichen Kommunen wurden u.a. Pläne ausgearbeitet, um das Intercultural Mainstreaming als Querschnittsaufgabe in den Verwaltungen zu etablieren. 61 Terkessidis verweist zudem u.a. auf einzelne positive Entwicklungen, die auf die Benennung von Sonderposten verzichten, wie in der Kulturförderung der Stadt München, die nicht mehr zwischen allgemeiner Kulturförderung und Förderung interkultureller Projekte 58 Beteiligt sind das Landesmuseum Mainz, das Historische Museum Bielefeld, das Bröhan-Museum in Berlin, das Völkerkundemuseum in Herrnhut und Dresden sowie die Staatlichen Ethnografischen Sammlungen Sachsen. 59 Arbeitskreis Migration des Deutschen Museumsbundes 2013: Terkessidis 2008: 47. Erst im Dezember 2013 hat so zum Beispiel die sächsische Landesregierung einen Ratgeber in Form einer Infobroschüre mit Comic-Bildern, für Asylsuchende herausgegeben, um diese über die kulturellen Unterschiede zu informieren. Bei den Darstellungen wird sich erneut rassistisch aufgeladener Vorurteile bedient, wie auch die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl kritisiert. 61 Die Idee des Intercultural Mainstreaming knüpft an das Gender Mainstreaming an, das auf Forderungen der internationalen Frauenbewegung zurückgeht. Ursprünglich war damit gemeint, dass bei allen politischen Entscheidungen die gesellschaftliche Situation von Frauen berücksichtigt werden soll - so das Fazit der vierten UN- Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking. Heute wird diese Strategie als Forderung nach gleichberechtigter politischer und sozialer Teilhabe aller Menschen gefasst, unabhängig vom biologischen Geschlecht und der sexuellen Orientierung. Analog dazu hat sich seit den 1990er Jahren in den USA und in Großbritannien die Strategie des Intercultural Mainstreamings verbreitet, dem häufig die Quotenregelung für Minderheiten zugrunde lag.

16 unterscheidet, sondern allgemeine Qualitätskriterien unter Einbeziehung von Chancengleichheit oder Gender und Intercultural Mainstreaming entwickelt hat. In Deutschland spiegelt sich das gesteigerte Interesse an derartigen Ansätzen in der thematischen Ausrichtung von Fachtagungen. Als Paradigmenwechsel wurde auch die vom 24. bis 26. Oktober 2012 in Hamburg seit 2010 veranstaltete vierte Ausgabe der Bundesfachkonferenz Interkultur DiverCity Realitäten_Konzepte_Visonen bezeichnet. 62 Neue Narrative für ein neues Deutschland wurden u.a. von Naika Foroutan gefordert, die den bestehenden teils rassistisch-islamophoben Narrativen eine postmigrantische Perspektive entgegensetzen könnten. 63 Inhaltlich setzte sich damit der Ansatz durch, sich von integrationspolitischen Konzepten zu verabschieden, hin zu einer Neuausrichtung der Politik der Diversität, des Diversity Management. Die Suche nach Zukunftskonzepten von gerechter Teilhabe und interkulturellem Dialog bestimmten die Themen und wurden beim vierten Kongress unter dem Diversity-Ansatz subsumiert. Es wurde herausgestellt, dass insbesondere die offensive Bekämpfung von Rassismus, Diskriminierung und Nationalismus sowie eine Absage an Kulturalisierung und Ethnisierung jeglicher Art zukünftige Debatten bestimmen werden und in die Diversity-Konzepte implementiert werden müssen. 64 Dorothea Kolland fasste die Tagungsergebnisse in einer Zielformulierung für eine zukünftige Praxis der Kulturarbeit wie folgt zusammen: Von größter Bedeutung ist die Entwicklung gemeinsamer Strategien und Institutionen, wo ethnien- und religionsübergreifend gemeinsames Handeln in Augenhöhe erprobt werden wird, in Kenntnis der jeweiligen Potentiale und unter Beachtung der Diversity- Grundsätze (Anti)Diskriminierung und Diversity Diversity-Konzepte, die Diversität als Vielfalt verstehen und die Verschiedenheit von Menschen in ihrer Pluralität anerkennen 66, erfahren wachsenden Zuspruch. Als Konzept dient Diversity dazu, bestehende bzw. fehlende Pluralität anhand von Diversitykategorien aufzuzeigen. Es zielt darauf ab, dass Institutionen die Diversitäten von Menschen in einer Gesellschaft widerspiegeln 67 und umfasst daher alle Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt. U.a. scheinen hauptsächlich zwei Faktoren diese Entwicklung zu bedingen: 62 Vgl. Tomchuk, Natascha/Turner, Anja/Graser, Rolf (2013): Vielfalt als Chance für Veränderung, in: Kulturpolitische Gesellschaft e.v. (Hrsg.): Kulturpolitische Mitteilungen. Vielfalt als Chance, S. 32f. 63 Vgl. Foroutan, Naika (2013): Neue Narrative für ein neues Deutschland?, in: Kulturpolitische Gesellschaft e.v. (Hrsg.): Kulturpolitische Mitteilungen. Vielfalt als Chance, S Tomchuk/Turner/Graser 2013: Kolland, Dorothea (2013): Spotlight Integration: Deutschland auf dem Weg in die multikulturelle Gesellschaft, in: Kulturpolitische Gesellschaft e.v. (Hrsg.): Kulturpolitische Mitteilungen. Vielfalt als Chance, S Vgl. Czollek, Leah Carola/Perko, Gudrun/Weinbach, Heike (2009): Lehrbuch Gender und Queer. Grundlagen, Methoden, Praxisfelder. 67 Czollek/Perko/Weinbach 2009: 48.

17 Das Ringen um Anerkennung minorisierter Positionen durch soziale Bewegungen ist mit dem Civil Rights Movement gegen die Benachteiligung Schwarzer 68 Menschen und People of Color sowie der Frauenbewegung seit den 60er Jahren in den USA zu einer politischen Kraft geworden. Emanzipationsbewegungen formulierten den Anspruch auf Achtung bisher marginalisierten Wissens, Erfahrungen und Lebensentwürfe. Als Reaktion wurden in den USA Maßnahmen (Affirmative Actions) u.a. als Arbeitsmarkt-Regulativ vorgenommen, um Zugangsbarrieren für marginalisierte Gruppen abzubauen, wobei die Norm der Organisationen jedoch lange Zeit unangetastet blieb Die globale Verflechtung der Märkte 70 führte zudem zu einer positiven Wahrnehmung von Vielfalt als wirtschaftlichen Erfolgsfaktor. Unter dem Eindruck des globalen Wettbewerbs und der Diversifizierung der Arbeitnehmer_innenschaft entwickelte sich die Affirmative Action zu Diversity als Arbeitsprinzip und Instrument der Unternehmensführung. Ins Zentrum rückte das Ideal einer Belegschaft, die sich durch unterschiedliche Eigenschaften und Talente auszeichnet. Hierin besteht ein Unterschied zu defizit-orientierten Differenz-Ansätzen, die die jeweils fokussierten Gruppen überwiegend mit Problemen assoziierten. In dieser Entwicklung zum Diversity Management dominiert das ökonomische Interesse an der Umsetzung von Diversity. 71 Auch im deutschsprachigen Raum ist Diversity Management in Unternehmen zu einem relevanten Thema geworden. Dabei bestehen bisher keine Qualitätskriterien der Maßnahmen. So kann auch die bundesweit populärste Unternehmensinitiative, die Charta der Vielfalt 72, als unverbindliche Zielformulierung verstanden werden. 73 Sind beide Faktoren auch höchst unterschiedlich intendiert, sind westliche Industriegesellschaften in der Folge der angestoßenen Pluralisierung von Identitätskonzepten zunehmend durch Fragen von Anerkennungs- und Verteilungsgerechtigkeit bestimmt, die wiederum in antidiskriminierende Maßnahmen und Konzepte von Chancengleichheit münden können. Soziale Ungleichheiten lassen sich nunmehr an den Differenzlinien bzw. Strukturkategorien gender/sexuality, race/ethnicity, class und bodies ausmachen. 74 Diese 68 Die Großschreibung von Schwarz folgt den Selbstbezeichnungen Schwarzer/People of Color Aktivist_innen und verdeutlicht, dass es sich bei Schwarzsein nicht um eine biologische oder kulturelle Identität, sondern um eine politische Positionierung handelt. Vgl. Eggers, Maureen Maisha et al. (2005): Mythen, Masken und Subjekte. 69 Vgl. Auernheimer, Georg (2010): Diversity und Interkulturalität als Herausforderungen für die interkulturelle Sozialarbeit, unter: Intersektionalitaet.pdf ( ). Die Verwirklichung eines Beschäftigtenschutzes in diesem Sinne findet im Deutschen Recht durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) Ausdruck. 70 Vgl. Cowen, Tyler (2002): Creative Destruction: How Globalization is Changing the World's Cultures. 71 Terkessidis 2010: 138f. 72 Die Charta der Vielfalt ist eine 2006 gegründete Unternehmensinitiative unter der Schirmherrschaft von Angela Merkel, deren mehr als 260 Unterzeichner_innen sich für ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld in ihren Unternehmungen einsetzen. Siehe dazu: (Stand: ). 73 Terkessidis 2010: Vgl. Winker, Gabriele/Degele, Nina (2009): Intersektionalität. Zur Analyse sozialer Ungleichheiten.

18 Differenzlinien bestehen entlang zugewiesener Personen bezogener Merkmale bzw. Diversitykategorien wie: Geschlechterrolle, sexuelle Orientierung, kultureller und sozialer Hintergrund, Sprache, Hautfarbe, körperliche Verfasstheit, Alter etc. Nach wie vor bestimmen Diversitykategorien den Status einer Person in positiver wie negativer Weise bzw., wer an gesellschaftlichen Ressourcen teilnehmen kann oder ausgegrenzt wird und sind schließlich noch immer mit Diskriminierungen verbunden. 75 Diskriminierung beschreibt die Benachteiligung und Herabwürdigung von Menschen aufgrund ihrer sozialen Positionierung und findet auf verschiedenen Ebenen statt: institutionell, durch (Nicht)Handeln von Institutionen und Mitarbeiter_innen; strukturell, durch gesellschaftlich dominierende Normen; interaktionell durch Individuen. Auch in der Unsichtbarmachung minorisierter Positionen gegenüber privilegierten sozialen Gruppen wirkt symbolische Diskriminierung (Birgit Rommelspacher), die sich auch in Sprachhandlungen manifestiert. 76 Aus konstruktivistischer Sicht bedeutet dies, dass nicht nur das, was gesagt wird, Teil diskriminierender Sprach_Handlungen sein kann, sondern auch das, was nicht gesagt wird. Nicht-Benennungen differenzieren sich analytisch weiter aus. Einerseits zeigt der Begriff EntNennung (Alanna Lockward) Sprachhandlungen auf, durch die machtvolle Positionierungen aus privilegierter Perspektive nicht explizit gemacht und dadurch re_produziert werden. So ist bspw. das Verschweigen von Weißsein als gesellschaftliches Privileg eine Form der EntNennung, da Weißsein sprachlich als Norm impliziert wird. Andererseits bezeichnet Ent_Erwähnung (Lann Hornscheidt) Sprachhandlungen, mit denen diskriminierte Positionierungen nicht benannt sowie als nicht wahrnehmbar hergestellt werden und gleichzeitig Äußerungen aus privilegierter Position als universell und normativ setzen. 77 Grundsätzlich wird Diversity-Konzepten in diesem Zusammenhang eine antidiskriminierende Perspektive gegenüber ungleichen Machtverhältnissen, diskriminierenden Strukturen und Einstellungen als immanent zugesprochen. Antidiskriminierung ist eng mit Diversity verbunden, jedoch nicht gleichzusetzen. Während Diversity hier als Phänomen, Prozess oder Prinzip zu verstehen ist, wird mit Antidiskriminierung das aktive Eintreten gegen Diskriminierung verbunden. Als antidiskriminierende Maßnahme stellt sich damit die Einbindung des Diversity-Konzeptes in rechtliche Dimensionen dar. So sind die Diversitykategorien in der UN-Menschenrechtskonvention verankert und seit Ende der 90er 75 Czollek/Perko/Weinbach 2009: Vgl. Rommelspacher, Birgit (2006): Wie wirkt Diskriminierung? Vortrag zur Tagung Ethik und Behinderung Vom Paradigmenwechsel zur Praxis der Anerkennung, , Berlin, unter: (Stand: ). 77 Vgl. Hornscheidt 2012: 360. Insbesondere in historischen Ausstellungen finden sich zahlreiche Beispiele. Eine Interventionsgruppe wies 2012 auf EntNennungen weißer und Ent_Erwähnungen Schwarzer Positionen in der historischen Dauerausstellung der Humboldt-Universität zu Berlin hin. Siehe dazu: blogspot.de (Stand: ).

19 Jahre auch Teil des Leitbildes der Europäischen Union. Seit 2006 sind in der deutschen Gesetzgebung die Aspekte der Vielfalt im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz berücksichtigt. Zu betonen ist, dass die Liste der Kategorien erweiterbar ist. Es sind immer neue Analysen gefragt, die Veränderungen aufnehmen und reflektieren. Differenzierte Auseinandersetzungen finden u.a. in den wissenschaftlichen Disziplinen der Gender Studies, Queer Studies, Disability Studies und Postcolonial Studies, die Diskriminierungsstrukturen und -mechanismen systematisch aufdecken und diesen mit einem jeweils eigenen Schwerpunkt entgegentreten, um Alternativen herzustellen, wie auch auf herrschaftskritischen aktivistischen Ebenen statt Politisiertes Diversity Es wird Zeit, sich von alten Ideen wie Identität und Differenz; Deutschsein und Fremdheit zu verabschieden und neue Ansätze zu finden. Vielheit, mit der kleinsten Einheit des Individuums als unangepasstes Wesen und Bündel von Unterschieden. Die Gestaltung der Vielheit muss für jedes Individuum einen Rahmen schaffen, in dem Barrierefreiheit herrscht und es seine Möglichkeiten ausschöpfen kann. 79 Der von Terkessidis geforderte Ansatz, dass Individuum in seiner Vielheit zum politischen Ausgangspunkt zu machen, steht in gedanklicher Tradition allgemeiner Gerechtigkeitsdiskurse (u.a. John Rawls), die erweitert um herrschaftskritische Perspektiven (u.a. Iris Marion Young) im Social Justice Ausdruck finden. 80 Social Justice ist ein spezifisches Gerechtigkeitsdenken und bedeutet Anerkennungs- und Verteilungsgerechtigkeit. Verteilungsgerechtigkeit benennt die Vision einer Gesellschaft, in der die Ressourcen so verteilt sind, dass alle Menschen weitestgehend physisch und psychisch in Sicherheit und Wohlbefinden leben können 81. Anerkennungsgerechtigkeit beschreibt dazu eine Gesellschaft, in der niemand strukturell, kulturell und individuell diskriminiert wird, sondern partizipativ anerkannt wird 82. Dieses Verständnis von Social Justice bildet den Rahmen für den Ansatz des Politisierten Diversity, wie es Leah Carola Czollek, Gudrun Perko und Heike Weinbach aktuell insbesondere für die Soziale Arbeit als Theorie und Praxis vertreten. In Rückbezug auf die ursprünglich politische Intention, dem Ringen um Anerkennung marginalisierter Gruppen, grenzt sich Politisiertes Diversity von ökonomisierten Diversity- Konzepten ab. Ein komplexes Verständnis von gesellschaftlicher Heterogenität zu gewinnen, welches in die eigenen Praxen übernommen wird, ist die grundlegende Absicht. Das Konzept richtet sich auf eine demokratische Öffnung aller gesellschaftlichen Räume für alle 78 Czollek/Perko/Weinbach 2009: Terkessidis 2010: Eine philosophische und politische Einbettung bieten Czollek/Perko/Weinbach, die im Rahmen der Arbeit nicht dargestellt werden kann. Vgl. Czollek, Leah/Perko, Gudrun/Weinbach, Heike (2012): Praxishandbuch Social Justice und Diversity. Theorien, Training, Methoden, Übungen. 81 Czollek/Perko/Weinbach 2009: Ebd.: 53.

20 Menschen 83, um gleiche Möglichkeiten und gleichberechtigte Partizipation an allen gesellschaftlichen Ressourcen zu schaffen 84, unabhängig der Nützlichkeit eines Menschen. 85 Politisiertes Diversity speist sich aus einer Vielzahl von Konzepten, die hierarchiefrei nebeneinander gedacht sind. 86 Abbildung 3 verdeutlicht diesen Ansatz in einer Grafik, die aufzeigt, dass verschiedene Konzeptionen zugunsten sozialer Gerechtigkeit für alle Menschen zusammengeführt werden, dabei jedoch in ihrer jeweiligen politischen Intention erhalten bleiben: 87 Feminismus, Gender Mainstreaming, Interkulturelle Öffnung, Antirassismus-Konzeptionen, Konzepte der Enthinderung sowie Lesbisch-Schwul-Bi-Transgender. Je für sich allein weisen die Richtungen ein (Haupt-)Merkmal auf, durch das sie einer Veränderung der Homogenität zugunsten der Heterogenität der Institutionen in einem umfassenden Sinne nicht gerecht werden können: Feminismus bezieht sich auf Frauen, Gender Mainstreaming auf Frauen und Männer, interkulturelle Öffnung auf Migrant_innen. 88 In diesem Sinne ist auch Ziel des Politisierten Diversity, Konzepte zu entwickeln, in denen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen zusammenkommen und Ansätze sich bündeln. Diversity soll bestehende zielgruppenspezifische Modelle dabei nicht ersetzen, da diese als auch empowernd wirken können, sondern wird als Ergänzung dieser verstanden. Czollek, Perko und Weinbach verstehen ein Politisiertes Diversity als ganzheitliches, eigenes Projekt politischer Veränderungskraft, welches zum Abbau struktureller Diskriminierung führen soll. 89 Strukturelle Diskriminierung wird hier nochmals ausdifferenziert, wie in Abbildung 4 zu sehen ist. 90 Strukturelle Diskriminierung bezeichnet demnach eine Form der Intersektionalität, die Einbettung subjektiver (individueller) Handlungen in institutionelle und kulturelle (gesellschaftliche) Dimensionen und das sich gegenseitige Bedingen. 91 Insbesondere diese intersektionale Komplexität ist für das Konzept des Politisierten Diversity bedeutend. Intersektionalität beschreibt die Verwobenheiten von Diskriminierungsformen (u.a. von Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Antiromaismus, Transfeindlichkeit, Homosexuellenfeindlichkeit, Ableismus, Lookismus, Adultismus), die zu eigenständigen Diskriminierungserfahrungen jeweiliger Gruppen oder Menschen führen. Für Schwarze Frauen sind Sexismus und Rassismus interdependent, damit untrennbar miteinander verbunden, und bedingen andere Diskriminierungserfahrungen als von sexistisch diskriminierten weißen Frauen, die nicht von Rassismus betroffen sind. Das Konzept von Intersektionalität geht auf die Kritik 83 Czollek/Perko/Weinbach 2009: Czollek/Perko/Weinbach 2012: Ebd.: Ebd.: Siehe dazu Abb. 3, S Czollek/Perko/Weinbach 2012: Ebd.: Siehe dazu Abb. 4, S Czollek/Perko/Weinbach 2012: 44f.

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