Fit fürs Global Business : Interkulturelle Kompetenz im Geschäftsalltag

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1 Cross-Culture-Knigge C 90/1 Fit fürs Global Business : Interkulturelle Kompetenz im Geschäftsalltag DARUM GEHT ES: Beschaffung in Indien, Verkauf in China, Beratung aus den USA, Kommunikation mit dem Tochterkonzern in Russland: Die Globalisierung betrifft wahrscheinlich auch Ihren Arbeitstag. Immer häufiger müssen Sie internationale Telefongespräche annehmen, s und Briefe auf Englisch formulieren und Verhandlungen, Konferenzen oder Geschäftsessen organisieren, an denen internationale Geschäftspartner, Kollegen oder Kunden teilnehmen. Dieser Beitrag schildert acht typische Herausforderungen aus dem wahren Leben und sensibilisiert Sie für Details und Fettnäpfchen. Die Themen: Was tun Sie, wenn es kulturelle Missverständnisse gibt? Machen Sie den Test: Sind Sie fit für interkulturelle Herausforderungen? Alle Antworten auf einen Blick: Sind Sie fit für interkulturelle Herausforderungen? Haben Sie alles gewusst? Interkulturelle Kompetenz als lebenslanger Prozess Ihr Experten-Team: Antje Wenninger und Horst Arnold Antje Wenninger ist Geschäftsführerin der interkulturellen Personalberatung cultureworks. Als zertifizierte interkulturelle Trainerin und Coach arbeitet Sie zurzeit erfolgreich in Südostasien, China, Südkorea und Deutschland. Dieser Beitrag enstand in Zusammenarbeit mit Horst Arnold, Protokollchef der Bundespräsidenten von 1974 bis Ausgabe 2/ Suchwortverzeichnis Tipps & Trends A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

2 C 90/2 Cross-Culture-Knigge Was tun Sie, wenn es kulturelle Missverständnisse gibt? Eine wahre Begebenheit Stellen Sie sich vor: Ihr Chef, einige Ihrer Kollegen und Sie tagen gerade mit einer Delegation aus Asien. Es ist gleich Mittagszeit und Sie freuen sich schon auf einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft. Kaum ist die Besprechung beendet, verschwinden Ihre Kollegen in Windeseile in die Mittagspause, und Ihr Chef eilt noch schnell in die nächste Telefonkonferenz. Übrig bleiben die asiatische Delegation und Sie. Die hochrangigen Gäste warten irritiert und machen keine Anstalten, den Besprechungsraum zu verlassen. So ähnlich hat sich eine wahre Begebenheit zugetragen. In einer solchen Situation wird von Ihnen als Meeting-Verantwortlicher nicht nur Selbstbewusstsein, sondern auch Kreativität und interkulturelle Kompetenz gefordert. Plötzlich liegt es in Ihrer Hand, das Gesicht Ihres Chefs zu wahren und womöglich den gesamten Geschäftsabschluss zu ermöglichen. So handeln Sie kompetent und retten die Situation Gemeinsame Mahlzeiten werden erwartet Wie wäre es, wenn Sie den Herren ein Lächeln schenken und sie freundlich bitten, noch einmal für einen kurzen Moment im Besprechungsraum Platz zu nehmen. Sie erklären, dass die Taxen zur gemeinsamen Fahrt ins Restaurant in wenigen Minuten da sein werden. Drei Anrufe später haben Sie die Gefahr gebannt. Der Chef ist informiert und zurück im Besprechungsraum, die Taxen sind bestellt, und der Tisch im Restaurant ist reserviert. Zum Glück wussten Sie im Gegensatz zu allen anderen Beteiligten: Das gemeinsame Essen ist für die meisten Asiaten der wichtigste Teil der Geschäftsverhandlung. An der Gästebewirtung und der Gastfreundschaft zu sparen, 34 Ausgabe 2/2011

3 Cross-Culture-Knigge C 90/3 würde nicht nur die Gäste irritieren, sondern auch die Geschäftsbeziehung gefährden. Sie sind der Schlüssel zum Erfolg Andere Länder, andere Sitten: Selbstverständlich wissen Sie, dass Sie heutzutage bei Ihren internationalen Aufgaben kulturelle Besonderheiten berücksichtigen müssen. Ihr Gespür für kulturelle Unterschiede und Erwartungen kann über Erfolg und Niederlage mit entscheiden, wie nicht nur das Beispiel auf Seite C 90/2 dieses Beitrags beweist. Doch welche weiteren kulturspezifischen Aspekte müssen Sie im Geschäftsalltag berücksichtigen? Seite C 90/2 Machen Sie den Test: Sind Sie fit für interkulturelle Herausforderungen? Im folgenden Quiz können Sie Ihre Stärken auf dem internationalen Parkett testen und Ihr Wissen erweitern. Bei einigen Fragen sind mehrere Antworten richtig. Ausführliche Erläuterungen finden Sie ab Seite C 90/7 in diesem Beitrag. Seite C 90/7 1. Situation: Wie schreiben Sie einen österreichischen Finanzdirektor an? Sie organisieren ein bevorstehendes Firmenjubiläum und Ihr Chef bittet Sie, auch den Finanzdirektor eines österreichischen Unternehmens einzuladen, zu dem erste Geschäftskontakte bestehen. Der Finanzdirektor heißt Joseph Pützer. Wie schreiben Sie ihn in der Einladung an? a) Sie wissen, dass Titel in Österreich nicht so wichtig sind, und schreiben Sehr geehrter Herr Pützer. b) Sie entscheiden sich für die Anrede Sehr geehrter Herr Finanzdirektor. c) Sie schreiben Sehr geehrter Herr Dr. Pützer. Ausgabe 2/

4 C 90/4 Cross-Culture-Knigge Abwimmeln von Kunden Terminfindung mit ausländischen Gästen 2. Situation: Sollen Sie das Gespräch annehmen? Sie haben Ihrer Sekretärin ausdrücklich gesagt, dass Sie für niemanden zu sprechen sind. Dennoch ruft sie an und möchte einen chinesischen Kunden zu Ihnen durchstellen, der hartnäckig ist und unbedingt den Chef sprechen möchte. Sollen Sie das Gespräch annehmen? a) Sie erteilen Ihrer Sekretärin eine Rüge. Hat sie nicht verstanden, dass Sie für niemanden zu sprechen sind? b) Sie bitten die Sekretärin, den chinesischen Kunden auf den nächsten Tag zu vertrösten. c) Sie danken Ihrer Sekretärin und nehmen das Gespräch an. d) Sie weisen Ihre Sekretärin an, den Kunden darum zu bitten, sein Anliegen per zu formulieren, damit es keine sprachlichen Missverständnisse gibt. 3. Situation: Was müssen Sie bei der Organisation einer internationalen Konferenz beachten? Sie sind beauftragt, eine eintägige internationale Konferenz zu terminieren und zu organisieren, an der die Geschäftsleiter und die Führungskräfte aller Tochterkonzerne weltweit teilnehmen sollen. Welche Aussagen treffen zu? Mehrere Antworten sind möglich. a) Bei der Terminfindung berücksichtigen Sie die Vorlieben des obersten Chefs. Außerdem stellen Sie sicher, dass der Termin möglichst bei niemandem mit Ferienoder Feiertagen kollidiert. b) Ein Freitag ist besonders geeignet, damit die Führungskräfte am Wochenende Zeit zum Sightseeing haben. c) Die Führungskräfte freuen sich besonders, wenn für sie ein kleines und persönlich geführtes Hotel reserviert wird. d) Ein großes Hotel einer bekannten Hotelkette ist eine gute Wahl. 36 Ausgabe 2/2011

5 Cross-Culture-Knigge C 90/5 4. Situation: Welches Rahmenprogramm gefällt Ihren brasilianischen Geschäftspartnern? Ihr Unternehmen erwartet eine Delegation brasilianischer Geschäftspartner eines Unternehmerverbundes aus Sao Paulo. Die Delegations-Mitglieder werden insgesamt drei Tage bleiben. Ihr Chef beauftragt Sie mit der Vorbereitung des Rahmenprogramms. Worauf sollten Sie achten? a) Sie sorgen für einen pünktlichen Feierabend, damit die Delegation genug Freizeit hat, um alleine Geschenke einkaufen zu gehen. b) Sie haben gehört, dass brasilianische Geschäftsleute es mit der Pünktlichkeit nicht so genau nehmen. Sie sorgen für großzügige Pausen, um Unpünktlichkeit entgegenzuwirken. c) Sie planen ein Abendprogramm mit deutschem Kulturprogramm und authentischem brasilianischen Essen. Sie stellen sicher, dass die Delegation aus dem Hotel abgeholt wird. d) Sie warten erst einmal ab, um das Programm zusammen mit den brasilianischen Geschäftsleuten zu klären und auf spontane Wünsche eingehen zu können. 5. Situation: Worüber reden Sie mit britischen Gentlemen? Sie empfangen zwei britische Geschäftspartner im Besprechungsraum und warten noch auf weitere Kolleginnen und Kollegen. Worüber sprechen Sie in der Zwischenzeit am besten? Mehrere Antworten sind möglich. a) Sie holen Ihre Familienbilder aus der Handtasche und erkundigen sich freundlich, ob die Herren auch Kinder haben. b) Sie fangen an, über das Wetter zu sprechen. c) Sie lenken das Gespräch auf das Thema Fußball und berichten von einem aktuellen Zeitungsartikel über die Ausgabe 2/

6 C 90/6 Cross-Culture-Knigge Fußballweltmeisterschaft, den Sie heute früh gelesen haben. d) Sie testen den berühmten britischen Humor und erzählen einen verschmitzten Witz über die Queen. Essvorschriften berücksichtigen 6. Situation: Was dürfen Muslime essen und trinken? Ihr Chef beauftragt Sie, ein Bankettessen für eine internationale Marketingveranstaltung zu organisieren, bei der unter anderem muslimische Geschäftspartner aus Malaysia anwesend sein werden. Sie sprechen die Menükarte mit der Bankettleitung durch. Worauf müssen Sie achten? Mehrere Antworten sind möglich. a) Da strenge Muslime keinen Alkohol trinken, darf auf der Veranstaltung kein Alkohol ausgeschenkt werden. b) Bei der Zubereitung der Speisen darf keine Gelatine verwendet werden. Auch Schweinefleisch ist tabu. c) Ihre muslimischen Gäste freuen sich besonders, wenn das Hauptgericht aus einem blutigen Rindersteak besteht. d) Nur geschächtetes Fleisch ist erlaubt. 7. Situation: Womit müssen Sie bei indischen Geschäftspartnern rechnen? Eine Assistentin begleitet ihren Chef zum ersten Mal auf eine Dienstreise nach Singapur. Dort treffen die beiden auf zwei neue Geschäftspartner indischer Herkunft, um über die Gründung eines gemeinsamen Tochterunternehmens (Joint Venture) zu sprechen. Sie treffen zum ersten Mal zusammen. Worauf sollte die Assistentin vorbereitet sein? Mehrere Antworten sind möglich. a) Die indischen Geschäftspartner ignorieren die Frau und beachten sie während des gesamten Gesprächs nicht. b) Der Chef und die Assistentin werden herzlich umarmt und anschließend zur Begrüßung in ein Teehaus eingeladen. 38 Ausgabe 2/2011

7 Cross-Culture-Knigge C 90/7 c) Der Chef wird mit Handschlag begrüßt, die Assistentin wird nicht begrüßt. d) Der Chef und die Assistentin werden nicht mit Handschlag, sondern mit einer tiefen Verbeugung begrüßt. 8. Situation: Wie verabschieden Sie russische Gäste? Russische Geschäftsleute, die sich für eine Zusammenarbeit mit Ihrem Unternehmen interessieren, sind zu Besuch. Die ersten Verhandlungen sind nach zwei Tagen beendet. Nach einem gemeinsamen Mittagessen werden die Geschäftsleute abreisen. Worauf sollten Sie Wert legen? a) Sie wollen den russischen Geschäftsleuten eine Freude bereiten und besorgen Blumen und Konfekt zum Abschied. b) In Russland trinkt man gerne Wodka. Sie kaufen guten deutschen Obstler als Abschiedsgeschenk. c) Sie weisen den Praktikanten der Abteilung an, dass er die Geschäftsleute mit dem Firmenwagen zum Flughafen bringt. d) Sie bestellen ein Taxi und begleiten die Geschäftsleute höchstpersönlich zum Flughafen, wo Sie sie verabschieden. Alle Antworten auf einen Blick: Sind Sie fit für interkulturelle Herausforderungen? Antwort auf Frage 1: Österreichische Titel Korrekt ist die Antwort b): Sehr geehrter Herr Finanzdirektor. Die Anschrift lautet: Ausgabe 2/

8 C 90/8 Cross-Culture-Knigge Österreichische Titelmanie Herrn Finanzdirektor Joseph Pützer Mustermann GmbH Musterstraße Musterstadt Für viele Deutsche mag die österreichische Titelmanie und eine Anrede wie Herr Finanzdirektor, Herr Magister oder Frau Oberstudienrätin merkwürdig klingen. Als interkulturell kompetenter Ansprechpartner wissen Sie es besser. Statt zu werten, akzeptieren Sie die landestypischen Gepflogenheiten. Wo Titel kulturell sehr wichtig sind und wo nicht Jedes Land hat seine eigenen Statussymbole und in Österreich sind es die Titel. Unser Titelwahn ist schon eine österreichische Besonderheit, in anderen Ländern wäre das gar nicht denkbar, sagt selbst Heinz Kasparovsky, Mitarbeiter im Wissenschaftsministerium und Autor des Buches Titel in Österreich Der Leitfaden für die Praxis. Allerdings spielen Titel, akademische Grade und höfliche Anreden nicht nur in Österreich, sondern zum Beispiel auch in der Schweiz, in Großbritannien, in Süd- und Osteuropa und in asiatischen Ländern eine relativ große Rolle. Legerer sehen es unsere skandinavischen Nachbarn, die Australier und die Amerikaner. Sie werden in diesen Kulturen oft feststellen, dass von der Anrede mit Nachnamen wie beispielsweise Mrs Scott schnell zur Anrede mit Vornamen Dear Susan gewechselt wird und dass Titel in der Anrede weggelassen werden. Antwort auf Frage 2: Chinesischer Kunde am Telefon Die beste Lösung ist Antwort c): Sie nehmen das Gespräch an, selbst wenn Sie es kurz halten müssen. Den Kunden noch einmal zu vertrösten oder ihn gar um eine zu bitten, ist keine gute Lösung. 40 Ausgabe 2/2011

9 Cross-Culture-Knigge C 90/9 Schließlich wissen Sie, dass der Kunde in Deutschland wie ein König und in Ostasien wie ein Gott behandelt werden möchte, dass die Zeitverschiebung von bis zu sieben Stunden China ist der deutschen Zeit voraus die Kommunikation erschwert und zu langen Verzögerungen führen kann, dass der Kunde schnelle Reaktionszeiten gewöhnt ist und diese auch von Ihnen erwartet und dass eine erneute Vertröstung dazu führen kann, dass der chinesische Kunde sich nach einer Geschäftsalternative umsieht. Schnelle Reaktionszeiten praxis-tipp: Unterschiede in der Telefon-Kultur Fühlen Sie sich nicht zurückgesetzt, falls Ihr chinesischer Geschäftspartner am Telefon nur wenige Minuten Zeit für Sie hat. Handyanrufe werden in China häufig sogar in Meetings, Gesprächen oder in der Mittagspause angenommen. Sehr kurze Telefonate sind im chinesischen Geschäftsalltag keine Unhöflichkeit, sondern gang und gäbe. Erinnern Sie Ihren chinesischen Kunden an den Telefontermin per Haben Sie einen Telefontermin ausgemacht? Erinnern Sie Ihren chinesischen Ansprechpartner dezent daran, indem Sie den Termin am Vortag oder einige Tage vorher noch einmal per bestätigen und weitere Details zu den Besprechungspunkten nennen. Die Erinnerung erhöht die Wichtigkeit des Termins. Mit solch einer informativen Erinnerungs- , die die Besprechungsdetails und die aktuelle Agenda enthält, liegen Sie übrigens nicht nur in China, sondern weltweit richtig. Ausgabe 2/

10 C 90/10 Cross-Culture-Knigge Zeitverschiebungen auf einen Blick Wollen Sie rasch prüfen, wie spät es gerade bei Ihren Kollegen und Geschäftspartnern in New York, Tokio oder Seattle ist? Einen schnellen Überblick über die Zeitzonen weltweit erhalten Sie zum Beispiel im Internet auf der Seite Antwort auf Frage 3: Berücksichtigen Sie die Feiertage weltweit Korrekt sind die Antworten a) und d). Es ist erschreckend, wie wenig Rücksicht viele weltweit agierende Unternehmen auf internationale Feiertage nehmen. Viele Mitarbeiter, die für ihre Firma ins Ausland gehen, können ein Lied davon singen: Während die deutschen Feiertage heilig sind, werden die Feiertage der Mitarbeiter im Ausland großzügig als Reiseoder Arbeitstage verplant. Negativ-Beispiele: Abreise am St. Patrick s Day (Irland, USA), harte Verhandlungen in der Ramadan-Zeit (muslimische Kulturen) oder Projektbesprechungen an Lunar New Year ( Silvester in Ostasien). Von ausländischen Geschäftspartnern und deutschen Führungskräften im Ausland wird ein solches Vorgehen als ignorant und arrogant empfunden. Machen Sie es besser. Prüfen Sie zum Beispiel auf wie es um die Feiertage im Ausland bestellt ist. Warum ein Freitag kein guter internationaler Tagungstag ist Gleiches Recht für alle: Geben Sie auch ausländischen Geschäftspartnern und Mitarbeitern Ihres Unternehmens die Chance, an einem Werktag an- und abzureisen. Ein Mittwoch oder ein Donnerstag ist für gestresste Geschäftsleute meistens besser geeignet als ein Freitag, da am Wochenende zumindest noch ein bisschen Zeit für die Familie, die eigene Erholung und die Überwindung des Jetlags bleibt. Sehen Sie selbst in der folgenden Tabelle: 42 Ausgabe 2/2011

11 Cross-Culture-Knigge C 90/11 Wochentag Dienstag Mittwoch Anreise Konferenz Donnerstag Anreise Abreise, ggf. Ankunft zu Hause Freitag Konferenz Ankunft bei Flügen gegen die Zeit (Richtung Asien) häufig erst Freitagmittag Samstag Abreise Zeit für Familie, Erholung und Überwindung des Jetlags Sonntag Ankunft bei Flügen gegen die Zeit (Richtung Asien) häufig erst Sonntagmittag, keine Zeit für Erholung 5 Punkte, die Sie bei der Hotelauswahl berücksichtigen sollten Ausnahmen bestätigen die Regel, doch in den meisten Fällen werden Sie den Ansprüchen Ihrer ausländischen Gäste am besten gerecht, wenn Sie ein größeres Haus einer international agierenden Hotelkette buchen. Diese Häuser verfügen über internationale Erfahrung, international geschultes Personal und sind auf die Bedürfnisse ausländischer Gäste eingestellt. Klären Sie die folgenden Punkte mit dem favorisierten Hotel: 1. Öffnungszeiten der Rezeption Ein Geschäftsmann aus Seoul staunte nicht schlecht, als er aufgrund von Flugverspätungen sein Hotel in Deutschland erst nach 24 Uhr erreichte und vor verriegelter Tür stand. Im Idealfall ist die Rezeption rund um die Uhr be- Ausgabe 2/

12 C 90/12 Cross-Culture-Knigge setzt. Falls nicht, informieren Sie Ihre ausländischen Gäste am besten vorab. 2. Frühstücksbuffet Kontinentales und amerikanisches Frühstück (mit Rührei, Bohnen und Speck) sind meistens Standard. Asiatische Gäste werden es zu schätzen wissen, wenn sie sich am Buffet auch an einer warmen Suppe und Reis bedienen können. 3. Zimmerausstattung Asiatische und amerikanische Gäste sind gleichermaßen dankbar, wenn sie auf dem Zimmer einen Wasserkocher sowie Teebeutel und Instant-Kaffee finden. Viele asiatische Geschäftsleute vermissen außerdem das heimische Essen sehr und nehmen zum Beispiel Instant-Suppenterrinen mit, die sie mit heißem Wasser aufgießen. Klären Sie auch, ob das Hotel Adapter (für elektronische Geräte wie Laptop, Rasierapparat, Handy-Ladegerät etc.) verleiht, falls ein Gast daran nicht denken sollte. Falls nicht: Erinnern Sie Ihre Gäste im Einladungsschreiben daran. Internetzugang sollte Standard und am besten im Übernachtungspreis inbegriffen sein. 4. Umgebung Ideal ist es, wenn sich das Hotel in der Nähe Ihres Unternehmens oder des Tagungsortes befindet und Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sind. Sollte Ihr Gast sich einen Abend allein unterhalten und verpflegen müssen, ist er für Optionen in der Nähe dankbar. Bedenken Sie: Wer übermüdet aus dem Flugzeug steigt, ist vielleicht nicht zu Experimenten aufgelegt. Ketten wie beispielsweise Starbucks Coffee oder Maredo Steakhouse agieren international und bieten auch in der Fremde vertrauten Geschmack und gleichbleibende Qualität. Größere Einkaufszentren und Galerien in der Nähe ermöglichen es den Gästen, zwischendurch Souvenirs einzukaufen. Dies ist vielen asiatischen Gästen besonders wichtig. 44 Ausgabe 2/2011

13 Cross-Culture-Knigge C 90/13 Korrekt ist Antwort c). Mit einem solchen Rahmenprogramm sorgen Sie einerseits für kulturelle Abwechslung und andererseits für vertraute Gaumenfreuden. Die meisten Deutschen wollen im Ausland unbedingt die einheimische Küche kosten, allerdings sollten sie nicht unbedingt von sich selbst auf andere schließen. Wenn Sie beispielsweise ein brasilianisches Restaurant wählen, so lautet die Botschaft an Ihre Gäste, sich wie zu Hause zu fühlen. Diese Geste werden Ihre Besucher zu schätzen wissen. Sollte kein brasilianisches Restaurant in der Nähe sein, ist ein Gasthof mit einer internationalen Speisekarte eine Alternative. Die brasilianische Delegation sich selbst zu überlassen, wäre unpassend. Möglich wäre das bei nordeuropäischen Geschäftspartnern, die erfahrungsgemäß großen Wert auf eine freie Feierabendgestaltung legen. In den meisten Fällen wirken Sie kompetenter, wenn Sie Ihren Besuchern eine persönliche Begleitung anbieten, die beim Stadtbumtipp: Deutsche Ladenschlusszeiten können Bewohner ausländischer Metropolen überraschen und vor Probleme stellen. Ein kurzer Hinweis darauf in der Terminbestätigung ist sinnvoll. 5. Übernahme der Hotelkosten Klären Sie mit der Hotelrezeption vorab, wie die Zimmer abgerechnet werden sollen. Falls teilnehmende Geschäftspartner die Übernachtung selbst zahlen sollen, kündigen Sie die Konditionen und Preise ebenfalls im Einladungsschreiben an, um dezent, aber unmissverständlich darauf hinzuweisen, dass der Besucher Selbstzahler ist. Schlagen Sie zwei bis drei Hotels unterschiedlicher Preiskategorien mit Preisangabe vor: our suggestions for accommodation are Hotel ABC **** (139 breakfast included) or Hotel XYZ *** (89 breakfast included) Antwort auf Frage 4: Deutsche Kultur brasilianisches Essen Ausgabe 2/

14 C 90/14 Cross-Culture-Knigge mel, beim Souvenireinkauf und/oder bei der Stadtbesichtigung dabei ist. praxis-tipp: So gelingt die kompetente Gästebetreuung Können Sie weder intern noch extern jemanden mit der Gästebetreuung beauftragen? Teilen Sie sich am besten auf: Am Montagabend kümmern sich Kollege 1 und 2 um die Gäste, am Dienstagabend Kollege 3 und 4. So haben Ihre Kollegen die Gelegenheit, die brasilianischen Geschäftspartner besser kennenzulernen und eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Überzeugen Sie mit perfekter Organisation Ein Spontanprogramm scheidet bei der Gästebetreuung aus. Sie könnten den Eindruck erwecken, dass Sie nicht auf Ihre Gäste vorbereitet sind, und für Verwirrung sowie unnötigen Zeitverlust sorgen. Überzeugen Sie typisch deutsch mit guter Planung und perfekter Organisation. In der kurzen Zeit des Besuches ist es außerdem wichtig, dass sich alle Beteiligten kennenlernen und Beziehungen zueinander aufbauen können. Das Ziel: Die brasilianische Delegation verlässt Deutschland mit einem positiven Eindruck vom Land und von den Menschen, insbesondere von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ihres Unternehmens. Deutsche Pünktlichkeit Die Deutschen sind für ihre Pünktlichkeit berühmt auch in Brasilien. Sie können also davon ausgehen, dass Ihre Gäste sich in Deutschland um Pünktlichkeit bemühen werden. Ein schriftliches Programm samt Zeitplan auf Englisch ist obligatorisch. Mit einem Betreuer, der die Delegation von der Ankunft am Flughafen bis zum Abflug begleitet und morgens im Hotel abholt, kann das Zeitmanagement eingehalten werden. 46 Ausgabe 2/2011

15 Cross-Culture-Knigge C 90/15 praxis-tipp: Planen Sie Pufferzeiten ein In der brasilianischen Kultur ist es häufig üblich, sich an einem ersten Ort zu treffen, um dann gemeinsam zur eigentlichen Verabredung aufzubrechen. Dieses Vorgehen kostet Zeit, die Sie einkalkulieren sollten. Beauftragen Sie einen freundlichen Gästebetreuer, für das Wohl der Gäste zu sorgen und gleichzeitig den Terminplan im Auge zu behalten. Antwort auf Frage 5: Keine Witze über die Queen Die Antworten b) und c) sind korrekt: In England wird gern und viel über das Wetter geredet. Sie müssen also nicht befürchten, mit diesem Thema als einfallslos zu gelten. Geeignet wäre auch das Thema Sport, zum Beispiel Fußball. Selbstverständlich sollten Themen wie das ominöse Wembley-Tor von 1966 oder die Probleme mit englischen Hooligans außen vor bleiben. Sprechen Sie lieber über die UEFA Fußball-Championsleague oder über die Olympischen Sommerspiele 2012, die in London stattfinden werden. Ihr Gegenüber wird stolz darauf sein, dass London die erste Stadt ist, die dieses Großereignis zum dritten Mal ausrichten darf. Bereits 1908 und 1948 war London Gastgeber der Olympischen Sommerspiele. Wie in Deutschland, sind auch in England Kunst und Kultur dankbare Themen, sofern Sie sich auf diesen Gebieten auskennen. Vorsicht bei Fragen nach dem Familienstand: Während es zum Beispiel in Asien und in Südeuropa sehr verbreitet ist, sich nach der Familie zu erkundigen, ist dies in Mittel- und Nordeuropa weniger üblich. Olympische Sommerspiele 2012 Britisches Understatement Briten sind berühmt für ihr Understatement. Small-Talk- Themen, die offensichtlich der Profilierung dienen und den finanziellen Hintergrund der Anwesenden ansprechen, sind verpönt. Weder wird über das neue Auto noch Ausgabe 2/

16 C 90/16 Cross-Culture-Knigge über die privaten Wohnverhältnisse gesprochen. Anders in Russland und vielen asiatischen Ländern: Hier wird Besitz unmittelbar mit wirtschaftlichem Erfolg assoziiert und gern gezeigt. Man demonstriert seinen Wohlstand, redet über Statussymbole und hat Anerkennung und Bewunderung dafür übrig. Gespräche über den brandneuen prestigeträchtigen Dienstwagen oder den letzten Urlaub auf der Luxusyacht werden zum Beispiel nicht als Prahlerei gewertet. Keine Witze über das Königshaus Sie wissen, dass Briten durchaus für einen guten Witz zu haben sind. Allerdings schätzen sie das britische Königshaus sehr, sodass ein Scherz über die Queen kein geeigneter Eisbrecher wäre. Scherzen Sie besser über ein anderes Thema. So sind Sie gut informiert Auch ausländische Gäste schätzen Fürsorge, sodass eine Frage nach der Anreise, der Zufriedenheit (zum Beispiel mit dem Hotel) und dem Wohlbefinden höflich ist. Musik, Kunst und Kulinarisches sind ebenfalls willkommene Gesprächsthemen. Allerdings sollten Sie dabei nicht aufs Glatteis geraten. Halten Sie wenn möglich internationale Zeitungen/Magazine bereit. So sind Sie informiert, was die Menschen im Heimatland Ihrer Gäste zurzeit bewegt, und können Ihr Interesse bekunden. praxis-tipp: Geschäftliches und Privates sind nicht immer zwei Paar Schuhe In Deutschland ist es häufig möglich, sehr schnell zur Sache zu kommen. Stellen Sie sich jedoch darauf ein, dass Ihr ausländischer Geschäftspartner einen freundlichen allgemeinen Plausch erwartet, bevor zum geschäftlichen Thema übergegangen wird. Wenn Sie beim Small Talk sparen, stoßen Sie Ihre Gesprächspartner möglicherweise vor den Kopf. Rechnen Sie außerdem damit, dass Sie persönliche Fragen gestellt bekommen. t 48 Ausgabe 2/2011

17 Cross-Culture-Knigge C 90/17 In asiatischen, afrikanischen, südamerikanischen und auch südeuropäischen Ländern sind private Themen viel selbstverständlicher in den Geschäftsalltag integriert als in Deutschland. Antwort auf Frage 6: Religiös bedingte Ernährungsvorschriften Korrekt ist Antwort b) sowie bei strenggläubigen Muslimen Antwort d). Die meisten Ernährungsvorschriften haben einen religiösen Ursprung, die Auslegung dieser Vorschriften kann variieren und individuell verschieden sein. Nicht jeder Muslim hält sich an ein religiöses Alkoholverbot, nicht jeder Christ isst freitags Fisch, und auch nicht jeder Hindu ist Vegetarier. Selbstverständlich können Sie Ihre Gäste um Auskunft bitten, wie strikt sie die religiösen Vorschriften befolgen. Allerdings müssen Sie wissen, wo die Fettnäpfe stehen könnten, um sie zu umschiffen. Fettnapf-Parcours: Verpflegung muslimischer Gäste Der Islam verbietet den Verzehr von Schweinefleisch, Blut und nicht rituell geschlachtetem Fleisch generell. Das Tier muss geschächtet werden, damit sein Fleisch als rein und damit als essbar gilt. Zwar ist Schächten in Deutschland gesetzlich verboten, es ist jedoch erlaubt, Fleisch geschächteter Tiere aus dem Ausland einzuführen. Vereinbaren Sie mit dem Restaurant rechtzeitig, diese Sorte Fleisch zu besorgen. Gelatine Bedenken Sie: Gelatine, in der europäischen Küche häufig zur Zubereitung von Süßspeisen eingesetzt, wird in der Regel aus Schweineknochen hergestellt. Sie ist damit sowohl für Juden als auch für Muslime tabu! Alkohol Des Weiteren ist für den strenggläubigen Muslim Alkohol tabu, und auch das Rauchen ist zwar nicht verboten, es gilt Ausgabe 2/

18 C 90/18 Cross-Culture-Knigge aber als verpönt. Das bedeutet nicht, dass die anderen Gäste auf ein Gläschen Wein zum Essen verzichten müssen. Bieten Sie ruhig Wein zum Essen an, ohne Ihre muslimischen Gäste zum Alkoholkonsum zu nötigen. Kein Verzicht, aber Rücksicht praxis-tipp: Füllen Sie das Weinglas mit Traubensaft- Schorle Eine nette Geste ist es, als Alternative zum Wein eine leichte Traubensaftschorle anzubieten, die ebenfalls ins Weinglas gefüllt wird. So können alle Gäste das Weinglas zum Zuprosten erheben, und niemand fühlt sich zurückgesetzt. Ihre muslimischen Geschäftspartner werden es Ihnen danken. Ramadan Eine Besonderheit der islamischen Religion ist die Fasten-Zeit des Ramadan. Der Termin des Fastenmonats richtet sich nach dem Mondkalender, er findet also jedes Jahr zu einem anderen Zeitpunkt statt. Im Jahr 2011 beginnt er am 1. August und endet am 30. August mit dem Fastenbrech-Fest. Während des Ramadan ist es den Gläubigen verboten, tagsüber das heißt zwischen Sonnenauf- und -untergang zu essen, zu trinken und zu rauchen. Nehmen Sie Rücksicht auf diese besondere Zeit, wenn Sie mit Geschäftspartnern aus islamischen Ländern Geschäfte machen. Konferenzen, ein geplantes Geschäftsessen oder lange Besprechungen sollten Sie wenn möglich auf die Zeit nach dem Ramadan verschieben. Bedenken Sie: Sogar der Genuss eines einfachen Glases Wasser ist für den Muslim tagsüber verboten. Beziehen Sie den muslimischen Geschäftspartner in Ihre Überlegungen mit ein, um Ihre Sensibilität für dieses Thema zu zeigen und gemeinsam eine tragbare Lösung zu finden. Weitere hilfreiche Informationen über den Ramadan und die Weltreligionen finden Sie im Internet unter: 50 Ausgabe 2/2011

19 Cross-Culture-Knigge C 90/19 Schnell-Check Religiöse Essvorschriften : Was Sie bei der internationalen Gästebewirtung berücksichtigen sollten muslimische Küche koschere Küche hinduistische/buddhistische Küche kulturelle Nahrungsmittel Unverträglichkeiten verboten/kritisch Schwein, Blut, Alkohol; nicht geschächtetes Fleisch, außerdem: Tabak Schwein, Hase, Meeresfrüchte, Fische ohne Schuppen und Flossen, nicht geschächtetes Fleisch, Kombination von fleischigen und milchigen Nahrungsmitteln Rind, Kalb vegetarische Küche wird häufig bevorzugt Milchprodukte/Alkohol (viele Afrikaner und Asiaten vertragen keine Milchprodukte; vielen Asiaten fehlt das Enzym für den Alkoholabbau) praxis-tipp: Andere Länder andere Tischsitten Achtung auch bei der Tischreservierung: Rechnen Sie damit, dass mit den Fingern essen (Afrika/Indien) oder Schlürfen und Schmatzen (Asien) zu den guten Tischmanieren Ihrer Gäste gehören können! Am besten bestellen Sie im Restaurant ein Separee oder im Hotel einen Bankettraum, in dem Ihr Chef und seine Gäste ungestört speisen können. Antwort auf Frage 7: Indische Höflichkeit und die Rolle der Frau Antwort c) und auch Antwort a) sind wahrscheinlich. Zwar hängt es davon ab, wie erfahren die indischen Geschäftsmänner im Umgang mit westlichen Geschäftsleu- Ausgabe 2/

20 C 90/20 Cross-Culture-Knigge ten, insbesondere mit Geschäftsfrauen, sind. Stellen Sie sich als Frau jedoch darauf ein, dass man Ihnen weniger Beachtung schenkt, als Sie es im Umgang mit Europäern gewöhnt sind. Es ist wahrscheinlich, dass die Inder auf den Chef fokussiert sind und ihn respektvoll begrüßen. Die Assistentin wird erst dann beachtet, wenn der Chef sie vorstellt. Der Frau kann es passieren, dass sie nur kurz angeschaut wird, bevor sich die indischen Geschäftspartner wieder dem Höhergestellten zuwenden. Warum Frauen die Hand reichen müssen Als Frau müssen Sie die Hand zur Begrüßung anbieten, damit die indischen Geschäftspartner sehen, dass Sie einen Handschlag zur Begrüßung zulassen. Erst nach diesem Signal wird man Sie berühren. Traditionell ist es in Indien und auch in der muslimischen Kultur nicht üblich, eine Frau zu berühren, bevor sie nicht signalisiert hat, dass dieser Körperkontakt erwünscht ist. Gentleman: Mangelware? Im Umgang mit vielen asiatischen und indischen Geschäftspartnern werden Sie erleben, dass die Regel Ladies first nicht grundsätzlich üblich ist. Es kann Ihnen passieren, dass Sie als Frau ignoriert werden. Fühlen Sie sich bitte nicht diskriminiert. In vielen Kulturen zählt lediglich der hierarchisch Höhergestellte also der Chef. Ihm gilt es, höchste Aufmerksamkeit zu erweisen. Grundsätzlich gilt es als unhöflich und unter Umständen sogar als unschicklich, einer Frau gegenüber zu viel Interesse zu zeigen. Indische Geschäftspartner, die welterfahren sind, können hier eine Ausnahme darstellen. Der Handschlag: Standardbegrüßung im weltweiten Geschäftsleben Der Handschlag hat sich als Begrüßungsform im globalen Business durchgesetzt. Rechnen Sie damit, dass asiatische 52 Ausgabe 2/2011

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