STANDARD. Finanzinformationen. - Einfach einen Tick besser - Deutsche Bibliothek : ISSN

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1 STANDARD Finanzinformationen - Einfach einen Tick besser - Deutsche Bibliothek : ISSN Jahrgang - Ausgabe 04 ( ) Erscheinungsweise: wöchentlich Freitag/Samstag Inhalt 01. Info-Kicker: Apple sucht einen Boden So tickt die Börse: Apples perfektionistischer Anspruch Wochenperformance der wichtigsten Indizes Sentiment: Seitwärtstrend wird in Kursanstieg münden Ausblick: Unternehmensanleihen als alternative Portfoliokomponente Depotcheck: BASF, Nestle, Jardine Cycle & Carriage, Telstra Corporation, SES SA BASF, Nestle, Jardine Cycle & Carriage, Telstra Corporation, SES SA Analyse diverser Unternehmensanleihen: Citigroup, BayerLB, Achmea, Conti-Gummi, GDF 8 Citigroup, BayerLB, Achmea, Conti-Gummi, GDF Suez, Deutsche Postbank, General Electric Update beobachteter Werte Gute Zahlen nicht gut genug, Verlust realisieren % Kursgewinn in 3 Monaten, Positionsgröße anpassen Was Apple uns preis gibt Komplex aber nicht unlösbar Übersicht HT-Portfolio Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise An-/Ab-/Ummeldung

2 25. Jan Heibel-Ticker Standard #4 Seite 2 von Info-Kicker: Apple sucht einen Boden Liebe Börsenfreunde, die Zahlen von Apple waren gut. Aber sie waren nicht herausragend. Und ein Unternehmen, das zehn Jahre in Folge herausragende Zahlen geliefert hat, muss nun plötzlich Fragen von Analysten beantworten, die zuvor noch undenkbar waren. Meine Bewertung der jüngsten Quartalszahlen von Apple, sowie meine Einschätzung darüber, wann die Aktie einen Boden erreichen wird, lesen Sie in Kapitel 02. Zudem habe ich noch ein paar Ideen für das Management von Apple, wie sie ihr Unternehmen wieder cool machen können. In Kapitel 03 zeigen uns die Sentimentdaten, dass Anleger durchaus auf eine Seitwärtsbewegung setzen, deren Auflösung jedoch dann gen Norden erwarten. Ich stelle Ihnen heute eine neue Unternehmensanleihe vor, die wir in unser alternatives Portfolio holen. Mit 5,5% Rendite und einem sich stark aufhellenden Geschäftsumfeld, ist diese Anleihe eine attraktive und ertragsstarke Komponente in unserem diversifizierten Portfolio. Alles weitere dazu in Kapitel 04. In Kapitel 06 analysiere ich sodann eine ganze Reihe von weiteren attraktiven Unternehmensanleihen, die jedoch, gegenüber der in Kapitel 04 vorgestellten Anleihe, den Kürzeren gezogen haben. Wie so häufig wurden diese Anleihen durch Kundenanfragen in mein Interesse gerückt. Kapitel 05 enthält wieder einmal einen Depotcheck mit überaus interessanten, und für mich bislang unbekannten, Titeln, die eine ordentliche Dividendenrendite bieten. Vielleicht ist ja auch die eine oder andere Aktie für Sie interessant. Wie immer finden Sie in Kapitel 07 einige wichtige Updates zu unseren offenen Positionen. In der abgelaufenen Woche haben wir ein paar Positionen verkauft, teils Gewinne mitgenommen und teils Verluste glattgestellt. Und in Kapitel 08 gibt es noch eine Übersicht über den aktuellen Stand unseres Postfolios. Die heutige Ausgabe ist etwas länger geworden, doch dafür steckt eine Menge drin :-) Nun wünsche ich eine anregende Lektüre, take share, Ihr Börsenschreibel Stephan Heibel Chefredakteur und Herausgeber des Heibel-Ticker 02. So tickt die Börse: Apples perfektionistischer Anspruch "Res ipsa loquitur" (Juristenspruch: "Die Sache spricht für sich selbst"), sagt das wertvollste Unternehmen der Welt und präsentiert Zahlen, an die kein zweites Unternehmen herankommt. 18% Umsatzwachstum auf der Basis eines zehn Jahre ungebrochenen Erfolgspfads. 13,81 USD Gewinn je Aktie, was zu einem sensationell günstigen KGV von 7 führt. iphone Absatzwachstum von 29% auf Basis der ohnehin bereits bestehenden Marktführung. ipad Absatzwachstum von 49% in einem Markt, der heiß umkämpft ist. Gut, aufgrund von Lieferengpässen konnten nur 4,1 Mio. Macs verkauft werden - 21% weniger als vor einem Jahr. Aber die Menschen hätten doch viel mehr gekauft, wenn Apple hätte liefern können. Und auch beim neuen iphone und beim ipad Mini waren Lieferengpässe der Grund dafür, dass nicht noch mehr verkauft wurde, behauptet das Management von Apple. "Wenn wir alle Produktionskapazitäten der Welt für unsere Produkte sichern könnten, dann würde die Welt nichts anderes mehr kaufen, als unsere technologisch überlegenen und esthetisch perfekt gestalteten Produkte", höre ich fast schon CEO Tim Cook sagen.

3 25. Jan Heibel-Ticker Standard #4 Seite 3 von 15 Doch Analysten kennen in Ermangelung einer soliden Ausbildung nur die sarkastische Abwandlung des lateinischen Spruchs: Res ipsa loquitur, sed quid in infernos dicet? ( Die Sache spricht für sich selbst, aber was zum Teufel sagt sie? ). Seit zehn Jahren ist Apple mit dem Entwickeln überlegener Produkte beschäftigt. Steve Jobs Ignoranz der Wallstreet gegenüber ist legendär. Nachfolger Tim Cook scheint ihm nicht nachstehen zu wollen, und so ringen Analysten um verlässliche Zahlen, um die drängendsten Fragen zu beantworten. Fragen wie: Wie haben sich die Gewinnmargen der einzelnen Produkte entwickelt? Lässt sich daraus ein Trend ablesen hin zu geringmargigeren Produkten? Oder wie viele iphone 5 wurden verkauft, wie viele der alten iphones? Ist das iphone 5 im Markt angekommen oder sind die Zahlen durch den Erfolg der Vorgängermodelle geschönt? Oder wie entwickelt sich das ipad und das ipad Mini? Eine gemeinsame Zahl für diese beiden Produkte mit grundsätzlich unterschiedlichen Gewinnmargen erschwert es, Prognosen zu erstellen. Nein, Apple gibt nur preis, was es möchte. Und ich habe bei der Analystenkonferenz das Gefühl bekommen, dass weitergehende Fragen als unangenehm und teilweise sogar unangemessen betrachtet werden. Das Management scheint davon überzeugt zu sein, dass die Nachfrage nach den eigenen Produkten unersättlich ist und das einzige Problem darin besteht, die Zulieferung der Vorprodukte sicherzustellen. Von einer Marktsättigung, eine vorherrschende Angst bei vielen Analysten, sieht das Management von Apple noch nichts und gibt auch keine detaillierten Zahlen heraus, um die Befürchtung zu zerstreuen. So laufen Analysten los und befragen Zulieferer von Apple. Doch wehe dem, der irgendetwas preis gibt. Er verliert umgehend seinen Auftrag von Apple. Das Vorgehen ist verständlich für ein innovatives Unternehmen wie Apple. Aber das Bedürfnis der Analysten nach Zerstreuung der Befürchtungen, oder einfach nach mehr Details, ist ebenfalls verständlich. Denn Analysten wissen: Ein guter Ingenieur hat herausragende Ideen. Ein sehr guter Ingenieur kann herausragende Ideen mit ökono mischen Gegebenheiten (verfügbares Budget) in Einklang bringen. Ein Unternehmen, das allein so viel wert ist wie der Schuldenstand des europäischen enfant terribles, Griechenland, und das ein Drittel davon in bar mit dem Portemonnaie in der Hosentasche herumträgt, kennt keine Budgetprobleme. Wenn das neue iphone durch eine neuartige Produktionstechnologie um 1,7 mm dünner gemacht werden kann, dann wird diese Technologie eben entwickelt und eine Fabrik dafür gebaut. Bei der Einführung des iphones war Apple der Konkurrenz um Jahre voraus. Allein die Hardware war so überlegen, dass das Unternehmen fast jeden Preis verlangen konnte. Und jedes Jahr bringt Apple weitere technologische Feinheiten auf den Markt, die ihm den Vorsprung sichern sollen. Doch Kopieren ist günstiger als selber entwickeln und... es geht viel schneller. Die Konkurrenz holt auf und es wird immer schwerer und teurer für Apple, sich auf der Hardwareseite von der Konkurrenz abzuheben. Die Konkurrenz greift gleich an mehreren Fronten an: Hardwareseitig durch Samsung. Softwareseitig durch Google. Apple kämpft also schon mal an mindestens zwei Fronten gleichzeitig. Das erinnert mich an die 90er Jahre, als Apple schon einmal die esthetisch perfekten und technologisch überlegenen Computer auf den Markt brachte, schließlich aber von Microsoft auf der Softwareseite und Dell, HP, IBM, Intel, usw. auf der Hardwareseite, in die Mangel genommen wurde. Das Ende der Geschichte kennen Sie. Ich kann diese Wallstreet Yuppies verstehen: Vertrauen ist gut, aber nachdem Apple dreimal in Folge die Erwartungen der Analysten verfehlt hat, erbittet man sich doch ein wenig mehr Informationen, um die Konkurrenzsituation ein wenig besser abschätzen zu können. Schließlich möchte man nicht der Letzte an Bord sein, wenn Apple den Weg von Apple der 90er, oder auch den Weg von Microsoft, Intel, Dell und HP, einschlägt. Warum wird es diesmal anders sein? "Weil wir die besten Ingenieure haben und diese Ingenieure bauen die besten Produkte der Welt. Schaut nur, wir könnten noch viel

4 25. Jan Heibel-Ticker Standard #4 Seite 4 von 15 mehr verkaufen, wenn wir nur so schnell produzieren könnten wie die Produkte sich verkaufen..." antwortet Apple und die Analysten sind zu Recht unzufrieden mit der Antwort. Es fehlen Zahlen, mit denen sich ein Boden für den Ausverkauf errechnen lässt. Ich bin der Überzeugung, dass wir den Boden einer fairen Bewertung längst nach unten durchbrochen haben. Doch wie so häufig an der Börse enden solche Bewegungen in Übertreibungen und so ist es weniger eine Frage der Berechnung, wo die Aktie ihren Boden findet, als vielmehr eine Frage der Erkenntnis im Management von Apple, dass die Wallstreet Antworten benötigt. Antworten, die der Aktie helfen würden, einen Boden zu definieren. Ich würde vermuten, dieser Boden dürfte bei einer Halbierung der Gewinnmarge und mäßigem Umsatzwachstum bei etwa 400 Euro liegen, also etwa 20% über dem aktuellen Kurs. Diese Antworten geben Apple aber nicht mehr den Coolness-Faktor zurück. Dafür braucht Apple ein neues Produkte oder eine neue Idee. Ich habe da einige. Wie wäre es, wenn Apple Netflix kauft? Der Anbieter von Video-Streaming hat heute früh einen Kurssprung von 35% gemacht. CEO Reed Hastings ist es gelungen, den Abonnentenschwund nach der Trennung des DVD-Lieferabos vom Streaming-Abo in ein leichtes Abonnentenwachstum von 8% umzuwandeln. Niemand hätte ihm das zugetraut, Analysten haben die Kosten für neue Filmlizenzen ins Unendliche explodieren sehen. Doch Hastings hat den wesentlichen Unterschied zwischen seinem Streaming on Demand Service und dem herkömmlichen TV herausgearbeitet: Die jungen Menschen haben es nie verstanden, auf die Fortsetzung einer Serie eine Woche warten zu müssen. Sie wollen gleich weiterschauen und im Zweifel gleich die ganze Staffel einer Serie in einer Nacht sehen. Auf gar keinen Fall wollen sie sich vom TV-Programm zu einer bestimmten Uhrzeit auf's Sofa fesseln lassen. Und wenn man dann eine Folge verpasst hat, vielleicht sogar versäumt hat den Videorekorder zu programmieren, dann ist es schwer, diese Folge im nachhinein aufzutreiben. Lästig! Aus diesem Grund ist den TV-Sendern jede Serie verhasst, in der die einzelnen Folgen aufeinander aufbauen. Gleiche Charaktere, ähnliche Story, aber immer wieder so, dass auch ein neuer Zuschauer schnell hinein findet. CEO Hastings hat für sein Netflix nun gerade die Serien gekauft, in denen die Folgen aufeinander aufbauen. Der Suchfaktor ist dort größer und anders als bei TV-Sendern kann Netflix anbieten, alle Folgen in einem Schlag zu zeigen. Die jungen Leute können die Folgen genau dann schauen, wenn sie wollen. Netflix ist cool und kostet nur 6 Mrd. Euro. Apple könnte das aus der Portokasse zahlen und damit endlich sein itv auf den Markt bringen. LinkedIn ist ein anderes cooles Unternehmen. Alle, die sich vor der datensammelnden Facebook-Krake fürchten und lieber dem Außenseiter mit Schwerpunkt Karrierenetzwerk trauen, wenden sich LinkedIn zu, eine soziale Plattform, die gerade durch den verhunzten Börsengang Facebooks an Popularität gewonnen hat. Auch LinkedIn ist ein Schnäppchen für Apple - kostet nur 8 Mrd. Euro. Und dann wäre da noch Twitter, der in privater Hand befindliche Kurznachrichtendienst. Sie wissen, dass Sie mich finden und mir Fragen über Twitter senden können? Probieren Sie es einfach mal :-) Es hilft, sich auf das wesentliche zu beschränken, was bei manchen Anfragen nicht der Fall ist. Twitter würde meines Erachtens ebenfalls bestens zu Apple passen und würde dem Unternehmen wieder einen coolen Touch geben. Doch nach 10 Jahren Erfolg von Apple, ist es nun an der Zeit, sich neu zu erfinden. Die junge Generation kann die Lobhudelei der 25- jährigen auf Apple nicht mehr hören. Von mir aus könnte Apple gleich alle drei kaufen. Wenn CEO Tim Cook diesen Geschäftssinn jedoch nicht hat, so könnte er seine Barmittel zum Rückkauf von Aktien nutzen, dadurch den Gewinn je Aktie in die Höhe schrauben und sofort die eklatante Unterbewertung aufdecken. Also: Zum Verkaufen der Apple-Aktie ist es nun zu spät. Zum Kaufen zu früh. Es fehlt ein Zei

5 25. Jan Heibel-Ticker Standard #4 Seite 5 von 15 chen des Managements, dass es die Zeichen der Zeit erkennt. Wochenperformance der wichtigsten Indizes INDIZES Woche Δ Dow Jones ,7% DAX ,2% Nikkei ,1% Euro/US-Dollar 1,34 0,4% Euro/Yen 121,36 1,2% 10-Jahres-US-Anleihe 1,84% -0,04 Umlaufrendite Dt 1,26% -0,01 Feinunze Gold $ ,2% Fass Brent Öl $113,32 2,2% Kupfer ,0% Baltic Dry Shipping 808-1,5% Ich würde sagen: keine besonderen Bewegungen. Eine durchweg positive Grundstimmung hat den Nikkei in den Vorwochen angetrieben, der Dow Jones hat diese Woche ordentlich zugelegt und der DAX scheint dies am heutigen Tage ebenfalls nachzuholen. Vor dem Hintergrund der sich aufhellenden Konjunkturerwartungen und sich beruhigenden Finanzkrisen, steigt der Ölpreis und sinkt der Goldpreis. Hohe Zuversicht auf hohem Niveau, daher halten sich die Kurszuwächse, trotz überwiegend positiver Quartalszahlen, in Grenzen. 03. Sentiment: Seitwärtstrend wird in Kursanstieg münden 04. Ausblick: Unternehmensanleihen als alternative Portfoliokomponente Der Ausblick bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten. *************** WERBUNG *********** Hier im Heibel-Ticker Standard erhalten Sie überwiegend vergangenheitsbezogene Erklärungen von mir. Detaillierte Analysen und Einschätzungen über die künftige Börsenentwicklung gibt es nur im kostenpflichtigen Heibel-Ticker PLUS. Das Angebot für die zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS baue ich kontinuierlich weiter aus und komme dabei insbesondere den Wünschen meiner Kunden nach. Inzwischen bietet das Heibel- Ticker PLUS Abonnement folgende Zusätze: INTERNET: Kundenbereich - täglich aktuelle Einschätzungen zu den Meldungen, die unsere offenen Positionen betreffen

6 25. Jan Heibel-Ticker Standard #4 Seite 6 von 15 - einen Chart für jede offene Position, um die Kurssituation schneller zu erfassen - die Möglichkeit, nur die 10 neuesten Kommentare zu den offenen Positionen anzeigen zu lassen. - Sie können sich aus den empfohlenen Werten Ihr eigenes Musterportfolio zusammenstellen, um gezielter und schneller die für Sie relevanten Neuigkeiten zu sehen. Weiterhin erhalten meine Kunden eine übersichtliche Tabelle über alle offenen Positionen mit der jeweiligen Wochenperformance sowie Performance seit Empfehlung und mit einer Übersicht über die anstehenden Aktivitäten wie Stopp Loss nachziehen oder verkaufen bzw. kaufen. Für die besonders aktiven Anleger unter Ihnen biete ich an, die unterwöchigen Updates direkt per an Sie zu senden und ich benachrichtige Sie im Falle von Aktionsempfehlungen (Kauf oder Verkauf) direkt per SMS auf Ihr Handy. Dabei handelt es sich um einen Zusatzdienst (Express!), den ich mit 5 pro Monat berechne. Keine Angst, sämtliche Updates befinden sich natürlich dann auch nochmals in der Freitagsausgabe für die normalen PLUS- Kunden. Den Reaktionen meiner Kunden entnehme ich, dass der Heibel-Ticker PLUS die Bedürfnisse von Anlegern gezielt und verständlich sowie fundiert und erfolgreich befriedigt. Schauen Sie sich das neue Angebot einmal mit einem Schnupperangebot (6 Wochen zu 16 Euro) an. Es würde mich freuen, wenn ich Sie als neuen Abonnenten gewinnen kann. Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis für sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stelle ich den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung. Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo zu 16 für 6 Wochen. Geben Sie bitte den folgenden Link in Ihren Browser ein und bestellen Sie unter ************ ENDE WERBUNG *********** 05. Depotcheck: BASF, Nestle, Jardine Cycle & Carriage, Telstra Corporation, SES SA Nur wer ein diversifiziertes Portfolio hat, wer also in seinem Depot eine gesunde Risikostreuung verwirklicht hat, wird bei plötzlichen Korrekturen wie in diesen Tagen dennoch gut schlafen können. Spekuliert wird hier im Heibel-Ticker nur mit einem kleinen Teil des Vermögens. Der Rest wird auf solide Füße gestellt. Es folgt nun eine Analyse auf Risikostreuung der 5 größten Positionen eines Lesers. Dabei werde ich weniger auf die einzelnen Werte eingehen, als viel stärker auf die Branchen, in denen sie wirtschaften. Schicken Sie mir Ihre 5 größten Positionen an Depotcheck/at/heibelticker/./de. Bitte unterschreiben Sie mit Ihrem Vornamen und der Stadt, in der Sie leben. Diese Information wird dann veröffentlicht. BASF, Nestle, Jardine Cycle & Carriage, Telstra Corporation, SES SA Mi, 23. Januar um 11:28 Uhr Sehr geehrter Herr Heibel, hier meine fünf größten Positionen für einen Depotcheck: BASF Nestle Jardine Cycle & Carriage (862665) Telstra Corporation (909947) SES SA (914993) Ich wollte eigentlich Branchenkorrelations

7 25. Jan Heibel-Ticker Standard #4 Seite 7 von 15 matricen im Allgemeinen und nicht nur auf den Depotcheck bezogen. Dann hätte ich noch eine Bitte: In den Schriften findet man Ausdrücke wie Betriebsergebnis, Konzernergebnis und ähnliche. Ich gehe davon aus, dass Sie eine Aufstellung haben, die diese allgemeinen Ausdrücke in klardefinierte, wie z.b. BITDA, EBIT, ROCE usw. übersetzen. Ggfls sind Sie so nett und kopieren diese für mich? Vielen Dank und herzliche Grüße, Avtar aus Oberhausen ANTWORT: Nein, tut mir leid, mir liegen keine Branchen- Korrelationen vor. Ich errechne die Korrelationsmatrix stets individuell für die entsprechenden Kundendepots mit Hilfe eines Excel- Add-Ons. Und leider nochmals nein, tut mir leid, wir haben keine Übersicht über die gängigen Begriffe der Finanzwelt, die Sie aufzählen. Im Heibel-Ticker Glossar habe ich alle Begriffe erklärt, die ich für das Verständnis des Heibel- Tickers für notwendig erachte. Mein Wissen darüber hinaus hat sich in den 25 Jahren meines Berufslebens entwickelt, ich halte jedoch den Heibel-Ticker weitgehend frei von diesem Fachjargon. Gerne führe ich einen Depotcheck mit Ihren fünf größten Depotwerten durch: BASF 3,7% Dividendenrendite, ein erwartetes KGV von 12 für das laufende Jahr bei 4% Umsatzwachstum halte ich für eine faire Bewertung. Der Chemiekonzern ist gering verschuldet, verfügt über eine hohe Eigenkapitalquote (41%) und ist inzwischen wesentlich besser gegen Konjunkturschwächen abgesichert (diversifiziert) als noch zur Finanzkrise BASF stellt eine solide Dividendenkomponente in Ihrem Portfolio dar. Nestle KitKat oder Smarties, Nestle, Mövenpick oder Häagen-Dazs, die Produkte von Nestle finden Sie weltweit in Industrie- als auch Entwicklungsländern. Sie werden sicherlich das eine oder andere Nestle-Produkt in Ihrer Vorratskammer haben und darin liegt die Stärke des Konzerns: Mit unzählig vielen Produkten des täglichen Lebens, Produkten also, bei denen man zuletzt mit dem Sparen beginnt, verdient Nestle gleich viel, egal ob wir uns in einer Rezession befinden oder im Aufschwung. Was den Gewinn etwas beeinflusst sind die Rohstoffpreise, aber auch dort ist Nestle gut aufgestellt um kurzfristige Schwankungen aufzufangen. Mit einer Dividendenrendite von 3,5% und einem erwarteten KGV für das laufende Jahr von 17 ist das Wachstum von 7% in meinen Augen ambitioniert bewertet. Nestle profitiert derzeit vom Wohlstandsgewinn der Schwellenländer und wächst daher etwas schneller als viele seiner Wettbewerber. Ein kleiner Bewertungsaufschlag ist daher gerechtfertigt, doch wie lange wird sich dieser halten können? Jadine Cycle & Carriage Ein Autohändler mit Sitz in Singapur. Das Unternehmen mit über einhundert Jahren Tradition im Handel mit verschiedensten Produkten landete über Fahrräder und Motorrädern schließlich bei Autos und verkauft Kia, Mitsubishi, Citroen und Mercedes. Die Bilanz sieht sauber aus, das KGV von 12 ist vor dem Hintergrund des 12%igen Umsatzwachstums in Ordnung. Mein Aufenthalt in Singapur ist schon einige Jahre her, und ich habe damals nicht nach Autos geschaut, daher kann ich kaum etwas über diesen Autohändler sagen. Die Zahlen allein sehen gut aus, zudem weckt die 3,3%ige Dividendenrendite Vertrauen. Telstra Das australische Telekomunternehmen bietet eine Dividendenrendite von 6,25%, doch genau wie bei seinen europäischen Geschwistern ist auch Telstra extrem hoch verschuldet, die Hälfte eines Jahresumsatzes an ausstehenden Krediten muss erst einmal mit Zinsen bedient werden. Von einer Kreditrückführung kann ich nichts sehen, und der Cashflow reicht derzeit zwar für diese Verpflichtungen aus (Dividende, Kreditzins), jedoch ist das Budget für den Aus

8 25. Jan Heibel-Ticker Standard #4 Seite 8 von 15 bau der Netze dadurch nicht mehr so üppig. Die Aktie ist in den vergangenen Monaten stark angestiegen, vielleicht ist das eine Gelegenheit, sich nach besseren Dividendentiteln umzuschauen. erwartete Rendite Volatilität Sharpe ratio Optimal 7,6% 11,9% 0,30 Minimum risk 6,8% 10,1% 0,27 SES Mit 50 eigenen Satelliten bietet das luxemburger Unternehmen sichere Satellitenkommunikationslösungen für TV- und Radiosender, für Telekomunternehmen und für Regierungen und Unternehmen. Die Astra-Satelliten werden beispielsweise von SES betrieben. Auch SES bietet eine attraktive Dividendenrendite von 4,9% und verfügt über ein ordentliches KGV von 14. Allerdings ist die Verschuldung bei den gigantischen Satellitenprogrammen extrem hoch, sie beträgt das Zweifache eines Jahresumsatzes. Besorgniserregend ist das in diesem Fall jedoch nicht, da die Verträge von SES extrem langfristig sind und somit eine hohe Kalkulationssicherheit besteht. Große Kursgewinne würde ich von diesem Niveau aus jedoch nicht mehr erwarten. Korrelationsmatrix tgl BAS NESN CYC TLS SESG BAS 1,00 0,17 0,22 0,33 0,30 NESN 0,17 1,00 0,17-0,04 0,41 CYC 0,22 0,17 1,00 0,17 0,34 TLS 0,33-0,04 0,17 1,00 0,18 SESG 0,30 0,41 0,34 0,18 1,00 wtl BAS NESN CYC TLS SESG BAS 1,00 0,37 0,48 0,17 0,39 NESN 0,37 1,00 0,36 0,28 0,28 CYC 0,48 0,36 1,00 0,15 0,42 TLS 0,17 0,28 0,15 1,00 0,20 SESG 0,39 0,28 0,42 0,20 1,00 Sie haben hier eine bunte Mischung zusammengestellt, die über extrem niedrige Korrelationen zueinander verfügt. Ein Chemiekonzern aus Deutschland (BASF), ein Konsumartikelhersteller aus der Schweiz (Nestle), ein Autohändler aus Singapur (Cycla & Carriage), ein Telekomunternehmen aus Australien (Telstra) sowie ein luxemburger Satellitenbetreiber (SES) haben kaum etwas miteinander zu tun. Lediglich SES und Telstra hängen in einer Branche zusammen, Telstra ist ein typischer Kunde von SES. Doch Telekomunternehmen investieren langfristig und somit übertragen sich die Nachfrageschwankungen der Kunden kaum auf SES. Mobilfunknetzbetreiber wie Telstra gehören nicht zu meinen Lieblingen, da dort immer wieder hohe Investitionen anstehen. Kleinere Telekomanbieter wie freenet beispielsweise sind flexibler und können somit schneller neue Trends nutzen. Ich würde ein solches Unternehmen vorziehen./crlf> 06. Analyse diverser Unternehmensanleihen: Citigroup, BayerLB, Achmea, Conti-Gummi, GDF Suez, Deutsche Postbank, General Electric BAS NESN CYC TLS SESG Gewichtung für optimales Portfolio: 25% 9% 19% 22% 25% Gewichtung für minimum Risiko Portfolio: 16% 25% 9% 25% 25%

9 25. Jan Heibel-Ticker Standard #4 Seite 9 von 15 Citigroup, BayerLB, Achmea, Conti-Gummi, GDF Suez, Deutsche Postbank, General Electric Fr, 25. Januar um 14:57 Uhr Wichtigste Kennziffer bei Anleihen ist die Rendite. Diese unterscheidet sich vom Zins, und das ist für Laien oftmals verwirrend. Die Erklärung ist jedoch sehr einfach: Eine Anleihe wird häufig zu einem bestimmten Termin zu 100% ausgegeben und mit einem festen Zins über die gesamte Laufzeit verzinst. Wenn das Unternehmen sich anschließend jedoch vorteilhaft entwickelt, dann sinkt das Risiko eines Zahlungsausfalls, und Anleger sind bereit, mehr für die Anleihe zu zahlen - sagen wir 110%. Sie zahlen also 110 Euro, bekommen anschließend jedoch nur auf 100 Euro den versprochenen Zins. Am Ende der Laufzeit erhalten Sie 100% zurück, haben also einen Kursverlust von 9,1%. Diesen Kursverlust müssen Sie nun von dem Zins über die Jahre verteilt abziehen. Ihr eingesetztes Kapital verzinst sich also nicht mit 10%, sondern 10% abzüglich einem Teil des Kursverlustes. Über Zinseszinsrechnung errechnet man so die Rendite der Anleihe. Die Rendite gibt an, wie sich der von Ihnen eingesetzte Betragt rentiert. Zins und Kurs interessieren also nur zweitrangig, uns interessiert die Rendite auf unser eingesetztes Kapital. Anhand der Rendite können Sie auch beurteilen, ob Sie die Anleihe vorzeitig wieder verkaufen möchten oder bis zum Laufzeitende halten. Sie können stets die Rendite mit anderen Anleihen vergleichen und anschließend abwägen, ob es eine höher verzinste Anleihe mit vergleichbarem Risiko gibt. Dann würde ich umschichten, sonst nicht. Citigroup Inc. EO-Medium-Term Notes 2004(19) WKN A0DAXH, ISIN XS Laufzeit 6,5 Jahre Zins 5% Kurs 117% Rendite 2,17% Die Citigroup schlüpfte in der Finanzkrise unter den staatlichen Rettungsschirm und hat seither viele Unternehmensteile verkauft, um die Bilanz wieder auf Vordermann zu bringen. Anders als viele andere Banken hat die Citigroup dabei Unternehmenszweige, die nicht zum Kerngeschäft gehörten, verkauft, dabei jedoch ihre ausländischen Gesellschaften weitgehend beibehalten. Damit ist die Citigroup heute international bestens aufgestellt. Es handelt sich um eine Euro-Anleihe, die jedoch kaum gehandelt wird (Liquidität: niedrig!). Wenn Sie also mal an das Geld heran möchten, dann könnten Sie Probleme kriegen, einen Käufer zu finden. Inzwischen sieht die Bilanz der Citigroup wieder ordentlich aus, und entsprechend ist das Rating ziemlich gut. So erklärt sich auch die verhältnismäßig niedrige Rendite von aktuell nur 2,17%. Einer so niedrigen Verzinsung und noch dazu mit einer so langen Laufzeit würde ich die Aktie eines dividendenstarken Unternehmens vorziehen. Conti-Gummi Finance B.V. EO-Notes 2010(10/16) WKN A1A1P0, ISIN DE000A1A1P09 Laufzeit 3 Jahre Zins 6,5% Kurs 106,36% Rendite 4,23% Mindeststückelung Keine Position in Ihrem Portfolio sollte größer sein als 20% des Gesamtvolumens, sonst ist das Risiko zu ungleich verteilt. Dazu zähle ich auch vermeintlich sichere Komponenten wie eben diese Unternehmensanleihe. Sie müssen also mindestens Euro in Ihrem Portfolio haben, um diese Anleihe zu kaufen, und auch dann nur wenn Sie absolut von Contis Zukunft überzeugt sind. Ich bin von Contis Zukunft überzeugt, das Unternehmen hat sich gut aus der Krise heraus entwickelt, seine Bilanz in Ordnung gebracht und verfügt über ein fähiges Management, sodass ich das Risiko für die Conti-Anleihen als recht gering erachte. Die Anleihe ist erstrangig besichert. Allerdings ist sie im Oktober seitens des Emittenten (Conti) kündbar zu einem Rückzahlungskurs von 103,25% oder im Oktober nächsten Jahres zu

10 25. Jan Heibel-Ticker Standard #4 Seite 10 von %. Sie müssen also damit rechnen, dass Sie bereits früher wieder nach neuen Anlagemöglichkeiten für Ihr Geld suchen müssen. Zudem schränkt die vorzeitige Kündigungsmöglichkeit weitere Kursgewinnmöglichkeiten ein. Conti hat zwei weitere Unternehmensanleihen ausgegeben die mit ähnlichen vorzeitigen Kündigungsmöglichkeiten versehen sind. Conti hat sich sehr gut entwickelt, und wenn das Zinsniveau auf dem niedrigen Niveau verharrt (ich kann mir das gut vorstellen), wäre es sinnvoll, die Anleihen durch günstigere Finanzierungen vorzeitig abzulösen. BayernLB Capital Trust I DL-FLR Tr.Pref. Sec.07 WKN A0LN69, ISIN XS Laufzeit: 24 Jahre, vermutlich aber nur 3 Jahre Zins 6,2% bis 2017, dann 1,98% über LIBOR Kurs 60,35% Rendite: exorbitant Nachrangig besichert und Zinszahlung optional US-Dollar Anleihe Je nach Geschäftsentwicklung gehen Analysten von einer vorzeitigen Ablösung zu 100% im Jahr 2017 aus, da dieses Papier nicht den Basel III Kernkapitalauflagen entspricht. Zur Einhaltung der Basel III Vorschriften könnte es sinnvoll sein, dieses Papier vorzeitig abzulösen und durch ein dann hoffentlich günstiger verzinstes und Basel III konformes Papier zu ersetzen. Geht die Spekulation auf, dann freuen sich Anleger über einen Kursgewinn von 30%, also 7% pro Jahr. Allerdings ist die Anleihe nachrangig besichert. Die Bayern LB ist inzwischen zu 94% in der Hand des Freistaats Bayerns und gehört zu 6% den Sparkassen. Nachdem die Bayern LB in der Finanzkrise unter den Rettungsschirm schlüpfte, wurde das Geschäft restrukturiert und inzwischen sollen laut Analysten die größten Risiken abgeschoben worden sein. Wenn jedoch wider Erwarten doch noch mal was hochkommt, dann dürften die Anleiheeigner dieser Anleihe leer ausgehen. Zinsen muss die BayernLB nicht zahlen, sie kann. Wenn keine Zinsen gezahlt werden (wird in Abhängigkeit der HGB-Bilanz definiert), dann muss dies auch nicht nachgeholt werden. Die Anleihe notiert in US-Dollar, zusätzlich wird hier also noch ein Währungsrisiko eingegangen. Also: Keine Zinszahlung, Währungsrisiko, nachrangig besichert nur um die Chance auf 7% Kursgewinn pro Jahr zu haben, das ist mir dieses Papier nicht wert. Als sicherer Zinsbringer eignet sich dieses Papier sicher nicht. Achmea B.V. EO-FLR Securities2005(15/Und.) WKN A0E6GY, ISIN NL Laufzeit endlos, ab 2,5 Jahren kündbar Zins 5,125% bis 2015, dann 2,8% über EURO BOR Kurs 98,9% Rendite ca. 6% Nachrangig besichert Achmea ist eine Versicherungsgruppe aus den Niederlanden, deren Eigentümerstruktur einer Genossenschaft ähnelt. Ich muss zugeben, ich habe von dieser Gesellschaft bislang noch nie etwa gehört. Hier wird die Zinszahlung zumindest aufgerechnet, wenn also einmal kein Zins bezahlt wird, dann wird dies bei nächster Gelegenheit nachgeholt, anders als bei der vorhergehenden Anleihe. Auch diese Anleihe kann nicht in die Kernkapitalquote nach Basel III eingerechnet werden, und so rechnen Analysten auch hier mit einer frühzeitigen Ablösung. Ich habe keinen Einblick in die Geschäftszahlen von Achmea (in privater Hand!), aber grundsätzlich bessern sich die Bilanzen von Versicherungen derzeit merklich, sodass meine Sorge hier nicht allzu groß ist. Ich würde dennoch niemals in ein Unternehmen investieren, dessen Bilanzen nicht den Börsenvorschriften entsprechen müssen, ganz einfach weil mir der Einblick in die Besonderheiten dieser Gesellschaft dadurch nicht so leicht zugänglich ist. Wer hier also besser Bescheid weiß, für den sind die 6% attraktiv. Ich würde die Finger davon lassen. Deutsche Postbank Fdg Trust IV EO-FLR Tr.Pref. WKN A0NYWV, ISIN XS Laufzeit endlos, ab 4,5 Jahren kündbar Zins 5,983% bis 2017, dann 2,07% über EURI BOR

11 25. Jan Heibel-Ticker Standard #4 Seite 11 von 15 Kurs 88,25% Rendite 6,8% Nachrangig besichert Mindeststückelung Euro Hier steckt eine komplizierte Struktur dahinter, bei der auch die Deutsche Bank ihre Finger im Spiel hat: Eine vorzeitige Ablösung im Jahr 2017 ist nach Analystenmeinung aus mehreren Gründen wahrscheinlich. Zum einen aufgrund der fraglichen Anrechenbarkeit zum Kernkapital, zum anderen aufgrund eines weiteren Interesses der Deutschen Bank, weitere Anteile an der Postbank zu kaufen. Über einen Beherrschungsvertrag muss die Postbank alle Gewinne an die Deutsche Bank abführen (natürlich nachdem sie die Zinsen für diese Anleihe beglichen hat). Die Deutsche Bank steht dafür für etwaige Verluste gerade. Auf der anderen Seite ist die Postbank dadurch kaum in der Lage, eigene Rücklagen zu bilden, sie hängt am Wohl und Wehe der Deutschen Bank. Wie die Deutsche Bank mit ihren Beteiligungen umspringt, hängt meiner Erfahrung nach einzig an Renditegesichtspunkten. Sollte es also für die Deutsche Bank einmal vorteilhaft sein, die Postbank abzustoßen und gegebenenfalls in unruhige Gewässer zu schicken, so wird sie dies tun. Es wäre also zu leicht zu glauben, die Deutsche Bank wird's schon richten. Auf der anderen Seite ist dieses Risiko meiner Einschätzung nach ziemlich gering, da die Postbank solide aufgestellt ist. Von diesen drei Anleihen mit vorzeitiger Kündbarkeit gefällt mir diese der Postbank am besten. Dennoch kann ich so komplizierten Konstrukten nicht viel abgewinnen und suche weiter nach einer etwas leichter verständlichen Unternehmensanleihe. General Electric Capital Corp. EO-Medium- Term Notes 2005(35) WKN A0GFB8, ISIN XS Laufzeit 22,7 Jahre Zins 4,125% Kurs 101,45% Rendite 4,047% Nachrangig besichert General Electric (GE) ist für die USA was Siemens für uns ist: Ein innovativer Elektro-Konzern mit den hellsten Köpfen des Landes bestückt. Auch GE hatte vor der Finanzkrise seinen Finanzarm ausgebaut und musste somit kräftig Federn lassen. Inzwischen ist dieses Abenteuer zurückgefahren worden und GE konzentriert sich wieder auf das Erfinden und Produzieren von Produkten. Die Bilanz ist sauber, es besteht eine Nettocash-Position von 3 Mrd. USD. Das Volumen der hier betrachteten Unternehmensanleihe beträgt lediglich 750 Mio. EUR, könnte also sofort zurückgezahlt werden. Von diesem Konzern eine Verzinsung von über 4% zu erhalten, finde ich überaus attraktiv. Zwar schreckt die extrem lange Laufzeit ein wenig ab, fällig wird die Anleihe erst im Jahr 2035, aber das Papier ist liquide, wird also häufig über die Börse gehandelt, und so sollte es kein Problem sein, sich frühzeitig von diesem Papier zu verabschieden. Die lange Laufzeit birgt aber ein Risiko, das wir bislang noch nicht betrachtet haben: Sollte das allgemeine Zinsniveau steigen, was seit über zehn Jahren erwartet wird, aber bislang noch nicht eingetreten ist, so dürfte diese Anleihe mit festem Zins unattraktiver werden, der Kurs könnte fallen. Der niedrige Kurs und somit die hohe Rendite sind wohl diesem Risiko geschuldet. Sie können sich mit mir streiten, ob der ewig erwartete Zinsniveauanstieg nun bereits begonnen hat oder oder wir noch ein, drei oder fünf Jahre weiter niedrige Zinsen behalten werden. Für die nächsten 22,7 Jahre jedoch lasse ich nicht mit mir diskutieren: Es wird irgendwann in diesem Zeitraum einmal steigende Zinsen geben. Und dann wird der Kurs der Anleihe fallen. Somit ist diese Anleihe nur für Anleger interessant, die heute schon eine feste Rendite für die nächsten 22,7 Jahre kalkulieren müssen, Versicherungen beispielsweise. Oder aber Sie erwarten, dass die sich derzeit andeutende Zinsanhebungsphase in den kommenden Wochen wieder einen Rückschlag erhält, die Konjunktur wieder einen Rückschlag erhält und somit dieses Zinsniveau für einen längeren Zeitraum noch attraktiv bleibt. So attraktiv das Papier also im ersten Augen

12 25. Jan Heibel-Ticker Standard #4 Seite 12 von 15 blick aussah, ich denke jedoch dass es attraktivere Anleihen gibt. GdF Suez S.A. EO-Med.-Term Notes 2011(2111) WKN A1GNQ0, ISIN FR Laufzeit 98,3 Jahre Zins 5,95% Kurs 112% Rendite 5,337% 100 Jahre läuft diese Anleihe, die aus den Einnahmen des Suez-Kanals bedient wird. Bestes Rating, attraktive Verzinsung, aber genau wie die vorhergehende Anleihe spielt hier die lange Laufzeit eine wichtige Rolle: Sollten wir irgendwann in den kommenden 100 Jahren einmal steigende Zinsen haben, so wird der Kurs dieser Anleihe fallen. Zudem ist diese Anleihe nicht besonders liquide, es könnte also sein, dass Sie einige Zeit brauchen um einen Käufer für Ihre Papiere zu finden. Der Haken an diesen beiden Papieren ist leider die lange Laufzeit, die für eine starke Kursschwankung sorgen wird, ungeachtet der Bonität der Emittenten. 07. Update beobachteter Werte Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen. ========== Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst. Die dritte Spalte zeigt die Schlusskurse von Donnerstagabend. Unter Woche steht die Veränderung im Vergleich zur Vorwoche. Unter 2012 steht das Ergebnis der Position seit Jahresbeginn bzw. seit Aufnahme ins Portfolio. Unter Anteil finden Sie den Anteil der jeweiligen Position am Gesamtdepot. Unter! steht zur Information meine Grundtendenz: K bei Gelegenheit Kaufen, N K Nachkaufen H Halten, V bei Gelegenheit Verkaufen, TV Teilverkauf, also nicht die ganze Position VL Verkaufslimit, bei überschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden SL Stopp Loss, bei Unterschreiten eines bestimmten Kurses sollte verkauft werden TS Trailing Stopp, wie SL, nur dass das Limit kontinuierlich nachgezogen wird Die Gelegenheit zum Kaufen oder Verkaufen wird sodann kurzfristig von mir per Update an Sie bekanntgegeben. Ich habe diese Spalte!" insbesondere für neue Kunden vorgesehen, die zu einem späteren Zeitpunkt wissen wollen, ob ich die Position noch zukaufen würde, wenn ich beispielsweise darin nicht schon voll investiert wäre. Zukaufen würde ich jeweils jedoch niemals zu Höchstkursen, sondern stets nur nach kurzfristigen Kursrückschlägen von mindestens 5-7%. Kauffolge: Je spekulativer, desto aggressiver würde ich kaufen und verkaufen. Derzeit verwende ich die folgenden Schritte: Value Positionen in drei Schritten aufbauen: 25%-25%-50%, Spekulative und alternative Positionen in zwei Schrittenaufbauen: 50%-50%, Tradingpositionen ganz oder gar nicht: 100%. Stopp Loss Limits, Verkaufslimits und ähnliche Aktionsmarken verwalte ich aktiv in meinem System und ändere ich unter der Woche mehrfach, fast täglich. Eine Veröffentlichung der entsprechenden Limits ist in der Regel nicht sinnvoll, allenfalls Stopp Loss Marken werde

13 25. Jan Heibel-Ticker Standard #4 Seite 13 von 15 ich bisweilen im Text bekanntgeben. Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten. ***************** WERBUNG *************** In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel. Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern. Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis auf sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanalysen stellen wir den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung. Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo zu 16 für 6 Wochen. Geben Sie bitte den folgenden Link in Ihren Browser ein und bestellen Sie unter ************** ENDE WERBUNG *************** Eine erfolgreiche Börsenwoche, take share Stephan Heibel mailto:info/at/heibel-ticker/./de

14 25. Jan Heibel-Ticker Standard #4 Seite 14 von Übersicht HT-Portfolio Bitte beachten Sie auch den Kundenbereich auf meiner Internetseite unter Dort finden Sie aktuelle Charts mit meinen jeweils aktualisierten Einschätzungen. ========== Im Wochenverlauf habe ich zu mehreren Titeln Anmerkungen im Kundenbereich der Webseiten verfasst. Auch dieses Kapitel bleibt den zahlenden Abonnenten des Heibel-Ticker PLUS vorbehalten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, aber ohne eine kleine Einnahmequelle kann ich diesen Dienst nicht aufrecht erhalten. ***************** WERBUNG *************** In Deutschland gibt es kaum einen anderen, der die Hintergründe der Aktienmärkte so messerscharf von dem täglichen Medienrummel trennen kann, wie der Autor des Heibel-Tickers Stephan Heibel. Von seinen Fähigkeiten, komplizierte Zusammenhänge verständlich darzustellen, können Sie sich mit diesem Heibel-Ticker Standard überzeugen. Wenn Sie allerdings seine Schlussfolgerungen und Empfehlungen erfahren möchten, dann sollten Sie sich einmal um den Heibel-Ticker PLUS kümmern. Für eine Jahresgebühr von 120 Euro erhalten Sie ein Jahresabonnement sowie einen Vorzugspreis auf sämtliche Sonderanalysen, die in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Viele Sonderanaanalysen stellen wir den Heibel-Ticker PLUS Kunden sogar kostenfrei zur Verfügung. Falls Ihnen ein Jahr zu lang erscheint, dann können Sie den Heibel-Ticker PLUS auch zunächst für ein halbes- oder viertel Jahr bestellen. Oder bestellen Sie einfach das Schnupperabo zu 16 für 6 Wochen. Geben Sie bitte den folgenden Link in Ihren Browser ein und bestellen Sie unter ************** ENDE WERBUNG *************** Eine erfolgreiche Börsenwoche, take share Stephan Heibel mailto:info/at/heibel-ticker/./de

15 25. Jan Heibel-Ticker Standard #4 Seite 15 von Disclaimer / Haftungsausschluss und Risikohinweise Wer un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte un- oder überpersönliche Schreib- oder Redeweisen in Umlauf setzt, wird mit Lust-, manchmal auch mit Erkenntnisgewinn belohnt; und wenn alles gut geht, fällt davon sogar etwas für Sie ab. (frei nach Robert Gernhardt) Wir recherchieren sorgfältig und richten uns selber nach unseren Anlageideen. Dennoch müssen wir jegliche Regressansprüche ausschließen, die aus der Verwendung der Inhalte des Heibel-Tickers entstehen könnten. Die Inhalte des Heibel-Tickers spiegeln unsere Meinung wider. Sie stellen keine Beratung, schon gar keine Anlageempfehlungen dar. Die Börse ist ein komplexes Gebilde mit eigenen Regeln. Anlageentscheidungen sollten nur von Anlegern mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen vorgenommen werden. Anleger, die kein tiefgreifendes Know-how über die Börse besitzen, sollten unbedingt vor einer Anlageentscheidung die eigene Hausbank oder einen Vermögensverwalter konsultieren. Die Verwendung der Inhalte dieses Heibel-Tickers erfolgt auf eigene Gefahr. Die Geldanlage an der Börse beinhaltet das Risiko enormer Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Quellen: Kurse: Deutsche Kurse von comdirect.de, Goldbarren & Münzen von proaurum.de, US-Kurse von finance.yahoo.com. Alle Kurse sind Schlusskurse vom Donnerstag sofern nichts Gegenteiliges vermerkt ist. Bilanzdaten: Comdirect, Yahoo! Finance sowie Geschäftsberichte der Unternehmen Informationsquellen: dpa-afx, Aktiencheck, Yahoo! Finance, TheStreet.com, IR-Abteilung der betreffenden Unternehmen 10. An-/Ab-/Ummeldung Wenn Sie sich von diesem Dienst abmelden möchten, dann gehen Sie bitte auf die Seite und stornieren Sie Ihre Adresse im rechten Bereich Newsletter Abo. Sie können sich über diese Seite gerne jederzeit wieder anmelden. Sollte sich Ihre Adresse geändert haben, so stornieren Sie bitte zunächst die alte Adresse und melden sich anschließend mit der neuen Adresse wieder an. Gerne können Sie den Heibel-Ticker Ihren Freunden empfehlen. Sie können den Heibel-Ticker STAN DARD beliebig weiterleiten. Wenn Sie Inhalte davon auf anderen Internetseiten verwenden möchten, bitten wir um eine korrekte Quellenangabe sowie um eine kurze Information darüber.

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