Günter Schallenmüller. Die Seele hat Vorfahrt

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1 Günter Schallenmüller Die Seele hat Vorfahrt Information an die Teilnehmer der Selbsthilfegruppen No 1 10 /

2 Ich entschließe mich, die Teilnehmer in den Gruppen in die Aktion mit einzubinden. Am geht die erste Mail an den Verteiler von BALANCE raus. Obwohl ich natürlich auch immer wieder Zweifel habe, habe ich mich entschlossen, den Teilnehmern in den Selbsthilfegruppen eine Info über die geplante Aktion zu geben und die mit einzubeziehen. Heute am geht die erste Info raus, obwohl ich selber voller Zweifel bin. Nicht nur die Aktion im Mai 2009, nein an allem was ich momentan mache habe ich Zweifel. Ich bin nicht überzeugt ob es Sinn macht und ob sich irgendetwas bessert. Vielleicht möchte ich aber auch einfach nur zu viel. Wieder ist für die Zukunft einiges unklar. Ich habe den Flug gebucht, obwohl ich nicht einmal weiß, was ab dem ist. Nachdem die Mail versandt ist frage ich mich: Steht es mir überhaupt zu, an einer kleinen Schraube drehen zu wollen um eine Besserung zu bekommen. Ich weiß es nicht! Ich frage mich auch, ob ich das alles meiner Familie zumuten kann, zumuten darf. Vielleicht belastet es die Teilnehmer in den Gruppen eher, wenn sie das alles lesen was ich vorhabe. Das möchte ich natürlich nicht. Da sind mir alle viel zu wichtig! Manch einer wird vielleicht sagen, oh wenn ich das nur auch könnte. Dem möchte ich sagen, ich kann vieles nicht was sie / er kann und ich nehme alle wieder mit mir mit. 2

3 Info Anlage Der Plan Hallo und schönen guten Abend, diese geht an alle diejenigen die im Verteiler von BALANCE e.v. sind. Das sind Menschen mit Depressionen und Ängsten in einer der Gruppen von BALANCE. Als im Frühjahr 2006 die ersten Gruppen im Rems-Murr-Kreis gegründet wurden, war die Entwicklung nicht abzusehen. Mittlerweile sind viele Gruppen entstanden, viele Gespräche wurden geführt und auch viele Freundschaften geschlossen. Angefangen hat aber alles bereits im Jahr 2005 als ich selber die Welt der Depression lernen durfte, die mich nach mehrwöchigem Krankenhausaufenthalt im November 2005 auf den Jakobsweg in Spanien gebracht hat. Damals wurde der erste Grundstein für eine Selbsthilfegruppe gelegt. Damals habe ich auch einen Vergleich der Kilometer gestellt: Hamburg nach München = 775 km. Auf dem Jakobsweg in Spanien sind es dann insgesamt 900 km geworden. Der Vergleich aus dem Jahr 2005 hat schon seit längerem einen Platz in meinem Kleinhirn gefunden. Nun ist er ins Großhirn weiter gewandert. Manch einer wird sagen, der spinnt. Manch einer wird sagen, da will einer sein Ego befriedigen. Mir ist es gleich was wer auch immer sagt. Die Menschen mit Depressionen und Ängsten haben aus verschiedenen Gründen nicht die Stimme die Ihnen zusteht. Das macht mich manchmal sehr traurig und manchmal sehr wütend. Aus diesem Grund möchte ich eben alle diese Menschen in eine von mir geplante Aktion einbinden. Die bislang entstandenen Gruppen sind für mich - hört sich komisch an - nur eine Etappe - von dem Ziel was insgesamt notwendig ist. Es sind nun noch sieben Monate bis zum geplanten Start - siehe Anlage. Wer kein pdf öffnen kann bitte melden. Immer so um den 13. des Monats wird eine neue Info kommen. Für mich persönlich ist das eine logische Weiterentwicklung seit meiner Krankenhausentlassung am Wer mir dazu schreiben mag, kann das gerne tun und ich freue mich darüber. Vielleicht wird auch irgendwann wieder ein Buch daraus entstehen. Wer keine Info haben möchte, bitte ich um kurze . Nun seit herzlich gegrüßt und wer mag gedrückt. Liebe Grüße Günter 3

4 Reaktionen zu Info Anlage Der Plan Wie erwartet waren die Reaktionen nicht nur positiv. No 1 >>... schönen guten Morgen lieber Günter. Hab grad deine Mail Ko-Fle gelesen, haste gut gemacht und ich hoff, dass de diesbezüglich auch Retoure-Meldungen bekommst, für dieses Mega- Vorhaben! << No 2 >>... Gelegentlich bekam ich Infos über deine Ziele und Erfolge mit den neuen Gruppen und per Zufall sollte ich an einem wunderschönen Spaziergang teilhaben. Aber ich denke ich komme langsam zum Punkt. Ich war ein bisschen in deine Ziele involviert, bekam Aufgaben, sollte gestalten und laufen, Kurse für Balancler abhalten. Fühle mich sagen wir auf den Arm genommen wenn ich nun von deinem Ziel lese. Ich denke an die vielen da draußen die morgens vielleicht eine Anlaufstelle eine Tasse Kaffee oder einen Tee brauchen, oder etwas Zuwendung. Ich möchte wissen wie die anderen Balancler darüber denken. Den ich sags dir ganz ehrlich, wenn ich in der Depression sitze ist es mir wurscht ob du meine Ängste von Hamburg nach Konstanz trägst! um mir was zu zeigen? Ich finde du bist mächtig auf dem Holzweg! Was denken die anderen? Oder was brauchen die anderen. Möchte dir mit diesen Zeilen nicht weh tun, (ich weiß, dass es weh tut) ich denke nur du verletzt eventuell Menschen die dir gleich tun wollen und es nicht können, jemanden in ihrer Nähe nötiger hätten als jemandem auf einem egomanen Pilgertripp... << Diese Mail hat mich doch schon sehr zum Nachdenken gebracht und ich habe auch zurück geschrieben. Hier meine Antwort:... >> Es ist gut, dass Du wieder auf Deinen eigenen Beinen stehst. Du fühlst dich auf den Arm genommen. Da verstehe ich aber nicht - wirklich nicht warum. Wenn ich im November 2005 nicht mit dem Ziel auf das Thema Depression in der Öffentlichkeit aufmerksam zu machen gegangen 4

5 wäre, würde es heute keine Gruppen geben. Wenn ich nicht in die Öffentlichkeit gegangen wäre, würden viel Menschen sich immer noch in Ihrer Depression verstecken. Hast Du überhaupt eine Ahnung mit wie vielen Menschen ich jeden Tag rede? Hast Du überhaupt eine Ahnung für wie viele Menschen ich Ansprechpartner bin? Du schreibst von Zuwendung! Hast Du überhaupt eine Ahnung wie vielen Menschen ich in den letzten beiden Jahren Zuwendung gegeben habe? Und noch einmal! Hast Du überhaupt eine Ahnung was das Kraft kostet? Nein, Du hast keine Ahnung! Noch eines will ich einmal klar schreiben! Ich muss das alles nicht machen! Bis dato heute habe ich mir wahrscheinlich sogar sehr damit geschadet! Da fragt aber niemand nach! Dass andere Menschen das gleiche machen wollen aber nicht können oder jemanden in ihrer Nähe haben wollen, das verstehe ich schon. Aber das ist das gleiche Beispiel, dann würde es heute nur eine oder zwei Gruppen geben. Wenn ich das lese > egomaner Pilgertrip < dann gebe ich Dir zu 1000 Prozent recht. Das tut mir sehr weh! Was weißt Du eigentlich von den Gruppen? Wie oft warst Du in einer Gruppe? Du fragst warum die Gruppen nicht geöffnet werden - ich weiß nicht was Du damit meinst. Ein Forum im Internet? Lass es mich wissen. Es grüßt zurück! Günter PS: Deine Mail führt auch zu der Überlegung, ob es nicht besser ist, wenn ich mich nur um mich und meine Familie kümmere. Dafür danke ich Dir! << No 3 >>... Hallo, guten Morgen lieber Günter, wo warst du am Freitagabend? Wir haben dich vermisst Deinen Plan finde ich genial. In Gedanken mache ich mich auch auf den Weg. Ich wünsche dir einen guten Start in den heutigen Tag. << No 4 >>... Hallo lieber Günter, hier kommen, ganz liebe Grüße aus Waiblingen. Ich hoffe, es geht Dir gut!!!!!!!!!!!! Möge Dir alles gelingen was Du Dir vorgenommen hast. 5

6 Viele Grüße << No 5 >>... Lieber Günther, es ist immer schön, von dir zu hören - wie sehr du die Seele der Gruppe bist, ist mir letztes Mal wieder klar geworden... Die Idee mit dem Camino ist klasse, und ich wünsche dir von Herzen, dass du jede Menge Ausdauer, Kraft, Mut und Zuversicht bei der Verwirklichung des Projekts hast. Ich würde mich gerne auf eine kurze Distanz mit einklinken, aber was bis dahin ist, ob ich überhaupt Urlaub bekomme und so weiter und so fort - das steht in den Sternen... Jetzt muss ich erst mal meinen persönlichen Jakobsweg gehen, und zur Zeit ist die Etappe ziemlich steinig und steil und kostet mich Kraft, die ich manchmal nicht habe...aber jetzt geht s nur noch vorwärts... Eine dicke Umarmung von xx 6

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