Schulleiter Büro Hr. Gerademeier/ Frau Kerstin Fröhlich Innen Tag

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1 Arbeitstitel: Frauen gehen nicht nur zu zweit aus Klo Schulleiter Büro Hr. / Frau Kerstin Innen Tag Thomas sitzt an seinem Schreibtisch. Hinter ihm ein gardinenloses Fenster. Auf der Fensterbank einige Kakteen. Der Schreibtisch ist aufgeräumt. Ein Tablett mit Tassen und Kaffee steht darauf. Die Sekretärin hat Frau angekündigt. geht festen Schrittes auf Frau zu und streckt ihr die Hand zum Gruß zu. Frau, kommen Sie herein. Das hat dann ja doch noch ganz schnell geklappt mit. Nehmen Sie Platz. Frau setzt sich. schenkt ihr eine Tasse Kaffee ein und geht dann um den Tisch herum auf seinen Platz. Milch und Zucker steht vor Ihnen. Englisch und Katholische Religion das ist eine Fächerkombination- rar kann ich Ihnen sagen, ganz rar. lehnt sich zufrieden in seinem Bürostuhl zurück. Frau löffelt Zucker in die Tasse. Wissen Sie, ich bin ja auch gerade erst ein halbes Jahr Chef hier und bei insgesamt fünf Kollegen drücken wir beide den biblischen Altersdurchschnitt schon gewaltig. Und die nächste Pension steht im Sommer an. Wir werden hier ein ganz junges und tolles Team. Das ist doch Ihre erste Schule, nicht wahr? Nein, meine Vierte, ich bin seit 10 Jahren im Schuldienst Der Schulgong erklingt. beugt sich vor. 10 Jahre schon? Ach, ja, steht ja in ihren Unterlagen. Kommen Sie, ich will Sie dem Kollegium vorstellen. und Frau stehen auf. Entschuldigung, Herr, ich möchte Ihnen kurz noch etwas mitteilen. Ich müsste dies noch nicht tun, rein rechtlich, aber ich finde das fairer.

2 Na nun haben Sie mich aber neugierig gemacht. Nur heraus damit. Ich bin schwanger bleibt stehen. Sein Gesicht verliert kurz die freundliche Mimik, findet sie aber äußerlich schnell wieder. Ein Moment peinlicher Stile entsteht. Dann muss man wohl gratulieren. Darf ich fragen seit wann Sie das wissen? Ich bin Ende siebter Woche, also noch ganz früh. Aber mein Mann und ich dachten, je früher die Schule das weiß, umso besser kann sie planen. Sie haben doch schon zwei Kinder, wenn ich mich richtig erinnere. dreht sich zum Fenster und sieht mit verschränkten Armen aus dem Fenster. Sind Sie sicher, dass Sie sich da nicht übernehmen? Mein Mann und ich, wir organisieren das gemeinsam. Aber er ist doch auch berufstätig, oder? Ich habe drei Geschwister und mein Mann hat noch zwei Brüder, wir wissen, was auf uns zukommt. dreht sich wieder um und hebt abwehrend die Hände. Sie haben sich also entschieden? schaut fragend an. Welche Woche waren Sie noch? Siebte? Haben Sie Kinder?

3 Ich mein ja nur, wir haben hier an der katholischen Grundschule eine sehr engagierte Elternschaft. Die Kinder werden noch erzogen, verstehen Sie? Verlässlichkeit und großes Engagement werden hier erwartet und dies nicht nur von den Schülern. Schulflur Herr / Frau (Elternvertreterin) Innen /Tag Auf dem Schulflur kommen Kinder aus den Klassen, nehmen Jacken von ihren Haken. Frau holt ihren Sohn ab. Herr kommt den Flur entlang. Frau. Frau haben Sie eine Minute Zeit. Frau schickt ihren Sohn schon einmal vor. Es geht um die neue Kollegin, Frau. Ach ja, mein Sohn schwärmt schon. Er sollte sich gar nicht erst an sie gewöhnen Wie meinen sie das? Sie wird nicht lange bleiben. Frau sieht Herr an Heißt das, unsere Kinder bekommen wieder eine Vertretungslehrkraft. An Ihre Kinder hat Frau gar nicht gedacht. Sie ist schwanger. Schwanger, sie hat doch gestern erst hier angefangen.

4 Ich war ebenso überrascht wie sie. Kommt hier an und das erste was sie sagt: ich bin schwanger. Ein Schulkind rennt zwischen den beiden durch. sieht dem Kind nach. Und diese kleinen Würmer müssen drunter leiden. Hat Sie Ihnen den bei der Bewerbung nichts von der Schwangerschaft gesagt? Darf sie das einfach verheimlichen? kommt etwas näher an Frau heran. Ich weiß wie das läuft: Erst sagt sie, sie kommt bald wieder und dann kommt sie doch nicht wieder und wir stehen da, bekommen keine Vertretung. Frau sieht an, der schiebt sie im Gang verschwörerisch weiter. Wir werden viel Unterricht nicht erteilen können, den Kindern fehlen Kompetenzen, das wird ganz schwer mit den Empfehlungen nach der vierten Klasse. Für einige Kinder sehe ich da schwarz, ganz ehrlich. Da müssen Sie doch was machen können. Ich meine, sie verheimlicht ihre Schwangerschaft und erschleicht sich hier eine Stelle, das kann doch nicht rechtens sein. bleibt stehen und sieht den Gang in beide Richtungen ab Mir sind da die Hände gebunden. Formal ist da nichts zu machen. Formal? Das ist doch unmoralisch. Verstehen sie mich nicht falsch, aber auf der Ebene von Frau bietet das Möglichkeiten. Frau sieht fragend neugierig an. Gerademaier Ich kann da allerdings nicht aktiv werden, die Elternschaft muss im Interesse ihrer Kinder auf Frau einwirken.

5 Wie? Sie ist siebte Woche. Wenn man sie vor Stress nicht schützen kann, vielleicht erledigt sich die Schwangerschaft ja noch von selbst. sucht in s Gesicht einen Hinweis auf Schrecken und findet nichts. Sie hat ja schon zwei Kinder. Sie doch auch? Reden Sie doch mal mit ihr zwei Kinder. Das reicht doch. Verstehe ich sie richtig? Sie wollen... Ich will für ihre Kinder das Beste. Und ich mache mir keine Illusionen. Wenn das Kind geboren wird, ist bei unserem kleinen Kollegium die Organisation des regulären Unterrichts schwierig. und sehen sich schweigend an. s Sohn taucht am Ende des Flurs auf. Sohn Mama, komm ich hab Hunger. Frau dreht sich in seine Richtung und geht. Einmal dreht sie sich noch zu um. Kommen Sie mit der Gestaltung des Adventsgottesdienstes klar, oder brauchen Sie Hilfe? Rufen Sie doch Frau an. Die unterrichtet ja auch Religion. Frau legt ihrem Sohn eine Hand auf die Schulter und nimmt ihm die Schultasche ab. Sohn Du, Frau, die ist total nett, macht richtig Spaß. Wohnzimmer Frau, Frau, zwei Jungs (4 und 2) Innen/ Tag Im Vordergrund spielen zwei Jungs mit Dinofiguren auf dem Boden. Frau und Frau sitzen gemeinsam am Esstisch im Hintergrund. Frau erzählt. Frau lehnt sich im Stuhl zurück. Ihr Blick ist ernst. Habe ich Sie richtig verstanden, Herr möchte, dass ich abtreibe?

6 So würde er das nie sagen. Schulleiterbüro Frau, Herr Innen/ Tag Herr sitzt an seinem Schreibtisch und tippt an seinem PC. Die Tür wird schnell geöffnet. Frau kommt herein und geht bis an den Schreibtisch von Herr, der seine Überraschung schnell verbergen kann. Sie haben Recht. Recht? Helfen Sie mir, womit. Ich liebe meinen Beruf, ich liebe meine Kinder. Im Moment bekommen wir das zuhause gut geregelt. Wir haben darüber gesprochen. Ein drittes Kind bringt das vielleicht durcheinander. steht auf. Dreht sich zum Fenster und tastet die Stacheln des Kaktus ab. Setzen Sie sich doch. Siebte Woche vielleicht ist es ja auch nicht ganz gesund. Aber vergessen Sie nicht, dass wir eine katholische Einrichtung sind. Verantwortung, Verlässlichkeit für die Kinder hier, das ist auch katholisch. Ich muss mit dem Dilemma leben. Eine Pause entsteht. wird unsicherer Ich brauche also gar nicht versuchen Sie umzustimmen. nickt Dann kann ich ja nichts mehr für sie tun. Ich habe großen Respekt vor Ihrer Entscheidung. Der Eingriff wird nicht an Wochenenden durchgeführt.

7 Melden Sie sich eine Woche krank, ist ja auch wegen der Schule und für die Kinder. lächelt und zweideutig Sie geben mir für die Abtreibung frei? Bis zu den Ferien können wir ja nicht warten. s Lächeln weicht einem entschlossenen Gesichtsausdruck. Mit Ihrer rechten Hand holt sie aus der Tasche ihrer Jacke ein Diktiergerät und hält es hoch. Ich werde nicht abtreiben. Ich werde mein Kind bekommen und wieder an die Schule zurückkommen. Aber Sie, sie werden dann nicht mehr hier sein. s kurzes Erstarren weicht einer raschen Bewegung Richtung. Das wagen Sie nicht. erstarrt. In der Tür steht, fast neben steht Frau, ein zweites Diktiergerät in hoch haltend. Das wagen sie nicht. ENDE

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