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1 interaktiv Amtsfinder:App RIS:App Handy-Signatur:App 15 Jahre HELP.gv.at und RIS E-Government Online Amtswege apps4austria

2 HELP.GV.AT UND RIS 15 JAHRE VOLLER HÖHEPUNKTE HELP.gv.at geht an den Start und RIS wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht HELP.business.gv.at wird ins Leben gerufen Rechtsnormen der Kärntner Gemeinden sind ab sofort abrufbar HELP.gv.at gewinnt den eeurope Award in der Kategorie A better life for European citizens HELP.gv.at gewinnt den Justitia Award für die beste Homepage mit juristischem Kontext der öffentlichen Hand Die authentische Printversion des Bundesgesetzblattes setzt sich zur Ruhe und macht Platz für die rechtlich verbindliche elektronische Kundmachung des BGBI Bundesgesetzblätter werden rechtlich authentisch kundgemacht Österreich gewinnt den 1. Hauptpreis des Amtsmanager für das Projekt e-recht in der Kategorie E-Government-Sonderpreis In weiterer Folge wird Österreich beim 7. Internationalen Speyerer Qualitätswettbewerb in der Kategorie Electronic Government ausgezeichnet HELP.gv.at erhält die Goldene Biene in der Kategorie Komplexe Einkaufs- und Transaktionsangebote Österreich erhält den United Nation Public Service Award in der Kategorie Improving Transparency, Accountability and Responsiveness in the Public Service für das Projekt e-recht Das Online Terminreservierungsservice wird Bürger- Innen für die Terminabstimmung bei Behörden erstmals zur Verfügung gestellt Das Projekt jugend2help wird erstmals präsentiert Dr. Wolfgang Ruttenstorfer Im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft richtet HELP.gv.at die Informationsplattform euro2008.help.gv.at für Gäste sowie eine österreichweite Fan-Servicehotline ein HELP.gv.at stellt über den angemeldeten Bereich Anwendungen, wie den e-tresor und den SV-Datenauszug, im Single Sign On-Verfahren mittels Handy-Signatur oder Bürgerkarte zur Verfügung Österreich wird der European egovernment Award für European Order for Payment Application EU-OPA (Bundesministerium für Justiz) in der Kategorie egovernment fördert den EU-Binnenmarkt verliehen Mit 1. Jänner 2010 wurden die 70 Themen aus dem HELP.gv.at-Wirtschaftsteil in das neue Unternehmensserviceportal (www.usp.gv.at) übertragen Mag. Wilhelm Molterer Vor 15 Jahren gab es zwar noch keine Smartphones und Apps, wie sie heute unser Leben prägen, aber das Internet war bereits klar als ein Instrument für die Automatisierung des Servicesektors in der Wirtschaft erkennbar. Die Überblickbarkeit der Aktivitäten der Verwaltung in Österreich, besonders aber die Existenz eines IT-Zentrums für die Mehrzahl der Ministerien, dem Bundesrechenzentrum und einen dafür zuständigen Sektionschef, Dr. Winter, der den Ehrgeiz entwickelte, bei der Nutzung des Internets für die Verwaltung führend zu sein, waren gute Voraussetzungen, um HELP.gv.at zu starten. Internetlösungen erforderten keine tiefen Veränderungen in Zuständigkeiten, sondern sie konnten über bestehende Prozesse und Strukturen gelegt werden. Internetlösungen versprachen für die BürgerInnen sofort einfacheren Zutritt zu Verwaltungsleistungen, raschere Abwicklung und damit Benefit für die Politik über eine erhöhte BürgerInnenzufriedenheit. Naturgemäß war der Internetzugang vor 15 Jahren wenig interaktiv, HELP.gv.at diente eher der Informationseinholung für die BürgerInnen vor Amtswegen, auch dem Herunterladen von Formularen. Seither ist sehr viel geschehen und Österreich ist bei modernen Verwaltungsleistungen über das Internet ganz vorne mit dabei Im Zuge der Neugestaltung von HELP.gv.at wird die Benutzbarkeit erhöht und der Zugang unter Berücksichtigung der Richtlinien WCAG 2.0 des WAI/W3C möglichst barrierefrei gestaltet und die Darstellung für mobile Devices optimiert 2012 Etwa Gemeinden integrieren HELP-Lebenslagen via Content Syndizierung auf ihrer Gemeinde-Website Erweiterung der Anwendungen im Single Sign On-Verfahren mittels Handy-Signatur oder Bürgerkarte um DVR-Online und das Zentrale Waffenregister 2011 Im April 2011 wurden die ersten Meldungen auf den Social Networks Facebook und Twitter veröffentlicht 2012 Die Daten der RIS-Anwendung Bundesrecht konsolidiert werden im Rahmen von Open Government Data (www.data.gv.at) zur Verfügung gestellt und das konsolidierte Bundes- und Landesrecht als RIS:App angeboten Es ist schon so selbstverständlich geworden man bestellt das Antragsformular für den Pass via Internet, macht die Steuererklärung online usw. Gar nicht lange zurück waren diese Innovationen durchaus umstritten, es bedurfte einer klaren politischen Willensbildung und einer kraftvollen Überzeugungsarbeit, um das Projekt HELP.gv.at erfolgreich zu implementieren. Der Grundgedanke war und ist einfach: die öffentliche Verwaltung ist ein Dienstleister. Oder besser: vor allem die öffentliche Verwaltung muss den Dienst am Kunden der Bürgerin/dem Bürger im Fokus haben. Nicht umsonst bedeutet das Wort Ministerium im Lateinischen Dienstleistung. Die IT ist das Werkzeug, um den BürgerInnen zeitgemäße und praktische Services zu bieten, um den MitarbeiterInnen die Arbeit zu erleichtern und in der Verwaltung Kosten zu sparen. Neudeutsch heißt das dann win-win-win-situation. Ein zweiter Aspekt erscheint mir aber ebenso bedeutsam: mittels IT wird das Schlagwort Verwaltungsreform zur Realität, da strukturelle Verwaltungsreformen die IT geradezu als Voraussetzung erfordern. Österreich steht dank Initiativen, wie HELP.gv.at, im internationalen Vergleich sehr gut da und ist eines der führenden Länder in der EU. Dennoch: es gilt, viele neue Möglichkeiten zu nutzen, um den Vorsprung zu halten, den Menschen zu dienen und Kosten zu sparen. 2 3

3 02 HELP.gv.at und RIS 15 Jahre voller Höhepunkte Vorwort Interview 04 Vorwort Liebe Leserin, lieber Leser! SC Dr. Manfred Matzka Interview SC Dr. Manfred Matzka im Gespräch HELP.gv.at Eine Erfolgsgeschichte RIS Behalten Sie Recht APPS erobern das E-Government AnwenderInnen über ihre Erfahrungen mit HELP.gv.at und RIS HELP.gv.at pro futuro HELP.gv.at und RIS in Zahlen Medieninhaber: E-Government ist in Österreich eine Erfolgsgeschichte, die seinesgleichen suchen muss. Kaum ein anderer Staat kann es in punkto Innovation, Leistung und Service mit unserem E-Government-Portfolio aufnehmen. Vor allem das BürgerInnenportal HELP.gv.at sowie das Rechtsinformationssystem (RIS) trugen und tragen immer noch wesentlich dazu bei, den Alltag der Bevölkerung zu erleichtern und das seit mittlerweile 15 Jahren. Anlässlich dieser besonderen Jubiläen entstand die Idee, eine Zeitung zu gestalten, um allen BürgerInnen die Möglichkeit zu geben, Einblick in die Geschichte, Entwicklung und Meilensteine von HELP.gv.at und RIS zu nehmen. Denn eines steht fest, der Erfolg der letzten Jahre ist zu großen Teilen der regen Beteiligung und vor allem der Akzeptanz der BürgerInnen gegenüber Neuem zuzusprechen. Als das Koordinations- und Strategiegremium der Bundesregierung für E-Government in Österreich ist die Plattform Digitales Österreich stets darauf bedacht, das Angebot mit derzeit mehr als 200 Anwendungen laufend auszubauen, um noch bürgerinnennäher, effizienter und moderner zu werden. So entstanden speziell in den letzten Jahren einige Neuerungen, die sowohl die Kommunikation zwischen BürgerInnen, Behörden und Wirtschaft vereinfachen, als auch eine nachhaltige Kostensenkung sowie eine Beschleunigung interner Abläufe zum Ergebnis haben. Die zunehmende Nutzung der Online-Angebote zeigt uns, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden zu Ende ist dieser aber noch lange nicht. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Lesen. Frage: Was verbinden Sie mit der Entstehung von HELP.gv.at und RIS? Innovative MitarbeiterInnen der Bundesverwaltung, die zwei grandiose Ideen hatten, diese gemeinsam mit der Politik vorantrieben und alle PartnerInnen ins Boot holten. Für die damalige Zeit waren wir meilenweit voraus und Visionäre für die künftige Entwicklung von E-Government. Wie würden Sie die ersten Jahre mit HELP.gv.at und RIS beschreiben? Was waren die größten Herausforderungen? Was hat sich in den letzten 15 Jahren verändert bzw. was waren für Sie die absoluten Highlights? Zwei Ideen aus der österreichischen Verwaltung wurden zum Erfolg und Vorbild für ganz Europa. Wir haben gezeigt, wie man gemeinsam mit PartnerInnen und KundInnen etwas aufbaut und weiterentwickelt. Heute gibt es nur ein Portal für alle Fragen rund um Amtswege: HELP.gv.at und dies nutzt statistisch jede und jeder in Österreich mindestens einmal im Jahr! Im RIS hat jede/r BürgerIn Zugang zu den aktuellen Bundes- und Landesgesetzen, den Entscheidungen der Höchstgerichte und diverser Kommissionen und Tribunale. Wie hat sich das Nutzungsverhalten in den letzten 15 Jahren verändert? Wann kamen die ersten Ideen zur RIS:App, Amtsfinder:App und Handy-Signatur:App? Von einigen hundert AnwenderInnen zu Beginn auf über eine Million pro Monat heute mehr als 300 Amtsschalter wären notwendig um alle diese Anfragen zu beantworten. Millionen von Paragraphen werden elektronisch publiziert und gelesen und damit Tonnen von Papier und CO 2 gespart. Bei der Entwicklung von Produkten für Smartphones und Tablets gehen wir aktiv voran und nutzen diese Möglichkeit als weitere Zugangsplattform. Die Zahlen aus den App Stores geben uns Recht in diesem Bereich weiterzumachen. Daten der öffentlichen Verwaltung über Open Government Data frei verfügbar zu machen, verstehen wir als Chance. Wie wird sich HELP.gv.at und RIS in den nächsten Jahren weiter entwickeln? Wo sehen Sie HELP.gv.at und RIS in 15 Jahren? HELP.gv.at und RIS sind unersetzlich und müssen immer auf allen Endgeräten abrufbar sein. Daher werden wir immer auf neue Technologien setzen und diese zum Nutzen für unsere KundInnen einsetzen. Ob diese nun digital TV, augmented reality, NFC, Cloud oder anders heißen. Ein guter Vorsatz für alle im neuen Jahr? Jede und jeder braucht eine Handy-Signatur nur damit bleiben der Datenschutz und die Rechtssicherheit in der digitalen Welt erhalten. Wenn Sie Fragen haben, gehen Sie auf HELP.gv.at oder RIS nur dort werden Sie eine Antwort finden auf die Sie vertrauen können. Plattform Digitales Österreich Bundeskanzleramt Ballhausplatz Wien Worauf sind Sie persönlich besonders stolz? Auf die österreichischen Verwaltungen, ihre visionären MitarbeiterInnen und die Innovationskraft unseres Landes. Welche Maßnahmen werden verfolgt, um weiterhin im E-Government in Europa die erste Geige zu spielen? 4 Ing. Roland Ledinger, Bereichsleiter IKT-Strategie des Bundes Prof. Dr. DI Reinhard Posch, CIO des Bundes Christian Rupp, Sprecher der Plattform Digitales Österreich Wir können nur gewinnen, wenn wir alle zusammenspielen und gemeinsam die Ziele verfolgen, die besten E-Services für BürgerInnen und Unternehmen zu entwickeln und durch interne effiziente Prozesse alle zu entlasten. Daher ist es wichtig, die neutrale Plattform Digitales Österreich zu haben. 5

4 HELP.gv.at - Eine Der Relaunch Am Puls der Zeit Erfolgsgeschichte In kurzer Zeit an die Spitze Transparenz und Partizipation sind zwei unerlässliche Erkennungszeichen einer modernen Verwaltung. Österreich hat sich dazu früh mit der Thematik des E-Government auseinander gesetzt und innovative Lösungen entwickelt, die diesem Anspruch gerecht werden. So kam es, dass zahlreiche dieser elektronischen Dienstleistungen innerhalb kürzester Zeit zu Vorzeigeprojekten der EU wurden. Mit dem Vorsatz, wichtige Inhalte der breiten Öffentlichkeit leicht zugänglich zu machen, wurde 1997 ein bedeutender historischer Meilenstein gesetzt das BürgerInnenportal HELP.gv.at wurde ins Leben gerufen! Die Erfolgsgeschichte von HELP.gv.at bestätigt den österreichischen Innovationsgeist und das Gespür für die richtigen Projekte. Denn bereits 1998 verbuchte die Plattform knapp eine halbe Million AnwenderInnensitzungen. Zum Vergleich: 2012 wird HELP.gv.at bereits von 18 Mal so vielen AnwenderInnen besucht. Man könnte sagen, dass jede Österreicherin und jeder Österreicher HELP.gv.at zumindest einmal im Jahr genutzt hat. Begonnen hat alles mit elektronischen Formularen, die ab 1998 allen Bürger- Innen zur Verfügung standen. Mittlerweile bietet HELP.gv.at etwa verschiedene Formulare der österreichischen Verwaltung im Bereich Formulare/Online- Amtswege an, der zu den am häufigsten aufgerufenen Services des Portals zählt. Dank diesem Service können viele Amtswege bequem von zu Hause aus erledigt werden, ohne lästige Warteschlangen in Kauf nehmen zu müssen oder auf Öffnungszeiten zu achten. Außerdem stellt HELP.gv.at den österreichischen Gemeinden ein Basispaket von 25 bundesweit verfügbaren Formularen kostenlos zur Verfügung. 6 One-Stop-Prinzip Seit 2001 bietet das BürgerInnenportal HELP.gv.at Online-Services nach dem One-Stop-Prinzip. Dabei werden die UserInnen bestmöglich auf den bevorstehenden Amtsweg vorbereitet und gleich direkt an die richtige Stelle verwiesen. Mit der Auflistung der erforderlichen Dokumente können bei Behördengängen unnötige Wege und Leerläufe vermieden werden. Über UserInnen greifen monatlich mittlerweile auf das umfangreiche Informationsangebot zu und fragen dabei durchschnittlich etwa drei Millionen Seiten ab (Stand Dezember 2012). Auf ein Amt umgerechnet wären das über 260 Schalter, die das ganze Jahr, sieben Tage die Woche, parallel Anfragen abzuarbeiten hätten. Mit der Freischaltung von HELP.business. gv.at im Jahr 2001 wurde ein weiterer Meilenstein in der HELP-Erfolgsgeschichte gesetzt. Diese Einrichtung bot Wirtschaftstreibenden neben wichtigen Informationen zur Gründung auch Basisinformationen zu speziellen Themen, wie etwa Personalwesen, Finanzen, Außenwirtschaft, und allgemeine Auskünfte für laufende Betriebe. Mittlerweile sind die Wirtschaftsthemen im Unternehmensserviceportal (www.usp.gv.at) aufbereitet. Im selben Jahr wurde die Volltextsuche erstmals angeboten, die schon in den ersten Wochen überragende Erfolge erzielte. Be a part(ner) of HELP HELP.gv.at-PartnerIn zu werden lohnt sich. Bereits 60 % der österreichischen Gemeinden nutzen das kostenlose Angebot des online BürgerInnenportals. So können zahlreiche Services in Anspruch genommen werden. Neben der Content Syndizierung von HELP- Lebenslagen, einem Basispaket von 25 bundesweit verfügbaren Formularen, der selbstständigen Datenwartung und -aktualisierung, einer Terminkalender-Applikation (TKA) sowie der Bereitstellung einer kostenlosen gv.at -Internetadresse, locken noch viele weitere Vorteile. Vertrauenswürdigkeit signalisieren PartnerIn werden. Mag. Harald Müller Seit dem Jahr 2005 obliegt mir die Leitung des HELP-Teams. In dieser Funktion bin ich unter anderem für die Entwicklung und Durchführung von E-Government-Projekten sowie für die Strategieerstellung und Planung für die Weiterentwicklung von HELP.gv.at verantwortlich. Ich durfte die Umsetzung zahlreicher Projekte, wie zum Beispiel die erfolgreiche Einführung von jugend2help oder die erst 2011 etablierten Neuerungen im Bereich Social Media, begleiten. HELP.gv.at zählt zweifelsohne zu den innovativsten Portalen Österreichs. Dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden, bestätigen Statistiken über die Zugriffszahlen, die in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind. Das HELP-Team ist stets bemüht, die Services für die BürgerInnen weiter zu forcieren und das Angebot auszuweiten. Daher werden wir auch in den nächsten Jahren weitere Innovationen und spannende Projekte umsetzen, um der Bevölkerung eine noch breitere Servicepalette zur Verfügung zu stellen. Im Jahr 2002 entschloss man sich zu einem Relaunch des Portals. Mit diesem ging gleichzeitig eine Erweiterung des Informationsangebotes einher. So zählen derzeit etwa 160 Lebenssituationen zum Themenkatalog. Zum Vergleich: 1998 startete man mit 15 Lebenslagen. Geburt, Führerschein, Kfz, Erben, Pension, Reisepass, Aufenthalt und Visum, Heirat, Wohnen und grundlegende Informationen zum Thema Alleinerziehung zählen heute zu den zehn meist gefragten Lebenslagen. In der weiteren Entwicklung wurde die BenutzerInnenfreundlichkeit durch direkte Zugriffe auf nach Inhalten sortierte Angebote gesteigert, zugleich verbesserte ein leicht verständliches Stichwortverzeichnis die Themensuche erstrahlte das Portal schließlich in neuem Glanz. Das HELP-Team wer dahinter steckt 2011 sprang HELP.gv.at auf den Zug der Mobile Solutions auf und entwickelte mobile Lösungen für Smartphones und Tablets. Sobald die UserInnen ein Service mittels mobile device aufrufen, passt sich die Darstellung der Seite automatisch an. Seit Dezember 2012 verfügt HELP.gv.at mit der Amtsfinder:App über eine smarte Anwendung, die die Behördensuche und somit die Planung ihrer Amtswege erleichtert. Weitere Apps sind bereits in der Umsetzungs- oder Planungsphase. Auch Facebook und Twitter blieben nicht unbeachtet und so werden die jungen BürgerInnen seit April 2011 laufend mit aktuellen Postings auf beiden Social Networks versorgt. Dem Anspruch von E-Government, neben Informations-, Kommunikations- und Transaktionsangeboten auch personalisierte Services zur Verfügung zu stellen, wird HELP.gv.at durch seinen angemeldeten Bereich seit 2009 gerecht. Anwendungen wie der e-tresor, DVR-Online, SV-Datenauszug und das Zentrale Waffenregister können mittels Handy-Signatur oder Bürgerkarte im Single Sign On-Verfahren aufgerufen werden. Weitere Verfahren, wie Finanz- Online und die Online-Aktivierung der Handy-Signatur über den angemeldeten Bereich von HELP.gv.at, werden demnächst zur Verfügung stehen. Unter der Leitung von Herrn Mag. Harald Müller, Stv. Leiter der Abteilung I/13, sorgt ein siebenköpfiges Team täglich für die Bereitstellung des Serviceangebots. Nach dem Prinzip alles aus einer Hand kümmert sich das HELP-Team sowohl um die Qualitätssicherung und Koordination der Inhalte als auch um die Planung, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen. Neben der Umsetzung der IKT-Strategieelemente, diverser technischer Aspekte und dem Formularwesen gibt es auch einen eigenen Aufgabenschwerpunkt für Rechtsfragen im Zusammenhang mit HELP. gv.at und dem Unternehmensserviceportal (USP). Der Erfolg von HELP.gv.at wird täglich durch die hohe Zahl der Zugriffe von BürgerInnen sowie durch eine Vielzahl von Awards bestätigt. Ludwig Moser Als die öffentlichen Verwaltungen ihre ersten Webseiten publizierten, organisierte ich im BMF im Jahr 1997 das Projekt Amtshelfer online. Die zu einem Klammeraffen mutierte Büroklammer war damals Symbol für das Projekt und den Wandel der Verwaltungen zu online hob die zwei Dimensionen der Veränderung hervor: Helfend/unterstützend und interaktiv/über das Internet. Die Technik förderte Lösungen: parallel laufende, automatisch ausgelöste Prozesse, One-Stop, Single Sign On etc. waren Projektideen. Die damals noch fehlende Personenidentifikation fördert heute viele weitere Projektideen. HELP.gv.at gibt ein Beispiel dafür, wie innovative Verwaltung den BürgerInnen nutzt. Die hohen Zugriffszahlen bestätigen das. Es braucht aber auch Signale, die anfängliche SkeptikerInnen zum Mitmachen bringen. Der Projektpreis beim Speyerer Qualitätswettbewerb oder die Auszeichnungen als URL des Jahrtausends für HELP.gv.at haben die Kooperation in der Verwaltung deutlich erhöht. 7

5 Behalten Sie Recht Rechtsinformationssystem für den gesetzlichen Durchblick Was anfangs nur der öffentlichen Verwaltung zugänglich war, können seit dem Jahr 1997 auch alle BürgerInnen nutzen den schnellen und einfachen Zugang zu Rechtsinformationen. Das mittlerweile bestens etablierte und anerkannte Rechtsinformationssystem (RIS) steht der Bevölkerung im Internet unter kostenlos für Recherchen zur Verfügung. Die vom Bundeskanzleramt betriebene Datenbank ist aus dem österreichischen E-Government nicht mehr wegzudenken. Etwa 105 Millionen Dokumentenzugriffe im RIS pro Monat bestätigen diese Aussage. Der Grundgedanke, ein solches Rechtsinformationssystem einzuführen, basiert auf dem Ansatz, den BürgerInnen einen kostenlosen und barrierefreien Zugang (WAI-A nach WCAG 1.0) zum österreichischen Recht zu bieten. Sämtliche im Bundesgesetzblatt zu verlautbarende Rechtsvorschriften sowie beispielsweise Landesrecht und Judikatur werden auf dieser Plattform veröffentlicht. Wie alles begann Die Anfänge des RIS reichen bis ins Jahr 1983 zurück, in dem das System in seinen Grundzügen konzipiert wurde. Bei der Entwicklung wurden die Anforderungen von BürgerInnen, Wirtschaft sowie der Verwaltung berücksichtigt. Zunächst war das RIS nur der öffentlichen Verwaltung zugänglich. Seit Juni 1997 steht das RIS im Internet der gesamten Bevölkerung kostenlos zur Verfügung. RIS heute Seit dem Jahr 2004 werden die Bundesgesetzblätter rechtlich verbindlich ausschließlich im Rechtsinformationssystem veröffentlicht. Die BenutzerInnen haben die Möglichkeit, online in das nationale Recht und das europäische Unionsrecht (Link zu EUR-Lex) Einsicht zu nehmen. Dr. Gerhart Holzinger Bis in die 80er Jahre stand man vor dem Problem, dass die umfassende österreichische Rechtsordnung unübersichtlich und unüberschaubar war und man eine für einen bestimmten Sachverhalt maßgebliche Rechtsvorschrift nur mit großer Mühe erkennen konnte. Als damaliger Leiter des Verfassungsdienstes des Bundeskanzleramtes stand ich mit einem ExpertInnenteam vor der Aufgabe, eine passende Lösung für die vereinfachte Recherche zu finden. Durch den sich verstärkenden Einsatz von Informationstechnologien kamen wir zur Erkenntnis, dass die Lösung nur in einem Rechtsinformationssystem liegen könne. Mit diesem sollte eine möglichst vollständige Informationsquelle geschaffen werden, die laufend und dezentral von den zuständigen Stellen um neue Rechtsvorschriften ergänzt werden solle. Heute ist das Rechtsinformationssystem, nachdem es 1997 auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, ein fixer Bestandteil des E-Government, das einen unkomplizierten Zugang zu Rechtsinformationen schafft. Nach wie vor beobachte ich die Entwicklungen auf dem Gebiet des E-Government und bin stolz, dass Österreich eine Vorreiterrolle eingenommen hat und sich seit Jahren im europäischen Spitzenfeld befindet. Darüber hinaus sind neben der Judikatur der Höchstgerichte, wie etwa des Verfassungs- oder Verwaltungsgerichtshofes, auch die Entscheidungen diverser Kommissionen und Tribunale, wie zum Beispiel der Datenschutzkommission, verfügbar. Zudem erhält die interessierte Öffentlichkeit Informationen über ausgewählte Verordnungen von Gemeinden und Erlässe der Bundesministerien. Das RIS ist auch als App für mobile Endgeräte (ios und Android) verfügbar. Im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Bundeskanzleramt, dem Unternehmen right2innovation und der Universität Salzburg wurde eine optimierte und kostenlose Lösung geschaffen, die es erlaubt, auch unterwegs auf Teile des RIS (konsolidiertes Bundes- und Landesrecht) zugreifen zu können. Die Daten der RIS-Anwendung Bundesrecht konsolidiert werden seit April 2012 im Rahmen von Open Government Data (www.data.gv.at) zur Verfügung gestellt. Mit wenigen Schritten zur gewünschten Information Mittels übersichtlicher Eingabemasken und Suchoptionen werden die Abfragen erheblich vereinfacht. Zusätzlich werden zum besseren Verständnis für jedes Eingabefeld Ausfüllhilfen angeboten. So steht einer punktgenauen Recherche nichts mehr im Wege. Bei den meisten Anwendungen sind die Dokumente in den drei Dateiformaten HTML, PDF und RTF verfügbar, dadurch wird eine benutzerinnenfreundliche Weiterverarbeitung gewährleistet. Auf der Startseite finden die AnwenderInnen den Button Zum RIS. Dort sind unter anderem jene -Adressen ersichtlich, an die inhaltliche und technische Fragen gerichtet werden können. Das RIS-Team wer dahinter steckt Unter der Leitung von Frau Mag. Brigitte Barotanyi sorgt ein fünfköpfiges Team täglich für die Verfügbarkeit aller 39 RIS- Anwendungen. Das Team koordiniert die dateneinbringenden Stellen (z.b. Ämter der Landesregierungen, Gerichte), ist Ansprechpartner bei technischen Fragen und ist bemüht, technologische Entwicklungen und BenutzerInnenwünsche zeitnahe umzusetzen. Durch die Teilnahme an Veranstaltungen werden den RIS-AnwenderInnen Innovationen präsentiert. Preview was kommt Es ist geplant, die Entscheidungen der neuen Landesverwaltungsgerichte und des Bundesverwaltungsgerichts im RIS zu dokumentieren. Die authentische Kundmachung des Landesgesetzblattes mehrerer Bundesländer ist ebenfalls vorgesehen. Das Bundeskanzleramt ist bemüht, neue Dokumentationsquellen zu erschließen und für die AnwenderInnen im Rahmen des RIS verfügbar zu machen (z.b. Entscheidungen der Gleichbehandlungskommission). Darüber hinaus werden die Wünsche und Anregungen der BenutzerInnen sowie neue Technologien im Rahmen der Weiterentwicklung des RIS berücksichtigt. Folgende Anwendungen stehen zur Verfügung: Bundesgesetzblätter ab 1848, seit in rechtlich authentischer Form und von 1780 bis 1848 als externe Daten Begutachtungsentwürfe und Regierungsvorlagen Konsolidiertes Bundesrecht in geltender Fassung sowie historische Fassungen Konsolidiertes Landesrecht aller neun Bundesländer in geltender Fassung sowie teilweise historische Fassungen Landesgesetzblätter von acht Bundesländern, wobei die Wiener Landesgesetzblätter extern verfügbar sind Gemeinderecht (auszugsweise) der Bundesländer Kärnten, Steiermark, Wien, Salzburg und Niederösterreich Judikatur des Verfassungsgerichtshofes, Verwaltungsgerichtshofes, der Justiz (OGH, OLG, LG, BG) und des Asylgerichtshofes Entscheidungen von Tribunalen bzw. Kommissionen (z.b. Bundeskommunikationssenat, Umweltsenat, Datenschutzkommission) Normenliste des Verwaltungsgerichtshofes Europäisches Unionsrecht (Link zu EUR-Lex) Erlässe der Bundesministerien (auszugsweise) Austrian Laws (ausgewählte Bundesnormen in englischer Übersetzung) Mag. Brigitte Barotanyi RIS steht für das Rechtsinformationssystem des Bundes und ist eine vom Bundeskanzleramt betriebene Datenbank mit dem Ziel, das österreichische Recht und das europäische Unionsrecht (Link zu EUR- Lex) interessierten Personen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Der Zugang zu den Informationen ist benutzerinnenfreundlich und barrierefrei (WAI-A nach WCAG 1.0). Neben der rechtlich verbindlichen Kundmachung des Bundesgesetzblattes findet man im RIS u.a. das konsolidierte Bundes- und Landesrecht sowie die Judikatur der Höchstgerichte. Das Informationsangebot wird laufend aktualisiert, um neue Inhalte ergänzt sowie die technologischen Entwicklungen mit größtmöglichem Nutzen für die Anwender- Innen umgesetzt. So sind Teile des RIS (konsolidiertes Bundes- und Landesrecht) nun auch als App für mobile Endgeräte (ios und Android) verfügbar. Die Daten der RIS-Anwendung Bundesrecht konsolidiert werden seit April 2012 im Rahmen von Open Government Data (www.data.gv.at) zur Verfügung gestellt. 8 9

6 Apps erobern das Handy-Signatur:App Sicheres Unterfertigen von Dokumenten E-Government Mobile Lösungen für (noch) mehr Zeitersparnis Gerade in Zeiten von Smartphones & Co fordert die Bevölkerung zunehmend Lösungen, die orts- und zeitunabhängig sind und dabei die Komplexität einer modernen Verwaltung auf effiziente und verständliche Weise veranschaulichen. Daher wird kontinuierlich an neuen Innovationen gearbeitet, die den Alltag der BürgerInnen erleichtern. Mit der Handy-Signatur:App wurde ein weiteres Feature zur Alltagserleichterung geschaffen, das allen BürgerInnen zum kostenlosen Download zur Verfügung steht. Für die rechtskonforme Signatur von PDF-Dokumenten ist eine eigene Software nicht mehr erforderlich, da nach einmaliger Installation der App das Dokument direkt mittels eines eingebauten PDF-Readers mit der österreichischen Handy-Signatur unterschrieben werden kann. Microsoft Österreich GmbH hat die Erstellung dieser App bei der Firma Goad & Partner Consulting OG erstmalig in Auftrag gegeben und damit die erste E-Government App im Windows 8 geschaffen. RIS:App der mobile Weg zur Gesetzesinformation Top 10 im österreichischen itunes Store Seit April 2012 ist das österreichische Rechtsinformationssystem (RIS) mobil. Mit der RIS:App, erhältlich unter www. ris.bka.gv.at/ui/risapp.aspx, wurde eine optimierte und kostenfreie Lösung geschaffen, die es der Bevölkerung erlaubt, auch unterwegs auf Rechtsvorschriften (z.b. Gesetze, Verordnungen) zugreifen zu können. Neben der Suche in der konsolidierten Fassung des Landes- und Bundesrechts werden den BürgerInnen auch eine Favoritenfunktionalität und eine Pushbenachrichtigung bei Novellierungen angeboten. Gesetzestexte können aus dem Browser heraus per PDF digital versendet werden. Amtsfinder:App der schnellste Weg zum Amt Bereits im August 2012 zählte die RIS:App zu den beliebtesten Apps im österreichischen itunes Store und war lange Zeit unter den Top 10 in der Kategorie Nachschlagewerke, kostenlos zu finden, womit sie sogar Wikipedia mobile hinter sich ließ. Die Popularität der RIS:App beweist das Potenzial einer effizienten Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Durch die Kooperation der verschiedenen Sektoren konnte hier eine Applikation geschaffen werden, die die Open Government Data-Landschaft in Österreich bereichert und die Bürger- Innen darin unterstützt, sich einfach und bequem über das politische Geschehen im Bereich der Rechtsvorschriften auf dem Laufenden zu halten. Wo befindet sich die nächste Polizeidienststelle, das Standesamt oder die Bezirkshauptmannschaft? Wie kann ich schnell und unkompliziert mit meiner Behörde in Kontakt treten? Langwierige Recherchen nach der nächstgelegenen bzw. zuständigen Behörde gehören seit Dezember 2012 der Vergangenheit an. Denn mit der Amtsfinder:App, der neuesten Entwicklung des Bundeskanzleramtes, stehen alle relevanten Informationen gebündelt und optimal aufbereitet zur Verfügung. Zusätzlich sind in der App sämtliche offizielle Notrufnummern übersichtlich dargestellt. Eine Liste der wichtigsten Service-Hotlines der Bundesministerien und anderer öffentlicher Institutionen ergänzt diese innovative Anwendung. Außerdem können alle Telefonnummern direkt mittels Tastendruck gewählt werden. Die Amtsfinder:App ist kostenlos unter downloadbar. 10 SC Mag. Dr. Gerhard Hesse Das Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ist heute aus dem juristischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Schon für Studierende ist es mittlerweile unvorstellbar, ohne die auf Knopfdruck verfügbaren aktuellen Rechtstexte auszukommen. Eine Milliarde Zugriffe pro Jahr belegen den Erfolg des RIS. Durch sein breites Angebot und den kostenlosen allgemeinen Zugang hat es auch im internationalen Vergleich Maßstäbe gesetzt. Seit 2004 wird das Bundesgesetzblatt nur noch elektronisch herausgegeben im RIS. Im Mittelpunkt des Informationsangebotes steht zweifelsfrei das geltende Bundesrecht. Im Prinzip ist jede Rechtsvorschrift in ihrer geltenden Fassung auffindbar, teilweise auch in früheren Fassungen. Somit ist das RIS geradezu das Rückgrat des heutigen österreichischen Rechtslebens. An Verbesserungen wird laufend gearbeitet. Ein Schwerpunkt der letzten Jahre war der Ausbau der Verlinkungen vom geltenden Bundes- und Landesrecht zu den Gesetzblättern und parlamentarischen Materialien. In Zukunft wird die authentische Kundmachung von Landesgesetzblättern im RIS erfolgen. Auch die Entscheidungen der künftigen Landesverwaltungsgerichtshöfe werden abfragbar sein. Univ. Prof. Dr. Friedrich Lachmayer Als ich im Jahre 1988 von Clemens Jabloner die Leitung des RIS (bis 2004) übernommen hatte, befand sich dieses im Projektstadium. Es gab für den VD damals vor allem drei Herausforderungen: Die Überbrückung unterschiedlicher Denkund Sprachmuster bei den juristischen und den technischen AkteurInnen, die Kontakte mit den dateneinbringenden Stellen und schließlich die Vertriebswege, bei denen erst das Gratis-Angebot im Internet 1997 die Befreiung brachte. Im Zentrum des Erfolges stand die erfindungsreiche Sachkompetenz der IT-Abteilung. Dazu kamen regelmäßige Sozialphasen: monatliche BKA-Koordinationssitzungen ebenso wie Veranstaltungen mit den beteiligten Kreisen, durch Jahre hindurch wöchentliche RIS-Schulungen und nicht zuletzt das Internationale Rechtsinformatik-Symposium (IRIS) jeweils im Februar an der Universität Salzburg wurde im RIS erstmalig in Europa die ausschließlich elektronische authentische Kundmachung von Rechtsvorschriften realisiert, 2012 auf die Länder optional ausgeweitet. apps4austria Digitales Österreich ruft zum Wettbewerb auf Gemeinsam mit der Cooperation Open Government Data (COGD) veranstaltet die Plattform Digitales Österreich erstmals den österreichweiten Wettbewerb apps4austria. Prämiert werden die besten Anwendungen und Applikationen, die auf Basis von bereits existierenden Datensätzen auf der Open Government Data Plattform entwickelt werden. Das bestehende Open Government Data-Angebot soll mit diesem Wettbewerb um kreative Services, innovative Lösungen und neue, benutzerinnenfreundliche Anwendungen erweitert werden. Der Wettbewerb apps4austria richtet sich an alle Interessierten, angefangen bei SchülerInnen, Studierenden bis hin zu SoftwareentwicklerInnen, Unternehmen, Institutionen und Verwaltungsorganisationen. Bis 1. März 2013 können TeilnehmerInnen in verschiedenen Kategorien ihre kreativen Ideen einbringen. Alle eingelangten Entwicklungen werden vorab von einer ExpertInnen-Jury auf bestimmte Kriterien überprüft, um schließlich die SiegerInnen zu küren. Attraktive Geld- und Sachpreise winken den GewinnerInnen. Mehr Informationen zum Wettbewerb apps4austria sowie zu den Teilnahmebedingungen finden Sie unter: 11

7 AnwenderInnen über ihre Erfahrungen mit HELP. HELP.gv.at & RIS sind in Österreich DIE Informationsplattformen in und RIS Bezug auf Online Amts- und Behördenwege und wenn es um Auskünfte zu Gesetzen oder diversen rechtlichen Grundlagen geht. Lesen Sie, was die österreichischen BürgerInnen zu den Portalen sagen. Amtswege leicht gemacht ist das Motto und Angebot, mit dem das BürgerInnenportal HELP.gv.at wirbt. Von diesem Angebot haben 2012 durchschnittlich an die BürgerInnen monatlich Gebrauch gemacht. Etwa drei Millionen Seiten werden im Schnitt pro Monat aufgerufen, sei es um sich auf über für die UserInnen verständlich formulierten Seiten zu Behördenwegen in der jeweiligen Lebenssituation zu informieren oder gleich Online- Amtswege direkt am PC, idealerweise mit Handy-Signatur oder Bürgerkarte, durchzuführen. Mit HELP.gv.at als eines der erfolgreichsten E-Government-Projekte europaweit, befindet sich die Jetzt und in Zukunft HELP pro futuro österreichische Bundesverwaltung derzeit noch auf der Überholspur innerhalb des behördlichen Daten-Highways in Europa. Seit 2012 evaluiert HELP.gv.at die Content Syndizierung auch mit den zentralen Portalen der EU (Your Europe Citizens and Business). EU-weit nimmt dabei Österreich gemeinsam mit Frankreich eine Vorreiterrolle ein. Um weiterhin in der Poleposition zu liegen, vor allem aber um den BürgerInnen optimale Services zu bieten, wird HELP.gv.at sukzessive weiterentwickelt und das Leistungsangebot ausgebaut. Social and Citizen Media Wenn man heute Informationen, Produkte oder Dienstleistungen sucht, ist das Internet die erste Anlaufstelle HELP.gv.at wird diesem Trend gerecht und bietet den BürgerInnen einen komfortablen Zugang zu praktisch allen Bereichen der öffentlichen Hand. Uwe F. (52), Redakteur Ich habe schon vor ein paar Jahren die HELP-Seite entdeckt. Da sie für verschiedene Lebenssituationen wertvolle Tipps liefert, besuche ich die Seite regelmäßig, um mich über neue Services zu informieren. So habe ich auch erfahren, dass ich meine Stimmkarte online beantragen kann und sie mir dann nach Hause geschickt wird. Somit erspare ich mir den Weg zur und vor allem die Wartezeit bei der Behörde. Susanne G. (26), Eventmanagerin 12 Berufsbedingt muss ich mich öfter über diverse Gesetze und Regelungen informieren. Mit RIS steht mir eine tolle Plattform für meine Recherchen zur Verfügung. Mit der unkomplizierten Suchfunktion komme ich immer schnell zu den gewünschten Informationen. Zeitaufwändige Telefonate, bei denen man von einer Stelle zur anderen verbunden wird oder langwieriges Suchen im Internet lassen sich nun Gott sei Dank vermeiden. Karin K. (52), Unternehmerin Aufgrund meines Jobs bin ich viel unterwegs und recherchiere daher oft übers Internet via Smartphone. Mit der neuen RIS:App kann ich auch auf Rechtsinformationen des Bundes jederzeit schnell zugreifen und bin immer top informiert. Damit punkte ich vor allem bei meinen Kunden. Michael B. (24), Jungunternehmer Egal ob ich Informationen zu bestimmten Lebenslagen benötige oder online Amtswege erledigen möchte HELP.gv.at ist bereits seit Jahren meine erste Anlaufstelle im Web. Das RIS- Portal nutze ich für berufliche Zwecke und bin sehr zufrieden, dass man die erforderlichen Informationen schnell und unkompliziert bekommen kann. Martin B. (36), Bauleiter Eine Studienkollegin hat mir das Portal HELP empfohlen, da man hier unter anderem umfangreiche Informationen rund um das Thema Studium erhält. So habe ich mir die Seite angesehen und viel Nützliches zu den verschiedenen Services erfahren. Zum Beispiel auch, dass ich die Studienbeihilfe online beantragen kann was ich dann auch gemacht habe. Da alles bestens geklappt hat, wird HELP in Zukunft meine erste Anlaufstelle sein, wenn ich wieder einmal etwas amtliches erledigen muss. Jennifer D. (19), Studentin Mittlerweile verfügen über drei Viertel der österreichischen Haushalte über einen Internetzugang. Die Anzahl der UserInnen, die via Tablets und Smartphones surfen, ist im Begriff stetig zu steigen. HELP.gv.at trägt diesen Trends jetzt schon und auch in Zukunft Rechnung. So gibt es eine für mobile devices optimierte Version von HELP. gv.at und mit der Amtsfinder:App eine smarte Anwendung, der 2013 die HELP4Baby:App folgen wird. Diese App soll werdenden Müttern die Amtswege vor und nach der Geburt eines Kindes baby-leicht machen und quasi als elektronischer Mutter-Kind-Pass fungieren. Auch für Studierende ist eine Web-App angedacht. Näher an der Bürgerin und dem Bürger kann Verwaltung kaum mehr sein. Auf den drei Stufen des E-Government Information, Kommuniktion und Transaktion setzt HELP.gv.at bereits trittsicher den nächsten Schritt auf die vierte Stufe der Personalisierung. Der angemeldete Bereich von HELP.gv.at, der über die Handy-Signatur oder Bürgerkarte zugänglich ist, bietet zusätzlich zum bewährten Informations-Content die Möglichkeit, Services ohne weitere Anmeldung und automatisch lokalisiert zu nutzen. Somit verfügen die UserInnen über einen Single Sign On-Einstiegspunkt zu den Anwendungen e-tresor, SV-Versicherungsdatenauszug, DVR- Online und das Zentrale Waffenregister. In naher Zukunft soll die Handy-Signatur oder die Bürgerkarte auch mittels FinanzOnline aktivierbar sein. Ein direkter Zugang zu elektronischen Zustelldiensten und weiteren Services der Sozialversicherung ist in Planung. Seit über einem Jahr postet HELP.gv.at bereits auf seiner Facebook-Seite und twittert u.a. gesetzliche Neuerungen und interessante Aspekte aus den HELP-Lebenslagen. Social Media kann eine Plattform oder einen Einstiegspunkt für die Partizipation der UserInnen hinsichtlich der Diskussion neuer Themen oder der Bewertung bestehender Themen bilden, BürgerInnenbeteiligung ist der Slogan, der dadurch mit Leben erfüllt werden soll. Die Nützlichkeit von Informationen kann jetzt schon auf den einzelnen HELP-Seiten bewertet werden. Dieser Feedback-Channel wird vor allem als Qualitätssicherungsinstrument benutzt. HELP im Fokus Die Ziele, die in den nächsten Jahren in den Brennpunkt rücken, sind einerseits die Erhöhung des Bekanntheitsgrades und damit einhergehend die Steigerung der Zugriffszahlen von HELP.gv.at, auch um der von der Verwaltung geforderten Wirkungsorientierung gerecht zu werden und andererseits noch mehr userinnenfreundliche Services zu bieten. Als BürgerInnenportal muss und wird HELP.gv.at seine NutzerInnen je nach den Bedürfnissen abholen, Push-Services wie Erinnerungsservices sind ein erster Schritt dazu. Amtswege nicht nur zu erleichtern, sondern auch zu beschleunigen, ist ein weiterer wichtiger Aspekt, der durch das One-Stop-Prinzip bei komplexen verwaltungsübergreifenden Lebenssituationen getragen wird. One-Stop-Geburt, One-Stop-Gewerbeanmeldung und One-Stop-Todesfall befinden sich bereits im Planungs- oder Umsetzungsstadium. Vision? Vielmehr Ausblick HELP.gv.at soll weiterhin das zentrale Portal für alle Themen rund um Behördenwege bleiben und den Zugang zu bestehenden und neuen Anwendungen über Single Sign On bieten. Aufgrund der Integration neuer Inhalte und Services bzw. durch die originäre Einbindung dieser Themen in neue und bestehende HELP- Lebenslagen wird eine kostenintensive Entwicklung neuer Portale überflüssig. Letztlich soll und wird den UserInnen - wie bisher und in Zukunft noch verstärkt - die Möglichkeit geboten, Amtswege auf der Überholspur des Daten- Highway durchzuführen, um Zeit für das Wesentliche zu haben. Dr. Barbara Auracher-Jäger Pro Monat besuchen rund Personen HELP.gv.at. Die große Beliebtheit des Online-Portals beruht vor allem auf der hohen Übersichtlichkeit und Transparenz sowie auf der einfachen Informationssuche nach konkreten Lebenssituationen, wie etwa Geburt, Heirat oder Wohnen. Speziell bei der Bereitstellung von juristischen Inhalten liegt die Herausforderung darin, Gesetzesinhalte so zu formulieren, dass sie inhaltlich nicht an Qualität verlieren, jedoch für jedermann verständlich sind. Ein weiterer zentraler Aspekt von HELP.gv.at ist zudem die Tagesaktualität. Bereits am selben Tag, an dem eine Gesetzesänderung oder -neuerung in Kraft tritt, sind die Texte der neuen Rechtsgrundlage entsprechend adaptiert und abrufbereit. 13

8 HELP.gv.at und RIS in Zahlen Die steigende Anzahl der Zugriffe auf HELP.gv.at lässt sich auf eine zunehmende Beliebtheit des BürgerInnenportals bei der Vorbereitung und Erledigung von Amts- und Behördenwegen zurückführen. Nicht zuletzt durch die laufende Erweiterung von HELP.gv.at mit neuen Themen sowie den Ausbau des Serviceangebotes sind die Seitenaufrufe und AnwenderInnensitzungen in den letzten Jahren wesentlich gestiegen. Auch das Rechtsinformationssystem (RIS) konnte in den letzten Jahren einen enormen Anstieg der Zugriffe auf einzelne RIS-Dokumente verbuchen. Ein Blick auf die Statistiken gibt Auskunft über die wichtigsten Zahlen von HELP.gv.at und RIS. Zahl der UserInnen im angemeldeten Bereich von HELP.gv.at von Dezember 2011 bis Dezember 2012 Zahl der Seitenaufrufe von HELP.gv.at pro Jahr von 2005 bis 2012 Mag. Sylvia Archmann Dr. Arthur Winter Gesamtzahl der Dokumentenzugriffe auf RIS von 2010 bis 2012 Zahl der AnwenderInnensitzungen auf HELP.gv.at pro Jahr von 2005 bis 2012 Von 1998 bis Ende 2005 hatte ich das Privileg, bei HELP.gv.at mitwirken zu dürfen. Anfangs als Vertreterin der Verwaltungsinnovation, dann als Projektleiterin im Bundesministerium für öffentliche Leistung und Sport, später als Abteilungsleiterin. Eine bewegte Zeit. Gern verwende ich die Erfolgsgeschichte von HELP.gv.at in meinen internationalen Vorträgen im Rahmen meiner Tätigkeit im EIPA (European Institute for Public Administration). Wir waren Pioniere. Im besten Sinne. Die Initiative wurde von allen Ebenen der öffentlichen Verwaltung getragen, die Gemeinden wurden in großen Schritten unsere Partner. Die Öffentlichkeit konnte kaum glauben, wie serviceorientiert, schnell und präzise HELP. gv.at war. Die Gästebucheinträge aus der damaligen Zeit belegen dies. Das HELP.gv.at- Team war hochmotiviert und leistungswillig. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Auftritt beim E-Day der Wirtschaftskammer, bei dem die MitarbeiterInnen selbst nach Dienstschluss weiterarbeiten wollten, obwohl sie für die Mehrzeit nicht bezahlt werden konnten. HELP.gv.at ist der Grundpfeiler der Erfolgsgeschichte des E-Government in Österreich. Vor 15 Jahren hatte das Internet bei weitem noch nicht den Stellenwert den es heute hat. Im Gegensatz zu Österreich begann in den USA zu jener Zeit bereits die Öffnung der Verwaltung für die Öffentlichkeit. Diese neue Bewegung verbunden mit dem Gedanken des E-Government als neue Organisationsform der Verwaltung führte zur Entwicklung von HELP.gv.at als erste behördenübergreifende E-Government-Anwendung. Nutzen und Mehrwert für BürgerInnen und Unternehmen standen dabei im Vordergrund. So avancierte HELP.gv.at zu einem europaweit einzigartigen Vorzeigeprojekt. In Österreich gab es zudem auch schon in den 70ern erste Überlegungen zur Schaffung einer effizienten Rechtsdokumentation. Später verfolgte man den Ansatz, den Rechtserzeugungsprozess dahin zu nutzen, vorhandene an das Parlament übermittelte Rechtsvorlagen als Basis zu verwenden. Mit der Einführung des E-Rechts wurde schließlich die gesamte Publikationsschiene nur mehr als elektronisches Original möglich. Für JuristInnen ist das RIS mittlerweile zu einem unverzichtbaren Arbeitsmittel geworden

9 Links Fotorechte: Titel: Stockbild Photodune, OMV (Dr. Ruttenstorfer, Seite 2), EIB (Mag. Molterer, Seite 3), Univ. Prof. Dr. Lachmayer (Seite 11), (Martin B., Seite 12), Thomas Lehmann (Dr. Auracher-Jäger, Seite 13), Bundeskanzleramt Österreich, Ballhausplatz 2, 1014 Wien; Fotograf: Christian Redtenbacher, (Seiten 6, 9, 10, 11, 14, 15), restliche Bilder BKA/Privat

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