Geschlechtsspezifische Kommunikation

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1 Geschlechtsspezifische Kommunikation Mann-Frau Frau-Kommunikation als interkultureller Dialog Männliche Status- und weibliche Beziehungsbrille Warum Erwachsene nur große e Kinder sind Wer will schon einen Problemlöser? Beziehungs- und Berichtssprache Jetzt rede ich! Unterbrechung und Überlappung Der große e Wert des Small Talks Die anpassungsfreudige Frau Deborah Tannen Deborah Tannen, geb in New York Studierte englische Literatur und Linguistik an verschiedenen amerikanischen Universitäten; ten; Promotion 1979 in Berkeley im Fach Linguistik Tannen ist eine der bekanntesten Linguisten, die vor allem mit ihren populärwissenschaftlichen Publikationen viel Aufmerksamkeit erregt Ihr bekanntestes Buch: Du kannst mich einfach nicht verstehen. Warum Männer M und Frauen aneinander vorbeireden war 8 Monate lang auf Rang 1 der New York Times Best Seller List Aktuelle Publikation: You re Wearing THAT? Understanding Mothers and Daughters in Conversation 2 1

2 Mann-Frau Frau-Kommunikation als interkultureller Dialog Dualität t der Bedürfnisse: der Wunsch nach Gemeinschaft, nach Gefühlen der Bindung einerseits; das Bedürfnis nach individueller Autonomie und Unabhängigkeit ngigkeit andererseits führt in die Beziehungsfalle Männer streben eher nach Unabhängigkeit, ngigkeit, Frauen suchen die Gemeinschaft blindes Verstehen Metakommunikation bestärkt das Gefühl der Verbundenheit => überragende Bedeutung der Beziehungsebene für r Frauen Männer interagieren eher auf der Inhaltsebene 3 Die männliche m Status- und die weibliche Beziehungsbrille Männer sehen sich als Individuen in einer hierarchischen sozialen Ordnung, in der sie unter- oder überlegen sind Das Leben als Wettkampf um die Bewahrung der Unabhängigkeit ngigkeit Status als zentrale Kategorie Frauen nehmen die Welt als Netzwerk zwischenmenschlicher Bindungen wahr, in das sie eingebunden sind und durch dessen Stärke sie selbst auch stark sind Das Leben als Kampf um die Intimität t und die Vermeidung von Isolation Intimität t und Bindung als zentrale Kategorien Männer denken Beziehungen eher asymmetrisch, Frauen dagegen eher symmetrisch 4 2

3 Warum Erwachsene nur große e Kinder sind Männliche und weibliche Deutungs- und Verhaltensmuster sind das Ergebnis geschlechtsspezifischer Sozialisationsprozesse Freundschaften zwischen Mädchen M werden geschlossen, bewahrt und abgebrochen, indem man miteinander redet; Mädchen M spielen kooperative Spiele; Mädchen M haben nur eine oder wenige beste Freundinnen Jungs spielen überwiegend in großen, hierarchischen strukturierten Gruppen; sie verbringen ihre Zeit mit Aktivitäten ten statt mit Worten Frauen sind eher auf symmetrische Beziehungen sozialisiert; weil sie Interaktion nicht als Wettkampf, sondern als Kooperation verstehen, en, gelten sie oftmals als die besseren Chefs 5 Wer will schon einen Problemlöser? Männer gehen Probleme auf der Inhaltsebene an: Sie fühlen f sich herausgefordert und können k durch einen Lösungsvorschlag L ihren Status festigen Statusbrille Frauen empfinden Probleme als Möglichkeit, M etwas zu teilen, Bindung zu stiften, sie erwarten Anteilnahme. Ein gemeinsames Problem festigt auf diese Weise die Beziehung Beziehungsbrille 6 3

4 Beziehungs- und Berichtssprache Frauen fühlen f sich wohl, wenn sie in vertrauter und sicherer Umgebung kommunizieren können. k Sie bevorzugen privates Sprechen Das Gespräch als Möglichkeit, M Beziehungen aufzubauen und zu festigen Beziehungssprache Männer halten oft Vorträge,, glänzen mit Sachinformationen, Anekdoten, Witzen Bevorzugt öffentliches Sprechen Das Gespräch als Möglichkeit M zur Kontrolle von Statusunterschieden Berichtssprache 7 Jetzt rede ich! Unterbrechungen und Überlappungen in Gesprächen Status- und Beziehungsbrille haben Einfluss auf die Sprechgewohnheiten Vortragsstil zur Begründung und Wahrung von Status Grundsatz: Es redet immer nur einer! Widerspruch und Streit als rituelle Form des Kampfes und der Statusaushandlung Weibliche Beziehungssprache zur Festigung von Beziehungen und Zeichen von Nähe N / Intimität Streit und Widerspruch als Gefahr für f r die Beziehung Vermeidung von Konflikten und Suche nach Harmonie / Übereinstimmung um die Intimität t nicht zu gefährden Überlappungen und Unterbrechungen werden dementsprechend unterschiedlich gedeutet 8 4

5 Der Wert des Small Talks Small Talk ist die Möglichkeit, M Bindungen und Beziehungen dort zu festigen und zu bewahren, wo es keine bedeutungsvolleren Informationen gibt Small Talk als Gequatsche abzuqualifizieren heißt, Kommunikation nur auf der Inhaltsebene und nur durch die Statusbrille zu betrachten 9 Die anpassungsfreudige Frau In gemischt-geschlechtlichen geschlechtlichen Gruppen gelten eher die Normen der Männer als die Normen der Frauen: die Frauen passen sich eher an Nur wenn Frauen in reinen Frauengruppen sind, fühlen f sie sich hinter den Kulissen ; ; in der Interaktion mit Männern M haben sie eher das Gefühl, auf der Bühne B zu stehen Männer passen sich hingegen in gemischten Gruppen nur minimal in ihrem Verhalten an 10 5

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